ben an das segensreiche und heilbringende Wirken der Freiheit ver- loren — wenigstens von der überwiegenden Mehrheit gilt das sicher —; ohne Gesetzgebung oder neben dieser die Ordnungen einzufüh- ren, die ihm notwendig scheinen würden, dazu hält er sich aber allein mit Recht zu schwach. Aus solchen Gedanken sind vor allem die verschiedenen Vereinigungen gebildet worden, die unter dem Sammelnamen Unternehmerverbände oder Kartelle begriffen aind“us) 5. Der Zweckder Organisation. Die Unternehmungen schließen sich also zusammen, weil es eine freie Konkurrenz als Ordnungsprinzip nicht mehr gibt, son- dern nur noch einen Konkurrenzkampf unter dessen ruinöser Schärfe die Rentabilität aller Unternehmungen zu leiden hat. Der Grund des Zusammenschlusses liegt daher in der Gefährdung des Lebensnervs der Unternehmung, der Rentabilität durch die „freie“ Konkurrenz, und es erscheint selbstverständlich, daß vom Unter- nehmer aus gesehen, der kooperative Gedanke keinem anderen Aspekt entstammt als dem der Rettung oder Sicherung der Renta- bilität. Der Zweck der Organisation kann folglich nur darin liegen, die Rentabilität zu sichern und zu fördern, indem diese „freie“ Kon- kurrenz aufgehoben und in eine geregelte umgewandelt wird. Denn der Versicherungsgedanke spielt der stehenden Anlagen wegen für alle industriellen Werke eine große Rolle. Man ist nicht unbedingt auf Ertragssteigerung, sondern auf möglichste Regelmäßigkeit der Marktgestaltung, auf gleichmäßigen Ertrag der Produktionsanlagen aus „Geregelte Konkurrenz“ soll nach Max Weber!) eine Kon- kurrenz insoweit heißen, als sie in Zielen und Mitteln sich an einer Ordnung orientiert. Marktregulierung ist dann der Zustand, „daß für mögliche Tauschobjekte die Marktgängigkeit (das Maß von Regelmäßigkeit, mit welchem jeweils ein Objekt. marktmäßiges Tauschobjekt zu wer- den pflegt) oder für mögliche Tauschreflektanten die Marktfreiheit (der Grad von Autonomie der einzelnen Tauschreflektanten im Preis- und Konkurrenzkamnpf) material durch Ordnungen wirksam 13) Franz Klein: Das Organisationswesen der Gegenwart, Berlin 1913, Seite 93. 14) Max Weber: Grundriß der Sozialökonomik, 3. Abteilung, Wirtschafi und Gesellschaft. S. 20.