<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Zur Begriffsbestimmung der Kartelle und Konzerne</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Robert</forname>
            <surname>Vanoni</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1868614581</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>Bücher gibt folgendes Buchstabenbeispiel**), das die Beziehung 
der konstanten Kosten zur Produktionsmenge zeigt: 
Bezeichnet man die Masse (Stückzahl) der in einem kapitalisti- 
schen Produktionsprozeß erzeugten Ware mit m, die durchschnitt- 
lichen Stückkosten mit K, ihre konstanten Kosten mit c und die 
variablen Kosten mit v, so ist K = v. Es ist klar, daß K umso 
kleiner sein muß, je größer m wird und daß beim Gleichbleiben des 
Wertes v die Wirkung von——- in der Summe £&amp;lt;— + v sich immer 
mehr abschwächt. 
Bücher will damit hervorheben, wie entscheidend die Menge 
des hergestellten Gutes oder anders ausgedrückt: der Beschäfti- 
gungsgrad des Betriebes sich auf die Höhe der Produktionskosten 
und damit auf den Preis auswirkt. Selbst wenn die Voraussetzung, 
daß v immer gleich bleibt, nicht zutrifft, — denn es ist doch mög- 
lich, daß auch v abnimmt, wenn c nur beschränkt ausgenützt wird, 
z. B. statt 6 Tagen wird nur 4 Tage gearbeitet, was ja auf die Höhe 
der Lohnsumme einwirken muß, — so wird doch die Abnahme der 
variablen Kosten bei weitem nicht den Schaden kompensieren, der 
dadurch entsteht, daß c nicht voll ausgenützt wird. Aus der Be- 
obachtung, welche Bedeutung die Ausnutzungsmöglichkeit der kon- 
stanten Produktionsteile auf die Gesamtsumme der Produktions- 
kosten hat, leitet Bücher „das Gesetz der Massenproduktion‘“ ab. Er 
weist darauf hin, daß das vollkommenere Produktionsverfahren 
teurer als das unvollkommene ist, wenn damit nur einzelne Exem- 
plare hergestellt werden. Billiger als das unvollkommene wird es 
erst dann, wenn die Menge der produzierten Ware nicht unter eine 
bestimmte (im Einzelfall empirisch festzustellende) Zahl sinkt. Diese 
Grenze, von der ab das vollkommenere Produktionsverfahren vor- 
teilhaft zu werden beginnt, heißt Bücher die Nutzschwelle der Mas- 
senproduktion, Diese liegt umso höher, je größer der Anteil der 
konstanten Kosten an den Gesamtherstellungskosten ist. 
Die Nutzschwelle der Massenproduktion läßt sich durch fol- 
gendes einfache Beispiel veranschaulichen: die Herstellung einer 
Ware erfordere bei Handarbeit M. 30.— Lohn, bei Maschinen- 
arbeit nur Mk. 15.—, der Anschaffungspreis der Maschine sei Mk. 
60 000.—. Dann beginnt die Rentabilität erst bei einem Umsatz von 
10) Bücher, $S. 102 im Gesetz der Massenproduktion, dargestellt in „Die 
Entstehung der Volkswirtschaft“. Tübingen 1920. 
an</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
