Bücher gibt folgendes Buchstabenbeispiel**), das die Beziehung
der konstanten Kosten zur Produktionsmenge zeigt:

Bezeichnet man die Masse (Stückzahl) der in einem kapitalisti-
schen Produktionsprozeß erzeugten Ware mit m, die durchschnitt-
lichen Stückkosten mit K, ihre konstanten Kosten mit c und die
variablen Kosten mit v, so ist K = v. Es ist klar, daß K umso
kleiner sein muß, je größer m wird und daß beim Gleichbleiben des
Wertes v die Wirkung von——- in der Summe £<— + v sich immer
mehr abschwächt.

Bücher will damit hervorheben, wie entscheidend die Menge
des hergestellten Gutes oder anders ausgedrückt: der Beschäfti-
gungsgrad des Betriebes sich auf die Höhe der Produktionskosten
und damit auf den Preis auswirkt. Selbst wenn die Voraussetzung,
daß v immer gleich bleibt, nicht zutrifft, — denn es ist doch mög-
lich, daß auch v abnimmt, wenn c nur beschränkt ausgenützt wird,
z. B. statt 6 Tagen wird nur 4 Tage gearbeitet, was ja auf die Höhe
der Lohnsumme einwirken muß, — so wird doch die Abnahme der
variablen Kosten bei weitem nicht den Schaden kompensieren, der
dadurch entsteht, daß c nicht voll ausgenützt wird. Aus der Be-
obachtung, welche Bedeutung die Ausnutzungsmöglichkeit der kon-
stanten Produktionsteile auf die Gesamtsumme der Produktions-
kosten hat, leitet Bücher „das Gesetz der Massenproduktion‘“ ab. Er
weist darauf hin, daß das vollkommenere Produktionsverfahren
teurer als das unvollkommene ist, wenn damit nur einzelne Exem-
plare hergestellt werden. Billiger als das unvollkommene wird es
erst dann, wenn die Menge der produzierten Ware nicht unter eine
bestimmte (im Einzelfall empirisch festzustellende) Zahl sinkt. Diese
Grenze, von der ab das vollkommenere Produktionsverfahren vor-
teilhaft zu werden beginnt, heißt Bücher die Nutzschwelle der Mas-
senproduktion, Diese liegt umso höher, je größer der Anteil der
konstanten Kosten an den Gesamtherstellungskosten ist.

Die Nutzschwelle der Massenproduktion läßt sich durch fol-
gendes einfache Beispiel veranschaulichen: die Herstellung einer
Ware erfordere bei Handarbeit M. 30.— Lohn, bei Maschinen-
arbeit nur Mk. 15.—, der Anschaffungspreis der Maschine sei Mk.
60 000.—. Dann beginnt die Rentabilität erst bei einem Umsatz von

10) Bücher, $S. 102 im Gesetz der Massenproduktion, dargestellt in „Die
Entstehung der Volkswirtschaft“. Tübingen 1920.

an