duktionsrichtung Kapital gelenkt werden, aber wenn die produzier-
ten Produktionsmittel einmal festgelegt sind, können sie nur unter
fast gänzlichem Verlust zurückgezogen werden. Denn „eine vollen-
dete Produktion von festem Realkapital ist ein Tatbestand, der wirt-
schaftlich unabänderlich bestehen bleibt, der also die Fungibilität
des Kapitals fast restlos vernichtet‘“*).

Die freie Konkurrenz kann daher infolge der geringen Versali-
tät der industriellen Unternehmung nicht mehr ihre „Heil“-Wir-
kung ausüben; sie vermag nicht mehr automatisch einen normalen
Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage herbeizuführen, indem
sie bei Überproduktion schwächere Unternehmungen zum Aus-
scheiden veranlaßt. Vielmehr muß jetzt ein freier ungehinderter
Wettbewerb aus folgenden Gründen mit innerer Notwendigkeit
ruinöse Formen annehmen:

a) Die Betriebe, deren Ausscheiden aus produktionstechni-
schen Gründen nicht möglich ist, verteidigen sich aufs zäheste.
Bricht aber wirklich durch den Konkurrenzdruck eine Unter-
nehmung zusammen, so beseitigt der Konkurs zwar das Erwerbs-
unternehmen, aber nicht zugleich den Betrieb. Hierzu bemerkt
Wiedenfeld: „Ist die Technik des betroffenen Gewerbezweiges so
gestaltet, daß das stehende Kapital im Vordergrund steht, so bleibt
schließlich gerade den schwachen Werken eine Waffe noch zu hand-
haben übrig, die den starken Gegnern sehr gefährlich werden kann:
rechtlich der Konkurs, wirtschaftlich die Kapitalreorganisation.
Aus ihr geht das Werk mit einer völlig neuen Basis seiner Produk-
‘jonskostenberechnung hervor. Diejenigen Kapitalteile, die in stehen-
den Anlagen festgelegt sind, hat man als Kostenbestandteile ausge-

schaltet, während die Anlagen selbst genau so arbeitsfähig bleiben,
wie sie vorher waren und als Produktionskosten kommen nur noch
die Kosten des laufenden Betriebes in Betracht. Ob dann das ur-
sprünglich stärkere Werk auch noch die höhere Kampffähigkeit be-
sitzt, kann wiederum nur der Kampf selbst erweisen‘“1?)_
“) Hal, „Die Konkurrenz“, 1920, S. 138.

1?) Wiedenfeld, Gewerbepolitik, Berlin 1927, S. 94.

Entgegengesetzter Ansicht ist Liefmann in Schmollers Jahrbuch 36,
3—4, 1912: Theorie des Sparens und der Kapitalbildung: „Der technische
Fortschritt, die Anwendung einer billigeren Produktionsmethode für den
Jnternehmer, der damit zuerst in einem Wirtschaftszweig beginnt, ist immer
lohnend und gewährt ihm ein Übergewicht im Konkurrenzkampf mit den übri-
gen. Das gilt vor allem für diejenigen, die unter Anwendung des technischen
Fortschritts neu in den Erwerbszweig eintreten. Aber auch diejenigen der bis-

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