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Auswirkung im Sinne einer machtmäßigen Überhöhung der Preise
ist daher zeitlich und sachlich bedingt.

Ein wirkliches Monopol ist eine Machtform, die in der moder-
nen Volkswirtschaft viel rarer ist als man glaubt, und sie kommt nur
bei „legalisierten“ Monopolen — z. B. bei Patent- und Bodenbesitz-
Monopolen — auch hier in der Regel nur zeitlich und sachlich eng
begrenzt vor, sowie bei Herrschaftsverhältnissen öffentlich-recht-
licher Körperschaften (namentlich Staat und Kommunen) oder bei
einzelnen Firmen. Aber selbst ein absolutes Monopol findet in den
Gesetzen der Wert- und Preisbildung seine Schranken, da es nur
das Angebot oder die Nachfrage, nicht aber beides zugleich zu
regulieren vermag. Zu dieser Tatsache kommt der Umstand hinzu,
daß die kartellmäßige Regulierung des Angebots in vielen Fällen
keine vollständige, sondern nur eine mehr oder minder weitgehende
ist. Dann ist neben der Berücksichtigung der Elastizität des Mark-
tes auch noch die verbleibende Konkurrenz der Außenseiter in Be-
tracht zu ziehen. Die Elastizität der Nachfrage, d. h. der Grad der
Promptheit, mit der Wirtschaftssubjekte auf bestimmte Preisver-
änderungen eines Gutes reagieren (Salz), wird um so größer sein,
wenn schon bei der Entstehung des Kartells Ersatzprodukte vor-
handen sind und mit dem monopolisierten Gut um den Absatz
konkurrieren.

Als weiterer wichtiger Hemmungsgrund für einen Mißbrauch
der Machtstellung fällt das Aufkommen neuer Konkurrenz ins
Gewicht, sei es, daß die Überspannung der Macht Surrogatgüter
hervorlockt, oder daß sie das latente potentielle Entstehen neuer
Produktionsanlagen zur Wirklichkeit macht. Denn die industriellen
Produkte stellen hauptsächlich beliebig vermehrbare Güter dar.
Wiedenfeld:®) sagt: „Die Menge der nicht vermehrbaren Güter ist
längst nicht so groß wie vielfach angenommen wird. In den höheren
Stufen der Fabrikation macht sich fast stets der Umstand geltend,
daß derselbe Rohstoff und auch noch dasselbe Halbfabrikat zu einer
8roßen Zahl von Fertigfabrikaten verarbeitet werden kann und tat-
Sächlich. verarbeitet wird; infolgedessen läßt sich die Herstellung
einer bestimmten Fertigware, selbst wenn der Rohstoff nur in be-
grenzter Menge zur Verfügung steht, bei entsprechender Marktlage
fast immer beträchtlich über das bisher gegebene Maß steigern —
Natürlich auf Kosten der aus dem gleichen Rohstoff verarbeiteten
18) Wiedenfeld, Gewerbepolitik, S. 98/90,