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Unternehmer im Grunde nicht allzuviel gelegen war. Eine große
Auswahl würde die Produktionsgemeinschaft als solche der Kund-
Schaft bieten“ (Müllensiefen S. 82).
5. Kein Funktionswandel in der Kartelltätig-
keit, nur Entwicklungslinien der Kartell-
politik.

Wenn aus solchen besonders günstig gelagerten Fällen An-
Sätze zu unmittelbarer Produktionsförderung festzustellen sind, so
kann man sich doch nicht verhehlen, daß der kartellrechtliche
Rahmen sich nicht geeignet erweist für eine typische Rationalisie-
tungsorganisation. „Ohne daß ein juristisches Rezept gefunden
Wird, das eine gleichwertige materielle und zeitliche Koexistenz den
Kartellen beschert, wie sie die Konzerne und Fusionen durch die
Techtliche und tatsächliche Beherrschung ihrer Glieder ausüben
können, und auf dieser Grundlage auch „Rationalisieren“ können,
ist eine grundsätzliche Wesensänderung der Kartelle, eine einfache
Unmöglichkeit“).

Auch wenn man, wie Tschierschky®”) hervorhebt, das Sat-
Zungsmaterial daraufhin durchsieht, kann ein tatsächlicher Beleg
Nicht gefunden werden. Die rechtlichen Verpflichtungen der Mit-
glieder müssen in den Satzungen festgelegt sein und diese müssen
daher Aufschluß über die Grundlinien der Marktpolitik geben.
Diese hätte sich aber bei der übergroßen Mehrzahl aller untersuch-
ten Fälle, und zwar bei Kartellen und selbst hochorganisierten
Verkaufssyndikaten nicht geändert; wie von Anbeginn der Kartel-
lerung an würden die Preise, Lieferungs- und Zahlungsbedingun-
Sen von der Mitgliederversammlung festgesetzt. Daraus läßt sich
keine Rationalisierungspolitik im Sinne Beckeraths ableiten, daß
anstelle einer schematischen Preispolitik, die auch die schwächeren
Mitglieder berücksichtigen muß, die Preise festgesetzt würden nach
einer wissenschaftlichen Analyse der Kostenbedingungen gut ge-
leiteter und gut organisierter Betriebe.

Wiedenfeld?®) berichtet von dem Versuch einiger straffer Syn-
Üikate, die Preise nach einer mittleren Höhe der Produktionskosten

36) Tschierschky, Der Inhaltswandel des Kartellbegriffs und seine wirt-
Schaftspolitischen Folgen, in Kartellrundschau 25, S. 543—47.
37) Tschierschky, Zur Frage einer Wesensänderung der Kartelle, in
Wirtschaftsdienst 12, S. 1441—43.

38) Wiedenfeld, Gewerbenolitik, S. 143.

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