Da die Umrechnung der Ergebnisse von 1907 auf das jetzige Reichsgebiet nur
für die technischen Einheiten möglich ist, bleibt auch da, wo die örtlichen Einheiten
 (1925) mit den Gesamtbetrieben (1907) verglichen werden sollen, nichts anderes
 übrig, als den für das jetzige Reichsgebiet nach dem Stande von 1907 ermittelten
 Verlust an technischen Einheiten und der in ihnen beschäftigten Personen
von den Gesamtbetrieben abzuziehen. Das bedeutet eine gewisse Fehlerquelle; da
aber die Differenz an technischen Einheiten zwischen dem damaligen und dem
jetzigen Reichsgebiet verhältnismäßig gering ist und die Differenz an Gesamtbetrieben
 nur kleiner, keinesfalls aber größer sein kann, wird man über die Fehlerquelle
 hinweggehen können.

Die papiererzeugende und -veredelnde Industrie insgesamt weist
gegenüber 1907 einen starken Rückgang ihrer Betriebe und eine starke
Zunahme der beschäftigten Personen auf. Da sowohl aus den Kreisen
der papierveredelnden Industrie als auch der papiererzeugenden
Industrie eine gegenläufige oder eine stärkere gleichgerichtete Verschiebung,
 wie sie sich für die papiererzeugende und papierveredelnde
Industrie insgesamt ergibt, verneint wird, wird man annehmen dürfen,
daß die Abnahme der Betriebe um 14,4% und die Zunahme der
beschäftigten Personen um 23,9% tendenziell und annähernd graduell
auch für die papiererzeugende Industrie allein zutrifft. Das Ergebnis
wird gestützt durch die Verwaltungsberichte der Papiermacherberufsgenossenschaft,
 die für 1907 die Zahl der Betriebe auf 1245 und
die Zahl der Vollarbeiter auf 85 589°) angeben und somit 1925?)
gegenüber 1907 eine Abnahme der Betriebe um rund 12,4 %i und eine
Zunahme der Zahl der Vollarbeiter um rund 17,5 %i zeigen. Die Zunahme
 der Zahl der Betriebe auf Grund der Verwaltungsberichte der
Papiermacherberufsgenossenschaft ist als zuverlässig anzusehen. Dagegen
 ist bei der Zunahme der Zahl der Vollarbeiter — der Vollarbeiter
 stellt für die Vor- wie für die Nachkriegszeit eine Begriffseinheit
 von 10 Arbeitsstunden dar — die Schichtzeitveränderung zu
berücksichtigen, die sich aber für das Jahr 1925 zahlenmäßig nicht
näher festlegen läßt, weil damals der Achtstundentag nur teilweise
durchgeführt war. Für den Zeitraum 1913 bis 1929 zeigen die Jahresberichte
 der Papiermacherberufsgenossenschaft in der Zahl der Betriebe
eine Abnahme um rund 15% (von 1225 auf 1034) und in der Zahl der
Vollarbeiter eine Abnahme um rund 0,7% (von 97 758 auf 97 105), was
unter Berücksichtigung der Schichtzeitveränderung einer Zunahme der
Arbeiterzahl von ungefähr 24% entsprechen würde.
Die Zunahme der beschäftigten Personen in der papiererzeugenden
Industrie um nicht ganz ein Viertel entspricht ungefähr dem Gesamtdurchschnitt
 der deutschen Industrie, deren Personenzahl von 1907 bis
1925 um etwas mehr als ein Viertel (29%) gestiegen ist. Mit der Abnahme
 der Betriebe dagegen steht die papiererzeugende Industrie in
starkem Gegensatz zu dem Gesamtdurchschnitt der deutschen Industrie,
deren Betriebszahl 1907 bis 1925 annähernd gleichgeblieben ist.
Die papiererzeugende Industrie insgesamt gliedert sich in Halbzeug-
 und Ganzzeugherstellung?). Die Halbzeugherstellung wiederum

1) Ausschließlich der in den Lumpensortieranstalten Beschäftigten.
2?) Vgl. Tab. 1 5, 6.
3) Vgl. Anm. 1, S. 5.