Tabelie
Die Anteile des Papierholzverbrauches an den Produktions-Der
 Papierholzverbrauch Der Papier
ım Anteil am Produktionswert Papierganzzeug
von LLLLLLL
nn Wert
in in in % der
1000 rm | Mill. M/RM ] Produktion

Jahr

918... 46,5 50,0 6 722 92,4 17,8
927... 53,0 57,0 8279 190,4 19,8
928... 56,8 55,8 8711 209,1 21,4
929... 56,6 55,6 8775 210,6 91,9

*) Gesamtre-—Anktion

 abzüglich der Erzenov- -ornnnen, für die ein unmittelbarer Holz

möglich, als man von dem Produktionswert nach Möglichkeit die
Werte der ohne Holzzusatz erzeugten Pappen abzieht. Es kommen hierfür
 als wesentlichste Gruppen Hand- und Maschinengrau-, Buchbinder-,
Zieh-, Stroh- und Rohdachpappe in Frage‘). Eine analoge Berechnung
auch für die Papierproduktion verbietet sich wegen der Fülle ihrer aus
verschiedenen Rohstoffen zusammengesetzten Sorten.

Bei dem überragenden Anteil des Papierholzes am Rohstoffverbrauch
und am Produktionswert ist für die papiererzeugende Industrie die
Frage des Papierholzbezuges von ausschlaggebender Bedeutung. Aus
dem Binnenmarkt zog die deutsche papiererzeugende Industrie in den
ıetzten Jahren ungefähr 10 bis 15% weniger als in der Vorkriegszeit.
Da Deutschland aber mit seinem Gebietsverlust im Osten auch gleichzeitig
 große Holzüberschußgebiete verloren hat, ist die Beanspruchung
les Binnenmarktes größer als in der Vorkriegszeit. Hierdurch werden
vor allem, abgesehen von wenigen ganz abseits gelegenen; die mittleren
und kleineren Holzschliffwerke und die auf ihnen basierende Pappenindustrie
 betroffen. Nach ihrer Standortslage an den Gebirgsabhängen
haben sie, außer den sächsischen Fabriken, die aus der Techechoslowakei
 importieren, keine Bezugsmöglichkeit aus dem Auslande und
sehen sich der Nachfragekonkurrenz der bedeutend kapitalstärkeren
Zellstoffindustrie gegenüber. Hinzu kommt, daß es kein unbedingtes
Papierholz, d.h. Holz, das nur als Papierholz geeignet ist, gibt, und
somit das verknappte Angebot auch noch von den anderen holzverarbeitenden
 Industrien beansprucht wird. Besonders erschwerend aber
ist die Form, in der sich der deutsche Holzabsatz abwickelt. Maßzebend
 für die Preisbildung auch der privaten Waldbesitzer sind die
vom Staat erzielten Preise; der Staat aber setzt das für die papierarzeugende
 Industrie vor allem in Frage kommende Zwischennutzungs-10lz
 überwiegend auf dem Wege der Submission oder der Auktion ab.
Beide Verfahren begünstigen ein Sichüberbieten der Nachfrage. Am
stärksten preistreibend wirkt durch die Undurchsichtigkeit ihrer Preis-')

 Vgl. Tabelle 21, S. 924.

27
-werten der papiererzeugenden Industrie 1913 und 1927—1929!)
holzverbrauch für
Papier
Menge Wert
in in ] in % der
1000 rm |Mill. M/RM! Produktion

6319 86,9 15,9 38 ‚ö 2 .
7782 179,0 21,0 497 11,4 10,2 24,5
8 188 196,5 22,8 523 12,6 11,1 27,1
8 9248 198.0 93,3 527 12.6 115 = .998

verbrauch gar nicht mA

bildung die Submission, bei der zudem der Standort der Käufer oft nicht
genügend Berücksichtigung findet. Aber auch bei der Auktion werden
die Grundpreise, die schon an sich aus dem Stand der letzten Auktionen
bzw. des Durchschnittes der Versteigerungsergebnisse des Vorjahres
gewonnen werden, meist bedeutend übertroffen. In Bayern liegen die
Verhältnisse etwas günstiger, da hier die Oberförsterei schon vor den
offiziellen Terminen Holz freihändig abgeben darf. Doch wird in Süddeutschland
 der Markt belastet durch den Export nach der Schweiz, der
zwar nur verhältnismäßig geringe Mengen umfaßt. aber stark preisbildend
 in Erscheinung tritt. .
Die allgemeine Preislage für Papierholz läßt sich wegen starker
Labilität und großer örtlicher Verschiedenheiten schwer bestimmen. Im
großen und ganzen war der Papierholzpreis bei Beginn der Stabilisierung
 der Mark nur wenig höher als der Vorkriegspreis, der im allgemeinsten
 Durchschnitt auf ungefähr 9 M im Walde zu schätzen ist.
Bis zum Ende des Jahres 1927 zogen sodann die Papierholzpreise stark
an und sind bis Mitte und Ende 1929 je nach der örtlichen Lage weiter
gestiegen oder langsam abgesunken. Seit Anfang 1930 zeigt sich mit
dem Darniederliegen des Bauholzmarktes in fast allen Revieren eine im
Verhältnis zu den hohen Preisen der Vorjahre starke Preissenkung. Die
bedeutendsten Papierholzversorgungsgebiete Deutschlands sind Nordund
 Südbayern, Baden, Sachsen und in Preußen das Wuchsgebiet I, Ostpreußen,
 und das Wuchsgebiet II, Brandenburg, Pommern, Schlesien.
Das billigste Papierholz liefert in Deutschland das Wüuchsgebiet
Preußen I; das Wuchsgebiet Preußen II hat durchschnittlich höhere
Preise; noch teurer ist Nordbayern, aber durchschnittlich billiger als
Sachsen. Die Preise in Südbayern liegen etwas über der Mitte zwischen
den Preisen in Sachsen und Ostpreußen. Baden entspricht in seiner
Preislage im allgemeinen Südbayern. Über die in den genannten Wuchsgebieten
 zu Ende der Jahre.1927 bis 1929 und zu Anfang 1930 erzielten
Papierholzpreise unterrichtet Tabelle 28.
1) Unter dem Vorbehalt der textlichen Ausführungen.