Holzvorrat bei weitem an erster Stelle unter den europäischen Holzländern
 (man. schätzt die Kapazität seiner Papierholzproduktion auf
jährlich 20 bis 25 Mill. fm). Ein größerer Export wird aber durch die
Arbeiter- und Transportverhältnisse stark erschwert. Auf dem Papierholzweltmarkte
 ist Rußland dadurch noch bis vor kurzem fast völlig
zurückgetreten, trotz großer Anstrengungen der staatlichen Trusts und
der in Form von gemischten Gesellschaften bestehenden Konzessionen*),
in deren Händen die Ausbeutung der Waldungen liegt. Erst im Jahre
1929 hat die russische Papierholzausfuhr wieder einen großen Umfang
 angenommen, und Rußland ist in der deutschen Papierholzeinfuhr
bereits wieder an die zweite Stelle gerückt. Die außerordentliche Entwicklungsmöglichkeit
 der russischen Papierholzausfuhr läßt weiterhin
erwarten, daß der russische Export für die zukünftige Gestaltung des
Papierholzmarktes wieder von ausschlaggebender Bedeutung wird. In
Jer Papierholzausfuhr der russischen Nachfolgestaaten ist die der Ostseerandstaaten
 verhältnismäßig unbedeutend, zumal da an ihrer Ausfuhr
 noch größere Abstriche für den Transitverkehr zu. machen sind.
Allein Polen tritt unter den russischen Nachfolgestaaten stark hervor.
 Deutschland hat seit 1926 rd. zwei Fünftel seiner Papierholzeinfuhr
 in Polen gedeckt und ist für Polen zum wichtigsten Absatzmarkt
für Papierholz geworden. Andere größere Auslandsmärkte kommen
für das polnische Papierholz nicht. in Frage. Daher stößt die von
Polen zum Teil bereits durchgeführte Ausfuhrbeschränkung durch
Exporttarife im Lande selbst auf Widerstand, zumal die polnische
papiererzeugende Industrie für die großen Holzvorräte Polens bei
weitem nicht aufnahmefähig genug ist.
Der deutsche Auslandsbezug von Papierholz hatte sich seit dem
Rückgang des Impörts aus den ehemaligen Lieferungsgebieten Rußlands
 in erhöhtem Maße den nächst bedeutendsten europäischen Exportländern:
 Finnland, der Tschechoslowakei und Österreich, zugewandt.
Doch ist die deutsche Einfuhr aus diesen Ländern im Jahre 1929 durch
Jas Wiederaufleben des Exports aus Rußland stark zurückgegangen.
Finnland nimmt heute im Export nach Deutschland nächst Polen und
Rußland die dritte Stelle ein, es hat seit 1925 jährlich rd. ein Viertel
bis ein Fünftel der deutschen Gesamteinfuhr geliefert. In der relativen
Bedeutung seiner vorwiegend aus Nadelholz bestehenden Waldfläche,
die 73 % des Landes umfaßt und 7,4 ha je Kopf der Bevölkerung ausmacht,
 steht. Finnland weit an der Spitze der europäischen Papierholzländer.
 Trotzdem macht sich auch in Finnland eine Exportbehinderung
 geltend. Finnlands wichtigste Industrie ist seine Papier- und
Zellstoffindustrie, und man fürchtet, die eigene Papierholzverarbeitung
durch die Belieferung der Konkurrenzindustrien zu schädigen. Besondere
 Export- und Sommer- und Wintertarife erschweren die Ausiuhr,
 eine größere Ausfuhrabgabe dagegen ist bisher verhindert worden.
Die deutschen Bestrebungen in dieser Richtung . werden unterstützt
durch die dortigen Waldbesitzer (Bauern und Staat). die mit Rück-1)

 Russangloless, Russhollandoless, Russnorwegoless u. Dwinoless-Limites. Auf
Jie Konzessionen entlielen 1926 laut russischer Angabe 16,4% der Holzausfuhr.

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