sicht auf die Staatseinnahmen und unter Hinweis auf den Druck, den
die Konkurrenz der russischen Nachfolgestaaten auf den Weltmarkt für
Papierholz ohnehin ausübt. einer Behinderung des Exportes entgegentreten.

Nächst Polen, Rußland und Finnland ist die Tschechoslowakei
ein wichtiger Papierholzlieferant Deutschlands. Allerdings weist ihr
Export in einzelnen Jahren, in denen die Forsten von Raupenfraß befallen
 waren, eine ungewöhnliche Höhe auf. Doch wird auch weiterhin
 die Tschechoslowakei als Versorgungsgebiet für den Papierholzbedarf
 der deutschen Industrie von Bedeutung sein. Aus den an. der
deutschen Grenze und an den Wasserstraßen nach Deutschland gelegenen
 Waldgebieten ist der Export nach Deutschland vorteilhafter
als: der Binnenabsatz, und vor allem kommen die bis jetzt noch wenig
erschlossenen Gebiete der Slowakei, wenn auch mit einem qualitativ
geringeren Holze, für einen größeren Export in Frage. Auch ist die
Eigenverarbeitung noch nicht genug entwickelt, um die Papierholzproduktion
 voll aufzunehmen. Der Eigenbedarf der Tschechoslowakei
richtet‘ sich bei der großen Sägeindustrie des Landes mehr auf Sägeholz,
 und die Tendenz der Ausfuhrgestaltung soll dahin gehen, an
Rohholz vorwiegend Papierholz auszuführen. Im Gegensatz zur
Tschechoslowakei scheidet Österreich trotz seines großen Holzreichtums
 für eine Papierholzbelieferung in größerem Umfange aus. Österreichs
 eigene papiererzeugende Industrie ist — entsprechend dem
früheren Umfang der Donaumonarchie — relativ groß; die Bemühungen
der Eigenindustrie um das einheimische Papierholz beschränken die
Ausfuhr. Außerdem ist Österreich durch seine geographische Lage behindert:
 Bayern und die Tschechoslowakei sind ihm vorgelagert, die,
selbst Papierholzexportgebiete, größere Mengen speziell nach dem
Norden ausführen. Ausschlaggebend ist die ungünstige geographische
Lage für die Stellung Jugoslawiens, Rumäniens und Bulgariens auf
dem Papierholzmarkt. Trotz ihres Waldreichtums und der Möglichkeit
 einer großen Ausbeute an Papierholz bei einer im allgemeinen verhältnismäßig
 geringen Eigenverarbeitung sind sie bisher auf dem Weltmarkt
 nicht wesentlich in Erscheinung getreten. Bei dem stark zunehmenden
 Bedarf an Papierholz werden jedoch in Zukunft auch diese
Länder die Möglichkeit haben — einen Ausbau ihrer Verkehrsverhältnisse
 und vor allem eine Beeinflussung des Donaufrachtenmarktes vorausgesetzt
 —, als größere Papierholzexporteure aufzutreten; denn mit
ihnen ist die Zahl der Länder Europas, für die ein größerer Papierholzexport
 in Frage kommen könnte, bereits erschönft. Alle anderen
Länder sind Papierholzeinfuhrländer,
An der Spitze der Papierholzeinfuhrländer steht Deutschland,
dessen Fehldeckung seit 1913 durch den Verlust waldreicher Gehiete
und den erhöhten Bedarf stark gestiegen ist.
Allerdings wird die Erzeugungsfähigkeit Deutschlands noch keineswegs
 voll ausgenutzt. Man schätzt die Normaldurchschnittsleistung des
deutschen Waldes auf 2,5 Mill. fm, weist aber darauf hin, daß bei der
guten Waldwirtschaft Deutschlands durch allgemein bessere Aus-