nutzung und systematische Durchforstungstechnik die Produktionsfähigkeit
 stark gesteigert werden könnte. Forstaufsicht für die Bauernwälder
  Norddeutschlands, stärkerer Anbau der Fichte, Bepflanzung
der Flußniederungen mit Pappeln, Umstellung auf kürzere Umtriebszeiten
 und besonders schnellwüchsige Hölzer bieten Möglichkeiten eines
planmäßigen Papierholzanbaus, der um 8o wichtiger ist, als die Frage
der Papierholzversorgung Deutschlands in den letzten Jahren immer
dringender geworden ist. Der Verbrauch Deutschlands an Papierholz
ist fortlaufend stark gestiegen und wird voraussichtlich in den kommenden
 Jahren noch weiter zunehmen. Zwar ist Deutschland von
großen Holzexportländern umgeben, ihre Ausfuhr beruht aber zum Teil
auf außergewöhnlichen finanziellen Verhältnissen; deshalb ist, abzesehen
 vielleicht von Rußland, in den nächsten Jahren — zumal bei
der allgemein anwachsenden Eigenverarbeitung dieser Länder — mit
einem ‘weniger dringlichen Papierholzangebot auf dem europäischen
Markt zu rechnen. Dem steht aber eine fortlaufende Steigerung auch
der übrigen . europäischen Nachfrage gegenüber, so besonders aus
Holland und Frankreich, den nächst Deutschland wichtigsten Papierholzimporteuren
 Europas.
Die Tendenz einer im Verhältnis zur steigenden Nachfrage rückläufigen
 Bewegung im Angebot gilt nicht nur für den europäischen
Papierholzmarkt. In Nordamerika macht sich dieselbe Erscheinung bemerkbar.
 In den Vereinigten Staaten sind trotz ausgedehnter Waldungen
 die Möglichkeiten der Papierholzerzeugung durch mangelnde
Forstwirtschaft und Raubbau nur schlecht ausgenutzt. Eine bessere
Bewirtschaftung wird gehindert durch die kanadische Konkurrenz, die
auf Grund günstiger Holzvorräte, Bringungs- und Aufbereitungskosten
in der Lage ist, die Holzpreise in den Vereinigten Staaten zu unterbieten.
 Doch geht die Politik Kanadas immer mehr dahin, die Papierholzausfuhr
 zu beschneiden, um die Vereinigten Staaten zu zwingen, mehr
Halbstoffe und Papier abzunehmen. Die kanadische Ausfuhr zeigt eine
zunehmende Verschiebung von Papierholz zum Papierhalbzeug und
-ganzzeug. Diese Entwicklung ist für die Vereinigten Staaten außerordentlich
 ungünstig. Ihre große im Osten des Landes gelegene papiererzeugende
 Industrie ist bei dem bedenklichen Rückgang der Papierholzerzeugung
 der Oststaaten, auf deren Waldvorräte sie ihre Fabriken
aufbaute, zum größten Teil auf die kanadische Holzeinfuhr angewiesen,
und ihre Lage wird immer schwieriger. Sie sucht sich deshalb durch
starke Kapitalinvestierung in die kanadischen Unternehmungen und
Ausdehnung ihrer eigenen Interessensphäre nach Kanada und Neufundland
 zu schützen und nimmt neuerdings sogar Interesse an den Möglichkeiten
 des Papierholzbezugs aus Europa, aus Finnland und insbesondere
 aus Rußland.
Eine absolute Holzknappheit ist bei den großen Reserven (Alaska,
Sibirien usw.) und Aufforstungsmöglichkeiten (Kanada, Rußland usw.),
die in der Welt noch bestehen, nicht zu erwarten; die Holzversorgung
wird jeweils eine Preisfrage sein. Unter diesem Aspekt zeigen sich
aber die papiererzeugenden Industrien, die in ihrer Holzversorgung

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