wasserstraßen im Auslandverkehr gesunken ist, ist teilweise auf die
fortlaufenden Erhöhungen der Stromabgaben zurückzuführen. Vor allem
aber wirkt sich in dem Rückgang des Auslandverkehrs auf den Binnenwasserstraßen
 die Zerschlagung Rußlands aus. Die Hauptflußmündungen
 befinden sich nicht in polnischem Besitz, so daß das ostpolnische
Holz im Gegensatz zu früher vorwiegend mit der Eisenbahn nach Deutschland
 befördert wird. Ostpolen ‚steht im Papierholz-Auslandverkehr
der deutschen Eisenbahn weit an erster Stelle, es folgen die Tschechoslowakei
 und Galizien. Im Papierholz-Auslandverkehr der deutschen
Wasserstraßen hat dagegen Holland die Führung, und zwar als Versandgebiet
 von finnischem und russischem Holz. Ein Erstarken des
russischen Holzexportes wird, wie es schon jetzt bei der Versorgung
aus Finnland der Fall ist, für die Papierhölzversorgung Deutschlands
auch durch eine geringere Transportkostenbelastung Vorteile bringen.
Seitdem die Holzverarbeitung der papiererzeugenden Industrie
einen größeren Umfang angenommen hat, d.h. seit dem Aufkommen
der Zellstoffindustrie und der größeren Holzschleifereien, ist auch ein
Papierholzhandel zur Entstehung gekommen. Soweit, vorher,
seit Aufkommen der Holzschliffindustrie, schon ein Papierholzhandel
bestand, beschränkte er sich im wesentlichen auf den direkten Rohstoffaustausch
 zwischen Erzeuger und Verarbeiter, Denn die Standorte
 der kleineren und mittleren Holzschleifereien waren die waldreichen
 Gebiete, und für ihren Bedarf genügten die umliegenden Forste.
Für die größeren Holzschleifereien aber und vor allem die Zellstoffindustrie,
 die von vornherein ihren Standort weiter unten im Tale
wählten und deren Bedarf ungleich größer war, mußte das Holz aus
weiterer Ferne beschafft und in größeren Massen auf Lager gehalten
werden. Das waren Aufgaben, die zunächst nur der Handel erfüllen
konnte. Doch konnte der Handel für den schnell zunehmenden Bedarf
bald nicht mehr die Verfügbarkeit der großen Vorräte garantieren,
wenigstens nicht, ohne beträchtliche Mehrkosten für Zinsverlust,
Risiko usw. in Rechnung zu stellen. Dadurch wurden die meisten
größeren Zellstoffwerke und Holzschleifereien zum unmittelbaren Bezug
 ıhres Rohstoffes vom Erzeuger veranlaßt, zumal sie ihren VOoraussichtlichen
 Bedarf besser zu beurteilen vermochten als der Holzhändler.
Statt dessen ging nunmehr aber ein Teil der kleineren und mittleren
Werke zum Einkauf durch den Handel über. Wo ihnen die zunehmende
Beanspruchung ihrer Rohstoffquelle, der Nachbarwälder, einen Einkauf
nach Bedarf unmöglich machte und ihnen ein ihre Kapitalkraft übersteigendes
 Einkaufsrisiko aufbürdete, konnte bei ihrem verhältnismäßig
 geringen Bedarf der Handel das Einkaufsrisiko übernehmen und
dadurch den kleineren Werken auch die Unterhaltung eines zu kostspieligen
 Einkaufsapparates ersparen. Doch im großen und ganzen
geht auch der weit überwiegende Teil des inländischen Papierholzbezuges
 der kleineren Werke unter Ausschluß des Handels vor sich. In
Bayern spielt der Handel so gut wie gar keine Rolle, einige Bedeutung
hat er in Sachsen und Thüringen, doch wird auch hier der größte Teil
direkt bezogen. Nur in Westdeutschland besteht in größerem Umfange