ein inländischer Papierholzhandel. Anders dagegen liegt es beim Auslandbezug
 von Papierholz. Hier sind die meisten kleinen und mittleren
Werke aus Delkredererücksichten auf den Zwischenhandel angewiesen,
und selbst die großen Werke kaufen, auch wenn sie eigene Einkaufsorganisationen
 besitzen, im Auslandbezug des öfteren, und in manchen
Ländern, wie in Polen, fast ausschließlich durch den Handel,
Der Eigenbesitz von Wald ist in Deutschland, im Gegensatz zu
den skandinavischen Ländern und Finnland, verhältnismäßig selten.
In den nordischen Ländern, wo häufig der Waldbesitz die Anregung
zur Gründung einer Papierhalbzeugfabrik gegeben hat, ist die Bewirtschaftung
 eigener Waldungen ziemlich stark verbreitet. Allerdings
wird hier die Kombination mit der Holzproduktion stark erleichtert
durch eine den qualitativen Bedarf erweiternde Kombination mit
anderen holzverarbeitenden Betrieben (Sägewerken, Kistenfabriken,
Hobelwerken usw.). Aber auch ohne eigenen Waldbesitz gewährt die
Vereinigung verschiedener holzverarbeitender Betriebe bedeutende Vorteile
 durch Einkaufsverbilligung und rationellere Rohstoffausnutzung.
Der Gedanke einer stärkeren Kombination der papiererzeugenden
Industrie mit anderen holzverarbeitenden Betrieben wird in den Vereinigten
 Staaten zur Zeit stark propagiert.

2. Stroh

Gegenüber der grundlegenden Bedeutung, die dem Holz als Rohstoff
 der papiererzeugenden Industrie zukommt, treten die anderen organischen
 Rohstoffe stark zurück. Bambusrohr, das zunehmend in Indien
verbraucht wird, wird in Deutschland gar nicht, und Espartogras, das
zunehmend in England und Frankreich Verwendung findet, nur in verschwindend
 geringem Umfange verarbeitet. Neben dem Holz ist in
Deutschland der einzige bedeutendere organische Rohstoff das Stroh,
doch wird auch dieses noch verhältnismäßig wenig verarbeitet. Das
Stroh erscheint aber, da Strohzellstoff für die Erzeugung feinerer
Papiere nicht nur einen ausgezeichneten Ersatz für Lumpen, sondern
auch für Holzzellstoff abgibt, in besonderem Maße zur Substitution
von Holz geeignet. Bei stark steigender Holzknappheit und Holzverteuerung
 wäre zwecks Rohstoffgewinnung für die Papiererzeugung ein
Getreidebau mit dem Körnerertrag als Nebenprodukt denkbar. Vorläufig
 steht einer größeren Strohverarbeitung noch der zu geringe Preisunterschied
 zwischen Strohzellstoff und Holzzellstoff entgegen. Dieser
ist nicht zuletzt durch die gerade die Strohverarbeitung belastenden
gewerbepolizeilichen Vorschriften und die Frachtlage bedingt.
Im Jahre 1927 wurden rd. 220000 t Stroh im Werte von
10,5 Mill. RM verarbeitet. Davon entfielen rd. 1338 000 t auf die Verarbeitung
 zu Strohzellstoff und rd. 87000t dienten zur Herstellung
von Gelbstrohstoff bzw. Strohpappe. Die Strohzellstofferzeugung umfaßte
 1913 mengenmäßig 5,7 %, wertmäßig rd. 6,7 %: und im Jahre
1927 mengenmäßig 5,3% und wertmäßig rd. 6,1%; der gesamten Zell-Enquete-Ausschuß.

 I5, Band 10.

LO