sroßem Stile übergegangen ist, in den Produktionskosten günstiger
zestellt!). Vor allem trifft die ungünstige Transportlage die deutsche
Erzeugung von Strohpappe, in deren Herstellung Holland führend ist,
ınd die als Massenartikel besonders stark auf Transportbelastungen
reagiert, zumal sie außerdem noch einer leichten. Substitutionsmöglichkeit
 durch billize Holzpappe unterliegt.

3 Hadern

Die Hadern, der älteste und bis zur zweiten Hälfte des vorigen
Jahrhunderts ausschließliche Papierrohstoff, haben heute nur noch einen
Anteil von mengenmäßig knapp 2% und wertmäßig noch nicht 7%
am Rohstoffverbrauch der papiererzeugenden Industrie.
Die Frage der Hadernversorgung der paplererzeugenden
[ndustrie hat gegenüber der Vorkriegszeit stark an Bedeutung eingedüßt.
 Während des Krieges fanden die Hadern Eingang in die Textilbranche
 und erzielten dort Preise, die die Papierindustrie nicht anlegen
konnte. Man mußte auf die Textilfaser verzichten und auch das Feinpapier
 aus reiner Zellulose herstellen. Es zeigte sich dabei, daß für
sehr viele Papiere, zu deren Herstellung man vorher Hadernverarbeitung
als unbedingt notwendig erachtete, aus Zellstoff hergestellte Papiere
einen für den täglichen Bedarf preiswerten und zugleich schönen Ersatz
soten, der oft besser aussah als die Lumpenpapiere. Nach dem Kriege
waren die Zellulosepapiere überall eingeführt, und die Nachfrage nach
Hadernfeinpapieren hatte stark nachgelassen. Die wesentliche technische
 Vereinfachung der Zellulosepapierherstellung gegenüber der
Hadernpapierherstellung bewirkte dann, daß sich die durch Not bedingte
Nachfragewandlung auch durch maschinelle Umstellung der Betriebe
ainbürgerte. Doch glaubt man, wieder mit einem allmählichen Anwachsen
 des Lumpenpapierkonsums rechnen zu können, da Lumpenpapiere
 besonders für hochwertige Drucke, bei denen zudem der Preis
jes Papiers keine Rolle spielt, an Gediegenheit und Dauerhaftigkeit
nicht zu überbieten sind. Beträchtliche Lumpenmengen werden noch
heute für die Herstellung von Normalpapieren, Dokumenten-, Wertzeichen-,
 Zigarettenpapier verwendet, ferner für die besseren Sorten
von Lösch-, Filtrier- und Zeichenpapier, für Pergamentpapierrohstoff,
schte und imitierte Butterpapiere, viele Spezialsorten von Seidenpapieren
 u. a. m. In der Pappenproduktion wird heute nur noch Rohdachpappe
 aus Lumpen hergestellt. Die Rohdachpappenerzeugung
selief sich 1927 auf 11,6% der Menge und 13,4% des Wertes der
zesamten Pappenproduktion. Zu der Herstellung von Lumpenpapier
ınd Rohdachpappe wurden in den Jahren 1913 und 1925 bis 1927
folgende Mengen Lumpen verbraucht:

1) Vgl. Dritier Teil, IL1d und 112g.

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