die Maschinenintensität der papiererzeugenden Industrie auf einen Stand
gebracht, der der Verwendung von Großmaschinen starke Rentabilitätsvorteile
 sichert!). Man kann für die papiererzeugende Industrie als
Grundsatz ihrer Betriebstechnik annehmen, daß mit zunehmender Größe
und Leistung der Maschineneinheiten nicht nur die Anteile der gleichbleibenden
 Selbstkosten, sondern auch die Löhne abnehmen. Damit
ist die Spezialisierung für die kleineren Betriebe zur unbedingten Notwendigkeit
 geworden. Denn auch eine Modernisierung ist den kleineren
Werken durch ihren Umfang erschwert*), da sich die Rationalisierung in
der papiererzeugenden Industrie grundsätzlich proportional zur Größe
des Betriebes auswirkt. Da zudem die kleineren Werke zumeist auch
noch in ihrer Kapitalkraft gegenüber den größeren zurückstehen, und
ohnehin schon im Maschinenbezug- hinsichtlich der Zahlungs- und Lieferungsbedingungen
 benachteiligt sind, so äußert sich die großbetriebliche
Tendenz in der papiererzeugenden Industrie vornehmlich in der weiteren
Ausdehnung der schon bestehenden großen Betriebe. Doch machen sich
hier neben den Hemmungen durch die Bedarfsgestaltung die Standortsbindungen
 geltend. Sie hindern oft eine Kombination und Betriebsvergrößerung,
 begünstigen aber die Konzernbildung.
Entsprechend den Schwierigkeiten, mit denen Betriebe ohne eigene
Halbzeugbasis zu kämpfen haben, ist die Konzernierung solcher
Betriebe am häufigsten. Denn die obenerwähnten Vorteile der Kombination
 zwischen Halbzeug- und Ganzzeugherstellung?) (Bezugs- und
Absatzsicherung, Einheitlichkeit des Materials usw.) sind zum Teil auch
durch Konzernbildung zu erreichen. Vorwiegend ist der Anlaß zur
Konzernierung der Aufkauf eines finanziell schwachen Halbzeugabnehmers:
 Umgekehrt kommt auch die Konzernierung von Halbzeugbetrieben
 durch größere Papierfabriken vor; doch ist dieses seltener.
Einmal geht die Konzernbildung in der papiererzeugenden Industrie vor
allem von den großen Halbzeugbetrieben aus, und sodann ist die Halbzeugerzeugung
 nicht in dem Maße standortsbedingt wie die Halbzeugverarbeitung,
 so daß den größeren Papierfabriken in der Regel die
Aufnahme der Eigenerzeugung von Halbzeug, die Kombination, größere
Vorteile zu bieten vermag als die Konzernierung. Hand in Hand mit
der vertikalen Konzernbildung läuft ein horizontaler Zusammenschluß.
Auch bei ihm ist die finanzielle Schwäche der aufgenommenen Werke
häufig der entscheidende Antrieb, sei es, daß die günstige Übernahmemöglichkeit
 den Anlaß gibt oder die Absicht, den infolge seiner finanziellen
 Schwäche zu unrationeller Abgabe seiner Produkte neigenden
Konkurrenten auszuschalten. Nicht unwesentlich verstärkt wird die
Tendenz sowohl zur vertikalen als auch zur horizontalen Konzernbildung
 durch die gegenwärtigen, eine Neuanlage stark behindernden
Kapitalanlagekosten. Diese lassen oft eine Angliederung von Betrieben
noch als rationell erscheinen, die an sich wegen Überalterung und
Kapitalschwäche allein nicht mehr existenzfähig wären. Zur Zeit
beherrscht der Waldhof-Konzern über ein Viertel und Aschaffenburg

1) Vgl. Zweiter Teil, IT, 3.
?) Vgl. S. 66£.

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