Mehrmotorenantrieb zu nennen. Der Wärmespeicher bringt besonders
in den Zelletoffbetrieben wesentliche Ersparungen im Heizdampfverbrauch,
 da er es ermöglicht, die nicht unbeträchtlichen Schwankungen
im Heizdampfbedarf auszugleichen. Der elektrische Mehrmotorenantrieb
gestattet genaueste Einstellbarkeit und Vermeidung von ungünstigen
Übersetzungsverhältnissen der Transmissionen und der Riemengeschwindigkeiten.
 Erst der elektrische Mehrmotorenantrieb hat zusammen mit
den Fortschritten in den Gewichts- und Volumenmessungen der auf die
Papiermaschine kommenden Rohstoffe die bis vor einigen Jahren noch
phantastisch erscheinenden Maschinengeschwindigkeiten und -breiten
möglich gemacht.
Wie für die Kraftwirtschaft so hat die Elektrizität auch für die
Hilfsstoffgewinnung grundlegende Fortschritte gebracht. Für die Reinizung
 der schwefeligen Säure ist heute an die Stelle des mechanischen
Reinigungsverfahrens oder des mit hohem Verlust an schwefeliger Säure
verbundenen Auswaschens mit Wasser die Möglichkeit der Elektrofiltration
 getreten. Die elektrolytische Herstellungsmöglichkeit der
Bleichmittel hat zur nebenbetrieblichen Angliederung der Bleichmittelerzeugung
 geführt, während früher die meisten Fabriken die BleichfAlüssigkeit
 mit aus zweiter Hand bezogenem Chlorkalk bereiteten. Den
Fortschritten in der Hilfsstoffgewinnung reihen sich die in der Rohund
 Hilfsstoffrückgewinnung an. Nähere Angaben über die Steigerung
ihres Nutzeffekts liegen ebenso wie für die Hilfsstoffgewinnung nicht
vor. Doch läßt sich die große Bedeutung der Stoffrückgewinnung
daraus ersehen, daß das Abwasser der Papiermaschine bis zu 12% und
mehr des ausfließenden Stoffes mit sich fortführen kann. Die Verbesserung
 der Filtriermaschinen und Absetzvorrichtungen für Abwasser
ermöglicht heute eine fast restlose Rückgewinnung. Bei einem Kostenanteil
 des Materialaufwandes von mehr als 50% entspricht dies einer
starken Ermäßigung der Gesamtkosten. Ähnliche Möglichkeiten bietet
die rationelle Entrindung des Holzes. Der Schälverlust wird bei Messerschälmaschinen
 auf 10%, bei Handschälen auf 8% veranschlagt und
kann bei medernsten Holzvorbereitungsmaschinen zugleich mit einer
starken Arbeits- und Lohneinsparung bis auf 2% herabgedrückt werden.
Die Verluste an Schälspänen, Ästematerial und Sägemehl lassen sich
teilweise dadurch wieder einbringen, daß man dieses Verlustmaterlial
für sich kocht. Doch ist noch vielfach die Ausnutzung der Späne als
Verbrennungsmaterial gebräuchlich. .
Außer den Verlusten an Holzsubstanz enthält die Ablauge einen
großen Teil der Hilfsstoffe. Früher wurde die Ablauge nach Neutralization
 mit Kalk in die Flüsse geleitet. Der dadurch heraufbeschworene
Kampf mit den Behörden drängte zur Unschädlichmachung und zu einer
bestmöglichen Verwertung der Ablauge. Neben einer Rückgewinnung
der Chemikalien, insbesondere der schwefeligen Säure und der Natronsalze,
 findet eine Verarbeitung der Ablauge auf Alkohol, Harze, Klebstoffe,
 Gerbextrakt, Straßenentstaubungsmittel und anderem statt; jedoch
ist eine Verwertung der Rückstände als Brennstoff bis heute noch nicht
als wirtschaftlich erwiesen, da die zu erfassende Trockensubstanz durch
die Entfernung der erheblichen Wassermengen zu teuer wird.

Enauete-Ausschuß. { 5, Band 10.