Arbeitskraft auf die männliche, sondern auch von der ungelernten auf
die gelernte.

Der große Anteil der ungelernten Arbeiter brachte die papierarzeugende
 Industrie vor dem Kriege in der Arbeiterbeschaffung vielfach
in eine starke Abhängigkeit von der Lage anderer Gewerbe, in die bei
Hochkonijunktur die Arbeiter abströmten. Doch ist dies heute im allgemeinen
 nicht mehr der Fall. Der größte Teil der papiererzeugenden
Industrie liegt auf dem flachen Lande, und selbst in den Großstädten ist
infolge der allgemeinen Arbeitslosigkeit ein Abströmen der Arbeiter nur
in geringem Umfange möglich. Die entscheidende Frage der Arbeiterwanderung
 liegt jedoch für die papiererzeugende Industrie
in der Beständigkeit der Fach arbeiterschaft. Die Facharbeiter haben
insbesondere bei Produktionserweiterung der Industrie auf Grund ihrer
verhältnismäßig geringen Zahl und besonderen Qualifikation eine gewisse
 Monopolstellung inne. Dem entspricht ein verhältnismäßig
starker Drang, innerhalb der Industrie die Stellung zu wechseln. Der
Wechsel der Facharbeiter war vor dem Kriege charakteristisch für die
papiererzeugende Industrie, er ist aber ebenfalls infolge des Wohnungsmangels
 und der reichstariflichen Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen
 stark zurückgegangen. Schon von jeher weniger betroffen
wurden die kleineren in den Gebirgen gelegenen Fabriken, bei denen die
Abzugsmöglichkeiten erschwert sind; ein Arbeiterstamm, der seit Generationen
 am Orte sitzt, ist hier keine Seltenheit. Die standortsmäßig
nicht derart begünstigten Fabriken, insbesondere die Großbetriebe, verauchen
 der Abwanderung vielfach durch Siedlungen, vereinzelt auch
durch Pensionskassen u. ä. entgegenzuwirken. Teilweise bestehen auch
Übereinkommen, wie in der Spezialpappenindustrie, sich die Arbeiter
nicht gegenseitig wegzunehmen; der Erfolg dieser Übereinkommen aber
ist nur begrenzt.

Wo die Arbeiterschaft mit dem Werk enger verbunden ist, bildet
auch die Frage des Nachwuchses keine Schwierigkeit. Der Beruf
des Holländermüllers und des Maschinenführers wird oft durch Generationen
 vererbt. Der Facharbeiternachwuchs wird in noch möglichst
jugendlichem Alter ausgebildet. Die schnellaufenden Maschinen erfordern
 besondere Gewandheit, um die Unfallgefahren zu verringern. Der
Heranbildung jugendlicher Facharbeiter wird infolgedessen sowohl von
Jen Gewerkschaften als auch von den Unternehmern die größte Sorgfalt
entgegengebracht. Doch befürchtet man auf Arbeitgeberseite, daß die
sehon jetzt stark behinderte Heranbildung der jugendlichen Arbeiter auf
[nitiative der Gewerkschaften durch neue gesetzliche Maßnahmen (Berufsausbildungsgesetze,
 Arbeitsschutzgesetz) weiter erschwert und dadurch
 die Notwendigkeit verstärkt wird, anstatt der jugendlichen
Pressensteher ältere, nicht mehr voll leistungsfähige Maschinengehilfen
zu verwenden. In den Handwerkerwerkstätten der papiererzeugenden
Industrie ist die Ausbildung von Lehrlingen selten, da hier nur Reparaturarbeiten
 zu lernen sind. Zur Ausbildung ihrer Werkmeister hat die
Industrie in Angliederung an das Technikum in Altenburg eine eigene
Schule begründet.

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