in der mangelnden Kapitalausstattung und -neubildung. An sich bietet
der gegenwärtige Rationalisierungsstand in der papiererzeugenden
Industrie, besonders im Zu- und Abbringungswesen, noch mannigfache
Möglichkeiten der Arbeitseinsparung. Ihre Ausnutzung ist lediglich eine
Finanzierungsfrage; allein bei der Spezial- und Qualitätsproduktion ist
das Fehlen der Massenaufträge vielfach auch Grund für eine technische
Unmöglichkeit weiterer Rationalisierung.
Ein internationaler Vergleich der Lohnbelastung je Mengen- und Werteinheit
 auf Grund der Produktions- und Betriebsstatistiken der einzelnen
Länder ist nicht durchführbar. Die Ergebnisse, die für einzelne Länder
zu ermitteln sind, verlieren ihre Vergleichbarkeit schon allein durch
die fast durchweg grundverschiedene Struktur ‚der einzelnen papiererzeugenden
 Industrien, So hat die papiererzeugende Industrie Finnlands
zwar ein Lohnniveau je Stunde, das ungefähr dem deutschen entspricht,
bleibt in der Lohnsumme je Mengeneinheit aber sowohl im Gesamtdurehschnitt
 der Industrie als auch in den einzelnen Produktionszweigen weit
hinter der deutschen zurück — eine Folge des in der Ganzzeugindustrie
weniger spezialisierten Produktionsprogramms, der weit überwiegenden
Erzeugung von Druck- und Massenpapier und ‘der umfangreichen Beschäftigung
 von weiblichen Arbeitskräften (vgl. Tabelle 59 S. 93). Dementsprechend
 liegt auch der Lohnanteil je Werteinheit in Finnland auffallend
 niedrig, obwohl die finnische papiererzeugende Industrie auch in
ihren anderen Unkostenfaktoren weitgehend bevorzugt ist. Die papiererzeugende
 Industrie Norwegens zeigt, obgleich sie in nur ganz geringem
Umfange weibliche Arbeitskräfte beschäftigt und höhere Löhne je Zeiteinheit
 hat als die papiererzeugende Industrie Deutschlands, je Mengeneinheit
 sowohl im Gesamtdurchschnitt als auch in ihrer Ganzzeugproduktion
 eine geringere Belastung als die deutsche papiererzeugende Industrie.
Nur in der Holzschliff- und in der Zellstoffindustrie ist ihre Lohnbelastung
je Mengeneinheit höher als die deutsche, aber auch keineswegs in dem
Ausmaße ihrer höheren Stundenlöhne, Die Ursachen dafür sind, da die
norwegische papiererzeugende Industrie in vielem technisch rückständig
ist, noch stärker als bei Finnland im Produktionsprogramm zu suchen.
Der norwegische Lohnanteil je Werteinheit liegt im Gegensatz zu dem
Lohnanteil je Mengeneinheit durchweg stark über dem deutschen, zum
Teil infolge der günstigen Stellung der norwegischen Industrie in anderen
Unkostenelementen, zum Teil aber auch infolge ihrer .krisenhaften Lage.
Besonders ausschlaggebend ist das Produktionsprogramm für das Bild der
nordamerikanischen Lohnbelastung. Bei Nominallöhnen, die die deutschen
stark übertreffen, zeigt die papiererzeugende Industrie der Vereinigten
Staaten eine nur um ein Geringes höhere Lohnbelastung je Mengeneinheit.
Und die papiererzeugende Industrie Kanadas, die fast restlos auf Halbstoff-
 und Massenpapiererzeugung in durchgehend neuerbauten Betrieben
eingestellt ist und ungefähr die gleichen Löhne wie die papiererzeugende
Industrie der Vereinigten Staaten hat, bleibt mit ihrer Lohnbelastung je
Mengeneinheit sogar noch hinter der deutschen zurück. Entsprechend
der Gestaltung ihrer Lohnbelastung je Mengeneinheit stehen die papiererzeugenden
 Industrien der Vereinigten Staaten und Kanadas auch in
ihrer Lohnbelastung je Werteinheit nur verhältnismäßig wenig höher als
die deutsche papiererzeugende Industrie.

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