Im Verlauf ihres sechzig- bis siebzigjährigen Bestehens waren die
Handelsholzschleifereien schon mehrfach in ihrer Existenz gefährdet. Da
sie auf der Naturkraft des Wassers beruhen, leiden sie von jeher infolge
der Unständigkeit dieser Energie unter außerordentlichen Konjunkturschwankungen.
 Diese aber haben die Kapitalkraft so stark geschwächt,
daß die in solchen Krisenzeiten jeweils auftretende Preisschleuderei der
eigentliche Grund der jeweiligen Existenzgefährdung ist. Dort, wo
sich, wie in Süddeutschland, eine einigermaßen feste Preisbindung
durchgesetzt hat, ist ihre Lage bedeutend besser. Doch sind die Überproduktionskrisen
 der Handelsholzechliffindustrie nicht allein produk-+ionetechnisch
 und absatzorganisatorisch bedingt. Die Wandlung der
Nachfrageseite hat die gegenwärtige Krise verschärft. Dadurch, daß
die Ganzzeugfabrikation, insbesondere durch billigen Nachtstrombezug
gefördert, immer mehr zur Eigenerzeugung übergegangen ist, hat sich
der Markt für Handelsholzschliff verengt. Die Aussichten für eine
Absatzerweiterung werden von der Industrie grundsätzlich günstig beurteilt;
 man rechnet mit zunehmender Erzeugung nicht nur holzschliffhaltiger
 Papiere, sondern auch anderer holzechlifhaltiger Produkte, wie
Baustoffe, Bodenplatten u. dgl. Schließlich bietet auch die Aufnahme
der Pappenfabrikation durch die Handelsholzschliffbetriebe aussichtsreiche
 Möglichkeiten, die allerdings von der deutschen Zollpolitik auf
dem Gebiete der Pappenfabrikation abhängen.
Für einen internationalen Vergleich der Selbstkostenverteilung in
der Papierhalbzeugerzeugung liegt kein geeignetes Material vor. Nur
für einzelne Selbstkostenfaktoren lassen sich Angaben aus den Landesstatistiken
 wichtiger Konkurrrenzindustrien gewinnen, so für den Anteil
des Holzes am Produktionswert der papiererzeugenden Industrien Norwegens,
 Finnlands, Kanadas und der Vereinigten Staaten (Tabelle 72).
Beigefügt sind noch aus den Landesstatistiken gewonnene Angaben
über den Anteil der Brennstoffkosten, des Energieverbrauchs, der Nebenproduktgewinnung
 und ähnlichem in den drei nordischen Ländern
(Tabelle 73). Viel mehr als eine illustrative Bedeutung kommt
jedoch diesen Aufstellungen nicht zu; SO ist der Anteil des Holzverbrauchs
 für Norwegen offensichtlich zu niedrig, für Finnland zu hoch,
und auch sonst unterliegen die Berechnungen mancherlei Fehlerquellen.

7. Die Frachtbelastung für Papierhalbzeug

Rechnet man für das Jahr 1928: 15 %:= 125 000 t lufttrocken der
Holzechliffproduktion und rd. 65 %= "747000 t lufttrocken der Zellstoffproduktion
 als Verkaufsproduktion, So ergeben sich zuzüglich der
Einfuhr von 153 000 t insgesamt rd. 1,025 Mill. t für die Papierhalbzeugbewegung.
 Demgegenüber betrug nach der Statistik die Papierhalbzeugbewegung
 auf deutschen Eisenbahnen im Jahre 1928: 1,735 Mill. t.
Die Differenz, die sich noch dadurch erhöht, daß eine größere Menge
auf reinen Wassertransport entfällt, ergibt sich im wesentlichen daraus,
daß ein großer Teil des Papierhalbzeuges in feuchtem Zustande versandt
 wird.

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