die Betriebsmaterial- und Lohnanteile, die nächst dem Rohstoffaufwand
bei weitem wichtigsten Kostenanteile (Tab. 77).
Einen etwas näheren Einblick gewährt allein die Selbstkostengestaltung
 für Zeitungsdruckpapier, dem einzigen mehr oder
weniger einheitlichen Erzeugnis und Standardprodukt. Auf 100 kg
Zeitungspapier rechnet man im allgemeinen 70 kg Holzechliff und 25 kg
Sulfitzellstoff.

70 kg Holzschliff entsprechen (100 kg zum Preise frei
Fabrik von rd. 15,50 RM gerechnet) ungefähr einem
Wert von. . . .
Sulfitzellstoff entsprechen (100 kg zum Preise frei
Fabrik von rd. 26,25 RM gerechnet) ungefähr einem
Wert von. . .

10,85 RM

6,50 RM
17.35 RM

Der Halbzeugaufwand für 100kg Zeitungspapier ist zu ungefähr
50 bis 55 % in die Selbstkosten einzusetzen. Es ergibt sich somit ein
Selbstkostenaufwand für 100 kg Zeitungspapier von insgesamt rd. 33 RM.
Der günstigste Verkaufspreis für 100kg Zeitungspapier aber beträgt
31 RM. Es ist kaum anzunehmen, daß die Fehlerquellen der obigen
Berechnung so groß sind, daß man nicht zu dem Ergebnis kommen
müßte, ein Zeitungsdruckpapierbetrieb sei im allgemeinen ohne angegliederten
 Halbstoffbetrieb existenzunfähig. Die deutsche Zeitungsdruckpapiererzeugung
 steht deshalb auch fast restlos in Kombination
mit Holzschlifferzeugung, rd. ein Viertel wird außerdem in Kombination
 mit Zellstofferzeugung hergestellt. Erscheint die Kombination
der Zeitungspapierherstellung mit eigener Holzschlifferzeugung unbedingt
 erforderlich, so ist doch die Kombination der Zeitungspapierherstellung
 mit eigener Zellstofferzeugung nur bedingt von Vorteil.
Holzschliff macht rd. 70 %;, Zellstoff aber nur rd. 25% des Produktes
aus. Eine gewisse Mindestgröße der Anlage und des Bedarfs ist deshalb
 erforderlich, um aus der Zellstoffeigenerzeugung für die Zeitungspapierherstellung
 Gewinn zu ziehen. Die weitaus überwiegende Zahl
der deutschen Zeitungsdruckpapierfabriken weist nicht die Größenverhältnisse
 auf, um sich den Vorteil der großbetrieblichen Zellstofferzeugung
 zunutze machen zu können, wie umgekehrt auch allergrößte Zellstoffwerke
 kein Zeitungspapier herstellen, weil die 25 % Zellstoffanteil
nicht ausschlaggebend sind gegenüber den 70 %: Holzschliffanteil.
Die Erfassung der Preisentwicklung in der Papierganzzeugindustrie
begegnet denselben Schwierigkeiten wie die Selhstkostenerfassung. Zur
ungefähren Veranschaulichung sind in der folgenden Tabelle die geschätzten
 Preise einiger wichtiger Papier- und Pappensorten aufgeführt.
[m allgemeinen Durchschnitt liegt die Preiserhöhung im Jahre 1929
gegenüber der Vorkriegszeit bei Papier in den Grenzen von 40 bis 50 %
und bei Pappe in den Grenzen von 50 bis 60% (Tab. 78).

DD