Tabelle 82
Das Verhältnis von Eigenkapital und Fremdkapital bei den
Aktiengesellschaften der papiererzeugenden Industrie 1925
Eigenkapital *) | Fremdkapital*)
%

Papiererzeugende Industrie ............0..0.0004
Deutsche Industrie ohne Banken und Versicherungsgesellschaften
 ............,-.-Deutsche
 Industrie insgesamt .

58

49

62 | 38
47.5 ! 52.5

*) Eigenkapital = Dividendenberechtigtes Kapital = Genußschein und in der Bilanz ausgewiesene
 echte Reserven. Fremdkapital = Schuldverschreibungen und Hypotheken, sonstige Schulden.

Die Kapitalbeschaffung ist für die großen Werke der papiererzeugenden
 Industrie naturgemäß weniger schwer als für die kleineren.
Abgesehen von dem hohen Maschinen- und Gebäudekapital bieten insbesondere
 ihre ausgedehnten Grundstücke entsprechend der für einen
Weltbezug und -absatz transportorientierten Standortswahl Grundlagen
einer Kapitalaufnahme. Bei den kleinen Werken dagegen, die in den
Gebirgen liegen, wird die an sich im Verhältnis zu anderen Industrien
nicht ungünstige Beleihungsmöglichkeit des Maschinen- und Gebäudekapitals
 stark beeinträchtigt durch die Lage. Auch ihr früher wertvollster
 Kapitalteil, die Wasserkraft, hat, soweit sie nicht ständig ist,
mit Aufkommen der Elektrizität und ihrer Übertragungsmöglichkeit
stark an Wert eingebüßt. So leiden, im ganzen gesehen, vor allem die
Feinpapier-, die Pappen- und die mit ihr verbundene Holzschliffindustrie
im besonderen Maße unter der Kapitalnot. Die direkte Aufnahme von
Auslandskapnital ist nur wenizen der größten Werke gelungen.

7. Kapitalinvestition und Kapitalumsatz

Entsprechend der durchaus uneinheitlichen Rechtsformenstruktur
ist die Ermittlung des gesamten in der papiererzeugenden Industrie
investierten Kapitals erschwert. Feststellen läßt sich auf Grund der
amtl. Statistik nur, daß auf 149 in der papiererzeugenden und
‚veredelnden Industrie Ende 1927 vorhandene Aktiengesellschaften
257,6 Mill. RM. Nominalkapital entfielen. Über die Umsatzgeschwindigkeit
 des Kapitals in der Papierindustrie allein wurde von Verbandsseite
 für das erste Halbjahr 1925 eine Sondererhebung veranstaltet.
Die Fragen an die einzelnen Firmen hinsichtlich ihrer Papierfabriken
lauteten:
Li. Wie groß sind die derzeitigen Anlagewerte (Grund und Boden,
Gebäude, Maschinen) unter Zugrundelegung des Bilanzwertes?
Wie groß ist das derzeitige umlaufende Betriebskapital (Rohstoffe,
 Barvermögen, Guthaben, Lagerbestände)?
Es beträgt demnach das derzeitige Gesamtvermögen Ihrer Papier-Sahrık?


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