füllen und dem zuständigen Landessekretariat zur Weitergabe an die
anderen Länder zuzuleiten ist‘).
Aus der eingehenden Organisation des Papierabsatzes den Rückschluß
 ziehen zu wollen, daß die Papierfabrikation an sich besonders
kartellfähig sei, wäre verfehlt. Die Zeitungsdruckpapiererzeugung
allerdings zeigt einer Kartellierung sehr günstige Elemente. Zeitungsdruckpapier.
 ist ein gleichförmiges Massenprodukt, dessen Produktion
sich auf verhältnismäßig wenige Betriebe verteilt. Keineswegs
gleich günstige Voraussetzungen für einen Zusammenschluß bietet
schon die Produktion von Packpapier. Zwar handelt es sich hier auch
größtenteils um Massenpapierfabrikation, aber die Zahl der Sorten
und der beteiligten Betriebe ist bedeutend größer. Eine dem Zeitungspapier
 vergleichbare Standardisierungsmöglichkeit und Kartelleignung
ist unter den Packpapieren nur dem Pergamentersatzpapier, dem
Schrenzpapier und dem Braunholzpapier zuzusprechen. In der Feinund
 Spezialpapierproduktion liegen die Verhältnisse für einen Zusammenschluß
 ausgesprochen ungünstig. Die Fein- und Spezialpapiererzeugung
 ist eine Fabrikation mannigfaltigster Arten in kleinen
Mengen. Selbst die stark spezialisierte Organisation, die uns in dem
oben wiedergegebenen Aufbau der Papierkartelle entgegentritt, vermag
keine reinliche Scheidung durchzusetzen. Dieser steht die Technik der
Papiermaschine entgegen. Die meisten Papiermaschinen sind für die
Erzeugung verschiedenster Sorten eingerichtet, so daß jeder Fabrikant
Typ und Quantität seiner Fabrikation meist ohne größere Schwierigkeit
 den jeweiligen Erfordernissen des Marktes anpassen kann. Die
Leichtigkeit der technischen Umstellung aber wirkt kartellstörend, da
den bestehenden Verbänden jederzeit Außenseiter entstehen können.
Ein weiterer, den Kartellbestand stark gefährdender Faktor ist die
Konjunkturempfindlichkeit der Ware Papier. Der Papierverbrauch
steht im engsten Zusammenhang mit dem Auf- und Abstieg der Gesamtwirtschaft.
 Die Papierindustrie unterliegt somit grundsätzlich fortlaufend
 wiederkehrenden Depressionszeiten. In diesen aber machen sich
bei den Papierkartellen, da sie stark verschiedene Betriebsgrößen vereinen,
 alle Nachteile geltend, denen allgemein aus heterogenen Elementen
 gebildete Kartelle in Depressionszeiten unterliegen. Für die
kapitalintensiven Betriebe, die mit einem größeren festen Kostenelement
 zu rechnen haben, ist es meist vorteilhafter, bei billigen Preisen
große Mengen abzustoßen, als Produktionseinschränkungen vorzunehmen,
 das aber ist gleichbedeutend mit der Zerstörung des Kartells.
Freilich ist die Kartellfähigkeit in hohem Maße durch das Verbrauchsvolumen
 bedingt. Steigt von Depression zu Depression das Papierverbrauchsvolumen,
 so werden die die Kartelle der Papierindustrie gefährdenden
 konjunkturellen Rückwirkungen der Gesamtwirtschaftslage abgeschwächt.

Versucht man, die Mittel und Wege, mit denen die papiererzeugende
Industrie die ihr eigenen Kartellschwierigkeiten zu überwinden sucht.

1) Über die internationalen Bindungen im Zeitungsdruckpapierexvort vgl.
Dritter Teil HI, 1ec, S. 192.

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