Verrechnungspreis, der mit Berücksichtigung der Standorte den Fabriken
 mit kurzer Entfernung zum Verbraucher einen höheren Erlös
gewährt als den Fabriken mit weiter Entfernung. Zu dem Verrechnungspreis
 treten gegebenenfalls noch sogenannte Überpreise für besondere
 Qualitäten und besondere Anfertigungen. Außerdem wird zur
Durchführung der Verbandszwecke von jedem Verrechnungspreis bzw.
Verrechnungspreis einschl. Überpreis ein sogenannter Einlaß in Höhe
von 3% einbehalten. Aus der Differenz der Verkaufspreise und der
Verrechnungspreise und aus dem Einlasse werden zunächst die Unkosten
des Verbandes und etwaige Verluste gedeckt. Der etwa verbleibende
Überschuß wird den Fabriken jeweils beim Abschluß nach Maßgabe
ihrer Beteiligung an den Gesamtlieferungen gutgeschrieben oder auch
zur Bildung von Reserven herangezogen. Die Reservenbildung des
Verbandes war in den Nachinflationsjahren besonders stark. Die Zinspolitik
 der Banken veranlaßte ihn, sich durch Ansammlung eigenen
Betriebskapitals von den Banken unabhängig zu machen, im Gegensatz
zur Vorkriegszeit, in der er fast ausschließlich mit Bankkapital arbeitete.
 Außerdem. brauchte der Verband größere Rückstellungen für
Konkursdeckungen und für Kurssicherungen seiner Auslandsaufträge.
Die seinerzeitige Reservenbildung des Verbandes ist besonders
starken Angriffen eines Teils der Abnehmerschaft ausgesetzt gewesen.
[m Jahre 1927/28 hat deshalb das Reichswirtschaftsministerium Erhebungen
 über die Preispolitik des Verbandes und die Selbstkosten
in der Zeitungsdruckpapiererzeugung vorgenommen. Es ergab sich,
daß die Überschüsse in den der Untersuchung zugrunde liegenden
Jahren 1924 bis 1927 (1. Halbjahr) zu einem großen Teil nicht aus dem
eigentlichen Papiergeschäft, sondern aus den infolge des Exportgeschäftes
 aufgelaufenen Devisenguthaben, aus Umsatzsteuerrückvergütungen,
 Zins- und Effektengewinnen entstanden waren, und daß der von
dem Erlös aus dem Papiergeschäft nach Abzug der Unkosten verbliebene
 Überschuß fortlaufend den Mitgliedern durch Ausschüttungen bzw.
zum Teil durch Erhöhung des Aktienkapitals und Kauf und Einrichtung
eines eigenen Bürohauses zugute gekommen war. Insgesamt betrug der
Überschuß aus dem Papiergeschäft in den Jahren 1924 bis 1927 (1. Halbjahr)
 nicht ganz 2% des Umsatzes. Von den in die Selbstkostenerhebungen
 der Druckpapiererzeugung einbezogenen 6 Werken standen
3 unter der durchschnittlichen Leistungsfähigkeit und 3 bedeutend
größere Werke über der durchschnittlichen Leistungsfähigkeit. Im
gewogenen Mittel ergab sich für diese 6 Werke ein Selbstkostensatz
ohne Gewinn je 100 kg Zeitungsdruckpapier von 24,42 RM. Diesem
Selbstkostensatz stand zur gleichen Zeit ein durchschnittlicher Verrechnungspreis
 an die Fabriken von annähernd 27 RM gegenüber.
Andererseits standen dem Verkaufspreis frei Verbrauchsort, ohne Rabatte
 und Umsatzsteuer, von 31 RM, ein Selbstkostensatz von 24,42 RM,
ein Frachtanteil von durchschnittlich 2 RM, ein Verbandsunkostensatz
von 1,71 RM, somit insgesamt 28,13 RM gegenüber.
Im allgemeinen Durchschnitt arbeiten die den Ringfreien Druckpapierfabriken
 angeschlossenen Werke mit fast voller Ausnutzung ihrer
Produktionskapazität, die dem Verband Deutscher Druckpapierfabriken
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