angeschlossenen Werke aber mit einer Ausnutzung ihrer Kapazität von
nur 80:%. Das heißt allerdings nicht, daß diese Werke zu 20% ihrer
Zeitungsdruckpapierkapazität stilliegen, denn sie füllen nach Möglichkeit
 ihr Produktionsprogramm durch die Herstellung anderer Papiere
auf. Immerhin drängt sich doch, zumal bei dem gerade in der Zeitungsdruckpapierproduktion
 stark wirkenden Gesetz der Kostendegression
der Schluß auf, daß eine größere Leistungsfähigkeit bei voller Ausnutzung
 einer entsprechend geringeren Zahl von Werken erzielt werden
könnte.
Die Erklärung für den jetzigen Zustand wird in dem organischen
Wachstum der Zeitungspapierindustrie gesehen. Infolge der Überalterung
 ihrer Anlagen in der Kriegs- und Nachkriegszeit stand sie
vor der Notwendigkeit einer eingehenden Rationalisierung. Rationalisierung
 aber heißt wie in der Papierproduktion im allgemeinen so
besonders in der Zeitungspapierproduktion im wesentlichen Vergrößerung
 der Aggregate. Eine aus dem Zwang der Technik gegebene, dem
Bedarf vorauseilende Erhöhung der Kapazität war die Folge. Es
stehen sich heute bei unausgenutzter Gesamtkapazität modernste Werke
mit geringen technischen Selbstkosten und hohen Abschreibungskosten
und alte. Werke mit hohen technischen Selbstkosten und geringen Abschreibungskosten
 gegenüber, letztere stark abgeschrieben, oft mit einem
insgesamt geringeren Selbstkostensatz ale die modernen Werke. Doch
soll die Lage innerhalb des Verbandes bereits so sein, daß die älteren
Werke und besonders die kleineren im allgemeinen schon nicht mehr
auf ihre Kosten kommen und darüber klagen, daß die modernen großen
Werke ihre geringeren Kalkulationen durchsetzen. Im Jahre 1924 wies
der Verband noch 46 Mitglieder auf, im Jahre 1928 noch 42, von denen
aber gegenwärtig infolge von Stillegung oder Nichtausnutzung ihrer
Quote nur mehr 25 an der Zeitungsdruckpapierproduktion beteiligt sind.
An sich wäre schon jetzt eine noch geringere Anzahl von Werken in
der Lage, den deutschen Bedarf voll zu decken. Eine den Bedarf in
gewissem Umfange überschreitende Kapazität der Zeitungspapierproduktion
 wird aber wohl immer ein Erfordernis auch für die Abnehmer
 und darüber hinaus für die Gesamtwirtschaft bleiben.
Zur Frage der Kapazitätsausnutzung gehört auch die von der
Abnehmerschaft stark angefeindete Exportpolitik des Verbandes. Nach
Angabe des Verbandes gibt der Export, wenn er auch für sich allein
berechnet, nicht. gewinnbringend ist, im ganzen Betrieb durch die
höhere Kapazitätsausnutzung einen Ausgleich, da es sich bei ihm um
das letzte Fünftel der Produktion handelt. Die Sachverständigen
erklären ausdrücklich, daß die Inlandpreise noch höher sein müßten,
falls dieser Export nicht stattfinden könnte, und daß sie jederzeit bereit
wären, die Exportquote zu den niedrigeren Exportpreisen auch im
Inland abzusetzen.

4. Die Pappenindustrie

Ebenso wie in der Papierindustrie sind auch in der Pappenindustrie
die einzelnen Fachvereinigungen zu einem Gesamtausschuß. dem Ce-"f

