zuch auf dem Weltmarkt eine starke gleichgerichtete Abwanderung der
Zellstoffproduktion und damit auch des Exportes. Nur dort, wo eine
autarke Wirtschaftspolitik wie in England, Frankreich, Spanien, Italien
und der Schweiz die unzulängliche Rohstoffbasis auszugleichen sucht,
arfährt dieser Grundzug der Entwicklung eine für die beteiligten Länder
bedeutungsvolle, im Gesamtbild allerdings geringe Hemmung. In dieser
Bedingtheit der Wanderung zum Holz gesehen, erscheint das annähernde
Gleichgewicht der deutschen Zellstoffwirtschaft in Verbrauch und Pro-Juktion
 als durchaus labil. Deutschlands Zellstoffindustrie ist die einzige
 der Welt, die zu einem beträchtlichen Teil auf Papierholzimport
angewiesen ist und trotzdem eine Zellstoffproduktion erzielt, die den Verbrauch
 übertrifft. Alle anderen Länder, deren Papierholzbasis ihrem
Zellstoffverbrauch nicht entspricht, müssen die größte Menge ihres
durch Papierholz ungedeckten Bedarfs durch Zeilstoffimport decken.
Insbesondere: scheint die Entwicklung der Zellstoffindustrie der Vereinigten
 Staaten ein bedrohliches Zukunftsbild auch der deutschen Zellstoffindustrie
 darzustellen. Den Vereinigten Staaten fehlt in allerdings
weit höherem Maße als Deutschland eine genügende Papierholzbasis.
Sie gleichen aber im Gegensatz zu Deutschland den Mangel nur zum geringen
 Teil durch Papierholzimport aus. Zur Deckung des überwiegenden
 Bedarfs haben sie, soweit gie nicht in den riesigen, bisher nur durch
Sägewerke genutzten Waldgebieten ihrer Westküste als neuen Standort
Ersatz finden, eine Standortsverlagerung über die Landesgrenze hinaus
vollziehen müssen. In der ihnen benachbarten Holzkammer Kanada
haben sie eine Zellstoffindustrie aufgebaut, deren Ausfuhr vorwiegend
nach den Vereinigten Staaten geht. Sie dehnen sich neuerdings in
gleicher Weise in der Papierholz- und Zellstoffproduktion Neufundlands
aus. Auch Deutschland hat einen Schritt in ähnlicher Richtung getan.
Zum Ersatz seines Vorkriegswerkes Pernau in Rußland hat das größte
deutsche Zellstoffwerk, Waldhof A.-G., eine Zellstoffabrik in Finnland
(Kexholm) erbaut. Die Ausdehnung auf den finnischen Standort bedeutet
 Anteil an den günstigen Produktionsbedingungen, wie sie der
Holz- und Wasserreichtum Finnlands gewährt, wozu in der gegenwärtigen
 Lage Deutschlands auch noch der Vorzug der geringeren steuerlichen
 und sozialen Belastung Finnlands tritt.
Dennoch liegen die Verhältnisse für die deutsche Zellstoffindustrie
anders als in dem Zellstoffwirtschaftsgebiet Nordamerikas. Die kanadische
 Zellstoffindustrie ist die konkurrenzfähigste der Papierholzländer.
Sie vereinigt den günstigsten Standort zum Rohstoff mit modernster
Technik und Zusammenballung der Fabrikation in Riesenbetrieben.
Stände die deutsche Zellstoffindustrie unmittelbar unter der Konkurrenz
der kanadischen, so wäre auch ihre Lage sehr erschwert. Der kanadische
 Export wird jedoch weit überwiegend von den Vereinigten Staaten
aufgenommen. Zudem weist Nordamerika insgesamt, trotz der großen
Produktion der Vereinigten Staaten und der Kanadas, noch ein Zellstoffdefizit
 auf. Damit beschränkt sich die Weltmarktkonkurrenz Deutschlands
 im wesentlichen auf die europäischen Papierholzländer. Den eurooäischen
 Konkurrenten gegenüber aber kann Deutschland den Vorteil in

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