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die Waagschale werfen, den es Kanada gegenüber nicht. einsetzen
könnte: den großbetrieblichen und technisch durchgebildeten Fabrikationsgang
 seiner Exportwerke. Diesen haben in gleicher Ausdehnung
weder Norwegen noch Schweden; allein Finnland steht ungefähr auf
zleicher Höhe. Und noch ein weiteres hat die deutsche Zellstoffindustrie
gegenüber ihren europäischen Konkurrenten voraus. Sie allein hat für
den größten Teil ihrer Produktion eine Rückendeckung in ihrem starken
Inlandmarkt, da sie nur zu einem Fünftel bis einem Viertel, die nordeuropäischen
 Zellstoffindustrien aber zu drei Fünfteln bis drei Vierteln
ihrer Produktion auf den Export angewiesen sind.
Immerhin sind diese Voraussetzungen für die Konkurrenzfähigkeit
der deutschen Zellstoffindustrie durchaus zur Ungunst wandelbar.
Ändert sich der Zuschußcharakter des nordamerikanischen Zellstoffwirtschaftsgebietes
 oder die betriebliche und technische Unterlegenheit
der europäischen Konkurrenten oder der diesen fehlende Rückhalt des
zrößeren Binnenmarktes, so droht die deutsche Zellstoffindustrie in
ihrer Entwicklung beeinträchtigt zu werden. Tatsächlich hält Finnland
in der technischen Ausgestaltung seiner Zellstoffindustrie bereits annähernd
 Schritt mit der deutschen; auch die anderen europäischen
Papierholzländer, insbesondere der größte Konkurrent, Schweden, beschäftigen
 sich eingehend mit der Rationalisierung ihrer Betriebe.
Gleichzeitig nimmt der Rückhalt eines starken Binnenmarktes, vor
allem in der Form der Betriebskombination mit der zellstoffverarbeitenden
 Industrie, in den Konkurrenzländern fortlaufend zu. Immerhin
Sraucht der technische Ausbau der europäischen Konkurrenzindustrien
und die Stärkung ihrer Papierganzzeugindustrien Zeit und ist mit
Rückschlägen verbunden. Die entscheidende Kraft in der Struktur des
Weltzellstoffmarktes bleibt darum bis auf weiteres die Entwicklung der
Zellstoffproduktion in Nordamerika.
Die Steigerung der Zellstoffproduktion in Nordamerika ist bisher
bei der fortlaufend gestiegenen N achfrage der Vereinigten Staaten auf den
übrigen Märkten verhältnismäßig gering in Erscheinung getreten. Der
Bedarf der Vereinigten Staaten ist stärker gestiegen als die nordamerikanische
 Produktion, und auch weiterhin erscheint der Weltmarkt in großem
Ausmaße aufnahmefähig. Die Papierproduktion und der Papierverorauch
 der Welt zeigen im allgemeinen steigende Tendenz. Auch in der
Verwendung von Zellstoff zur Kunstseidefabrikation, die erst nach dem
Kriege in größerem Umfange eröffnet wurde, liegen, wenn auch nicht zu
üiberschätzende, Aussichten der Bedarfssteigerung. Die Viskoseseidenerzeugung
 verbraucht heute bereits, bei einer Produktion von schätzungsweise
 100 000 t, etwa 13 000.£_Sulfitzellstoff und macht dabei erst rd.
2 bis 3% der gesamte Wetttextilproduktion aus. Noch nicht % '% der
Welttextilproduktion bzw. rd. ein Achtel bis ein Zehntel der Weltkunstseidefabrikation
 entfallen auf die anderen, nicht aus Holzzellstoff verfertigten
 Kunstseidearten, Azetat-, Nitrat- und Kupferseide. Von ihnen
ist die Azetatseide eine starke Konkurrenz der Viskoseseide. Aber
selbst eine anteilmäßige Verringerung der Viskoseseide an der gesamten
Weltkunstseideproduktion wird die Aussichten der Viskoseseide und da-70

