sehr bald durch Rabattgewährung, Frachtzahlung usw. umgangen. Als
lann der mächtigste Zellstoff- und Papierproduzent Kanadas, die International
 Paper Company, den Preis offiziell auf 62 $ ermäßigte, brach
das Kartell zusammen. Trotzdem liegt der kanadische Preis noch bedeutend
 höher als der nordeuropäische. Im Gegensatz zu Schweden,
Norwegen, Finnland, wo die Überproduktion sich in einer Mengenkonjunktur
 äußert, hat sie in Kanada zu einer Produktionseinschränkung
in der Form einer geringeren Ausnutzung der Produktionskapazität geführt.
 Diese geht bis auf 75% der Leistungsfähigkeit und zwingt die
kanadischen Fabriken, wegen der starken Belastung mit fixen Kosten
an ihrem weit höheren Preise festzuhalten. Doch ist bei dem Ausnutzungsgrad
 der kanadischen Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen,
daß die Kapazitätsangaben für die kanadische Industrie im allgemeinen
Öptimalangaben sind, und daß die Differenz zwischen theoretischer und
praktischer Leistungsfähigkeit bei Zeitungsdruckpapiermaschinen auf
durchschnittlich ein Fünftel zu veranschlagen ist. Aber auch so unterliegt
 die kanadische Industrie bei ihrem hohen Anlagekapital, vor allem
Jlurch ihren großen Waldbesitz, einer überdurchschnittlichen Belastung
mit fixen Kosten!), so daß man in Kanada selbst regierungsseitig auf
eine Fixierung des Zeitungsdruckpapierpreises auf 65% als Mindestpreis
 dringt?).
Die wichtigste Frage für die Gesamtentwicklung des Weltzeitungspapiermarktes
 ist die nach der weiteren Entwicklung der kanadischen
Zeitungspapierindustrie. Ein Zehntel der kanadischen Zeitungspapierausfuhr
 ist bereits weit mehr, als jeder der anderen Exporteure aufzuweisen
 hat! Es ist darum die entscheidende Zukunftsfrage für den Weltzeitungspapiermarkt,
 welche Preisbasis die kanadische Zeitungspapierindustrie
 findet, und ob sie Genüge darin finden kann, den
nordamerikanischen Markt zu versorgen, oder in stärkerem Maße auf
den weiteren Weltmarkt streben muß. Bis jetzt ist Kanada in starker
Steigerung gegenüber der Vorkriegezeit in Australien, Argentinien,
Neuseeland, Britisch-Südafrika und sogar in Großbritannien eingedrungen.

Der Verzicht der europäischen Zeitungspapierindustrien auf den
Nordamerika-Export dürfte als Voraussetzung für das Zustandekommen
eines internationalen Zeitungspapierkartells anzusehen sein. Bis jetzt
bestehen auf dem Zeitungspapiermarkt nur lose, zu gelegentlichen Abreden
 über die Absatzmärkte führende Bindungen zwischen den drei nordischen
 Ländern einerseits und der INTEROT, der schon seit Jahren
enger zusammengeschlossenen Gruppe Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei
 und Ungarn, anderseits. Doch wird insbesondere vom Ausland
her ein internationaler Zusammenschluß erstrebt, und zwar über den
Kreis der mittel- und nordeuropäischen Länder hinaus. Ende 1926 blieb
eine Besprechung zwischen den drei nordischen Ländern und Deutschland
 wegen des Fehlens Kanadas und der Vereinigten Staaten ohne Fr-!)

 Vgl. den dritten Teil, II d.
2) Vol. Fußnote 2) 8. 191.

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