da sie ihrerseits keine genügende Ausweichmöglichkeit nach den benachbarten
 Auslandmärkten hat. Nächst Finnland, dem nicht nur mengenmäßig,
 sondern auch in der preismäßigen Auswirkung stärksten Konkurrenten,
 tritt neuerdings wieder Schweden nach vorübergehend
starkem Rückgang auf dem deutschen Binnenmarkt auf. Schweden wird
aber, im Gegensatz zu der Vorkriegszeit, heute von den Vereinigten
Staaten übertroffen, die mit Lieferung besonders hochwertiger
zrober Pappen neu auf dem deutschen Markt erschienen sind. Außerdem
 machen sich Österreich, die Tschechoslowakei und Polen mit allerdings
 stark wechselnden Mengen bemerkbar (vgl. Tab. 115).
Wie bei der Pappeneinfuhr, so. entfällt auch bei der Pappenausfuhr
 der überragende Teil auf grobe Pappen, und zwar 1913
81%, 1927 bis 1929 je rd. 85 %i des Wertes. Die deutsche Ausfuhr
von groben Pappen umfaßt vornehmlich Braunholzpappe, Maschinenand
 Handpappe, einige Spezialsorten weißer Maschinenholzpappe, Rohdachpappe
 und Maschinengraupappe. Die Ausfuhr von groben Spezialpappen
 ist nur gering, im Verhältnis zur Produktion dagegen bedeutend
bei Preßspan, Matrizenpappe und Kofferplatten. Außerdem dürfte in
der Ausfuhrstatistik infolge der Unzulänglichkeit des statistischen
Warenverzeichnisses unter groben Pappen auch Chromoersatzkarton
enthalten sein. In der Bestimmungsrichtung geht die deutsche Ausfuhr
(1930) von feinen Pappen zu fast einem Drittel, von groben Pappen zu
über die Hälfte nach Großbritannien und den Niederlanden, der Rest
antfällt zum weitaus größten Teil auf die Überseemärkte, für feine
Pappen vor allem auf die Vereinigten Staaten, Japan und Australien,
für grobe Pappen vor allem auf China, Argentinien, Britisch-Indien,
Ägypten, Britisch-Südafrika und Australien. Nach allen anderen
Ländern ist durch den Zollschutz, der das Doppelte und zum Teil das
Mehrfache des deutschen Zolles beträgt, eine Ausfuhr sehr erschwert,
wenn nicht überhaupt ausgeschlossen. Wie auf dem Binnenmarkt, so
wird die deutsche Holzpappenindustrie auch im Export zu für sie
untragbaren Preisen gezwungen, und selbst die Spezialität- und Extra-[ormaterzeugung,
 die ihr im Binnenmarkt noch einen gewissen Schutz
zu bieten vermag, fällt auf den Auslandmärkten meist fort, da die
[remden Verarbeitungsindustrien weniger auf höhere Qualitäten und
Extraformate eingestellt sind.

Unter den für die deutsche Pappenausfuhr nur schwer zugänglichen
Märkten sind vor allem die Schweiz und Italien zu nennen. Beide
Länder haben eigene Industrien hochgezüchtet, die unter einem Hochschutzzoll
 bei bedeutend höheren Preisen als in Deutschland glatten
Absatz finden. Der italienische Zollschutz beträgt genau das Doppelte
des deutschen. Er gestattet höchstens eine Einfuhr von feinen Pappen,
während in groben Pappen der italienische Markt für Deutschland verschlossen
 ist. Noch bedeutend höher als der italienische ist der
Schweizer Zollsatz. Er beträgt das Drei- bis Vierfache des deutschen.
In Zürich ist der Preis für Handlederpappe um 30 bis 40% höher als
in München und Stuttgart, ohne daß es den süddeutschen Pappen-"73

