schaftslage; diese zeigt das Bild einer Mengenkonjunktur mit stark
rückgängigen Preisen. Auf der anderen Seite aber haben die drei nordischen
 Länder in allen ihren Hauptprodukten, vor allem in Zellstoff,
Holzechliff, Kraftpackpapier und Zeitungsdruckpapier eine zumindest
im europäischen Produktionsfeld ausschlaggebende Bedeutung. Am
europäischen .Zeitungspapierexport sind die drei nordischen Länder
mit nahezu der Hälfte, am europäischen Zellstoffexport mit weit über
drei Vierteln beteiligt; im Export von Sulfatkraftpackpapier, das ein
typisches Produkt nordischer Papiererzeugung ist, genießen sie nahezu
eine Monopolstellung; ähnlich liegen die Verhältnisse beim nordischen
Holzeschliffexport, der allein über 90% des europäischen Imports deckt.
Die Stellung auf dem Kraftpackpapier- und Holzschliffmarkt hat
bereits zu konkreten Versuchen gemeinsamer Marktgestaltung geführt.
Eine zunächst erfolgreiche Exportkonvention in Kraftpackpapier war
allerdings nur von vorübergehender Dauer; ‚nach schneller Besserung
 der Marktlage mußte bald wieder jedem einzelnen Produzenten
die Bildung der Exportpreise überlassen werden. Nachhaltiger wirkte
ein Zusammenschluß im Holzschliffexport. Eine ursprünglich nur
zwischen Schweden und Norwegen getroffene und deshalb wenig erfolgreiche
 Übereinkunft zu einer Einschränkung der Holzschliffproduktion
wurde Ende Oktober 1927 unter Einbeziehung von Finnland mit verschärfter
 Kontingentierung erneuert. Beteiligt sind an dieser Gemeinschaft
 die seit 1918 bestehende „Norsk Trämassecompaniet A.-S.‘“, die
noch ältere „Finsca Traslipeförenningen“ und die seit 1. Januar 1928
tätige „Svenska Trämassecompaniet“. Die drei Verkaufsorganisationen
umfassen fast die gesamte Holzschliffindustrie ihrer Länder. Neben der
je nach Marktlage notwendigen Kontingentierung und einer einheitlichen
 Verkaufspolitik erstrebt der Zusammenschluß vor allem eine
allgemeine Standardisierung und qualitative Hebung der Produkte. Die
Lage soll sich durch die gemeinsame Aktion wesentlich gebessert haben.
Die drei nordischen papiererzeugenden Industrien haben ihren
Rückhalt in dem großen Holz- und Wasserreichtum ihrer Länder. Die
skandinavische Halbinsel und Finnland gehören zu den waldreichsten
Ländern Europas. Erste Anzeichen einer Exploitation machen sich
allerdings auch bei ihnen bemerkbar. Ihr wird aber, insbesondere in
Schweden, wo sie am stärksten war, durch forstgesetzliche Schutzmaßregeln
 systematisch begegnet. Auch hinsichtlich ihrer Wasserkraft
stehen Schweden, Norwegen und Finnland an der Spitze der europäischen
 Länder, Die zahlreichen Flußläufe sichern mit ihrem starken
Gefälle die billigste Betriebskraft und bilden meist Gelegenheit für
die Holzflößerei. Der Standort zum Papierholz iet so ausschlaggebend,
daß sich selbst innerhalb dieser Länder ein ständiger Zug zum Holze
zeigt. Gegenwärtig unterliegt Schweden einer solchen Standortswanderung
 von dem Ursprungsgebiet seiner papiererzeugenden Industrie,
dem südlichen und mittleren Teil des Landes, nach dem großen Waldreichtum
 des nördlichen Schwedens. Der Gunst des Rohstoffbezuges in
den nordischen Ländern schließt sich eine gleichfalls günstige Transportlage
 an. Wenn auch im Winter die meisten Häfen Schwedens und
Finnlands längere Zeit gesperrt sind und auf den Verschiffungen eine

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