größere Vorfracht liegt, so sichert doch in den übrigen Teilen des Jahres
die Nähe der langgestreckten Meeresküsten einen billigen Transport
nach allen großen Plätzen des Weltmarktes.
Zur Zeit der ausschließlichen Hadernverarbeitung waren Norwegen
and Finnland noch fast ausschließlich und auch Schweden, welches
allerdings eine alte bedeutende Hadernfeinpapierindustrie sein eigen
nennt, zu einem großen Teil auf den Import ihres Papierverbrauchs
angewiesen. Seit der Erfindung des Zellstoffs und des Holzschliffs gab
sehr bald ihr fortlaufend steigender Export dem Weltmarkt ein von
Grund auf verändertes Gepräge. Und selbst der etarke Aufstieg der
drei nordischen Länder in dem Dezennium des Weltkrieges, in dem
Mitteleuropa als papiererzeugendes Produktionsfeld für den Weltmarkt
so gut wie brach lag, hat ihre Entwicklungsmöglichkeiten bei weitem
nicht erschöpft.

a) Schweden
Die bedeutendste der drei nordischen papiererzeugenden Industrien
ist die papiererzeugende Industrie Schwedens. Sie brachte in der Vorund
 Nachkriegszeit folgende Mengen zum Export (vgl. Tab. 121).
Das stärkste Übergewicht zeigt die schwedische papiererzeugende
Industrie in ihrer Zellstoffausfuhr. Die schwedische Zellstoffausfuhr
 ist gegenüber 1913 auf über das Doppelte gestiegen und beträgt
1929 mit rd. 1% Mill. t rd. das Dreifache der finnischen und über das
Fünffache der norwegischen Zellstoffausfuhr. Für Deutschland ist
Schweden auf dem Zellstoffmarkt unmittelbar von besonderer Wichtigkeit.
 Es erscheint nicht nur mit einem hohen Anteil an der deutschen
Zellstoffeinfuhr auf dem deutschen Markte selbst (1927 und 1928 fast ein
Viertel, 1929 fast ein Drittel von Einfuhrwert und -menge), sondern
geliefert in größtem Umfange gerade die für eine deutsche Zellstoffausfuhr
 transportlich günstigst gelegenen Länder. Die Hauptbestimmungsländer
 der deutschen Zellstoffausfuhr sind in gleicher Weise die der
schwedischen Zellstoffausfuhr. Die deutsche Zellstoffausfuhr aber steht
gegenüber der schwedischen weit zurück, und überall dort, wo Deutschland
 eine starke Steigerung seiner Zellstoffausfuhr zu verzeichnen hat,
beträgt die Steigerung der schwedischen Zellstoffausfuhr mindeset absolut
ein Vielfaches der deutschen, wobei keineswegs die Spezialfabrikation
Schwedens an Sulfatzellulose und an gebleichter Sulfitzellulose für
Kunstseidenerzeugung ausschlaggebend ist. Der überwiegende Teil der
schwedischen Zellstoffausfuhr besteht aus ungebleichter Sulfitzellulose
{vgl. Tab. 122).
Die Überlegenheit der schwedischen Papierhalbzeugindustrie wirkt
sich entsprechend auch auf die schwedische Papierganzzeugindustrie und
deren Stellung auf dem Weltmarkte aus. Der Ganzzeugexport Schwelens
 hat gegenüber der Vorkriegszeit stark an Bedeutung zugenommen.
Es ist Schweden nicht nur gelungen, seine Druckpapierausfuhr
1929 : 1913 von rd. 63 000 t auf über 200 000 t und damit fast in demselben
 Ausmaße wie Deutschland (1913 rd. 69 000 t, 1929 rd. 231 000 t)
zu steigern, sondern auch die Überlegenheit seiner Packpapierausfuhr
noch stärker zur Geltung zu bringen als in der Vorkriegszeit. Während
lie deutsche Packpapierausfuhr 1929 mit 96000 t ungefähr auf dem

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