gleich verstärktem Ausmaße als Konkurrent auf dem Weltmarkte auftreten
 können. Die norwegische Industrie selbst rechnet mit einem
stetigen Wachstum des Konsums im Laufe der nächsten Jahre und einer
Einordnung ihrer Überproduktion in den gestiegenen Bedarf. Die Tendenz
 zur immer stärkeren Veredelung der Erzeugnisse, die allgemein
für die nordischen Holzindustrien charakteristisch ist, macht sich in
Norwegen am stärksten geltend; 1929 bestanden dem Werte nach über
80 % der norwegischen Ausfuhr von Holzerzeugnissen aus Holzschliff,
Zellulose, Papier und Pappe und noch nicht 20 Yo: aus bearbeitetem
und unbearbeitetem Holz. In der Vor- und Nachkriegszeit brachte die
papiererzeugende Industrie Norwegens folgende Mengen zum Export
(vgl. Tab. 126).
Wie in der Produktion, 8o tritt auch im Export der papiererzeugenden
 Industrie Norwegens im Gegensatz zu den papiererzeugenden
Industrien der beiden anderen nordischen Staaten der Zellstoff
hinter den Holzschliff zurück. Während sich die Zellstoffausfuhr im
Verhältnis zur Holzschliffausfuhr im Jahre 1929 bei Schweden wie
4,3 : 1 und bei Finnland wie 3:1 stellte, war das Verhältnis bei Norwegen
 0,9:1 Zwar ist die Zellstoffausfuhr Norwegens noch etwas
größer als die deutsche, jedoch betrug die finnische Zellstoffausfuhr
1929 (mit 484 000 t) um über die Hälfte mehr als die norwegische und
die schwedische belief sich (mit 1452 000 t) sogar auf über das Fünffache.
 An der Konkurrenz der nordischen Länder gegenüber der
deutschen Zellstoffindustrie ist demnach N orwegen verhältnismäßig nur
gering beteiligt. Der überwiegende Teil der wertvollen gebleichten
Sulfitzellulose geht nach den Ver. Staaten, Großbritannien, Holland,
Frankreich und Japan; der überwiegende Teil der ungebleichten Sulfitzellulose
 nach Großbritannien, den Ver. Staaten und Brit.-Ostindien.
Im Gegensatz zu seiner verhältnismäßig geringen Zellstoffausfuhr
hat Norwegen unter allen Holzschliffexporteuren der Welt außer
Schweden die größte Holzschliffaüsfuhr. Sie geht überwiegend
nach Großbritannien, wohin die billigen Frachten eine Verfrachtung
im nassen Zustande erlauben. Die geringe deutsche Ausfuhr in Holzschliff
 ist durch den norwegischen Holzschliffexport nur wenig berührt.
Die für Deutschland wichtigste Konkurrenz Norwegens auf dem
Weltmarkte beruht in der norwegischen Papierganzzeug ausfuhr,
vor allem in der Ausfuhr von Druckpapier bzw. Zeitungsdruckpapier
und von Pack-, Seiden-, öldichtem und Pergamynpapier. In allen
dünnen Papieren, Dünndruck, Dünnpergamyn und dünnen Seiden, ist
Norwegen eine starke Konkurrenz der deutschen Industrie. Besonders
macht sich diese im Übersee-Export geltend, den Norwegen zwar mit
etwas geringeren Qualitäten, aber zu bedeutend billigeren Preisen beliefert.
 Außerdem sgtellt die norwegische Ausfuhr von Pappe, trotzdem
sie insgesamt vor der deutschen und auch finnischen und schwedischen
Pappenausfuhr weit zurücktritt, in ihrem Hauptbestimmungsland Großbritannien
 eine wesentliche Konkurrenz dar.
Die norwegische Druckpapierausfuhr hat zwar nicht die über
dreifache Steigerung der deutschen und schwedischen Druckpapierausfuhr
 mitgemacht, ist beiden aber mit rd. 99.000 (1913). und 229 000

35

)