Auch organisatorisch steht die finnische paplererzeugende Industrie
unter den drei nordischen Ländern an erster Stelle. Vier große Verkaufsvereinigungen
 dienen der Förderung des Exports und bei Zellulose
 und Papier auch des Inlandabsatzes. Die älteste von ihnen, die
schon 1892 gegründete „Finska Träsliperiföreningen‘“, betreibt den
Export der Holzschliff- und Holzpappenindustrie. Den Export der
Zelluloseerzeugung handhabt die im Juli 1918 gegründete „Finska
Celluloseföreningen“, die zugleich auch für den Inlandabsatz zuständig
ist. Den Papierinlands- und Auslandsabsatz besorgt die ebenfalls im
Juli 1918 gegründete „Finska Pappersbrucksföreningen‘“ und das
„Finska Papperskontoret“. Finska Papperskontoret verkauft im Inlande
 und nach Rußland, Polen, Estland, Lettland, Litauen und dem
Kaukasus, Finska Pappersbrucksföreningen nach dem übrigen Auslande.
Diese vier Verkaufsvereinigungen umfassen von wenigen Außenseitern
abgesehen die ganze finnische papiererzeugende Industrie.
Die Gunst der finnischen Produktionsverhältnisse wird allein gemindert
 durch die Kapitalarmut des Landes und durch die verhältnismäßig
 hohe steuerliche Belastung der Unternehmungen, die fast durchweg
 in der Form von Aktiengesellschaften arbeiten. Doch hält trotzdem
die Vergrößerung der Industrie fortlaufend an. Im Jahre 1927 wurden
nach Angabe der finnischen Zellulose-Union vier neue Zellstoffmühlen
errichtet mit einem jährlichen Ertrag von 30 000t. Außerdem erhöhte
der größte und für die finnische Papierausfuhr maßgebende Konzern
„Kymene Aktiebolag‘“ zwecks Erweiterung und Erneuerung seiner Anlagen
 sein Kapital um nahezu 25%. Der starke Aufschwung der
finnischen Papierindustrie kann also noch keineswegs als abgeschlossen
gelten, zumal in zunehmendem Maße auch ausländisches Kapital in
die Papiererzeugung Finnlands eindringt. Die Jüngste und wichtigste
Transaktion ist die schon erwähnte Gründung eines Zellstoffwerkes in
Kexholm durch den Waldhof-Konzern in Gemeinschaft mit einer englischen
 Finanzgruppe, dessen Aktienkapital 120 Mill. Fmk beträgt.
Die finnische papiererzeugende Industrie selbst beurteilt ihre Lage
grundsätzlich günstig. Sie klagt aber über die Beeinflussung des
Marktes durch die Zunahme der deutschen Zeitungsdruckpapierproduktion
 und durch die Ausdehnung des britischen Zeitungskapitals in
das großbritannische Produktionsfeld. Vor allem aber sieht sie in
einer steigenden Ausfuhr von Papierholz eine Gefahr. Noch 1928 wurde
darauf hingewiesen, daß die Gesamt-Papierholzausfuhr Finnlands von
0,48 Mill. cbm im Jahre 1924 auf 1,4 Mill. cbm 1925 und 1,7 Mill. cbm
1926 gestiegen sei, und trotz einer geringen Abnahme im Jahre 1927
glaubte man weiterhin an eine Zunahme. Auf die Niederlande und
Deutschland entfielen im Jahre 1926 nahezu 1200000 cbm finnisches
Papierholz, und den Rest erhielten Großbritannien, Frankreich, Norwegen
 und Schweden. Die Hauptverbraucher des finnischen Papierholzes
sind aber gerade unter den wichtigsten Konkurrenten Finnlands auf
dem Weltmarkte zu suchen. Aus diesem Grunde machten sich in Finnland
 starke Bestrebungen geltend, die Papierholzausfuhr zu beschneiden.
Doch ist diese Frage mittlerweile durch den stark gestiegenen Papier-»


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