Chile. Auf den meisten dieser Märkte hat der finnische Absatz als
eine gegenüber der Vorkriegszeit vollkommen neue Konkurrenz
den deutschen überholt.
Weniger stark ist Finnland noch im Export von Packpapier und
zum Teil auch Pappe. Hier ist es der finnischen Industrie noch nicht
restlos gelungen, die früher von Rußland aufgenommenen Mengen auf
die anderen Märkte zu lenken. Ihre Konkurrenz äußert sich hauptgächlich
 noch in einem Unterbieten mit geringwertigeren Qualitäten.
Sie verschärft aber auch dadurch die Konkurrenzlage, denn gerade bei
Pappe und Packpapier besteht eine große Substitutionsmöglichkeit von
besseren Qualitäten durch geringere. Die Folge ist zumindest ein
starker Preisdruck.
Eine starke Steigerung seiner P ap pen ausfuhr hat Finnland nach
den schon früher von ihm belieferten Märkten Deutschland, Dänemark
und Belgien erzielt; neu eingedrungen ist es vor allem in den Vereinigten
Staaten, Ägypten und Argentinien; verloren hat es außer auf dem
russischen Markt vor allem in Großbritannien und den Niederlanden.
Die deutsche Pappenausfuhr ist wiederum, da sie nicht nur Holzpappe,
sondern auch Altpapier-, Stroh- und Hadernpappe umfaßt, mit der
finnischen nur bedingt vergleichbar; sie bleibt auch insgesamt der finnischen
 Ausfuhr unterlegen in Dänemark, den Vereinigten Staaten,
Ägypten und Argentinien. Finnland kann heute an Stelle von Schweden
als der schärfste Konkurrent der deutschen Pappenindustrie sowohl
auf dem deutschen Binnen- als auch auf dem Auslandsmarkt angesehen
werden. In der Packpapier ausfuhr konzentriert sich die Konkurrenz
 Finnlands in der Hauptsache auf den großbritannischen Markt,
der sowohl für den deutschen als auch für den finnischen Packpapierabsatz
 der wichtigste ist. Die finnische Packpapierausfuhr nach Großbritannien
 stieg 1913 zu 1929 von 12600 t auf 26 200 t, während die
deutsche Packpapierausfuhr nach Großbritannien 1929 nur wenig über
den Vorkriegsstand hinausging. Besonders bemerkenswert ist eine
gegenüber der Vorkriegszeit stark erhöhte Konkurrenz der finnischen
Packpapierausfuhr auf dem deutschen Markt selbst.
Die Zeitung s papierausfuhr Finnlands umfaßte 1913 rd. die
Hälfte, 1929 fast drei Viertel, die Packpapierausfuhr 1913 nahezu die
Hälfte, 1929 rd. ein Sechstel der gesamten Papierausfuhr Finnlands.
Den Rest der Gesamtausfuhr führt die finnische Statistik in der
Hauptsache unter einer Sammelposition „übriges Papier“ auf, so daß
er sich einem Vergleich entzieht. Unter den anderen gesondert aufgeführten
 Positionen sind allein Schreib- und Seidenpapier noch von
größerer Bedeutung. Die finnische Schreibpapier ausfuhr beträgt
1929 mit 2500 t nur knapp den achten Teil der deutschen Ausfuhr von
Schreib-, Brief-, Bütten- und Notenpapier. Vor dem Kriege ging die
finnische Schreibpapierausfuhr aber fast restlos nach Rußland. Heute
nimmt Rußland nichts mehr ab, dagegen gehen rd. drei Viertel nach
Großbritannien und Irland, wo Finnland, eine völlig neue Entwicklung,
 fast die Hälfte des deutschen Absatzes erreicht. Die finnische
Seidenpapierausfuhr geht zu über vier Fünfteln nach Groß-759

