Den Ausmaßen der Produktionsentwicklung schließt sich eine entsprechende
 Entwicklung des Exports an. 1929 zu 1913 ist der
Export von Papierhalbzeug von rd. 290000 t auf 760 000 t und der
Export von Zeitungspapier von rd. 265 000 t auf 2 282 000 t gestiegen.
Dabei zeigt der Papierhalbzeugexport Kanadas in den letzten Jahren
nicht nur im Verhältnis zur Produktion, sondern auch absolut bereits
wieder einen Rückgang. Wie die nordeuropäischen papiererzeugenden
Industrien so tendiert auch die kanadische papiererzeugende Industrie
zu einer fortlaufend zunehmenden Eigenverarbeitung des Halbzeuges.
Einem Rückgang der Holzschliffausfuhr von rd. 340000 t 1925 auf
rd. 190 000 t 1929 und der Zellstoffausfuhr von.rd. 562 000 t 1925 auf
rd. 536 000 t 1929 steht eine Steigerung der Papierausfuhr in derselben
Zeit von rd. 1376 000 t auf 2 300 000.t gegenüber (vgl. Tab. 131).
Diese beispiellose Entwicklung der kanadischen papiererzeugenden
Industrie beruht gleicherweise auf günstigsten naturgegebenen und
wirtschaftlichen Voraussetzungen. Der Wald- und Wasserreichtum der
Standorte — Quebec, Ontario und neuerdings auch Brit.-Kolumbien
 — vereint sich mit finanziellen und organisatorischen Kräften
größten Ausmaßes. Die Kapitalinveetition betrug schon 1926 14, Milliarde
 $. Die hohe Investition belastet zwar stark die Rentabilität,
andererseits aber kommt ihr die fabrikatorische und organisatorische
Zusammenballung in Riesenbetrieben und -konzernen zugute. Vom
Wald, dessen Besitz dem meist durchgängig vertikalen Aufbau der
Firmen angegliedert ist, bis zum Ganzzeug ist die gesamte papiererzeugende
 Industrie Kanadas in wenigen Betrieben und Händen vereinigt.
Dies ermöglicht neben vollkommenster Bezugs- und Absatzrationalisierung
 eine durchgreifende Technisierung der Gesamtindustrie. Jedoch
setzen die großbetriebliche Struktur und das hohe Lohnniveau zugleich
der Expansion Grenzen. Trotz des großen Umfanges seiner eigenen
Papierfabrikation ist Kanada für hochwertige Papierarten auf einen
Import in Höhe von über 10 Mill. $ angewiesen.
Die produktionswirtschaftlichen Vorteile der papiererzeugenden
Industrie Kanadas finden ihre Ergänzung in einer überaus günstigen
Absatzlage. Der größte Papierhalbzeug- und Papierganzzeugabsatzmarkt
 der Welt, die Vereinigten Staaten, liegen in ihrer unmittelbaren
Nähe. Die Entwicklung der papiererzeugenden Industrie Kanadas ist
ein Spiegelbild der Aufnahmefähigkeit des amerikanischen Marktes und
der Export nach Amerika die tragende Kraft dieser gewaltigen Produktions-
 und Absatzsteigerung. Vom Wert der kanadischen Papierhalbzeugausfuhr
 entfielen im Jahre 1929 über vier Fünftel auf die Vereinigten
 Staaten, vom Wert der Pappenausfuhr fast drei Viertel und
vom Wert der Zeitungspapierausfuhr, die allein rd. 98%: des Gesamtpapierausfuhrwertes
 ausmacht, fast neun Zehntel (vgl. Tab. 132).
Trotzdem der größte Teil der Produktion der kanadischen papiererzeugenden
 Industrie von den Vereinigten Staaten aufgenommen wird,
spielt Kanada mit dem restlichen Teil seines Exportes noch eine bedeutende
 Rolle auf dem Weltmarkt. -
Der Rest der kanadischen Holzschliffausfuhr geht fast ausschließlich
 nach Großbritannien, wo der kanadische Absatz allerdings

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