Neben seiner großen Bedeutung als Ausfuhr- und Einfuhrland ist
Großbritannien auch als Durchfuhrland für den Weltpapiermarkt
von ausschlaggebender Bedeutung. Der Londoner Papiermarkt ist der
wichtigste der Welt; er ist maßgebend für die Welthandelspreise. Das
Hauptgeschäft auf diesem Gebiet erscheint allerdings nicht in der
Statistik, da die größten für den Reexport bestimmten Warenmengen
zwar von englischen Exporthändlern bei den Vertretern der ausländischen
 Firmen in London gekauft werden, auch in London fakturiert
werden, aber unmittelbar vom Erzeugungsland zum Versand kommen,
ohne England zu berühren. Insgesamt erscheinen in der englischen
Statistik als Durchfuhr nur durchschnittlich 1000 t bis 2000 t Papier
und 1000 t Pappe,
Das stärkste Defizit in der eigenen Bedarfsdeckung zeigt Großbritannien
 in Druckpapier. Im Jahre 1913 betrug dessen Einfuhr,
einschl. geringer Mengen Schreibpapier, 185 000 t und ist 1925 bis 1929
fortlaufend gestiegen bis auf 380 000 t. Die -Hauptherkunftsländer der
großbritannischen Druckpapiereinfuhr waren im Jahre 1927
die drei nordischen Länder mit insgesamt einem Anteil von rd. der
Hälfte der Einfuhrmenge. Aber auch schon 1927 wurde jedes einzelne
von ihnen noch übertroffen von Neufundland (einschl. Labrador), auf das
über ein Viertel der Einfuhrmenge entfiel. Außerdem war auch Kanada
schon mit rd. 12% beteiligt. Aus Deutschland kamen nur rd. 5%.
Im Jahre 1929 deckte Kanada allein über zwei Fünftel der Einfuhrmenge,
 Neufundland fast ein Viertel und die drei nordischen Länder
insgesamt nur mehr noch wenig mehr als Neufundland allein. Deutschlands
 Anteil war 1929 auf nur mehr knapp 3% gesunken. Deutschland
ist zugleich auch das einzige Land, dessen Druckpapiereinfuhr nach
Großbritannien gegenüber der Vorkriegszeit gesunken ist, und zwar um
rd. 60%: (von rd. 24000 t 1913 auf rd. 10000t 1929). Die Ausfuhr
aller anderen Länder nach Großbritannien ist stark gestiegen, am
stärksten die Kanadas, Finnlands und Neufundlands. Der Rückgang
der deutschen Druckpapierausfuhr nach Großbritannien liegt im wesentlichen.
 daran, daß Deutschland in der Lieferung von Zeitungsdruckpapier
 zurücksteht, das den weit überwiegenden Teil der großbritannischen
 Druckpapiereinfuhr ausmacht. Finnland, Norwegen und Schweden
haben infolge ihrer günstigen Produktionsbedingungen und ihrer Halbzeuglieferungen
 und Kanada und Neufundland infolge ihrer Verbundenheit
 mit dem Mutterlande einen Vorsprung. Geringer ist für Deutschland
 die Konkurrenz in anderem Druckpapier. Hier ist Deutschland
der bedeutendste Lieferant; Konkurrenten sind wiederum die nordischen
Länder, vor allem Norwegen und Finnland, während Schwedens Ausfuhr
 in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist; daneben auch die
Niederlande und in starkem Ansteigen Österreich. .
Im Gegensatz zur großbritannischen Druckpapiereinfuhr, in der
das Zeitungspapier dominiert, überwiegt in der Druckpapierausfuhr
 anderes Druckpapier Zu ihm gehört auch das hochwertige
Espartodruckpapier, dessen Herstellung eine schottische Spezialität ist.
In England wird es viel zum Buechdruck verwandt. und es erscheint

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