einheitswert nur rd. zwei Drittel des Ausfuhreinheitswertes, Die an
sich verhältnismäßig geringe Pappenausfuhr Großbritanniens bekommt
dadurch besondere Bedeutung. Sie ist 1929 zu 1913 auf über das Zweieinhalbfache
 gestiegen und beträgt 1929 mit rd. 16 600 t ungefähr den
fünften Teil der deutschen Pappenausfuhr insgesamt und über das Dreifache
 der deutschen Ausfuhr von feinen Pappen. Die großbritannische
Pappenausfuhr geht zu über drei Vierteln nach britischen Ländern, von
denen wiederum Brit.-Indien, vor allem mit dem Import von Cardboard
und Pasteboard, weit an erster Stelle steht.
£) Die Niederlande

Die papiererzeugende Industrie der Niederlande entbehrt wie die
Großbritanniens eine größere eigene Holzbasis. Jedoch kommt sie in
ungleich stärkerem Maße ohne Holz bzw. Holzmasse aus. Zum überwiegenden
 Teil ist sie auf der Strohverarbeitung aufgebaut. Sie ist als
solche als landwirtschaftliches Nebengewerbe entstanden und hat auch
heute noch zum großen Teil diesen Charakter nicht verloren. Ihre
Unternehmungsformen sind vielfach Bauerngenossenschaften, die gegründet
 wurden, um eine rationellere Verwendung des Strohanfalles zu
armöglichen. Einen starken Entwicklungsantrieb bekam die niederländische
 papiererzeugende Industrie durch die Sperrung der deutschen
Grenze gegen den Viehimport, Ende der siebziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts. Der größte Teil des Strohs wurde dadurch für den Landwirt.
 zur Viehzucht und -haltung entbehrlich; und die Produktion von
Stroh zur industriellen Verarbeitung trat mehr und mehr in den Vordergrund
 des landwirtschaftlichen Betriebes. Später machte dann die Modernisierung
 der Wirtschaften in den Moorkolonien den Stalldünger so
gut wie völlig entbehrlich, und die intensive Kunstdüngung ermöglichte
es, den jährlich größer werdenden Moorkolonien riesige Strohernten
abzugewinnen. Voraussetzung für deren Verarbeitung aber sind die
günstigen Transportmöglichkeiten des mit Kanälen durchzogenen Landes,
 die sowohl für den. Stroh- und den Brennstoffbezug — statt
Kohle wird zunehmend Torf verwandt — als auch für das Fertigprodukt
 einen reinen Wassertransport erlauben. Sie bedingen, daß die niederländische
 papiererzeugende Industrie in Strohpapier und vor allem
aber in Strohpappe bei weitem die erste Stelle auf dem Weltmarkt einnimmt.
 Der Strohpappenexport der Niederlande ist größer als der
Holzpappenexport aller anderen: Länder zusammen. und. bildet für diese
eine starke Substitutionskonkurrenz.
Der Außenhandel der. niederländischen papiererzeugernden‘ Industrie
in Strohmasse, ihrem Haupthalbstoff, ist unbedeutend; die Strohmasse
 wird fast restlos im eigenen Lande hergestellt und verarbeitet.
im Holz- und Holzhalbstoff- Außenhandel der Niederlande
hat — abgesehen von der Holzdurchfuhr — nur die Einfuhr eine größere
Bedeutung. Sie beschränkt sich für Holz im wesentlichen auf Lieferungen
 aus Rußland und Finnland und für Holzechliff und Zellstoff auf
Skandinavien, Finnland und Deutschland: Die Papierholzeinfuhr betrug
1929 rd. 566 000 fm, die Zellstoffeinfuhr rd. 67 000 t, die Holzschliffeinfuhr
 rd. 25 000 t.

).