Die wichtigsten Bestimmungsländer der tschechoslowakischen
Papierausfuhr sind bei weitem in erster Linie Ungarn und außerdem
die Balkanländer. An der Packpapierausfuhr haben auch noch Großbritannien,
 Polen, Italien, die Schweiz, Österreich, Ägypten und die
Transithäfen Triest und Hamburg größere Anteile; an der Druckpapierausfuhr
 Brit.-Indien, China und Ägypten; an der Schreib- und
Pergamentausfuhr Österreich und Großbritannien. Nur gering beteiligt
 ist Ungarn an der Seiden- und Zigarettenpapierausfuhr. In der
Seidenpapierausfuhr stehen Deutschland, Österreich und die Ver.
Staaten, in der Zigarettenpapierausfuhr Arabien, Rumänien und Österreich
 an erster Stelle. Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung der
tschechoslowakischen Papierausfuhr auf dem Gebiete der feinen Seidenpapiere,
 der Zigarettenpapiere und der Blumenpapiere.
Die Pappen ausfuhr der Tschechoslowakei ist am wenigsten bedeutend
 und beschränkt sich im wesentlichen auf Rohpappe und Holzstoffpappe;
 jene geht überwiegend nach Österreich, Ungarn, daneben
auch Schweden, Deutschland und Jugoslawien, diese nach Polen, Hamburg,
 Triest und dem Balkan.

k) Frankreich

Die pDapiererzeugende Industrie Frankreichs erzeugte im Jahre
1929 schätzungsweise 850 000 t Papier und Pappe, und zwar ungefähr
120 000 t Zeitungsdruckpapier, 50 000 t Kraftpapier, je 150 000 t Buchund
 Zeitschriftenpapier, Packpapier aller Art und Karton, ie 30 000 t
Espartopapier und Zigarettenpapier und 170 000 t übriges Papier und
Papierprodukte. Sie übertrifft damit die skandinavischen Länder und
erreicht annähernd drei Viertel der Papierganzzeugproduktion der
großbritannischen und annähernd ein Drittel der Papierganzzeugproduktion
 der deutschen papiererzeugenden Industrie. Vor dem Aufkommen
 der Holzverarbeitung war die papiererzeugende Industrie
Frankreichs eine bedeutende Exportindustrie. Noch zu Anfang des
19. Jahrhunderts beherrschte die französische Industrie zusammen mit
der englischen den ganzen damaligen Weltmarkt. Heute jedoch ist sie
zum größten Teil ihres Halbzeugbedarfs auf den Import angewiesen
und nicht in der Lage, den heimischen Bedarf an Papierganzzeug voll
zu befriedigen. Der Verbrauch an Espartogras, das vornehmlich aus
Algier kommt, ist von 19 901 t 1927 auf 24 258 t 1928 und 27 344 t 1929
gestiegen. Der Import von Holzhalbzeug, das vor allem aus den drei
nordischen Ländern und in geringerem Maße aus Deutschland, Österreich,
 Estland, der Tschechoslowakei und der Schweiz eingeführt wird,
betrug 1927 rd. 370 000 t, 1928 rd. 496 000 t, 1929 rd. 456 000t. Im
Jahre 1929 entfielen rd. 160 000 t auf Holzschliff feucht und trocken,
rd. 280 000 £ auf Zellstoff trocken und rd. 16 000 t auf Zellstoff feucht.
Bei einer Ausfuhr von durchschnittlich rd. 60 000 bis 70 000 t Papierganzzeug
 beträgt der Einfuhrüberschuß rd. 100000 bis 150000t. Für
die Papiereinfuhr Frankreichs sind Norwegen, Schweden und
Deutschland (letzteres im Wege der Sachleistungen) die wichtigsten
Lieferanten. Der Hauptteil der Einfuhr besteht aus Zeitungsdruckpapier
 (1927 140 000 t von insgesamt 145 000 t:; 1929 196 000 t von ins-281

