Kurze Darstellung der Gesamtergebnisse

Die deutsche papiererzeugende Industrie umfaßt etwa 1000 bis
1100 Betriebe mit rd. 115000 bis 120000 beschäftigten
Personen. Von der Gesamtzahl der Betriebseinheiten entfallen rd.
ein Drittel auf die Holzschliff-, ungefähr je drei Zehntel auf die Papierund
 auf die Pappenerzeugung und nur wenig mehr als ein Zwanzigstel
auf die Zellstofferzeugung. An der Zahl der in den Betriebseinheiten
beschäftigten Personen dagegen hat die Holzechliffindustrie mit rd.
einem Zehntel den geringsten Anteil, die Pappenerzeugung mit rd. einem
Siebentel nur wenig mehr, während die reine Papiererzeugung mit einem
Anteil von fast drei Fünfteln an erster Stelle steht, gefolgt von der
Zellstofferzeugung mit fast einem Fünftel. Entsprechend verteilen sich
die Betriebsgrößen. Die Groß- und Mittelbetriebe überwiegen in der
reinen Papier- und vor allem in der Zellstofferzeugung, während die
kleineren Betriebe zum größten Teil auf die Pappen- und Holzechlifferzeugung
 entfallen.
Im Vergleich mit der Vorkriegszeit hat die Zahl der Betriebe ab-,
die Zahl der beschäftigten Personen dagegen zugenommen. Mit einer
Abnahme der Zahl der Betriebe um rd. ein Siebentel steht die papiererzeugende
 Industrie in starkem Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt der
deutschen Industrie, deren Betriebszahl annähernd gleichgeblieben ist;
mit einer Zunahme der Zahl der beschäftigten Personen um rd. ein
Viertel dagegen entspricht die papiererzeugende Industrie ungefähr
dem Gesamtdurchschnitt. Am stärksten ist die Betriebskonzentration
in der Zellstoffindustrie, am geringsten in der Pappen- und vor
allem in der Holzschliffindustrie. Die Zellstoffindustrie hat zugleich
auch den größten Anteil an der Konzernbewegung, während in der
Papier-, Holzschliff- und Pappenerzeugung ungleich anderen großen
[ndustrien Deutschlands der Privatbesitz noch von weit überwiegender
Bedeutung ist.
Der Wert der Zellstoff-, der Holzschliff-, der
Papier- und der Pappenerzeugung belief sich 1929
schätzungsweise auf rd. 1,4 Milld. RM, woraus sich ein Nettoproduktionswert
 der papiererzeugenden Industrie von insgesamt rd. 1 Milld. RM
ergibt. Für die Vorkriegszeit liegen nur ganz ungefähre Schätzungen
der Produktionswerte vor, die für einen Vergleich wenig geeignet erscheinen.
 Mengenmäßig ist die Produktion in der Zellstoffindustrie 1929
gegenüber 1913 ungefähr um 45 %, in der Holzschliffindustrie um 26 A

9 Enquete-Ausschuß, I5, Band 10.

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