in der internationalen Rangordnung ungleich stärker zurück als nach
der Produktionsmenge. Im Pappenexport wird Deutschland übertroffen
von den Niederlanden (Strohpappenexport), im Papierexport von Kanada
 und Schweden, im Zellstoffexport von Schweden, Kanada, Finnland
und Norwegen, während die übrigen Länder der deutschen Ausfuhr
meist in geringerem Abstande folgen. Am Holzschliffexport der Welt
ist Deutschland so gut wie gar nicht beteiligt. Gegenüber der Vorkriegszeit
 hat die deutsche papiererzeugende Industrie auch als Ausfuhrindustrie
in der internationalen Rangordnung sehr an Bedeutung verloren. Im
Zellstoffexport blieben 1913 Finnland und Kanada noch stark hinter
Deutschland zurück, im Papierexport hatte Deutschland sogar bei
weitem die Führung. Nur im Pappenexport hat Deutschland gegenüber
Finnland an Bedeutung gewonnen. Im Holzschliffexport der Welt war
Deutschlands Stellung schon in der Vorkriegezeit ohne Bedeutung.

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Die Erzeugungsbedingungen der deutschen papiererzeugenden
Industrie haben sich gegenüber der Vorkriegszeit im allgemeinen
verschlechtert. Neben der stark gestiegenen Steuer- und Frachtbelastung
 trifft dies in besonderem Maße für die Roh- und
Hilfsstoffversorgung zu. Vor allem die Holzbeschaffung,
 der im Kostenanteil ausschlaggebende Bedeutung zufällt, ist
wesentlich erschwert. Die Verluste Deutschlands an waldreichen
Provinzen und die Produktionssteigerung der deutschen papiererzeugenden
 Industrie haben zu einer erhöhten Auslandsversorgung gezwungen.
 Auf dem Weltpapierholzmarkte aber steht die deutsche
Industrie einer starken Einkaufskonkurrenz gegenüber, denn die hauptzächlichsten
 Papierholzländer sind zugleich Länder mit bedeutenden
eigenen papiererzeugenden Industrien, deren Produktionssteigerungen
zudem die der deutschen papiererzeugenden Industrie meist stark übervcagen.
 Erst in jüngster Zeit macht sich durch erhöhten Papierholzexport
 Rußlands und Preissenkung auf dem Inlandsmarkt eine
Erleichterung geltend. Aber die Steigerung der Holzpreise und der
übrigen Roh- und Hilfsstoffe übertrifft nach wie vor die Preisentwicklung
 der Fertigfabrikate. Auch die Steigerung der Lohnkosgsten ist
beträchtlich größer und übertrifft selbst die durchschnittliche Steigerung
der Materialkosten.
Wenn auch nicht übersehen werden darf, daß die Papierarbeiterlöhne
 in der Vorkriegszeit teilweise sehr tief lagen, so stellen doch die
Lohnsteigerungen der Nachkriegszeit um so mehr eine Erschwerung für
die Kostengestaltung der Industrie dar, als sie nur zum Teil durch die
Rationalisierung kompensiert werden konnten. An sich bietet
zwar der gegenwärtige Rationalisierungsstand in der papiererzeugenden
Industrie, besonders in ihrem Zu- und Abbringungswesen, noch Möglichkeiten
 der Arbeitseinsparung. Deren Ausnutzung ist aber vor allem
eine Finanzierungsfrage, und nur in der Spezial- und Qualitätspro-Jluktion
 auch ein Problem des Absatzmarktes.
Die Eigenart der deutschen papiererzeugenden Industrie ale einer
weitgehenden Spezial- und Qualitätsindustrie hindert sie. auch ab-291

