gesehen von der Kapitalfrage, an der Ausnutzung von Rationalisirungsmöglichkeiten,
 die an sich bei erweitertem Absatz durchaus
gegeben wären. Die Spezial- und Qualitätsproduktion ist aber zugleich
eine Stärke der deutschen papiererzeugenden Industrie. Sie ist als
einzige neben einigen wenigen französischen und englischen Fabriken
in der Lage, den mannigfachen Weltmarktbedarf an besonders qualitativen
 Papieren zu decken, die in schwierigen physikalischen, chemischen
und technologischen Verfahren hergestellt werden. Innerhalb der für
die Spezial- und Qualitätsproduktion gesteckten Grenzen hat die Rationalisierung
 gegenüber der Vorkriegszeit große Fortschritte gemacht. Sie
liegen neben einer auf vielfache Weise erreichten stärkeren Ausnutzung
der bestehenden Kapazität, vor allem in Verbesserungen der Kraft- und
Wärmewirtschaft. Die Zweige der Massenproduktion dagegen konnten
auch durch Einführung größerer Aggregate wesentliche Vorteile erzielen.
 Obwohl die technische Entwicklung in der Kriegs- und Nachkriegszeit
 Neuerungen gebracht hat, die ein organisches Wachstum
weit überholt haben, ist es der deutschen papiererzeugenden Industrie,
wenn auch unter schärfster Kapitalanspannung, gelungen, in den eigentlichen
 Produktionsanlagen mit der technischen Entwicklung Schritt zu
halten.

Der Rationalisierungszwang, den die technische Entwicklung und
die Lohnkostengestaltung der deutschen papiererzeugenden Industrie
auferlegt haben, hat in den meisten ihrer Zweige zu Kapazitätserweiterungen
 geführt, mit denen die Absatzbedingungen nicht Schritt
gehalten haben. Einerseits hat nicht nur die Produktionskapazität der
deutschen papiererzeugenden Industrie zugenommen, sondern auch die
der Auslandsindustrien, und zwar vielfach in noch weit stärkerem Maße,
und zum anderen ist der Bedarf insgesamt nicht in demselben Umfange
gestiegen. Die hohe Konjunkturempfindlichkeit ihrer Erzeugnisse bringt
die papiererzeugende Industrie in vollkommene Abhängigkeit von der
Gesamtwirtschaftslage. Diese stand aber in der Nachkriegszeit, abgesehen
 nur von einigen Jahren, sowohl auf dem Weltmarkte als auch
in noch höherem Maße auf dem Binnenmarkt einer Bedarfsentwicklung
entgegen, die der Kapazitätserweiterung hätte entsprechen können. Dadurch
 wurde nicht nur die in hohem Maße durch das Verbrauchsvolumen
bedingte Kartellfähigkeit der Industrie stark beeinträchtigt und so die
Konkurrenz der deutschen Fabriken untereinander wesentlich verschärft
— mit der Auflösung des Pergamentersatzkartells haben nurmehr noch
das Kunstdruck- und die beiden Zeitungsdruckpapierkartelle eine marktgestaltende
 Wirkung —, sondern auch die Konkurrenz mit den Auslandsindustrien
 bis auf den in der Vorkriegszeit nur gering umstrittenen
Binnenmarkt getragen.
Die Einfuhr ist zwar insgesamt noch verhältnismäßig gering,
zeigt aber für einzelne Zweige eine starke und in den letzten Jahren
fortlaufende zunehmende Bedrohung. Am stärksten ist die Bedrohung
des Binnenmarktes für die Zellstofferzeugung, insbesondere die Sulfatzellstofferzeugung,
 für die Packpapier-. insbesondere die Kraftpack-Ma

