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        <title>Die deutsche Zellstoff-, Holzschliff-, Papier- und Pappenindustrie</title>
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            <idno>1871325226</idno>
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        <pb n="1" />
        Ausschuß zur Untersuchung der Erzeugungs»
und Absatzbedingungen der deutschen Wirtschaft

Die

deutsche Zellstoff=, Holzschliff-,

Papier= und Pappenindustrie

Verhandlungen und Berichte
des Unterausschusses
für allgemeine Wirtschaftsstruktur

(I. Unterausschuß)
5. Arbeitsgruppe (Außenhandel)

10. Band

Verlegt bei E.S. Mittler &amp;amp; Sohn /Berlin‘
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        Ausschuß zur Untersuchung der Erzeugungsund
 Absatzbedingungen der deutschen Wirtschaft

Die

deutsche Zellstoff:, Holzschliff:,
Papier: und Pappenindustrie

Verhandlungen und Berichte
des Unterausschusses

für allgemeine Wirtschaftsstruktur

(I. Unterausschuß)
5. Arbeitsgruppe (Außenhandel)

10. Band

19 3 1

Verlegt bei E.S. Mittler &amp;amp; Sohn / Berlin
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        Redaktionssekretär:
Dr. Reinhold Bethke, Kiel
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Mitglieder
der 5. Arbeitsgruppe des Unterausschusses
für allgemeine Wirtschaftsstruktur

Geheimrat Dr. h. ec. Dr. Bernhard Harms, o. Professor, Direktor des
Instituts für Weltwirtschaft und Seeverkehr an der Universität
Kiel, Vorsitzender
Professor Georg Bernhard, M.d. R., Chefredakteur der Vossischen
Zeitung, Berlin
Wilhelm Eggert, M. d. R. W. R., Gewerkschaftssekretär, Berlin
Dr. Eduard Hamm, M.d. R.W. R., erstes geschäftsführendes Präsidialmitglied
 des Deutschen Industrie- und Handelstages, Reichsminister
 a. D., Berlin
Professor Dr. August Müller, M.d. R. W. R., Staatssekretär a. D..
Berlin
Georg Müller, M. d. R. W. R., Oerlinghausen
Wilhelm Koenen, M. d. R., Berlin
Hans von Raumer, M.d. R., geschäftsführendes Vorstandsmitglied
des Zentralverbandes der deutschen elektrotechnischen Industrie
e. V., Reichsminister a. D.., Berlin
Wissenschaftlicher Sekretär
Dr. Wendelin Hecht, Berlin

Ständige Sachverständige
Dr. Adolf Löwe, o. Professor an der Universität Kiel
Dr. Eduard Rosenbaum, Direktor der Commerzbibliothek, Hamburg
Dr. Jakob Marschak, Dezernent am Institut für Weltwirtschaft und
Seeverkehr an der Universität Kiel

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Sachbearbeiter für die Zellstoff-, Holzschliff-, Papier- und
Pappen-Industrie
Dr. Wilhelm Steffler, Berlin

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Enquete-Ausschnß. 15, Band 10.

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        Vorbemerkung

Die Untersuchungen über die deutsche Zellstoff-, Holzschliff-,
Papier- und Pappenindustrie haben, abgesehen von zwei lediglich allgemein-informatorischen
 Vorbesprechungen, im Frühjahr des Jahres 1928
mit schriftlicher Befragung der Industrien und Bearbeitung des sonst
zugänglichen Materials begonnen. Die Ergebnisse wurden zu einem im
Sommer 1929 abgeschlossenen umfangreichen Vorbericht verarbeitet, der
den zu Beginn des Jahres 1930 vorgenommenen mündlichen Vernehmungen
 zugrunde lag. Die in diesen Vernehmungen gewonnenen Erkenntnisse
 wurden durch speziellen Schriftwechsel noch ergänzt und mit dem
Gesamtmaterial abschließend verarbeitet.
Den zuständigen amtlichen und parlamentarischen Stellen sind die
Protokolle jeweils sofort zugestellt worden, und zwar in absoluter Vollständigkeit.
 Der vorliegende Bericht beschränkt sich auf die Hervorhebung
 des Wichtigsten in größtmöglicher Kürze. Besonderer Wert
wurde der Ermittlung dauernder Strukturwandlungen beigemessen, so
daß die Ergebnisse im Grundsätzlichen auch dann noch „aktuell“ bleiben,
wenn Einzelangaben und statistische Nachweise durch neuere Zahlen
überholt sind. Im Gegensatz zu den meisten anderen Veröffentlichungen
der 5. Arbeitsgruppe wurde von der auszugsweisen Veröffentlichung der
Verhandlungsprotokolle abgesehen, um die durch die Vielseitigkeit der
Industrie überdies schon erschwerte Übersicht nach Möglichkeit zu erleichtern.
 Eine kurze Zusammenfassung der Hauptergebnisse soll abschließend
 einen wenn auch nur summarischen TYherhlicek vermitteln.
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        Inhaltsverzeichnis

ERSTER TEIL
Allgemeine Struktur und Bedeutung
I. Umfang der Industrie... 2.0.0.0... .
|. Zahl der Betriebe und der beschäftigten Personen
2. Betriebsgrößen . ........
3, Umfang und Wert der Produktion .
4. Binnenabsatz und Weltmarkt. .
II. Produktionsgruppen und Erzeugnisse .
II Standorte . . .

Seite
6
en

18
29
95

ZWEITER TEIL

Die Produktion
{. Versorgung mit Roh- und Hilfsstoffen .
L, Papierholz . . .
2. Stroh . .. .
3. Hadern. . . .
4. Altpapier . .
5. Zellstoff . .
6. Holzschliff . .... 2... x
7. Chemikalien, Füllstoffe, Materialien
3, Betriebskraft . .......
11, Betriebs- und Unternehmungsorganisation .
l. Rechtsformen. .....
23. Konzentrationstendenzen ...
3. Rationalisierung der Produktion
{1 Arbeitnehmerverhältnisse , .. .....
L. Struktur der Arbeiterschaft .
2. Arbeitsbedingungen . . . 0.000200 100
3. Lohnanteil an. der Mengen- und Werteinheit der ProdUktiom
 » - x + % © ® UM
[V. Selbstkosten und Preise . . . . Ok ® ©
L. Selbstkostenaufwand, Selbstkostenverteilung und Preisantwicklung
 in der Papierhalbzeugindustrie . ....
la tung für Papierhalbzeug. .........
Selbstkostenaufwand, Selbstkostenverteilung und Preisantwicklung
 in der Papierganzzeugindustrie . .
4. Frachtbelastung für Papierganzzeug .
5. Steuerbelastung .........
6. Eigen- und Fremdkapital. .....
7. Kapitalinvestition und Kapitalumsatz

37
38
410

3.
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56
78
38
38
93
109
118

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113
119

122
127
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134
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        Seite

DRITTER TEIL
Der Absatz

J. Die Organisation des Binnenabsatzes .
1. Die Zellstoffindustrie .
2. Die Holzschliffindustrie
3. Die Papierindustrie .
4. Die Pappenindustrie

II. Der Außenhandel . . . .
1, Die Außenhandelslage der deutschen papiererzeugenden
Industrie. . . % | HE m kw Rs 4
a) Die Außenhandelspositionen, die Zolltarifsätze und die Außenhandelsbilanz
 der papiererzeugenden Industrie . . . .
Die Außenhandelslage der Papierhalbzeugindustrie . . .
Die Außenhandelslage der reinen papiererzeugenden Industyie
 . &amp;gt; . &amp;gt; + 4 &amp;gt; x» + WR wm © .
Die Außenhandelslage der Pappenindustrie . . . . .
2. Die wichtigsten Konkurrenz- und Absatzländer der deutschen
 papiererzeugenden Industrie . ‘ .
a) Schweden. .......
b) Norwegen . .. ..
c) Finnland .
© Kanada . 000000002
sr Die Vereinigten Staaten von Amerika
Großbritannien. . . . . .. .
Niederlande . . . 5 * 8
Österreich . .. SA
Tschechoslowakei . ER
frankreich . .
ftalien. . . .
Rußland . . .
Polen. ...
Neufundland
Japan... .... “m m
Südamerika und der asiatische Kontinent .

Kurze Darstellung der Gesamtergebnisse

139
139
141
141
156
158
158

158
164

182
218

242
245
250
255
260
265
268
275
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279
281
282
282
283
284
285
287

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        Verzeichnis der Sachverständigen
Papierindustrie:
Diamant, Robert, Direktor a. D., Bautzen i. Sa. (als Generalsachverständiger)
 .
Alexander, Karl, Fabrikdirektor a. D., Hainberg, Post Seidorf im
Riesengebirge
Avö-Lallemant, Direktor, in Fa. Feldmühle Papier- und Zellstoffabrik
 A.-G., Stettin
Brand, Philibert, Dr., Generaldirektor, in Fa. Natronzellstoff- und
Papierfabriken A.-G., Berlin
Brandt, Albert, Fabrikbesitzer, in Fa. Papierfabrik Plattenthal.
Brandt &amp;amp; Süreth, Wiesenbad i. Sa.
Clemens, Dr., Geschäftsführer des Gesamtausschusses der Fachgruppen
 der Papierindustrie, Berlin-Charlottenburg
Dietrich, Franz, Fabrikbesitzer, in Fa. Oskar Dietrich, Kommanditgesellschaft,
 Weißenfels, Prov. Sachsen
Erfurt, Fritz, Dr., Fabrikbesitzer, in Fa. Friedrich Erfurt Papierfabrik,
 Straupitz b. Hirschberg i. Schles.
Fleischer, Fabrikbesitzer, in Fa. Seidenpapierfabrik Eielingen,
Moritz-Fleischer, Eislingen i. Württemberg
Graske, Geschäftsführer der Wirtschaftestelle für Kunstdruckpapier
G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg
Gottstein, Hans, Generaldirektor, in Fa. Feldmühle Papier- und
Zellstoffabrik A.-G., Stettin
Glatz, Erwin, Kommerzienrat, in Fa. Julius Glatz Papierfabriken,
Neidenfels (Rheinpfalz)
Greulich, Fritz, Fabrikdirektor, in Fa. Coseler Cellulose- und
Papierfabriken A.-G., Cosel-Oderhafen
Haindl, Georg, Kommerzienrat, in Fa. Haindl’sche Papierfabriken
G. m. b. H., Augsburg
Huntemüller, Carl, Direktor, in Fa. Freiberger Papierfabrik zu
Weißenborn, Amtsh. Freiberg i. Sa.
Tost, Hermann, Direktor, in Fa. Papierfabrik Sebnitz A.-G.. Sebnitz
 1. Sa.
Klein, Dr., Direktor, in Fa. Hermes &amp;amp; Co. Kommandit-Gesellschaft, &amp;gt;
Düsseldorf£.

+77
        <pb n="10" />
        Leopold, Gerhard, Dr., Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes
der Deutschen Papier-, Pappen-, Zellstoff- und Holzstoffindustrie
E. V., Berlin-Charlottenburg
Mirus, Dr., Leiter der Wirtschaftsstatistischen Abteilung der Papier-,
Pappen-, Zellstoff- und Holzschliffindustrie, Berlin-Charlottenburg.
Reimann, Dr., in Fa. Verband Deutscher Druckpapierfabriken.
G. m. b. H., Berlin
Schark, Direktor, in Fa. Zellstoffabrik Waldhof, Mannheim-Waldhof
Weidermann, Direktor, in Fa. Ringfreie Druckpapierfabriken
G. m. b. H., Berlin
Wussow, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Papierfabrikanten
 E. V., Berlin-Charlottenburg I

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Pappenindustrie:
Blauth, Generaldirektor, in Fa. Graf Haugwitz’sche Holzstoff- und
Pappenfabrik, Krappitz (Oberschles.)
Endler, Direktor, in Fa. Kartonpapierfabriken A.-G., Groß-Särchen,
Kreis Sorau N.-L.
v. Frentz, Freiherr, Dr., Geschäftsführer des Vereins Deutscher Pappenfabrikanten
 E. V., Berlin-Charlottenburg
Kessler, Direktor, in Fa. A. Zacharias, Pirna a. d. Elbe
Kienzerle, Otto, Fabrikbesitzer, in Fa. Kienzerle &amp;amp; Kie, Oberau in
Oberbayern
Levy, Direktor, Verband Deutscher Kartonfabriken G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg
 ;
Mehling, Fabrikbesitzer, in Fa. Neudorfer Pappenfabrik Walter
Mehling, Neudorf, Post Mücka O.-L.
Penseler, Fabrikbesitzer, in Fa. Julius Penseler, Brunkensen bei
Alfeld (Leine).
Rosenthal +, Fabrikbesitzer, in Fa. Rosenthal &amp;amp; Co., Röthenbach
a. d. Pegnitz (Bayern)

Zellstoffindustrie:

Cassirer, Max, Stadtrat, in Fa. Tillgner &amp;amp; Co., Berlin, 1. stellv. Vorsitzender
 des Vereins Deutscher Zellstoff-Fabrikanten E. V.
Clemm , Otto, Dr. h. c., Generaldirektor, in Fa. Zellstoffabrik Waldhof,
Mannheim-Waldhof, 1. Vorsitzender des Vereins Deutscher Zellstoff-Fabrikanten
 E. V.
Lejeune-Jung, Paul, Dr., M.d. R., Geschäftsführer des Vereins
Deutscher Zelletoff-Fabrikanten E. V.. Berlin-Charlottenburg.

Holzschliffindustrie:
Schaal, Siegfried, Fabrikbesitzer, in Fa. Siegfried Schaal, Holzstoff-Fabriken,
 Scheer (Württemberg)
        <pb n="11" />
        Schuchhart, Erich, Dr., Geschäftsführer des Vereins Deutscher Holzstoff-Fabrikanten,
 E. V., Dresden.

Arbeitnehmerschaft:
Lins, Bernhard, Zentralverband der Christlichen Fabrik- und Transportarbeiter,
 Berlin
Stühler,6G., Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands, Hannover
Stu x ® Leo, Gewerkverein Deutscher Fabrik- und Handarbeiter.
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Abnehmerschaft:
Berliner, Fritz, in Fa. Maaß &amp;amp; Röhmann, Berlin, Vorsitzender des
Vereins Berliner Papiergroßhändler
Carbe, Martin, Dr., Generalbevollbemächtigter des Verlages Rudolf
Mosse, Berlin
Coppius, Dr., Dr., Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Pappengroßhändler,
 Berlin-Friedenau
Herrmann, Friedrich, Prokurist, in Fa. S. Fischer Verlag A.-G..
Berlin
Kraemer, Hans, Direktor, M. d. R. W. R., Vorstandsmitglied des Gesamtausschusses
 der Papier verarbeitenden Industrien, Berlin
Krause, Max, in Fa, Max Krause, Berlin
Landsberger, Heinrich, in Fa. Landsberger &amp;amp; Bazar, Berlin
Saalfeld, Kurt, Dr., in Fa. Verlag Ullstein, Berlin
Süskind, Hans, in Fa. Paul Pniower, Berlin, Vorsitzender des Verbandes
 Deutscher Pappengroßhändler E. V., Berlin
Thurmann, Geheimer Regierungsrat, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
 des Gesamtausschusses der Papier verarbeitenden Industrien,
 Berlin
Wenglein, Dr., Rechtsanwalt, in Fa. Scherl-Verlag, Berlin
Zeitlin, Leon, Dr., M.d.L. und M.d. R. W. R., Geschäftsführendes
Vorstandsmitglied des Reichsverbandes Deutscher Papiergroßhändler
 E. V., Berlin

Y ]
        <pb n="12" />
        ERSTER TEIL

Allgemeine Struktur
und Bedeutung

Enquete-Ausschuß. I 5. Band 10.
        <pb n="13" />
        Die papiererzeugende Industrie ist in ihrer gegenwärtigen Struktur
entscheidend bestimmt durch die technischen Wandlungen, die im Laufe
des 19. Jahrhunderts den Herstellungs- und Verarbeitungsprozeß des
Papieres von Grund auf veränderten. Während sich vorher die papiererzeugende
 Industrie lediglich — ihren beiden Endprodukten entsprechend
 — in Papier- und Pappenerzeugung teilte, sonderte sich mit
dem Aufkommen der Holzverarbeitung, die in der zweiten Hälfte des
vorigen Jahrhunderts neben und an die Stelle der Hadern- und Altpapierverarbeitung
 trat, die Halbzeugherstellung von der eigentlichen
Papier- und Pappenherstellung ab. Die Absonderung der Halbzeugherstellung
 ging so weit, daß diese sich in Yielem als durchaus selbständige
 Industrie entwickelte. Zur eigentlichen Papier- und Pappenindustrie
 trat die Holzechliffindustrie und die‘ Zellstoffindustrie hinzu.
Damit war eine produktionstechnisch bedingte Wandlung eingeleitet,
die der papiererzeugenden Industrie ein wirtschaftlich vollkommen neues
Gepräge verlieh und ihr vor allem den Anstoß zu einer großindustriellen
Entwicklung gab.
Die Nachfrage nach Papier war schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts
 in bedeutendem Ausmaße gestiegen. Im Jahre 1818 veröffentlichte
 Alois Senefelder sein „Vollständiges Lehrbuch der Steindruckerey““
und verhalf damit seiner Erfindung, mit einem geätzten, gummierten
und gefeuchteten Stein zu drucken, auf dem die Zeichnungen mit fetter
Kreide oder Tusche aufgezeichnet wurden, zu rascher Verbreitung;
Noten- und Landkartendruck und Ilustrierung von Werken (besonders
auch von technischer Literatur) zogen daraus den größten Nutzen.
Schon ungefähr ein Jahrzehnt früher hatte Friedrich König in England
die erste Schnellpresse gebaut, die den Anstoß zu einer raschen Entwicklung
 der Zeitungs- und Werkdruckpresse gab.
Der damaligen Bedarfssteigerung stand jedoch ein erheblicher
Mangel an Rohstoffen, Altpapier und Hadern, gegenüber. Der Rohstoffmangel
 machte sich um so fühlbarer, als ungefähr gleichzeitig mit
dem Druckgewerbe, das mit der Erfindung der Schnellpresse den ersten
Schritt zur industriellen Entwicklung tat, auch die Papierindustrie
begonnen hatte, ihr ausschließliches Handwerktum abzulegen. Um die
Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert wurden in Frankreich und England
die beiden Formen der Papiermaschine, die Lang- und die Rundsiebmaschine,
 erfunden und entwickelt, und damit die Möglichkeit geschaffen.
ein endloses Papierband zu erzeugen.
Von dem Mißverhältnis zwisehen der Absatzmöglichkeit und der
Produktionstechnischen Ausrüstung einerseits und dem durch den Roh-
        <pb n="14" />
        stoffmangel gehemmten Produktionsumfang andererseits wurde die
papiererzeugende Industrie erst durch die Nutzbarmachung des Holzes
als Papierrohstoff befreit. 1843 erfand der Webermeister Keller in
Sachsen den Holzschliff, d. h. einen Papierstoff, der durch mechanisches
Abschleifen von Holz unter Wasserzusatz als Faserbrei gewonnen
wird. Vor allem aber wurden in den achtziger Jahren des vergangenen
 Jahrhunderts an chemisch aufgeschlossenem Holz (Zellstoff)
Eigenschaften aufgewiesen, die die auch heute noch manchmal gewählte
Bezeichnung „Surrogat“ als zu Unrecht angewandt erscheinen läßt.
Mehr als 15 Jahre dauerte es, bis die Erfindung des Holzschliffes
zur praktischen Auswertung kam. Dann allerdings führte sie schnell
zur Gründung einer großen Zahl von Holzschleifereien. Behoben
wurde die Hadernnot dadurch noch nicht... Für die Feinpapierfabrikation
 war der Holzschliff als Rohstoff ungeeignet. Auch die Herstellung
 von geringeren Papiersorten, von Druck- und Packpapier, blieb
infolge der mangelnden Festigkeit und Dauerhaftigkeit, die aus Holzschliff
 allein erzeugte Papiere zeigen, auf einen Hadernzusatz angewiesen.
 So sehr deshalb auch der Rohstoffmarkt durch die zunehmende
Holzschliffverarbeitung entlastet wurde, so war doch die Möglichkeit
zu einer Emanzipation der Papierindustrie von der Hadernrohstoffbasis
 erst gegeben, als der einmal beschrittene Weg der Holzerschließung
in einem chemischen Aufschlußverfahren zur Erfindung des Zellstoffes
führte. Die Zellstoffherstellung machte überaus schnelle Fortschritte
und enthob, da selbst holzechliffhaltige Papiere, die mit einem Zusatz
von Zellstoffasern erzeugt werden, eine sehr gute Festigkeit aufweisen,
nieht nur die Produktion geringerer Papiersorten fast restlos der Notwendigkeit,
 noch weiter Hadern zu verarbeiten, sie bedeutete auch für
die Herstellung der meisten besseren Papiersorten einen vollwertigen
Ersatz der Hadern. Nur einzelne besondere Druckpapiere und einzelne
hochwertige Spezialpapiere erforderten noch einen Hadernzusatz; nurmehr
 wenige Papiere blieben auf eine ausschließliche Hadernverarbeitung
 angewiesen.
Der Nutzbarmachung des Holzes schloß sich eine Nutzbarmachung.
von Stroh als Gelbstrohstoff und Strohzellstoff an. Doch war die Bedeutung
 der Stroherschließung keineswegs mit der der Holzerschließung,.
zu vergleichen, zumal der Gelbstrohstoff sich nur zur Herstellung geringwertiger
 Papiere und Pappen und der Strohzeilstoff sich wegen der
Kürze seiner Faser nur als Zusatz zu besseren Papieren geeignet zeigte.
Die umfassende Verschiebung der Rohstoffbasis von der verknappten
 Altpapier- und Hadernbasis auf die reiche Holzbasis machte
nicht nur den Weg frei zu einer der Bedarfsausweitung konformen Produktionssteigerung,
 sondern legte zugleich mit der Sicherstellung des
Rohetoflbedarfes auch die technische Grundlage für eine Produktionssteigerung
 in großindustriellem Ausmaße. Mit der Technik der Holzverarbeitung
 waren die Vorbedingungen für eine Breiten- und Geschwindigkeitssteigerung
 der Papiermaschine gegeben, die heute in ihren
größten Ausmessungen ein Papierband von 6 m Breite bis zu 300 m/min
arzeugt und ohne Unterlaß aufwickelt,
        <pb n="15" />
        Bedarfsausweitung, produktionstechnische Ausrüstung und Rohstoffvorrat
 waren somit durch die Umstellung auf die Holzverarbeitung
zu einer harmonischen Einheit verbunden. Doch wuchs die papiererzeugende
 Industrie in die dadurch gelegten Entwicklungsmöglichkeiten
uneinheitlich hinein. Die Holzschliffherstellung blieb anfänglich noch
durchweg in den engen, von ihrer Technik und dem Bedarf der holzschliffverarbeitenden
 Industrie vorgezeichneten Bahnen. Dagegen zeigte
sich sehr bald, daß die Zellstoffherstellung nur im großen lohnend war.
Auf Grund ihrer Kapitalintensität und ihrer besonderen Standortsbedingungen
 entwickelte sie sich schnell zur großindustriellen Produktion
 und trug nicht zuletzt dazu bei, daß moderne Kapitalmacht
und moderner Wirtschaftsgeist in die papiererzeugende Industrie eindrangen.
 Die noch keineswegs abgeschlossene Entwicklung zeigt in der
Gegenwart ein überaus wechselreiches Bild des Neben- und Miteinander
der vier Industrien, der Zellstoff-, der Holzschliff-. der Papier- und der
Pappenindustrie)).

1) Unter Papierindustrie wird im folgenden durchweg die reine papiererzeugende
Industrie verstanden, zum Unterschied:
1. gegenüber der papiererzeugenden Industrie insgesamt, die die Zellstoff-,
die Holzschliff-, die „Papierindustrie“ und die Pappenindustrie umfaßt,
2. gegenüber der papierveredelnden und paulerverGrheitenden Industrie,
die als Papierwarenindustrie' zu bezeichnen ist.
Die papiererzeugende, por yergänlnde und papierverarbeitende Industrie insgesamt
 trägt die Bezeichnung Papierfach.
Analog wird mit Pappenindustrie im folgenden durchweg die reine pappenerzeugende
 Industrie bezeichnet.
Außerdem werden im folgenden der Kürze halber die Zellstoff- und Holzschliffindustrie
 insgesamt unter der Bezeichnung Papierhalbzeugindustrie, und die Papierund
 Pappenindustrie insgesamt unter der Bezeichnung -Papierganzzeugindustrie
zusammengefaßt.
        <pb n="16" />
        I. Umfang der Industrie

l. Zahl der Betriebe und der beschäftigten Personen

Nach der gewerblichen Betriebszählung von 1925 umfaßt die papierarzeugende
 Industrie 1151 gewerbliche Niederlassungen mit 117 174 beschäftigten
 Personen. Als Quellen für den Umfang der papiererzeugenden
 Industrie stehen ferner die Verwaltungsberichte der Papiernacherberufsgenossenschaft
 und die Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbeamten
 zur Verfügung. Die Berufsgenossenschaft erfaßt die
versicherungspflichtigen Betriebe und Personen; die Gewerbeaufsichtsstatistik
 erfaßt alle Betriebe mit 5'Arbeitnehmern und darüber. Beide
uellen stimmen für den Umfang der Gesamtindustrie annähernd mit
len Ergebnissen der gewerblichen Betriebszählung überein.

Tabelle 1
Der Umfang der papiererzeugenden Industrie nach der Zahl der
Betriebe und Personen 1925—1929

Zahl

Zah ] der

Jahr

Quelle

der
Betriebe

beschäftigt.
 .
DParsonen

VEersicherungs-



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Veoll-Gewerbl.

 Betriebszählung. .....
Verwaltungsb. der Pbg.**) ,..
Verwaltungsb. d. Pbg. SHE ak
Jahresb. d. Gwab.***)......7.
Verwaltungsb. d. Pbg. .......
Jahresb. d. Gwab.... ee.
Verwaltungsb. d. Pbg.........
Jahresb. d. Gwab, ...0...0.00.000
1929 | Verwaltungsb. d. Pbg. ....... |
*) 1 Vollarbeiter = 300 Arbeitstage zu je 10 Arbeitsstunden. — **) Verwaltungsbericht der
Papiermacherberufsgenossenschaft, — ***) Jahresbericht der Gewerbeaufsichtsbeamten. — +) Stand
am 1. Januar des Jahres.

19925

117 174

100 569
93 862

99 750

Bei einem Vergleich der Ergebnisse der gewerblichen Betriebszählung
 von 1925 mit den Ergebnissen der gewerblichen Betriebs-„
        <pb n="17" />
        zählung von 1907 ist zu beachten, daß die Gewerbezählung von 1925
ajne andere statistische Methode befolgt als die Zählung von 1907.
Die Zählung von 1925 legt als Erhebungseinheit die Örtliche
Einheit der gewerblichen Niederlassung und als zweite Zähleinheit
 die technische Einheit innerhalb des Betriebes zugrunde.
 Die Gewerbezählung von 1907 dagegen geht von der
“echnischen Einheit innerhalb des Betriebes als Erhebungseinheit
aus und faßt dann die in einer Gemeinde gelegenen Teilbetriebe, welche
Jurch gemeinsame Leitung und Buchführung miteinander verbunden
waren, zu sogenannten Gesamtbetrieben zusammen. Diese Gesamtbetriebe
 von 1907 entsprechen praktisch ungefähr der örtlichen Einheit
von 1925. Methodisch vergleichbar sind somit bei beiden Zählungen
einmal die technischen Einheiten, die Erhebungseinheit von 1907 und die
zweite Zählungseinheit von 1925, und sodann die Gesamtbetriebe von
1907 mit den örtlichen Einheiten von 1925.
Teilweise unmöglich wird jedoch ein Vergleich beider Zählungen
durch die 1925 gegenüber 1907 stark veränderte Systematik. Während
die papiererzeugende Industrie 1925 als Klasse 1 der Gruppe XI
(Papierindustrie und Vervielfältigungsgewerbe) gesondert erfaßt wurde
(neben Klasse 2: Papierveredelung, Klasse 3: Papierverarbeitung,
Klasse 4: Tapetenindustrie, usw.), ist die papiererzeugende Industrie im
Jahre 1907 mit der papierveredelnden Industrie zusammen erfaßt

Tabelle 2
Die vergleichbaren Klassen und Arten der papiererzeugenden und
-veredelnden Industrie nach den Zählungen von 1907 und 1925

Bezeichnung
der Gewerbeklassen und -arten
1907

Gewerbegruppe XI*)
Papierindustrie und Vervielfältigungs-„
 gewerbe
davon:
1 +2: Papiererzeugung und -veredelung

Gewerbeyruppe
 X

Xa1-—38, 6

Bemerkungen

Vergleichbar: örtliche
Einheiten 1925 mit Gesamtbetrieben
 1907

1g +h: Holzschleiferei und Zellstoff-.
 herstellung
1i +Kk + 2a—e: Papier- und Bappeherstellung
 und -veredelung
darunter
2c + e: Herstellung von Schmirgel-,
Glimmer-, Schiefer-, Glaspapier
 und chemisch-techaischen
 Papieren ;
*) Vgl. Tab. 5, S. 10. — **) Es ist zu beachten, daß XI1g-+h mit Xal und XI1i+k-+2a-—e
mit X22, 3, 6 nur vergleichbar ist für die technischen Einheiten. Da 1925 die örtliche Einheit und
1907 die technische Einheit die Erhebungseinheit ist, ergibt sich 1925 eine N eueinführung von Kombinationsklassen
 (XI 1a-—f{f, vgl. Tabelle 5, S. 10), die einen Vergleich der örtlichen Einheiten 1925
mit den Gesamtbetrieben 1907 für XI 1g+h und XI 1i1+Xk-2a-— e verhindern.
        <pb n="18" />
        worden, und zwar in den Arten 1, 2, 3, 6 (Herstellung der Faserstoffe,
Holzechleiferei; Verfertigung von Papier und Pappe; Herstellung von
sonstigen besonderen Papierarten: Glaspapier, Ölpapier usw.; Fabrikation
 von Bunt- und Luxuspapier), der Klasse a (Papier und Pappe)
der Gruppe X (Papierindustrie). Diese veränderte Systematik grenzt
die Vergleichsmöglichkeiten zwischen der Zählung von 1925 und der
von 1907 wie folgt ein (Tab. 2).
Ein Vergleich der korrespondierenden Klassen und Arten in den
Zählungen von 1907 auf 1925 erfordert zunächst eine Umrechnung der
Ergebnisse von 1907 auf das jetzige Reichsgebiet. Die Umrechnung ist
jedoch nur für die technischen Einheiten möglich, da 1907 nur diese
für die kleineren Verwaltungsbezirke ausgezählt wurden. Die Aufstellung
 ergibt zugleich Aufschluß über die durch die Gebietseinschränkung
 Deutschlands erlittenen Verluste der papiererzeugenden und -veredelnden
 Industrie.
Tabelle 3
Die technischen Einheiten und die in ihnen beschäftigten Personen
 in der papiererzeugenden und der papierveredelnden Industrie
 nach dem Stande von 1907 für das ehemalige und das
jetzige Reichsgebiet

Gewerbeart

Xa1-—3, 6....
; € DA
Xa2,3,6.....

Reichsgebiet
1907

Be- | Per-:‚:riebe!
 sonen

1966
567
1399

104 434
20631
88 803

1907

Reichsgebiet 1925
Betriebe| Personen
(ohne Saargebiet)

1931 101 708
555 20 103
1376 81 605

Abnahme
der Betriebe | der Personen

ab- li . ab- |. a
solut in % | | in %

35 | 1,8 2726
12 | 2,1 ] 528
28 | 16 | 2198

2,6
25
26

Von den 35 durch den Vertrag von Versailles verlorenen Betrieben
der papiererzeugenden und papierveredelnden Industrie entfallen auf die
papiererzeugende Industrie 31 Betriebe, davon lagen 17 in Elsaß-Lothringen,
 7 in Oberschlesien, 3 in Posen und je 2 in Malmedy und Nordschleswig.


Tabelle 4
Die Betriebe und die beschäftigten Personen in der papiererzeugenden
 und papierveredelnden Industrie nach den Zählungen von
1907 (Gesamtbetriebe) und 1925 (örtliche Einheiten)

Jahr und Gebiet .

1907 ehemaliges Reichsgebiet.......
1907 jetziges Reichsgebiet..........
1925 jetziges Reichsgebiet (ohne Saargebiet)
 .......00.0000000000004
Zu- (+) und Abnahme (—) } absolut
1925 gegenüber 1907.... in %
*) Davon papiererzeugende Industrie allein

Gewerbeart

Betriebe |

Personen

1696
1661
1421 *) 128 609
— 240 | + 24786
14,4 | + 23,9
1151 Betriebe, 117 174 Personen (vgl. Tab. 1 8. 6).

— Xa1—8, 6
XI1, 2
        <pb n="19" />
        Da die Umrechnung der Ergebnisse von 1907 auf das jetzige Reichsgebiet nur
für die technischen Einheiten möglich ist, bleibt auch da, wo die örtlichen Einheiten
 (1925) mit den Gesamtbetrieben (1907) verglichen werden sollen, nichts anderes
 übrig, als den für das jetzige Reichsgebiet nach dem Stande von 1907 ermittelten
 Verlust an technischen Einheiten und der in ihnen beschäftigten Personen
von den Gesamtbetrieben abzuziehen. Das bedeutet eine gewisse Fehlerquelle; da
aber die Differenz an technischen Einheiten zwischen dem damaligen und dem
jetzigen Reichsgebiet verhältnismäßig gering ist und die Differenz an Gesamtbetrieben
 nur kleiner, keinesfalls aber größer sein kann, wird man über die Fehlerquelle
 hinweggehen können.

Die papiererzeugende und -veredelnde Industrie insgesamt weist
gegenüber 1907 einen starken Rückgang ihrer Betriebe und eine starke
Zunahme der beschäftigten Personen auf. Da sowohl aus den Kreisen
der papierveredelnden Industrie als auch der papiererzeugenden
Industrie eine gegenläufige oder eine stärkere gleichgerichtete Verschiebung,
 wie sie sich für die papiererzeugende und papierveredelnde
Industrie insgesamt ergibt, verneint wird, wird man annehmen dürfen,
daß die Abnahme der Betriebe um 14,4% und die Zunahme der
beschäftigten Personen um 23,9% tendenziell und annähernd graduell
auch für die papiererzeugende Industrie allein zutrifft. Das Ergebnis
wird gestützt durch die Verwaltungsberichte der Papiermacherberufsgenossenschaft,
 die für 1907 die Zahl der Betriebe auf 1245 und
die Zahl der Vollarbeiter auf 85 589°) angeben und somit 1925?)
gegenüber 1907 eine Abnahme der Betriebe um rund 12,4 %i und eine
Zunahme der Zahl der Vollarbeiter um rund 17,5 %i zeigen. Die Zunahme
 der Zahl der Betriebe auf Grund der Verwaltungsberichte der
Papiermacherberufsgenossenschaft ist als zuverlässig anzusehen. Dagegen
 ist bei der Zunahme der Zahl der Vollarbeiter — der Vollarbeiter
 stellt für die Vor- wie für die Nachkriegszeit eine Begriffseinheit
 von 10 Arbeitsstunden dar — die Schichtzeitveränderung zu
berücksichtigen, die sich aber für das Jahr 1925 zahlenmäßig nicht
näher festlegen läßt, weil damals der Achtstundentag nur teilweise
durchgeführt war. Für den Zeitraum 1913 bis 1929 zeigen die Jahresberichte
 der Papiermacherberufsgenossenschaft in der Zahl der Betriebe
eine Abnahme um rund 15% (von 1225 auf 1034) und in der Zahl der
Vollarbeiter eine Abnahme um rund 0,7% (von 97 758 auf 97 105), was
unter Berücksichtigung der Schichtzeitveränderung einer Zunahme der
Arbeiterzahl von ungefähr 24% entsprechen würde.
Die Zunahme der beschäftigten Personen in der papiererzeugenden
Industrie um nicht ganz ein Viertel entspricht ungefähr dem Gesamtdurchschnitt
 der deutschen Industrie, deren Personenzahl von 1907 bis
1925 um etwas mehr als ein Viertel (29%) gestiegen ist. Mit der Abnahme
 der Betriebe dagegen steht die papiererzeugende Industrie in
starkem Gegensatz zu dem Gesamtdurchschnitt der deutschen Industrie,
deren Betriebszahl 1907 bis 1925 annähernd gleichgeblieben ist.
Die papiererzeugende Industrie insgesamt gliedert sich in Halbzeug-
 und Ganzzeugherstellung?). Die Halbzeugherstellung wiederum

1) Ausschließlich der in den Lumpensortieranstalten Beschäftigten.
2?) Vgl. Tab. 1 5, 6.
3) Vgl. Anm. 1, S. 5.
        <pb n="20" />
        ist je nach dem Arbeitsverfahren, ob chemischer oder mechanischer Aufschluß
 des Rohstoffes stattfindet, geteilt in Zellstoffbetriebe und Schleifereien.
 Die Ganzzeugherstellung teilt sich nach ihren Hauptendprodukten
 in Papier- und Pappenerzeugung.

Tabelle 5
Die gewerblichen Niederlassungen, die beschäftigten Personen
und die Verwendung motorischer Kraft in den Hauptgruppen der
deutschen papiererzeugenden Industrie

Gewerbezweige

Papiererzeugung insgesamb.........,.

a) Holzschleiferei,
Zellstoff-u.Papierherstellung
 ......
Holzschleiferei,
Papier- u. Pappenherstellung
 ......
Holzschlesterei u.
Papierherstellung
Holzschleiferei u.
Yappenherstellung
Zeilstoff-u.Papier
herstellung ......
Papier- u, Pappenherstellung(soweit

nicht unter b)...
Holzschleiferei
(soweitnichtunter
a DIS Ü)esaareune
Zellstoffherstellung
 (soweit nicht
ınter a und e) ..
Papierherstellung
(soweit nicht unter
a bis c, e und $).
Pappenherstellung
(soweit nicht unter
b, d und D......
*) Vol. Seite 11.

k)

Zahl der
gewerblichen

Nieder-'assungen


Zahl der
yeschäftigten

Personen

151

117174

95

12219 |

12
48*)
68°)
39

2.990

13122
83817
16 797

39

3 939

302*)

7104

37

3870

301”

37388 |

292* | 9928 |

Zahl der

Motorenbetriebe


1122

24

12

48

83

20

39

204

37

289

984 |

Leistung der zum Antrieb
 von Arbeitsmaschinen
 verwendeten

PS auf
100
Personen


Wind-,
Wasser-, |
Wärmekraft-


(Primärmotoren)

PS

Elektromotoren

Sekundärmotoren)


PS

346 777

408517 |

644,5

28 960

6 9925

948.4

8 911

3802 |

425,2

44 578

39.864 |

971,2

29 9297

5006 |

713,5

21911 |

58909 |

481.2

10436:

15 281

652,8

30 455

18 378

1391.2

8459 |

279285 |

362.1

36668 |

98 990 |

496,5

34 172 | 11.077 | 455,7

Auf Grund der Betriebszählung nach örtlichen Einheiten sind somit
von den 1151 gewerblichen Niederlassungen der papiererzeugenden
Industrie 94 an der Zellstoffherstellung, 450 an der Holzechliffherstellung,
 457 an der Papierherstellung und 406 an der Pappenherstellung
beteiligt. Die Betriebszählung nach technischen Einheiten weicht hiervon
 zum Teil erheblich ab. Sie ergibt insgesamt 124 Betriebseinheiten

'
        <pb n="21" />
        mehr als sich auf Grund der Betriebszählung nach örtlichen Einheiten
feststellen lassen.
Tabelle 6
Die Betriebseinheiten der Hauptgruppen der papiererzeugenden
Industrie auf Grund der Betriebszählung nach örtlichen Einheiten
 und auf Grund der Betriebszählung nach technischen Einheiten
 1925

Betriebseinheiten

Produktionszweige

Zellstoff ............
Holzschliff ........000.00000
Papier...........
Pappe....

Papiererzeugende Industrie
insgesamt.....

auf Grund der Betriebszählung
 nach örtlichen
N rnbeiten

4
450
457
106

1467

auf Grund der Betriebszählung
 nach technischen
Einheiten

98
519
470
444

1531

Bei der Zählung nach örtlichen Einheiten wird ein Teil der Betriebseinheiten,
 soweit er mit anderen Industrien verbunden ist und
deren Betriebseinheiten die zur papiererzeugenden Industrie gehörigen
Betriebseinheiten stark überragen, für die papiererzeugende Industrie
verlorengegangen sein. Eine Verbindung mit anderen Industrien liegt
aber bei der papiererzeugenden Industrie im wesentlichen nur in der
Verbindung von Holzschleifereien und auch Pappenfabriken mit Sägewerken,
 Mühlen, landwirtschaftlichen Betrieben u. ä. vor. Die große
Differenz von 124 Betriebseinheiten kann dadurch allein nicht erklärt
werden. Es ist deshalb anzunehmen, daß die Betriebszählung nach örtlichen
 Einheiten in ihren Positionen XI1a bis f nicht alle Kombinationen
 einfängt, und daß sie in ihren Positionen XI1 g bis k eine
zu große Zahl von reinen Betrieben aufführt. Die Kombination zwischen
den vier Produktionszweigen der papiererzeugenden Industrie dürfte
somit weit ausgedehnter sein, als sie Tabelle 5 ausweist; insbesondere
wird ein großer Teil der dort unter k, g, und i aufgeführten Betriebe
kombiniert sein, somit zu d und € gehören*).
Für sich gesondert zeigen die einzelnen Produktionszweige der
papiererzeugenden Industrie folgenden Umfang (Tab. 7).
Die amtliche Statistik zeigt in der Zahl der zu den einzelnen Produktionszweigen
 gehörigen Betriebe starke Widersprüche zu den: Aufstellungen
 der Papiermacherberufsgenossenschaft. Zum Teil dürften
sich die Differenzen daraus erklären lassen, daß die Papiermacherberufsgenossenschaft
 stilliegende Betriebe nicht aufführt. Nur in der Zahl
der Holzschliffbetriebe übertrifft die Angabe der Papiermacherberufsgenossenschaft
 die der amtlichen Statistik. Hier ist anzunehmen, daß
eine große Zahl von Holzechliffbetrieben, insbesondere kleinere, die mit

') Eine eingehende Behandlung der Kombination folgt S. 664.

1
        <pb n="22" />
        Tabelle 7
Die Zahl der auf die Zellstoff-, Holzschliff-, Papier- und
Pappenerzeugung entfallenden Betriebseinheiten und der
in ihnen beschäftigten Personen 1925

Produktionszweige

Betriebseinheiten


Beschäftigte
Personen

absolut | in % | absolut | in %

Zellstoff 2...00..00000000
Holzschliff .............
Papier v...000000rness
Pappe .......

98
519
x

A:

64
ac 3

‘8 358
0 500
7A
4 554

18,1
10,4
57,1
14,4

Insgesamt ... | 1581 | %CO [| 101162 ! 100

Papier- und Pappenbetrieben kombiniert sind, von der amtlichen Statistik
 nicht erfaßt werden. Über den Anteil der beschäftigten Personen
 an den einzelnen Produktionszweigen gibt der Verwaltungsbericht
der Papiermacherberufsgenossenschaft mit Angaben über die Zahl der
Vollarbeiter ungefähr dasselbe Bild wie die amtliche Statistik.

Tabelle 8
Die Zahl der an der Zellstoff., Holzschliff-, Papier- und Pappenerzeugung
 beteiligten Betriebe und Vollarbeiter 1925 bis 1929
(Nach den Verwaltungsberichten der Papiermacherberufsgenossenschaft)

Holzzeilstoff ......
Strohzellstoff ...
Zellstoff insges.

Holzschliff .......
Papier ...........
Pappe......0..0.0.00
Nebenbetriebe ......

Insgesamt ausschl.
Nebenbetriebe ..

Bet-iebe Vollarbeiter
1925| 1096 [067 [1928 [1929 1925 | 1926 ! 1927 | 1928 | 1929
17 in 17 208] 17181! 16 632/17 120
1188| 1081| 1173 1097| 994
18 838! 18 8399| 18 304| 17 729118 114
8923| 8 200 8396 8834| 7978
7°3F 53 336. 58 036 58 492/56 008
“nal 9 726 10 7983| 11 249/10 757
„I 192 4222 4024| 4248

1450| 1458| 1398| 13791297 ı 96 385| 89 669] 95 528] 96 308192 857

Zur Beurteilung des Umfanges der einzelnen Produktionszweige
ergibt sich somit, daß der bei weitem umfangreichste Produktionszweig
die reine Papiererzeugung ist. Sie umfaßt drei Zehntel der Betriebe
und fast drei Fünftel der Zahl der beschäftigten Personen. In der Zahl
der Betriebe wird die reine Papiererzeugung nur übertroffen von der
Holzschlifferzeugung, die aber mit noch nicht einem Zehntel den geringsten
 Anteil an der Zahl der beschäftigten Personen hat. Auf die
Pappenerzeugung entfällt annähernd derselbe Anteil an der Zahl der

12
        <pb n="23" />
        Betriebe wie auf die reine Papiererzeugung, aber nächst der Holzschliffindustrie
 auch der geringste Anteil an der Zahl der beschäftigten
Personen. Den größten Anteil an der Zahl der beschäftigten Personen
hat nächst der reinen Papiererzeugung die Zellstofferzeugung mit fast
einem Fünftel, sie zeigt aber wiederum den weitaus geringsten Anteil
an der Gesamtzahl der Betriebe.
Ein Vergleich des Umfanges der einzelnen Zweige der papiererzeugenden
 Industrie mit der Vorkriegszeit ist auf Grund der amtlichen
Statistik nur für die Holzechliff- und Zellstofferzeugung möglich und auch
nur für diese insgesamt‘). Die Zahl der Betriebseinheiten in der Papierhalbzeugindustrie
 hat sich danach 1925 gegenüber 1907?) von 555 auf
617 oder um 11 % und die Zahl der beschäftigten Personen von 20 103 auf
28858 oder um rund 44% erhöht. Da in der Zahl der beschäftigten
Personen 1925 im Gegensatz zu 1907 die in den Hilfsbetrieben beschäftigten
 Personen fehlen, ist die Vermehrung der Zahl der beschäftigten
Personen in der Zeit von 1907 bis 1925 auf Grund der amtlichen Statistik
 noch stärker als mit 44% einzusetzen. Ein stark gegensätzliches,
 aber hinsichtlich der Entwicklung der Betriebszahl zuverlässigeres
 Bild ergibt sich aus den Berichten der Papiermacherberufsgenossenschaft.
 Nach ihnen ist 1929 gegenüber 1913 die Zahl der Betriebseinheiten
 in der Papierhalbzeugindustrie nicht gestiegen, sondern insgesamt
 um rund 24% gefallen und die Zahl der Vollarbeiter gleichgeblieben
 bzw. unter Berücksichtigung der Schichtzeitveränderung um
rund 257% gestiegen. Zu einem Teil beruht der Gegensatz zur amtlichen
 Statistik auf der Entwicklung der Jahre 1907 bis 1913 und
1925 bis 1929, wie die gleichzeitige Berechnung für 1925 gegenüber
1907 zeigt?).

Für die Ganzzeugindustrie ergibt sich an Hand der Verwaltungsberichte
 der Papiermacherberufsgenossenschaft 1929 gegenüber 1913
fast dieselbe Entwicklung, wie sie die Papiermacherberufsgenossenschaft
für die Halbzeugindustrie zeigt. Die Zahl der Betriebseinheiten der
Ganzzeugindustrie hat um rund 19% und die Zahl ihrer Vollarbeiter
um rund 2% abgenommen. Die weitgehende Parallelität der Entwicklung
 der Ganzzeugindustrie insgesamt und der Halbzeugindustrie
insgesamt verdeckt jedoch eine stark uneinheitliche Entwicklung ihrer
einzelnen Zweige. In der Abnahme der Betriebseinheiten 1929 : 1913.
bleibt zwar nur die Pappenindustrie mit einer Betriebsabnahme von
rund 16% hinter der durchschnittlichen Abnahme der anderen Zweige
von rund 18 bis 21% zurück. Die Zahl der Vollarbeiter aber zeigt in
der Holzzellstoffindustrie eine Zunahme um rund 12%, in der Pappenindustrie
 um rund 7%, während sie in der Papierindustrie um rund
4 %, in der Holzschliffindustrie um rund 17%i und in der Strohzellstoffindustrie
 um rund 20%, abnahm.

1) Vgl. Tabelle 2, 8. 7.
?) Vgl. Tabelle 8, S. 8 und Tabelle 7, S. 12.
3) Vgl. Tabelle 9, S. 14.
        <pb n="24" />
        Tabelle
Die Zahl der auf die einzelnen Produktionszweige der papier-1907
 und 1913 und die Zu- (+) oder Ab-Produktionszweire



' Be‘ ijebe
| 1925 :137 | 19928: 1913 1929: 1913
1907 | 1918 a | no

Holzzellstoff ...........] 62 66 | — 81 | — 18,2
Strohzellstoff........... 20_|_ _16 — 30,0 — 18,7__
Zellstoff insgesamt .....] 82 | 82 — 184 | — 17,1 — 18,2
Holzschliff .............| 601 618 — 88 17,5  — 25,2
Halbzeug insgesamt.... | 683 700 | - 9,4 — 17,4 — 24,4
Papier.......00..004040. | 492 495 — 14,8 — 17,6 — 21,0
Pappe a........0.000004 455_ 452 58 —138,2 '_ — 16,6
Ganzzeug insgesamt....| 927 947 10,4 ı — 15,4 — 18,9
Papiererzeugende
Industrie insgesamt ..! 1610 | 1647 — 16,8 — 91,3

2. Betriebsgrößen

Insgesamt folgt für die papiererzeugende Industrie aus der Abaahme
 der Zahl ihrer Betriebe und aus der Zunahme der Zahl der
veschäftigten Personen ein starkes Wachstum der durchschnittlichen
Betriebsgröße. Sieht man von den praktisch meist bedeutungslosen
Betrieben bis zu 5 Personen ab, deren Zahl zudem im Jahre 1925 infolge
von Stillegungen, Konkursen usw. besonders hoch war, so ergibt sich
für die papiererzeugende Industrie eine durchschnittliche Belegschaft
von rund 114 Personen je Betrieb. Das Schwergewicht aber ruht sowohl
der Personenzahl als auch der motorischen Leistung nach auf den
Großbetrieben mit 201 Personen und darüber. Auf diese entfallen zwar
nur rund 15%, der Zahl der Betriebe, aber rund 64 % der beschäftigten
Personen und 61 % der motorischen Leistung.
Für die einzelnen Produktionszweige ergibt sich nach der Zahl der
auf sie entfallenden Betriebe und der in diesen beschäftigten Personen
für 1925 in der Zellstoffindustrie eine durchechnittliche Belegschaft
je Betrieb von 195, in der Holzechliffindustrie von 24, in der Papierindustrie
 von 133 und in der Pappenindustrie von 38 beschäftigten
Personen‘). Die Betriebsgrößenstruktur der einzelnen Produktionszweige
 ist also durchaus verschieden. Gemessen an der Zahl der
beschäftigten Personen treten die Großbetriebe stark hervor bei der
reinen Papierherstellung und insbesondere bei der Zellstoffherstellung,

1) Ebenfalls ohne die Betriebe bis zu fünf Personen, auch ohne Hilfsbetriebe,
die für die Gruppe XI nur insgesamt angegeben sind; vgl. ferner den Widerspruch
der pp tichen Betriebsstatistik zur Statistik der Papiermacherberufsgenossenschaft
S. 11.

3 .
erzeugenden Industrie entfallenden Betriebe und Vollarbeiter
nahme (—) 1925: 1907, 1928 : 1913, 1929 : 19131)
V-17--«haiter
1928 : 1918 . 1929:1918
+—in% +—in%

183250 | 15269 + 899 + 89 | +121
1288 _ 1287 _ - 48 © 2— 198
14 489 | 16 506 | + 29,9 ; 7,5 ; + 9,7
9843 9609 | — 45 — 81 — 17,0
23 832 | 26 115 | + 16,5 + 1,7 — 01
49106 58 072 + 16,7 | + 0,7 | — 3,6
8928 = 10010 + 270 | +125 _ _+ 75
58 084 | 68 082 / + 18,3 | + 24 — 1,9
81 866 94.197 + 17,7 4 92 — 1A

Tabelle 10
Die papiererzeugende Industrie nach den Größenklassen der
vawarhlichen Niedarlassungen 1925

Größenklassen

ı Zahl der
gewerblichen]
Niederlassungen


Personen

Motorleistung PS
Primär- Sekundärmotoren
 motoren
ab- in ab- in |
lut_ %*) | solut | %*)

ab- ! in
solut 0/4

ab- | in
salnt %)

0— 5 Personen*“
6— 10
11— 50
51— 200
201-— 500
501—1000
1001— 2000
2001—Fnen

8354
1272
10186
87 788,

— 5070 — | 210 —
1,1 18408| 8,9 * 1088| 0,3
8,7 | 72886 21,1 7627| 1,9
26°? 119837 35,1 ı 77269| 189
S7 1 88091 2” 118791| 27,9
7797 2 198.986' 25,4
CC74' 14,5
‘7577 41,1

€

E

Insgesamt | 1151

*) Ohne die Betriebe bis zu 5 Personen. — **) Einschließlich 12 Alleinbetriebe.

408 517| —

während bei der Holzschleiferei und der Pappenherstellung durchaus
die mittleren Betriebe überwiegen und insbesondere bei der Holzschleiferei
 auch auf die kleinen und kleinsten Betriebe ein großer Teil entfällt.
 Eine nähere Behandlung der Betriebsgrößenstruktur folgt bei
der Darstellung der Betriebskonzentration.

1) Nach den Verwaltungsberichten der Papiermacherberufsgenossenschaft,
vgl. Tabelle 8, S. 12.

15
        <pb n="25" />
        Tabelle 11
Die Produktionszweige der papiererzeugenden Industrie nach
Betriebsgrößenklassen 1925 „

Größenklassen

Zellstoff 'Holzschliff' Papier Pappe
Beschäf- Beschäf Beschäf- Beschä:
| Be- | tigte | Be- | tigte | Be- | tigte | Be- | tigte
triebe| Per- |triebe| PeI- |triebel Per- (triebel Per-SNNEeET
 SONEN KOonen sonen

Insgesamt
Beschäf-Be-
 tigte
triebe| Personen
 _

Betriebe mit
0— 3 Personen
4— &amp;gt;
a
Ffm |
51— Dir
201— 50
501— 100
über if

gg”
49

93| 25
188! 1
* "61 A
+9 ©

41
43
&amp;gt;45

40
22
74
Qu

224
338
1974
14.797
36 358
27 263
15.018
5195
14 55415211101 162

Do Ne

Insyesamt | 98 ! 18858! 519 110 500| 470

5750| 444

Ein Vergleich der Betriebsgrößenklassen der Gewerbezählung von
1925 mit denen der Zählung von 1907 ist wiederum nur für die Zellstoff-
 und Holzschliffindustrie und nur für beide insgesamt möglich.
Der Vergleich zeigt eine durchweg starke Abnahme der kleinsten Betriebsgrößen
 und eine starke Zunahme der mittleren Betriebsgrößen,
die aber noch weit übertroffen wird durch die Zunahme der Großbetriebe.
 insbesondere der größten Betriebe über 500 Personen,

Tabelle 12
Die Betriebsgrößen in der Zellstoff- und Holzschliffindustrie
1925 : 1907

Größenklassen

0— 8 Personen
4— 5
6— 10
11— 50
51— 200
201— 500
501—1000
über 1000

(nsgesamt |

Betriebe «
1995*#) :
1907+*) | 1925 )3 1007

Beschäftigte Personen

1907 *%)

1925 *#) : 1907
+ — in %

72
55
138
214
FR

30,6
21,8
6,5
22,9
59
5,4
95
ann

142

— 81,7

11 449

+ 34.0

3840 |
2.909
1 7862

+ 18,6
+ 96,9
IL ma

555

11.9

| 20108 | + 43,6

*) Neues Reichagebiet. — *#*) Vol. Tabelle 11. S. 18.

Der wesentliche Anteil an dieser Betriebsgrößenwandlung wird
auf die Zellstoffindustrie entfallen, für die sich nach den Verwaltungsberichten
 der Papiermacherberufsgenossenschaft 1925 gegenüber 1907

£
        <pb n="26" />
        eine Abnahme der Betriebe um rund 131% bei einer Zunahme der
Vollarbeiter um rund 30 % ergibt, während in der Holzschliffindustrie
einer Abnahme der Betriebe um rund 9% auch eine Abnahme der Vollarbeiter
 um rund 414% entspricht. Auch in der Papier- und Pappenindustrie
 zeigt sich an Hand der Verwaltungsberichte der Papiermacherberufsgenossenschaft
 eine starke Tendenz zur Betriebsvergrößerung:
 ihre Betriebszahl hat 1925 gegenüber 1907 um 15 und 5 ‚Yo abgenommen,
 ihre Vollarbeiterzahl aber um 17 und 27 ‘%i zugenommen‘).

3. Umfang und Wert der Produktion

Die Produktionsmengen der papiererzeugenden Industrie werden
fortlaufend verbandsstatistisch erhoben. Hierbei wird die Zellstoffproduktion
 restlos erfaßt, während die Ergebnisse der Holzeschliff-,
Papier- und Pappenproduktionserhebung etwas hinter der tatsächlichen
Produktion zurückbleiben. Doch sind im folgenden, soweit nicht ausdrücklich
 anders vermerkt, die Ergebnisse der statistischen Erhebung
des Verbandes übernommen worden. Die Produktionsangaben für Holzschliff,
 Papier und Pappe haben also jeweils. als Mindestzahlen zu
gelten. Die Produktionswerte sind sowohl für Holzschliff, Papier und
Pappe als auch für Zellstoff ungefähre Schätzungen für den Wert ab
Fabrik, bezogen äuf die verbandsstatistisch gewonnenen Produktionsmengen.
 Die Produktionswerte aller vier Produktionszweige zusammen
seien als Bruttoproduktionswert der papiererzeugenden Industrie be-Tabelle

 13
Die Produktionsmengen und -werte der deutschen papiererzeugenden
 Industrie 1925—1929 und 1913?)
(in 1000 t und Mill. RMIM)

Strohzellstoff . . .
Holzzellstoff. ...
Holzschliff .....
Papier... .....
Pappe.........

1925 | 1926 | 1927 | 1928 — 1929
Menge | Wert *) Menge [Wert *) Menge |Wert*) Menge [Wert *) Menge |Wert*)

46,5
866,9
736,7
899

15 47,9
242 922,7
125 | 726,6
717 |1668

15 57,1,
255 1015,5
116 | 817,6
707 (2008

19: 58,4
293 |1145,6
180| 358
868 2126
112] 441 | 1141430 | 110

18 61,2‘
278 ‚10879
119 | 3372
951 2105

18
307
132
850

366 | 95|329 |

86 | 484 |

1918
Menge |Wert*»)

48,1: (11)
791,8: (152)
4,0) (67)
674,
1611 | (460)
0

Papiererzeugende
 Industrie ı
insgesamt
Brutto- |
produktion 13708 | 1194 [8604 | 11774332 | 1878 je | 1419 [4612 | 147] 4 (750)
Nettoproduktion | — 8621 ‚ 870| — | 1026| — | 1050| — [|1042| — | (556)
*) Schätzungen. — **) Rohe Schätzungen. — ***) 1019.

') Vgl. Tabelle 9, S. 14.
?, Unter den Vorbehalten der textlichen Ausführungen.

Enquete-Ausschuß. I5, Band 10.
        <pb n="27" />
        zeichnet. Er beläuft sich 1929 auf rund 1,4 Milld. RM. Der Nettoproduktionswert
 der papiererzeugenden Industrie läßt sich ermitteln,
wenn man zu den Produktionswerten der Ganzzeuge Papier und Pappe
den Ausfuhrwert der Halbzeuge Holzschliff und Zellstoff zuzählt. Da
außerdem der inländische Zellstoffverbrauch nicht restlos in die Papierund
 Pappenerzeugung eingeht, sondern in den letzten Jahren schätzungsweise
 rund 2 bis 3:%i des Holzzellstoffproduktionswertes zur Kunstseideerzeugung
 verwendet wurden!) — der Verbrauch von Zellstoff zur Erzeugung
 von Zelluloid, Pulver u.ä. braucht als zu geringfügig nicht
berücksichtigt zu werden —, ist auch dieser Anteil noch zu dem Wert
der Papier- und Pappenproduktion und der Zellstoff- und Holzschliffausfuhr
 hinzuzusetzen. Für 1925 und 1926 fehlen Schätzungen über den
Zellstoffverbrauch zur Kunstseideherstellung, für 1913 kann er als noch
nicht allzu bedeutend außer acht gelassen werden. Für 1929 stellt sich
so der Nettoproduktionswert der papiererzeuigenden Industrie auf mehr
als 1 Milld. RM. ;
Der Produktionswert je Vollarbeiter schwankt bei den vier Produktionszweigen
 der papiererzeugenden Industrie im Jahre 1929 ungefähr
 zwischen 10000 und 18000 RM. Am höchsten ist der Produktionswert
 je Vollarbeiter in der Zellstoffindustrie, am geringsten in der
Pappenindustrie.

Tabelle 14
Der Produktionswert je Vollarbeiter in der deutschen Zellstoff-,
Holzschliff-. Papier- und Pappenindustrie 1927—1929 und 1913 2}

Jahr

Zellstoffindustrie


Holzschliff- Papierindustrie
 industrie

Pappenindustrie


1929 17 982 : 16 546 15178 10 226
1928 | 17599 | 14715 | 14754 | 10134
{927 | 16171 | 14178 | 14668 | 10877
1913 (9 936) (6 978) (7 921) (5 993)

4, Binnenabsatz und Weltmarkt

Von der Produktion der einzelnen Zweige der Dpapiererzeugenden
 Industrie wurde in der Vorkriegszeit bei Zellstoff nach
Menge und Wert rund ein Fünftel, bei Pappe mengenmäßig
ein Zwölftel, wertmäßig rund ein Achtel, bei Papier mengenmäßig
über ein Achtel, wertmäßig fast ein Fünftel exportiert. In
den Jahren 1927 und 1928 ist der Wert des Pappenexports auf rund
ein Fünftel und im Jahre 1929 auf rund ein Viertel gestiegen. Der
Export von Zellstoff und Papier dagegen war 1927 wertmäßig auf
etwa je ein Sechstel gefallen und hat bei Zellstoff 1928, bei Papier
erst 1929 wieder ungefähr ein Fünftel erreicht. nachdem er 1926 noch

1) Mengenmäßig schätzungsweise rd. 2%.
%?) Vgl. Tabelle 8. 9 und 18.
        <pb n="28" />
        bei beiden mehr als ein Viertel betragen hatte. Der Export der Holzschliffindustrie
 ist, obwohl einige Werke eine hohe Exportauote haben,
auf die gesamte Produktionsmenge bezogen nur gering.

Tabelle 15
Die deutsche Zellstoff-, Holzschliff-, Papier- und Pappenausfuhr
1913 und 1925— 1930

Produktionszweige


Zellstoff ..... |

Holzschliff*). .

Papier .......

Dappe .......

Stat.-Nr.
ınd Jahre

(650b u. ©)
19138
1925
1926
1927
1928
1929
1980

650a 1 u. 2)
1913
1925
1926
1927
1928
1929
1930

653—655B 10)
‚918
‚925
„926
1927
1928
1929 |
1980
651 A1u. A2)
1918
1925
926
‚327
928
329
33830

Mengen
x | in% der
in t [pin 26 der

L79 463
178 758
268 523
196 233
240 610
273 981
296 047

21,4
19,6
27,7
18,8
20,9
298

7508
5785
‚9279
4207
2919
32831
5 068

J,L
0,8
27
D,5
0,8
0,4

209 832
337 786
133 495
344 845
339 191
398 007
320) 348

13,0
20,0
26,0
17,2
16,1
18,7

31 294
38 128
51 027
38 253
67 696
30 599
96 84.©

5

+ 4.

5
af
183
18.7

Werte
in | in % der
1000 M/RM !Produktion **)

35 236
48 980
74. 998
54 467
53 778
(2218
75 206

(21,6)
19,0
28,0
18,4
20,4
299

353
168
521
328
256
263
363

(1,0)
0,4
1,38
0,8
0,2
0.2

83 646
148 174
185 219
146 865
147 733
171 200
[88 994.

18,2)
20,7
26,2
17,3
17,1
20,1

7308
„3.637
7212
574
:an

(12,2)
14,4
20,0
19,8
20,6
25.4

{2

027

*) Über den Anteil des Holzschliffexportes an der Handelsholzschliffproduktion vgl. Dritter Teil II 1 b.
— **) Schätzungen.

Der Ausfuhrwert der papiererzeugenden Industrie insgesamt betrug
im Jahre 1913: 128 Mill. M. Das bedeutete einen Anteil von 1,3 %
am reinen Warenverkehr des deutschen Spezialhandels. Mit rund 2%
in den Jahren 1928 und 1929 ist der durchschnittliche Anteil der
papiererzeugenden Industrie am deutschen Gesamtexport gegenüber der
Vorkriegszeit um etwa drei Viertel gestiegen. Diese Entwicklung ist
um so wichtiger, als die deutsche papiererzeugende Industrie stets einen
starken Ausiuhrüberschuß aufgewiesen hat.

19
        <pb n="29" />
        Tabelle 16
Der deutsche Gesamtaußenhandel und der Außenhandel der
deutschen papiererzeugenden Industrie 1913 und 1925—1929
(in Mil. M/RM)

Jahr

1918
1925
1926
1927
1928 |
1999 |

Deutsche
Gesamtausfuhr
 *}

10 097
9319
10415
10801
17778
15 AR9

Ausfuhr der
deutschen
papiererzeugenden

Industrie

127,646
211,918
279,826
224,115
236,068
971.901

Ausfuhr der
papiererzeugen
den Industrie
in % der
Gesamtausfuhr

1,26
2,27
2,69
2,07
1,92 |
2.02

Ausfuhr- (+) bzw. Einfuhrüberschuß
 (—)

Gesamtausfuhr


Ausfuhr der
papiererzeugenden

Industrie

— 67
— 8043
+ 414
— 3427
- „1726
u. aR

+4 110,520
5078
—+ 181,301
—+ 179,878
A 213.141

*) Reiner Warenverkehr des Spezialhandels

Innerhalb der papiererzeugenden Industrie zeigt die Papierindustrie
den bei weitem größten Anteil an der deutschen Gesamtausfuhr; ihr
folgt an Bedeutung die Zellstoffindustrie, während die Holzschliffindustrie
 so gut wie ganz ausscheidet. Auch die Pappehnindustrie war
in der Vorkriegszeit nur gering an der Ausfuhr beteiligt, hat ihren
Anteil aber inzwischen wesentlich erhöht.

Tabelle 17
Die Anteile der Zellstoff-, der Holzschliff-, der Papier- und der
Pappenindustrie am deutschen Gesamtexport 1913 und 1925—19291)
fin %)

Jahr

1913
1925
L926
1927
1928
1929

Zellstoff *)

0,36
0,58
078
A
n78
054

Holzscohliff


0,007
0,005
0,015
0.008
0,002
0.002

Papier | Pappe

0,83
1,59
„378
’36
‘20
1.27

0,07
0,15
0,17
0,20
0,19
021

k) Chemisch erzeugtes Halbzeug einschließlich Hadernhalbzeug

Die papiererzeugende Industrie Deutschlands steht nach der Zahl
ihrer Betriebe und der in ihnen beschäftigten Personen und Arbeiter
bei weitem an erster Stelle unter den papiererzeugenden Industrien der
Welt; der Bruttoproduktion nach wird sie jedoch von den Vereinigten
Staaten und Kanada um ein Vielfaches übertroffen. Auch in jedem der
einzelnen Produktionszweige übertreffen die Vereinigten Staaten und
Kanada bei weitem die deutsche Produktion. abgesehen allein von der

n Vel. Tabelle 15 und 16.
        <pb n="30" />
        Pappenproduktion, in der Kanada hinter Deutschland zurückbleibt.
Allen anderen Ländern, ausgenommen noch Schweden, dessen Zellstoffproduktion
 um rund die Hälfte größer ist als die deutsche, zeigt sich
Deutschland seiner Produktion nach sowohl insgesamt als auch in jedem
der einzelnen Produktionszweige weit überlegen.
Gegenüber der Vorkriegszeit hat sich Deutschlands Stellung in der
internationalen Rangordnung der papiererzeugenden Industrien verschlechtert.
 Vor dem Kriege hatten allein die Vereinigten Staaten in
allen Produktionszweigen eine größere Produktion als Deutschland,
während Schweden die deutsche Zellstoffproduktion nur um ein Geringes
übertraf und Kanada in allen Zweigen hinter Deutschland zurückstand.
Die wichtigsten papiererzeugenden Industrien der Welt sind ausgesprochene
 Ausfuhrindustrien, während die Exportquote der deutschen
papiererzeugenden Industrie nur rund ein Fünftel beträgt. Deutschland
 tritt deshalb nach der-Ausfuhrmenge seiner papiererzeugenden
Industrie in der internationalen Rangordnung ungleich stärker zurück
als nach der Produktionsmenge, Im Pappenexport wird Deutschland
übertroffen von den Niederlanden (Strohpappenexport), im Papierexport

. Tabelle 18
Die Zahl der Betriebe, der in ihnen beschäftigten Personen und
Arbeiter in den wichtigsten papiererzeugenden Export-Industrien
der Welt

Länder

'

Deutschland ............0.0..
1. technische Einheiten ....
2. Örtliche Einheiten .......
Schweden **) .....00.00.0000000
Norwegen *#%) ,, 000000000000
Finnland) sec urn re rk
Österreich. ..................
Tschechoslowakei .... ......
Großbritannien .. &amp;amp;G
Niederlande*+) ..............
Ver. Staaten von Amerika **#+4)
Kanada *#**% +) _

‚Jahr

19925

1926
"926
726
22
26
924
"026
‚925
‘096

Zahl der
Betriehe

1581
1151
177
140
102
215
7644)

82
763
Ad 5

Zahl der
beschäftigten
Personen

101 162*)
117 174
35.771
14 052
14465

31 00044)
50 707 +++)
5800
123 842 /

davon
Arheiter

105 807
34.055
13 280
18 584
25 4124+)
47 351++7)

99 880

*) Ohne Hilfsbetriebe, — **) Die Angaben umfassen 1. Zellulosefabriken, 2; Holzschleifereien,
3, Papiermühlen und Pappenfabriken je nach der hauptsächlichsten Erzeugung. — ***) Die Angaben
umfassen. 1, Holzschleifereien, 2. Zellulosefabriken, 3. Papier- und Pappenfabriken.. — +) Die Angaben
umfassen 1. Holzschleifereien und Pappenfabriken, 2. Zellulosefabriken, 3. Papiermühlen. — +?) Die
Angaben umfassen die Papierhalbstoffabriken, von denen 51 mit Papier- und Pappefabriken kombiniert
sind. — ft) Einschl. Papierverarbeitung (in der Tschechoslowakei insgesamt 350 große Betriebe). —
*$) Die Angaben umfassen nur die Fabriken, in denen Papier verfertigt wird aus Holzechliff, Zellulose,
 Lumpen und Altpapier und die mit diesen kombinierten Holzschliff-, Zellulose- und Papierwarenfabriken.
 — **+) Die Angaben umfassen 1. reine Halbstoffbetriebe, 2, reine Papierbetriebe,
3. kombinierte Papier- und Halbstoffbetriebe (2 und 3 teilweise einschließlich Verarbeitung). —
**%+) Die Angaben umfassen 1. Papierfabriken, 2. Panierhalbstoffabriken, 3. Papierhalbstoff- und
Papierfabriken.

!) Die Angaben sind wegen der international nach Methode und Obiekt
wechselnden Erfassungsform nur sehr bedingt vergleichbar.

7
        <pb n="31" />
        von Kanada und Schweden, im Zellstoffexport von Schweden, Kanada,
Finnland und Norwegen, während die übrigen Länder der deutschen
Ausfuhr meist in geringerem Abstande folgen. Am Holzschliffexport
der Welt ist Deutschland so gut wie gar nicht beteiligt,
Gegenüber der Vorkriegszeit hat. die deutsche papiererzeugende
Industrie auch als Ausfuhrindustrie in der internationalen Rangordnung
 stark an Bedeutung verloren. Im Zellstoffexport standen 1913
Finnland und Kanada noch weit hinter Deutschland zurück, im Papierexport
 hatte Deutschland sogar bei weitem die Führung. Nur im
Pappenexport hat Deutschland gegenüber Finnland an Bedeutung gewonnen.
 Im Holzschliffexport der Welt war Deutschlands Stellung
schon in der Vorkriegszeit ohne Bedeutung. Über die Einzelheiten der
Stellung Deutschlands auf dem Weltmarkte unterrichtet die eingehende
Behandlung im Außenhandelsahbechnitt.

II. Produktionsgruppen und Erzeugnisse

Die vier Produktionszweige der Dpapiererzeugenden Industrie,
Zellstoff, Holzschliff, Papier und Pappe, umfassen in sich wiederum
die verschiedensten Erzeugungsgruppen.

1. Zellstoff

Bei der Zellstofferzeugung ist zu unterscheiden zwischen Holzzellstoff
 und Strohzellstoff. Der Holzzellstoff wieder ist entweder Sulfitzellstoff,
 gebleicht oder ungebleicht, öder Sulfatzellstoff, gebleicht oder
ungebleicht. Weit an erster Stelle steht mengenmäßig die Erzeugung
von ungebleichtem  Sulfitzellstoff, ihm folgt die Erzeugung von
gebleichtem Sulfitzellstoff und in großem Abstand die Erzeugung
von Strohzellstoff und von Sulfatzellstoff.
Außer Strohzellstoff wird aus Stroh noch Gelbstrohstoff gewonnen,
das Produkt einer Kochung des Strohes mit Kalkmilch mit nachfolgender
 mechanischer Behandlung. Gelbstrohstoff wird überwiegend
zu Strohpappe weiterverarbeitet, deren Produktion 1929: 69000 t =
rund 16% der gesamten Pappenerzeugung?) betrug. Über die Produktionsmenge
 des Gelbstrohstoffes selbst liegen keine Angaben vor.

2. Holzschliff

Bei der Holzschlifferzeugung ist zu unterscheiden zwischen weißem
Holzechliff und Braunschliff. Weit an erster Stelle steht die Erzeugung
 von Weißschliff, die mehr als vier Fünftel der gesamten Holzschlifferzeugung
 umfaßt.

1) Vel. Tabelle 21.
        <pb n="32" />
        Tabelle 19
Die Holzschlifferzeugung, aufgeteilt nach Erzeugungsgruppen
1925-—.1929 und 1913

Erzeugungs- |_ 1925 | 1926 | 1027 | 1028 | 1929 | 1918
gruppen 1000t! °% 11000t! % 11000+! 04 'nan+! 5 Iınantl 07 |1000t| %

Weißschliff.
Braunschliff
Insgesamt

620,7] 85,5 |622,7 85,7 1688,7| 84,2 7° | °‘ 782,4] 86'550,4/ 81,7
107.0 145 | 108,8! 148 1128/01 1% R 1256! +10'9l 141985 188
736.6! 100 |726,6| 100 |817,6| 100 | 887,2l 100 | 851,6] 100 | 673,9| 100

Nach der Art des verarbeiteten Holzes verteilte sich die Holzschlifferzeugung
 des Jahres 1929 zu 99,9%! = 850 600 t auf Nadelholz und
zu 0.17% = 1000 t auf Laubholz.

3. Papier

Die bedeutendste Erzeugungsgruppe der reinen Papiererzeugung
ist mengenmäßig die Gruppe Zeitungsdruckpapier, die über ein Viertel
der Gesamtproduktion umfaßt; ihr folgt die Gruppe: „Holzhaltig‘“ mit
fast einem Fünftel der Gesamtproduktion. Fast ein Achtel der Gesamtproduktion
 entfällt auf Packpapier einschließlich Hülsenpapier
ınd fast ein Zwölftel auf die Gruppe: „Holzfrei‘‘.
Ordnet man die Gruppen nach ihrem gemeinsamen Verwendungszweck,
 so läßt sich ungefähr das folgende prozentuale Verhältnis feststellen:
 auf Papier für Verpackungen aller Art entfallen etwa 32 %,
für Zeitungsdruck 26 %, für Zeitschriften, Bücher, Drucksachen, Bilder
20 %, für Schreib- und Zeichenzwecke etwa 14.%| und für verschiedene
Zwecke etwa 8% der gesamten Produktionsmenge.
Über den wertmäßigen Anteil der einzelnen Gruppen an der Gesamtproduktion
 der reinen Papiererzeugung fehlen nähere Angaben.
Das gesamte Druckpapier, das die Gruppe Zeitungsdruckpapier
ganz, einen großen Teil der Gruppe Holzhaltig und einen Teil der
Gruppe Holzfrei, umfaßt, dürfte zusammen mit der Sondergruppe
Kunstdruckpapier einen Wertanteil von etwa 30 % an der Gesamtproduktion
 haben. Auf Zeitungsdruckpapier allein entfielen vom gesamten
 Papierumsatz nach einer Erhebung für das Jahr 1925: 24'%%
der Menge und 17% des Wertes (der gesamte Papierumsatz belief sich
auf 1787358 t oder 801 697 745 RM, der Umsatz an Zeitungsdruckpapier
 auf 428 587 t oder 138 433 600 RM).
Geht man von der Zusammensetzung des Papieres nach seinem
Holzschliffgehalt aus — im Ausland bezeichnet man bisweilen sämtliche
Papiere bis zu 50 % Holzschliffgehalt als Feinpapiere —, so ergibt sich,
daß 1927: 559 000 t = 28% der Papiererzeugung auf Papier entfielen,
das bis zu 50 % Holzschliff enthielt, und 1449000 t="72 %. auf Papier
mit mehr als 50% Holzechliff.

27
        <pb n="33" />
        Tabelle
Die Papiererzeugung, aufgeteilt
n95 ' n0ß

Erzeugungsgruppen

Tonnen

% der
GesamtarzeugunNg


Tonnen

% der
Gesamterzeugung


Holzfrei, Schreib, Druck
Holzhaltig,Schreib, Druck
usw. (ohne Zeitungsdruck-Papier)
 s.0.00000000000.04
”ackpapier, teilweise aus
Altpapier (einschl. Hülsenund
 Braunholzpapier).... 206 625 12,21 195 770 11,74
Zeitungsdruckpapier.. 455 197° 26,90 | 459 492 27,55
Alle sonstigen Sorten..| 550968 32,58 | 558367 33,47
Gesamtgewicht in t| 1691809 | 100,00 | 1668019 | 100,00

4. Pappe

Die wichtigsten Gruppen der Pappenerzeugung sind Strohpappe
and Maschinenlederpappe mit 1929 je rund 16% Anteil an der gesamten
Pappenproduktionsmenge; es folgen Handlederpappe, Rohdachpappe und
Maschinengraupappe mit je rund 11%. Unter dem Rest treten noch
besonders hervor: weiße Maschinenholzpappe, Handgraupappe und
weiße Handholzpappe. Der Rest verteilt sich stark zersplittert auf die
mannigfachen Spezialsorten.

Tabelle 21
Die Pappenerzeugung, aufgeteilt nach Erzeugungsgruppen,
1927—1929

1927 | 198 | 1929
Erzeugungsgruppen IMenge/Wert*) Menge/Wert*) |Menge|/ Wert *)
in |inMill.| in |inMil.| in {in Mill.
11000t| RM 11000t| RM |1000t! RM

Lederpappe, (Braunschliff) ........
AMand- u. Masch.-Holzpappe (Weiß-SCHÜ)
 ur r rn cr KEEP EL EEE
Hand- u. Masch.-Grau-, Buchb.- u.
Ziehpappe (Altpapier) .........
StrohpappS e.0000i000000000 000000
Rohdachpappe (Textilien) .........
Varschiedena ..

(34) (32)
(12,5) (11)
185) (18)
4c) (12,5)
15) N (15)
 &amp;amp; u @
Insgesamt | 434 |(112,0) | 441 |(118,5) | 480 1(109,5)
*) Schätzungen.

Pa

20
nach Erzeugungsgruppen, 1925—1929
1997 ! 9928

nm

Tonnen

% der
Gesamterzeugung


] % der
Tonnen | Gesamterzeugung


Tonnen

% der
Gesamterzeugung


171 126

8,52

174753

8,380

168 153

7,91

388171 |

19,09 ı

395 258

18,78 |

2305 550

18,61

248 015 12,85 240670 | 11,44 | 287556 11,18
513768 | 25,59 544 790 25,89 555 801 26,15
691 349 E 748 957 _R5,59 768 7563 86,15
2007424 | 100,00 | 2104428 | 100,00 ı 2125818 | 100,00

Stellt man die einzelnen Gruppen der Pappenerzeugung nach ihrem
Rohstoffgehalt zusammen, so stehen weitaus an erster Stelle die aus
Holzschliff erzeugten Pappen, von denen die aus Braunschliff erzeugten
Lederpappen auch alle anderen Sorten mengenmäßig und wertmäßig
übertreffen. Nächst den Lederpappen zeigen die aus Altpapier erzeugten
 Graupappen, Buchbinder- und Ziehpappen die größte Produktionsmenge,
 darauf folgen die Strohpappe und die aus Textilien erzeugte
Rohdachpappe.
III. Standorte

Wasser von bestimmter Menge, Energie und Reinheit war ursprünglich
 die wichtigste Produktionsgrundlage für die papiererzeugende
Industrie. Von der Energie des Wassers hing der Lauf der Papiermühle
ab und von seinem Reinheitsgrad und seiner Menge die Wertstufe und
die Menge des erzeugten Papiers. Da das Wasser diesen Anforderungen
nur unter bestimmten Voraussetzungen entspricht, wurde es zum entscheidenden
 Standortsfaktor der papiererzeugenden Industrie. Für die
Lumpenpapierherstellung, die einzige Art des mittelalterlichen Papiermacherhandwerks,
 kam es vor allem auf ein möglichst klares, ungefärbtes,
 nicht zu hartes und eisenfreies Wasser an. Standortsbestimmend
waren somit ursprünglich für die Papierindustrie Gebirgstäler, deren
Bäche ein starkes Gefälle hatten und reines Wasser in genügender
Menge aufwiesen. Bei der Auswahl solcher Standorte trat dann als
sekundärer Gesichtspunkt eine Rohstofforientierung hinzu. Der einzige
Rohstoff waren früher Hadern. Ihre Eigenschaft als starkes Gewichtsverlustmaterial
 zog die Papierindustrie in möglichst dicht besiedelte
Gegenden. wo dieses Abfallprodukt am meisten vorhanden war. Die
75
        <pb n="34" />
        Rohstofforientierung bedeutete somit zugleich auch eine gewisse Absatzorientierung
 und traf sich mit der durch das Lumpenregalwesen verstärkten
 Tendenz, Papierfabriken möglichst in der Nähe der Bedarfsorte
 und großen Handelsstraßen anzulegen.
Diesen Voraussetzungen entsprechend waren die wichtigsten Standorte
 der papiererzeugenden Industrie in Deutschland ursprünglich im
Rheinland, am Nordabhang der Eifel, zwischen Köln und Aachen, insbesondere
 in der Nähe von Düren mit seinem großen Textilgewerbe;
im Elsaß, am Abhang der Vogesen, in der Gegend von Straßburg und
Mülhausen, dem Sitze zahlreicher Webereien; im Schwarzwald und im
Fränkischen Jura, den ältesten Standorten der vom Süden nach Deutschland
 eingewanderten Papierindustrie, in der Nähe der alten Handelsplätze
 und Verkehrsstraßen; im sächsischen Erzgebirge, das infolge
seiner großen Erdschätze und des Gewerbefleißes seiner Bewohner schon
[rüh eine dichte Bevölkerung aufwies, und im schlesischen Riesengebirge
mit seinen sehr reinen Wassern und der günstigen Lage zu dem östlichen
 Rohstoffimport. .
Als um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert der Wind als
Triebkraift nutzbar gemacht werden konnte, wurden, dem Beispiel der
blühenden holländischen Industrie folgend, auch in Deutschland Windpaplermühlen
 errichtet. Damit wurde auch die nördliche Hälfte Deutschlands
 zum Standortsgebiet der Papierindustrie; nur hier erlaubten die
regelmäßigen Luftströmungen die Nutzbarmachung der Windkraft.
Hauptstandorte blieben aber nach wie vor die oben genannten Gebiete,
wenn auch vielfach im Anfang des 19. Jahrhunderts aus politischökonomischen
 Gründen — wie es in Brandenburg schon unter Friedrich
dem Großen der Fall war — das Entstehen neuer Papierfabriken auch
‘n Gegenden mit geringen Standortsvorteilen begünstigt wurde.
Eine entscheidende Wandlung in den Standortsverhältnissen trat
arst um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Sie führte allerdings zunächst
 weniger zu einer geographischen Verschiebung als zu einer standortsmäßigen
 Arbeitsteilung. Die Standorte Sachsen und Schlesien
waren gegenüber den anderen Standorten, insbesondere dem Rheinland,
immer mehr dadurch benachteiligt worden, daß sie vom Rohstoffbezuge
abgeschnitten wurden. Die Einfuhrpolitik des Deutschen Zollvereins
unterband den Import der Leinenhadern aus Galizien und Böhmen und
drängte die ostdeutsche Papierindustrie auf den illegitimen Lumpenhandel
 ab. Außerdem konzentrierte sich der um 1800 aufgekommene
selbständige Lumpenhandel immer mehr und mehr an den Rheinhäfen,
wo große Lumpensammelplätze für ‚den amerikanischen Bedarf eingerichtet
 wurden. Die durch diese Verschiebungen begünstigte Lage
der westdeutschen, insbesondere der rheinischen Industrie gegenüber
der ostdeutschen Papierindustrie, drohte für diese um so gefährlicher
zu werden, als die Verbesserung der Verkehrswege, vor allem aber die
Einführung der Eisenbahn den Absatzradius der begünstigten westlichen
 Industrie stark erweiterte. Diese Schwierigkeiten der sächsischen
und der schlesischen Papierindustrie wurden durch die Erfindung des
Holzschliffes überwunden. Sie hatte die zur Holzverarbeitung notwendigen
 starken Wasserkräfte und konnte durch Umstellung von der

Y
        <pb n="35" />
        Lumpenverarbeitung auf die Holzverarbeitung neue Lebensmöglichkeit
gewinnen, — wenn auch vielfach, da sich der Holzschliff nur zur Herstellung
 geringerer Papiersorten geeignet zeigte, unter Aufgabe der
Feinpapierfabrikation und durch Übergang zur Herstellung von geringwertigeren
 Papiersorten, insbesondere Druck-, Packpapier und Pappe.
Von hier datiert die auch heute noch allgemein bestehende Arbeitsteilung
 in der Papierindustrie derart, daß die Produktion von geringeren
 Papiersorten vornehmlich im Osten Deutschlands, insbesondere
in Sachsen und Schlesien, ihren Standort hat.
Mit der Umstellung auf die Produktion von Holzpapier war zUgleich
 auch der erste Schritt zu einer teilweisen Loslösung vom Wasser
als dem entscheidenden Standortsfaktor getan. Die Holzpapiere stellen
keineswegs die gleichen hohen Anforderungen an die Qualität des
Wassers wie die Feinpapiere. Als dann die Technik der künstlichen
Reinigung des Wassers fortschritt und die zunehmende Verunreinigung
der Gewässer auch viele Gebirgsfabriken zwang, Klärbassins anzuschaffen,
 war das Wasser für die Holzpapierfabrikation nur noch als
Energiequelle, nicht‘ mehr als Fabrikationsmittel lokalisiert. Damit
aber konnte auch in der papiererzeugenden Industrie die Kohle als
Standortefaktor in Konkurrenz mit dem Wasser treten. Für die Kohle
sprach, daß sie eine Aktivierung größerer Einheiten erlaubte und einen
im Gegensatz zum wechselnden Wasserstand gleichmäßigeren Energieträger
 darstellte. Außerdem wurden mit der fortschreitenden Leistungsfähigkeit
 der Papiermaschinen zur Heizung der Trockenzylinder sowieso
schon immer größere Mengen Kohle gebraucht, so daß eine transportmäßig
 günstigere Beschaffung der Kohle ohnehin von zunehmender Bedeutung
 war. Allmählich, in den achtziger und neunziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts, begann in der schlesischen und sächsischen
Papierindustrie eine Abwanderung aus den Gebirgstälern in die Ebene
hinaus. Doch blieb die Abwanderung zur Kohle in beiden Standortsgebieten
 vorerst noch in engen Grenzen. In Schlesien genügte den
meigten Betrieben die Bezugsmöglichkeit aus dem niederschlesischen
ınd Waldenburger Revier, und auch in Sachsen, wo ein geringes Abwandern
 zur Ebene hin einen günstigen Einkauf der insbesondere auf
dem relativ billigen Wasserweg der Elbe herangeschafften Braun- und
Steinkohle sicherte, nahm die Verschiebung zunächst keinen größeren
Umfang an. Der Rohstoff Holz machte gegenüber der Abwanderung
zur Energiequelle Kohle seine Anziehungskraft geltend.
Die Holzechliffgewinnung war ursprünglich den bestehenden
 Papierfabriken angegliedert worden; jedoch vermochte sie sich
in Kombination mit der Papiererzeugung nicht durchzusetzen. Obgleich
Holzechliff auf mechanischem Wege in Wassertriebwerken hergestellt
wird und eine Anpassung an die Papierfabrikation relativ einfach war,
entwickelte sich die Holzschlifferzeugung als selbständige Industrie.
Alte Spinnereien und Mahlmühlen, aber auch Brettsägen und alte Eisenhämmer,
 vielfach auch Papiermühlen selbst wurden zu Holzechliffbetrieben
 umgebaut und blieben dann selbständige Werke, die ihre
Ware dem reinen Papiermacher lieferten. Der Standort der Holzschliffbetriebe
 blieb damit derselbe wie der der alten Papierbetriebe.

Ca
        <pb n="36" />
        Außer dem Wasservorkommen, das die Holzschliffindustrie in noch
stärkerem Maße als die Papierindustrie als Energiequelle brauchte.
fesselte der Waldreichtum sie an die Gebirgsabhänge. Die Holzschliffindustrie
 konnte darum auch nur in geringerem Umfange als die Holzpapierindustrie
 die Abwanderung zur Kohle mitmachen. Da das Holz
bei der Verarbeitung zu Holzschliff ein starkes Verlustmaterial ist und
zugleich das aus Holzschliff hergestellte Papier geringwertig ist, war
eine Verteuerung, wie sie der Holztransport mit sich brachte, nur schwer
zu tragen, — zumal schon ohnehin ein teureres Betriebsmaterial wie die
Kohle kaum in die Differenz zwischen dem Preis des Rohstoffes und
dem Preis des Fertigfabrikats einzukalkulieren war. Gegenüber diesen
Nachteilen, die für die Holzschliffindustrie mit der Abwanderung zur
Kohle verbunden waren, verschlug auch nicht der — keineswege unbedeutende
 — Vorteil, daß die Kohle im Gegensatz zum Wasser eine
gleichmäßige Energiequelle darstellt. Den meist kleinen Gebirgsbetrieben
 genügten weiterhin die vorhandenen Wasserkräfte, zumal man
sich späterhin bemühte, durch Bereitstellung von Reservekraft die Unregelmäßigkeit
 vieler Wasserkräfte auszugleichen und durch stärkeren
Ausbau der Wasserkraftanlagen auch das Spitzenwasser voll auszunutzen.
 Da der Holzechliff aber wegen seines hohen Transportwiderstandes
 mehr oder weniger auf eine Verarbeitung an Ort und Stelle
dder wenigstens im eigenen Bezirk angewiesen ist, mußte die Bindung
der Holzschleifereien an die alten Standorte in den Gebirgstälern zuzleich
 auch die Abwanderung der Holzpapierfabriken zur Kohle hemmen.
Nur bei günstigen Standortsverhältnissen für Kohle- und Holzbezug
konnten die Holzschliffbetriebe zum Tale abwandern, und ebenso konnten
nur bei günstigen Standortsverhältnissen für Kohle- und Holzschliffbezug
 die Holzpapierfabriken zum Tale abwandern.
Soweit eine Abwanderung stattfand, ergaben sich zwangsläufig die
größeren Flußtäler am Fuße der Gebirgsabhänge als neue Standorte.
Dabei brachte es die gegenseitige Verbundenheit der Holzpapierindustrie
und der Holzschliffindustrie zwangsläufig mit sich, daß die Holzechliffindustrie
 bei ihrer Abwanderung auf die Nähe von Holzpapierfabriken
bedacht sein mußte, wie umgekehrt die Holzpapierfabriken auf den
günstigen Bezug des Holzechliffes angewiesen blieben und deshalb die
Nähe von Holzschliffbetrieben beachten mußten. Das Ergebnis war,
laß bei den ins Tal ziehenden Betrieben meist Betriebskombinationen
Platz griffen. Die Abwanderung in die Ebene und die Tendenz zur
Betriebskombination wurde wesentlich verstärkt, als der Holzbezug in
den Gebirgsgegenden knapper und teurer wurde und die Verbesserung
der Dampftechnik ein rationelles Arbeiten auch mit größeren Einheiten
von Dampfmaschinen ermöglichte. Dadurch traten die auf geringer
Holzfracht und billiger Wasserkraft beruhenden Vorteile der Gebirgslage
 immer mehr und mehr zurück gegenüber den Nachteilen: teure
Fertigfabrikatfrachten und Regieverteuerung durch inkonstante Energie.
Doch blieb sowohl in Sachsen als auch in Schlesien eine Menge vornehmlich
 kleiner und kleinster Betriebe in den Gebirgsabhängen sitzen. Im
allgemeinen bedeutete die Abwanderung der Holzschliff- und der Holzpapierindustrie
 zum Tal mehr eine Erweiterung der Standorte als eine
        <pb n="37" />
        eigentliche Abwanderung. Dieselbe Verschiebung zeigte sich auch in
Oberbayern und Mitteldeutschland, wo sich nach der Umstellung auf
Holz und der Verbesserung der Technik eine analoge Erweiterung der
Standorte ergab.
Die Feinpapierindustrie wurde durch die Erfindung des Holzschliffes
 in ihrer Standortslage nicht beeinflußt. Sie blieb primär nach
dem Wasser bestimmter Menge, Energie und Reinheit kraftstoff- und
materialorientiert und sekundär nach den Hadern rohstofforientiert.
Erst als sich mit Erfindung des Zellstoffes das Holz auch für die Feinpapierfabrikation
 als geeigneter Rohstoff erwies, traten auch bei der
Feinpapierindustrie Standortsveränderungen ein. Im Gegensatz jedoch
zur Holzpapierindustrie, bei der die neue Vorstufe der Produktion, die
Holzeschliffindustrie, größere Standortsbeharrung zeigte und die treibende
 Kraft mehr die Papierfabriken waren, zeigten bei der Feinpapierindustrie
 die Papierfabriken das Beharrungsvermögen; die neue
Vorstufe der Produktion, die Zellstoffherstellung, war der Ausgangspunkt
 zur Standortsverschiebung und -erweiterung. Die Zellstoffherstellung
 war von vornherein wegen der Abwässer, ihres großen
Brennstoffverbrauches und des bei ihr besonders stark wirkenden Gesetzes
 der Kostendegression auf die Lage an größeren Flußläufen und
den Großbetrieb angewiesen. Sie zog deshalb am weitesten ins Tal,
und zwar in die Nähe solcher größeren Wasserstraßen, die einen möglichst
 günstigen Kohle- und Holzbezug gewährten, und von wo aus ein
möglichst großes Hinterland mit Papierfabriken als Absatzgebiet beherrscht
 werden konnte. Die schnell wachsende Bedeutung des. Holzbezuges
 aus dem Auslande und des Exports von Zellulose verstärkte
noch die Standortsorientierung nach großen Wasserstraßen, so daß
sich die Zellstoffindustrie weit ins Tal hinunter und im Osten bis an
die Ostseeküste hin ansiedelte. Von diesen ihren Standorten aus, den
Flußgebieten des Rheins und des Maine, der Elbe und der Oder und
den Mündungsgebieten der Stolpe, des Pregels und der Memel, wirkte
die Zelluloseindustrie dann für einen großen Teil der Papierindustrie
als standortgestaltende Kraft.
Zunächst sah sich die Zellstoffindustrie gezwungen, die abfallenden
 Qualitäten, Sekunda-, Tertia- und Astzellulose, selbst zu verarbeiten.
 Hieraus entwickelte sich dann in zunehmendem Maße eine
Fabrikation von Zellstoffpackpapieren auch aus Primazellulose, die den
üblichen Grau-, Braun-, Schrenz- und Strohpapieren qualitativ überlegen
 waren. Die Zellstoffabriken verloren fast völlig ihren Charakter
als reine Zellstoffbetriebe und wurden Hauptstandorte der Massenpapierfabrikation,
 überwiegend für Packpapier und in größerem Maße
auch für andere Zellstoffmassenpapiere. Der Aufnahme auch der Zeitungsdruckpapierfabrikation
 durch Zellstoffbetriebe stand meist die notwendige
 Verwendung von Holzschliff entgegen. Nur wenige Zellstoffbetriebe
 haben mit Aufnahme einer größeren Holzechliffproduktion auch
für die Zeitungsdruckpapierproduktion standortsbestimmend gewirkt.
Öfters dagegen zogen sie die Holzschliffproduktion deshalb an ihre
Standorte, weil sie ihnen ermöglichte, die Massenproduktion auch von
holzhaltigzem Pacekvapnpier aufzunehmen.

Azu
        <pb n="38" />
        Tabelle
Die Standorte der papiererzeugenden Industrie
Holzzellstoff ] Strohzellstoff ] Holzschliff
Betriebe / Vollarbeiter | Betriebe Vollarbeiter / Betriebe | Vollarbeiter
1918|1929/ 1913 | 1929 |1918|1929| 1918 | 1929 19131929 1913 | 1929
|
1654,5/ 2 189,8l 65| 50 12945) 1080,5
520,2) 524,1 20! 15| 878,2| 286,1
2948,1| 2535,83! 1 71,5 18! 1838| 616,0) 488,9
603,6| 573,11 2] 2 217,6 ns + 4| 34,2! 49,2
422,5| 664,7/ 31 3 ' 146,4! 174,7! 8| 9| 89,7| 145,2
&amp;gt; 955,4) — 20] 20| 250,6) 285,7

Standorte

Bayern ohne Rheinpfalz !
Württemberg und obenzollern
 .............. |
Baden und Elsaß-Lothringen
 ) essen een
Hessen, Hessen-Nassau
und Rheinpfalz.......
Rheinprovinz und Birken-Fol
 aaa aka Kuna eHE
Westfalen, Lippe,
Schaumburg - Lippe, |
Waldeck.............' 5
Hannover, Oldenburg
(ohne Birkenfeld),
Schleswig - Holstein,
Braunschweig, Bremen,
Hamburg, Lübeck*)..
Provinz Sachsen, Thüringen,
 Anhalt.......
Sachsen Land..........
Pommern, Brandenburg,
Ostpreußen, West- |
reußen, Mecklen- | , | |
| | 12 10 | 42980 52520] — | 1 | = 866 u 12 258,9| 292,3
Schlesien, Posen*) .....| 11 | 7 | 2312,4| 2629,3| 1 [| -— 83,2/ — |111| 70 |1823,8| 1498,1
Insgesamt | 66 | 54 [15 269,8[17 119.91 16 | 18 |1237,1| 994,4 | 618 | 462 | 9608,5/ 7978,0
*) Für 19290 ohne die abgetretenen Gebiete.

974 37,7| 85| 20] 472,4) 355,7
129,2 2012| 86/ 25| 074. 416,4
541.8! 438.6 | 287 | 215 | 3707.1! 31799

Die Druckpapier- und Feinpapierproduktion blieb überwiegend
in den Händen der Papierfabriken. Doch wurden auch deren Standortsverhältnisse
 durch das Aufkommen der Zellstoffpoduktion beeinflußt,
 zumal die Verbesserung der Dampftechnik auch die Feinpapierfabriken
 in die Ebene zog. Wo der alte Standort den Feinpapierfabriken
nicht die Möglichkeit bot, sich durch Eigenerzeugung in der Rohstoffbasis
 unabhängig zu machen, wanderten sie an entsprechende Standorte
oder suchten zwecks günstigeren Rohstoffbezuges die Nähe von Zell
stoffabriken. Nur Betriebe mit besonders günstigen Standortsverhältnissen,
 insbesondere die zahlreichen Spezialpapierfabriken, zeigten Beharrung.
 Für diese verbot sich teilweise die Aufnahme der Eigenfabrikation
 von Zellstoff wegen der qualitativen Verschiedenartigkeit ihres
Bedarfes, teilweise stand bei ihnen auch die Notwendigkeit eines gün
stigen Bezuges von Zellstoff mit dem anderer Roh- und Hilfsstoffe, insbesondere
 Kaolin, in Widerestreit. Vor allem aber hatte sich für sie
eine ausgesprochene Arbeitsorientierung herausgebildet. Bei der Feinm



22 .
nach der Zahl der Betriebe und Vollarbeiter 1913, 19291)
OT Banfer T Sn 1 Nebenbetriebe | Gesamte Industrie ohne
Papier Pappe Nebenbetriebe eb Onbetriebe. n6
Se gollarbeiter Betriebe | Vollarbeiter | Betriebe Yolarbelier Bekrisbe Vollarbeiter
(913l1929| 1913 | 1920 ı913[1920| 1913 | 1920 |ı918[1929| 1913 | 1929 |1918|1929| 1918 | 1929
42 | 38 | 4184,0| 4235,4 42' 32! 612,8] 688,9 89 21| 587,6| 302,1 156 » 7745,8| 8 094,4
26 | 19 | 8.185,38 2702,5| 24 %i' 288,5 423,3 11] 10| 74,4/ 261,8 75| 61|4876,2l 3 886,0
42 30 | 4855,6| 8875,8 11' 10! 476,3! 460,4 14| 14| 828,1 8389,5| 78| 57| 8967,5| 7 360,4
40 | 30 | 8251,7 3137,7/ 25 30. 817,9 486,3 14| 16| 185,7 227,0 75| 70| 4 425,0! 4457,9
68 | 61 | 87916! 7547,9l 31! 28' sg90,1! 12388) 8! ı7l 187,7! 510.6l 111! 102 110 840,81 9 666,3

30 | 28 ] 4778] ve! 19] 151

s06! 429,7 10 |

m |

|
g8.6l 188.11 74! 62] 2813,8! 2837,0

28 | 23 | 2510,0l 8069,0| 23] 16! 575,6| 4086| 9! 5| 153,3] 32.9) 86] 72| 3862,4| 4120,5
59 | 40 | 5.7205 56902 | | 881,0 1 3820 1s| m 201,2 230,8 4 /111| 80142 8201,9
91 | 74 12561918 128.11 171 131 | 2 935,8! 2 658,9 73| 57 |1223.611144.5/ 568 | 422 |21 157.521 1942

31 28 | He 4 886,8| 2 | 1 167,9) 11] } 158,6| 464,8| 82 | 61 110 An 423,9
43 | 35 | 6168.0| 5859.0 37| 34| 1371.9| 16274 21| 19| 297,8 550,9 208 | 146 |11 709,9/11 613,8
195 | 391 |58 071.9156 007.6] 452 | 877 |10 009.6/10 757,4/ 228 | 194 I8561.114248,0l1647|1297]94 1964/92 857,2

und Spezialpapierfabrikation sind zur Bedienung der Holländer und der
Papiermaschinen geschultere Arbeiter nötig als bei der Holz- und
Massenpapierfabrikation. Der verschiedene Geschmack der Konsumenten
 und die Änderung der Geschmacksgrichtung bedingen eine besondere
 Vielgestaltigkeit der Produktion, für die man einer größeren
Anteilnahme der menschlichen Arbeitskraft mit ihrer Einfühlung in den
Fabrikationsprozeß bedarf. Diese geschickten, zur Herstellung von
Feinpapier benötigten Arbeiter aber waren vornehmlich an den alten
Standorten der Papiermacher zu Hause.
Allgemein 1äßt sich mit dem Aufkommen der Zellstoffverarbeitung
eine nochmalige Verlagerung des Produktionsschwergewichtes der
papiererzeugenden Industrie in die Ebene hinein feststellen, und zwar
wieder unter fortschreitender Betriebskombination. Für die heutige

1) Nach Angaben in den Verwaltungsberichten der Papiermacherberufsge-Nossenschaft.


31
        <pb n="39" />
        Tabelle
Die Standorte der papiererzeugenden Industrie
Zellstoff Holzschliff
1922 | _ 1929 | 7922 | 1929 000
Zu- 5 Z 5
1000 t % u 1000 t 8 9 KM
‚Dahme (—), ——
9 gegenüber 7/6 N eeRu ner
1922 1922

Standorte

Ost- und Westpreußen.........

Brandenburg, Pom-MEI
 20000000000
Schlesien..........
Hannover, Schleswig-Holstein.....

Provinz Sachsen...
Westfalen .........!
Hessen-Nassau.....'
Rheinland .........'
Preußen insgesamt
Sachsen ...........|
Bayern mit Rhein- |
Pfalz .........0.0.
Baden ............
Württemberg mit
Hohenzollern ....
Thüringen ........
Aessen............
)brige Länder ....
Msaß-Lothringen ..
Insvesamt | 721,2!

141,7 |

280,1 |! 28,814 138.4 |

131 281 08|+ 15
26 [+ 87,4
15414 517
26|+ 12,4
574 132
POl+ 252
01— 06
46/+ 288
|
81.4! + 26,9
18,8! + 80,6
64|+ 127
24 — 08
26 — 389
16[+ 6,5
— 4298| 609,5 | 851,6 | 100 | 4- 242.1

| 8,3 | + 34,4.
147,8 | 12,814 74,5
(8,9/ 144 | 12|+ 05| 9,7) 221
12,6| 271‘ 22|+ 145! 35 400
15,6| 164 1,4|+ 8,8| 25,.| 50,8
8,3| 11,2 0,9)+ 29| 17| 11
1m 4 Wo: 4.8 + 46,0 10 8 39,1
a -+3815,0' 190,5 | 360,1!
12,2 | + 52,81 240,5 | 267,4
118/+ 47,9) 82,7 | 118,8
18,7| + 126] 419° 546
+ £ 20,2
“ 22,3
13,7

340,8 ı
94,8 |

93,8 ]
158,0
17}
Gi

1204.0 | +4,

Standortslage der Papierindustrie sind damit, allerdings nur im Sinne
allgemeinster Typisierung, drei Zonen zu unterscheiden.
Die erste Zone, die als älteste schon seit dem Aufkommen der
Papierindustrie in Deutschland besteht, liegt in den Gebirgstälern.
deren Aufbau Wasser mit starkem Gefälle und in genügender Menge
und Reinheit liefert. Ihre Zentren sind der Nordabhang der Eifel
zwischen Köln und Aachen, der Fränkische Jura, das sächsische Erzgebirge,
 das schlesische Riesengebirge und der Harz. Diese Zone ist im
Westen Deutschlands und insbesondere im Rheinland, auf das fast die
Hälfte der gesamten Feinpapiererzeugung entfällt, nach wie vor der
wichtigste Standort der Feinpapierindustrie und im Osten und Süden
Deutschlands nach wie vor, wenn auch in der Bedeutung gemindert,
Standort der Holzpapier- und der Holzechliffindustrie. Die Feinpapierund
 die Holzpapierindustrie sind in der ersten Zone gleicherweise
energieorientiert. Die Holzpapier- und die Holzschliffindustrie sind in
der ersten Zone außerdem noch rohstofforientiert, während dies für die
Feinpapierindustrie mit der Umstellung von der Lumpenverarbeitung

23
nach Produktionsmengen 1912!) 1922, 1929
Papier ' Pappe
1912 | 1922 | 1929 1912 | 1922 1929
Zu- (+), Zu- (+),
Ab- Ab-1000
 t | % nt (—) | 1000 tt , % ha (—)
! gegenüber gegenüber
1979 1912 —

33] 941
834) 114,7,
200,9 | 164,4
65,4 | 67,7
1063| 891
604 58
11,8| 18,0;
201,6! 175,9
im 692,7
422,8 | 495,2
156,1 | 167,9
106,8! 127.
52,3
67,C
36.
187
18,8
16111 | 1581.91 2193 8 | 100

19.8! 0,9 |+ 165 47 27' 924! 06! — 28
168,0 | 7,9 | + 846 50,5 52,8 574 | 18,8 / + 6,9
285,8‘ 11,1 | + 84,9 45% 50,0 642 | 149 | +190
76,2! 3,6 + 10,8‘ 21,6, 144 58| 14 —1658
140,1| 6,6 + 88,8 17,5 OR | 22,6 | 5,383; + 51
101,2 48 + 40,8 | 28,8 | 168 | 28,0] 65| + 47
19,3| 9 -. 751 0,9| 111 25/ 06| + 16
904\ 5 8,2 8251 620 70,7 1%4' + 3882
- 32,1 196,2 | 210,2 2586 | 59,0 ı + 57,4
' 108,7 96,1 95,8 76,2 | 17,7 | — 19,9
+ 76,2 29° 228 8318| 78 + 9,0
R7% 17,4 28,0' 54| +101
7a 75 17 + 2,9
2° 52 + 74
a 12 — 05
O£ 25 + 01
_ 6,0
4.7 | 869,4 | 383,3 | 429.9 | 100 | + 605

auf die Zelluloseverarbeitung nur noch insoweit zutrifit, als sie zur
Eigenerzeugung von Zellstoff übergehen konnte oder ihren Rohstoffbedarf
 durch Import deckt. Im übrigen ist an die Stelle der Rohstofforientierung
 in diesen alten Bezirken der Feinpapierfabrikation eine
ausgesprochene Arbeitsorientierung getreten.
Die zweite Zone ist der ersten vorgelagert und liegt am Fuße der
Gebirgsabhänge. In ihr liegen im Westen Deutschlands vornehmlich
Feinpapierfabriken, die sich in ihrer Kraftstofforientierung vom Wasser
auf Kohle umgestellt haben, und die in ihrer Rohstoffversorgung durch
Aufnahme der Eigenerzeugung oder die Nähe von Zelletoffabriken gesichert
 sind. Im Osten Deutschlands liegen in der zweiten Zone vornehmlich
 Holzpapierfabriken und Holzschleifereien, die sich in ihrer
Kraftstofforientierung ebenfalls vom Wasser auf die Kohle umgestellt
haben und vielfach miteinander kombiniert sind.
Die dritte Zone zieht sich weit ins Tal hinein und ist der eigent-1)
 Für Zellstoff und Holzschliff liegen keine Angaben aus der Vorkriegszeit vor.
3 Enquete-Ausschuß. I 5, Band 10. .
        <pb n="40" />
        liche Sitz der Zellstoffgroßbetriebe, die sowohl im Westen wie im Osten
Deutschlands meist mit Massenpapierfabriken und teilweise auch mit
Holzschliffbetrieben kombiniert sind, oder in deren näherer Umgebung
sich gesonderte oder kombinierte Papier- und Holzstoffbetriebe befinden.
Die Zelluloseindustrie in der dritten Zone ist transportorientiert, und
zwar sowohl kraftstofforientiert als auch, insbesondere nach dem Auslande,
 rohstoff- und absatzorientiert. Soweit sie mit Feinpapierfabrikation
 verbunden ist, ist sie auch arbeitsorientiert, d.h. in möglichster
Nähe alter Standorte der Feinpapierfabrikation gelegen. Die Zentren
der dritten Zone sind die schiffbaren Flußgebiete des Rheins, der Elbe
und der Oder und die Flußmündungen an der Ostseeküste (Oder, Pregel,
Memel). Typisch für die dritte Zone ist die Lage der Werke Waldhof-Mannheim,
 Zellstoff - Aschaffenburg, Feldmühle - Stettin und Koholyt-Königsberg.
        <pb n="41" />
        ZWEITER TEIL

Die Produktion

35
        <pb n="42" />
        I. Die Versorgung mit Roh- und Hilfsstoffen


Im Rohstoffverbrauch der papiererzeugenden Industrie steht das
Holz mit einem mengenmäßigen Anteil von rd. 80% und einem wertmäßigen
 Anteil von rd. 75% weitaus an erster Stelle; es folgen Altpapier
 mit rd. 14%, Lumpen mit rd. 7% und Stroh mit rd. 4% Anteil
am Wert des Rohstoffverbrauches. Unter allen zur Papier- und
Pappenherstellung verwendeten Stoffen behält zwar das Holz eine
überragende Stellung, der Verbrauch an Stroh, Lumpen und Altpapier
 tritt dagegen vor dem Verbrauch an Hilfsstoffen stark zurück.
Der Verbrauch an Stroh, Lumpen und Altpapier betrug 1927 wertmäßig
insgesamt noch nicht drei Viertel des Kohlenverbrauchs, und nur wenig
mehr als das Doppelte des Verbrauchs an Papiermaschinenbespannung,
und der Verbrauch allein an importierten Füllstoffen stand nur wenig
hinter dem Strohverbrauch und nur um die Hälfte hinter dem Lumpenverbrauch
 zurück. Soweit sich der Roh- und Hilfsstoffverbrauch der
papiererzeugenden Industrie annähernd mengen- und wertmäßig feststellen
 läßt, ergibt sich daraus folgende Aufstellung:

Tabelle 24
Der Verbrauch der wichtigsten Roh- und Hilfsstoffe der
DaDiererzeugenden Industrie 19271)

Roh- und Hilfsstoffe

Holz ....
StrOM er rk
Lumpen .....000..4
Altoanier ..--Kaolin

 (Böhmen) +........
China Clay (England).....
Kaseinl ,.0..000.000 un.
Papiermaschinenbespannung
 ..- ;
Kohle .... va

Gesamtverbrauch

Menge | Wert
1000 + MillL RM

3258
220
70
458

214,0
10,5
19,0
39.0

1.006
100
DO) 110
9

282,5
9,0
1,5
28,0
95.0

Q

1

2
6 500

% des Gesamtrohstoffverbrauchs


Menge

Wert

81,3
5,5
1,8
11,4
[00.0

75,8
3,7
6,7
13,8
100,0

l) Unter den in den nachfolgenden HEinzelbehandlungen gemachten Vorbehalten.


37
        <pb n="43" />
        Für die Vorkriegszeit liegt eine Schätzung vor, nach der für die
Erzeugung des Jahres 1913 von rd. 2 Mill. t Papier und Pappe bei
ausgiebig durchgeführter Stoffrückgewinnung eine Halbstoffmenge von
rd. 2,2 Mill. t benötigt wurde‘). Nimmt man für die Produktionsmenge
des Jahres 1927 ebenfalls einen 10 %igen Materialverlust an, so ergibt
sich in Gegenüberstellung zu der Schätzung von 1913 folgendes Bild:

Tabelle 25
Die zur Papier- und Pappenerzeugung verbrauchten
Halbstoffmengen 1913!) und 1927

dalbstoffe

Tolzschliff ...-Holzzellstoff.
 ...
Strohzellstoff. . .
zelbstrohstoff. .
Lumpenhalbstoff
Mineralfüllstoffe. .
Altpapier ....... a
Leimstoffe (vorwiegend Harz und
schwefelsaure Tonerde) .......
Insgesamt

19183

1927

% der
LO00 t Gesamtmenge


% der
1000 t | Gesamtmenge


750
550
80
LOO0
‚20
200
“00

34,1
29,6
3,6
4,5
5,5
9,1
91

852
323
47
(48)
458

31.7
30,6
1,8
(1,8)
17.1

45
2200 | 100.00 | 2686 | 100,0

Diese Aufstellung über die den Papierkörper bildenden Materjalien,
 soll nur allgemeine Anhaltspunkte geben. Alle Einzelheiten,
vor allem die Unterlagen für Vergleiche, sind der nachfolgenden
Einzeldarstellung zu entnehmen, wenngleich auch diese mit ihren zahlreichen
 Fehlerquellen unterliegenden Berechnungen nicht mehr als ein
ungefähres Bild vermitteln kann.

1. Papierholz

Der durchschnittliche Lagervorrat, Zugang und Verbrauch an
Papierholz beliefen sich nach der Verbandsstatistik. in den Jahren 1913
ınd 1925 bis 1929 wie Tabelle 26, S. 39 zeigt.
Berechnet man den Holzverbrauch aus der Zellstoff- und Holzschliffproduktion,
 8o ergibt sich für die Nachkriegsjahre ein etwas höherer
Holzverbrauch als nach der obigen Verbandsstatistik. Für die Jahre
1927, 1928 und 1929 ergibt die Holzzellstoffproduktion?) einen Holzverbrauch
 von 6.41. 6.87 und 7.24 Mill. rm und die Holzechliffproduk-!)

 Kirchner, „Wochenblatt für Papierfabrikation‘“. 19138, Nr. 4, S. 280.
?) Sulfitzellstoff umgerechnet zu 6,3 rm/t, Sulfatzellstoff zu 6,8 rm/t.
        <pb n="44" />
        Tabelle 26
Der durchschnittliche Lagervorrat, der Zugang und der Verbrauch
an Papierholz in den Zellstoff-und Holzschliffabriken einschließlich
 der gemischten Betriebe 1913 und 1925 — 1929

Jahr

(918
1925
1926
1927
1928
1929

Durchschnittlicher
 Lagervorrat


in Mill. rm

4,728
5,219
6,402
7.076 /
5.850:

Zugang

in Mill. rm

9,334
9,318
9,967 |
10,014 #
10.663 v

Verhrauch

in Mill. rm

7,575
8,300
8,392
9,308
9,758
10.245

tion!) einen Holzverbrauch von 2,95, 3,02 und 3,06 Mill. rm. Danach
beträgt 1927, 1928 und 1929 der gesamte Holzverbrauch 9,36, 9,89 und
10,30 Mill. rm. Die geringe Differenz zwischen den verbandsstatistisch
arhobenen und den aus der Papierhalbzeugproduktion errechneten Holzverbrauchsmengen
 erklärt sich mühelos daraus, daß in kombinierten Betrieben
 die Papierhalbzeugproduktion vielfach nicht gewogen, sondern
berechnet wird, und zum anderen aus der Unsicherheit der durchschnittlichen
 Umrechnungszahlen von 1 rm/t; denn der anatomische und
shemische Aufbau der verschiedenen Hölzer unterliegt je nach Standort,
Alter, Art und Zeit der Gewinnung und des Transportes starken Schwankungen;
 ebenso schwankt der Gehalt an Holzsubstanz in der Raummetereinheit
 je nach Alter, Stärke, Trockenheit und Wuchs des Holzes,
und das Ausbringen an Holzstoff und Zellstoff je nach der Qualität des
zu erzeugenden Stoffes. Weit stärker noch wirken sich diese Fehlerquellen
 bei der Berechnung der Angaben über die Anteile des Holzverbrauches
 an den Produktionswerten aus; diese Anteile sind demantsprechend
 nur als ungefähre Anhaltspunkte zu werten (Tab. 27).
Die Berechnung der Anteile des Papierholzverbrauchs an den Produktionswerten
 von Papierhalbzeug (Tabelle 27) ist derart erfolgt, daß die
aus der Papierhalbzeugproduktion errechneten Papierholzverbrauchsmengen
 für 1913 mit 13,75 M/rm, für 1927 mit 23 RM/rm und für
1928 und 1929 mit 24 RM/rm berechnet und zu den Produktionswerten
von Papierhalbzeug in Beziehung gesetzt sind. Für Papierganzzeug sind
aus den verbandsstatistischen Angaben über den Holzschliff- und Zellstoffverbrauch?)
 die Holzmengen errechnet und mit den obigen Einheitswerten
zu dem Produktionswert von Papierganzzeug in Beziehung gesetzt. Zur
Teilung des Papierholzverbrauchs nach seinen Anteilen an den Produktionswerten
 von Papier und Pappe ist schätzungsweise vorausgesetzt, daß
ungefähr 6% des Papierholzverbrauches auf die Herstellung von Pappe
entfallen. Eine verfeinerte Berechnung ist für den Anteil des Papierholzverhbrauches
 an dem Produktionswert der Pappenindusterie insofern noch

') Weißschliff umgerechnet zu 3,5 rm/t, Braunschliff zu 4,2 rm/t.
?) Vgl. Tabelle 41 und 43, S. 58 und 60.
        <pb n="45" />
        Tabelie
Die Anteile des Papierholzverbrauches an den Produktions-Der
 Papierholzverbrauch Der Papier
ım Anteil am Produktionswert Papierganzzeug
von LLLLLLL
nn Wert
in in in % der
1000 rm | Mill. M/RM ] Produktion

Jahr

918... 46,5 50,0 6 722 92,4 17,8
927... 53,0 57,0 8279 190,4 19,8
928... 56,8 55,8 8711 209,1 21,4
929... 56,6 55,6 8775 210,6 91,9

*) Gesamtre-—Anktion

 abzüglich der Erzenov- -ornnnen, für die ein unmittelbarer Holz

möglich, als man von dem Produktionswert nach Möglichkeit die
Werte der ohne Holzzusatz erzeugten Pappen abzieht. Es kommen hierfür
 als wesentlichste Gruppen Hand- und Maschinengrau-, Buchbinder-,
Zieh-, Stroh- und Rohdachpappe in Frage‘). Eine analoge Berechnung
auch für die Papierproduktion verbietet sich wegen der Fülle ihrer aus
verschiedenen Rohstoffen zusammengesetzten Sorten.

Bei dem überragenden Anteil des Papierholzes am Rohstoffverbrauch
und am Produktionswert ist für die papiererzeugende Industrie die
Frage des Papierholzbezuges von ausschlaggebender Bedeutung. Aus
dem Binnenmarkt zog die deutsche papiererzeugende Industrie in den
ıetzten Jahren ungefähr 10 bis 15% weniger als in der Vorkriegszeit.
Da Deutschland aber mit seinem Gebietsverlust im Osten auch gleichzeitig
 große Holzüberschußgebiete verloren hat, ist die Beanspruchung
les Binnenmarktes größer als in der Vorkriegszeit. Hierdurch werden
vor allem, abgesehen von wenigen ganz abseits gelegenen; die mittleren
und kleineren Holzschliffwerke und die auf ihnen basierende Pappenindustrie
 betroffen. Nach ihrer Standortslage an den Gebirgsabhängen
haben sie, außer den sächsischen Fabriken, die aus der Techechoslowakei
 importieren, keine Bezugsmöglichkeit aus dem Auslande und
sehen sich der Nachfragekonkurrenz der bedeutend kapitalstärkeren
Zellstoffindustrie gegenüber. Hinzu kommt, daß es kein unbedingtes
Papierholz, d.h. Holz, das nur als Papierholz geeignet ist, gibt, und
somit das verknappte Angebot auch noch von den anderen holzverarbeitenden
 Industrien beansprucht wird. Besonders erschwerend aber
ist die Form, in der sich der deutsche Holzabsatz abwickelt. Maßzebend
 für die Preisbildung auch der privaten Waldbesitzer sind die
vom Staat erzielten Preise; der Staat aber setzt das für die papierarzeugende
 Industrie vor allem in Frage kommende Zwischennutzungs-10lz
 überwiegend auf dem Wege der Submission oder der Auktion ab.
Beide Verfahren begünstigen ein Sichüberbieten der Nachfrage. Am
stärksten preistreibend wirkt durch die Undurchsichtigkeit ihrer Preis-')

 Vgl. Tabelle 21, S. 924.

27
-werten der papiererzeugenden Industrie 1913 und 1927—1929!)
holzverbrauch für
Papier
Menge Wert
in in ] in % der
1000 rm |Mill. M/RM! Produktion

6319 86,9 15,9 38 ‚ö 2 .
7782 179,0 21,0 497 11,4 10,2 24,5
8 188 196,5 22,8 523 12,6 11,1 27,1
8 9248 198.0 93,3 527 12.6 115 = .998

verbrauch gar nicht mA

bildung die Submission, bei der zudem der Standort der Käufer oft nicht
genügend Berücksichtigung findet. Aber auch bei der Auktion werden
die Grundpreise, die schon an sich aus dem Stand der letzten Auktionen
bzw. des Durchschnittes der Versteigerungsergebnisse des Vorjahres
gewonnen werden, meist bedeutend übertroffen. In Bayern liegen die
Verhältnisse etwas günstiger, da hier die Oberförsterei schon vor den
offiziellen Terminen Holz freihändig abgeben darf. Doch wird in Süddeutschland
 der Markt belastet durch den Export nach der Schweiz, der
zwar nur verhältnismäßig geringe Mengen umfaßt. aber stark preisbildend
 in Erscheinung tritt. .
Die allgemeine Preislage für Papierholz läßt sich wegen starker
Labilität und großer örtlicher Verschiedenheiten schwer bestimmen. Im
großen und ganzen war der Papierholzpreis bei Beginn der Stabilisierung
 der Mark nur wenig höher als der Vorkriegspreis, der im allgemeinsten
 Durchschnitt auf ungefähr 9 M im Walde zu schätzen ist.
Bis zum Ende des Jahres 1927 zogen sodann die Papierholzpreise stark
an und sind bis Mitte und Ende 1929 je nach der örtlichen Lage weiter
gestiegen oder langsam abgesunken. Seit Anfang 1930 zeigt sich mit
dem Darniederliegen des Bauholzmarktes in fast allen Revieren eine im
Verhältnis zu den hohen Preisen der Vorjahre starke Preissenkung. Die
bedeutendsten Papierholzversorgungsgebiete Deutschlands sind Nordund
 Südbayern, Baden, Sachsen und in Preußen das Wuchsgebiet I, Ostpreußen,
 und das Wuchsgebiet II, Brandenburg, Pommern, Schlesien.
Das billigste Papierholz liefert in Deutschland das Wüuchsgebiet
Preußen I; das Wuchsgebiet Preußen II hat durchschnittlich höhere
Preise; noch teurer ist Nordbayern, aber durchschnittlich billiger als
Sachsen. Die Preise in Südbayern liegen etwas über der Mitte zwischen
den Preisen in Sachsen und Ostpreußen. Baden entspricht in seiner
Preislage im allgemeinen Südbayern. Über die in den genannten Wuchsgebieten
 zu Ende der Jahre.1927 bis 1929 und zu Anfang 1930 erzielten
Papierholzpreise unterrichtet Tabelle 28.
1) Unter dem Vorbehalt der textlichen Ausführungen.
        <pb n="46" />
        Tabelle 28
Preise für entrindetes Papierholz II. Klasse in den bedeutendsten
Schleifholzversorgungsgebieten Deutschlands Ende 1927, 1928, 1929,
Anfang 1930
(in RM je rm}

Wuchsgebiete ;

Preußen, Wuchsgebiet I, Ostpreußen...
Il, Brandenburg,
Pommern, Schlesien ...........
Freistaat Sachsen, Stf................
Bayern, Nordbayern, Stl.......00.0000.
„ , Südbayern, Stf.. Pre na ELe
Baden, Stf£.. -

"Ende —_ 1928/Ende 1929| März 1980

10.08

10,78

12.00

8.91

15,32
19:52
20.48
1634 |

14,86
18,60
17,08
15,55
14.02

12,44
17,89
14,17
15,76
14,87

10,86
17,26
15,56
14,85
18.77

Der erschwerten Kaufmöglichkeit auf dem Binnenmarkte steht ein
gegenüber der Vorkriegszeit zwar mengenmäßig stark erhöhter, an sich
aber erschwerter Import von Papierholz gegenüber.
Tabelle 29
Die wichtigsten Herkunftsländer der Papierholzeinfuhr‘)
Deutschlands 1925—1929 und 1913

Herkunftsländer

Insgesamt

davon aus
Polen.........
Rußland ......
Finnland......
Tschechoslowa-Kelarıs.un..

Österreich .... '
Litauen.......
Lettland ...... |
Schweden..... |

1929 | 1928 |. 1927 1926 ‘ 1925 1913
L000Mill.! 100013" 4000737 1000/ Mill, 1000| Mill.
t IRM' £ RM t 'RM' t IRM|_t M
2584 | 97,82259 ' 80,6/1911 | 65,8l1888 ' 60,912100 | 77,7l1285 | 39,8

309 ı 32,6| 982
577 23,3) 187
526 ' 21.6! 618

32,9| 849 26,8/ 808 25,7
6,0 89| 8,8! 129] 5,1
986) 441 165l 4601 15.7!

591118,8l . .
100| 4,4 1022 81,7
)
4601192! 2

174
56

79) 262
1] 104

in
30

880

o.al
"1

204

882 80,6!
22 | 0,8
an! 75| 2,9
11) 21107 .
2] 71 08 —

10.5
OA

21

148
78
38

4,6| 109
2, 6!
ol 90:

2,8) 4
9 1
if

Or

*) Ehem, Rußland. — **) Ehem. Österreich-Ungarn.

Im Jahre 1913 kam der deutsche Papierholzimport (Stat. Nr. 86)
zu 80%. aus Rußland. Rußland steht nach wie vor mit seinem

1) Stat. Nr. 86: Holz zu Holzmasse, Holzschliff und Zellstoff. Diese Position
umfaßt jedoch nicht die gesamte Papierholzeinfuhr. Größere Mengen der stat.
Nrn. 74 und 75 werden ebenfalls als Papierholz verbraucht. Doch ist die länderweise
 Aufgliederung der gesamten zur Papiererzeugung verbrauchten Holzeinfuhr
nicht möglich.

m
        <pb n="47" />
        Holzvorrat bei weitem an erster Stelle unter den europäischen Holzländern
 (man. schätzt die Kapazität seiner Papierholzproduktion auf
jährlich 20 bis 25 Mill. fm). Ein größerer Export wird aber durch die
Arbeiter- und Transportverhältnisse stark erschwert. Auf dem Papierholzweltmarkte
 ist Rußland dadurch noch bis vor kurzem fast völlig
zurückgetreten, trotz großer Anstrengungen der staatlichen Trusts und
der in Form von gemischten Gesellschaften bestehenden Konzessionen*),
in deren Händen die Ausbeutung der Waldungen liegt. Erst im Jahre
1929 hat die russische Papierholzausfuhr wieder einen großen Umfang
 angenommen, und Rußland ist in der deutschen Papierholzeinfuhr
bereits wieder an die zweite Stelle gerückt. Die außerordentliche Entwicklungsmöglichkeit
 der russischen Papierholzausfuhr läßt weiterhin
erwarten, daß der russische Export für die zukünftige Gestaltung des
Papierholzmarktes wieder von ausschlaggebender Bedeutung wird. In
Jer Papierholzausfuhr der russischen Nachfolgestaaten ist die der Ostseerandstaaten
 verhältnismäßig unbedeutend, zumal da an ihrer Ausfuhr
 noch größere Abstriche für den Transitverkehr zu. machen sind.
Allein Polen tritt unter den russischen Nachfolgestaaten stark hervor.
 Deutschland hat seit 1926 rd. zwei Fünftel seiner Papierholzeinfuhr
 in Polen gedeckt und ist für Polen zum wichtigsten Absatzmarkt
für Papierholz geworden. Andere größere Auslandsmärkte kommen
für das polnische Papierholz nicht. in Frage. Daher stößt die von
Polen zum Teil bereits durchgeführte Ausfuhrbeschränkung durch
Exporttarife im Lande selbst auf Widerstand, zumal die polnische
papiererzeugende Industrie für die großen Holzvorräte Polens bei
weitem nicht aufnahmefähig genug ist.
Der deutsche Auslandsbezug von Papierholz hatte sich seit dem
Rückgang des Impörts aus den ehemaligen Lieferungsgebieten Rußlands
 in erhöhtem Maße den nächst bedeutendsten europäischen Exportländern:
 Finnland, der Tschechoslowakei und Österreich, zugewandt.
Doch ist die deutsche Einfuhr aus diesen Ländern im Jahre 1929 durch
Jas Wiederaufleben des Exports aus Rußland stark zurückgegangen.
Finnland nimmt heute im Export nach Deutschland nächst Polen und
Rußland die dritte Stelle ein, es hat seit 1925 jährlich rd. ein Viertel
bis ein Fünftel der deutschen Gesamteinfuhr geliefert. In der relativen
Bedeutung seiner vorwiegend aus Nadelholz bestehenden Waldfläche,
die 73 % des Landes umfaßt und 7,4 ha je Kopf der Bevölkerung ausmacht,
 steht. Finnland weit an der Spitze der europäischen Papierholzländer.
 Trotzdem macht sich auch in Finnland eine Exportbehinderung
 geltend. Finnlands wichtigste Industrie ist seine Papier- und
Zellstoffindustrie, und man fürchtet, die eigene Papierholzverarbeitung
durch die Belieferung der Konkurrenzindustrien zu schädigen. Besondere
 Export- und Sommer- und Wintertarife erschweren die Ausiuhr,
 eine größere Ausfuhrabgabe dagegen ist bisher verhindert worden.
Die deutschen Bestrebungen in dieser Richtung . werden unterstützt
durch die dortigen Waldbesitzer (Bauern und Staat). die mit Rück-1)

 Russangloless, Russhollandoless, Russnorwegoless u. Dwinoless-Limites. Auf
Jie Konzessionen entlielen 1926 laut russischer Angabe 16,4% der Holzausfuhr.

13
        <pb n="48" />
        sicht auf die Staatseinnahmen und unter Hinweis auf den Druck, den
die Konkurrenz der russischen Nachfolgestaaten auf den Weltmarkt für
Papierholz ohnehin ausübt. einer Behinderung des Exportes entgegentreten.

Nächst Polen, Rußland und Finnland ist die Tschechoslowakei
ein wichtiger Papierholzlieferant Deutschlands. Allerdings weist ihr
Export in einzelnen Jahren, in denen die Forsten von Raupenfraß befallen
 waren, eine ungewöhnliche Höhe auf. Doch wird auch weiterhin
 die Tschechoslowakei als Versorgungsgebiet für den Papierholzbedarf
 der deutschen Industrie von Bedeutung sein. Aus den an. der
deutschen Grenze und an den Wasserstraßen nach Deutschland gelegenen
 Waldgebieten ist der Export nach Deutschland vorteilhafter
als: der Binnenabsatz, und vor allem kommen die bis jetzt noch wenig
erschlossenen Gebiete der Slowakei, wenn auch mit einem qualitativ
geringeren Holze, für einen größeren Export in Frage. Auch ist die
Eigenverarbeitung noch nicht genug entwickelt, um die Papierholzproduktion
 voll aufzunehmen. Der Eigenbedarf der Tschechoslowakei
richtet‘ sich bei der großen Sägeindustrie des Landes mehr auf Sägeholz,
 und die Tendenz der Ausfuhrgestaltung soll dahin gehen, an
Rohholz vorwiegend Papierholz auszuführen. Im Gegensatz zur
Tschechoslowakei scheidet Österreich trotz seines großen Holzreichtums
 für eine Papierholzbelieferung in größerem Umfange aus. Österreichs
 eigene papiererzeugende Industrie ist — entsprechend dem
früheren Umfang der Donaumonarchie — relativ groß; die Bemühungen
der Eigenindustrie um das einheimische Papierholz beschränken die
Ausfuhr. Außerdem ist Österreich durch seine geographische Lage behindert:
 Bayern und die Tschechoslowakei sind ihm vorgelagert, die,
selbst Papierholzexportgebiete, größere Mengen speziell nach dem
Norden ausführen. Ausschlaggebend ist die ungünstige geographische
Lage für die Stellung Jugoslawiens, Rumäniens und Bulgariens auf
dem Papierholzmarkt. Trotz ihres Waldreichtums und der Möglichkeit
 einer großen Ausbeute an Papierholz bei einer im allgemeinen verhältnismäßig
 geringen Eigenverarbeitung sind sie bisher auf dem Weltmarkt
 nicht wesentlich in Erscheinung getreten. Bei dem stark zunehmenden
 Bedarf an Papierholz werden jedoch in Zukunft auch diese
Länder die Möglichkeit haben — einen Ausbau ihrer Verkehrsverhältnisse
 und vor allem eine Beeinflussung des Donaufrachtenmarktes vorausgesetzt
 —, als größere Papierholzexporteure aufzutreten; denn mit
ihnen ist die Zahl der Länder Europas, für die ein größerer Papierholzexport
 in Frage kommen könnte, bereits erschönft. Alle anderen
Länder sind Papierholzeinfuhrländer,
An der Spitze der Papierholzeinfuhrländer steht Deutschland,
dessen Fehldeckung seit 1913 durch den Verlust waldreicher Gehiete
und den erhöhten Bedarf stark gestiegen ist.
Allerdings wird die Erzeugungsfähigkeit Deutschlands noch keineswegs
 voll ausgenutzt. Man schätzt die Normaldurchschnittsleistung des
deutschen Waldes auf 2,5 Mill. fm, weist aber darauf hin, daß bei der
guten Waldwirtschaft Deutschlands durch allgemein bessere Aus-
        <pb n="49" />
        nutzung und systematische Durchforstungstechnik die Produktionsfähigkeit
 stark gesteigert werden könnte. Forstaufsicht für die Bauernwälder
  Norddeutschlands, stärkerer Anbau der Fichte, Bepflanzung
der Flußniederungen mit Pappeln, Umstellung auf kürzere Umtriebszeiten
 und besonders schnellwüchsige Hölzer bieten Möglichkeiten eines
planmäßigen Papierholzanbaus, der um 8o wichtiger ist, als die Frage
der Papierholzversorgung Deutschlands in den letzten Jahren immer
dringender geworden ist. Der Verbrauch Deutschlands an Papierholz
ist fortlaufend stark gestiegen und wird voraussichtlich in den kommenden
 Jahren noch weiter zunehmen. Zwar ist Deutschland von
großen Holzexportländern umgeben, ihre Ausfuhr beruht aber zum Teil
auf außergewöhnlichen finanziellen Verhältnissen; deshalb ist, abzesehen
 vielleicht von Rußland, in den nächsten Jahren — zumal bei
der allgemein anwachsenden Eigenverarbeitung dieser Länder — mit
einem ‘weniger dringlichen Papierholzangebot auf dem europäischen
Markt zu rechnen. Dem steht aber eine fortlaufende Steigerung auch
der übrigen . europäischen Nachfrage gegenüber, so besonders aus
Holland und Frankreich, den nächst Deutschland wichtigsten Papierholzimporteuren
 Europas.
Die Tendenz einer im Verhältnis zur steigenden Nachfrage rückläufigen
 Bewegung im Angebot gilt nicht nur für den europäischen
Papierholzmarkt. In Nordamerika macht sich dieselbe Erscheinung bemerkbar.
 In den Vereinigten Staaten sind trotz ausgedehnter Waldungen
 die Möglichkeiten der Papierholzerzeugung durch mangelnde
Forstwirtschaft und Raubbau nur schlecht ausgenutzt. Eine bessere
Bewirtschaftung wird gehindert durch die kanadische Konkurrenz, die
auf Grund günstiger Holzvorräte, Bringungs- und Aufbereitungskosten
in der Lage ist, die Holzpreise in den Vereinigten Staaten zu unterbieten.
 Doch geht die Politik Kanadas immer mehr dahin, die Papierholzausfuhr
 zu beschneiden, um die Vereinigten Staaten zu zwingen, mehr
Halbstoffe und Papier abzunehmen. Die kanadische Ausfuhr zeigt eine
zunehmende Verschiebung von Papierholz zum Papierhalbzeug und
-ganzzeug. Diese Entwicklung ist für die Vereinigten Staaten außerordentlich
 ungünstig. Ihre große im Osten des Landes gelegene papiererzeugende
 Industrie ist bei dem bedenklichen Rückgang der Papierholzerzeugung
 der Oststaaten, auf deren Waldvorräte sie ihre Fabriken
aufbaute, zum größten Teil auf die kanadische Holzeinfuhr angewiesen,
und ihre Lage wird immer schwieriger. Sie sucht sich deshalb durch
starke Kapitalinvestierung in die kanadischen Unternehmungen und
Ausdehnung ihrer eigenen Interessensphäre nach Kanada und Neufundland
 zu schützen und nimmt neuerdings sogar Interesse an den Möglichkeiten
 des Papierholzbezugs aus Europa, aus Finnland und insbesondere
 aus Rußland.
Eine absolute Holzknappheit ist bei den großen Reserven (Alaska,
Sibirien usw.) und Aufforstungsmöglichkeiten (Kanada, Rußland usw.),
die in der Welt noch bestehen, nicht zu erwarten; die Holzversorgung
wird jeweils eine Preisfrage sein. Unter diesem Aspekt zeigen sich
aber die papiererzeugenden Industrien, die in ihrer Holzversorgung

ir
        <pb n="50" />
        stark auf ausländischer Produktivkraft beruhen, besonders bedroht.
Gegenüber den Vereinigten Staaten scheint der deutsche Papierholzverbraucher
 im Preis nicht schlechter gestellt zu sein. Wie aber die
Position der Vereinigten Staaten von Kanada, so wird innerhalb
Europas die Position Deutschlands von den drei nordischen Papiermarktkonkurrenten
 Schweden, Norwegen und Finnland merklich übertroffen.
 Der Preis des Papierholzes und seine Steigerung gegenüber
1913 nimmt im großen und ganzen zu von Norden und Nordosten nach
Süden und Südwesten, proportional der Entfernung von den großen
Papierholzreserven in den nördlichen und östlichen Waldzonen.
Einen entscheidenden Einfluß auf die Preislage für Papierholz üben
die Transportkosten aus. Im innerdeutschen Eisenbahnverkehr
stellt sich die Erhöhung der Frachttarife für Papierholz, Normaltarif F
gegenüber dem früheren Spezialtarif III, dem Rohstofftarif und dem
bayerischen Schleifholztarif, wie folgt:

Tabelle 30

Die Erhöhung der Papierholzfrachten 1927, 1928 gegenüber 1913

Nor- Normal-
 | maltarif
 E | tarıf F
1927 | 1998

km

25
82
0
48
89
112
138
160
179
198
204 |

28 40
36 80
44 80
53 100!
91 200
ı24 300,
158 400
178 500
199 60C
214 706
996 800

Erhöhung der Normaltarife E 1927 und F 1928
gegenüber 1918 in % zum

Spezialtarif III | Rohstofitarit Bayer. Schleifholz-997:191211928:1919
 1927:191811928:191?!1927:191811928: 1912

39
33
38
41
25

ME

A

36
€)
el)
73

7
1

79
78
32
25
78
TO
a4

100
100
100
104
98
€)
7E
58
58

A7

L.

38
31
24
16
»

,

3
aM

9
45
89

/
3
53

Bei einer Steigerung des Papierholzpreises um etwa 60 %. zeigt
die Papierholzfrachtbelastung gegenüber der Vorkriegszeit eine verhältnismäßig
 starke Erhöhung, zumal wenn man die besondere Tariferhöhung
 für Süddeutschland berücksichtigt und in Betracht zieht, daß
Transporte über 400 km nur in geringem Umfange stattfinden. Die
reinen Transportkosten beanspruchen bei 200 km rd. 16'% des Preises
frei Fabrikhof*). Bei einem Anteil des Papierholzes von rd. 50 %' am
Preise des Halbzeuges entfallen somit auf die reinen Transportkosten
bei Bahnzufuhr von nur 200 km schon rd. 8% des Halbzeugpreises.
Es zeigt sich, wie ausschlaggebend die Verkehrslage zum Holz für die
1) Es ist zugrunde gelegt: 1 rm frei Fabrikhof im Werte von 24 RM und im
Gewicht von 420 ke bei einer Fracht von 9.10 RM je t für 200 km.
        <pb n="51" />
        Lebensfähigkeit der papiererzeugenden Industrien der einzelnen Länder
and innerhalb dieser für die einzelnen Werke ist. Eine Erhöhung der
Papierholzfrachten ist nach Aussage der Industrie untragbar, sie erstrebt
 vielmehr nach Möglichkeit eine Detarifierung des Papierholzes
nach Klasse G. Weniger Bedenken dagegen als die Höhe der Tarife
löst die Staffelung der Tarife aus. Wenn der Staffeltarif auch zweifellos
 viele Werke in den Holzüberschußgebieten benachteiligt, so würde
doch sein Wegfall die Konzentration auf einzelne Standorte begünstigen,
and die Industrie lehnt es ab, daß die Tarifpolitik standortsverändernd
in ihr Eigenleben eingreift. Nur dort, und das ist vor allem in Norddeutschland
 der Fall, wo eine Änderung der Staffelung Papierholzgebiete
 überhaupt erst nutzbar machen und den Import entlasten würde,
hält man nicht zuletzt auch im Interesse des Waldbesitzes eine entsprechende
 Ausnahmetarifierung für angebracht.
Niedrige Eisenbahnfrachten sind für die deutsche papiererzeugende
Industrie von größter Bedeutung. Im Jahre 1928 wurden im deutschen
Inland- und Auslandverkehr rd. 3,8 Mill. t Papierholz bewegt, davon
haften rd 27 Mill. t Anteil am Eisenbahnverkehr (vgl. Tabelle 31).

Tabelle 31
Die Papierholzbewegung auf deutschen Kisenbahnen und Binnenwasserstraßen
 1926—1928 und 1913
fin 1000 UN

X. mn
Verkehrsarten | 1928 | 1927 ' 192% |! 1918
Fisanhahnen:

Inlandverkehr ...
Ausläandverkehr ..

In- und Auslandverkehr insgesamt .... |

1234 | 1829 | 1324
1488 | 1749 | 1765
9799 | 8078 | 089

Wasserstraßen:

{nlandverkehr .. 178 154 157 | 206
Auslandverkehr 858 752 _ _585__ 965 _
In- und Auslandverkehr insgesamt .... |! 1086 | 906 | 742 | 1171

Für 1913 läßt sich die Papierholzbewegung auf deutschen Eisenbahnen
 nicht nachweisen, da Papierholz erst seit 1924 gesondert auszewiesen
 wird. Doch zeigt der trotz des stark gestiegenen Imports SOzar
 absolut zurückgegangene Auslandverkehr auf den Binnenwasserstraßen,
 daß der Eisenbahnverkehr gegenüber der Vorkriegszeit stark
an Bedeutung gewonnen haben‘ muß. Im Inlandverkehr war die Bedeutung
 der Wasserstraßen für den Papierholztransport schon in der Vorkriegszeit
 gering. Daß trotz der Einführung des Staffeltarifs und der
damit verbundenen relativen Verbilligung der weiteren und weiten Ent
fernungen die Bedentung des Papnierholztransportes auf den Binnen-1)

 Stat. Nr. 31c.
        <pb n="52" />
        wasserstraßen im Auslandverkehr gesunken ist, ist teilweise auf die
fortlaufenden Erhöhungen der Stromabgaben zurückzuführen. Vor allem
aber wirkt sich in dem Rückgang des Auslandverkehrs auf den Binnenwasserstraßen
 die Zerschlagung Rußlands aus. Die Hauptflußmündungen
 befinden sich nicht in polnischem Besitz, so daß das ostpolnische
Holz im Gegensatz zu früher vorwiegend mit der Eisenbahn nach Deutschland
 befördert wird. Ostpolen ‚steht im Papierholz-Auslandverkehr
der deutschen Eisenbahn weit an erster Stelle, es folgen die Tschechoslowakei
 und Galizien. Im Papierholz-Auslandverkehr der deutschen
Wasserstraßen hat dagegen Holland die Führung, und zwar als Versandgebiet
 von finnischem und russischem Holz. Ein Erstarken des
russischen Holzexportes wird, wie es schon jetzt bei der Versorgung
aus Finnland der Fall ist, für die Papierhölzversorgung Deutschlands
auch durch eine geringere Transportkostenbelastung Vorteile bringen.
Seitdem die Holzverarbeitung der papiererzeugenden Industrie
einen größeren Umfang angenommen hat, d.h. seit dem Aufkommen
der Zellstoffindustrie und der größeren Holzschleifereien, ist auch ein
Papierholzhandel zur Entstehung gekommen. Soweit, vorher,
seit Aufkommen der Holzschliffindustrie, schon ein Papierholzhandel
bestand, beschränkte er sich im wesentlichen auf den direkten Rohstoffaustausch
 zwischen Erzeuger und Verarbeiter, Denn die Standorte
 der kleineren und mittleren Holzschleifereien waren die waldreichen
 Gebiete, und für ihren Bedarf genügten die umliegenden Forste.
Für die größeren Holzschleifereien aber und vor allem die Zellstoffindustrie,
 die von vornherein ihren Standort weiter unten im Tale
wählten und deren Bedarf ungleich größer war, mußte das Holz aus
weiterer Ferne beschafft und in größeren Massen auf Lager gehalten
werden. Das waren Aufgaben, die zunächst nur der Handel erfüllen
konnte. Doch konnte der Handel für den schnell zunehmenden Bedarf
bald nicht mehr die Verfügbarkeit der großen Vorräte garantieren,
wenigstens nicht, ohne beträchtliche Mehrkosten für Zinsverlust,
Risiko usw. in Rechnung zu stellen. Dadurch wurden die meisten
größeren Zellstoffwerke und Holzschleifereien zum unmittelbaren Bezug
 ıhres Rohstoffes vom Erzeuger veranlaßt, zumal sie ihren VOoraussichtlichen
 Bedarf besser zu beurteilen vermochten als der Holzhändler.
Statt dessen ging nunmehr aber ein Teil der kleineren und mittleren
Werke zum Einkauf durch den Handel über. Wo ihnen die zunehmende
Beanspruchung ihrer Rohstoffquelle, der Nachbarwälder, einen Einkauf
nach Bedarf unmöglich machte und ihnen ein ihre Kapitalkraft übersteigendes
 Einkaufsrisiko aufbürdete, konnte bei ihrem verhältnismäßig
 geringen Bedarf der Handel das Einkaufsrisiko übernehmen und
dadurch den kleineren Werken auch die Unterhaltung eines zu kostspieligen
 Einkaufsapparates ersparen. Doch im großen und ganzen
geht auch der weit überwiegende Teil des inländischen Papierholzbezuges
 der kleineren Werke unter Ausschluß des Handels vor sich. In
Bayern spielt der Handel so gut wie gar keine Rolle, einige Bedeutung
hat er in Sachsen und Thüringen, doch wird auch hier der größte Teil
direkt bezogen. Nur in Westdeutschland besteht in größerem Umfange
        <pb n="53" />
        ein inländischer Papierholzhandel. Anders dagegen liegt es beim Auslandbezug
 von Papierholz. Hier sind die meisten kleinen und mittleren
Werke aus Delkredererücksichten auf den Zwischenhandel angewiesen,
und selbst die großen Werke kaufen, auch wenn sie eigene Einkaufsorganisationen
 besitzen, im Auslandbezug des öfteren, und in manchen
Ländern, wie in Polen, fast ausschließlich durch den Handel,
Der Eigenbesitz von Wald ist in Deutschland, im Gegensatz zu
den skandinavischen Ländern und Finnland, verhältnismäßig selten.
In den nordischen Ländern, wo häufig der Waldbesitz die Anregung
zur Gründung einer Papierhalbzeugfabrik gegeben hat, ist die Bewirtschaftung
 eigener Waldungen ziemlich stark verbreitet. Allerdings
wird hier die Kombination mit der Holzproduktion stark erleichtert
durch eine den qualitativen Bedarf erweiternde Kombination mit
anderen holzverarbeitenden Betrieben (Sägewerken, Kistenfabriken,
Hobelwerken usw.). Aber auch ohne eigenen Waldbesitz gewährt die
Vereinigung verschiedener holzverarbeitender Betriebe bedeutende Vorteile
 durch Einkaufsverbilligung und rationellere Rohstoffausnutzung.
Der Gedanke einer stärkeren Kombination der papiererzeugenden
Industrie mit anderen holzverarbeitenden Betrieben wird in den Vereinigten
 Staaten zur Zeit stark propagiert.

2. Stroh

Gegenüber der grundlegenden Bedeutung, die dem Holz als Rohstoff
 der papiererzeugenden Industrie zukommt, treten die anderen organischen
 Rohstoffe stark zurück. Bambusrohr, das zunehmend in Indien
verbraucht wird, wird in Deutschland gar nicht, und Espartogras, das
zunehmend in England und Frankreich Verwendung findet, nur in verschwindend
 geringem Umfange verarbeitet. Neben dem Holz ist in
Deutschland der einzige bedeutendere organische Rohstoff das Stroh,
doch wird auch dieses noch verhältnismäßig wenig verarbeitet. Das
Stroh erscheint aber, da Strohzellstoff für die Erzeugung feinerer
Papiere nicht nur einen ausgezeichneten Ersatz für Lumpen, sondern
auch für Holzzellstoff abgibt, in besonderem Maße zur Substitution
von Holz geeignet. Bei stark steigender Holzknappheit und Holzverteuerung
 wäre zwecks Rohstoffgewinnung für die Papiererzeugung ein
Getreidebau mit dem Körnerertrag als Nebenprodukt denkbar. Vorläufig
 steht einer größeren Strohverarbeitung noch der zu geringe Preisunterschied
 zwischen Strohzellstoff und Holzzellstoff entgegen. Dieser
ist nicht zuletzt durch die gerade die Strohverarbeitung belastenden
gewerbepolizeilichen Vorschriften und die Frachtlage bedingt.
Im Jahre 1927 wurden rd. 220000 t Stroh im Werte von
10,5 Mill. RM verarbeitet. Davon entfielen rd. 1338 000 t auf die Verarbeitung
 zu Strohzellstoff und rd. 87000t dienten zur Herstellung
von Gelbstrohstoff bzw. Strohpappe. Die Strohzellstofferzeugung umfaßte
 1913 mengenmäßig 5,7 %, wertmäßig rd. 6,7 %: und im Jahre
1927 mengenmäßig 5,3% und wertmäßig rd. 6,1%; der gesamten Zell-Enquete-Ausschuß.

 I5, Band 10.

LO
        <pb n="54" />
        stofferzeugung. Die Strohpappenerzeugung belief sich 1927 mengenmäßig
 auf 15,4 % und wertmäßig auf rd. 10,7%; der gesamten Pappenerzeugung.
 Im Anteil am Produktionswert machte der Strohverbrauch
im Jahre 1927 an der Strohpappenfabrikation und an der Strohzellstoffabrikation
 über ein Drittel aus.
Tabelle 32
Strohverbrauch in der Strohpappen- und der Strohzellstoffproduktion
 1913 und 1927

Produktions- |!
zweige

Jahr _

Strohverbrauch | Produktion | Strohverbrauch
— N
1000 + | Mill. M/RM **)| 1000 + | Mill.M/RM ' duktionswertes

7 4,2 66,8 12 35,0
. | 89 48.1 | 11 | 35.5
184 6,4 57,1 18 35,6
*) 1t Stroh = rd. 0,77 t Strohpappe und 1 t Stroh = rd. 0,4—0,45 t Strohzellstoff,
**) Wert je t Stroh frei Fabrik 1913: 34 M. 1927: 48 RM.

Strohpappe ..
Strohzellstoff

913
097
9

Die Strohversorgung der deutschen papiererzeugenden Industrie ist
außerordentlichen Wechselfällen unterworfen. Im allgemeinen kann bei
zuten und mittleren Ernten der Strohbedarf der deutschen paplererzeugenden
 Industrie voll im Inland gedeckt werden, bei schlechten Ernten
dagegen ist die deutsche Industrie bis zu rd. 20 %) ihres Bedarfs auf
[mport angewiesen. Doch ist auch unabhängig von den Strohernteerträgen
 die Selbstversorgung des Landwirte und damit der Ausfall
ler Heuernte und die Möglichkeit der Versorgung mit künstlichem
Dünger von entscheidender Bedeutung. Die Stroheinfuhr ‚ für die
vornehmlich Frankreich und Holland als Herkunfteländer in Frage

Tabelle 33
Die Eisenbahnfrachten für Roggen- und Weizenstroh
in Draht- und Bindfadenpressung oder lose 1913 und 1928

AT.9) Normaltarif

AT. 16f
nur für
Inland)

1918 (ar 1. X. 1928

ah 1.X. 1998

18 32 27
29 53 45
51 91 77
73 124 105
a1 153 120

Erhöhung des
NT. F und des
AT. 16f in %
des AT. 2*)

Zm |

IC EHAT 168:
AT.2l AL2

50: 78 | =
100 | 88 55
200| 78 51
300| 70 44.
400 | 68 ag |

Belastung
in %
des Wertes**)
1918 | ___ 1928 ]
AT. 2 /NT.PLAT164 NT. FlAT. 16i

Mehrbelastung
 1928
in % der
Belastung
1913

6,4
10.4
12?
BR
395

8,4
14,2
249
82,6
40.8

71 31,8
11,8 365
20,8 | 81,9
27.6 | 24,9
34.2 | 24,0

10,9
18,5
1,5
5,7
52

*) Dem Vergleich ist für 1913 eine Wagenladung von 10 t, für 1928 von 15 t zugrunde gelegt,
**) Bei Zugrundelegung eines Durchschnittspreises je dz von 2,80 M 1913 und 3,80 RM 1928.
        <pb n="55" />
        kommen”), bot in der Vorkriegszeit keine Schwierigkeit; sie war vertragsmäßig
 frei. Sie ist heute mit einem Einfuhrzoll von 1 RM je dz
belastet, das ist mehr als ein Viertel des Inlandspreises ab Station.
Betroffen werden dadurch die nordwestdeutschen Fabriken, während
die mittel- und ostdeutschen Werke auch bei schlechten Ernten mit
der Inlandsversorgung auskommen. Deutschland besitzt weite Strohüberflußgebiete.
 Doch können diese zum großen Teil nicht ausgenutzt
werden, da es unmöglich ist, das Stroh an die Verbrauchszentren heranzuführen.
 Die strohverarbeitenden Fabriken liegen in der Nähe ihrer
Absatzgebiete, in diesen aber ist der Strohanfall verhältnismäßig gering.
Die Transportlage für Stroh ist deshalb besonders wichtig bei
schlechten Ernten und durchweg für die westdeutsche Industrie, die den
größten Empfangsradius aufweist.
Zu der Erhöhung der eigentlichen Frachtbelastung tritt eine starke
Verteuerung der Deckenmiete, die für die Entfernungen von 50 bis
300 km eine Erhöhung von 400 bis 900 Zu aufweist. Bei 200 km ist die
Belastung durch Deckenmiete von 2,1 %i auf 5,5 % gestiegen, so daß sich
die Gesamtbelastung bei einem Inlandstransport über 200km von
20,3 % auf 25,8%, also um rd. 27 %, und bei einem Importtransport
über 200 km von 20,3 %i auf 29,5%, also um rd. 45 Zi, erhöht hat.
Verfrachtungen über 300 km kommen für Stroh nur selten in Frage.
Die Einführung des Staffeltarifs mit der starken Belastung der nahen
Entfernungen trifft somit die strohverarbeitende Industrie in besonde-‚em
 Maße. Besonders aber belastet der mit der Einführung des Staffel-;arifs
 verbundene Übergang zur 15-t-Klasse den Strohtransport. Bei
ler Voluminösität des Strohes ist die Ausnutzung der Wagen gering.
Nur in den seltensten Fällen ist es möglich, 15 000 kg auf einen Waggon
zu verladen. Meist macht es sogar Schwierigkeiten, die zur Eintarifierung
 in der 10-t-Klasse mindesterforderlichen 8t zur Verladung
zu bringen. Entsprechend diesen Schwierigkeiten erstreben die Anträge
der Industrie eine Gültigkeitserweiterung des AT. 16f auch für den
Strohimport, eine Ergänzung durch einen 5-t-Tarif und eine Ermäßigung
der Deckenmiete.
Die Eisenbahntariflage für Stroh ist die entscheidende Frage in
der Rohstoffversorgung der strohverarbeitenden Industrie, Bei einem
Strohbezug aus einer Entfernung von 200km entfällt rd. ein Viertel
bis ein Drittel des Anteils des Strohverbrauches am Produktionswert
und somit bei Strohpappe und Strohzelletoff je rd, 9 bis 12% des
Produktionswertes auf die Transportkosten für Stroh. Auf dem Binnenund
 auf dem Weltmarkt aber steht die deutsche strohverarbeitende
Industrie der Konkurrenz der fast ausschließlich auf Strohverarbeitung
eingestellten holländischen Industrie gegenüber, die im Gegensatz zur
deutschen meist in der Lage ist, auf dem Wasserweg zu verfrachten.
Auch im übrigen ist die holländische Industrie vielfach durch Kombination
 mit der Strohproduktion (in der Form von Bauerngenossenschaften)
 und durch die Möglichkeit der Torffeuerung, zu der sie in

"\ Vgl. Nr. 276 der Außenhandelsstatistik.

x}
        <pb n="56" />
        sroßem Stile übergegangen ist, in den Produktionskosten günstiger
zestellt!). Vor allem trifft die ungünstige Transportlage die deutsche
Erzeugung von Strohpappe, in deren Herstellung Holland führend ist,
ınd die als Massenartikel besonders stark auf Transportbelastungen
reagiert, zumal sie außerdem noch einer leichten. Substitutionsmöglichkeit
 durch billize Holzpappe unterliegt.

3 Hadern

Die Hadern, der älteste und bis zur zweiten Hälfte des vorigen
Jahrhunderts ausschließliche Papierrohstoff, haben heute nur noch einen
Anteil von mengenmäßig knapp 2% und wertmäßig noch nicht 7%
am Rohstoffverbrauch der papiererzeugenden Industrie.
Die Frage der Hadernversorgung der paplererzeugenden
[ndustrie hat gegenüber der Vorkriegszeit stark an Bedeutung eingedüßt.
 Während des Krieges fanden die Hadern Eingang in die Textilbranche
 und erzielten dort Preise, die die Papierindustrie nicht anlegen
konnte. Man mußte auf die Textilfaser verzichten und auch das Feinpapier
 aus reiner Zellulose herstellen. Es zeigte sich dabei, daß für
sehr viele Papiere, zu deren Herstellung man vorher Hadernverarbeitung
als unbedingt notwendig erachtete, aus Zellstoff hergestellte Papiere
einen für den täglichen Bedarf preiswerten und zugleich schönen Ersatz
soten, der oft besser aussah als die Lumpenpapiere. Nach dem Kriege
waren die Zellulosepapiere überall eingeführt, und die Nachfrage nach
Hadernfeinpapieren hatte stark nachgelassen. Die wesentliche technische
 Vereinfachung der Zellulosepapierherstellung gegenüber der
Hadernpapierherstellung bewirkte dann, daß sich die durch Not bedingte
Nachfragewandlung auch durch maschinelle Umstellung der Betriebe
ainbürgerte. Doch glaubt man, wieder mit einem allmählichen Anwachsen
 des Lumpenpapierkonsums rechnen zu können, da Lumpenpapiere
 besonders für hochwertige Drucke, bei denen zudem der Preis
jes Papiers keine Rolle spielt, an Gediegenheit und Dauerhaftigkeit
nicht zu überbieten sind. Beträchtliche Lumpenmengen werden noch
heute für die Herstellung von Normalpapieren, Dokumenten-, Wertzeichen-,
 Zigarettenpapier verwendet, ferner für die besseren Sorten
von Lösch-, Filtrier- und Zeichenpapier, für Pergamentpapierrohstoff,
schte und imitierte Butterpapiere, viele Spezialsorten von Seidenpapieren
 u. a. m. In der Pappenproduktion wird heute nur noch Rohdachpappe
 aus Lumpen hergestellt. Die Rohdachpappenerzeugung
selief sich 1927 auf 11,6% der Menge und 13,4% des Wertes der
zesamten Pappenproduktion. Zu der Herstellung von Lumpenpapier
ınd Rohdachpappe wurden in den Jahren 1913 und 1925 bis 1927
folgende Mengen Lumpen verbraucht:

1) Vgl. Dritier Teil, IL1d und 112g.

m
        <pb n="57" />
        Tabelle 34
Verbrauch, Zugang und durchschnittlicher Lagerbestand
an Papierlumpen 1913 und 1925 bis 1927
(in 1000 t)

Jahr

Verbrauch
insgesamt

Durchschnittlicher
I
Zugang Lagerbestand

1913 150,1*)
1925 57,8 56,9 9,4
1926 56,7 | 56,6 7,1
1927 68,8 69,1 8,6
*) Rohe Schätzung.

Der Anteil des Lumpenverbrauchs am Produktionswert betrug 1927
bei der Lumpenpapierfabrikation ungefähr zwei Fünftel und bei der
Rohpappenfabrikation ungefähr drei Fünftel.

Tabelle 35
Der Anteil des Lumpenverbrauchs an den Produktionswerten
der Lumpenpapier- und der Rohpappenfabrikation 19271)

Fabrikationszweige


Lumvenverbrauch*)

1000 + Mill. RM |

Produktion

1000 + * Mill. RM

Lumpenverbrauch

in % des
Produktionswertes


Lumpenpapier . | rd. 18,1 rd. 10 | rd. 23**) | rd. 26**) 38
Rohpanpen .... 50,7 a „ 50,8 A 15 60

*) Von dem in dem Ausfuhrüberschuß an Lumpenhalbzeug (Stat. Nr. 649) enthaltenen Lumpenverbrauch
 kann man wegen seiner Geringfügigkeit absehen. — **) Rohe Schätzung, wahrscheinlich zu
gering.

Der gesamte Lumpenanfall Deutschlands läßt sich ganz ungefähr
für das Jahr 1913 auf 300000t und für die Nachkriegszeit auf
rd. 200 000 t schätzen. Für 1927 und für 1913 ergibt sich ein Ausfuhrüberschuß
 an Papierlumpen (Stat. Nr. 543 b) von je rd. 20 000 t,
so daß nach Abzug von rd. 25% des Lumpenanfalls, die auf wollene
Lumpen zu rechnen sind, 1913, schätzungsweise rd. 200 000 t, 1927
schätzungsweise rd. 130 000 t für Papier und Pappe verblieben. Wenn
die Schätzung für 1927 wegen der zunehmenden Abwanderung von der
Leinen- und Baumwoll- zur Kunstseidenverwendung auch wohl etwas
niedriger anzusetzen ist, so übertrifft der Lumpenanfall doch stark den
Verbrauch; ausgenommen einige Sorten, insbesondere kräftige Leinenlumpen,
 die vor dem Kriege aus Rußland und Österreich kamen.
Die Hadernversorgung der papiererzeugenden Industrie ist somit
im Gegensatz zu früher keineswegs mehr in erster Linie als ein Mengenproblem,
 sondern viel mehr als ein Preisproblem anzusehen; allerdings

a 1) Unter dem Vorbehalte der textlichen Ausführungen.

x
        <pb n="58" />
        stößt sie nach wie vor auf große Schwierigkeiten. Der deutsche
Binnenmarkt für Hadern steht unter dem Drucke einer starken Auslandsnachfrage.
 Sie geht überwiegend von den Vereinigten Staaten
und West- und Südwesteuropa aus, von Ländern, die infolge ihres für
die Fertigfabrikate fast durchweg stark geschützten Binnenmarktes in
der Lage sind, hohe Preise für den Rohstoff zu zahlen. Einer Preisregulierung
 durch Import aus Osteuropa aber stehen Ausfuhrbeschränzungen
 der dortigen Länder gegenüber. Diese, insbesondere Finnland,
haben ihrerseits wieder gegenüber Deutschland den Vorteil, daß ihnen
zur Sortierung der Lumpen besonders billige Arbeitskräfte zur Ver-‘ügung
 stehen. Unter der Auslandsnachfrage, die vorwiegend auf hochwertige
 Lumpen gerichtet ist, und unter dem finnischen Vorsprung der
billizen Sortierungskosten leidet vor allem die deutsche Hadernfein-Tabelle

 36
Die Lumpensortierklassen und ihr Anteil am Gesamtverbrauch
der Papier- und Rohpappenfabriken 1926

Lumpensorten

a) Papierfabriken

Neue weiße Leinenabschnitte .............00.
Neu Grauleinen (Drillich-, Grau- und Segelleinen)
Blauleinen (neu und alt)........0.0000000000000
Altweißleinen J...
Altgrauleinen

Altsegelleinen .........0000004 een...
Taue, Stricke, Bindfäden ... mE
Garnabfälle ............. 000
Jute Inc. uncree Zn
Neue weiße Baumwolle......... SEAN
Original- und Gemischtweiß .............0.0.
Alte weiße Baumwolle det DA
Kattun, hell ......... 2.0004
„-  mittelhell........ BEA
. »  Dülesaw.00000000 een...
X „dunkel und schwarz . HEMER
‘. Hosenzeug........ amehn
EA PA
283. Alle anderen nicht genannten Sorten... .&amp;amp;

b) Rohpappenfabriken
Halbwolle und Double............
Hosenzeug ..........0000004
Unsortierte Lumpen.....
Dunkelkattun, rein..........
% % mit Schrenz ...
3, Schrenz ..
(SU RER
3. Woll- und Baumwollabfälle ...

...
2.....
ı. 0.0...

% des
Gesamtverbrauchs


0,4
0,6
42
1,9
1.7
2

I

)
1

4.
2,4
30

do des
Gesamtverbrauchs

10,8
2,8
0,4
9,1
36,5
4,1
22,4
14.4
        <pb n="59" />
        papiererzeugung. Nicht so stark dagegen wird die Rohpappenfabrikation
 betroffen, da sie geringwertigere und damit auch billiger zu
sortierende Lumpen als die Papierfabrikation verarbeitet. Nach diesen
geringeren Sorten ist außerdem die Auslandsnachfrage, insbesondere
aus den Vereinigten Staaten, stark zurückgegangen.
Neben dieser Verkettung des deutschen Lumpenmarktes mit dem
Auslandsmarkt erschwert auch die besondere Struktur der Angebotsseite
 die Lumpenversorgung. Die Intensität der Sammeltätigkeit hat
fühlbar nachgelassen. Durch den Ausbau des Unterstützungswesens
ist der Kreis derer, die um ein paar Pfennige willen die mühsame Haussammeltätigkeit
 ausüben, wesentlich eingeschränkt. Die Sammeltätigkeit
 ist jetzt durch eine Differenzrechnung zwischen ihrem Gewinn und
den Unterstützungsgeldern bedingt. Diese Differenzrechnung wird um
so schwerer positiv, als ein wichtiger Kostenträger, die Metallsammeltätigkeit,
 durch die neuerliche Gesetzgebung außerordentlich erschwert
worden ist. Auf ihr aber baute sich im wesentlichen das Sammelgeschäft
 der Vorkriegszeit auf. Zu dieser Verteuerung im Lumpenkleinhandel
 tritt die bereits erwähnte, durch die höheren Sortierungskosten
bedingte Verteuerung der Lumpen„produktion‘“. Über die wichtigsten
Lumpensortierklassen in ihrem Anteil an der Verarbeitung und über
die ungefähre Preissteigerung der Lumpen gegenüber der Vorkriegszeit
unterrichten die Tabellen 36 und 37.

Tabelle 37
Ungefähre Lumpengroßhandels-Verkaufspreise 1927, 1928 und 1914
(Gepackt in Preßballen, franko Verbrauchsstation, in RM ger 100 kg}
Sorten | Ende 1927

Ende 1928 | 1914

Neuweiß Lo........000000e
A BE
Hellkattun .....0....0.0000004
Mittelkattun ..........0000
Dunkelkattun mit Schrenz..
Rot- und Blaukattun ......
Weißleinen I......0..0...040
Zrauleinen.......0..0.0..00004
Uli area
Ungeteerter Manilatau I...

85—90 88—92 .
49—51 52—58 25
23—24 22—928 ;
14—14,75 | 15—15,50| 9
1,25—11,75 | 12,25—12,75 | 6
15—16 15—17 .
47—50 56—58 30
33—835 45—46 .
9,25—9,75 | 7,25—7,50 | 8
97—98 95—27 20

4. Altpapier

Das Altpapier ist nächst dem Holz der wichtigste Papierrohstoff*).
Doch gibt es nur wenige größere Betriebe, die auf die Verarbeitung
von Altpapier eingestellt sind, der Hauptanteil des Altpapierverbrauchs
entfällt auf mittlere, kleine und kleinste Betriebe. Der Altpapierverbrauch
 betrug im Jahre 1927: 458 000 t., von denen 286 000t bzw.

iy Vgl. Tabelle 24, S. 37.
        <pb n="60" />
        52,5 %0 auf die Papierherstellung und 172 000 t bzw. 37,5 %' auf die
Pappenherstellung entfielen?). Trotz eines großen eigenen Altpapieranfalls
 ist Deutschland ein Einfuhrgebiet für Altpapier. Die Ausfuhr
‘ür Altpapier ist aber frei, und ähnlich wie auf dem Lumpenmarkt
°uht auch auf dem Altpapiermarkt eine starke ausländische Nachfrage.
Während diese aber auf dem Lumpenmarkt fast regelmäßig zu einem
Ausfuhrüberschuß führt, ist der Altpapieraußenhandel meist, allerdings
mit stark wechselnder Menge, passiv. Der größere Ausfuhrüberschuß
des Jahres 1926 ist auf die mit Beginn dieses Jahres eingetretene Auf-BEE
 der vorher bestehenden Ausfuhrkontingentierung zurückzuühren.


Der Durchschnittspreis je 100 kg Altpapier zur Pappenherstellung
ist auf ungefähr 6,20 RM zu veranschlagen. Legt man auf Grund der
Außenhandelseinheitswerte einen Gesamtdurchschnittspreis für Altpapier
 von rd. 8,50 RM je 100 kg zugrunde, so ergibt sich auf Grund
obiger Verbrauchszahlen ein Durchschnittspreis für Altpapier zur
Papierherstellung von rd. 9,90 RM. Der sich daraus ergebende Anteil
les Altpapierverbrauchs an den Gesamtproduktionswerten der Papierund
 Pappenherstellung ist aus Tabelle 38 zu ersehen.

Tabelle 38
Der Altpapierverbrauch im Anteil an den Gesamtproduktionswerten
 der Papier- und Pappenfabrikation 1927
Produktions- | Altvapierverbrauch
zweige MEN D-Altpapier-


 in %,
des Produktionswertes


r

Papier s......000.0000
Pappen ....0.0.0..100--Papierganzzeug
 insgesamt......


286 ' 928,8
70 10.7

3,3
9.6

458 | 890 | 40

Bei den einzelnen aus Altpapier hergestellten Papiersorten
schwankt der Anteil des Altpapierverbrauchs am Produktionswert sehr
stark. Einmal ist je nach dem zuweilen recht hohen Feuchtigkeitsund
 Unratgehalt der Grundpreis des Altpapiers häufig wesentlich zu
arhöhen; zum andern kann man mit demselben Prozentsatz Altpapier
niemals dieselbe Papiermenge herstellen und dieselben Preise erzielen
wie für Papiere, die aus reinem Rohstoff hergestellt sind. Gegenüber

1) Der Altpapierverbrauch wurde von Verbandsseite ermittelt durch eine
einmalige im Januar 1928 durchgeführte Erhebung. Der Fragebogen wurde von
521 Firmen einschließlich derjenigen, die Fehlmeldung erstatteten, beantwortet.
Diese Firmen umfaßten zusammen 85 % der gesamten deutschen Papier- und Pappenerzeugung.
 Da anzunehmen ist, daß die Firmen, die nicht gemeldet haben, zum
großen Teil kein Altpapier verarbeiten, sind die ermittelten Zahlen bis auf wenige
Prozent als vollständig anzusehen, Der wiederverarbeitete Papieranfall aus eigener
Produktion ist nicht miterfaßt, da die Fabriken über ihn in der Regel keine Aufzeichnungen
 führen.

nr
        <pb n="61" />
        der Vorkriegszeit verzeichnet das Altpapier eine ungefähre Preissteigerung
 von 50%. Die Gründe der Preiserhöhung auf dem Altpapiermarkt
 sind im wesentlichen die gleichen wie auf dem Lumpenmarkt.
Die Nachfrage von in ihren Fertigfabrikaten stark zollgeschützten
Ländern spricht ebenso mit wie die besondere Verteuerung im Kleinhandel
 und in der „Produktion‘“. Doch liegen in der Altpapiersammlung
 die Verhältnisse günstiger als in der Lumpensammlung. Während
das Altpapier vorwiegend in der Stadt aufkommt und verhältnismäßig
leicht zu sammeln ist, kommen die Lumpen vorwiegend auf dem Lande
auf, ihr Sammeln setzt zudem gewisse Sachkenntnis voraus, und vor
allem haftet dem Lumpensammeln ein soziales Odium an, das dem
Altpapiersammeln fehlt. Über den Altpapiergroßhandel, der mit dem
Lumpengroßhandel verbunden ist, werden ebenso wie über diesen von
seiten der Industrie keine Klagen geführt. Doch hat eine Zeitlang die
insbesondere von den Behörden in zunehmendem Maße geübte Vergebung
des Altpapieranfalls auf dem Wege der Submission eine stark verteuernde
 Wirkung ausgeübt. Über die wichtigsten Altpapiersorten
U ihre ungefähre Preislage in den Jahren 1927 und 1928 unterrichtet
ahbelle 39.

Tabelle 39
Großhandelsverkaufspreise für Altpapier 1927 und 19281)
(in Wagenladungen für reine sortierte Ware, in Ballen gepreßt oder in gebündelter Form,
RM je 100 kg)

Sorten

' Juli 1927 | Januar 1928 |! Ende 1928

Weiße holzfreie Späne...........
Weiße holzhaltige Späne ........
Akten, rein, Welß .........0..00000
Akten und Skripturen, Original ..
Gebündelte Tageszeitungen ......
Bücher und Zeitschriften.........
Lederpappenabfälle ..............
Holzpappenabfälle ...............
Kartonnagenabfälle ‚. .........0.
Gemischte Abfälle .- .

29—31 28—82
12-—18,75 11—14
14—16 14—17
11—12 10—12
6—7 6—7,50
6—7 6—7,50
7—9 7—9
11—12,50 | 10—12
5—6,50 6—7
450—5.50  5,50—6.50

32—82,50
15,50—16,00
13-—18,50
8,50—9
5,50—5,60
5,25—5,60
11,50—12,50
12,50—14,50
5,50—5,75
5.00—5.50

5. Zellstoff

Der Zellstoffverbrauch Deutschlands belief sich im Jahre 1913 auf
Grund der Produktionsstatistik des Verbandes und der amtlichen Außenhandelsstatistik
 und in den Jahren 1927 bis 1929 auf Grund der Zellstoffverbrauchsstatistik
 des Verbandes auf folgende Mengen:

1) Preise der Vorkriegszeit sind nach Auskunft des Verbandes der Papier-[abrikanten
 nicht zu ermitteln.
        <pb n="62" />
        Tabelle 40
Der Zellstoffverbrauch Deutschlands 1913 und 1927—1929
(in 1000 t)

Tahr

TE
1
LS ennnn |
‚9929 2.0...

Verbrauch

Tolzzellstoff
insgesamt

Strohzellstoff


Durchschnittlicher
Lagerbestand

rd. 663 *)
899g

46,5 59,5
(1926: 49,6)
881,8 52,6 67,1
388,9 | 49,8 63,9

*) Da sich für 1913 aus der Außenhandelsposition 650b der Stroh-,
Esparto- usw. Zellstoffaußenhandel noch nicht ausgliedern läßt, ist die aus
jem Außenhandel berechnete Holzzellstoffverbrauchsmenge für 1913 nur
als ungefähre zu werten. Doch ist der Stroh-, Esparto- usw. Zeillstoffaußenhandel
 nicht allzu bedeutend.

Abweichend von den in Tabelle 40 angegebenen Mengen ergeben die
Produktionsstatistik des Verbandes und die amtliche Außenhandelsstatistik
 für 1927, 1928, 1929 ohne Berücksichtigung des Lagersestandes
 Holzzellstoffverbrauchsmengen von ‚rd. 0,95, 1,01 und
1,04 Mill. t und Strohzellstoffverbrauchsmengen von rd. 51 000, 54 000
ınd 50 000t. Der Anteil des Zellstoffverbrauches am Produktionswert
jer Papierindustrie auf Grund der Verbrauchsstatistik .des Verbandes
zeht aus Tabelle 41 hervor. Der Zellstoffverbrauch zur Pappenerzeuzung
 ist ohne größere Bedeutung.

Tabelle 41
Die Anteile des Zellstoffverbrauches an Produktionsmenge und
„wert der Papierindustrie 1913 und 1927—1929
Anteil des Zellstoffverbrauches an *
der reinen Papiererzeugung in %
Holzzellstoff Strohzellstoff
Wert | Menge | Wert

Zelilstoffverbrerch )
in 1000 t und Mill. M/nM
Holzzeilstoff ‘' Strohzellstoff
Menge | Wert#

1918
1927
1928
1929

663 **)[ 127 ;
328 226 46,5
882 237 | 52,6
889 989 | 498

14,6
16,8
15.4

4
‚0
41,9
41,9 |

27,6 Sl
26,6 2,3 1,7
27,5 2,5 1,9
28,1 2,3 1,8

*) Schätzungen. — **) Vgl. die Fußnote in Tabelle 40,

Der größte Teil der deutschen Zellstoffproduktion wird in kominierten
 Betrieben verarbeitet. Von der Sulfitzellstoffproduktion, die
äber 90% der gesamten Zellstoffproduktion umfaßt, kommen nur
rd. 45% zum Verkauf. Ebenso entfällt ein großer Teil der Strohzellstoffproduktion
 auf kombinierte Betriebe, und Sulfatzellstoff, dessen
Produktion fast restlos im Hartmann-Konzern vereinigt ist, wird übera
        <pb n="63" />
        wiegend im eigenen Betriebe verarbeitet. Für den größten Teil der
reinen papiererzeugenden. Industrie ist somit die Zellstoffversorgung
eine Frage der Holzversorgung. Der andere Teil ist im Bezug von
Sulfitzellstoff auf die Sulfit G. m. b. H. und im Bezug von Sulfatzellstoff
auf den Import angewiesen. Der Import von Sulfatzellstoff ist zu
einem großen Teil auf die gewerbepolizeilichen Vorschriften zurückzuführen,
 die die Sulfatzellstoffproduktion stark beengen. Die Sachverständigen
 betonen, daß Deutschland leicht den Gesamtbedarf seiner
Industrie an bleichfähigem und starkem Sulfatzellstoff decken könnte,
womit gleichzeitig das zumeist nur als Brennholz‘ billig und unzweckmäßig
 verwertete Kiefernholz seiner Forste besser verwendet würde.
Die auf den Marktbezug von Zellstoff angewiesenen Fabriken sind
meist Feinpapier- und Zeitungspapierfabriken, während die mit der
Zellstoffproduktion kombinierten Fabriken vornehmlich Packpapier herstellen*).

6. Holzschliff

Der Holzechliffverbrauch Deutschlands belief sich im Jahre 1913
auf Grund der Produktionsstatistik des Verbandes und der amtlichen
Außenhandelestatistik und in den Jahren 1927 bis 1929 auf Grund der
Verbrauchsstatiestik des Verbandes auf folgende Mengen:

Tabelle 42 .
Der Holzschliffverbrauch Deutschlands
1913 und 1927—1929
(in 1000 €)

Jahr

Verbrauch

Durchschn. Lagerbestand

1918 670,0 .
1927 | 851,7 | 29,7 (1926: 37,8)
1928 866,9 22,1
19929 871.8 1841

Abweichend von den in Tab. 42 angegebenen Verbrauchsmengen
ergeben die Produktionsstatistik des Verbandes und die amtliche ‘Außenhandelsstatistik
 für 1927, 1928 und 1929 ohne Berücksichtigung des
Lagerbestandes einen Holzschliffverbrauch von rd. 0,82, 0,85 und
0,85 Mill. t. Legt man zu einer Berechnung der Anteile des Holzschliffverbrauches
 an den Produktionswerten der Papier- und Pappenindustrie
die Holzechliffverbrauchsstatistik des Verbandes zugrunde, so ergeben
sich die in Tab. 43 dargestellten Anteile, die aber nur als ungefähre
Anhaltspunkte zu werten sind.

1) Über die marktmäßigen Bindungen der Sulfit G.m.b. H. vgl. Dritter Teil, I.
        <pb n="64" />
        Tabelle 43
Der Anteil des Holzschliffverbrauches an den Produktionsmengen
ınd -werten der Papier- und Pappenindustrie 1913 und 1927—1929

Holzschliffverbrauch zu:

olzechliffverbrauch in % der
Produktionsmengen und -werte

Jahr

‚918
‚4927
1928
1929

Papier Pappe
1000 t | Mill. RM ‘1000 t| Mill. RM

567 56,4
725 105,
784 | 11°
788 1

03 | 10,8
(27 | 184
[33 | 20.6 |
‚24 | 9208

in

Papier | Pappe |! Holzpappe*)
Menge| Wert IMenge| Wert ıMenge| Wert

‘5,2
386,1
34.9
84.7

2,8
Pa

27,9
29,8
30,
349

17,2
16.4
18,1
19.0

3
in

73,0 | 89,6
76,0 | 44:38
„8 | 484

*) Sämtliche Pappensorten abzüglich der Erzeugungsgruppen, für die ein unmittelbarer Holzverbrauch
 gar nicht oder nur in geringem Umfange in Frage kommt.

Für die Berechnung der Anteile in Tabelle 46 ist vorausgesetzt, daß
zur Pappenerzeugung 60% Braunschliff und 40% Weißschliff verwandt
werden, daß aus 1 rm Holz 280 kg Weißschliff für Pappe, aus 1 rm Fichte
260 kg Braunschliff für Pappe und aus 1 rm Kiefer 220 kg Braunschliff
für Pappe gewonnen werden, und daß für Braunschliff zwei Drittel Kiefer
ınd ein Drittel Fichte verarbeitet werden. Es ergibt sich somit für Pappen-.
 ver : . (2 X 220) + 260
raunschliff eine Holzausbeute von im Mittel 235 kg (62 20720)
ınd für die Gesamtholzschlifferzeugung zur Pappenherstellung eine Ausbeute
 von im Mittel 255 kg (© VE 0080|. Da etwa 6% des für
die Papier- und Pappenerzeugung verbrauchten Holzes auf die Pappenherstellung
 zu rechnen sind, ergeben diese somit zu 255 kg/rm umgerechnet
für 1913: 103000 t Pappenschliff, für 1927: 127000 t, 1928: 133000 t, 1929:
134000 t. Für Papier ist sodann der Rest des gesamten Holzschliffver-)rauches
 einzusetzen. Die Werte der Mengen in Beziehung gesetzt zu den
Produktionswerten ergeben die obigen Anteile, wobei für Pappe die Berechnung
 noch insofern verfeinert ist, als durch Ausscheiden der Erzeuzungsgruppen,
 für die ein unmittelbarer Holzverbrauch gar nicht oder
nur in ganz geringem Umfange in Frage kommt, versucht worden ist,
21ach Möglichkeit nur die Holzpappe zu erfassen. Ein analoges Vorgehen
auch für Papier verbietet sich wegen der Fülle der aus den verschiedensten
 Rohstoffen bestehenden Papiersorten.

Der Anteil, der von der Holzschliffproduktion auf die Verarbeitung
ın mit ihr kombinierten Betrieben entfällt, ist bedeutend größer als
bei der Zellstoffproduktion. Die Holzpappenindustrie ist fast restlos
mit Schleifereien kombiniert. Außerdem entfällt der größte Teil der
Zeitungsdruckpapier- und der Packpapierproduktion auf kombinierte
Betriebe. Der Holzschliffverbrauch zur Zeitungspapierproduktion betrug
 im Jahre 1929 allein schon ungefähr 390 000 t*), das sind mehr
als 50% des gesamten Holzechliffverbrauches der reinen paplererzeusenden
 Industrie. Die zur Packpapierproduktion verbrauchten Holz-1)

 Die EEE stlan betrug 1929 rd. 556000 t und auf 1 t
(echnet man rd. 700 kg Holzschliff.
        <pb n="65" />
        schliffmengen sind nicht näher zu ermitteln; aber es ist ersichtlich, daß
von der Holzschliffproduktion zur Papierherstellung nur ein geringer
Teil auf den Markt kommt; schätzungsweise rechnet man rd, 15 % der
(Gesamtvproduktion als Verkaufsproduktion*).

7. Chemikalien, Füllstoffe, Materialien

Über die Höhe des Hilfsstoffverbrauches der papiererzeugenden
Industrie lassen sich nur wenige Angaben und diese nur unter allem
Vorbehalt machen. Voran steht der Verbrauch von Chemikalien und
Füllstoffen, unter denen Porzellanerde, Harz, schwefelsaure Tonerde,
Chlorkalk, Kasein und Kartoffelmehl besonders wichtig sind. Nächst den
Chemikalien und Füllstoffen hat der Verbrauch an Papiermaschinenbespannung
 größere Bedeutung, deren Hauptanteil auf Naß- und Steigeflze
 entfällt. Die weiteren Hilfsstoffe, Verpackungsmaterialien und
Schmiermaterialien haben anteilsmäßig nur geringere Bedeutung. Man
wird insgesamt den Anteil des Chemikalien-, Füllstoff- und Materialienverbrauchs
 am Produktionswert der reinen papiererzeugenden Industrie
mit annähernd 8 bis 9% nicht zu hoch schätzen. Für die gesamte
papiererzeugende Industrie wird der Anteil geringer sein, da die reine
papiererzeugende Industrie den verhältnismäßig größten Bedarf an
Hilfsstoffen hat. Doch dürfte der Hilfsstoffverbrauch der gesamten
papiererzeugenden Industrie im Anteil am Produktionswert sowohl den
Stroh- als auch den Lumpenverbrauch stark übertreffen. In den speziellen
 Zweigen der Strob-, Lumpen- und Altpapierverarbeitung steht
er naturgemäß vor dem jeweiligen Rohstoffverbrauch weit zurück,
Die Hilfsstoffe sind gegenüber der Vorkriegszeit aus allgemeinen
Gründen stark verteuert, teilweise weit über 50%; so lag im Jahre
1928 der Preis für Schwefel etwa 55%, für Chlorkalk 90 .%), für Filze
50 bis 100 %, für Kalksteine 138 %, für Heißdampfzylinderöl 150 %
über den Vorkriegspreisen. Der Anteil der Hilfsstoffe am Produktionswert
 ist dementsprechend für die Vorkriegszeit geringer anzusetzen
ale heute.

® Betriebskraft

Nächst der Rohstoffversorgung war die Beschaffung starker und
möglichst billiger Betriebskraft von jeher eine der wichtigsten Fragen
;m Produktionsprozeß der papiererzeugenden Industrie. Solange die
Wasserkraftgewinnung direkt vor sich ging, zwang sie Sogar Zur unbedingten
 Standortswahl in den Gebirgstälern. Heute ist eine direkte
Kraftausnutzung durch Wasserrad in der paplererzeugenden Industrie
aur noch vereinzelt, hauptsächlich in kleineren Betrieben bei bestimmten
(Aofä]leverhältniesen anzutreffen. Sehr viel häufiger ist dagegen noch,

1) Über die marktmäßigen Bindungen der Handelsholzschliffproduktion vgl.
Dritter Teil. IL
        <pb n="66" />
        nsbesondere bei den vielfach größeren Wasserkräften mancher süd-Jleutschen
 Betriebe, die Verwendung von Wasserturbinen. Im allgeneinen
 ist man jedoch in der papiererzeugenden Industrie zur Umwandlung
 der Wasserkraft in elektrische Kraft übergegangen. Mit dem
Aufkommen der Elektrizität war zugleich auch die Möglichkeit gegeben,
auf die eigene Krafterzeugung zu verzichten. Doch nur in seltenen
Fällen verstand sich die papiererzeugende Industrie zum Fremdstrombezug,
 teils hielten sie die Übertragungsverluste, vor allem aber die
Preisstellung und die Abhängigkeit von den fremden Werken davon
zurück. Statt dessen ist das Wasser als Energiequelle mehr und mehr
Jurch die Kohle ergänzt und verdrängt worden. Denn die Ausnutzung
Jjer eigenen, meist kleineren Wasserkraft brachte den Betrieb in vollzommene
 Abhängigkeit vom jeweiligen Wasserstand. Jahrzehntelang
 war das Angewiesensein auf die Wasserkraft die Ursache stärkster
Krisen; gleichzeitige Überproduktion wechselte mit gleichzeitiger Unterproduktion
 aller Werke. Auch heute noch stehen die Handelsschleifereien
 und ein großer Teil der kleineren Pappenbetriebe, die als einzige
in der papiererzeugenden Industrie noch in größerem Umfange mit ihren
eigenen, zumeist kleineren Wasserkräften arbeiten, unter dem Zeichen
Jieser krisenhaften Erschütterungen, wenn diese auch dadurch stark
zemildert sind, daß man für die Zeit der Wassernot billig arbeitende
Reservekraft zur Verfügung hält. Auch ging man in der Holzschliffindustrie
 dazu über, die Produktion aus den wasserreichen Wintermonaten
 für die wasserarmen Sommermonate einzulagern; bei Verwendung
 guter Hölzer und reinen Produktionswassers läßt sich der
Holzschliff gut neun Monate einlagern, ohne an Qualität einzubüßen.
Die übrigen Zweige der papiererzeugenden Industrie sind gegenwärtig
 weit überwiegend auf Dampfkraft gestellt. Nicht zuletzt zwang
die technische Entwicklung dazu— Sie verlangte in steigendem Maße
eine gekuppelte oder kombinierte Ausnutzung der Kohle, zunächst als
Betriebsstoff zur Halbstoffbereitung und für den Betrieb der Papiermaschinen
 usw., sodann als Heizmittel für die künstliche Trocknung.
Über den Kohlenverbrauch der gesamten papiererzeugenden In-Justrie
 liegen keine genauen Angaben vor. Aber ein ziemlich voll-Tabelle

 44
Die Kohlenbelieferung der deutschen papiererzeugenden Industrie
(Gruppe Zellstoff und Papier) 1926 und 1927

Xohlenart

Steinkohlen ..........0...4 .s
KOXS a .000000000 24000, 4
Rohbraunkohlen .....0000.0000000
Braunkohlenbriketts, Pechkohlen,
tschechische Kohlen..........

9926

1927

% der Belieferung der
deutschen Gesamtwirtschaft


LOÖOO t

1000t |

1926

1927

2069 2890 3,0 2,9
21 _ 01 KA
2824 | 2662 5:8 | 5,9
1007 | 1151 29 3.0
        <pb n="67" />
        ständiges Bild ergibt die Statistik des Reichskohlenkommissars. In
ihr umfaßt die Gruppe Papier und Zellstoff alle die Werke der papiererzeugenden
 Industrie, in denen die Zellstoff- oder Papier- oder Pappenerzeugung
 der wichtigste Teil des Betriebes ist. Es fehlt also nur der
für den Gesamtkohlenverbrauch unwesentliche Verbrauch der Handelsachleifereien.
 Im Jahre 1927 wurden an die Gruppe Papier und Zellstoff
 rd. 6,2 Mill. t deutsche und ausländische Kohle geliefert. Unter
den 19 wichtigsten Kohlenverbrauchergruppen Deutschlands nahm die
Gruppe Zellstoff und Papier damit bei Steinkohlen die zehnte, bei Rohbraunkohlen
 die dritte und bei Braunkohlenbriketts, Pechkohle und
tschechischer Kohle die siebente Stelle ein.
Auch über die Verteilung des Kohlenverbrauchs auf die einzelnen
Produktionszweige der papiererzeugenden Industrie liegen keine näheren
Angaben vor. Man rechnet im allgemeinen auf 1 kg Zellstoff und auf
1kg Zeitüngsdruckpapier je 1% kg Steinkohle, auf 1kg Feinpapier
allerhöchstens 3, bis zu 2kg und weniger. Im Jahre 1924 wurde von
Verbandsseite der Kohlenverbrauch der reinen Papiererzeugung erhoben.
Der Verbrauch der reinen papiererzeugenden Industrie stellte sich
danach auf 1,930 Mill. t Steinkohle und 2,87 Mill. t Rohbraunkohle
„nd Briketts. Doch müssen in diesen Mengen große Mengen der mit
Jer reinen Papiererzeugung verbundenen Betriebe enthalten sein, wie ein
Vergleich mit der oben für 1926 und 1927 angegebenen Kohlenbelieferung
 der Gruppe Papier und Zellstoff zeigt (Tab. 44).

II. Betriebs und Unternehmungsorganisation

1. Rechtsformen

Nach der amtlichen Statistik von 1925 sind die Betriebe der paplerorzeugenden
 Industrie in 883 Firmen zusammengefaßt. In der Aufzliederung
 der Rechtsformen nach Produktionsgruppen gibt die amtliche
Statistik für die kombinierten Betriebe zu wenig und für die reinen Betriebe
 zu viel Firmen an. Der Grund dafür liegt in dem bereits erwähnten
Widerspruch der amtlichen Statistik in ihrer Zählung der gewerblichen
Niederlassungen einerseits und der Betriebseinheiten andererseits‘). Wie
dort bei den gewerblichen‘ Niederlassungen zu viel reine und zu wenig
kombinierte Betriebe erfaßt waren, so auch hier bei der Zählung der
gewerblichen Niederlassungen nach Rechtsformen. Ohne Bedeutung ist
aber dieser Fehler für die nach der amtlichen Statistik für die papiererzeugende
 Industrie insgesamt vorgenommene Aufteilung nach Rechtsformen.
 Diese Aufteilung zeigt, daß in der papiererzeugenden Industrie
bei weitem die meisten Firmen Personalunternehmungen sind und nur

1) Vgl. 8. 10/11.

+}
        <pb n="68" />
        Tabelle
Die gewerblichen Unternehmungen der
nach der amtlichen

Stat

Gewerbezweige

Einzel- |
inhaber

Mehrere |
Inhaber

Offene
Handelsgesell-



Jr

XI 1a | Holzschleiferei, Zellstoff- und
.  Papierherstellung .........
b | Holzschleiferei, Papier- und
Pappenherstellung ........
6 Holzechleiferei und Papierher-Stellung
 seen Wr es
Holzschleiferei und Pappenherstellung
 +....0..0.0000000000
Zellstoff- und Papierherstellung
Papier- und Pappenherstellung
Holzschleiferei .............. /
Zellstoffherstellung ..........
Papierherstellung ...........
Pappenherstellung ..........
Papiererzeugung insgesamt. | 392 | Zi
in % der Gesamtzahl...... 44.4 8,1

Zahl der

0

(4

31
re

1°
21,2

Zahl der

XI 1a | Holzschleiterei, Zellstoff- und
Papierherstellung .........
o Holzschleiferei, Papier- und
Pappenherstellung ........
Holzschleiferei und Papierherstellung
 ....000..0000001000
Holzschleiferei und Pappenherstellung.
 ....0.0.0000000.4044 1270
Zellstoff- und Papierherstellung 69
Papier- und Pappenherstellung 1880
Holzschleiferei .............. 1682
Zellstoffherstellung .......... 155
Papierherstellung ........... 2278
Pappenherstellung .......... © 659
Papiererzeugung insgesamt. 14.006
in % der Cosamtzahl 0... | 12,2 |

262

4 050
332

2 876

48
85
169
1.804
1,4

991
ı 790
951
542
33
6459
2 439
20 663
18.0

ein Viertel auf Kapitalgesellschaften entfällt. Grundlegend anders
verteilt sich die Zahl der beschäftigten Personen. Ihr größter Teil,
iast drei Fünftel, ist in Kapitalgesellschaften beschäftigt, und auf die
Aktiengesellschaften allein entfallen rd. 45% der beschäftigten Personen.
 Trotzdem befindet sich die papiererzeugende Industrie weit
überwiegend in Privatbesitz, da ein großer Teil der Aktiengesellschaften

1) Nichteingetragene Genossenschaften, eingetragene Vereine, eingetragene
schaften sind in der Papiererzeugung nicht gezählt worden.
74

45
Papiererzeugung nach Rechtsformen‘)
Statistik von 1925

Kommandit-




. Gesell- Andere
Aktien- | schaften wirtgesell-
 mit be- schaftschaften
 schränkter liche Ver- |
Haftung einigungen

Öffent- |
liche Ins-Körper-
 | gesamt
schaften

Unternehmungen

5

31

5

20

+

SR

5»
18
37
188
16
219
56
; 883
: 100

3

&amp;lt;

7 1

}
f

Pal

u.

106 | 1:
12,8 12.£

beschäftigten Personen

1843
2261
838
141
598
68
28312
7 836
2
13 038
1,4

16328
4 304
5212
1.091
7944
890
6°
/ 052
er

1507
998
981

26 347
8229
192 924

ROF

4.072
11.928
4210
2620
7078
28 075
9 051
14529
100

1
76
ag

*

£

45,1

11,6

er

geschlossenen Familienbesitz darstellt. Nächst der A.-G. sind die
Personalunternehmungen und die G. m. b. H. die wichtigsten Rechtsformen
 in der papiererzeugenden Industrie; alle anderen Rechtsformen
kommen nur vereinzelt vor. Die Verteilung der A.-G. auf der einen und
der G. m. b. H. und der Personalunternehmungen auf der anderen Seite
entspricht im großen und ganzen der Betriebsgrößenstreuung. Die Form
Genossenschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und bergrechtliche Gewerk-Enaquete-Ausschuß.

 I 5, Band 10.
        <pb n="69" />
        der A.-G. ist am häufigsten bei den großen Betrieben und somit vor
allem in der Zellstoff- und in der Massenpapierproduktion. In der
Feinpapierproduktion dagegen gewinnen die G.m. b. H. und die Einzelunternehmung
 an Bedeutung und treten in den Vordergrund in der
Pappenfabrikation und der mit. ihr verbundenen Holzschliffproduktion.

2. Die Konzentrationstendenzen

Ursprünglich waren in der papiererzeugenden Industrie die Halbzeug-
 und die Ganzzeugherstellung eng verbunden. Zwar waren Rohstoffaufschluß
 und Fertigfabrikatherstellung schon von jeher produktionstechnisch
 für sich abgeschlossen, doch führte dies nur zu einer
Aufteilung des Arbeitsganges oder zur Gründung eines sogenannten
Beiwerkes für die Halbstoffbereitung und nicht auch zu einer Aufteilung
in Örtliche Einheiten. Erst mit dem Aufkommen der Holzverarbeitung
änderte sich dies grundlegend. Die Transportfähigkeit des Holzhalbzeuges
 ermöglichte eine standortsmäßige Trennung. Diese griff sehr
schnell um sich. Die Gründe dafür waren der rasch steigende Bedarf
für Holzhalbzeug und die, im besonderen der Zellstofferzeugung, eigenen
Standortsbedingungen. Die Bewegung wurde dann aber wieder rückläufig.
 Die Ganzzeugbetriebe schafften sich in zunehmendem Maße eine
eigene Halbzeugbasis an oder aber die Halbzeug werke gingen zur Verarbeitung
 im eigenen Betrieb über.
Neben den allgemeinen Vorteilen der Kombination .‚(Bezugs- bzw.
Absatzsicherung, Fracht- und Umsatzsteuerersparnis, Kontinuität des
Arbeitsganges usw.) sprechen in der papiererzeugenden Industrie besondere
 technische Umstände für sie. Der Versand des Halbzeuges erfordert
eine Entwässerung und Wiedereinfeuchtung, die die Kosten erhöht und
oft auch die Qualität beeinträchtigt. Außerdem ist der Halbzeug verarbeitende
 Betrieb oft auf eine qualitative Gleichmäßigkeit des Halbzeuges
 angewiesen, diese aber ist bei einem Aufkauf von den verschiedensten
 Seiten, unter stets wechselnden Verhältnissen nicht gesichert.
In der Holzechliffproduktion, bei der der Transportwiderstand und die
Erfordernisse des Materials in noch höherem Maße als bei der Zellstoffproduktion
 zur Kombination drängen, ist die Eigenverarbeitung am
stärksten. Schätzungsweise etwa 85 % der Gesamtproduktion an Holzschliff
 werden im eigenen Betrieb zu Papier und Pappe verarbeitet.
Von der Zellstoffproduktion werden es ungefähr 35 ‘%i sein. Von der
Papierproduktion entfallen ungefähr 70 Zi auf gemischte Betriebe und
von der Pappenproduktion wird die Holzschliffpappe, d.s. rd. 40 %
der Gesamtproduktion, fast restlos in Betrieben mit Holzschliffeigenerzeugung
 hergestellt. Der Zukauf von Holzechliff für Holzschliffpappe
ist eine Seltenheit. Die übrigen 60% der Pappenproduktion beruhen
meist auf anderer Rohstoffbasis, Textilien, Stroh, Altpapier, die ebenfalls
 in ein und demselben Betriebe zu Halbstoffen verarbeitet werden.
Hierbei kommt für manche Sorten Zukauf von Zellstoff in Frage. Bei
der im Verhältnis zur Gesamtproduktion ziemlich geringen Eigenat
        <pb n="70" />
        verarbeitung der Zellstoffindustrie ist zu berücksichtigen, daß sich die
Exportquote der Zellstoffindustrie auf rd. 20 bis 25 % beläuft und
schätzungsweise ungefähr 2 bis 3'% der Zellstoffproduktionsmenge auf
die Verarbeitung zu Kunstseide zu rechnen sind. In Berücksichtigung
dessen kommt man auf eine rd. 50prozentige Eigenverarbeitung des in
Deutschland zur Papierganzzeugherstellung verbrauchten Zellstoffes.
Betriebsstatistisch ergibt sich auf Grund der Gewerbezählung von
1925 folgender Grad der Kombination in der papiererzeugenden Industrie:
 von den Betrieben der Zellstoffindustrie sind 61 %', der Holzschliff-
 und der Papierindustrie je rd. 33'% und der Pappenindustrie
28 % kombiniert*).
Tabelle 46
Die gewerblichen Niederlassungen in der papiererzeugenden Industrie
 aufgeteilt nach den einzelnen Produktionszweigen und
der Anteil der kombinierten Betriebseinheiten an der Gesamtzahl
der Betriebseinheiten des jeweiligen Produktionszweiges 19252)

sm £
aß
SE
25
335
2A
2,3
SE
im 5
wre 5:
BE:
508E
SE

- | Ü
Davon &amp;amp;
DS
SS
a

Die kombinierten Betriebe stehen in
Kombination mit

Produktions-=


„8 8.
1 nA -
ı8 a
St ok
E 5 18
= E
am 555888:
BER
GAS SS SS SE
SD ESS SS
5 9 Im 5 ir Hl zZ

‘

zweige

er

Zellstoff ........
Holzschliff ......
Papier..........
Pappe .......
Papiererzeugende | | |
Industrie insges, | 1407 |982l475) 34 |—| — | | —

925

Si
75

12

12

OO

= |

*) Doch vel. dazu S. 10/11.

Insgesamt entfallen nach der gewerblichen Betriebszählung auf die
kombinierten Betriebe der papiererzeugenden Industrie 19% der örtlichen
 Einheiten, 34 % der Betriebseinheiten, 45 % der Zahl der beschäftigten
 Personen und 52% der Zahl der motorischen Leistung. Aufgeteilt
 nach den einzelnen Arten der Kombination, reine horizontale
und vertikale Kombination zwischen den vier Produktionszweigen,
ergeben sich die in Tabelle 47 aufgeführten Anteile an der Gesamtindustrie.
 Dabei ist jedoch zu beachten, daß der Grad. der Kombination
 stärker ist, als sich auf Grund der Gewerbezählung ermitteln
1aßt®); die Zahl der kombinierten Pavier- und Holzechliffhetriehe und

*) Doch vgl. S. 10/11.
” Ermittelt auf Grund der Betriebszählung nach örtlichen Einheiten, vgl.
Tab. 5.
3 Vgl. S. 10/11.

17
        <pb n="71" />
        Tabelle 47
Die Anzahl der reinen horizontalen und der vertikalen Kombinationen
 zwischen den Produktionszweigen der papiererzeugenden
 Industrie und ihr prozentualer Anteil an der Gezamtzahl
der örtlichen Einheiten, der Betriebseinheiten, der beschäftigten
Personen und der motorischen Leistung‘)

Art
der Kombination

Örtliche
Einheiten!

Betriebs-|
 einheiten auf
Grund der
Betriebszählung
nach örtlichen
Binheiten

Beschäftigte

Personen

Motorische
Leistung
PS

ab- | in | ab- FE 9% | ab- | ab- [ in
solut! % |! solut ! 1" %  solut % | solut %

Zellstoff u. Holz-Reine
 schliff ohne
horizontale Ganzzeug......
Kombination Papier und Pappe
ohne Halbzeug. 39 | 3,4
Vertikale Halbzeug und | ]
Kombination Ganzzeug...... 180 15,6 897
Kombinationen insgesamt .... | 219 | 19.0) 475

55

8 980) 8.0. 25 717) 3,5

28,2 | 48 945] 42,0| 364 098| 48,5
338 |592884| 45.0389 810 32.0

der kombinierten Pappe- und Holzschliffbetriebe dürfte um ein Vielfaches
 größer sein.
Es zeigt sich, daß im Gegensatz zu der vertikalen Kombination
zwischen Halbzeug- und Ganzzeugherstellung eine rein horizontale Kombination
 in der papiererzeugenden Industrie nur gering vertreten ist.
Zwischen Zellstoff- und Holzschliffherstellung fehlt sie vollständig, und
als Kombination zwischen Papier- und Pappenherstellung umfaßt sie
von der Gesamtindustrie nur 39 gewerbliche Niederlassungen gleich
rd. 3% der Gesamtzahl der gewerblichen Niederlassungen, der beschäftigten
 Personen und der motorischen Leistung und 5% % der technischen
 Einheiten. Die Kombination zwischen Papier- und Pappenherstellung
 ohne Halbzeugbasis liegt überwiegend da vor, wo Papierfabriken
 ihre Papierabfälle, meist zu Selbstverpackungszwecken, . auch
zu Pappe verarbeiten, oder wo sich eine Kombination aus der Verbindung
 der Fabrikate derart ergibt, daß z.B. Schrenzpapierfabriken
auch Schrenzpappe, Rohpappenfabriken auch Isolierpapier herstellen. *
Die Zunahme der Kombination zwischen den einzelnen Produktionszweigen
 der papiererzeugenden Industrie gegenüber der Vorkriegszeit
läßt sich ungefähr erkennen, wenn man die Entwicklung der örtlichen
Einheiten 1925 gegenüber 1907 und die der technischen Einheiten 1925
gegenüber 1907 vergleicht.
Die Gegenüberstellung von 1925 und 1907 ist zwar für die papiererzeugende
 Industrie nur zusammen mit der paDierveredelnden Industrie

*) Ermittelt auf Grund der Betriebszählung nach örtlichen Einheiten, vgl. Tab. 5.
S. 10; doch vel. dazu S. 10/11 und Tab. 486.
        <pb n="72" />
        möglich. Doch zeigt die papierveredelnde Industrie keine wesentlich
andere Entwicklung in der Zahl ihrer örtlichen Einheiten als die papiererzeugende
 Industrie!). Außerdem stehen die technischen Einheiten der
papierveredelnden Industrie schon von jeher in Kombination, zum Teil
mit der papiererzeugenden Industrie, zum größten Teil mit der papierverarbeitenden
 Industrie, ohne daß sich hieran gegenüber der Vorkriegszeit
 viel geändert hat. Die nicht zu umgehende Einbeziehung der papierveredelnden
 Industrie in die Vergleiche wird somit keine allzu große
Fehlerquelle bedeuten; man wird die ermittelten Prozentzahlen auch für
die papiererzeugende Industrie allein als gültig ansehen können.
Der Vergleich zeigt bei den technischen Einheiten eine wesentlich
geringere Betriebsverminderung als bei den örtlichen Einheiten. Dies
zwingt zu dem Schluß, daß gegenüber der Vorkriegszeit die Kombination
 zwischen den einzelnen Zweigen der papiererzeugenden Industrie
bedeutend zugenommen hat.

Tabelle 48
Die gewerblichen Niederlassungen und die Betriebseinheiten
der papiererzeugenden und -veredelnden Industrie 1925 und 1907

Tahr |

Stat. Nr.

Gewerbliche Niederlassungen

absolut

1925 : 1907
AL — in %

Betriebseinheiten

absolut | 1925: 1907
Lin 9%

1907... | Xa1—8,6 1661 1981
1995. Xa1-38,6 | 1421 | 165 | 1 a1 | 29

Die verstärkte Kombination in der papiererzeugenden Industrie
hat notwendig deren Betriebsgrößenstruktur stark beeinflußt.
 Die eingangs festgestellte Zunahme der Betriebsgröße in der
papiererzeugenden Industrie beruht im wesentlichen auf der Betriebsgrößenzunahme
 der kombinierten Betriebe. Einmal ist im allgemeinen
die örtliche Einheit des kombinierten Betriebes größer als der reine
Betrieb. Zum andern aber trägt in der papiererzeugenden Industrie
der kombinierte Betrieb auch in seinen technischen Einheiten eine stärkere
 Expansivkraft in sich als der entsprechende reine Betrieb. Dies
ergibt sich deutlich daraus, daß der Anteil der kombinierten Betriebe
an der Gesamtproduktion, an der Gesamtzahl der beschäftigten Personen
 und der motorischen Leistung weit größer ist als an der Gesamtzahl
 der örtlichen und technischen Betriebseinheiten”). Der wiederum
weit größere Anteil der kombinierten Betriebe an der Produktion als
an der Zahl der beschäftigten Personen und der motorischen Leistung
Jäßt zugleich erkennen, daß die Expansivkraft der kombinierten Betriebe
neben allen anderen Vorteilen nicht zuletzt auf deren Arbeits- und Krafteinsparung
 beruht. Doch trotz diesen Vorzügen der Kombination,
die zusammen mit der maschinenintensiven Technik®) und dem hohen

-) Vgl. Erster Teil I, 1, S. 9.
?) Vgl. Tabelle 47.
3 Vgl. Zweiter Teil, IL, 8.

9
        <pb n="73" />
        Anteil des Roh- und Hilfsstoffverbrauches!) für die papiererzeugende
Industrie auf ein Überwiegen der Groß- und Mittelbetriebe schließen
lassen müßte, zeigt die papiererzeugende Industrie nach wie vor eine
starke Betriebsgrößenmischung.

Tabelle 49
Der prozentuale Anteil der einzelnen Betriebsgrößen und der in ihnen
beschäftigten Personen an der Gesamtzahl der Betriebe und der beschäftigten
 Personen der papiererzeugenden Industrie 1925?)

Betriebsgrößen



D— Bo
4—5B....
6—10...
11—50...
51—200. .
201—500. .
501—1000.
über 1000

Insgesamt

Absolut...

Örtliche Einheiten
insgesamt

_ F"echnische E:inhae’ten a
insgesamt.‘ Zellstoff "‘lolzschliff | __ Papier Pappe
Be- Be-| Be- _ |Be- | _ 1Be- 5
ie Per- Fi Per- He Per a ltrie- Ber ie Perhe
 ‘ sonen |", Isonen 1’, sonen YA ha | sonen

Bi Per- ‘ Moha
 sonen toren

7,4 0,13
3,91 0,17
18,8| 1,1
36,2| 8,7
95,5) 97

0,28
0,39
1,98
10,8
7” 3

7,51
4,9
16,5
39,7
28,8
3

0,2] 8,1
0,81 1,0|
2,0) 2,0
14,7| 21 -
85,9! 4*
A

0,02
602
x

9,0]
8,1
DQ

0,9| 5,8!
1,8! 2,1
10,9 6,6
49,4 25,5

0,08
0,07
0.4
81

9,0
5,0
16,7
50,6

0,5
0,7
3,9
38,2
45,9
10,8

"5.
100l 100 ' 100 | 100] 100 | 1100| 100! 100 100 | 100l 100 ! 100] 100
L— — — ———————— ll a SL
11511117 174/791 99715311101 162 9818 358) 519110500 470157 750| 444| 14554

Nach den einzelnen Produktionszielen ergibt sich folgender Inhalt
der vorstehenden Aufstellung. Die Zellstoffmarktproduktion liegt überwiegend
 bei den Großbetrieben, während die Handelsschleifereien meist
kleinere Betriebe sind. Die Papierproduktion und die mit ihr verbundene
 Zellstoff- und Holzschlifferzeugung basiert, soweit sie Massenpapierproduktion
 ist, wiederum ganz überwiegend auf dem Großbetrieb,
während in der Papierproduktion zwar der Mittelbetrieb vorherrscht,
aber neben den größeren und größten Betrieben auch eine große Anzahl
kleinerer Betriebe besteht. Die Pappenfabrikation zeigt neben einigen
wenigen Großbetrieben in der Hauptsache Mittel- und Kleinbetriebe.
Die vorhandenen Großbetriebe sind sämtlich Maschinenpappenfabriken;
die Mittelbetriebe sind teils Maschinenpappen-, teils Handpappenfabriken,
 und die Kleinbetriebe sind sämtlich Handpappenfabriken.
Die Ursache der nach wie vor starken Betriebsgrößenmischung der
papiererzeugenden Industrie liegt im wesentlichen im Produktionsprogramm.
 Wo eine homogene Produktion besteht, wie
in der Halbzeugindustrie, ist die Überlegenheit des Großbetriebes unbestritten.
 Nur besonders günstige Standortsverhältnisse vermögen hier
den Klein- und Mittelbetrieben noch Existenzfähigkeit zu geben, und
selbst dies trifft für die Zellstoffindustrie nur noch‘ in geringem Um-‘)

 Vgl. Zweiter Teil, I
'\ Vgl. Tab. 11, 8. 16.
        <pb n="74" />
        Tabelle 50
Die Betriebsgrößenklassen in der Zellstoff-, Holzschliff-, Papierund
 Pappenindustrie, gemessen an der Produktionsmenge 1928!)

—

Kleinbetriebe '

Mittelbetriebe | Großbetriebe

Produktionszweige

Monatserzeugung

Zellstoff
Zahl der Firmen”)
Holzschliff
Zahl der Betriebe **)
Papier
Zahl der Betriebe
Pappe
Zahl der Betriebe

unter 2000 t 2 000—5 000 t über 5000 t
88 BO Ta
unter 75 t 75—1000t =‘ über 1000 t
139 ; 155 18
unter 250£ ' 250—2500t über 2500 €
179 152 U ge)
unter 100 t 100—1 000 t | über 1000 t
949 109

*) Für Zellstoff waren nur die Betriebsgrößen der der Sulfit G. m. b. H, angeschlossenen Firmen
zu ermitteln. — **) 1930. — ***) Die Zahl der Großbetriebe in der Papierindustrie ist wahrscheinlich
 größer.

fange zu. Bei ihr ist fast durchweg die Überlegenheit des Großbetriebes
ausschlaggebend, und die meisten kleineren Betriebe sind ältere, bereits
abgeschriebene Werke. Dagegen spielen bei der Holzschliffindustrie
besonders günstige Standortsverhältnisse für die Existenzfähigkeit noch
eine größere Rolle. Standortsvorteile hinsichtlich Holzbeschaffung,
Kraftversorgung, Absatzlage halten hier eine größere Zahl von kleineren
 Werken, insbesondere der Handelsschleiferei, aufrecht.
Die ausschlaggebende Bedeutung des Produktionsprogramms für
die Betriebsgrößenstruktur zeigt sich am stärksten in der reinen papiererzeugenden
 Industrie. Die Herstellung von Massensorten, insbesondere
 für den Weltmarkt, eignet sich nur für den Großbetrieb. Dagegen
ist die Herstellung vieler Papiersorten, die zwar in größeren Mengen,
aber einander nur ähnlichen Sorten verbraucht werden, überwiegend für
den Mittelbetrieb, und die Herstellung der ausgesprochenen Spezialsorten,
 die der Handel nur in kleineren, oft voneinander grundverschiedenen
 Qualitäten und Ausführungen bestellt, meist nur für den Kleinbetrieb
 geeignet. Die derart von der Bedarfsgestaltung abhängige Betriebsgrößenstruktur
 der Papierindustrie erweist sich somit-als ebenso
labil, aber auch als ebenso fest wie jene. Die Existenz der kleineren und
mittleren Betriebe ist eine Stärke der deutschen papiererzeugenden
Industrie. Diese auf Spezialsorten eingearbeiteten Betriebe sind als
einzige neben einigen wenigen französischen und englischen Fabriken
in der Lage, den mannigfachen Weltmarktbedarf an besonders qualitativen
 Druckpapieren, technischen, farbigen und gemusterten Papieren
zu decken, die in schwierigen physikalischen, chemischen und technischen
 Verfahren hergestellt werden. Gestützt werden diese Betriebe

I Nach Angaben der Verbände.
        <pb n="75" />
        vor allem aber auch durch die differenzierte Nachfrage gerade des
deutschen Inlandmarktes. Betriebe, die viele hundert verschiedene
Papiersorten erzeugen, sind keine Seltenheit.
Als Papiersorte, die sich ausschließlich für Massenerzeugung in
Großbetrieben eignet, kann nur das Zeitungspapier (rd. ein Viertel der
Gesamtproduktion) angesprochen werden. Dagegen eignet sich für die
Herstellung von Fein-, Normal- und Wertzeichenpapier, Flor-, Durchschlag-
 und dünn Pergamynpapier, Lösch- und Filtrierpapier, echt
Pergamentrohpapier, Seidenpapier, Schmirgelrohpapier, Zellstoff- und
Holzstoffwatte (insgesamt rd. ein Zwanzigstel der Produktion) nur der
kleinere und mittlere Betrieb. Bei den übrigen Sorten, die rd. 70 %
der Produktion umfassen, wechselt der Anteil der groß- oder der mittelund
 kleinbetrieblichen Erzeugung. . Unter den holzfreien, unter den
holzhaltigen, unter den Pack- und Streichpapieren und -kartons gibt es
neben den ausgesprochenen Massenerzeugnissen. für Anfertigung auf den
größten Maschineneinheiten sehr viele Spezialsorten. Das gleiche gilt
von einseitig glatten Papieren, imitiert Pergament, Tapetenpapier,
Schrenzpapier, Kartonpapier und auch von gestrichenen Kunstdruckpapieren.
 Der Prozentsatz der nur für kleinere Betriebe geeigneten
Spezialsorten ist bei jeder der angeführten Sorten ein ganz verschiedener.
 Der größte Teil der Briefumschlagpapiere, unter denen es nur
einige Massensorten gibt, ist auf Mittel- und Kleinbetriebe zu rechnen.
Weiße Tapetenpapiere wiederum sind zumeist Massensorten; nur einzelne
 weiße Tapetenpapiere und die meisten farbigen sind Spezialerzeugnisse.
 Das gleiche gilt von Kartonpapier und Zellstoffkarton.
Insgesamt läßt sich der Anteil der Spezialpapierproduktion, die
als die Domäne des kleineren und mittleren Betriebes anzusehen ist,
auf rd. 20 .%i der Gesamtproduktionsmenge schätzen. Selbstverständlich
 sind die Grenzen zwischen Massensorten, viel verlangten Stapelpapieren
 und Spezialitäten dauernd in Fluß. Sorten, die derzeit als
Massenfabrikate bezeichnet werden, können in ihrem Absatz so sinken,
daß sie als Massensorten nicht mehr in Betracht kommen. So geht
Braunholzpapier, durch Jahrzehnte eine der meist angefertigten Packpapiersorten,
 seit Jahren in der Erzeugung stark zurück. Doch hebt
sich als Grundzug der gesamten Bedarfsgestaltung hier schwächer,
dort stärker ein allmählicher Übergang zum Massen- und Stapelpapier
ab. Noch vor dem Kriege waren heutige Massenfabrikate, wie Tiefdruck-
 und Offsetdruckpapiere, Spezialitäten besonderer Art. Gegenwärtig
 befinden sich die holzfreien Druck- und holzfreien Schulheftpapiere,
 ferner Chromoersatzkarton und Sackpapier im Übergang zu
Massensorten. Hat aber der Bedarf nach einem Papier einen solchen
Umfang angenommen, daß es aus dem Rahmen eines Spezialpapieres
heraustritt, so ist der Großbetrieb die für ihn einzig und allein gegebene
Produktionsstätte, der gegenüber der kleinere Betrieb seinen Stand nur
schwer behaupten kann.
Die entsprechende Bedarfsgestaltung vorausgesetzt, liegt der ent:
scheidende Antrieb zu der Überlegenheit des Großbetriebes im Maschinenkapital.
 Im letzten Jahrzehnt hat die Entwicklung der Technik

7}
        <pb n="76" />
        die Maschinenintensität der papiererzeugenden Industrie auf einen Stand
gebracht, der der Verwendung von Großmaschinen starke Rentabilitätsvorteile
 sichert!). Man kann für die papiererzeugende Industrie als
Grundsatz ihrer Betriebstechnik annehmen, daß mit zunehmender Größe
und Leistung der Maschineneinheiten nicht nur die Anteile der gleichbleibenden
 Selbstkosten, sondern auch die Löhne abnehmen. Damit
ist die Spezialisierung für die kleineren Betriebe zur unbedingten Notwendigkeit
 geworden. Denn auch eine Modernisierung ist den kleineren
Werken durch ihren Umfang erschwert*), da sich die Rationalisierung in
der papiererzeugenden Industrie grundsätzlich proportional zur Größe
des Betriebes auswirkt. Da zudem die kleineren Werke zumeist auch
noch in ihrer Kapitalkraft gegenüber den größeren zurückstehen, und
ohnehin schon im Maschinenbezug- hinsichtlich der Zahlungs- und Lieferungsbedingungen
 benachteiligt sind, so äußert sich die großbetriebliche
Tendenz in der papiererzeugenden Industrie vornehmlich in der weiteren
Ausdehnung der schon bestehenden großen Betriebe. Doch machen sich
hier neben den Hemmungen durch die Bedarfsgestaltung die Standortsbindungen
 geltend. Sie hindern oft eine Kombination und Betriebsvergrößerung,
 begünstigen aber die Konzernbildung.
Entsprechend den Schwierigkeiten, mit denen Betriebe ohne eigene
Halbzeugbasis zu kämpfen haben, ist die Konzernierung solcher
Betriebe am häufigsten. Denn die obenerwähnten Vorteile der Kombination
 zwischen Halbzeug- und Ganzzeugherstellung?) (Bezugs- und
Absatzsicherung, Einheitlichkeit des Materials usw.) sind zum Teil auch
durch Konzernbildung zu erreichen. Vorwiegend ist der Anlaß zur
Konzernierung der Aufkauf eines finanziell schwachen Halbzeugabnehmers:
 Umgekehrt kommt auch die Konzernierung von Halbzeugbetrieben
 durch größere Papierfabriken vor; doch ist dieses seltener.
Einmal geht die Konzernbildung in der papiererzeugenden Industrie vor
allem von den großen Halbzeugbetrieben aus, und sodann ist die Halbzeugerzeugung
 nicht in dem Maße standortsbedingt wie die Halbzeugverarbeitung,
 so daß den größeren Papierfabriken in der Regel die
Aufnahme der Eigenerzeugung von Halbzeug, die Kombination, größere
Vorteile zu bieten vermag als die Konzernierung. Hand in Hand mit
der vertikalen Konzernbildung läuft ein horizontaler Zusammenschluß.
Auch bei ihm ist die finanzielle Schwäche der aufgenommenen Werke
häufig der entscheidende Antrieb, sei es, daß die günstige Übernahmemöglichkeit
 den Anlaß gibt oder die Absicht, den infolge seiner finanziellen
 Schwäche zu unrationeller Abgabe seiner Produkte neigenden
Konkurrenten auszuschalten. Nicht unwesentlich verstärkt wird die
Tendenz sowohl zur vertikalen als auch zur horizontalen Konzernbildung
 durch die gegenwärtigen, eine Neuanlage stark behindernden
Kapitalanlagekosten. Diese lassen oft eine Angliederung von Betrieben
noch als rationell erscheinen, die an sich wegen Überalterung und
Kapitalschwäche allein nicht mehr existenzfähig wären. Zur Zeit
beherrscht der Waldhof-Konzern über ein Viertel und Aschaffenburg

1) Vgl. Zweiter Teil, IT, 3.
?) Vgl. S. 66£.

v
4
        <pb n="77" />
        ungefähr ein Sechstel der Sulfitzellstofferzeugung; der Hartmann-Konzern
 umfaßt fast die gesamte Sulfatzellstoff- und ungefähr die
Hälfte der Sulfatpapiererzeugung. Die neuerdings durch Aufnahme von
Reisholz und Koholyt stark vergrößerte Feldmühle vereinigt in sich
rd. ein Viertel bis ein Fünftel der Zeitungspapierproduktion und hat
durch Einbeziehung und Ausbau des Werkes Hohenkrug eine starke
Stellung in der Produktion von mittelfeinem Schreibpapier erreicht.
Insgesamt entfallen auf die Konzerne in der papiererzeugenden Industrie
ungefähr zwei Drittel der Zellstoffproduktion, ungefähr ein Viertel der
Papierproduktion und ungefähr ein Zehntel der Holzschliffproduktion.
Kapitalmäßig läßt sich feststellen, daß von dem in der Zellstoff- und
Papierindustrie am 31. Oktober 1927 investierten Aktienkapital von
279 Mill... RM 106 Mill. RM gleich 38 %: konzernmäßig gebunden waren.
Doch entfällt auch hiervon wieder der größte Teil auf die Zellstoffindustrie.
 In der Papierindustrie ist ungleich anderen großen Industrien
 Deutschlands der Privatbesitz noch von ganz überwiegender
Bedeutung‘).
Völlig außerhalb der Konzernbewegung in der papiererzeugenden
Industrie steht die Pappenindustrie und die mit ihr verbundene Holzschlifferzeugung.
 Abgesehen vön einem geringen Anteil, den einige der
konzernierten Zellstoffl- und Papierbetriebe an der Pappenproduktion
haben, ist eine Konzernierung in der Pappenindustrie überhaupt nicht
zu beobachten. Ihr fehlt der von der Zellstoff- und Massenpapierproduktion
 ausgehende großkapitalistische Antrieb, und sie zeigt auch
sonst eine geringere Kapitalintensität und Betriebskonzentration.
Gemessen an der Produktionsmenge sind die größeren Betriebe
der Pappenindustrie identisch mit den Maschinenpappenbetrieben, die
kleineren mit den Handpappenbetrieben. Die Maschinenpappenbetriebe,
an deren Kartonmaschinen wie bei der Papierfabrikation Trockenpartien
 angeschlossen sind, die es ermöglichen, die Pappenbahn sofort
nach der Herstellung zu trocknen, erreichen ungleich größere Produktionsmengen
 als die Handpappenbetriebe, in denen der Pappenbogen naß
mit der Hand von der Maschine genommen, gepreßt und in Trockenkanälen
 oder Trockenhäusern getrocknet wird. Legt man jedoch die
Zahl der Arbeiter zugrunde, so verschiebt sich das Bild dadurch, daß
die Handpappenbetriebe für die Herstellung derselben Produktionsmenge
 eine erheblich größere Anzahl Arbeiter benötigen als die
Maschinenpappenfabriken. Es gibt Maschinenpappenfabriken, die im
Verhältnis zu anderen Maschinenpappenfabriken als kleine Betriebe zu
bezeichnen sind, obwohl ihre Produktion in einem bestimmten Zeitraum
größer ist als die einer bedeutenden Handpappenfabrik, welche aber
wiederum mit Rücksicht auf die Zahl ihrer Maschinen und der beschäftigten
 Arbeiter in der Klasse der Handpappenfabriken als größerer Betrieb
 angesehen werden muß. Die derart grundsätzlich verschiedene
maschinelle Ausrüstung und Arbeitsintensität trägt in die Betriebsgrößenstruktur
 der Pappenindustrie ein starkes Beharrungsvermögen.
Zwar unterliegen viele Sorten der Handpappe einer allmählichen Sub-\

 Vgl. Zweiter Teil, II, 1.
        <pb n="78" />
        Tabelle 51
Die Konzerne in der papiererzeugenden Industrie nach dem
Stande von 1929

Nr.

)

3

5
a
3

1
2

1
2

3
L

Firmen

I. Zellstoff Waldhof
Zellstoffabrik Waldhof, Mannheim, Waldhof. Betriebe
 für Zellstoff- und SEE in:
Mannheim, Tilsit, Ragnit; für Zellstoffherstellung
allein: Kelheim a. d. Donau,
a) Tochtergesellschaften in der Papierindustrie:
 _
Papyrus A.-G. Mannheim- Waldhof (Holzschliff und
Papier)
Papierfabrik Weißenstein A.-G., Dillweißenstein
(Baden)

Coseler Cellulose- und Papierfabriken A.-G., Berlin
(Zellstoff, Holzschliff und Papier)
Badische Holzstoff- und Pappenfabrik, Öbertsrot
(Baden)
Papierfabrik Baienfurt, Baienfurt in Württemberg
Simonius’sche Cellulosefabriken A.-G., Fockendorf
 (Thür.). Betriebe in Fockendorf (Holzschliff
 und Papier) und Wangen (Zellsto#f);
außerdem 98% Anteil am Konzern Unterkochen
 *)
b) Sonstiges:
Bahngesellschait Waldhof A.-G., Mannheim
Pacotira GmbH. Papierhandelsgesellschaft, Berlin,
tätigt den Papierverkauf für die Gesellschaften
ınter 1a) 1 und 8

c) Ausland:
Zeilstoffabrik Waldhof, Pernau (Estland)
Nas Handelen Transport Mii. Waldhof, Rotteram

Ca eg Stordö (Norwegen) (Schweielkiesgrube
Waldhof A/B., Helsingfors
I, A. Simonius (vgl. Ia, 6)
Simonius’sche Cellulosefabriken A.-G, (Betriebe in
Fockendorf und Wangen)
a) Papierfabrik Unterkochen G. m, b. H. in Württemberg

I, B. Unterkochen (vgl. I Aa)
Papierfabrik Unterkochen G. m. b. H., Unterkochen
(Württemberg)
a) Aktienpapierfabrik Regensburg in Alling bei
Regensburg
b) Göppinger Papierfabrik, Göppingen (Württemberg)

Zellstoffabrik Marstetten A.-G., Unterkochen
Württemberg)
*) Vgl. I, A und B.

Bemerkungen

Verpachtet an Zellstoff
Waldhof A.-G. Selbst
beteiligt an 2.
Zum Teil zu I 1 gehörig,
betrieben von Zellstoff
Waldhof A.-G.
Verpachtet an Zellstoff
Waldhof A-(.

Ein befreundeter Textilkonzern
 (Blumenstein-Gruppe)
 zu 50% beteiligt.


Zu 50 % Waldhof, zu
50 % Blumenstein-Gruppe.


98 9% Simonius.
        <pb n="79" />
        Nr.

Tabelle 51 (Fortsetzung)
Firmen

Bemerkungen

MH. Hartmann
Wilhelm Hartmann &amp;amp; Co. G. m. b. H., Berlin
(Zellulose- und Papierfabrikation und -vertrieb)

Q

A

3

7

n
7

2

a) Inland:
Natronzeilstoff- und Papierfabriken A.-G., Berlin
a) Natronzellstoff- und Papierfabr., Krappitz 0/8
* Papierfabrik Oker (Harz)
Natronzellstoff- und Papierfabrik Altdamm
. Papierfabrik und Holzschleiferei Arnstadt (Thür.)
) Papierfabrik Brachelen (Kreis Aachen)
ı Papierfabrik und Holzschleiferei Priebus
Dresdner Chromo- und Kunstdruckpapierfabrik
Krause &amp;amp; Baumann A.-G., Heidenau
Papierfabrik Krappitz A.-G., Berlin, Krappitz 0/5.
Gräfl. Henckel von Donnersmarcksche Papierfabrik
Frantschach A.-G., Berlin, Fabrik: Frantschach
(Österr.)
Bates Papiersack A.-G., Berlin
b) Ausland:
Leykan-Josefstal A.-G., Papier- und Druckindustrie,
Wien
a) Papierfabrik in Pitten
") Papierfabrik in Gratwein, Graz
Papierfabrik und Holzschleiferei Wampersdorf
Buntpapierfabrik Breitenau
Holzschleiferei in Spittal a. d. Drau
.) ‚Iolzschleiferei in Thörl-Maglern
g) Holzschleiferei Schwarzau
h) Holzschleiferei Obersdorf
Heinrichsthaler Papierfabrik A.-G., vorm. Martin
Klink &amp;amp; Co., Heinrichsthal
Patria Papier-Ges., Wien
Natron-Papierindustrie A.-G., Wien
a) Natro Cellulosa S. A. Industria Imballagi Carta,
Milano
Wilhelm Hartmann’sche Papierindustrie und Vertriebs-A.-G.,
 Budapest
Wm. Hartmann Ltd., London

IM. Zellstoff Aschaffenburg
A.-G. für Zellstoff- und Papierfahrikation, Aschaffenburg

a) Inland:
Oberbayrische Zellstoff- und Papierfabriken A.-G.,
Aschaffenburg

Dürener Papierfabrik G. m. b. H., Hoven b. Düren
b) Ausland:
A.-G. für Zeilstoff- und Papierfabrikation, Memel

Chemische Werke vorm.
H. &amp;amp; E. Albert A.-G.
mit 25 % beteiligt.
Tochtergesellschaft. Betrieb
 an A.-G. für Zellstoff
 und Papierfabrikation
 Vorpachtet,
Zinkauf sowie Verkauf
durch A.-G. für Zellstoff
und Pavnierfahrikation.

Tochtergesellschaft. Chemische
Werke, vorm. H. &amp;amp; E. Albert
A.-G. mit 31/8 Yo beteiligt,
Der Verkauf der Memeler
Produkte erfolgt durch
Aschaffenburg
        <pb n="80" />
        Nr.

2

&amp;gt;

x

Tabelle 51 (Fortsetzung)
Firmen

Bemerkungen

Paperipun 0. Y. Helsingfors (Papierholzeinkauf)

Holzeinkaufsorg. Zzusammen
 mit der Papierfabrik
 Reisholz,
Transportorganisation.

M. V. Transport Maatschappij Aschaffenburg, Rotterdam
 (Holland)
IV. Feldmühle *)
Feldmühle, Papier- und Zellstoffwerke A.-G.
(Betriebe in Odermünde und Hohenkrug bei
Stettin, Liebau i. Schles., Reisholz bei Düsseldorf,
 Uetersen (Holstein), Flensburg, Arnsberg
(Westf.)

Tochtergesellschaften:
a) Inland:
Pommersche Zellstoffabrik A.-G. in Odermünde
bei Stettin
Nord-Ostsee-Schiffahrt- und Transport-Ges. m. b. H.,
Stettin

Ausführung von Speditions-,
 Schiffsmaklerund
 Reedereigeschäften
 aller Art.
Kauf und Verwaltung der
Grundstücke am Königstor
 6 u. 7, Stettin.
Jandel mit Papier und
Kartons aller Art sowie
 Rohstoffen und Betriebsmaterialien
 für
die Papnierfabrikation.

Industriehaus-Gesellschaft m. b. H., Stettin

Continentale Papnier-Ges. m. b. H., Düsseldorf

b) Ausland:
Hollandsche Papier- en Cellulosemaatschappij.
A msterdam

Absatz von Papier und
Papierstoffen für eigene
 Rechnung und
kommissionsweise.
Jandel mit Holz, Papierholzeinkauf.


Pohjolan Puutavaran Vienti O. Y., Helsingfors
V. Koholyt
Ki hereer Zellstoff-Fabriken und Chem. Werke,
Koholyt A.-G., Berlin. Betriebe in Königsberg
und Hillegossen
Pergamentpanierfahrik, Oberlahnstein

1930 übernommen von
der Feldmühle, bis
1925 im Besitz des
Stinnes-Konzerns, bis
1980 im Besitz der
Inveresk Paper Co.
Ltd... Edinburgh.

VI. Verein für Zellstoffindustrie
Verein für Zellstoffindustrie A.-G., Berlin. Betriebe
 in Oberleschen, Kr. Sprottau, Schlesien
(Cellulose, Holzstoff, Papier) und Wildshausen,
Post Grenohr Westf. (Cellulose, Holzstoff)
Kostheimer Cellulose- und Papierfabrik A.-G.,
Mainz-Kostheim

Bis 1927 zum Teil bei
einem holländischen
Konzern und zu rund
51% beim Hartmann-‚Konzern.

k} Seit 1920 außerdem noch im Besitz der Aktienmehrheit der Kohnlvt. A.-G., vgl. unter V.

7
        <pb n="81" />
        Tabelle 51 (Fortsetzung)
Firmen

Nr. !

VII. Ewald Schöller &amp;amp; Co.
Ewald Schöller &amp;amp; Co., offene Handelsgesellschaft,
Hirschberg-Cunnersdorf (Riesengeb.). Betriebe
in Mühldorf und Steinwitz

a) Ostdeutsche Papier- und Zellstoffwerke A.-G.,
Wartha. Betriebe in Wartha und Mühldorf.
3) Schlesische Cellulose- und Papierfabrikation
A.-G., Hirschberg-Cunnersdorf(Riesengeb.). Betriebe
 in Cunnersdorf, Maltsch, Jannowitz und
Lomnitz

Bemerkungen

Die Firma E. Schöller
ist inzwischen erloschen,
 sie war als
emeinsame Ein- und
Verkaufsgesellschatt
von VIIa u. b gedacht.

Die Art ihrer gegenseitigen
 Verbundenheit
 und die Besitzverhältnisse
 sind zur Zeit
noch ungeklärt.

stitution durch Maschinenpappe, doch sind einzelne Qualitäten und
Stärken von Braun-, Weiß- und Graupappe nur als Handpappe
anzufertigen, ebenso werden Buchbinderpappe, Hartpappe, Preßspan,
Matrizenpappe nur in Handpappenbetrieben hergestellt. Im übrigen
macht sich in der Pappenindustrie der Einfluß der Bedarfsgestaltung
und des Produktionsprogramms auf die Betriebsgrößenstruktur in
gleicher Weise geltend wie in der Papierindustrie. Die Maschinenpappenfabrikation
 beruht auf der Herstellung der marktgängigen, zu
mannigfachster Verwendung in der Pappenverarbeitung, besonders in
der Kartonnagenindustrie dienenden Massensorten. Die Grundlage der
Handpappenfabrikation ist die Herstellung von Spezialsorten, an die in
irgendeiner Form besondere Ansprüche gestellt werden. Aber auch in
der Handpappenfabrikation wird, wie in der Maschinenpappenfabrikation,
 der Markt beherrscht von den größeren Betrieben, ebenso wie
diese fast allein für den Export in Frage kommen. Die Kleinbetriebe
sind allein lebensfähig bei besonderen standortsmäßigen Vorteilen, meist
günstige Lage zum Absatz, oft auch verbunden mit eigener Weiterverarbeitung,
 und auf Grund des hohen Lohnanteils der Handpappenfabrikation.
 Auf diesen gründet sich im besonderen die Existenz einer auf
weit über hundert zu veranschlagenden Zahl von Zwergbetrieben, vornehmlich
 Handgraupappenbetrieben, die im wesentlichen durch die nicht
gerechneten Kosten der Familienarbeit erhalten werden.

3. Rationalisierung der Produktion

Das entscheidende Kennzeichen für die betriebstechnische Entwicklung
 der Papiererzeugung ist die Steigerung der Papiermaschinenleistung.
 Vor 60 Jahren ergaben die modernsten
Druckpapiermaschinen bei einer Breite von 1,5 m und einer Papiergeschwindigkeit
 von 5 — 35 m/min noch eine Tageshöchstleistung von
3500 bis 4000 kg: vor 25 Jahren war bei einer Erhöhung der Breite auf
        <pb n="82" />
        2.6 m und der Geschwindigkeit auf 140 m/min die Tagesleistung auf
rd. 20000 kg gestiegen. Im Jahre 1914 war man bei 3,5 m breiten
Maschinen mit 180 m/min Geschwindigkeit und einer Tagesleistung von
40000 kg angelangt. Inzwischen sind Leistungen von 80 000 kg und
darüber auf 5 m breiten Maschinen bei einer Geschwindigkeit von
250 m/min bereits überholt durch die neueste Entwicklung, die eine
Maschinenbreite von 6 m, eine Geschwindigkeit von 300 m/min und eine
tägliche Produktion von 120 000 bis 140 000 kg Papier erreicht hat. Im
Verlauf von 60 Jahren hat sich somit eine Steigerung der Druckpapiermaschinenleistung
 auf fast das 40fache vollzogen. Einen entsprechenden
Entwicklungsstand zeigen die anderen Papiermaschinen. die Holzschleifapparate
 und die Hoiländer.

Tabelle 52
Die Leistungsfähigkeit der Papiererzeugungsmaschinen
! Leistung je 24 Std,
in ke

Druckpapiermaschine ....

Packpapiermaschine ... ......
Feinpapiermaschinen .........

Seidenpapiermaschine ........
Zigarettenpapiermaschine .....
Kartonmaschine ......0..0.0.0.0.
Holzschleifapparat............

Holländer. .

1872
L900
{914
L925
1929
L929
1929
1929
1929
1929
1929
1872
1914
1929

[872
9929

1,5
2,6
3,5
5,0
5,6—6

2
39

3 000—4 000
20 000
40 000
80 000
120 000—140 000
40 000
15 000
30 000
4 000
1800
30 000—35 000
100—700
10 000
18 000
Stoffeintrag in kg
75—100
1 000

Durch ihre Maschinenentwicklung ist die Papiererzeugung in
weitestem Umfange zu einer ausgesprochen arbeitsextensiven Produktion
 geworden. Eine Großkraftschleiferei mit mehreren tausend PS und
mit Maschinen modernster Art braucht nicht viel mehr Arbeiter als eine
mittlere Wasserschleiferei. Ebenso arbeiten an der modernsten Druckpapiermaschine,
 die in der Minute 300 m Papier bei einer Arbeitsbreite
von 6m liefert, nur ein bis zwei Gehilfen mehr als an einer älteren
Maschine mit einer Leistung von 150 m in der Minute und einer Arbeitsbreite
 von 2 m; dadurch hat sich speziell in der Druckpapierfabrikation
in den letzten zwei Jahrzehnten die zur Herstellung von 1000 kg
Zeitungsdruckpapier notwendige Arbeiterzahl von 7 auf 2 und weniger
ermäßigt. Auch die übrigen neuesten Maschinen bringen le Einheit des

79
        <pb n="83" />
        Erzeugnisses gegenüber den Verhältnissen vor ungefähr 20 Jahren eine
Ersparnis von etwa 25 bis 50% der Arbeiterzahl.
Von einer umfassenden Ausnutzung dieser Maschinenentwicklung
ist die papiererzeugende Industrie jedoch noch weit entfernt. Die
Normalmaschinen wurden bis vor einigen Jahren noch mit etwa 2 bis
3m Breite gebaut, und auch heute noch laufen zahlreiche Maschinen mit
1,5 bis 2m. Teils ist die Verwendung der kleineren Maschinen bedingt
durch die Spezialisierung und die Bedarfsgestaltung, zum großen Teil
aber auch durch die Lücke, die Kriegs- und Nachkriegszeit im technischen
 Ausbau gerissen haben, und durch die gegenwärtige Kapitalnot.
Die deutsche papiererzeugende Industrie ist eine alte Industrie, die auf
eine organische Entwicklung angewiesen ist. Die technische Entwicklung
 aber hat in der Kriegs- und Nachkriegszeit in der Maschinenausbildung
 Fortschritte gemacht, die ein organisches Wachstum weit überholt
 haben. Nur für gut fundierte und meist größere Werke ist die
nunmehr in einem plötzlichen Übergang notwendig gewordene Einführung
 größerer Aggregate tragbar.
So sehr aber auch in der papiererzeugenden Industrie Rationalisierung
 in der Hauptsache und im wesentlichen mit einer Vergrößerung
der Aggregate identisch ist, so bleibt für die anderen Werke doch auch
außerhalb dessen noch ein großes Feld der Modernisierung. Auf eine
bessere Ausnutzung der bestehenden Kapazität sind die anderen, kapitalschwächeren
 Werke angewiesen. Dies kann in sehr vielen Fällen durch
Auswechseln einzelner Maschinenteile, durch schnelleren Kocherumschlag
und vieles andere geschehen. Immerhin bringt die große Entwicklung,
die die Papiermaschinentechnik genommen hat, für die zurückbleibenden
Betriebe eine Verschiebung des Produktionsprogramms mit sich. Sie
müssen auf eine Produktion höherer Spezialisierung oder geringeren
Bedarfsvolumens übergehen; in ihr aber können sie volleistungsfähige
und hochrationalisierte Betriebe darstellen.
Neben der Ausbildung der eigentlichen Fabrikationsmaschinen hat
das maschinelle Zubehör der Fabrikation, insbesondere die
Dampf- und Kraftwirtschaft, die Hilfsstoffgewinnung, die Roh- und
Hilfsstoffrückgewinnung und das Zu- und Abbringungswesen ebenfalls
große Verbesserungen erfahren. In der Zellstoffindustrie ist es gelungen,
 den durchschnittlichen Kohlenverbrauch je 100 kg Zellstoff, der
im Mittel der Jahre 1910 bis 1914: 152 kg betrug, bis zum Jahre 1927
auf rd. 120kg im Mittel herabzudrücken. Im Jahre 1921 betrug er
infolge der heruntergewirtschafteten Kesselanlagen und des zwangsweisen
 Bezuges minderwertigen Rohmaterials noch 232 kg. '
Bei dem starken Heiz- und Kraftbedarf der papiererzeugenden
Industrie war die Verkuppelung der Kraft- mit der Wärmewirtschaft
derart, daß die Dampfmengen zunächst arbeitsverrichtend ausgenutzt
werden, bevor sie in die Heizleitungen kommen, schon in der Vorkriegszeit
 weitgehend durchgeführt. Die entscheidenden Fortschritte sind in
der Wärme- und Kraftwirtschaft selbst erzielt worden. Neben der
Kohlenstaubfeuerung, der Anwendung von hochgespanntem Dampf und
Anzapfdampf, der Verwendung von Gegendruckdampfmaschinen und
-turbinen sind die Einführung von Wärmespeichern und der elektrische

3
        <pb n="84" />
        Mehrmotorenantrieb zu nennen. Der Wärmespeicher bringt besonders
in den Zelletoffbetrieben wesentliche Ersparungen im Heizdampfverbrauch,
 da er es ermöglicht, die nicht unbeträchtlichen Schwankungen
im Heizdampfbedarf auszugleichen. Der elektrische Mehrmotorenantrieb
gestattet genaueste Einstellbarkeit und Vermeidung von ungünstigen
Übersetzungsverhältnissen der Transmissionen und der Riemengeschwindigkeiten.
 Erst der elektrische Mehrmotorenantrieb hat zusammen mit
den Fortschritten in den Gewichts- und Volumenmessungen der auf die
Papiermaschine kommenden Rohstoffe die bis vor einigen Jahren noch
phantastisch erscheinenden Maschinengeschwindigkeiten und -breiten
möglich gemacht.
Wie für die Kraftwirtschaft so hat die Elektrizität auch für die
Hilfsstoffgewinnung grundlegende Fortschritte gebracht. Für die Reinizung
 der schwefeligen Säure ist heute an die Stelle des mechanischen
Reinigungsverfahrens oder des mit hohem Verlust an schwefeliger Säure
verbundenen Auswaschens mit Wasser die Möglichkeit der Elektrofiltration
 getreten. Die elektrolytische Herstellungsmöglichkeit der
Bleichmittel hat zur nebenbetrieblichen Angliederung der Bleichmittelerzeugung
 geführt, während früher die meisten Fabriken die BleichfAlüssigkeit
 mit aus zweiter Hand bezogenem Chlorkalk bereiteten. Den
Fortschritten in der Hilfsstoffgewinnung reihen sich die in der Rohund
 Hilfsstoffrückgewinnung an. Nähere Angaben über die Steigerung
ihres Nutzeffekts liegen ebenso wie für die Hilfsstoffgewinnung nicht
vor. Doch läßt sich die große Bedeutung der Stoffrückgewinnung
daraus ersehen, daß das Abwasser der Papiermaschine bis zu 12% und
mehr des ausfließenden Stoffes mit sich fortführen kann. Die Verbesserung
 der Filtriermaschinen und Absetzvorrichtungen für Abwasser
ermöglicht heute eine fast restlose Rückgewinnung. Bei einem Kostenanteil
 des Materialaufwandes von mehr als 50% entspricht dies einer
starken Ermäßigung der Gesamtkosten. Ähnliche Möglichkeiten bietet
die rationelle Entrindung des Holzes. Der Schälverlust wird bei Messerschälmaschinen
 auf 10%, bei Handschälen auf 8% veranschlagt und
kann bei medernsten Holzvorbereitungsmaschinen zugleich mit einer
starken Arbeits- und Lohneinsparung bis auf 2% herabgedrückt werden.
Die Verluste an Schälspänen, Ästematerial und Sägemehl lassen sich
teilweise dadurch wieder einbringen, daß man dieses Verlustmaterlial
für sich kocht. Doch ist noch vielfach die Ausnutzung der Späne als
Verbrennungsmaterial gebräuchlich. .
Außer den Verlusten an Holzsubstanz enthält die Ablauge einen
großen Teil der Hilfsstoffe. Früher wurde die Ablauge nach Neutralization
 mit Kalk in die Flüsse geleitet. Der dadurch heraufbeschworene
Kampf mit den Behörden drängte zur Unschädlichmachung und zu einer
bestmöglichen Verwertung der Ablauge. Neben einer Rückgewinnung
der Chemikalien, insbesondere der schwefeligen Säure und der Natronsalze,
 findet eine Verarbeitung der Ablauge auf Alkohol, Harze, Klebstoffe,
 Gerbextrakt, Straßenentstaubungsmittel und anderem statt; jedoch
ist eine Verwertung der Rückstände als Brennstoff bis heute noch nicht
als wirtschaftlich erwiesen, da die zu erfassende Trockensubstanz durch
die Entfernung der erheblichen Wassermengen zu teuer wird.

Enauete-Ausschuß. { 5, Band 10.
        <pb n="85" />
        In der Nebenproduktgewinnung ist die des Alkohols die wichtigste.
Die Ausbeutemöglichkeit an Alkohol wird auf 30 bis 401 je Tonne Zellstoff
 angegeben. Der Reingewinn wird nach einem neuen Verfahren
und unter amerikanischen Verhältnissen für das Jahr 1923 auf etwa
8% des Preises von 1t Zellstoff berechnet‘), ist jedoch für europäische
Verhältnisse wesentlich geringer. Die Alkoholerzeugung als Nebenprodukt
 der Zellstoffproduktion wurde in Deutschland erst während
des Krieges aufgenommen. Im Jahre 1918 wurde die Spiritusherstellung
nach dem Eckström-Verfahren in 15 Anlagen in Norwegen und Schweden,
in 12 Anlagen in Deutschland und Österreich und einer Anlage in den
Vereinigten Staaten betrieben. Die deutsche Produktion hat seitdem
weitere Fortschritte gemacht und ist von rd. 41000hl 1917/18 auf
295 000 hl 1928/29 gestiegen bzw. von rd. 2% auf rd. 9% der Gesamtbranntweinproduktion
 Deutschlands. Die Produktion verteilt sich jedoch
durch die Kontingentsbeschränkung auf nur wenige Unternehmungen
and nützt auch deren Kapazität bei weitem nicht aus. Waldhof,
Aschaffenburg, Koholyt und Feldmühle hatten an der Sulfitspirituserzeugung
 des Jahres 1927 allein einen Anteil von mehr als vier
Fünftehln.

Tabelle 53
Die Sulfitspirituserzeugung Deutschlands 1916/1917—1928/1929?)
fin hl)

nn m | 1 — Sn
Jahr Sulfitspirituserzeugung ‘ Gesamtspirituserzeugung

1916/17
1917/18
1918/19
1919/20
1920/21
1921/22
1922/23
1928/24
1924/25
1925/26
1926/27
1927/28
1928/29

6 765
41 088
32 078
17 453
50 955
31 897
134 397
170 387
200 000
202 344
253 894
248 723
294. 905

2019 563
2 349 580
L165 042
621 478
ı 937 754
1270 654
2 022 913
1 550 508
1 839 468
2229 916
1 870 667
2 806 413
2 9492 7392

Besondere Bedeutung kommt in der papiererzeugenden Industrie
der Rationalisierung des Zu- und Abbringungswesens zu. In der
idealen Form kommt das Holz auf mechanischen Transportanlagen zum
Lagerplatz, vom Lagerplatz in die Schäler und Schleifer, wird, ohne
Ausarbeitung auf Zylindermaschinen, vom Schleifer durch die Sortierung
und Eindiekvorrichtungen in die Holländer, dann in die Bütten und auf

1) Ralph H. McKee in “Paper Trade Journal”, 11. Oktober 1923. Gesamtselbstkosten
 für 1 Gallone 95% Alkohol bei einer Ausbeute von 1 Vol. % der Sulfitablauge
 in einer 100 t Sulfitzellstoffabrik 26,17 cts. Verkaufspreis 36 cts. Reingewinn
(Kohlenersparnis durch Verfeuerung der eingedickten Sulfitablauge vorausgesetzt)
= 4,22 $ auf 1 t (907 kg) = etwa 8% des Preises von 1 t Sulfitzellstoff,
2) 1916/17—1918/19 ehemaliges Reichsgebiet, ab 1919/20 heutiges Reichsgebiet,

27)
        <pb n="86" />
        lie Papiermaschine gepumpt, so daß das Holz in einem Gange, ohne in
lie Hand genommen zu werden, bis zum fertigen Papier verarbeitet
wird. Doch ist dies nur in modernen Betrieben durchführbar. Eine entsprechende
 Umstellung alter Anlagen ist unmöglich, bei ihnen können
aur jeweils Teile des Zu- und Abbringungswesens mechanisiert werden.
[m allgemeinen ist das Zu- und Abbringungswesen noch der am
wenigsten rationalisierte Produktionsabschnitt der Industrie. Eine
Rationalisierung erfordert hier hohe und langsam verzinsbare Kapitalien,
 so daß gerade diese Rationalisierung in besonderem Maße eine
Frage der Kapitalneubildung und -verbilligung ist. Die technischen
Grenzen der Rationalisierung liegen allein im Sortieren und Zählen des
Papieres, das nach wie vor nur von Hand zu machen ist.
Die Ausnutzung der gegenüber der Vorkriegszeit in der papiererzeugenden
 Industrie so stark gestiegenen Rationalisierungsmöglichkeiten
 dürfte bei jedem Werk verschieden sein. Im Nutzeffekt der
Arbeitsersparnis läßt sich für den Durchschnitt der Gesamtindustrie
 feststellen, daß die von 1913 bis 1929 um rund ein Drittel
zestiegene Bruttoproduktion mit der gleichen Zahl der Vollarbeiter
arreicht ist (Tab. 54).
Am stärksten ist die Produktionsmenge je Vollarbeiter in der
Strohzellstofferzeugung und in der Holzschlifferzeugung gestiegen, und
zwär je um mehr als die Hälfte. In der mit den Großbetrieben der
Massenpapierproduktion verbundenen Holzschlifferzeugung dürfte die
Steigerung des Arbeitseffekts noch bedeutend größer sein. Die durchzchnittliche
 Kopfquete bei der Holzschlifferzeugung wird in besonderem
Maße beeinträchtigt durch die große Zahl der kleineren Betriebe, die
sich, selbst wenn sie modern eingerichtet sind, wegen der geringen ihnen
zur Verfügung stehenden Kraft auf kleinere Aggregate beschränken und
daher verhältnismäßig wesentlich mehr Arbeiter beschäftigen müssen.
Auch in der Pappenfabrikation, die insgesamt eine Produktionssteigerung
 je Vollarbeiter von noch nicht 10% zeigt, ist dieser Durchschnitt
stark gedrückt. Bei den Maschinenpappenbetrieben dürfte die Modernisierung
 bedeutend größere Fortschritte gebracht haben; die verhältnismäßig
 geringe Produktionssteigerung ist auf die große Zahl der Handpappenbetriebe
 zurückzuführen. Die kleineren Handpappenbetriebe sind
schon ihrer ganzen, Betriebsstruktur, besonders ihrem Betriebsumfange
nach nicht in der Lage, die auf Massenfabrikation und Arbeiterersparnis
 eingestellten Maschinen zur Verwendung zu bringen. Allein
die größeren Handpappenbetriebe weisen eine den Maschinenpappenfabriken
 gleichende Rationalisierungsmöglichkeit auf, nur daß auch sie
wie die übrigen Handpappenbetriebe von der Zylinderpappenmaschine
an überwiegend auf Handprozesse angewiesen sind. Ein größerer
Maschinenpappenbetrieb und ein größerer Handpappenbetrieb stehen bei
zleicher Arbeiterzahl in einem Produktionsverhältnis von ungefähr 4 : 1.
Außerdem ist in der Handpappenindustrie eine Rationalisierung noch
dadurch besonders erschwert, daß man die Handpappenmaschine nicht
wie die Maschinenpappenmaschine beliebig breit machen und ihren
Zylinderdurchmesser beliebig vergrößern kann, — in der Handpappenindustrie
 steht aber ebenso wie in der Maschinenpappenindustrie und in

5
        <pb n="87" />
        Tabelle
Die Zahl der Vollarbeiter, die Produktionsmengen und die Pro
1927 bis 1929 im

p . Zahl der Vollarbeiter”*)
roduktions- Zu- (+) bzw. Abnahme (—)
zweige in %
927:19138 | 1928:1918 | 1929: 191°

Produktionsmenge**)
Zu- (+) bzw. Abnahme (—)
A
297:1918 1 1928:1918 | 1929:1918

Iolzzellstoff ..
Strohzellstoff .
Tolzschliff. ...
Zapier .......
Pappe .......
Insgesamt | + 1,4 + 2,2 ] — 1,4 | + 24,0 |] + 29,7 ] —+32,0
*) 1 Vollarbeiter = 300 Arbeitstage zu je 10 Arbeitsstunden; vgl. Tab. 8. 5. 12, Tab. 9, S. 14.

cn

4

+ 98,3
E187
421,8
24,35
° 4m 9

1 97,0 | + 44,8
F27,2 | + 21,4
1542 |-+ 26,4
'80,7 | + 32,0
1909 |+ 16,2

der gesamten papiererzeugenden Industrie grundsätzlich die Rationalisierungsmöglichkeit
 in Proportion zur Größe der Aggregate.
In der Holzzellstoffindustrie beträgt die Produktionssteigerung je
Vollarbeiter rd. 29 % und in der reinen papiererzeugenden Industrie
rd. 37%. Bei der überwiegend großbetrieblichen Struktur der Holzzellstoffindustrie
 ist deren verhältnismäßig geringe Produktionssteigerung
 je Vollarbeiter besonders auffallend. Doch erklärt sie sich dadurch,
Jaß die Holzzellstofferzeugung schon vor dem Kmiege stark arbeitsaxtensiv
 aufgebaut war und die Haupttendenz ihrer Rationalisierung
seit der Vorkriegszeit mehr auf der Durchbildung der Neben- und Hilfsbetriebe
 und auf der Einrichtung von Laboratorien gelegen hat. Für
die modernen Großbetriebe der Papiererzeugung, insbesondere der
Massenpapiererzeugung, ist anzunehmen, daß sie weit über dem Durchschnitt
 des Rationalisierungsstandes der übrigen Werke liegen. Bei
ihnen macht sich geltend, daß der erst jetzt in vielen anderen Industrien
begonnene Übergang von der Einzelstückanfertigung zur Fließarbeit in
der Papiererzeugung in einer bereits mehr als hundertjährigen Ausbildung
 steht. Er begann mit der Erfindung der Langsieb- und Rundsiebmaschine,
 die die zur Herstellung eines Papierblattes erforderlichen
Tandarbeitsvorgänge in einem Gesamtmechanismus vereinigte, in dem
statt der einzelnen Blätter in gleichmäßigem Flusse eine fortlaufend
andlose Papierbahn erzeugt wird, und er hat in den modernsten Papiermaschinen,
 die bei gewaltigem Leistungseffekt ein Minimum an menschlicher
 Arbeitskraft erfordern, die vollendetste Gestaltung gefunden.
Gegenüber dem Auslande dürfte der Rationalisierungsstand der
Jeutschen papiererzeugenden Industrie nicht zurückgeblieben sein. Von
len Großbetrieben der Zellstoffindustrie und der mit ihr verbundenen:
Papiererzeugung ist der Vorsprung, den die ausländischen Industrien
besonders in Nordamerika während der Kriegs- und Nachkriegszeit gewonnen
 haben, zumeist wieder aufgeholt worden. Auch für die Großbetriebe
 der Druck- und Schreibpapierfabrikation und der mit ihnen
zerbundenen Holzschlifferzeugung gilt das gleiche. Mit den nordischen

M4
luktionsmenge je Vollarbeiter in der papiererzeugenden Industrie
Vergleich zu 19183
; Zu (+) bzw. Abnahme (—)
Produktionsmenge | der Produktionsmenge
ie Vollarbeiter je Vollarbeiter
int EL in %
1928 | 1929 _|1927:1918 |1928:1918 |1929:1918

1918 | 1927

51,8 59,3 65,4 66,9 +14,4 + 26,3 + 29,1
38,9 48,7 55,8 58,8 +25,2 + 43,5 +51,1
70,1 97,4 94,8 106,7 +2838,9 + 35,2 + 52,2
27,7 34,6 36,0 „38,0 + 24,7 + 29,7 + 86,8
+7,00 40,2 | _ 39,2 40,0 + 8,6 + 6,1 + 81
37,1 45,8 | 47,1 | 49,7 | + 22,2 | + 26,9 | + 33,9
\
**) Vgl. Tab. 13, S. 17.

Konkurrenzindustrien, Schweden, Norwegen und Finnland, hält die
deutsche papiererzeugende Industrie auch im Durchschnitt der Halbzeug-
 und Massenpapierfabrikation zumindest gleichen Stand. Auch
'm Rationalisierungsstand der Feinpapierherstellung hält die deutsche
Papiererzeugung selbst bei ihrer durch Spezialisierung und Bedarfszolumen
 besonders ausgeprägten Eigenart jeden internationalen Verzleich
 aus. Sie zeigt sich den leistungsfähigen Feinpapierindustrien
Frankreichs, Englands und auch der Vereinigten Staaten gewachsen, in
ihren besten Werken auch in vielem überlegen. Ebenso ist der Durchschnitt
 der Maschinenpappenbetriebe den ausländischen Unternehmungen
durchaus gleichwertig; selbst mit den großen Maschinenpappenfabriken
der Vereinigten Staaten, die, mit der Pappenverarbeitung verbunden, auf
Höchstleistungen der Massenproduktion abgestellt sind, könnten sich die
besten deutschen Maschinenpappenbetriebe messen, wenn sie einen entsprechenden
 Markt hätten. Auch die vielen Handpappenbetriebe einschließlich
 der Handgraupappenbetriebe stehen hinter den entsprechenden
Betrieben des Auslandes keineswegs zurück. Nicht in Betracht kommt
}ür einen internationalen Vergleich ein Teil der kleineren Handelsholzschliffbetriebe.
 Sie bieten, auch abgesehen von ihrer Kapitalnot, schon
wegen ihrer geringen Betriebskräfte meistens nicht die genügenden Vorıussetzungen
 einer durchgreifenden Rationalisierung.
Ein zahlenmäßiger Vergleich des internationalen Rationalisierungsstandes
 auf Grund der Produktions- und Betriebsstatistiken der einzelnen
 Länder ist nicht angängig. Abgesehen von der notwendigen
Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit lassen die inter-1ationalen
 Verschiedenheiten der produktions- und betriebsstatistischen
Erhebungen allzu große Fehlermöglichkeiten offen. Immerhin ist festzustellen,
 daß die deutsche papiererzeugende Industrie in der mengenmäßigen
 Arbeitsleistung je Kopf hinter wichtigen anderen papiererzeugenden
 Industrien der Welt zurücksteht. Hierbei ist jedoch nicht zu vergessen,
 daß die Berechnungen immer nur ein Bild der durchschnittlichen
Arbeitsleistung geben und daß die deutsche papiererzeugende Industrie
        <pb n="88" />
        Tabelle
Die Arbeiterschaft in der papiererzeugenden

1ayvyon

Betriebsgrößen


3Zeschäftigte

Dersonen

Arbeiter
nsgesamt

zuelle

Jahr |

absolut

in % der
Gesamtarbeiter-



Absolut [in %

Gewerbliche Betriebs- | 1925 | 1 Person u. |
zählung darüber.

117174

105807 | 90,8 | 85040 | 80,4

Statistik der Gewerbeaufsichtsbeamten
 -
(für die Betriebe mit 5
und mehr Personen)

1926 | 5—50 Ar- ı
beitnehmer

50 Arbeitnehmer
 u.
darüber
Arbeit- |
aehmer u.
larüber |
nsgesamt

10802 | 9929| 91,9 | 8183 | 824

97104 | 89046 | 91,7 | 72098 | 810

107 906 |

98 975 | 91,7 |

80281 | 81.1

927

5—50 Areit-


50 Arbeitnehmer
 u.
darüber
5 Arbeit- 117 057 | 107 8835 | 92,1 87328 | 81,0
nehmer u.
larüber
insgesamt!

10214 | 9438 |

92,4 7778 ] 82,4

1068483 | 98397 | 92,1 | 79550 | 80,8

Arbeitgeberverband der 1926
’apier-, Pappen-, Zellstoff- | 1927
und Holzschliffindustrie ! 199°

34 358
98 809

81,5
77261 | 81,9
31061 | 820

Verband der Fabrik- | 1929 |
arbeiter Deutschlands
*) In insgesamt 917 Betrieben, — **) Ohne die männlichen und weiblichen Jugendlichen unter 18 Jahren,

5
‚ndustrie nach Geschlecht und Alter 1925—1929
= davon .
männliche Arbeiter

xeibliche Arbeiter
S über
= 3 16 Jahre e
INnS- bw ES &amp;amp;
ge- Dr in %!| £
un SE ab- |d. wbl, ES
58 | solut Ar- Es
AAN beiter! =

über 16 Jahre

“unter .
16 Jahren
in %
in % der männlichen | ab- | der
Arbeiter | solut ml. Arbeiter


absolut

20767| 19,6 | . | -

&amp;gt;Q14

169! 2,1

1746| 17,6 | 1658| 95,0 | 88
16948] 19,0 |16362| 96,5 | 586
18694] 18,9 |18020l 96.4 | 674

71 142

u

956

1,38

79 156

Qi 8

[11251 1.4

7582

37 +

191 | 2,5

1665| 17,6 | 1576| 94,7 | 89
18847] 19,2 [18 075) 95,9 | 772

78 386

98.5

1164 | 1,5

85 968

1355 | 1,6 |20512| 19,0 [19 651| 95,8 | 861

98 4

über 18 Jahre

unter
18 Jahren |

erwachsene ; .
nNännliche Voll- | iuge nt
ırbeiter (tarifl. Arbe st S
Altersgrenze) | BOIMOT
in% der in% der in% der
absolut | ml. Ar- | absolut | ml. Ar- | absolut | ml. Arbeiter
 beiter beiter

insgesamt |

in %
ab- der
‚olut ml. Arbeiter


„90,4
39 — 89,6
72827| 89,8

„0 6» ; 96,2 2. | 88
5105 | B€ | 74 25 96,2. | 2916 | 8,8
5185 ° 6,4 ' 78012] 96,2 | 8049 _ 8,8

18,47
17 097 18,12
‘7748| 17,96
| 18.159| 16,8
*#\

4
die mit insgesamt 5117 = 4,7% der Gesamtarbeiterzahl angegeben werden,
        <pb n="89" />
        vor allem in ihrer Ganzzeugfabrikation einen besonders großen Anteil
arbeitsintensiver Spezialproduktion hat. Die Arbeitsleistung je Kopf
in den skandinavischen Ländern, in den Vereinigten Staaten und in
Kanada muß notwendig bedeutend größer sein als in Deutschland. In
den genannten Ländern wird in der Hauptsache Zeitungsdruckpapier und
Massenpackpapier hergestellt, während die Vielseitigkeit der deutschen
Papierproduktion vom feinsten Schreib- und Banknotenpapier bis zum
gröbsten Packpapier eine derartige Massenproduktion nicht zuläßt.

III. Arbeitnehmerverhältnisse

1. Struktur der Arbeiterschaft

Von der Gesamtzahl der in der papiererzeugenden Industrie beschäftigten
 Personen entfallen rd. neun Zehntel auf Arbeiter, ein Fünftel
von diesen ist weiblichen Geschlechts. Der Anteil der jugendlichen
Arbeiter ist gering. Rund 90 % der männlichen Arbeiter sind erwachszene
 Vollarbeiter (tarifliche Altersgrenze), auf die männlichen Arbeiter
unter 18 Jahren entfallen rd. 47%, auf die männlichen Arbeiter unter
16 Jahren rd. 2%. Auch von den weiblichen Arbeitern sind nur rd. 4%
Jünger als 16 Jahre. In der Geschlechts-und Alterszusammensetzung
 nach Betriebsgrößen zeigt sich, daß die kleineren Betriebe
 mit 5 bis 50 Arbeitnehmern einen verhältnismäßig geringeren
Anteil an weiblichen Arbeitern haben als die großen Betriebe mit mehr
als 50 Arbeitnehmern, dafür aber mehr jugendliche Arbeiter unter
16 Jahren, sowohl männliche als auch weibliche (Tab. 55).
Für die einzelnen Produktionszweige läßt sich die Struktur der
Arbeiterschaft nach Geschlecht und Alter nicht ermitteln. Als leweiligen
Anteil der weiblichen Arbeiter an der Gesamtarbeiterzahl wird man aber
ungefähr denselben Anteil annehmen können, den die Frauen an der
Zahl der beschäftigten Personen haben. Dieser beläuft sich nach der
amtlichen Statistik bei der Zellstoff- und Holzechliffindustrie auf je
3 bis 9% und in der Papier- und in der Pappenindustrie auf je rd. 23%,

Tabelle 56
Der Anteil der Frauen an der Zahl der beschäftigten Personen
in der Zellstoff-, Holzschliff-. Papier- und Panvenindustrie 1925

Produktionszweige

Zellstoff ........
Holzschliff ......
Dapier..........
”anppe-Beschäftigte


Personen

18 358
10 500
57 750
4 554

d-yon weiblich
absolut: 'in % der Gesamtzahl

1 643
871
13 280
9 98.

on

2

O : Lg

04 =

Die Entwicklung des Anteils der weiblichen Arbeiter an der Gesamtarbeiterzahl
 seit der Vorkriergszeit kann man ebenfalleg auf Grund des

+
        <pb n="90" />
        Anteils der Frauen an der Zahl der beschäftigten Personen erschließen.
Aber dieser Vergleich ist infolge der veränderten Systematik der Gewerbezählung!)
 nur für die Zellstoff- und Holzschliffindustrie und nur
für beide insgesamt möglich.

Tabelle 57
Der Anteil der Frauen an der Zahl der beschäftigten
in der Papierhalbzeugindustrie 1907 und 1925

‚Tahr

Beschäftigte
Personen

absolut

von weiblich
in %_ der Gesamtzahl

Personen

1925 | 28858 ı 9514 | 8,7
1907 20108 1736 8.6

Es ergibt sich, daß sich in der Halbzeugindustrie der Anteil der
Frauen an der Zahl der beschäftigten Personen kaum geändert hat.
Ungefähr dasselbe wird man in der Halbzeugindustrie für den Anteil der
weibliehen Arbeiter an der Gesamtarbeiterzahl annehmen können. Auch
in der Ganzzeugindustrie dürfte der Anteil der weiblichen Arbeiter an
der Gesamtarbeiterzahl ungefähr derselbe geblieben sein. Nur in der
Pappenindustrie hat sich durch den Rückgang der Handpappenfabrikation,
 an deren Trocknungsanlagen im Gegensatz zur Maschinenpappenfabrikation
 insbesondere Arbeiterinnen Verwendung finden, die Beschäftigungsmöglichkeit
 für weibliche Arbeiter verringert; ihre Beschäftigung
bei der Sortierung von Altpapier und. zum Ausmessen und zur Satinierung
 der Pappen ist jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Der Anteil der jugendlichen Arbeiter ist gegenüber der Vorkriegszeit
 stark gefallen. Grundsätzlich trifft dies für alle Klassen der
jugendlichen Arbeiter zu. Bei der geringen Lohnspanne zwischen den
Jugendlichen und den Vollarbeitern fehlt nach Arbeitgeberauffassung
der wirtschaftliche Anreiz, Arbeiter unter 20 Jahren anzustellen. Soweit
jugendliche Arbeiter eingestellt werden, geschieht es meist nur, um sie
als „Pressensteher‘“ auszubilden und ihnen den Aufstieg zum Maschinenführer
 zu ermöglichen. Besonders stark aber ist, da man sie nur in der
Tagschicht einsetzen kann, der Anteil der Jugendlichen von 16 bis 18
und von 14 bis 16 Jahren zurückgegangen, zumal die letzteren auch für
eine Verwendung an den Maschinen nicht in Frage kommen.
Die Struktur der Arbeiterschaft nach ihrer Qualifikation
zeigt in allen vier Zweigen der papiererzeugenden Industrie ein starkes
Überwiegen der ungelernten und angelernten Arbeiter. Sieht man als
ungelernte Arbeiter nur diejenigen an, die die Hof- und Transportarbeiten
ausführen und die am Holländerboden Hilfsdienste leisten, so entfällt
auf die ungelernten Arbeiter allerdings schätzungsweise nur ungefähr
ein Fünftel der Gesamtbelegschaft. Zählt man zu ihnen aber auch alle
Arbeiter bis zu einem Vierteljahr Anlernzeit, so ergibt sich für die ungelernten
 und die in diesem Sinne angelernten Arbeiter ein Anteil von
mindestens zwei Fünfteln. Auf die gelernten Facharbeiter dürfte ein
‘) Vgl. Erster Teil, I, 1, 8.7.

x
        <pb n="91" />
        Anteil von ungefähr einem Fünftel der Gesamtbelegschaft entfallen, der
Rest von zwei Fünfteln ist als mehr oder weniger angelernte Facharbeiterschaft
 anzusehen. Der qualifizierte Facharbeiter stellt somit,
so wichtig er in der papiererzeugenden Industrie auch ist, zahlenmäßig
ein verhältnismäßig geringes Kontingent der Gesamtarbeiterzahl. Auf
die für die papiererzeugende Industrie charakteristischen Arbeiterberufe
entfallen nach der amtlichen Berufszählung sogar nur rd. 12% der
Arbeiterschaft, rd. 131% % entfallen auf Betriebshandwerker und Hilfsberufe.
 der ganze Rest auf sonstige Arbeiter.

Tabelle 58
Die berufliche Struktur der in der Papiererzeugung
tätigen Arbeiterschaft 1925

1. Arbeiter in charakteristischen Berufen .........
davon: Maschinisten und Maschinenführer ...........0.. ..
Maschinenarbeiter an Holzbearbeitungsmaschinen ... .
Holländermüller ...
Kocherwärter .....
2. Betriebshandwerker und Hilfsberufe .
davon: Schlosser ...........
Heizer ..........,.
Maurer ...........
Monteure usw. ..
Kutscher ..........
Zimmerleute .........
Schmiede ......
Tischler ...-3,
 Übrige Arbeiter ......
Arbeiter insgesamt ..

423...

13 937
8.927
2882
1 649
479
15 247
4031
2316
1388
1231
895
892
878
8832
83 501
112 685

Den geringsten Anteil an gelernten Arbeitern hat die Holzechleiferei,
 in der fast ausschließlich ungelernte Arbeitskräfte beschäftigt
werden, und gelernte und auch angelernte Arbeiter nur in geringer Zahl
vorhanden sind. Ähnlich liegt es bei der Zellstofferzeugung, während
in der Ganzzeugherstellung mit zunehmender Feinheit der Produktion
auch die Zahl der Facharbeiter steigt, so daß speziell in der Feinpapierproduktion
 sogar eine ausgesprochene Arbeitsorientierung Platz greift.
[n der Pappenindustrie ist wiederum für die Maschinenpappenindustrie
der Anteil der gelernten Facharbeiter an der Gesamtbelegschaft beleutend
 größer als für die Handpappenindustrie, in der der angelernte
Arbeiter eine weit größere Rolle spielt als der gelernte.
Gegenüber der Vorkriegszeit ist in der Zellstoff- und Holzschliffindustrie
 der Anteil der gelernten Arbeiter eher geringer als größer
zeworden, da je Produktionseinheit die zunehmende Verwendung größerer
Maschineneinheiten insbesondere gelernte Arbeiter freigesetzt hat.
Ebenso liegt es in der Papierindustrie. Anders verhält es sich dagegen
zum Teil in der Pappenindustrie, die durch den Rückgang der Handpappenfabrikation
 insgesamt stärker maschinisiert ist als vor dem
Kriege: dies bedingt aber nicht nur eine Umstellung von der weiblichen
        <pb n="92" />
        Arbeitskraft auf die männliche, sondern auch von der ungelernten auf
die gelernte.

Der große Anteil der ungelernten Arbeiter brachte die papierarzeugende
 Industrie vor dem Kriege in der Arbeiterbeschaffung vielfach
in eine starke Abhängigkeit von der Lage anderer Gewerbe, in die bei
Hochkonijunktur die Arbeiter abströmten. Doch ist dies heute im allgemeinen
 nicht mehr der Fall. Der größte Teil der papiererzeugenden
Industrie liegt auf dem flachen Lande, und selbst in den Großstädten ist
infolge der allgemeinen Arbeitslosigkeit ein Abströmen der Arbeiter nur
in geringem Umfange möglich. Die entscheidende Frage der Arbeiterwanderung
 liegt jedoch für die papiererzeugende Industrie
in der Beständigkeit der Fach arbeiterschaft. Die Facharbeiter haben
insbesondere bei Produktionserweiterung der Industrie auf Grund ihrer
verhältnismäßig geringen Zahl und besonderen Qualifikation eine gewisse
 Monopolstellung inne. Dem entspricht ein verhältnismäßig
starker Drang, innerhalb der Industrie die Stellung zu wechseln. Der
Wechsel der Facharbeiter war vor dem Kriege charakteristisch für die
papiererzeugende Industrie, er ist aber ebenfalls infolge des Wohnungsmangels
 und der reichstariflichen Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen
 stark zurückgegangen. Schon von jeher weniger betroffen
wurden die kleineren in den Gebirgen gelegenen Fabriken, bei denen die
Abzugsmöglichkeiten erschwert sind; ein Arbeiterstamm, der seit Generationen
 am Orte sitzt, ist hier keine Seltenheit. Die standortsmäßig
nicht derart begünstigten Fabriken, insbesondere die Großbetriebe, verauchen
 der Abwanderung vielfach durch Siedlungen, vereinzelt auch
durch Pensionskassen u. ä. entgegenzuwirken. Teilweise bestehen auch
Übereinkommen, wie in der Spezialpappenindustrie, sich die Arbeiter
nicht gegenseitig wegzunehmen; der Erfolg dieser Übereinkommen aber
ist nur begrenzt.

Wo die Arbeiterschaft mit dem Werk enger verbunden ist, bildet
auch die Frage des Nachwuchses keine Schwierigkeit. Der Beruf
des Holländermüllers und des Maschinenführers wird oft durch Generationen
 vererbt. Der Facharbeiternachwuchs wird in noch möglichst
jugendlichem Alter ausgebildet. Die schnellaufenden Maschinen erfordern
 besondere Gewandheit, um die Unfallgefahren zu verringern. Der
Heranbildung jugendlicher Facharbeiter wird infolgedessen sowohl von
Jen Gewerkschaften als auch von den Unternehmern die größte Sorgfalt
entgegengebracht. Doch befürchtet man auf Arbeitgeberseite, daß die
sehon jetzt stark behinderte Heranbildung der jugendlichen Arbeiter auf
[nitiative der Gewerkschaften durch neue gesetzliche Maßnahmen (Berufsausbildungsgesetze,
 Arbeitsschutzgesetz) weiter erschwert und dadurch
 die Notwendigkeit verstärkt wird, anstatt der jugendlichen
Pressensteher ältere, nicht mehr voll leistungsfähige Maschinengehilfen
zu verwenden. In den Handwerkerwerkstätten der papiererzeugenden
Industrie ist die Ausbildung von Lehrlingen selten, da hier nur Reparaturarbeiten
 zu lernen sind. Zur Ausbildung ihrer Werkmeister hat die
Industrie in Angliederung an das Technikum in Altenburg eine eigene
Schule begründet.

}
        <pb n="93" />
        Eine Beschaffung ausländischer Facharbeiter kommt
bei der hohen Betriebstechnik und vielseitigen Spezialfabrikation der
deutschen papiererzeugenden Industrie nicht in Frage. Doch wurde vor
dem Kriege durch die höheren Löhne und die Ausbildungsmöglichkeit
stets eine große Zahl von Arbeitern nach Deutschland gezogen, besonders
 aus dem ehemaligen Österreich und Polen. Infolge der behördlichen
Genehmigungspflicht hat aber heute diese Einwanderung sehr stark abgenommen,
 wie auch umgekehrt wegen der Einwanderungsschwierigkeiten
 des Auslandes die Abwanderung deutscher Arbeiter nur mehr in
vereinzelten Fällen vorkommt.
Eine besondere Organisationder Arbeitnehmer besteht
in der papiererzeugenden Industrie nicht. Sie sind angeschlossen: dem
Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands (Hannover), dem Zentralverband
 Christlicher Fabrik- und Transportarbeiter (Berlin), dem Hirsch-Dunckerschen
 Gewerkverein Deutscher Fabrik- und Handarbeiter
(Berlin), dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen
 Deutschlands (Berlin) und die Heizer und Maschinisten christlicher
 Richtung dem Christlichen Metallarbeiterverband Deutschlands
(Duisburg). Über die zahlenmäßige Zugehörigkeit der Arbeiter der
deutschen papiererzeugenden Industrie zu den einzelnen Organisationen
macht der Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands mit Stichtag vom
k Juli 1929 und für 917 Betriebe mit 107 998 Beschäftigten folgende
ngaben:

Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands .
Zentralverband Christlicher Fabrik- und
Transportarbeiter . . . 0. 0... 4
Hirsch- Dunckerscher Gewerkverein Deutscher
 Fabrik- und Handarbeiter. . . (359)
Andere freie Gewerkschaften . ,‚ ... . 14989
Andere gegnerische Gewerkschaften 735

54 870 Arbeiter
(5 624)

44

2”
”

”

Insgesamt, 66577 Arbeiter

Diese Aufstellung beruht auf Meldungen von Vertrauensmännern
des Verbandes der Fabrikarbeiter aus den einzelnen Betrieben. Abweichend
 davon geben für denselben Stichtag der Zentralverband
Christlicher Fabrik- und Transportarbeiter 9402 und der Hirsch-Dunckersche
 Gewerkverein Deutscher Fabrik- und Handarbeiter
1964 Mitglieder aus der papiererzeugenden Industrie an.
Ein Vergleich der Struktur der Arbeiterschaft der deutschen papiererzeugenden
 Industrie mit denen des Auslandes ist nur begrenzt möglich.
Für einige wichtige ausländische Industrien läßt sich der Anteil der
weiblichen Arbeiter an der Gesamtarbeiterschaft und für die schwedische
paplererzeugende Industrie der Altersaufbau der Arheiterschaft feststellen
 (vgl. Tab. 59 und 60).

j7
        <pb n="94" />
        Tabelle 59
Der Anteil der weiblichen Arbeiter an der Gesamtarbeiterschaft
in einigen wichtigen papiererzeugenden Industrien‘)
fin %, der Gesamtarbeiterschaft)

Länder |

Jahr |!

Papiererzeugende

Industrie

Zellstoff-’ndustrie


Holzschliffindustrie


Pappenindustrie


Papierindustrie


Es
8,9 | 8,3 28,0 | 28,8
ZN —— A a ——
2.2 : 14,4
T N,
1,2 | 12,8
a
40,0 | 41,0
*) Für die einzelnen Produktionszweige ist der Anteil der Frauen an der Zahl der beschäftigten
Her0nen eingesetzt. — **) Berechnet auf Grund der von den Frauen und Männern geleisteten Arbeitsstunden.


Kaglan

Tabelle 60
Die Altersstruktur der Arbeiterschaft in der papiererzeugenden
Industrie Schwedens 1925. 1926 und 1913 ;

Produktions- |
zweige

Jahr

7apiermasse-{abriken


926
925
9138

Papiermühlen
und Pappe-'abriken


‚926
‚925
1912

Papiererzeug.| 1926
Industrie 1925
insgesamt 1918

davon

a
8
N?
SE
.—
5’3
LS
U
Mn

männliche |! weibliche
Arbeiter Arbeiter

ins- „on ins-8°"
 | 18 a ES
amt! in 9% | samt

davon
unter
18 J.
in 9%.

20 465
19 245
12 9271

99,8 !
99,8 |
98.8

42° 0,2
42 | 0.2
69! 12!

17,6
8,1
31,3 |

‚3.093
‚2.708
‘1 951

35,6
35,6 |
849

5,4 | 14,4
6.8 | 14.4
64 151

14,4
17,4
278

33 3858| 94,3 | 4,6 | 5,7
31 948! 94,2 | 5,1 | 5,8
98 599 9292| 67! 7,8

N
7,2
9778

davon

ä$
+
an
Th
O7:
&amp;gt;
w
a
8
SE

männliche ! weibliche
Arbeiter Arbeiter

ins- davon
ter
ge- | 155.
J.
sam an

ins- ‘davon
unter
86-183.
samt‘ 'n Ya

j9111) 99,8| 4,2 | 0,2 —
18096| 99,8| 41 | 0,21 9,1
U 4] 5,9
10.838] 888 | 7,2 ı
30 150| 93,7 7) 6,3 |142
28.929 93,6! 5.1 | 641170

4) Einschließlich Lagerarbeiter. Packer, Lastträger, Kutscher usw.

2. Die Arbeitsbedingungen

Kontrahenten der Regelung der Arbeitsbedingungen in der papiererzeugenden
 Industrie sind die obengenannten Arbeitnehmerorganisa-A)

 Der niedrige Prozentsatz weiblicher Arbeitskräfte in der papiererzeugenden
[ndustrie Schwedens und Norwegens beruht auf dem Vorherrschen der Erzeugung
von Rotationsdruck- und Rollenpackpapieren, während zur Fertigmachung der in
Deutschland mehr ‚hergestellten Formatpapiere, mittelfeinen und feinen Papiere
größtenteils weibliche Arbeitskräfte benötigt werden.

3
        <pb n="95" />
        Tabelle 61
Übersicht über die Tariflöhne in der papiererzeugenden Industrie
nach dem Stande vom 1, Januar 19301)

Gruppen

Ar

„1a

a

Dauer

Bayer serie rev ne

92 £
82 78
71 68
50 48 |
99,5 , 98 90 —
80,5 | 79,5 75 “—
76,5 75,5 71 —
58,5 52,5 495 | &amp;gt;
Verheirr‘ *nzulage 1—3 Rpf. p. Stde.
a) 101 99,5 91,5 —
») 81,5 | 805 76 —
:) 77,5 | 765 72 =
ij) 545 | 585 50,5 —
Verhoir-‘ --lare 1—83 Rryf. D. Stde.

100
+ 89
a 77
-) 54

8, 4. 1929 bis
1. 10. 1980

Württemberg .....

li. 4. 1929 bis
29. 9. 1929

30. 9. 1929 bis
10. 8. 1980

Baden....

FF
Z
a) 105,5 | 99,5 | 97 | 94 88,5
»» 89 84 82 79,5 75
;) 81 76,5 | 74,5 | 72,5 | 68
3) 56,5 | 58,5 | 52 | 50,5 | 47,5
Verheir*te* nzulage 0,5—8 Rpf. p. Stde

29. 4. 1929 bis
30. 6. 1980

Hessen, Hessen-Nassau


a) 101 94 | 90 83
9) 93 86 82 76
c) 85 78 | 75 70
1) 57 52 50 46
Pappenfabriken und Holzschleifereier
zahlen 1 Rpf, p. Stde. weniger

1. 6, 1929 bis
31. 10. 1980

Rheinpfalz ..

a) 92,5 | 89,5 84,5 —
5) 81,5 | 785 74,5 —
c) 74 71,5 | 67,5 —
]) 495 | 475 45 —
Verheiratetenzulage 1 Rpf. p. Stde.

1. 4. 1929 bis
30. 9. 1980

Rheinland-Nord
B. Glad. Bezirk

a) 100 99 89 83
5) 85 84 76 69
c) 81 80 70 66
1) 57 55 55 45
Kopfzulage in Ortsklassen I, N, I]
RM 0,90. in IV RM 0,80 v. Woche

1. 5. 1929 bis
231 192 19820

Rheinland-Nord
Düsseldf. Bezirk

a) 101 100 95 89
» 87 86 81 74
-) 78 78 72 66
dä) 58 57 52 50
Kopfzulage 1 RM p. Woche
*) a) Papiermaschinenführer, b) erste Gehilfen, c) Hofarbeiter, d) erwachsene Arbeiterinnen,

2. 5. 1929 bis
31. 12. 19380

1) Mitgeteilt vom Arbeiter Herverhand der Deutschen Papier-, Pappen-, Zellstoff-
 und Holeschlitindaetein „V.

A
        <pb n="96" />
        Gruppen

Rheinland-West
Dürener Bezirk

Tabelle 6? /Fortsetzung)
Y "assen

-7

IV

Feinpapierfabriken

Packpapierfabriken

Dauer

1. 5. 1929 bis
31. 12. 1980

+
a) 98 92 96 61
b) 85 80 84 79
c) 82 78 81 77
d) 54 51 ! 53 50
Verheiratete Arbeiter mit mehr als
1 Kind unter 14 Jahren erhalten einer
Zuschlag von 10% auf ihren Stunden:
loahn

Westfalen-Lippe-Waldeck


a) 87 83 76 71
b) 76 72 66 62
c) 72 69 63 58
d) 46 43 = 40 | 87
Familienzulage 1 Rpf. v. Kovpf u. Stde

15. 8, 1929 bis
81. 10. 19380

Hannover.

Ia Den ) IE |winsen| T7
a) 110,5 | 95 78,5 | 89 72
b) 104 80,5 | 74 | 83,5 | 68
c) 92 79 65,5 | 74 60
1) 61,5] 52,5 43,5 | 49,5 | 40
Sozialzulage 1 Rpf. p. Kopf u. Stde.
a)111,5| 96 ' 87,5180 | 90 | 78
b) 105 90,5 , 82,5 | 75 85 69
c) 93 | 80 | 73 , 66,5| 75 61
I) 62 | 58,5 | 48,5' 44,5 | 50 | 40,
Sozialzulage 1 Rpf. p. Kopf u. Stde.
Die zweite Lohntafel gilt nicht für der.
größten Teil der Pappenfabriken und
Holzschleifereien

22, 4. 1929 bis
31. 10. 1929

1. 11, 1929 bis
31. 12. 19230

Provinz Sachsen-Thüringen-Anhalt


la
a) 96
b) 86
c) 74
Ad} 50

41
E7
77
67
45
IN
95
87
76,5
51

IN
78
69
60
40
IV

1. 7. 1929 bis
4. 1. 1981

.+4
4x
IQ

Sachsen ®.........

1 !
102,5
8) 935
c) 82
a) 55

II
99
91
79,5
595

23. 4. 1929 bis
30. 9. 1980

Brandenburg......

Ila
a) 102 85,5 79,5 | 74,5 70
b) 89,5 75,5 70 65,5 61,5
c) 81,5 68,5 63,5 | 59,5 56
1) 57 . 48 ‚ 44,5 | 41,5 39
Familienzulage für die Ehefrau, für jedes
Kind unter 14 Jahren sowie für jede
zum Haushalt gehörige erwerbsunfähige
Person, für die eine gesetzliche Unterhaltspflicht
 besteht, je 50 Rpf. p. Woche ,
*) Der unter a) aufgeführte Lohn ist der Handwerkerlohn, Papiermaschinen{ührer erhalten
20%, und wenn sie ein Jahr als solche an der Maschine beschäftigt werden, 250%, mehr als die
ersten Gehilfen an der gleichen Maschine

mr
        <pb n="97" />
        Gruppen

Pommern-Mecklenburg‘
 *)

Schlesien ....

Ostpreußen .

Tabelle 61 (Fortsetzung)
Or*svlassen

IV

a) 85 83 79 | 79
5) 78 76 78 65
2 71 69 66 | 59
I) 48 47 45 41
Sozialzulage für Kinder je einen Stundenlohn,
 für die Ehefrau einen halben
Stundenlohn p. Woche

a) 89 84,5 80 71,5
b) 72,5 69 65,5 58
c) 66 62,5 .| 59,5 58
3) 44 42 | 395 35
Bei Handelsholzschleifereien und Handappenfabriken,
 deren Arbeiterzahl 40
nicht übersteigt, ermäßigen sich die
uohnsätze um 6%, für die Betriebe
der Grafschaft Glatz um 8%

a) 77
b) 70
c) 68 *
d) 48

74
8
36 4
4

a) 78 j5
b) 71 69
c) 69 67
d) 49 46
Für jedes dritte und weitere Kind bis
zum vollendeten 15. Lebensjahre und für
im Haushalt lebende ınittellose Angehörige
 wird eine Zulage von 1 Rpf.
pro Stunde gezahlt

Dauer

1. 4. 1929 bis
31. 12. 1930

1. 5. 1929 bis
831. 8. 1980

1. 9. 1929 bis
28, 92. 1980

1. 8. 1980 bis
31 8. 1930

*) a) Obermaschinisten, b) erste Gehilfen, c) Hofarbeiter, d) erwachsene Arbeiterinnen, —
*%) Einschließlich einer Ausgleichszulage von 2 Rpf. pro Stunde für die lediglich den Stundenichn
 verdienenden männlichen Vallarbheiter.

tionen und der Arbeitgeberverband der Deutschen Papier-, . Pappen-,
Zellstoff- und Holzschliffindustrie E. V., Charlottenburg. Der zwischen
ihnen mit Gültigkeit vom 1. Juli 1930 geschlossene Gesamtarbeitsvertrag
(G. A. V.) regelt die Arbeitsbedingungen aller in der deutschen Papier-,
Pappen-, Zellstoff- und Holzschliffindustrie beschäftigten Arbeiter und
Arbeiterinnen mit Ausnahme derer in Ostpreußen, für die durch die
Gauleitung des Fabrikarbeiterverbandes und den Ostpreußischen Arbeitgeberverband
 für Handel und Gewerbe gesonderte, fast gleichlautende
Abkommen getroffen werden.
Die Lohnhöhe wird durch den G. A. V. nur insoweit geregelt, als
er die Zuschläge für Überstunden, Sonntags- und Akkordarbeit bestimmt.
 Diese betragen für die 49. bis 54. Wochenstunde 20 %, für jede
weitere Wochenstunde 25 %, für Arbeit an Sonn- und Feiertagen 50 %
und an hohen Feiertagen 100 %: für die regelmäßige Nachtarbeit da-4ı
        <pb n="98" />
        gegen wird kein Zuschlag gewährt. Bei Akkordarbeit müssen die Sätze
so angesetzt werden, daß der Akkordarbeiter in der regelmäßigen
Arbeitszeit mindestens 20 % mehr als den Verdienst eines voll leistungsfähigen
 Lohnarbeiters erreichen kann.
Zur Festsetzung der Löhne selbst ist das gesamte Tarifgebiet in
16 Gruppen?) aufgeteilt, innerhalb deren die Lohnverträge als Gruppentarife
 von Verband zu Verband abgeschlossen werden. Die Gruppentarife
 sind in ihrer Geltungsdauer unabhängig von dem. G. A. V., in
allem übrigen jedoch dürfen sie seinen Bestimmungen nicht wider-Tabelle
 62
Die Lohnsumme je Vollarbeiter in der papiererzeugenden
Industrie 1927—1929 und 19132}

Produktionszweige


Papierarzeugende
 Industrie

insgesamt
Holzzellstoff

Strohzellstoff

Zellstoff
insgesamt

Holzschliff

Papier

Pappe

Jahr

1929
1928
‚927
‘913

1929
1928
1927
1918

1929
1928
1927
1918

929
1928
1927
(912

1929
1928
927
1918

1929
1928
1927
1918
‚929
1928
ee]
1918

Zahl
der Vollarbeiter
 *)

92 857
96 308
95 528
94 197

17120
16 632
17131
15 269

994
. 097
L 173
1 937

18.114
17 729
18 304
16 5086

7 978
3 834
3 396
3 609

56 008
58.492
58 036
58 072
10757
11 249
10798 |!
10010

Umlagepflichtige

Löhne |
in
NO0OM/RM

238 822
232 888
207 502
95 064

49 222
44. 751
41 116
18 614

3 160
3135
3 002
1472

52 382
47 886
44.118
20 086

19 827
20 447
17 550
8897

142 467
141 314
125 657
57 595
24 146
23 241
20176 *
8 486

Lohnsumme

je Vollarbeiter

in M/RM

2572
2418
2172
1009
2875
2691
2400
1219

3179
2858
2559
1190

2892
2701
2410
1217
2485
2315
2090
926

2544
2416
2165
992
2245
2066
1869
Q4R

Steigerung der Lohnsumme
 je Vollarbeiter
in %

1927: | 1928: | 1929:
19183 1918 | 1918

+ 115,31 4 139,6 | + 154,9

X

96,9

+ 120,8 | + 135,9

4 115,0 '

140.2 | 167,1

A 98.0

+ 121,9 I 137,6

4. 125,7

+ 150.0 + 168.4

1. 118.2

AL 143.514 156.4

+ 120.4

+ 143,6 | +4 164,7

*) Ein Vollarbeiter = 300 Arbeitstage zu je 10 Arbeitsstunden.

1) Einschließlich Ostpreußen. ; ,
2) Auf Grund von Angaben in den Verwaltungsberichten der Papiermacherberulsgenossenschaift.


7

Enauete-Ausschuß, I 5. Band 10.

w
3
        <pb n="99" />
        sprechen. Die Tariflöhne zeigten am 1. Januar 1930 für die charakteristischen
 Arbeitergruppen der papiererzeugenden Industrie, Papiermaschinenführer,
 erste Gehilfen, Hofarbeiter und erwachsene Arbeiterinnen
 den aus Tabelle 61 zu ersehenden Stand.
Ein Vergleich der nachkriegszeitlichen Effektiv löhne mit denen
der Vorkriegszeit läßt sich aus Angaben in den Verwaltungsberichten der
Papiermacherberufsgenossenschaft gewinnen. Die Zahl der Vollarbeiter
in Beziehung gesetzt zu den umlagepflichtigen Löhnen, in denen  allerdings
 zu einem Teil auch Gehälter von technischen Angestellten enthalten
 sind, ergibt für die papiererzeugende Industrie insgesamt für
1928 eine Lohnsteigerung je geleistete Arbeitsstunde gegenüber 1913
um rd. 140 % und 1929 gegenüber 1913 um rd. 155%. Von den einzelnen
 Produktionszweigen zeigt im Jahre 1929 die Papierindustrie

Tabelle 63a
Die Effektivlöhne in der papiererzeugenden Industrie 1927, 1928
und 1913
Gruppe Rheinland-Nord

Stundenlohn

Arbeiterzategorien


y

(918%

7 Br
‚IV

a7

|
‚sen
ww l 1 [a | lıv

1928

-) absolut in -—pf.

Papiermaschinenführer
 .........
Erste Papiermaschinengehilfen
 .
Entwässerungsmanschlnentührer

Holländermüller .
Jofarbeiter .....
Arbeiterinnen ...

68,5 8 47
48,5 1 34
87 |
36,5
195

42
38

C”

20

|
nal | 91
9458451 77

85

|

Q.

I Ze
Ro

A

685

37,5
51,5
42,5.
99

8?
9:
1!

-

2

f

„5
41)

3

De
61,5

86,5
83
58

82
77
50

69.5
63,5
48

F

1927 : 1918

19928 : 1913

Arbeiterkaterorien


Ortsklassen

ut |

Ilm la lo
b) Zunahme in %

Papiermaschinenführer
 en
Erste Papiermaschinengehilfen
 .
Entwässerungs-Taschutenlührer
 | 86,67
Holländermüller .' 75,73 109,46 ;
Yofarbeiter ..... 88,24 ° 101,37
Arbeiterinnen ... | 145,45 161,54
*) Für 1912 Rereich der i-‘&amp;gt;ig8n Ortal]assen

77,66 | 78.57 '
116.18 71.05'

172 ' 97,64’ 106,38
117,24 |
116
96,12
121,18
179.55

116,67 ' 240
185.42

112,12
160
138.89

183,78
127,40
197.44

148,48 | 189,58
208 | 182,22
177.78 | 16667

IK
        <pb n="100" />
        dieselbe Lohnsteigerung wie die Gesamtindustrie, während die Pappen-,
die Strohzellstoff- und die Holzechliffindustrie darüberliegen und die
Holzzellstoffindustrie, in der schon in der Vorkriegszeit höhere Löhne
gezahlt wurden, stark dahinter zurückbleibt (Tab. 62).

Tabelle 63h
Die Effektivlöhne in der papiererzeugenden Industrie 1927, 1928
und 1913
Gruppe ?heinland-West
Sf | Zunahme in %
1928 097 -9+ ' 19928:1918

Arbeiterkategorien


T

Papiermaschinenführer
 .........
Erste Papiermaschinengehilfen
 .
Entwässerungsmaschinenführer

Holländermüller .
Hofarbeiter ..... €”
Arbeiterinnen ... 56,0
*) Für 1913 Bereich der jetzigen Ortsklassen,

85,5 1100,5
|
72,5 | 83,5

90,5
775

83,87 122,08
110,15 ' 173,58

116,18
142.03

1835,06
192.45

0

73,5 100,5 81,5
81,5, 76,5
615| 48

96,55 146,77
182,75 | 158,57
135.42 ı 150

131,08
181,08
156.25

162,90
173,25
166.67

Tabelle 630
Die Effektivlöhne in der papiererzeugenden Industrie 1927, 1928
und 1913
(&amp;gt;unpe Bayern

Stund-nlahn in Rpf.
19137 1928

' Zunahme in %
1927:1913 !| 19928 : 1913

Arbeiterkategorien


Or

}

AR!

'Yassen Sn De
“nı I N!

UM

Fapiermaschinenführer
 ......... 54,1164,8l41
Erste Papiermaschinengehilfen
 . 183,8l85,8l28
Entwässerungs- ‚
maschinenführer 35,758
Holländermüller . |36,3/42
Hofarbeiter ..... 42,6/29
Arbeiterinnen ... 22,326

vll 34,2) a5,871186,60] vl
gslegle7! ol 78/74 149,25) 92,74|189,20l176,28|117,88|164,29
! +
89| 8175|121,29| 33,96|156,60/149,380| 52,83|183,02
90/ 80/74/128,14| 71,48| 71,80/147,98| 90,48! 89,74
88| 6765| 85,45/106,90/111,54|106,571181,03|150
61| 47/45/142.15| 61,541127,78|173.54! 80,77|150

26,5
X

*) Für 1913 Bereich der jetzigen Ortsklassen.

Zur Ergänzung des für den Durchschnitt der Gesamtindustrie und
ihrer Zweige als einwandfrei anzusehenden Ergebnisses über die Steigerung
 des Effektivlohnes in der papiererzeugenden Industrie in Tab. 62

99
        <pb n="101" />
        ist durch Vermittlung des Arbeitgeberverbandes noch eine Sondererhebung
 für typische Ortslohnklassen typischer Erzeugungsgebiete durchgeführt
 worden. Ihr Ergebnis, an dessen Richtigkeit auch die Arbeitnehmer
 keinen Anlaß zu Zweifeln sehen, zeigt die im einzelnen sehr
starke Differenzierung, insgesamt jedoch dürfte sie das oben gewonnene
Bild nur bestätigen (vgl. Tab. 63a bie f).

Tabelle 63d
Die Effektivlöhne in der Papiererzeugenden Industrie 1927, 1928
und 1913
Gruppe Provinz Sachsen-Thüringen-Anhalt

Arbeiterzategorien


Ia '

Stundenlohn
EN 1 7908
wa
‘HI || I | nm

a) absolut in pf.

Papiermaschinenführer
 when
Erste Papiermaschinengehilfen
 .
Entwässerungsmaschinenführer

Tolländermüller .
Iofarbeiter .....
Arbeiterinnen ...

Arbeiterrategorien


56 | 42
39 | 34

10 | 85 |
32 | 28
21 ' 18

Es

38
2+

a
x

1927 : 1918

+1

m

60
50

68

65: 56
59 | 47
Sr | 99 |

Ortsklassen

III

La

111
87

109 | 82°] 68
83 | 79 | 58

87 85
74. | 70 |
53 | 52

74
66
42

63
53
829

1928 : 1918

un | m

"\ Zunahme in %

Papiermaschinenführer
 1... Dom
Erste Papiermaschinengehilfen
 .
Entwässerungsmaschinenführer

Holländermüller .
Tofarbeiter .....
Arbeiterinnen ...
*) Für 1913 Bereich der ietzigen Ortsklassen.

89,5
103,2 |

‚91,2
110,7
131,3

76,5
78.6

80,8
67,5
19281

98,2 ! 159,5 |
128.1 ! 1441 |

115,8

100
107,2

132,3

117,5
131,8 |
152.4

142,9 | 117,6 | 108,2
150 135,7 89,3
188.9 | 1625 | 14692

Die regelmäßige Arbeitszeit in der papiererzeugenden Industrie ist
in dem am 12. Juli 1927 geschlossenen G. A. V. auf 8 Stunden täglich
und 48 Stunden wöchentlich (ausschl. der Pausen) festgelegt worden.
Von der jährlichen Arbeitszeit wird ein nach der Dauer der Tätigkeit bei
der gleichen Firma gestaffelter Urlaub abgezogen, der mit 3 Tagen nach
einjähriger Tätigkeit beginnt und als Höchsturlaub nach zehnjähriger
Tätigkeit 9 Tage erreicht.
        <pb n="102" />
        | Tabelle 63e |
Die Effektivlöhne in der papiererzeugenden Industrie 1927, 1928
und 1913
Gruppe Sachsen

Arbeiterkategorien


Stundenlohn in Rpf.
1918) 1957 19928

— Zunahme in %
1927:19128 1998 : 1918

1m Tr MN mot

Ortskl»r seen
N m

LIT

5 In ar

Papiermaschinen-


Erste Papiermaschinen-


Entwässerungsmaschi-
 oa | |
Een rer ... 141 a7 26 87,5 80 (66 97 "88 |72,5/113.41/196,80l158,85|136,791225.981178,85
olländermüller
 ...... '47,5|82,5 — 102,5| 84,51—/112 91,5 — |115,801160,—| — 1|135,59|181,54) —
Hofarbeiter... .30,5:27 O 71 | 70,5/66| 78 77,5/72,5/132,79/161,111158,83/155,74/187,04/184,81
Arbeiterinnen. 121,517,5 15,51 49 | 46,5/44! 55 51,5148,51127,90|1165,71|183,87|155,811194,29/212,90
*)\ Fir 1912 Bereich der jetzigen Ortsklassen.

Vor dem Kriege betrug die Arbeitszeit in der papiererzeugenden
Industrie:
a) Ca Tagschichtarbeiter 10 Stunden je Tag und 60 Stunden je
oche,
b) für Arbeiterinnen 10 Stunden je Tag und 60 Stunden je Woche,
c) für Jugendliche 10 Stunden je Tag und 60 Stunden je Woche,
d) für Schichtarbeiter in Zellstoffabriken 12 Stunden ie Tag und
84 Stunden je Woche,
e) für Schichtarbeiter in Papier-, Pappen- und Holzstoffabriken
12 Stunden je Tag und 72 Stunden je Woche.
Dazu traten für das Personal der Papiermaschinen als Sonntagsarbeit
von 4 bis 6 Stunden das Einziehen der Filze und Siebe, die notwendigen
Reparaturen und die Instandsetzung der Maschine, so daß diese Arbeitnehmer
 eine Arbeitszeit von 76 bis 78 Stunden je Woche hatten. Die
Leistung sonstiger Überstunden war verhältnismäßig gering.
Vom 1. Januar 1919 bis Anfang März 1924 betrug die Arbeitszeit in
der gesamten Papiererzeugungsindustrie 8 Stunden je Tag und 48 Stunden
je Woche, mit Ausnahme der Zellstoffarbeiter in durchgehenden Betrieben,
die eine 7. Schicht zu leisten hatten, so daß ihre wöchentliche Arbeitszeit
56 Stunden betrug. Das Einziehen der Siebe und Filze und die Instandsetzung
 der Papiermaschine mußte bis Sonntag 6 Uhr früh beendet sein
(tarifliche Vorschrift). Sonntags durften nur noch die Reparaturen verrichtet
 werden, bei denen Handwerker hinzugezogen werden mußten. Somit
 wurde die Sonntagsarbeit stark eingeschränkt. Sonstige Überstunden
wurden nur in vereinzelten Fällen verlangt und geleistet.

107
        <pb n="103" />
        Tabelle 63 f
Die Effektivlöhne in der papiererzeugenden Industrie 1927, 1928
und 1913
Gruppe Schlesien

Arbeiterxategorien


Stundenlohn
I 107 ] 1928
Ortsklassen
In my my] a [ml

T

a) absolut in Ref.

Papiermaschinenführer
 .........
Erste Papiermaschinengehilfen
 .
Entwässerungsyahschinenfchrer

Holländermüller .
dofarbeiter .....
Arbeiterinnen ...

6 [00 mn
31,6 128 '98,8
28 25,
29 ‚928%
25 [2°
18,8 "15,

un 77,2 | 54,5
69,4| 58,6 52 |

104,5| 59
70 |61
67,7 52,8
36.8! 35

54,5 38,2
50,5) —
49,6 | 38,5

Arbeiterkategorien


1927 : 1918

Ortsklassen

u | m Tl

TI

Papiermaschinenführer
 sera 95,9 '
Erste Papiermaschinengehilfen.
 119,6 |
Entwässerungsmaschinenführer
 195 110,7 ! 118,7
Holländermüller . 117,4 | 110,3 117,6
Hofarbeiter .....| 128,7 | 111,2 | 186,1 |
Arbeiterinnen ...| 150,3 ! 163,1 j 140,8
*) Für 1913 Bereich der jetzigen Ortsklassen.

b) Zunahme in ©)

112,6

97

24R
1994
159%
182 7

9 89,6 | 61,5
77,11 65,6 [58,5

112,5| 66,5
77,1 68,8
"A7| 59,1
839,5

61,5 48
56,8 —
56 [425
gm

1928 : 1918

mn | m I ıy

126,2 |
134,3

141,1
152,1 |

187,5 | 141,1
185,5 | 144,8
186,4 166,6
at | 170

140
150

Durch Schiedsspruch der Schlichtungskammer im KReichsarbeitsministerium
 vom 5. März 1924 konnte zur Behebung der Notlage der
deutschen Wirtschaft, wenn und soweit die wirtschaftlichen Bedürfnisse
des Betriebes es erforderten, von der Betriebsleitung die Arbeitszeit bis
zu 60 Stunden je Woche ausgedehnt werden. An Stelle des Dreischichtensystems
 durfte wieder das Zweischichtensystem zur Einführung gelangen.
Zur Einführung des Zweischichtensystems war die Zustimmung der
gesetzlichen Betriebsvertretung notwendig. Die Verlängerung der Arbeitszeit
 der in Tagesschicht beschäftigten Arbeitnehmer auf Grund von Anordnungen
 der Betriebsleitung galt als durchgeführt, wenn die gesetzliche
Betriebsvertretung innerhalb von drei Tagen keinen Einspruch erhob.
Im Streitfalle hatte ein Sondertarifamt unter der Leitung eines unparteiischen
 Vorsitzenden, der vom Reicharbeitsminister ernannt wurde, darüber
zu entscheiden, ob die Arbeitszeit der Tagesschichtarbeiter verlängert und
las Zweischichtensystem eingeführt werden durfte.

32
        <pb n="104" />
        Durch diesen Schiedsspruch gestaltete sich die Arbeitszeit so, daß die
in den Arbeitgeberverbands-Betrieben beschäftigten rd.. 80000 Arbeitnehmer
 folgende Arbeitszeiten hatten:

rd. 7500 Arbeitnehmer
„ 11000 +
„18500 „
„48 000 59

92% im Zweischichtensystem
” bıs 54 Stunden je Woche
2 60 ” ” ”
‚J 299 48 17 3 x

Die regelmäßige Arbeitszeit in der papiererzeugenden Industrie beträgt
nunmehr wieder durch Schiedsspruch vom 17. Juli 1927 arbeitstäglich
8 Stunden und wöchentlich 48 Stunden. Die Betriebsleitung kann nach
Anhörung der gesetzlichen Betriebsvertretung die Arbeitszeit bis auf
54 Stunden je Woche verlängern. Jede darüber hinausgehende ‚Arbeitszeit
 bis zur gesetzlichen Höchstgrenze bedarf der Zustimmung der gesetzlichen
 Betriebsvertretung. Betriebe, die beim Inkrafttreten des GAV. noch
im Zweischichtensystem arbeiteten, mußten‘ sich bis spätestens zum
30. September 1927 auf drei Schichten umstellen. Soweit nachweisbarer
Facharbeiter- oder Wohnungsmangel die Umstellung bis zum 30. September
 1927 erschwerte, hatte die Umstellung spätestens bis zum
31. Dezember 1927 zu erfolgen... Für die ostpreußische Zellstoffindustrie
erfolgte die Umstellung vom Zwei- zum Dreischichtensystem tarifvertraglich
 erst am 1. Februar 1928.

Vor dem Kriege wurde für die zwölfstündige Schicht im allgemeinen
ein zehnstündiger Schichtlohn bezahlt. Dies hatte seinen Grund darin,
daß nach Arbeitgeberansicht ein erheblicher Teil der Arbeit in der
papiererzeugenden Industrie nur eine Arbeitsbereitschaft erfordert. Die
Arbeitnehmer lehnen diese Auffassung ab. Eine Übereinstimmung der
Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Frage der Arbeitsbereitschaft ist
bis heute nicht erzielt worden. In der Nachkriegszeit mußte für die
zwölfstündige Schicht ein Aufschlag von 20% auf den zehnstündigen
Schichtlohn bezahlt werden; es wurden also für die zwölfstündige
Doppelschicht der Nachkriegszeit ebenso wie für die achtstündige Dreiwechselschicht
 beidemal 24 Stundenlöhne abgegolten. Trotzdem belasteß
 die achtstündige Dreiwechselschicht das Lohnkonto auch gegenüber
 der zwölfstündigen Doppelschicht der Nachkriegszeit insofern
stärker, als bei der zwölfstündigen Doppelschicht vom Existenzminimum
des Arbeiters aus gesehen die Elastizität der Löhne eine größere ist.
Aber auch abgesehen von der Auswirkung der Arbeitszeitirage als
Lohnfrage ziehen die Arbeitgeber die zwölfstündige Doppelschicht der
achtstündigen Dreiwechselschicht vor.
Über die tatsächliche Regelung der Arbeitszeit in den einzelnen
Tarifbezirken der papiererzeugenden Industrie unterrichtet die Aufstellung
 in Tabelle 64. Sie zeigt, daß die achtstündige Arbeitezeit für
die in Wechselschicht tätigen Arbeiter, d. h. für die eigentlichen Produktionsarbeiter,
 restlos durchgeführt ist. Außerdem kommen für diese,
wie es dem Betrieb in achtstündiger Dreiwechselschicht entspricht, auch
Überstunden kaum in Frage. Im Jahre 1928 leisteten nur rd. 7% der
eigentlichen Produktionsarbeiter wöchentlich mehr als 48 Stunden, und
zwar rd. 3,4% 54 Stunden, rd. 1,8% 57 Stunden und rd. 2,1 %
60 Stunden. Die Mehrarbeit über 48 Stunden wird mit geringen Ausnahmen
 nur von den in den kontinuierlichen Betrieben der Zellstoff-1073
        <pb n="105" />
        Tabelle 64
Die Arbeitszeit in der papiererzeugenden Industrie
(nach dem Stande vom. Februar 1928)

Gruppen

Zahl der
erfaßten Arbeiter
a) insgesamt
b) Wechselschicht
c) Tagschicht

Arbeitszeit bis
48 Std. | 54Std. | 57Std. | 60 Sta.

Bayern .....'a) 8518
o) 4394
c) 4124
a) 4764
3) 2190
c) 2574
?
a) 1898
b) 724 ;
c) 674
°\ 2185

78839 '
4177 |
8 162
8898
1859
2.089 .
?
916
426 ;
490
2185

OO
118
643
479

198 | 225
64 85
129 | 190
199 205

ak. {
325
?
L74
96
78

} 84
39 121
1
208
Sa 117
20 ] 86

INK

Hessen ..

3 ?
) ?
a) 6004
») 8412
s) 2592
a) 43891
b) 2128
c) 2263
») 2988
) 1517
) 1416
+) 2794
3) 1468 )
oc) 1826
a) 8494
5) 3882
c) 4612
a) 22 185
6) 12 199
2) 9986
a) 1894
b) 8832
°) 1062
»}) 4972
Do) 2248
c) 2725
4) 11167
) 5548
A Re10

Unbesetztes
Rheinland

?
983
3221
L 762
4109
2 104
2.005
2 599

700

9R7

74
626
259

Besetztes
Rheinland

114
178
26

21

Westfalen ..

259
175

1292

D-1475


1124
2698
1414
1284
7200 _
83617
3588
20 584
11851
9233
{519

D
117

"| 95 4 mi
12

Hannover...

+
163
aß

Provinz
Sachsen

42
988
212
776
909

79

9aQ

Sachsen ...

4U
57
20
88
92
nr

87
196
290

Brandenburg‘

489
510
107
60
46

1

141
151
219
69
150
19

665
353
961
2242 6
2719 — — 6
9677 875 858 / 262
5051 | 115 | 217 | 165
4.626 _. 760 186 97
Insgesamt... 'a) 81.700 =100%|72 667 —88,94.%| 5599— 6,85%| 1408=-1,72%/| 2031=2,49%
'b) 40 542) =100% [37 6027)=92,7 %| 18370= 8,4 %) 715=1,8 go} 847=2,1 %
1°) 38 978)=100% 82 880* =84,4 %| 4221=10,8 %| 688=1,8 %i1184=8,0 %
*) Fa fehlen fir Hessen die Angaben zu b) und 6}.

{4
        <pb n="106" />
        fabrikation beschäftigten Arbeitern geleistet. Auch für die in Tagschicht
 tätigen Arbeiter, Hofarbeiter usw. ist eine Wochenleistung von
mehr als 48 Stunden verhältnismäßig selten. Sie beschränkte sich 1928
auf rd. 15,6 % der erfaßten Arbeiter, und zwar leisteten 10,8 %: wöchentlich
 54 Stunden, 1,8% 57 Stunden und 3,0% 60 Stunden.
Zu einem internationalen Vergleich der Arbeitsbedingungen
 in den papiererzeugenden Industrien liegt einwandfreies Material
nicht vor. Vom Arbeitgeberverband der Dpapdiererzeugenden Industrie

Tabelle 65%
Höchststundenlöhne!) in den wichtigsten papiererzeugenden
Industrien des Auslandes?)
(Stichtag 1. Januar 1929}

Staat | Landes-;
 währung

Siaad ] Landeswährung


a) Papiermaschinenführer
8,17 Fr.
1,26 Kr.
1sh6d
?
12 Fmk.
0,67 Gulden
205 Cent
55 Sant.

Belgien. ... ve HE
Dänemark .. VERMER
Angland -... ...000004
Estland..... WR
Finnland. ............
Holland ..... ;
Kanada............
Lettland

Litauen (Memel) .....
Norwegen .......0..,
Österreich ...........
Rußland .......0.000004
Schweden ...........
SchWeiZ ......00000000
Tschechoslowakei ....
Vereinigte Staaten ...

1,90 Lt.
?
1,07 8.
?
1,18 Kr.
3 Schw. Fr.
715 Heller
205 Cent

Finnland. ............
Holland ass sun en
Litauen (Memel) .....

b) Kochermeister .
10 Fmk. ' Österreich ...........
0,87 Gulden Schweden ..........,.
1,90 Lt. Tschechoslowakei ....

0,97 8.
1,10 Kr.
750 Heller

c) Ungelernte

Vollarbeiter

Belgien .. ven Norwegen*).......... 1,27 Kr.
Dänemark ........... "itauen (Memel)...... 1,30 Lt.
England .......0.00.004 Österreich ........... 0,75 8.
Estland)... Rußland*) ....-....... 0,833 Rubel
Jinnland........0..... 3chweden ........... 0,80 Kr.
dolland..........0..0.. Schweiz ‚............ 1,50 Schw. Fr.
Xanada........0.00004 Tschechoslowakei .... 520 Heller
‚| Vereinigte Staaten... 55 Cent
*) Bei Estland, Norwegen und Rußland handelt es sich um Durchschnittslöhne der (tesamtarheiterschaft.


d) weibliche Vollarbeiter

Belgien. .
Jänemark -
England .
Estland...
Finnland. .
Holland ...,
Kanada.

3,60 Fr.
3,76 Kr.
7. d
6) Emk.
Fmk.
Gulden
Pant

Lettland e....0......000
Litauen (Memel) .....
Österreich ...........
Schweden. ...........
SchweiZ .........0.0
Tschechoslowakei ....
Vereinigte Staaten ...

23 Sant.
90 Lt.
0,50 S.
0,58 Kr.
1 Fr.
425 Heller
41.4 Cent

1) Unter dem Vorbehalt der textlichen Ausführungen,
?) Angaben des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands.

Un
        <pb n="107" />
        aufgenommene Versuche zu einem Vergleich mit Schweden, England, den
Vereinigten Staaten, der Tschechoslowakei und Österreich sind ohne
nennenswerten Erfolg geblieben. Auch eine vom Verband der Fabrikarbeiter
 durchgeführte internationale Fragebogenerhebung bei den
Papierarbeiterverbänden!) konnte nur Höchststundenlöhne erfassen und
für einzelne Staaten (Tschechoslowakei, Kanada, Vereinigte Staaten)
mangels tariflicher Lohnregelung nur Höchststundenlöhne der bestbezahlenden
 Betriebe; auch die ermittelten Tariflöhne geben keine. Anhaltspunkte.
 Ein zur Urteilsbildung notwendiges Bild über die durchschnittlich
 effektiv gezahlten Löhne, die gerade in Deutschland wesentlich höher
liegen als die Tariflöhne, war für die ausländischen Industrien nicht zu
gewinnen. Ganz allgemein läßt sich als Gesamturteil lediglich feststellen,
 daß die internationalen Konkurrenzverhältnisse ungleich stärker
bestimmt werden durch die Rohstoff- und Betriebskraftversorgung und
die Möglichkeiten des Massenabsatzes, als durch die sozlalpolitischen
Unterschiede — eine Feststellung, die :aber notwendig proportional zur
Zunahme der Arbeitsintensität der Produktionsprogramme der einzelnen
Industrien und Industriezweige an genereller Bedeutung verliert.

Tabelle 65b .
Die Arbeitszeit in den wichtigsten papiererzeugenden Industrien
der Weit (Stichtag 1. Januar 1929) ?)

Staat

Belgien. .......
Dänemark .....
Jeutschland....
ingland*) .....
Estland........
Finnland **). ,..
Tolland........
Kanada ***) .,..
„ettland .......
ultaueN........
Norwegen .....
Österreich .....
Zußland +) .....
Schweden. .....
Schweiz .......
Tschechoslow.. .
Ver. Staaten *##**)

Arbeitszeit in Stunden in
Papier- | Pappen- | Zellstoff- |] Holzstofffabriken

‚ägl. |wöchent].| tägl. |wöchent!.| tägl. |wöchentl.| tägl. |wöchentl

3

48
48
48
44—48
51
48—56
48
4

8

48
| 4%
48 |
44—48
Wal 51
&amp;gt;‘ % 4856

Q

„|
ol

8

56

48
48
48
44—48
51
48—56
48
48—56
48
48
48
48
48—72
48
48
48
48— 56

AR BR

3

u

‘68
4.8
We

aß
5R
:p

4Q

“

4

*) In England arbeiten die Schichtarbeiter 44, dagegen die Tagschichtarbeiter 48 Stunden je
Woche. — **) In Finnland ist für alle Betriebe die Sonntagsarbeit zulässig, wodurch die Schichtarbeiter
 56 Stunden je Woche, dagegen die Tagschichtarbeiter nur 48 Stunden je Woche arbeiten. —
4%) In Amerika und Kanada ist zur Deckung des Holzstoffbedarfs der Papierfabriken in den eigenen
Holzschleifereien die siebentägige Arbeitswoche zulässig. — +) Nach russischer Arbeitsgesetzgebung
st das Zweischichtensystem zulässig. Infolgedessen ergibt sich für Schichtarbeiter eine wöchentliche
Arbeitszeit von 48 bis 84 Stunden, Im Laufe dieses Jahres ist versuchsweise in einigen Betrieben
lie Siebenstundenschicht zur Einführung gelangt.

ı) Vgl. Tabelle 65a—e.
°) Angaben des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands.

UGS
        <pb n="108" />
        Tabelle 650
Gesetzlich oder tariflich zugelassene Mehrarbeitsstunden in den
wichtigsten papiererzeugenden Industrien der Welt
(Stichtag 1. Januar 1929)*)

Belgien ..-Dänemark

 .........

Deutschland........

England 0... «4...
Estland............
Finnland.... ......
Holland. . - ...
Kanada..- ...
Lettland ...........
Litauen...- ......
Norwegen .. HER
Österreich ... .
Rußland ...........
Schweden..........
Schweiz . Ve

Tschechoslowakei ..
Vereinigte Staaten. .

Die Bach zulässige Mehrarbeitszeit beträgt wöchentlich
 8 Stunden oder im Jahre 416 Stunden, doch muß
für 8 Überstunden 1 Tag Ferien gewährt werden.
Gesetzlich sind wöchentlich 8, monatlich 22 und jährlich
244 Überstunden zulässig.
Gesetzlich sind wöchentlich 12 Stunden, tariflich auf Anordnung
 des Arbeitgebers nach Anhörung des Arbeiterrats
 6 Stunden, darüber hinaus mit Zustimmung des
Arbeiterrats bis zu 12 Stunden die Woche zulässig,
die zulässige Mehrarbeitszeit beträgt demnach unter
Umständen bis zu 600 Stunden im Jahr.
Die tariflich zulässige Mehrarbeitszeit beträgt wöchentlich
6%, und jährlich 350 Stunden,
Keine Angaben.
Die gt zulässige Mehrarbeitszeit beträgt wöchentlich
 12 und jährlich 250 Stunden.
Gesetzlich zulässig an 60 Tagen im Jahr 3 Überstunden
täglich, insgesamt 180 jährlich.
Weder eine gesetzliche noch tarifliche Regelung. Über:
stunden werden nach Bedarf geleistet.
Keine Angaben.
Überstunden können ohne gesetzliche und tarifliche Beschränkung
 geleistet werden.
Überstunden sind zulässig mit Zustimmung der Betriebsvertretung
 ohne Festsetzung einer Höchstzahl.
Gesetzlich sind bis zu 60 Überstunden im Jahr zulässig.
Gesetzlich sind bis zu 1990 Überstunden im Jahr zulässig.
Gesetzlich sind 7 Stunden die Woche, 50 Stunden im
Monat und 200 Stunden im Jahr zulässig.
Gesetzlich sind wöchentlich 4 und jährlich 308 Überstunden
 zulässig.
Gesetzlich sind bis zu 240 Überstunden im Jahr zulässig.
Weder gesetzliche noch tarifliche Regelung. Überstunden
werden nach Bedarf geleistet.

) Angaben des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands.

MY
        <pb n="109" />
        Tabelle 65d
Die Zuschläge für Mehrarbeit in den wichtigsten papiererzeugenden
 Industrien der Welt!)
fin % des Lohnes)

Staat

Belgien....
Dänemark asc.0...0.000000
Deutschland. .............
Di
DE
7olland. .. en... ......
Canada .. KEE MEERE
itauen... ....
Norwegen «..........0..
Österreich ... .
Schweden... -
Schweiz ........
Tschechoslowakei ........
Vereinigte Staaten .......

Überstunden

25
383— 50
20— 25
5— 30
50—100
10— 50
50
25— 50
25— 50
50—100
50
25
25— 50 |
=0

Nachtarbeit |

5 Öre

Sonntagsarbeit


Feiertagsarbeit


100
50
50—100
100
50—100
50
50
50—100 | 100
100 100
50—100 | 100
50 50

100
100
100
109
10)
0
LOO

Tabelle 65e
Die Regelung der Ferien in den wichtigsten Papiererzeugenden
Industrien der Welt!)
(Stichtag 1. Januar 1929)
Feriengewährung- ;
Weder gesetzliche noch tarifliche Ferienfestlegung; doch
muß für 8 Überstunden. 1 Ferientag gewährt werden.
Weder gesetzliche noch tarifliche Ferienfestlegung.
Unter Fortzahlung des Lohnes nach einjähriger Tätigkeit
3 Tage, steigend bis auf 9 Tage nach zehnjähriger
Tätigkeit.
Weder gesetzliche noch tarifliche Ferienfestlegung.
Nach einjähriger Tätigkeit unter Eye hlung des Lohnes
7 Tage, ohne Rücksicht auf die Dauer der Beschäftigungsjahre.

Die tarifliche Regelung bei Einzelfirmen sieht Urlaubsgewährung
 unter Fortzahlung des Lohnes von 8 bis
6 Tagen vor,
Weder gesetzliche noch tarifliche Ferienfestlegung. Die
Firmen gewähren nach armer Tätigkeit 2 Tage
Urlaub, steigend nach zehnjähriger Tätigkeit auf 14 Tage,
jedoch ohne Lohnzahlung.
Die Ferien betragen 3—9 Tage unter Fortzahlung des
Lohnes wie in Deutschland.
Unter Torben des Lohnes nach 12 Wochen ununterbrochener
 Besc. äftigung 8 Tage Urlaub.

‘) Angaben des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands.

WR
        <pb n="110" />
        Staat

Schweden..........

Schweiz .....-.. ..

Tschechoslowakei ..

Vereinigte Staaten. .

Tabelle 658 (Fortsetzung)
Feriengewährung

Nach einjähriger in im Betriebe beträgt der tarifliche
 Urlaub unter Fortzahlung des Lohnes 4 Tage,
Gesetzliche Urlaubsregelung besteht nicht. Durch Betriebstarife
 schwankt der Grlaub zwischen 2 Tagen nach
dreijähriger und 12 Tagen nach 25jähriger Tätigkeit im
Betriebe,

Gesetzliche Regelung. Tarifliche Regelung überschreitet
den gesetzlichen etanb unter Fortzahlung des Lohnes
nach ein- bis zehnjähriger Tätigkeit 6 Tage; Höchsturlaub
 nach 15jähriger Tatigkeit 12 Tage.
Gesetzliche oder tarifliche Ferien sind nicht festgelegt.
Fast sämtliche Firmen gewähren nach zweijähriger
Tätigkeit einen Urlaub von 2 Tagen, steigend nach zehnjähriger
 Tätigkeit auf 14 Tage, jedoch ohne Lohnzahlung.

3. Der Lohnanteil an der Mengen- und Werteinheit
der Produktion

Einen Einblick in die Lohngestaltung, bezogen auf die Mengen- und
Werteinheit der Produktion ermöglichen für den Durchschnitt der
papiererzeugenden Industrie und ihrer Produktionszweige die Lohnangaben
 in den Jahresberichten der Papiermacherberufsgenossenschaft.
Die Summen der umlagepflichtigen Löhne ergeben für die Gesamtindustrie
1929 eine Lohnsumme von rd. 5,20 RM je 100 kg Produktionsmenge
und von rd. 16,85 RM je 100 RM Produktionswert.
Im Durchschnitt der. einzelnen Produktionszweige zeigt die .Lohnsumme
 je 100 kg größere Abweichungen vom Durchschnitt der Gesamtindustrie:
 1929 beträgt die Lohnsumme je 100 kg Papier 6,70 RM, je
100 kg Pappe 5,60 RM, je 100 kg Strohzellstoff 5,40 RM, je 100 kg Holzzellstoff
 4,30 RM und je 100 kg Holzschliff 2,30 RM. Die Lohnsumme
je 100 RM liegt 1929 für Pappe und Strohzellstoff über dem Durchschnitt
 der Gesamtindustrie, während sie für Papier, Holzzeilstoff und
Holzschliff darunter bleibt.
Gegenüber der Vorkriegszeit ist im Jahre 1929 die Lohnsumme je
100 kg im Durchschnitt der Gesamtindustrie und der Papier- und Holzzellstoffindustrie
 um rd. 80 bis 90 %i gestiegen. Darunter liegen mit
einer Steigerung von rd. 75% die Strohzellstoff- und die Holzschliffindustrie,
 stark darüber liegt mit rd. 145 % die Pappenindustrie. Die
Lohnsteigerung je Arbeitsstunde hat sich somit in der Lohnsteigerung
je 100 kg, als Folge der Rationalisierung, nur zum Teil ausgewirkt.
Ebenso bleibt auch die Steigerung der Lohnsumme je 100 RM
zurück hinter der Steigerung der Lohnsumme je 100 kg, und zwar infolge
des in der papiererzeugenden Industrie verhältnismäßig hohen Anteiles
der anderen Unkostenfaktoren und ihrer Veränderung gegenüber der

109
        <pb n="111" />
        Tabelle 66
Die Lohnsumme im Verhältnis zu Menge und Wert der Produktion
in der papiererzeugenden Industrie und ihren Produktionszweigen
1913, 1927 bis 1929 und ihre Steigerung gegenüber 1913

Produktionszweige


Jahr

Papiererzeugende
 In- '
dustrie
insgesamt
Holzzellstoff

1929
1928
1927
1918

1929
1928
1927
1918

Strohzellstoff

1929
1928
1927
1918

Zellstoff
insgesamt

1929
1928
1927
1913

Holzschliff

1929
1928
1927
1918

Papier

1929
1928
1927
1918
1929
1928
1927
1918 ,
*) Vgl. Tabelle 62, 8.97.

Pappe

Steigerung
 der
Lohnsumme*)

jeArbeitsstunde


in %

+ 154,9
+ 139,6
+ 115,8

-+185,9
+ 120,8
+ 96,9

+ 167,1
+ 140,2
+ 115,0

+ 187,6
+121,9 |
+ 98,0

-+ 168,8
+ 150,0
+ 125,7
+ 156,4
+ 143,5
+118,2

{- 164,7
+ 148,6
11204 |

Lohnsumme*)

je 100 kg‘
der Pro- |
duktion '
in M/RM

5,17
5,14
4,79
2,72
4,80
4,11
4,05
285

5,41
5,12
5,26
3,06
4835
1.17
411
2.89

2,88
2,44
2.15
32

6,70
71
6,26
3,58
5,62
5,27
4,65
299

Steigerung
 der
Lohnsumme
 je
100 kg
der Pro- |
duktion
in% |

[N
I

90,1 ,
89,0 /
76.1

+ 82,9
+ 74,9
AL 738

+
+
L

76,7
67,8
71,9

+
+
L

82,0
74,5
72,0

r
L

76,5
84,8
62,9

L 87,8
- 879
748

+ 145,4
+ 130,1
+108,1

Lohnsumme*)

je 100 RM
Produktionswert

in M/RM

16,85
16,41
15,06
12.68

16,08
15,27
14,79
12.25

17,55
16,50
16,68
13.38

16,11
15,35
14,90
(2'839

15,02
15,78
14,75
1398

16,76
16,37
14,77
12,52
21,95
20,39
18,01
[4.14

Steigerung
 der
. Lohn.
summe je
100 RM
Produktionswert

in %

+ 32,9
+29,4
+ 18,8

+ 30,9
+ 2477
+ 20,7

+ 81,1
+ 98,3
+ 94.7

+ 30,7
+ 24,6
4 20.9

+18,1
+ 18,4
+ 11.1

+ 33,9
+4 80,8
418.0

4 55,2
+ 44,2
+27,4

Vorkriegszeit. Die Steigerung des Lohnes je Mengeneinheit kommt
somit nur in geringerem Maße auch in einer Steigerung des Lohnes je
Werteinheit zum Ausdruck. Gegenüber der Lohnsteigerung 1929
gegenüber 1913 von rd. 80 bis 90 % je 100 kg weist der Durchschnitt
der Gesamtindustrie eine Lohnsteigerung je 100 RM von etwas über
30 %: auf. Ungefähr das gleiche trifft für die Papier- und die Holz- und
die Strohzellstoffindustrie zu, Höher als der Durchschnitt der Gesamtindustrie
 liegt mit einer Steigerung um rd. 55 % je 100 RM die
Pappenindustrie, bedeutend tiefer mit nur rd. 13 % die Holzschliff-110
        <pb n="112" />
        industrie‘). Diese Ergebnisse gelten nur für den Durchschnitt der Gesamtindustrie
 und ihrer Zweige; einen Einblick in die im einzelnen
überaus starke Differenzierung geben die in Tabelle 67 zusammengefaßten
 Ergebnisse einer Erhebung bei einzelnen typischen Unternehmungen
 der Holzeschliffindustrie.

Tabelle 67
Die Steigerung des Lohnanteils je 100 kg und je 100 RM der
Produktion in typischen Betrieben der Holzschliffindustrie

Firmen

1. Süddeutschland:
a) Handelsschleifereien*) ......
b) Holzschleiferei einer größeren
Päpierfabrik ....

2, Sachsen:
a) Handelsschleifereien -

% 9

b) Holzschleifereien einer großen
und einer mittleren Papierfabrik
 ..

c) Holzschleiferei einer Pappenfabrik
 ........- 5
Schlesien:
a) Handelsschleifereien (Ermittlungen
 des Schlesischen Verbandes)...

b) Papierfabrik... ,........0.
4. Mitteldeutschland:
Handelsschleiferei

Lohn je 100 kg | Lohn je 100 RM
Produktion Produktionswert
Steigerung in % Steigerung in %
1918:1927 | 19183:1928 1913:1927 | 1913:1928

136
L00

55

130

54

31,2

15

93
135

166
135

48
71

77
35

55,7
70

80,9
75

— 14,7
97

12,6
36

34

‚08

IR

51

'10
89
156

126
132
168

6
31

U
10
89

58,4 | 81,5

|

16 |

292.1

*) Durchschnittsergebnis der Ermittlungen des Süddeutschen Verbande”

Wenn auch nicht übersehen werden darf, daß die Papierarbeiterlöhne
 in der Vorkriegszeit teilweise sehr tief lagen, so stellen doch
die Lohnsteigerungen der Nachkriegszeit um so mehr eine Erschwerung
für die Kostengestaltung der Industrie dar, als sie, wie die Berechnungen
 der Tabelle 66 zeigen, nur zum Teil durch die Rationalisierung
kompensiert werden konnten. Der Grund dieser Erschwerungen liegt
aber nicht an der technischen Unmöglichkeit, weiterhin durch arbeitsparende
 Rationalisierung die Lohnsteigerungen auszugleichen. sondern

1) Vgl. Tab. 66.

|}
        <pb n="113" />
        in der mangelnden Kapitalausstattung und -neubildung. An sich bietet
der gegenwärtige Rationalisierungsstand in der papiererzeugenden
Industrie, besonders im Zu- und Abbringungswesen, noch mannigfache
Möglichkeiten der Arbeitseinsparung. Ihre Ausnutzung ist lediglich eine
Finanzierungsfrage; allein bei der Spezial- und Qualitätsproduktion ist
das Fehlen der Massenaufträge vielfach auch Grund für eine technische
Unmöglichkeit weiterer Rationalisierung.
Ein internationaler Vergleich der Lohnbelastung je Mengen- und Werteinheit
 auf Grund der Produktions- und Betriebsstatistiken der einzelnen
Länder ist nicht durchführbar. Die Ergebnisse, die für einzelne Länder
zu ermitteln sind, verlieren ihre Vergleichbarkeit schon allein durch
die fast durchweg grundverschiedene Struktur ‚der einzelnen papiererzeugenden
 Industrien, So hat die papiererzeugende Industrie Finnlands
zwar ein Lohnniveau je Stunde, das ungefähr dem deutschen entspricht,
bleibt in der Lohnsumme je Mengeneinheit aber sowohl im Gesamtdurehschnitt
 der Industrie als auch in den einzelnen Produktionszweigen weit
hinter der deutschen zurück — eine Folge des in der Ganzzeugindustrie
weniger spezialisierten Produktionsprogramms, der weit überwiegenden
Erzeugung von Druck- und Massenpapier und ‘der umfangreichen Beschäftigung
 von weiblichen Arbeitskräften (vgl. Tabelle 59 S. 93). Dementsprechend
 liegt auch der Lohnanteil je Werteinheit in Finnland auffallend
 niedrig, obwohl die finnische papiererzeugende Industrie auch in
ihren anderen Unkostenfaktoren weitgehend bevorzugt ist. Die papiererzeugende
 Industrie Norwegens zeigt, obgleich sie in nur ganz geringem
Umfange weibliche Arbeitskräfte beschäftigt und höhere Löhne je Zeiteinheit
 hat als die papiererzeugende Industrie Deutschlands, je Mengeneinheit
 sowohl im Gesamtdurchschnitt als auch in ihrer Ganzzeugproduktion
 eine geringere Belastung als die deutsche papiererzeugende Industrie.
Nur in der Holzschliff- und in der Zellstoffindustrie ist ihre Lohnbelastung
je Mengeneinheit höher als die deutsche, aber auch keineswegs in dem
Ausmaße ihrer höheren Stundenlöhne, Die Ursachen dafür sind, da die
norwegische papiererzeugende Industrie in vielem technisch rückständig
ist, noch stärker als bei Finnland im Produktionsprogramm zu suchen.
Der norwegische Lohnanteil je Werteinheit liegt im Gegensatz zu dem
Lohnanteil je Mengeneinheit durchweg stark über dem deutschen, zum
Teil infolge der günstigen Stellung der norwegischen Industrie in anderen
Unkostenelementen, zum Teil aber auch infolge ihrer .krisenhaften Lage.
Besonders ausschlaggebend ist das Produktionsprogramm für das Bild der
nordamerikanischen Lohnbelastung. Bei Nominallöhnen, die die deutschen
stark übertreffen, zeigt die papiererzeugende Industrie der Vereinigten
Staaten eine nur um ein Geringes höhere Lohnbelastung je Mengeneinheit.
Und die papiererzeugende Industrie Kanadas, die fast restlos auf Halbstoff-
 und Massenpapiererzeugung in durchgehend neuerbauten Betrieben
eingestellt ist und ungefähr die gleichen Löhne wie die papiererzeugende
Industrie der Vereinigten Staaten hat, bleibt mit ihrer Lohnbelastung je
Mengeneinheit sogar noch hinter der deutschen zurück. Entsprechend
der Gestaltung ihrer Lohnbelastung je Mengeneinheit stehen die papiererzeugenden
 Industrien der Vereinigten Staaten und Kanadas auch in
ihrer Lohnbelastung je Werteinheit nur verhältnismäßig wenig höher als
die deutsche papiererzeugende Industrie.

47
        <pb n="114" />
        IV. Selbstkosten und Preise

it. Selbstkostenaufwand, Selbstkostenverteilung und
Preisentwicklung in der Papierhalbzeugindustrie

Für die Selbstkostenverteilung in der Zellstoffindustrie
liegen von Verbandsseite Angaben für 1924 und 1928 vor. Für 1913
konnten vom Verbande lediglich Angaben über die Verteuerung der absoluten
 Unkosten gemacht werden.

Die durchschnittliche

Tabelle 68
Selbstkostenverteilung in der Zellstoff-Industrie
 1924, 1928

9

Deutschland

Kostenfaktoren

HOlZ war aa rar m
Schwefel, Schweifelkies ....
Kalkstein ii.

Kohle ....... ....
N TE
Gehälter usW............0.
Siebe, Filze, Treibriemen,
OS A
Instandhaltung ............
sonstige Betriebsunkosten. .
Abschreibung u. Verzinsung
Werkerhaltungskonto......
Zinsen ......0.00.000000
Gewerbesteuer usw. ..
AssekuranzZ .......
Handlungsunkosten .

Versand, Fracht ..........
Umsatzsteuer .

*) Die Verteuerung der Roh-,
149% reduziert worden, insbesondere
nalisierung auf 35%o gedrückt worden.

März 1928

März 1924

Verteuerung *) der absol.
Unkosten 1928
(1913 = 100)

53,06
2,90
0.80

47,38
3,20
1.00

(150—185
.155 Schwefel
1288 Kalkstein
190 Chlorkalk
145— 177
150—170
300 soziale Lasten

7,86
12,35

18,82
10,82

9,49

10,24

[160—200 Filze,
250 Heizdampfzylinderöl
1155 Stabeisen

4,17
9,37

4.59

9.50

[50

100 100
7,0 8,8 |
0,7 9296 |

200—214
neu

Hilfsstoffe und Löhne ist durch Rationalisierung auf 31 bis
ist die Preiserhöhung der Kohle von 45—77%0a durch RBatio-Versucht

 man, den Selbstkostenaufwand der Zellstoffindustrie und
seine Wandlung aus dem Holzverbrauch zu erfassen, so ergibt sich
folgende beispielhafte Berechnung. Für die Zellstoffproduktion des
Jahres 1928 wurden rd, 6,9 Mill. rm Holz im Werte von rd.
165.6 Mill. RM verbraucht!).” Setzt man auf Grund der obigen Auf-1)

 Den rm Holz zu 24 RM gerechnet. Vgl. den zweiten Teil, I.1. S.88f.

Enquete-Ausschuß. I 5, Band 10.

13
        <pb n="115" />
        stellung diesen Holzverbrauch mit 53,06 %: ein, so kommt man für das
Jahr 1928 auf einen Selbstkostenaufwand der Holzzellstoffindustrie von
rd. 313 Mill. RM. Analog ergibt sich für 1913 bei einem Holzverbrauch
von 5,14 Mill. rm Holz im Werte von rd. 70,7 Mill. M') und einem Anteil
des Holzes von rd. 51 .%, ein Selbstkostenaufwand von rd. 138 Mill. M.
Der Selbstkostenaufwand ist somit 1928 zu 1918 um rd. 127 % gestiegen,
 während sich gleichzeitig die Produktion von 0,791 Mill. t auf
1,088 Mill. t, somit nur um rd. 38 ‘% erhöht hat?). Je Tonne ergibt
sich für 1913 ein Selbstkostenaufwand von rd. 175 M und für 1928 von
rd. 288 RM, somit eine Steigerung von rd. 64 %i. Dieser Selbstkostensrhöhung
 gegenüber zeigen die Holzzellstoffpreise.folgende Entwicklung:

Tabelle 69
Die Grundpreise?) für Zellstoff 1927, 1928 und 1929 und ihre
Steigerung gegenüber 1913
(je 100 kg Trockengewicht 88:100; frei Bahnstation des Empfängers)

Zellstoffarten

Sulfit-Holzzellstoff
Pe kunde ungebleicht
b Bee
Prima normal......
Prima bleichfähig ..
Sekunda gebleicht. .
Prima gebleicht....
Prima gebleicht (zur
Kunstseideherstellung)
 ........ |
Sulfat-Holzzeilstoff ...
Strohzellstoff.........

1918

Ende
1927

1927:1912
Fo

; 16,50
Var,

%
25,— +51,5
26,50 + 60,6
27,50 ;
29,75 .
34, — | -+61,9
35.50! + 69.0

15,50
Be

26,50 |
34.50

+ 71,0
—L 388°0

Ende
19928

1928:1918) Ende 11929:1913
+ — 19929 5

%
24,25 + 47,0
25,75 + 56,1
26,75 :
29,— .
38,— | +57,1
34.50 | + 643

24,75
26,25
27,25
29,50
33,50
35

%
—+50,0
+ 591
4 59,5
+ 667

37,— . A
25,05 + 66,1 | 22,75 | + 46,8
34.— | +386,0 84—' 1360

Der Produktionswert der Holzzellstoffindustrie betrug 1913:
152 Mill. M9, der Selbstkostenaufwand, wie eben festgestellt,
138 Mill. M; es ergeben sich für 1913 ale Differenz zwischen Produktionswert
 und Selbstkostenaufwand rd. 14 Mill. M=rd. 10% des
Selbstkostenaufwandes. Für 1928 betrug der Produktionswert der
Holzzellstoffindustrie rd. 293 Mill. RM*); die Differenz zwischen
Produktionswert und Selbstkostenaufwand ist eine negative Größe:
minus 20 Mill. RM, d. h. der Selbstkostenaufwand übertrifft den Produktionswert
 um rd. 61% /%.
Diese sehr rohe Berechnung gilt natürlich nur unter den vorausgesetzten.
 Daten und für den Gesamtdurchschnitt der Industrie. Wie
entscheidend aber immerhin der Holzeinkauf die Rendite bestimmt, dafür
 diene als weiteres Beispiel folgende Berechnung. Obiger Berechnung

3.4

') Den rm Holz zu 138,75 M gerechnet.
?) Vgl. Tab. 18, S. 17.
?) Zu den Preisen tritt eine gestaffelte Umsatzvergütung, die ab 1.1. 29 1, 2,
ınd_5 % beträgt für 1—249 t, 250—499 t, 500—749't, 750—999 t und darüber‘
4 Vgl. Tab. 18. S 17.
        <pb n="116" />
        ist ein vom Verbande als Durchschnittspreis angegebener Papierholzpreis
 von 24 RM je Raummeter 1928 zugrunde gelegt*); setzt man
jedoch einen Papierholzpreis von rd. 22 RM — wie er keineswegs zu
den Ausnahmen gehörte”) — voraus, so verringert sich der Holzaufwand
auf 152 Mill. RM und der gesamte Selbstkostenaufwand auf 286 Mill.
Reichsmark. Der Selbstkostenaufwand je Tonne sinkt auf rd. 263 RM
und die Steigerung des Selbstkostenaufwandes je Tonne gegenüber 1913
auf rd. 50%. Die Differenz zwischen Produktionswert und Selbetkostenaufwand
 aber ergibt die positive Größe von 7 Mill. RM= rd. 21% %. des
Selbstkostenaufwandes. Ähnliche Möglichkeiten, wenn auch keineswegs
gleich groß, bieten Rohstoffeinsparung, Rohstoffrück- und Nebenproduktgewinnung‘®).

Ebenso wie für die Zellstoffindustrie ist auch für die Holzschliffindustrie
 der Holzpreis von ausschlaggebender Bedeutung;
 ungefähr die Hälfte der Selbstkosten ist auch hier auf den
Holzverbrauch zu rechnen. Führt man dieselbe beispielhafte Berechnung
über den Selbstkostenaufwand wie für die Zellstoffindustrie durch, so
kommt man für 1928 bei einem Holzverbrauch der Holzechliffindustrie
von rd. 3 Mill. rm*) zu 22 RM je Raummeter, und bei einem Anteil des
Holzverbrauches an den Selbstkosten von rd. 501% auf einen Gesamtselbstkostenaufwand
 der Holzechliffindustrie von rd. 132 Mill. RM. Der
Produktionswert der Holzschliffindustrie betrug 1928 rd. 130 Mill. RM’);
der durchschnittliche Selbstkostenaufwand kam somit unter den vorausgesetzten
 Daten dem Produktionswert ungefähr gleich. Analog ergibt
sich für 1913 bei einem Holzverbrauch von 2,435 Mill. rm*), den Raummeter
 zu 13,75 M gerechnet, ein Selbstkostenaufwand von rd. 67 Mill.
Reichsmark. Der Produktionswert der Holzechliffindustrie betrug 1913
rd. 67 Mill. M°); der Selbstkostenaufwand entsprach somit unter den
vorausgesetzten Daten auch im Durchschnitt des Jahres 1913 ungefähr
dem Produktionswert.
Der Selbstkostenaufwand ist nach dieser Berechnung 1928 zu 1913
von 67 Mill. RM auf 132 Mill. RM, oder um rd. 97 %l gestiegen. Gleichzeitig
 hat sich die Produktion von 0,674 Mill. t auf 0,837 Mill. t°*. d.h.

Tabelle 70
Die Holzschliffpreise 1927, 1928; 1913, 1914
(in M/RM je 100 kg normaler Handelsholzstoff, Trockengewicht 88:100,
ab Schleifereistation)

1928 | 1927 | 1914 | 1913 |

1928 :1918

15,50 | 14,50 | 12,— | 10,— | 455%

Vgl. S. 89 und S. 118.
vl. Tab. 28, S. 42,
; __7l. den zweiten Teil, IT 38,
*) Vgl. S. 38.
5 Vgl. Tab. 18, S. 17.

15
        <pb n="117" />
        nur um rd. 24 % erhöht. Je Tonne ergibt sich für 1913 ein Selbstkostenaufwand
 von rd. 10 M und für 1928 von rd. 15,75 RM, folglich
eine Steigerung von rd. 55:%. Demgegenüber zeigen die Holzeschliffpreise
 vorstehende Entwicklung (siehe Tabelle 70, S. 115).
Der obige Selbstkostenaufwand ist berechnet für den Gesamtdurchschnitt
 der Holzechliffindustrie. Wie verschieden aber gerade in der
Holzschliffindustrie die Verhältnisse liegen, zeigen folgende Selbstkostenangaben
 für den Durchschnitt der kleineren und mittleren
Handelsschleifereien.

Tabelle 71 .
Die Selbstkostenverteilung in der Holzschliffindustrie 1928
(Durchschnitt der mittleren Handelsschleifereien mit Wasserkraft)

Betriebskosten

Holz ......
“öhne.....-Jehälter.
 000000 k er kb kaG
3etriebs- und Handlungsunkosten .....
Verkerhaltung....... .
«bschreibung s.........0..00 10. .
‘ilze, Siebe, Schmiermittel, Steine ....
Abfuhrkosten -

Insgesamt

Selbstkosten
(in %)

45
28
} 11
4,5
7
3
1,5
100

Die hauptsächlich mit Wasserkraft arbeitenden kleinen und
mittleren Handelsschleifereien sind wesentlich ungünstiger gestellt als
die durchweg mit Großkraftschleifern versehenen und in der Hauptsache
 mit Dampf oder elektrischer Kraft angetriebenen Großunternehmen.
 Vor allem wird ihr Lohnkonto durch die Notwendigkeit stark
belastet, auch bei schlechtem Wasserstand den Arbeiterstamm zu halten.
Daneben zwingt die unregelmäßige Wasserkraft zu starker Lagerhaltung,
 und der verkehrsmäßig meist ungünstige Standort erfordert
besondere Abfuhrkosten. Im wesentlichen vermögen allein die billige
Wasserkraft und der günstigere Holzbezug diese Holzschlitfbetriebe noch
zu erhalten. Doch ist die Existenz dieser Unternehmungen, die vielfach
 abgelegenen Gebieten die einzige Arbeits- und Verdienstmöglichkeit
bieten, stark gefährdet. Dem weit überwiegenden Teil aber die
Existenzfähigkeit zu erhalten, ist auch, rein ökonomisch gesehen, notwendig.
 Viele Papierbetriebe sind auf die Holzechlifflieferungen der
Handelsholzschleifereien unbedingt angewiesen, sei es, daß diese standortsmäßig
 ihre einzige Bezugsquelle sind, sei es, daß diese allein die
Nachfrage nach kleineren, qualitativ differenzierten Mengen befriedigen
können. Die Großkraftschleifereien und auch der Import kommen nur
für große, qualitativ einheitliche Liefermengen in Frage, so daß sie die
Handelsholzschleifereien in deren Domäne der Qualitätsholzschlifferzeugung
 nicht zu ersetzen vermögen.

[16
        <pb n="118" />
        Tabelle 72
Der Holzverbrauch je Mengen- und Werteinheit der Produktion und die Durchschnittspreise je rm Holz
in einigen wichtigen papiererzeugenden Industrien?!

Holzverbrauch

Länder

Norwegen 1927
Papierhalbzeug insgesamt.......
Zellstoff 0........
Holzschliff .

einnland 1926
Papierhalbzeug insgesamt.
Zellstoff .

Holzschliff (einschl. Pappenfabriken)
 .-Kanada
 1925
Papierhalbzeugs insgesamt..-Ver.

 Staaten
Papierhalbzeug insgesamt....-.

1925

Zellstoff .
Holzschliff ..

in Mengen

insgesamt in 1000

je 6 der
Produktion
in rm

3600,6 rm
2184,9
14157

4,4
5,9
39

4120,4 rm
3036,0

ö,1
58

084,4

1.7

3669,0 cords*)

5,29
(1,46 c.)

6093,8 cords*)
1522,77 »
15711

6,14
{1,7 ec.)
7,75
(2,14 c.)
3,85
'1,06 c.)

ir Werten

insgesamt
in Mill.

je 100 des
Produktionswertes


72,1 Kr.
16,2
25,9

58,0
50,0
57,0

390,454 Fmk
285.268

34,3
31.7

105,186

15,5

48,013 $%

18.0

94,340 $

Ungefährer
Durchschnittspreis

ie rm

20 Kr. je mm
21 ” ” ”
18 ” ” ”

04 Fmk je rm Rundholz
39 „ mn = Flis
37 „ nn 3 Rundholz

8,6 $ je rm
(13,08 nn c.)

4,27 $ je rm
(15,48 nn” c.)

. 1. cord = 3,625 rm.

a
nk
+]

) Unter dem Vorbehalt der textlichen Ausführungen.
        <pb n="119" />
        mh
—.
vo]

Tabelle 73
Verschiedene Selbstkostenfaktoren
im ungefähren Anteil an der Produktion in den Panierhalbzeugindustrien Schwedens, Norwegens, Finnlandsh
Zellstoffindustrie I Holzschliffindustrie Halbzeugindustrie insgesamt

Länder

Menge |

Wert |. t
Kr. 19

je 100
des
Produk-




rt
Menge | We I jet
Kr.

je 100
des
Produk-




insgesamt
Menge | Wert
Kr.

I je 100
des
4 Projet
 gauktions-



Schweden 1926
Produktion insgesamt.........
Brennstoffverbrauch*) ........
davon Steinkohlen u. Briketts
PS Verbrauch. o.......0.0.00000
davon Primärsss..0000000000
N, PEN Ok
davon Athylalkohol.........
Norwegen 1927
Produktion insgesamt.........
Rohstoffverbrauch ............
Brenn- und Hilfsstoffe ........
PS Verbrauch..........
davon Primär....... ;} 1926
Elektrische Kraft.............
Reparaturmaterial ............
Werkzeuge .....- „RR
Packmaterial............0..0..
Finnland 1926
Produktion insgesamt.......
Shemikalien ....... 18
ei SE
Kalkstein a ...00 nr ku
PS Verbrauch. ......0....0....0
davon Primär.s.....00.0.00004
Nebenproduktgewinnung......
davon: Kiefernseife, -ölu.-pech
Sprit.....
*) Umgerechnet auf Steinkohle. — **} Einschl. Pappenfabriken.

1 449 497 1810 647 000 100

100

476 511

52 554 000! 100 | 100

1 926 008 '368 201 000! 100
691 941

100

0.36

260 731
185 796
140 999

3 235 000| .
1992000) .

1,0
0,4

0,14
0,10
0,07

91 689 1211 100
51 663 „56,4
4364 778| . | 4,8
11
0,05 .
1,0
27
0,2
0,8

100

891 988

45 276 5441 100 | 100
25 883 333 . 157,2
121898 . | 0,38
0,16) .-.
 0,14) .
1822548| . | 2,9
491112/ . 1,1
182193| .. 0,4
145168! . 03

1 264 516

136 915 665
77546 956| . 56,5
4486 676| . | 8,3
015) .
. SH .
2 263 348 1,7
2.976 978 2,2
324118 0,2
834 813 0.6

‚45 326
"97 895

185 400
144 313

940800 .
2485 866| . /
141925 .
589650i .

Fmk
906 984 300| 100 |
71 808 900| 0,17]
7050500| .
9.180 900| 0,11
. 01
5 387 909
2 685 400
954 10

100

23892 3922

Fmk
9381 144. 800! 100

100

674 968

Fmk |
' 138 128 900l 100

100

7,9

93 484. *#
62 729 x)

%
20!

).:

1.29)
„98!

i) Unter dem Vorbehalt der textlichen Ausführungen.
        <pb n="120" />
        Im Verlauf ihres sechzig- bis siebzigjährigen Bestehens waren die
Handelsholzschleifereien schon mehrfach in ihrer Existenz gefährdet. Da
sie auf der Naturkraft des Wassers beruhen, leiden sie von jeher infolge
der Unständigkeit dieser Energie unter außerordentlichen Konjunkturschwankungen.
 Diese aber haben die Kapitalkraft so stark geschwächt,
daß die in solchen Krisenzeiten jeweils auftretende Preisschleuderei der
eigentliche Grund der jeweiligen Existenzgefährdung ist. Dort, wo
sich, wie in Süddeutschland, eine einigermaßen feste Preisbindung
durchgesetzt hat, ist ihre Lage bedeutend besser. Doch sind die Überproduktionskrisen
 der Handelsholzechliffindustrie nicht allein produk-+ionetechnisch
 und absatzorganisatorisch bedingt. Die Wandlung der
Nachfrageseite hat die gegenwärtige Krise verschärft. Dadurch, daß
die Ganzzeugfabrikation, insbesondere durch billigen Nachtstrombezug
gefördert, immer mehr zur Eigenerzeugung übergegangen ist, hat sich
der Markt für Handelsholzschliff verengt. Die Aussichten für eine
Absatzerweiterung werden von der Industrie grundsätzlich günstig beurteilt;
 man rechnet mit zunehmender Erzeugung nicht nur holzschliffhaltiger
 Papiere, sondern auch anderer holzechlifhaltiger Produkte, wie
Baustoffe, Bodenplatten u. dgl. Schließlich bietet auch die Aufnahme
der Pappenfabrikation durch die Handelsholzschliffbetriebe aussichtsreiche
 Möglichkeiten, die allerdings von der deutschen Zollpolitik auf
dem Gebiete der Pappenfabrikation abhängen.
Für einen internationalen Vergleich der Selbstkostenverteilung in
der Papierhalbzeugerzeugung liegt kein geeignetes Material vor. Nur
für einzelne Selbstkostenfaktoren lassen sich Angaben aus den Landesstatistiken
 wichtiger Konkurrrenzindustrien gewinnen, so für den Anteil
des Holzes am Produktionswert der papiererzeugenden Industrien Norwegens,
 Finnlands, Kanadas und der Vereinigten Staaten (Tabelle 72).
Beigefügt sind noch aus den Landesstatistiken gewonnene Angaben
über den Anteil der Brennstoffkosten, des Energieverbrauchs, der Nebenproduktgewinnung
 und ähnlichem in den drei nordischen Ländern
(Tabelle 73). Viel mehr als eine illustrative Bedeutung kommt
jedoch diesen Aufstellungen nicht zu; SO ist der Anteil des Holzverbrauchs
 für Norwegen offensichtlich zu niedrig, für Finnland zu hoch,
und auch sonst unterliegen die Berechnungen mancherlei Fehlerquellen.

7. Die Frachtbelastung für Papierhalbzeug

Rechnet man für das Jahr 1928: 15 %:= 125 000 t lufttrocken der
Holzechliffproduktion und rd. 65 %= "747000 t lufttrocken der Zellstoffproduktion
 als Verkaufsproduktion, So ergeben sich zuzüglich der
Einfuhr von 153 000 t insgesamt rd. 1,025 Mill. t für die Papierhalbzeugbewegung.
 Demgegenüber betrug nach der Statistik die Papierhalbzeugbewegung
 auf deutschen Eisenbahnen im Jahre 1928: 1,735 Mill. t.
Die Differenz, die sich noch dadurch erhöht, daß eine größere Menge
auf reinen Wassertransport entfällt, ergibt sich im wesentlichen daraus,
daß ein großer Teil des Papierhalbzeuges in feuchtem Zustande versandt
 wird.

‚19
        <pb n="121" />
        Tabelle 74
Die Bewegung von Papierhalbzeug im deutschen Eisenbahn- und
Binnenschiffahrtsverkehr 1926—1928; 1913
(in 1000 €)

Güter-Nr.

En ..
davon:
Auslandsverkehr
Nach. ......0..0.0
VO er e000000000
Durchfuhr.... ..

Kisenbahn


1418

1918

Binnenschiff,


209

1926

üisenbahn


Binnenschiff,


1560
46
62
ra

05

1927

isenbahn


Binnenschiff.


a

1928

Aisenbahn


Binnenschiff.


1920

804

m

130
73
57

Die Tarifklassen der Papierhalbzeugbewegung sind im Inland- und
Binnenumschlagverkehr die Wagenladungsklassen C, D, F; im Ausfuhrverkehr
 über die trockene Grenze die Ausnahmetarife 159 IIL, IV, V; im
Ausfuhrverkehr über See der Seehafenausnahmetarif 52. Die Vor- und
Nachkriegsentwicklung dieser Tarifklassen ergibt Tabelle 75.
Die für die Papierhalbzeugbewegung wichtigsten Tarifklassen sind
die Wagenladungsklasse D (durchlöchertes Trockenhalbzeug im Inlandund
 Binnenumschlagverkehr) und die Wagenklasse F (Halbzeug im Inland-
 und Binnenumschlagverkehr mit einem Wassergehalt von mehr als
40 %). Der Zellstoffverkehr verteilt sich auf die beiden Klassen D
und F ungefähr im Verhältnis von 1:1, der Holzschliffverkehr im Verhältnis
 von 1:9. Die Wagenladungsklasse D zeigt gegenüber der Vorkriegszeit
 Frachtsatzsteigerungen von rd. 75% bei 300km, bis zu
93% bei 100 km, die Wagenladungsklasse F von rd. 67 % bei 300 km,
bis zu rd. 65% bei 100 km.
Weniger ungünstig haben sich durch die Ausnahmetarifgestaltung
die Ausfuhrfrachten über die trockene Grenze entwickelt. Die Steigerung
 des Ausnahmetarifs 159 IV für durchlöcherten Zellstoff hält sich
in den Grenzen von rd. 30 % bei 300 km und rd. 45%. bei 100 km; die
entsprechenden Steigerungen der Ausnahmetarife 1591III (nicht durchlöchertes
 Halbzeug, trocken) und 159 V (feuchtes Halbzeug) betragen
bei 300 km 64 % und 22 ,%, und bei 100 km 84% und 21%.
Die Preise werden durch die Fracht der Tarifklasse D bei annähernd
 lufttrocken versandtem Zellstoff in der Entfernung von 200 bis
300 km mit ungefähr 51% %. bis 71% belastet; bei annähernd lufttrocken
 versandtem Holzschliff mit ungefähr 9% % bis 13 %. Für den
Versand nicht lufttrockenen Halbzeugs schwankt die Preisbelastung je
nach dem Wassergehalt, dürfte im allgemeinen Durchschnitt aber auch
auf obige Sätze hinauskommen. Gegenüber der Vorkriegszeit ist die
Frachtbelastung der Tarifklasse D bei lufttrockenem Zellstoff um rd.
ein Viertel (300 km) bis über ein Drittel (100 km) gestiegen; bei lufttrockenem
 Holzschliff um rd. ein Achtel (300 km) bis rd. ein Viertel
(100 km) (Tab. 76).

120
        <pb n="122" />
        Tabelle 75
Die Eisenbahnfrachten für Papierhalbzeug 1928 gegenüber 19131)
Sracht

Tarifklassen

[lL. Inlandware
1. Tarifklasse :
Holzstoff (geschliffen) ...........
Holzzellstoff (Zellulose) trocken u.
in Papier- und Pappenform, wenn
die Bogen oder Tafeln nicht so
durchlöchert sind, daß sie als
Papier oder Pappe nicht verwendet
 werden können.
2, Tarifklasse:
Holzschliff und Holzzellstoff mit
einem Wassergehalt von höch-e
stens 40% falls in Papier- oder
Pappenform durchlöchert.
3. Tarifklasse:;
Holzschliff und Holzzellstoff mit
einem Wassergehalt von mehr
als 40%.

HN. Ausfuhrware
a) überdietrockene Grenze
1. Tarifklasse:;
Holzstoff .......0.000000 ....
(geschliffen) «............00004
Holzzellstoff .... 2.00. 00500004
(Zellulose) usw.... - ’
2, Tarifklasse:
Holzschliff und Holzzellstoff mit
einem Wassergehalt von höchstens
 40% falls in fapier- oder
Pappenform durchlöchert.
3. Tarifklasse:
Holzschliff und Holzzellstoff mit
einem Wassergehalt von mehr
als 40%.

b)imBinnenumschlagverkehr
1. Tarifklasse: .
Holzstoff ......,
(geschliffen) . .
Holzzellstoff .
(Zellulose)
‚2. Tarifklasse:
‚3. Tarifklasse:

Frachtsatz
in Pfg. für 100kg*)
ab
1918 I, x. 1998

Sp. T. I
29
54
102
147

C
56
108
181
248

Sp. T. II
24
44
82 |
117 |
3p. T. HI
19
84
56
8

D
48
85
149
205
F
34
56
96
{80

Sp. T. 11 |AT 159 HI
24 48
44 81
82 141
117 192
Sp. T. II AT 159 IV
24 88
44 64
82 110
117 152
Sp. T. III | AT 159 V
19 26
34 41
56 69
78 95

Sp. T. II C
24 56
44 108
82 181
117 248
Sp. T. II D
wie I2
Sp. T. HI; F
wie 18

Auf eine
Entfernung
von km

50
100
200
300

50
100
200
300

50
100
200
300

50
100
200
300

50
100
200
300

50
100
200
300

50
100
200
300

Steigerung
1928 : 1918
in%

+ 98,1
+ 90,7
+ 77,5
+ 604

+100
4 93,2
+ 81,7
4. 75.2

+ 78,9
+ 64,7
+ 71,4
+ 66.7

+100
+ 84,0
+ 72,0
+ 641

+ 58,8
+ 45,5
+ 34,2
+ 999

+ 36,8
+ 20,6
4 28,2
A 918

+188,8
+184,1
4120,7
41112,0

*) Dem Vergleich sind für 1913: 10 t-Ladungen, für 1928; 15 t-Ladungen in gedeckten Wagen
zugrunde gelegt.

1) Der Seehafenausnahmetarif 52 ist nicht angegeben, da er aus Stationssondersätzen
 gebildet ist.

121
        <pb n="123" />
        Tabelle 76
Die Frachtbelastung für Papierhalbzeug 1913 und 1929

Waren

I. Inlandsverkehr

Zellstoff .....
Holzschliff ...
Zeilstoff**). ..
Holzschlitf **)

1.

9

Il. Auslandsverkehr

a) über die
trock. Grenze
L. Zellstoff .....
Holzschliff ...
Zellstoff**). ..
Holzschliff**)
b) im Binnenumschlagverkehr

1. Zellstoff .....
Holzschliff ...
Zellstoff **). ..
Holzschliff **)

9,

9,

Tarife

Frachtbelastung
in % des Preises”*)

Steigerung der
Frachtbelastung in %

1918 | 1929

1918 1929 | 1929 : 1918
50 |100[ 200 | 800 | 50 |100| 200 | 300 | 50 | 100 | 200 | 800

Sp. T.I
SUN

C
C
D
D

1,5/2,8/| 5,3| 7,7|2,1|8,8| 6,7| '9,2/+ 37,1|+ 85,6/+ 26,2]+ 20,0
2,9/ 5,4/ 10,2/ 14,7 8,6 6,6 11,7 16,0|+ 24,5|+ 23,0]+ 14,4+ 8,8
1,3) 2,8| 4,8| 6,1!1,8/8,1| 5,5| 7,64 41,6)+ 87,11+ 29,0)+ 24,6
2,4/ 4,4| 8,2/ 11,7 8,11 5,5) 9,6| 13,2|+ 28,8+ 24,5|+ 17,21+ 18,0

\ AT 11,8|2,8
159 IM 2,4 4,4
AT 18 2,3
}159 IV 2,4| 4,4

4,3| 6,1/1,8/3,0| 5,2| 7,1/+ 41,64 31,014 22,2:+ 16,7
8,2) 11,7 $1 52) 9.1 12,4|+ 28,8 + 18,6/+ 10,9+ 5,8
4,3| 6,1'1,8/2,4 4,1| 5,6|+14,4+ 8,5- 4,7/- 7,7
8,2/ 11,7/ 2,6/ 4,1| 7,1| 9,8|+ 7,5/- 6,4|/- 18,5 16,2

1,3! 25 4,3 el 2,1| ee 6,7| 9,21+ SH 66,4)+ ACH 50,7
2,4! 2,4 8,2| 11,7] 8,6/ 6,6| 11,7| 16,0/+ 50,4|+ 50,91+ 42,8]+ 86,8
wie &amp;gt;

*) Für 1913 ist ein Durchschnittspreis von 19,209 M je 100 kg Zellstoff und von 10 M je 100 kg Holzschliff,
für 1927 und 1928 ist ein Durchschnittspreis von 27 RM je 100 kg Zellstoff und von 15,50 RM je 100 kg
Holzschliff zugrunde gelegt. — **) Falls lufttrocken versandt.

3. Selbstkostenaufwand, Selbstkostenverteilung und
Preisentwicklung in der Papierganzzeugindustrie
Die Selbstkostenverteilung der stark heterogenen Papierganzzeugerzeugung
 entzieht sich einer Behandlung, wie sie für die mehr oder
weniger homogene Papierhalbzeugerzeugung möglich ist. Die Unzahl der
Arten und Qualitäten macht es unmöglich, selbst für die einzelnen Sorten
auch nur einigermaßen typische Selbstkosten anzugeben, Nur als Beispiele
 und im wesentlichen nur zur Illustration ihrer großen Verschiedenheit
 seien in den nebenstehenden Aufstellungen für die Papierindustrie
 je eine Selbstkostenübersicht aus der Erzeugung von Druckpapier,
 mittelfeinem Druckpapier und Seidenpapier, und für die Pappenindustrie
 je eine Selbstkostenübersicht aus der Erzeugung von
Maschinenholzkarton, Maschinengraukarton, Handlederpappe und der
kombinierten Erzeugung von besserer Schuhpappe und Kofferpappe aufgeführt.
 Gemeinsam ist allen ein zwar stark schwankender, aber durchweg
 hoher Rohstoffkostenanteil; sehr verschieden dagegen sind schon

1997
        <pb n="124" />
        die Betriebsmaterial- und Lohnanteile, die nächst dem Rohstoffaufwand
bei weitem wichtigsten Kostenanteile (Tab. 77).
Einen etwas näheren Einblick gewährt allein die Selbstkostengestaltung
 für Zeitungsdruckpapier, dem einzigen mehr oder
weniger einheitlichen Erzeugnis und Standardprodukt. Auf 100 kg
Zeitungspapier rechnet man im allgemeinen 70 kg Holzechliff und 25 kg
Sulfitzellstoff.

70 kg Holzschliff entsprechen (100 kg zum Preise frei
Fabrik von rd. 15,50 RM gerechnet) ungefähr einem
Wert von. . . .
Sulfitzellstoff entsprechen (100 kg zum Preise frei
Fabrik von rd. 26,25 RM gerechnet) ungefähr einem
Wert von. . .

10,85 RM

6,50 RM
17.35 RM

Der Halbzeugaufwand für 100kg Zeitungspapier ist zu ungefähr
50 bis 55 % in die Selbstkosten einzusetzen. Es ergibt sich somit ein
Selbstkostenaufwand für 100 kg Zeitungspapier von insgesamt rd. 33 RM.
Der günstigste Verkaufspreis für 100kg Zeitungspapier aber beträgt
31 RM. Es ist kaum anzunehmen, daß die Fehlerquellen der obigen
Berechnung so groß sind, daß man nicht zu dem Ergebnis kommen
müßte, ein Zeitungsdruckpapierbetrieb sei im allgemeinen ohne angegliederten
 Halbstoffbetrieb existenzunfähig. Die deutsche Zeitungsdruckpapiererzeugung
 steht deshalb auch fast restlos in Kombination
mit Holzschlifferzeugung, rd. ein Viertel wird außerdem in Kombination
 mit Zellstofferzeugung hergestellt. Erscheint die Kombination
der Zeitungspapierherstellung mit eigener Holzschlifferzeugung unbedingt
 erforderlich, so ist doch die Kombination der Zeitungspapierherstellung
 mit eigener Zellstofferzeugung nur bedingt von Vorteil.
Holzschliff macht rd. 70 %;, Zellstoff aber nur rd. 25% des Produktes
aus. Eine gewisse Mindestgröße der Anlage und des Bedarfs ist deshalb
 erforderlich, um aus der Zellstoffeigenerzeugung für die Zeitungspapierherstellung
 Gewinn zu ziehen. Die weitaus überwiegende Zahl
der deutschen Zeitungsdruckpapierfabriken weist nicht die Größenverhältnisse
 auf, um sich den Vorteil der großbetrieblichen Zellstofferzeugung
 zunutze machen zu können, wie umgekehrt auch allergrößte Zellstoffwerke
 kein Zeitungspapier herstellen, weil die 25 % Zellstoffanteil
nicht ausschlaggebend sind gegenüber den 70 %: Holzschliffanteil.
Die Erfassung der Preisentwicklung in der Papierganzzeugindustrie
begegnet denselben Schwierigkeiten wie die Selhstkostenerfassung. Zur
ungefähren Veranschaulichung sind in der folgenden Tabelle die geschätzten
 Preise einiger wichtiger Papier- und Pappensorten aufgeführt.
[m allgemeinen Durchschnitt liegt die Preiserhöhung im Jahre 1929
gegenüber der Vorkriegszeit bei Papier in den Grenzen von 40 bis 50 %
und bei Pappe in den Grenzen von 50 bis 60% (Tab. 78).

DD
        <pb n="125" />
        Tabelle
Beispiele für die Selbstkostenverteilung

Papie-Druck-

 | Mateetieinas |
bapier | Druckpapier

Seidenpapier

1927/28 | 1927 | 1928

1927/28 | 1918/14

I. Rohstoffe (einschl. Zufrachten
und eventl. Verluste durch
Schwund uswW.) ..............
Betriebsmaterial (einschl. Utensilien,
 Riemen, Öle, Fette, Verpackung,
 Filze, Siebe)........
KORlE een
Jnergiekosten (nur bei Bezug von
Energie) ... Enanen
Löhne........... s.....x.x 9,3
Soziallasten*) ..........0.00..,0. 0,7
Versandfrachten ..............0. _
Reklamekosten ..............000  —
Provisionen a0..0.0000000000000004
III. Gehälter, technische ............ | 15
kaufmännische ........ | ,
Soziallasten **), technische ...... | 05
„ kaufmännische .. ,
Kapitaldienst, eigenes Kapital... u)
” fremdes Kapital...
SKELETT rt EEE HNKFEEh
a) Ertragssteuern ###*) ........
b) Umsatzsteuern ............
Cc) andere Steuern ...........
ındustriebelastung...... kn
Abschreibungen ........ vn
Versicherungen .....-. -
Mi ee ER RE .
Verbandsbeiträge... :
[V. Sonstige ...000000.0400:ii um
V. Nebeneinnahmen (z. B. für Abgabe
von Licht. Abfällen usw.) ....

48,8 | 44,5 | 43,7 | 58,30
244 | 217] 2238 114.00

54,95

13.05

4,1
17,5
2,8
37

4,1
17,6
T
8.4

12,25
0,78*++)|
3,95
1,45
1,85
300

8,90
0,21*+)
5,60
0,76
1,380
2.60

1,8
A

01

4) 4)
3,75 | 4,20
980 | 027

1,5
A 7

A

8,0
YaB

6,85
0,36
0,08
0,924*)

1,6470)
45

0,12
0,90 +*)

100 | 100 | 100 | 100 | 100

05

*) Soweit sie mit der Zahl der beschäftigten Arbeiter und ihrer Lohnhöhe in Zusammenhang
sammenhang stehen. — ***) Einschl. Einkommens- und Körperschaitssteuern. — +) Wird vorläufig
für Verkauf der Ware. — ++*) Gebäude- und Maschinenreparaturen, allgemeine Unkosten, Handlungs-*;++)
 Soziallasten auf Löhne und Gehälter, — *+7j+) Siehe unter I der Tabelle und Anmerkung *+. —
0,16; 0,31. — ++*) Handlungsunkosten mit Provisionen, Verbandsbeiträgen, Einlaß und Rabatten.

77
in der Papier- und Pappeerzeugung

Papvoe

Maschinen-Holz-
 | Grau- Handlederpappe
karton|karton
1929 | 1929

Feinpappenfabrik

3ess. Schuhp.| Kofferpappe
1913 | 1928 | 1918 | 1928

46.66 | 45.0 | 18.6 1920.49

Roh- und Zusatzstoffe '
einschl. Holzstoff ... 42,55 30,2 49,8 37,6
Zöhne...............) 16,0 28,3 14,0 20,8
Zinsen...............) 9,2 10,7 | 80 | 9,5
Abschreibung ........ | 10,4 | 8,7 9,1 7,8
Teneralunkosten (Betriebs-
 und Vertriebs-Irnsten}


10,65 | 10,4 1 7,7 | 6,76
708| 69 | 64 11535

8,84 8,7
0,54 0,5
7,55: 9,5
2,33 2,9
1,85 1,38
0,68 0,6
0,05 0,08
0,03 0,08
0,661 0,6

OQ Q

94,24
419

1.9 !o7,1 lı9,1 | 04,8
100 | 100 ! 100 | 100
21,20 | 33,13 | 82,35 | 48,80
M | RM | M | RM

4
24

L1,58+F\
2,48
0,24
ie.9 111,87

absolut

}eneralunkosten 1928:
Löhne ... Sn
Soziallasten . num WR
Provision .... SA
Sehälter ....... 2... KREMER
Tapitaldienst ......0.0..0000000000 1000
Abschreibung... .........0..0..00000000
TmSalzsSleUet ua 44ER RER KH RE
Jaweslasten ....... 000 0.0.00 2.00
andere Steuern ........... WER
&amp;lt;ohlen einschl. StroM......0.0.0.004004
Reparaturen und Instandhaltung .....,
3Zetriebsmaterial ........0.00000000000
Verpackungsmaterial ............0000-diverse
 Handlungsunkosten .......

28,0
2,5
4,0
10,0
7.0

1,15
0,66
9,99
3,21
3,79
0,30
0,08
849

1,1
0,7
1,0
0,2
3,7
0. &amp;lt;

0.4
0

1,45
0,51
1,94
0,40
8,06
0.97

2,5

17,0
6,5
8,0
12,0
6,5
100

n

bt.

67)
100 | 100 | 100 | 100

stehen. — **) Soweit sie mit der Zahl der beschäftigten Angestellten und ihrer Gehaltshöhe in Zu-)n
 der Kalkulation des betr. Betriebes noch nicht berücksichtigt. — ++) Abgaben an das Syndikat
unkosten, einschl. Kosten der Konzernzentrale. — *+) Abschreibungen sind nicht eingerechnet. —
i+#) Umfaßt 1927/28: 0,3 Fuhrwerkbetrieb, 0,5 Reisen, 0,1 Dubiosen; 1918/14 entsprechend: 0,45;

„5
        <pb n="126" />
        * Aw

jo
DD
Ca

Tabelle 78
Geschätzte Durchschnittspreise für Papier frei Bahnstation des Empfängers und für Pappe ab Fabrik
des Erzeugers in Mengen von 5000 kg 1927—1929; 1914

Sorten

Nähere Bezeichnung der Sorten

1914

Ende
1927

Ende
1928

Ende
1929

1927 : 1914

1928 : 1914

1929 : 1914

+ in%

+ in% |

A in%

Papier

Geringwertiges Packpapler...........

Zeitungsdruck .....
Packpapier ........
Holzhaltig .........
Einseitig glatt .....
Pergamyn .... ....
Holzfrei .... ......
Seidenpapier.......

Reines Lumpenpapier

z. B. Schrenz M/100 kg
naschinenglatt in Rollen
Bast 1a ”
Druck geglättet, Stoffklasse
 II, 73—119 g/qm
Zellulose holzfrei,
50—160 g/am
fettdicht, ungefärbt, ungebleicht,
 40—79 g/qm
Schreib Gruppe HI,
78 g/qm
weiß, Seide 20 g/qm,
100% Zellulose ungebleicht,
 maschinenglatt
z. B. gutes Löschpapier

13,—
21,—*)
992 50

26,—

27,75
41,50

483 —

56,—
10,—

a,—
31,—**)
37,75

19,50
31 „+,
36,75

41,—

41,—

47,75

46,50
78,—

78, —

70.—

68.—

85,— | 85,—
154,— 154,—

18,—
31,—**
35,—
39,50

44,—
75,—
65.—

80,—
159 —

+ 61,5
+47,6
+ 67,8
457,7
+72,1
-+ 88,0
+ 62,8

451,8
+ 40.0

+ 50,0
+47,6
+ 68,3

457,7
+ 67,6
+ 88,0
+58 1

+ 51,8
+ 40.0

+ 38,5
+47,6
+ 55,6

+51,9
+ 58,5
—+ 80,7
+51,2

+ 42,9
A 44.5

Pappe

Handlederpappe ....
Weiße Handholzpappe
dandgraupappe ....
Maschinenlederpappe

reine Ware
mit Einlage
mit Einlage
hellgedeckt

Weiße Maschinenholzpappe
 .......
Maschinengraupappe
Bessere Schuhpappe
Kofferpappe -......
%*) Minimum. — **) Maximum.

15,—
14,—
12,50
16,—
15.—

15,—
18,—
15,—
25—80
45— 50

4, —
Mı—
20 —
-

22,50
20,—
2 x jr
39,-BA_


24,50
21,50
20,50
26,50
95

23,50
20,50
1,50
84,—
Ka

24, —
21,50
20,50
26,—
94.50

23,50
20,50
M,—
39 —
KO

+ 60,0
+ 50,0
+ 60,0
+ 62,5
4 633

+63,8
+ 53,6
+ 64,0
+ 65,6
4- 66,7

+60,0
+ 53,6
+ 64,0
+ 62,5
4633

+ 50,0 + 56,7 + 56,7
+ 58,8 +57,7 +57,7
—+ 40,0 +48,3 -+ 40,0
428,0—6,7 |-+36,0—18,3|-+28,0—86,7
4+111— +0 -4176— 60 -E11.1—-1
        <pb n="127" />
        4. Die Frachtbelastung für Papierganzzeug
Über die auf den deutschen Eisenbahnen und in der Binnenschiffahrt
bewegte Papierganzzeugmenge lassen sich keine Angaben machen, da
Papier und Pappe in der einschlägigen Statistik nur mit Papierwaren
zusammen erscheinen.
Die Tarifklassen für Papier sind: im Inlandverkehr die Wagenladungsklassen
 A, B, C und der Ausnahmetarif 10 b; im Auslandverkehr
über die trockene Grenze die Wagenladungsklasse A und die Ausnahmetarife
 159 II, III; im Binnenumschlagverkehr die Wagenladungsklassen
A, B, C; im Auslandverkehr über See der Seehafenausnahmetarif 52,
und ferner der Wasserumschlagtarif nach den Rheinhäfen Kehl, Karlsruhe,
 Mannheim, Ludwigshafen 44 c.
Die Tarifklassen für Pappe sind dieselben wie die für Papier, ausgenommen
 die Wagenladungsklasse A und der Ausnahmetarif 10 b.
Der weit überwiegende Teil des Papierverkehrs, rd. 94% der Gesamtmenge,
 entfällt auf den Ausnahmetarif 10 b (Zeitungsdruckpapier)
und die Wagenladungsklasse B bzw. für die Ausfuhr auf den Ausnahmetarıf
 1591I.° Ungefähr 5% der Gesamtmenge (geringwertiges Packpapier,
 Braunholzpapier, Schrenzpapier) werden in der Klasse C und
dem Ausnahmetarif 159 III befördert und rd. 1%; der Gesamtmenge
(reines lumpenhaltiges Papier) entfällt auf die Klasse A. Für den
größten Teil des Pappenverkehrs, mindestens 70% der Gesamtmenge,
kommt die Wagenladungsklasse C und der Ausnahmetarif 1591II in
Frage, während die besseren Pappensorten nach Klasse B und dem Ausnahmetarif
 159II befördert werden. Die Steigerung der Frachtsätze
dieser für die Papier- und Pappenbeförderung wichtigsten Klassen betigt
 seit 1928 gegenüber 1914 in den Entfernungen von 300 km bis
100 km:
für geringwertiges Packpapier und für: Pappe in Bogen und Rollen
im Inlandverkehr, Klasse C. . . ., 86% bis 109%
im Auslandverkehr (trockene Grenze)
A.T.159 00... 20.0.0000
im Binnenumschlagverkehr, Klasse C
für Zeitungsdruckpapier
im Inlandverkehr A.T.10b. . ..
im Auslandverkehr (trockene Grenze)
A.T.1I59 0. 2
im Binnenumschlagverkehr, Klasse B.
für reines Lumpenpapier
im Inlandverkehr, Klasse A. ......
im Auslandverkehr (trockene Grenze), Klasse A
im Binnenumschlagverkehr, Klasse A...
für anderes Papier und für bessere Pappen
im Inlandverkehr, anderes Papier, Klasse B . 67% „ 82%
bessere Pappen, Klasse B . 118% „ 143%
im Auslandverkehr (trockene Grenze)
A.T.159 II. v0 2. 115% „ 139%
im Binnenumschlagverkehr, Klasse B . . . 174% „ 198%
Über die Einzelheiten der Frachtentwicklung gegenüber der Vorkriegszeit
 unterrichtet Tabelle 79.

„27
        <pb n="128" />
        Tabelle 79
Die Eisenbahnfrachten für Papier und Pappe!) 1925, 1927, 1928; 1914
(I0 t-Ladungen in gedeckten Wagen}

Prach

Bezeichnung
der Ware

[. Inlandware
L. Tarifklasse:
Geringwertiges
Packpapier,z.B.
Schrenz, ferner
Pappe in Bogen
and Rollen

2, Tarifklasse:
Zeitungsdruckpapier


3. Tarifklasse :
ReinesLumpenpapier,
 z. B.
gutes Löschpapier

1. Tarifklasse :
Alle anderen
Papiere, z.B.
holzfreies
Schreibpapier

f

BL

Tarifklasse:
Pappe,‚ein- oder
zweiseitig einlarbig
 gestriohen,
 auch ge- |
olättet

II. Ausfuhrware
a) über die
trockene
Grenze
Tarifklasse :
Geringwertiges
Packpapier,z.B.
Schrenz, Pappe
in Bogen oder
Rollen usw.

).

Frachtsatz in M/RM auf 100 kg

1914 | 1925 | 1027 [| 1928 7

Sp. T. I

C 10

C 10

C 10

f 0,29
0,54
| 1,02
147

0,69
1,16
2,02
2.76

0,56
1,02
1,80
2.46

0,62
1,18
2,00
978

B
(in
0,72
ı 1,32
ı 1.92

AT 10b
0,72
1,18
2,06
9.81

AT 10b
0,64
1,18
1,95
2.69

AT 10%
0,56
1,02
1,79
246

B
0,42
0,72
ı 1,32
| 192

A 10
0,90
1,56
2,75
389

A 10
0,77
1,48
2,58
351

A 10
0,85
1,58
2,81
290

B
0,42
0,72
1,82
1.992

B 10
0,79
1,84
2,38
399

B 10
0,64
1,19
2,10
2.90

B 10
0,71
1,31
2,88
3.91

5p. T. I

B 10

B 10

B 10

0,29
0,54.
1,02
1.47

0,79
1,34
2,88
299

0,64
1,19
2,10
990

0,71
1,31
2,33
3.91

|

Sp. T. II
0,24
0,44
0,82
117

C 10

AT 159

AT 159 HI

0,69 0,54 0,54
116 0,89 | 0,89
2,02 | 1,54 1,54
2.76 211 9211

Auf eine |Steigerung
Entfer- | 1928:1914
nung von! um
km 4 %

50
100
200
2300

+ 113,8
+ 109,8
+ 96,1
+ 85.7

50
100
200
300

+ 88,8
+ 41,7
+ 85,6
981

50
100
200
200

+ 102,4
+119,4
+112,9
- 108.1

50
100
200
300

+ 69,0
+ 81,9
+ 76,5
A 679

50
100.
200
2300

+ 144,8
+ 1426
+ 128,4
AL 1184

50 + 125,0
100 + 102,8
200 + 87,8
300 + 8083

!) Der Seehafenausnahmetarif 52 ist nicht angegeben, da er aus Stationssondersätzen
 gebildet ist.

78
        <pb n="129" />
        Tabelle 79 (Fortsetzung)

&amp;gt;

Zezeichnung
der Ware

Frachtsatz in M/RM für 100 kg

1914

1925 | 1927 | 1928

2, Tarifklasse:

Sp. T. II
(0,24
0,44
0,82
1.17

3 10
0,79
1,34
2,88
3.99

AT 159
2,61
1,05
1,82
251.

AT 159 I]
2,61
1,05
1,82
951

Zeitungsdruckpapier


3. Tarifklasse :
ReinesLumpenpapier,
 z. B.
zutes Löschpapier


Sp. T. II
" 0,24
0,44
| 0,82 ]
1,17
Sp. T. II ı

A 10
2,90
1,56
2,75
3.82

1 10
0,77
1,43
2,58
3,51
AT 159

A 10
0,85
1,58
2,81
3,90
AT 159 11

1, Tarifklasse =
Alle anderen Papiere,
 z.B. holzreies
 Schreibpapier,
 Pappe,
ein- oder zweizeitig
 einfarbig
gestrichen

B 10

0,24
d,44
0,82
1,17

0,79
1,84
2,38
309 |

0,61
1,05
1,82
251

0,61
1,05
1,82
251

5) im Binnenumschlag-


Tarifklasse :
Geringwertiges
Packpapier,z.B.
Schrenz, Pappe
in Bogen und
Rollen usw.
2, Tarifklasse:
Zeitungsdruck:
papier

Sp. T. II

C 10

C 10

"10

0,24
0,44
0,82
1,17

0,69
1,16
2,02
9276

0,56
1,02
1,80
246

0,62
1,18
2,00
278

3p.T.1_ BB 10
(0,24 2,79
0.44 1,34
182 2,88
"1.17 | 8,22
Sp.T.11| A110

3 10
I,64
1,19
2,10
2.90

3 10
2,71
1,81
2,88
3,21
A 10

3. Tarifklasse:
ReinesLumpenpapier,
 z. B.
zutes Löschpapıer

1. Tarifklasse:
AlleanderenPapiere,
 z.B. holzireies
 Schreibpapier,
 Pappe,
3in- oder zweizeitig
 einfarbig
zestrichen,auch
geglättet

A 10

wie Ha 8

Sp. T. "I

3

G

+

0

ß

wie IIb 2

3 XEnquete-Ausschuß. I5, Band 10.

Auf eine
Entferlung
 von
km

50
100
200
2300

50
100
200
2300

50
100
200
300

50
100
200
300

50
100
200
300

Steigerun:
1928:1914
um
%

+ 154,2
} 188,6
+ 122,0
A 1145

+ 254,2
} 259,1
L 242,7
1 9883

+ 154,2
4} 188,6
+ 122,0
4 1145

+ 158,8
+} 156,8
+ 148,9
4 138.8

+ 195,8
+ 197,7
+ 184,1
4.1744

.2o
        <pb n="130" />
        Tabelle
Der Anteil der Fracht an den
Tarife
ab uvm ab 1. X.
1927 1928

Waren

Preise *)
1914 | 1927 | 1928 | 1914

IL Inlandware
Schrenzpapier.............
Zeitungsdruckpapier i. Roll.
Gutes Löschpapier ........
Holzfreies Schreibpapier ...

18,—/| 21,—| 19,501 Sp.T.I. | C10 C 10
21,—/ 31,—| 31,— Allg. Wgl.B' AT 10% | AT 10b
110,—/ 154,—/ 154,—/Allg. Wgl.B/ A 10 A 10
40,—| 60,—| 60,—/Allg. Wgl.B' B 10 B 10

II. Ausfuhrware
a) über die trockene Grenze
Schrenzpapier.............
ame s druck papier i. Roll.
Sutes Löschpapier ........
Holzfreies Schreibpapier ...
b) im Binnenumschlagverkehr

Schrenzpapier............. 13,— 21,—| 19,50
Zeitungsdruckpapier i. Roll. | 19,—/| 31,— 81,—
Gutes Löschpapier ........ |110,—| 154,— 154,—
Holzfreies Schreibpapier... 40,—| 60,—| 60,—
k) Val. Tab. 78.

Sp.T.II AT 159 |AT159IM
Sp.T.II AT159 |AT15911
Sp.T.II | Al0 | A110
Sp. T. II | At 159 [AT 15911

Sp.T.0 | C10 C10
Sp.T.II | Bıo | B10
Sp.T.II1 | A10 | A10
Sp.T.I | Bı0o | B10

Der Anteil der Fracht an den Papierpreisen zeigt entsprechend der
starken Preisdifferenzierung der einzelnen Papiersorten, Arten und
Qualitäten große Unterschiede. Er wechselt im Inland- und im Binnenumschlagverkehr
 bei 100 km von rd. 1% für hochwertiges Papier (reines
Löschpapier) bis fast 6 % für die geringeren Sorten (Schrenzpapier), bei
200 km von rd. 2% bis über 10 %i und bei 300 km von rd. 214% bis
zu 14%. Der Auslandverkehr über die trockene Grenze zeigt mit
Frachtanteilen von rd. 1% bis rd. 4% %! bei 100 km, von rd. 2%
bis rd. 8% bei 200 km und von rd. 21% % bis rd. 11% bei 300 km
eine nur wenig geringere Belastung als der Inlands- und der Binnenumschlagsverkehr.
 Bei Zeitungspapier speziell liegt der Frachtanteil
im Auslandverkehr bedeutend höher als im Inlandverkehr, wenn man die
verschiedene Preisstellung für den Binnen- und Weltmarkt berücksichtigt.
 Insgesamt dürfte sich im Durchschnitt je Kilogramm Papier eine
Frachtbelastung von 2 bis 21% Rpf. ergeben, das sind bei einem Durchschnittspreis
 von ungefähr 40 Rpf. je kg Papier rd. 5 bis 67%, des
Preises.
Gegenüber der Vorkriegszeit zeigt sich durchweg eine starke Erhöhung.
 Nur Zeitungsdruckpapier im Inlandverkehr ist geringer belastet
 als in der Vorkriegszeit. Sein Frachtanteil ist im Inlandverkehr
von 100 bis 300 km um rd. 3 bis 13% zurückgegangen. Für alle anderen
Papiersorten ist der Frachtanteil im Inlandverkehr um rd. 22 bis 43 %
zZ

80
Papierpreisen 1927—1928; 1914
Anteil der Fracht an den Preisen in % ı Zu- CO DEE ae —
— 1914 — — 1927 — — 1928 — 1928 :1914 7
bei km bei km bei km in %
50 |100|200|800| 50 [100|200[800| 50 [100|200[800 50 | 100 | 200 | 800

2,2/4,2 | 7,8 11,8 2,7 | 4,9 | 8,6 |11,7/ 8,2 | 5,8 |10,8/14,0/-4- 45,54 38,14 382,04 28,9
2,0/8,4 6,3 | 9,1/1,1 | 3,6 |6,5 | 8,7/ 1,8 | 3,8 | 5,8. 7,9) — 10,0— 29— 79— 132
0,4/0,7 1,2 11,7 [0,5 | 0,9 | 1,6 | 2,8 0,6 1,0| 1,8| 2,5/4+- 50,04 429+ 50/0+ 471
1,1/1,8 8,3 | 4,8 | 1,1 | 2,0 | 8,5 | 4,8/1,2 |2,2 | 3,9 5,4)+ 9,.11+ 222/+ 182+ 125

1,81 3,4 | 6,3 | 9,0 | 2,6 | 4,2 | 7,3 |10,0| 2,8 | 4,6 | 7,9110,8/4+- 55,6)4+ 35,3]+ 25,4|+ 20,0
1,3/2,8 | 4,8 [6,1 12,0 | 8,4 [5,9 | 8,1/2,0 8,4 | 5,9| 8,1|-4- 58,8/4- 47/8/-- 387,2/4+ 328
0,2/0,4 0,7 | 1,1 10,5 10,9 | 1,6 | 2,8/ 0,6 | 1,0 | 1,8| 2,5/-- 200,0/-- 150.0) 157,1/+ 127,3
0,6/1,1 12,1 |2,9 | 1,0 | 1,8 | 8,0 | 4,2/ 1,0 /1,8 | 3.0) 4,2 66,7/-4+ 63.64 42/9/4 448

1,8/3,4 | 6,8 | 9,0 | 2,7 | 4,9 | 8,6 111,7 8,2 | 5,8 |10,8/14,0|4- 77,8|+ 70,6/+ 63,5|+ 55,6
1,3 2314,3/6,1 2,1 38 68 9,4/2,8 | 4,2 | 7,510,4/-+ 76,9-+ 65,2/4+ 74,4/4- 705
0,2/0,4|0,7|/1,1 10,5 | 0,9! 1,6 | 2,8 0,6 | 1,0! 1,8 2.51 200.0. 150.0 107.1) 127,8
0,6 1,1121 |2.9|1,.1 |20|8,5| 4,8, 12/22 89 5,4 100,0/+ 100,04 85,7/-- 86.2

bei 100 km und um rd. 12% bis 47% bei 300 km gestiegen. Die stärkste
Steigerung weisen im Inlandverkehr die hochwertigen Papiere auf, die
geringste die Papiere in Klasse B, wie holzfreies Schreibpapier. Noch
stärker hat sich der Frachtanteil im Ausfuhrverkehr über die trockene
Grenze erhöht, um rd. 35 bis 150% bei 100 km, um rd. 20 bis 127 %
bei 300 km, sowie im Binnenumschlagverkehr, um rd. 65 bis 150%
bei 100 km, um rd. 56 bis 127% bei 300 km. Die stärkste Steigerung
des Frachtanteils erlitten auch im Ausfuhr- und Binnenumschlagverkehr
 die hochwertigen Papiere (vgl. Tab. 80).
Die Frachtbelastung der Pappe beträgt im Inland- und Binnenumschlagverkehr
 für gewöhnliche Pappe rd. 4 bis 51% bei 100 km, rd. 10
bis 153% bei 300 km, für bessere Pappe rd. 21% bis 4% bei 100 km,
rd. 61 bis 10 % bei 300 km. Im Auslandverkehr über die trockene
Grenze ist die Frachtbelastung rd. je 1 bis 2% % geringer.
Gegenüber der Vorkriegszeit ist die Belastung im Inlandverkehr
für grobe Pappen bei 100 km um rd. 20 bis 30 %i (teilweise auch 50%)
und bei 500 km um rd. 10 bis 20% (teilweise auch 2 bis 5'% und 30 ‘%)
gestiegen; für bessere Pappen beträgt die Steigerung im Durchschnitt
bei 100 km rd. 100 bis 140 .%', bei 300 km rd. 75 bis 100%. Nur wenig
geringer ist die Frachtbelastung im Auslandverkehr über die trockene
Grenze gestiegen, ungleich stärker dagegen im Binnenumschlagverkehr,
der im allgemeinen Durchschnitt für grobe Pappen Steigerungen von
Az
        <pb n="131" />
        Tabelle
Die Frachtbelastung der
|
Tarifklassen

Bezeichnung der Ware

1914 [abı.X.1928

IL Inlandware
Pappe in Bogen und Rollen usw.
Ta E Eh ter “RER Km
Weiße Handholzpappe..... . ee...
NENNEN RER BE REDE HR ER EEREERKEGRG
Maschinenlederpappe, reine Ware ...............
Maschinenlederpappe mit Einlage ...............
Weiße Maschinenholzpappe mit Einlage .........
Maschinengraupappe ....00000000en ee
Maschinengraupappe, hellgedeckt................
Pappe ein- oder zweiseitig gestrichen, auch
geglättet
Bessere Schuhpappe..... .
Kofferpapp® ....0.0000000000
IL Ausfuhrware
a) über die trockene Grenze
Pappe in Bogen und Rollen usw.
MANdISderPaPPS- ss srrr4rrrr er rer EEE EEE EEE
Weiße Handholzpappe...............0. 00000000
Handgraupapp® «....0.0000er kr a RK a Reel
Maschinenlederpappe, reine Ware ...............
BE A SI DSEDG mit Einlage ............0.0.
Weiße Maschinenholzpappe mit Einlage .........
Maschinengraupapp® e....000e ee
Maschinengraupappe, hellgedeckt................
Pappe ein- oder zweiseitig gestrichen, auch
geglättet
Bessere Schuhpappe...-Kofferpappe.....


Sp. T.I

C 10

*
’
3
,
+

9

;
+}

B 10

39. T.1II

AT 159 III

,
1”
1
Da
5

{x

:
»
“|

b) im Binnenumschlagverkehr
Pappe in Bogen und Rollen usw.
Handlederpappe.-......0.0000000000001 000er Enns
Weiße HARD rn sn gg bes
Handgraupapp® ....000000000040 00 ren raKn ER NR
Maschinenlederpappe, reine War ...............
Maschinenlederpappe mit Einlage ...............
Weiße Maschinenthlzpappe mit Einlage .........
Maschinengraupappe .............0. RE De
Maschinengraupappe, heilgedeckt................
Pappe ein- oder zweiseitig gestrichen, auch
geglättet
Bessere Schuhpapp® «0.0.0000 era
Kofferpapp® «...0.000000000000000
*) Val. Tab. 78.

AT 159 II

Mm 409

’
LA
n„
'"
”
„
3

|

B 10

PP

81
Pappenpreise 1914 und 1929
Die Frachtbelastung der Pappe | Zu- (4) bzw. Abnahme (—) der Fracht-__
 in % der Preise *) De belastung in %
— 1914 — - 1929 — 1929 : 1914
bei km beikm bei km
50 | 100 | 200 | 800 | 50 | 100 | 200 | 800 | 50 | 100 200 * 300

1,9 3,6 | 68 | 9,8| 2,6
21 89 78 |105| 2,9
23 |43 82 |118| 3,0
1,8 | 84 | 6,4 | 92 24
19 |26 68| 98 25
19 56 63 98 26
22 42 7": 118 80
19,36 5 981830

4,7
5,8
5,5
4,3
4,6

8£ 1114| + 21,1
9,8 12,7| + 38,8
8 13,3| + 30,4
7,7 10,5| + 27,8
Pa 111 —
5 116 + 21,1
3 188 + 86,4
v5 118301 + 526

+ 108 + 51
+ 21,9 | + 15,2
+ 195 + 192,7
L 1411 + 76
+ 18,9 + 74|+ 20
+ 81,0 | + 256 | + 17,7
+ 4721 4 368 | © 286

+ 19,4
+ 928,2
+ 27,9
+ 206

5

1,1 ' 2,0 38 5,4 | 2,2
06 | 1.1 | 22] 81|14

4,1 | 7,8 10,0| + 90,9 ] + 95,0 | + 81,6 | + 74,1
26/47 | 64! 4+188,3 | + 136.4 ° + 1091 | + 108.2

6
d,
1,8
1,9
15
1,6
L,
1
6
1,

2,9
3,1
3,5
2,8
2,9
2,9
99

5,5
5,9
6,6
5,1
RB x

7,8 2,8
84 45
9,4, 2,6
738 ' 2,1
oc a

3,7
8
04
CC

6,4
7,2
7,5
5,9
“x
4

8,8 + 25,0 + 172 + 55 + 26
9,8 + 38,3 + 29,0 + 158 + 11,9
10,8 + 386,8! + 22,9 | + 18,6 | +. 9,6
8,1 + 883,8 1 + 14814 98° © 55
86 0 — -
9,0| + 25,0 | + 18,8 + 1,8
1108 + 44,4 | + 26,5 + 144
„3 110.0 — 56,8 | © 41,4 + 925,6

z

5.5

‘ +
“8

0,9 | 1,6 | 8,0 | 43 1,9 38,8! 5,7 | 78| + 100,0 | + 98,8 ' + 80,0
0510917125 12121[36/| 50| 1400 | 41888 1118

72,1
£ 06.6

1,6 | 2,9
68 | 8,1
1,9 "3,5
1,5 2,8
L6 2,9
16 5“
1,8 3,
L6 929

5,5
5,9
6,6
5,1
BL

7,8
8,4
9,4
7,3

2,6
2,9
8,0
2,4

4,7
5,38
5,5
4,3

8,3
9,8
9,8
77
8
©

11,4 + 48,9
12,7| + 55,6
18,8' + 57,9
10,5 + 58,8
1 —
1,6 + 48,8
18,8| + 66,7
180! + 81,3

+ 48,8
+ 61,8
+ 57,1
L 46,4
+ 41,4
F 618
+ 8928

+ 864 + 382,1
+ 50,8 | + 44,0
+ 48,5 + 41,5
+ 48,1 + 35,6
+ 82,7 + 282
+ 55,6 | + 47,8
+ 691 | + 61,5

K

PEN

4:

0,9 | 1,6 | 3,0 48 21 4,1 | 7,8 110.0] + 188,8 + 148,8 | + 180,0 —+118,6
0510917] 25114126147 64| +180.0 | + 1889 | + 170.8 | + 1520

173”
        <pb n="132" />
        50 bis 60% bei 100 km und 30 bis 50 % bei 300 km aufweist, und für
feine Pappen entsprechend von 140 bis 190 Zi und 120'% bis 150 %
(vgl. Tab. 81).
Besondere Forderungen zur Frachtlage werden von der Pappenindustrie
 nicht gestellt. Die Papierindustrie weist auf die Schwierigkeit
 kin, daß sie in den Normalwagen wegen deren geringer Quadratmeterladefläche
 nicht 15 t auszuladen vermag. Damit ihr die Ausnutzung
der Normalklasse von 15 t gewährleistet ist, verlangt sie die Aufnahme
von Papier, vor allem von Rollenpapier, in das Verzeichnis der Güter
für großräumige Wagen und eine verstärkte Zuteilung dieser Wagen.
Denn auch beim Tarif 10 b, bei dem allein bisher der Industrie die Benutzung
 der großräumigen Wagen zugebilligt ist, scheitert deren Benutzung
 praktisch daran, daß nicht genügend großräumige Wagen vorhanden
 sind. Außerdem erstrebt die Papierindustrie eine Detarifierung
der Masse des Papiers aus Klasse B, die bisher den größten Teil ihres
Verkehrs umfaßt, nach Klasse C, da bei dem jetzigen Stande die Papierindustrie
 im Vergleich zu anderen Industriegruppen für den größten
Teil ihrer Produkte zu hoch tarifiert sel.

5. Steuerbelastung

Über die Steuerbelastung der papiererzeugenden Industrie liegt
einwandfreies Material nicht vor. Besondere Schwierigkeiten erwachsen
 der Industrie vor allem durch die Steuerbelastung, die auf dem
tuhenden Vermögen liegt. Der große technische Produktionsapparat
erfordert ein Werkerhaltungskonto, das weit über das Ausmaß dessen
hinausgeht, was bei den meisten anderen Industrien erforderlich ist.
Das Maschinenkapital der papiererzeugenden Industrie unterliegt in
besonderem Maße einer starken Abnutzung und fortlaufenden Verbesserungen,
 denen Rechnung zu tragen um 80 schwieriger ist, als die
Maschineneinheiten außergewöhnlich groß sind und immer schon in
wenigen von ihnen fast das ganze Kapital eines Betriebes investiert ist.

6. Eigen: und Fremdkapital

Über das Verhältnis der eigenen und fremden Mittel in der papiererzeugenden
 Industrie liegt authentisches Material nur für die Aktiengesellschaften
 vor. Nach der amtlichen Statistik arbeiteten die Aktiengesellschaften
 der papiererzeugenden Industrie im Jahre 1925 mit 42 A
Fremdkapital. Die papiererzeugende Industrie lag damit über dem
durchschnittlichen Anteil an Fremdkapital, den die Aktiengesellschaften
in der gesamten deutschen Industrie ausschließlich des Bank- und Versicherungsgewerbes
 hatten.
Es ist anzunehmen, daß seit 1925 das Fremdkapital in der papiererzeugenden
 Industrie zugenommen hat und heute über 50% des
Kapitals beträgt. Denn gerade seit dem Jahre 1925 setzte eine starke
Steigerung der Produktion und Modernisierung der Werke ein.

&amp;gt;

ww“
        <pb n="133" />
        Tabelle 82
Das Verhältnis von Eigenkapital und Fremdkapital bei den
Aktiengesellschaften der papiererzeugenden Industrie 1925
Eigenkapital *) | Fremdkapital*)
%

Papiererzeugende Industrie ............0..0.0004
Deutsche Industrie ohne Banken und Versicherungsgesellschaften
 ............,-.-Deutsche
 Industrie insgesamt .

58

49

62 | 38
47.5 ! 52.5

*) Eigenkapital = Dividendenberechtigtes Kapital = Genußschein und in der Bilanz ausgewiesene
 echte Reserven. Fremdkapital = Schuldverschreibungen und Hypotheken, sonstige Schulden.

Die Kapitalbeschaffung ist für die großen Werke der papiererzeugenden
 Industrie naturgemäß weniger schwer als für die kleineren.
Abgesehen von dem hohen Maschinen- und Gebäudekapital bieten insbesondere
 ihre ausgedehnten Grundstücke entsprechend der für einen
Weltbezug und -absatz transportorientierten Standortswahl Grundlagen
einer Kapitalaufnahme. Bei den kleinen Werken dagegen, die in den
Gebirgen liegen, wird die an sich im Verhältnis zu anderen Industrien
nicht ungünstige Beleihungsmöglichkeit des Maschinen- und Gebäudekapitals
 stark beeinträchtigt durch die Lage. Auch ihr früher wertvollster
 Kapitalteil, die Wasserkraft, hat, soweit sie nicht ständig ist,
mit Aufkommen der Elektrizität und ihrer Übertragungsmöglichkeit
stark an Wert eingebüßt. So leiden, im ganzen gesehen, vor allem die
Feinpapier-, die Pappen- und die mit ihr verbundene Holzschliffindustrie
im besonderen Maße unter der Kapitalnot. Die direkte Aufnahme von
Auslandskapnital ist nur wenizen der größten Werke gelungen.

7. Kapitalinvestition und Kapitalumsatz

Entsprechend der durchaus uneinheitlichen Rechtsformenstruktur
ist die Ermittlung des gesamten in der papiererzeugenden Industrie
investierten Kapitals erschwert. Feststellen läßt sich auf Grund der
amtl. Statistik nur, daß auf 149 in der papiererzeugenden und
‚veredelnden Industrie Ende 1927 vorhandene Aktiengesellschaften
257,6 Mill. RM. Nominalkapital entfielen. Über die Umsatzgeschwindigkeit
 des Kapitals in der Papierindustrie allein wurde von Verbandsseite
 für das erste Halbjahr 1925 eine Sondererhebung veranstaltet.
Die Fragen an die einzelnen Firmen hinsichtlich ihrer Papierfabriken
lauteten:
Li. Wie groß sind die derzeitigen Anlagewerte (Grund und Boden,
Gebäude, Maschinen) unter Zugrundelegung des Bilanzwertes?
Wie groß ist das derzeitige umlaufende Betriebskapital (Rohstoffe,
 Barvermögen, Guthaben, Lagerbestände)?
Es beträgt demnach das derzeitige Gesamtvermögen Ihrer Papier-Sahrık?


| 34
        <pb n="134" />
        Das im ersten Halbjahr 1925 verkaufte gesamte Papier hatte ab
Fabrik einen Wert von?
Die Antworten, die von insgesamt 103 Firmen einliefen, ergaben folgendes
 Bild (auf volle Tausend abgerundet):
1. Anlagekapital , . . . 98415000 RM= 56 %
2. Betriebskapital. . ... 77 236000 RM = 44% _
3. Gesamtvermögen . . . 175651000 RM =— 100 %
4. Wert des im 1. Halbjahr ;
verkauften Papieres. . 161229000 RM.

Demnach wurde durchschnittlich im ersten Halbjahr 1925 das Gesamtvermögen
 knapp einmal und das Betriebsvermögen rd. zweimal Uumgesetzt.
 Dies ergibt, für das zweite Halbjahr 1925 gleiche Größen
vorausgesetzt, eine Jahresumsatzgeschwindigkeit von knapp 2 für das
Gesamtvermögen und 4 für das Betriebskapital.
Die Erhebung beruht auf den Bilanzwerten und unterliegt entsprechenden
 Fehlerquellen. An sich weist die Umsatzgeschwindigkeit
in den einzelnen Betrieben der Papierindustrie notwendig starke Verschiedenheiten
 auf. Sie ist größer bei gemischten Betrieben als bei reinen
Betrieben, bei Zeitungsdruckpapier viel größer als bei mittelfeinen
Papieren und bei diesen wieder größer als bei konfektionierten Feinpapieren.
 Zudem liegt es im organischen Wachstum der deutschen papiererzeugenden
 Industrie begründet, daß ihre Umsatzgeschwindigkeit verhältnismäßig
 hoch ist. Nicht zuletzt ist es ihre insgesamt höhere Umsatzgeschwindigkeit,
 die die deutsche papiererzeugende Industrie befähigt,
 mit den durch natürliche Bedingungen stark bevorzugten ausländischen
 Industrien erfolgreich zu konkurrieren.

| 36
        <pb n="135" />
        DRITTER TEIL

Der Absatz

137
        <pb n="136" />
        I. Die Organisation des Binnenabsatzes

Die tragenden Organisationen der papiererzeugenden Industrie sind
neben dem in 15 Bezirksgruppen aufgeteilten Arbeitgeberverband‘):
der Verein Deutscher Zellstoff-Fabrikanten E. V.,
der Verein Deutscher Holzstoff-Fabrikanten E. V.,
der Verein Deutscher Papierfabrikanten E. V.,
der Verein Deutscher Pappenfabrikanten E.V.
Diese vier Vereine sind in einem Zentralausschuß der Papier-, Pappen-,
Zellstoff- und Holzstoff-Industrie zusammengefaßt. Der Zentralausschuß
 hat die Aufgabe, die ihm angeschlossenen Gewerbezweige im
Wege der Selbstverwaltung zu fördern und in gemeinschaftlichen Angelegenheiten
 zu vertreten. Die Schriftführung des Zentralausschusses
fällt abwechselnd einem der obengenannten Vereine zu. Diesen selbst
liegt die Förderung und Vertretung der Interessen ihrer Industrie ob.
Außer den genannten Verbänden besteht noch eine große Zahl von
Fachvereinigungen, die die Interessen der einzelnen Erzeugungsgruppen
vertreten und im wesentlichen Absatzorganisationen darstellen:
1. Die Zellstoffindustrie

In der Zellstoffindustrie überwiegen die für eine Kartellierung
günstigen Voraussetzungen; starke Kapitalintensität der Betriebe, großindustrielle
 Struktur und ein wenig differenziertes Produktionsprogramm
 sind ihre diesbezüglichen Kennzeichen. Trotz der kartellgünstigen
 Struktur bestanden in der Zellstoffindustrie bis zum Jahre
1928 keine Absatzorganisationen, obwohl der Verein Deutscher Zellstoff-Fabrikanten
 in der Kriegswirtschaft die Funktion der Richtpreisfestsetzung
 gehabt hatte. Erst die dem Bedarf zeitweilig stark vorauseilende
 Produktion des Jahres 1927 und der dadurch hervorgerufene
verschärfte Wettbewerb auf dem Weltmarkt und in Deutschland selbst
förderten die Kartellierung der Zellstoffindustrie. Im Frühjahr 1928,
ale durch den Streik in Schweden die Preisunterbietungen eine Korrektur
 erfahren hatten, kam es zur Gründung des Sulfitzellstoff-Verbandes.
 Die Gesamtproduktion an Sulfitzellstoff wird von den 23 Mitgliedern
 des neuen Verbandes nahezu restlos kontrolliert. Das Kartell

') Vgl. Zweiter Teil, III2, 8. 93£.

34
        <pb n="137" />
        regelt indessen nicht den gesamten Verkauf, sondern nur den inländischen
 Absatz, der rd. 45% der Gesamterzeugung beträgt. Von den restlichen
 55% entfallen ungefähr 35 %' auf den Eigenverbrauch und 20%
auf den Export. Der Zellstoffexport liegt überwiegend in den Händen
von im Auslande seßhaften Agenten oder Zellstoffhandelshäusern, die
gegen Vergütung das Delkredere übernehmen, und nur zum Teil in
den Händen von inländischen Exporteuren. Im Inlande vollzieht sich
der Absatz unter Kontrolle des Kartells direkt zwischen den Zellstoffproduzenten
 und den Abnehmern, teilweise auch durch Vermittlung von
auf Provision angestellten Vertretern.
Die Geschäftsführung des Sulfitzellstoff-Verbandes liegt in den
Händen der Sulfitzellstoff G. m. b. H. Die Sulfitzellstoff G. m. b. H. hatte
von Anfang an einen recht straffen Kartellcharakter. Neben einer
leichten Preiserhöhung, wie sie durch die Weltmarktlage bedingt war,
brachte sie Produktionskontingente auf Grund der Erzeugungsziffern
von 1927. Ergibt sich bei der jeweils halbjährlichen Abrechnung eine
Quotenüberschreitung, so sind Zahlungen an eine Ausgleichskasse zu
leisten, doch hat die Sulfitzellstoff G.. m. b. H. bisher nicht die Möglichkeit,
 die Produktion selbst einzuschränken, Auch hat sich das Kartell
weder als solches noch mit den Mitteln seiner Ausgleichskasse in den
Dienst der Exportpolitik gestellt. Dagegen ergab sich durch die Auslandskonkurrenz
 auf dem deutschen Markt ein Übereinkommen mit, der
Tschechoslowakei, das den tschechischen Absatz nach Deutschland
gegen die Zusage eines kleinen Preisvorsprunges auf 30 000 t Jährlich
begrenzt. Mit den nordischen Lieferanten ist bis jetzt keine Einigung
über den deutschen Markt getroffen worden‘). Mit Finnland scheint, es
noch am ehesten möglich, da der Zellstoffexport Finnlands nach
Deutschland zur Hauptsache aus Sulfatzellstoff besteht, worin Deutschland
 gegenwärtig vor allem infolge der gewerbepolizeilichen Vorschriften
 eine nur unzulängliche Eigenproduktion hat.
Die durch Organisation und vielfach durch Personalunion enge
Verbundenheit zwischen der Zellstoffindustrie und der Papierindustrie
und die wirtschaftlich starke gegenseitige Abhängigkeit beider Industrien
 läßt die Abnehmerschaft die Gründe anerkennen, die zur Kartellgründung
 im Zellstoffabsatz geführt haben. Auch die Preispolitik
des Zellstoffkartells wird grundsätzlich als maßvoll bezeichnet. Die
Zahlungsbedingungen allerdings, 2% %, bei Barzahlung, 2% bei 14-tägiger
 Zahlung und 30 Tage netto, werden als schwer tragbar
empfunden, da die Papierindustrie ihrerseits meist nicht in der Lage
ist, ihren Abnehmern gegenüber entsprechende Bedingungen durchzusetzen.
 Die Rabattpolitik des Kartells stößt auf größeren Widerstand.
Für Monatsbezüge von 1 bis 249 t, 250 bis 499 t, 500 bis 749 t, 750 bie
999 t und 1000 t und darüber sind Rabatte von 1, 2, 3, 4 und 5 %, vorgesehen,
 so daß vor allem die Verbraucher kleiner Mengen dagegen Bedenken
 erheben. Doch wird demgegenüber geltend gemacht, daß große
Umsätze in einheitlichen Bezügen gerade in der Zellstofferzeugung Vorteile
 bringen, die dem Großverbraucher zugute kommen zu lassen durch-1)

 Doch vgl. Dritter Teil I, 1b. S. 1711.

‚41°
        <pb n="138" />
        aus berechtigt sei. Außerdem stellt die Rabattstaffel, vom Standpunkt
des Kartells aus beurteilt, eine wirkungsvolle Abwehr der nur im
großen lohnenden Eigenproduktion und des Imports dar. Der Höchstrabatt
 von 5 % kommt nur für die letzten Mengen in Frage, so daß
Eigenproduktion oder Import unbedingt 5% billiger sein müssen, wenn
sie sich rentieren sollen.

2. Die Holzschliffindustrie

Die Absatzorganisationen der Handelsholzschliffindustrie sind in
dem Ausschuß der Deutschen Handelsholzstoff-Industrie zu einer gemeinsamen
 Spitze zusammengefaßt. Sie sind wie folgt regional aufgebaut:

Verband der Süddeutschen Holzstoff-Fabrikanten,
Verband Westdeutscher Holzestoff-Fabrikanten,
Verband Mitteldeutscher Holzstoff-Fabrikanten,
Verband Schlesischer Handelsholzstoff-Fabrikanten.
Der schlesiche Verband umfaßt heute nur noch einen Bruchteil der
vorhandenen Handelsschleifereien, weil die besonders ungünstigen Absatzverhältnisse
 in Schlesien zu einer starken Zersetzung der Industrie
geführt haben. Außerdem besteht noch in Sachsen eine Vereinigung,
die aber auf die Absatzverhältnisse fast keinen Einfluß mehr hat.
Trotz der Vorteile, die gerade in der Handelsholzschliffindustrie mit
ihrer vom Wasserstand diktierten Über- und Unterproduktion sowohl
dem Erzeuger als auch dem Abnehmer aus einer zweckdienlichen Verbandspolitik
 erwachsen könnten, ist die Bedeutung der Kartelle stark
eingeschränkt. Allein die Handelsschleiferei West- und Süddeutschlands
ist restlos zusammengeschlossen und verfügt besonders in dem Verband
 der Süddeutschen Holzstoff-Fabrikanten über eine geordnete Absatzorganisation,
 deren Vorteile auch die Abnehmerschaft anerkennt.
Der süddeutsche Verband hat in seinem über 35jährigen Bestehen
keinerlei Schwierigkeiten mit den Abnehmern gehabt, allerdings ist er
begünstigt durch die im Wasserstand sich ausgleichenden Standorte
der ihm angehörenden Schleifereien, die zu einem Teil im Alpenlande,
zum anderen im Mittelgebirge liegen.

3. Die Papierindustrie

Die große Zahl der Fachgruppen der Papierindustrie ist im Gegamtausschuß
 der Fachgruppen der Papierindustrie zusammengeschlossen.
 Dieser vereint in sich folgende Haupt- und Fachgruppen:
A. Schreib- und Druckpapiere

1

Vereinigung Feinpapier,
umfaßt bessere, und zwar vorwiegend lumpenhaltige Post-, Kanzleiund
 Ausstattungspaniere. Zeichenpapiere, Kartothekpapiere, Brief-[41
        <pb n="139" />
        umschlag- und Broschürenpapiere, Dokumenten-, Wertzeichen- und
Bücherpapiere, Lichtpausrohpapiere und Rohölpauspapiere.
Vereinigung Holzfrei,
umfaßt alle gewöhnlichen holzfreien Schreib- und Druckpapiere,
einschl. der gewöhnlichen Zeichenpapiere sowie der holzfreien Normalpapiere,

Vereinigung Normalpapier,
umfaßt die besseren Normalpapiere für Schreib- und Druckzwecke
nach den behördlichen Bestimmungen.
Vereinigung Holzhaltig,
umfaßt alle holzhaltigen Papiere, die vorwiegend für Schreib- und
Druckzwecke Verwendung finden. .
B. Packpapiere
Vereinigung Pergamyn,
umfaßt die fettdichten Pergamynpapiere.
Vereinigung Einseitig glatt,
umfaßt alle besseren einseitig glatten Packpapiere, die rein
aus Zellulose oder auch mit Zusatz von Holzechliff, jedoch ohne
Altpapier, hergestellt sind. Auch wenn diese Papiere satiniert sind.
fallen sie unter die genannte Vereinigung.
Vereinigung gat. imit. Pergament.
Hierbei handelt es sich um eine Papiersorte, die allgemein unter
diesem Ausdruck bekannt ist und die in der Hauptsache als Ersatz
für Pergamyn verwandt wird. VE an ran Are
Yereinigung Packpapier,
umfaßt alle geringeren Packpapiere, die vorwiegend aus Altpapier
anter verhältnismäßig geringem Zusatz von Zelletoff hergestellt
werden.
Vereinigung Braunholzpapier,
umfaßt die aus braunem Holzschliff hergestellten Packpapiere.
Vereinigung Schrenzpapier (ostdeutsche).
Hierunter fallen die sogenannten Schrenzpapiere, die fast ausschließlich
 aus Altpapier hergestellt werden.

5

m

Q

10

11.

C. Spezialpapier
Vereinigung Briefumschlagpapier,
umfaßt Hanf-, Esparto- und Tauenpapiere, die zur Herstellung von
Briefumschlägen dienen. ;
Vereinigung Sackpapier.
Tierunter fallen Papiere, die zur Herstellung von Papiersäcken
lienen.
Vereinigung Spinnpapier.
Dapier zur Herstellung von Papiergarn.
Vereinigung Streichpapier. ,
Hierunter fallen holzhaltige und holzfreie Streichpapiere, die zur
Herstellung von Kunstdruckpapier, Chromo- und Buntpapier verwandt
 werden.

I

13.

14.
        <pb n="140" />
        15. Vereinigung Flor-und Durchschlagpost,
umfaßt satinierte und maschinenglatte, meist holzfreie Papiere,
die vorwiegend für Durchschlagzwecke Verwendung finden und als
Ersatz für die früheren Kopierpapiere in steigendem Umfange herangezogen
 werden.
Vereinigung Dünn-Pergamynund Pergamentersatz.
Hierunter fallen die dünnen Pergamyn- und Pergamentersatzpapiere
in Gewichten von etwa 18 bis 30 g/am.
Vereinigung Kabelpapier und Isolierpapier,
umfaßt solche Papiere, die für Kabel und Isolierzwecke Verwendung
 finden.
Vereinigung Seidenpapier.
Hierzu gehören die regelrechten Seidenpapiere, die zur Herstellung
von Blumen sowie zum Füttern von Briefumschlägen dienen. In
die gleiche Kategorie fallen noch die Spezialpapiere für Zigarettenund
 für Karbonpapier, ferner Kopierpapiere und Kopierrollen.
Vereinigung Kartonpapier,
umfaßt Elfenbeinkartons ungeklebt und geklebt aus holzfreien
Papieren sowie Einlagekartons mit holzhaltiger Einlage.
Außer diesen Vereinigungen bestehen noch folgende Syndikate:
Verband Farbig-Holzhaltig G. m. b. H.,
Pergamentersatz G. m. b. H. (aufgelöst im Jahre 1930),
Verkaufsstelle Westdeutscher Packpapierfabrikanten G.m.b. H.,
Wirtschaftsstelle für Kunstdruckpapier G. m. b. H., Abt. Übersee,
Verband Deutscher Druckpapierfabriken G. m. b. H.,
Ringfreie Druckpapierfabriken G. m. b. H.

Die gesamten Vereinigungen kontrollieren rd. 70% des Inlandabsatzes.
 Die verbandsmäßigen Bindungen in der Ausfuhr sind ungleich
 geringer. Die Syndikate allerdings regeln durchweg auch den
Export kartellmäßig. Der übrige Rohpapierexport dagegen wird nur
in wenigen Ausnahmen kartellmäßig erfaßt. Bei Dünn-Pergamyn und
bei Streichpapier sind auch die Exportpreise geregelt, und bei einigen
wenigen andern Papieren ist darüber hinaus die kartellmäßige Exportpreisregelung
 zugleich mit internationalen Abmachungen verbunden.
Für farbige Seidenpapiere und Durchschlag- und Florpostpapiere bestehen
 Abmachungen über feste Mindestpreise, Fabrik- und Länderquoten
 zwischen Deutschland, Schweden, Norwegen, Österreich, Finnland
 und der Schweiz, mit dieser jedoch ohne Quote. Für Elfenbeinkarton
 haben Deutschland, Österreich, die Tschechoslowakei und
Schweden ein zur Zeit allerdings ruhendes Abkommen getroffen, das sich
auf einen fortlaufenden Austausch von Markt- und Verkaufsberichten,
früher auch auf Preisfragen, bezieht. Für holzfreies Schreib- und Druckpapier
 besteht mit Einbezug von Finnland und Belgien eine ähnliche,
verhältnismäßig lockere Einrichtung wie für Elfenbeinkarton. Der
internationale Statistikenaustausch dieses Abkommens vollzieht sich auf
Grund eines Fragebogens, der von allen Fabriken monatlich auszu-+3
        <pb n="141" />
        füllen und dem zuständigen Landessekretariat zur Weitergabe an die
anderen Länder zuzuleiten ist‘).
Aus der eingehenden Organisation des Papierabsatzes den Rückschluß
 ziehen zu wollen, daß die Papierfabrikation an sich besonders
kartellfähig sei, wäre verfehlt. Die Zeitungsdruckpapiererzeugung
allerdings zeigt einer Kartellierung sehr günstige Elemente. Zeitungsdruckpapier.
 ist ein gleichförmiges Massenprodukt, dessen Produktion
sich auf verhältnismäßig wenige Betriebe verteilt. Keineswegs
gleich günstige Voraussetzungen für einen Zusammenschluß bietet
schon die Produktion von Packpapier. Zwar handelt es sich hier auch
größtenteils um Massenpapierfabrikation, aber die Zahl der Sorten
und der beteiligten Betriebe ist bedeutend größer. Eine dem Zeitungspapier
 vergleichbare Standardisierungsmöglichkeit und Kartelleignung
ist unter den Packpapieren nur dem Pergamentersatzpapier, dem
Schrenzpapier und dem Braunholzpapier zuzusprechen. In der Feinund
 Spezialpapierproduktion liegen die Verhältnisse für einen Zusammenschluß
 ausgesprochen ungünstig. Die Fein- und Spezialpapiererzeugung
 ist eine Fabrikation mannigfaltigster Arten in kleinen
Mengen. Selbst die stark spezialisierte Organisation, die uns in dem
oben wiedergegebenen Aufbau der Papierkartelle entgegentritt, vermag
keine reinliche Scheidung durchzusetzen. Dieser steht die Technik der
Papiermaschine entgegen. Die meisten Papiermaschinen sind für die
Erzeugung verschiedenster Sorten eingerichtet, so daß jeder Fabrikant
Typ und Quantität seiner Fabrikation meist ohne größere Schwierigkeit
 den jeweiligen Erfordernissen des Marktes anpassen kann. Die
Leichtigkeit der technischen Umstellung aber wirkt kartellstörend, da
den bestehenden Verbänden jederzeit Außenseiter entstehen können.
Ein weiterer, den Kartellbestand stark gefährdender Faktor ist die
Konjunkturempfindlichkeit der Ware Papier. Der Papierverbrauch
steht im engsten Zusammenhang mit dem Auf- und Abstieg der Gesamtwirtschaft.
 Die Papierindustrie unterliegt somit grundsätzlich fortlaufend
 wiederkehrenden Depressionszeiten. In diesen aber machen sich
bei den Papierkartellen, da sie stark verschiedene Betriebsgrößen vereinen,
 alle Nachteile geltend, denen allgemein aus heterogenen Elementen
 gebildete Kartelle in Depressionszeiten unterliegen. Für die
kapitalintensiven Betriebe, die mit einem größeren festen Kostenelement
 zu rechnen haben, ist es meist vorteilhafter, bei billigen Preisen
große Mengen abzustoßen, als Produktionseinschränkungen vorzunehmen,
 das aber ist gleichbedeutend mit der Zerstörung des Kartells.
Freilich ist die Kartellfähigkeit in hohem Maße durch das Verbrauchsvolumen
 bedingt. Steigt von Depression zu Depression das Papierverbrauchsvolumen,
 so werden die die Kartelle der Papierindustrie gefährdenden
 konjunkturellen Rückwirkungen der Gesamtwirtschaftslage abgeschwächt.

Versucht man, die Mittel und Wege, mit denen die papiererzeugende
Industrie die ihr eigenen Kartellschwierigkeiten zu überwinden sucht.

1) Über die internationalen Bindungen im Zeitungsdruckpapierexvort vgl.
Dritter Teil HI, 1ec, S. 192.

144
        <pb n="142" />
        nach ihrem Kartellgehalt zu systematisieren, so ergibt sich eine allgemeine
 Dreiteilung in lose Preiskartelle, qualifizierte Preiskartelle und
die Syndikate.
Die weit überwiegende Zahl der obengenannten Vereinigungen hat
die Form von losen Preiskartellen. Ihre eigentliche Entstehungszeit
 ist — nach mannigfachen, bis in die neunziger Jahre des
vorigen Jahrhunderts zurückreichenden, aber nie von nachhaltigerem
Erfolge begleiteten Kartellgründungen — die Kriegs- und Inflationszeit.
Damals war ihre wichtigste Aufgabe, auf die Erhaltung der Substanz
der Betriebe hinzuarbeiten. Diese Aufgabe mündete in die Zurückführung
 zum Goldpreis, die in den Konventionen der papiererzeugenden
Industrie bereits im Juli 1923 einsetzte und bis weit in die Nachinflationezeit
 hinein die Kartellpolitik in der papiererzeugenden In-Justrie
 beherrschte. Allmählich glitt dann die Aufgabe der Goldpreisfndung
 hinüber in die ihr zugrunde liegenden konservierenden Elemente,
 die „richtige Kalkulation“ wurde als Norm in den Vordergrund
der Kartellpolitik gestellt. Daß gerade ihr in der papiererzeugenden
[nduetrie eine entscheidende Bedeutung zufällt, ist durch die Höhe des
fixen Kapitalanteils bedingt. Auf die Vernachlässigung der fixen Kosten,
ingbesondere der Abschreibungs- und Regiekosten, werden die beiden
preiszerstörenden Elemente zurückgeführt: die gelegentliche Anfertigung
betriebsfremder Sorten und die mangelnde Spezialisierung. Um diese
beiden Fragen Kkristallisiert sich auch heute noch das Kartellproblem
der papiererzeugenden Industrie; sein Kern ist, die richtige Kalkulation
als Grundlage exakter Preisfindung herauszustellen und damit zugleich
eine Orientierung über das Produktionsprogramm zu schaffen. Diese
letzte Aufgabe steht im engsten Zusammenhang mit der Aufgabe der
Selbstkostenermittlung, sie ist ihr Ziel und ihre Ursache. Denn die
weitgehende technische Umstellungsmöglichkeit der Papiermaschine
wirkt sich kartellpolitisch, mitunter aber auch gesamtwirtschaftlich, solange
 störend aus, als die Betriebe in Unkenntnis einer richtigen Kalkulation
 geneigt sind, bei schlechten Preislagen der von ihnen hergestellten
 Produkte ihr Produktionsprogramm zu ändern. Sie bieten
sich dadurch gegenseitig fortwährend eine latente und von Fall zu Fall
eine akute Außenseiterkonkurrenz, die vom Schrenz- bis zum Kunstdruckpapier
 eine ständige Gefahr für den Preisstand darstellt. Diese
Gefahr galt es, auf ihr wirtschaftlich berechtigtes Maß zurückzuführen;
die latente Konkurrenz sollte nur dann akut werden können, wenn die
Preise in einem Produkt so liegen, daß sie für den diesen Artikel neu
aufnehmenden Betrieb nicht verlustbringend sind. Um die Unterlagen
für die „Grenzen berechtigter Konkurrenz“ zu schaffen, wurden die
Preise auf Grund eingehender Kalkulation im Jahre 1925 neu ermittelt.
Außerdem wurde 1926 vom Gesamtausschuß der Fachgruppen eine
Studienkommission für das Rechnungswesen in der Papierindustrie ins
Leben gerufen, deren Forschungsergebnisse in einer Kalkulationsanweisung!)
 niedergelegt sind. Die Mängel des Systems liegen darin, daß

ı) Veröffentlichungen der Studienkommission für das Rechnungswesen in der
Papierindustrie, Berlin-Charlottenburg, 1927/28. I: Richtlinien für eine kaufmän-145


0 ZEnquete-Ausschuß, I 5, Band 10,
        <pb n="143" />
        bei der vielfach „verbundenen“ Produktion die Zurechnung der Kosten
für jede einzelne Sorte häufig kaum möglich ist, und daß notwendig auch
aus der fortlaufenden Zurechuung Schwierigkeiten entetehen werden.
So sind in den meisten Konventionen trotz starker Veränderung der
einzelnen Kostenelemente die 1925 ermittelten Preise die noch heute
gültigen Listenpreise.
Die Aufstellung der Listenpreise hatte in den meisten losen Preiskartellen
 bisher nur geringen Erfolg. Nur die weniger bedeutenden
Spezialpapiervereinigungen vermögen ihre Listenpreise zu halten. Dagegen
 lagen Mitte 1929 die effektiven Preise der großen Vereinigungen
bis zu 15% unter den 1925 ermittelten Listenpreisen. Neben dieser
Unterschreitung des Gesamtpreisniveaus macht sich eine in gleicher
Richtung wirkende Verschiebung innerhalb des Listenpreissystems
geltend. Die Vielgestaltigkeit der Sorten verlangt eine eingehende Spezialisierung
 der Listenpreise in Qualitäts- und Preisstufen. Dies hat
zur Folge, daß bei steigender Konjunktur die geringeren Stoffklassen
die Tendenz zeigen, sıch in die nächsthöheren Preisstufen zu schieben
und bei sinkender Konjunktur umgekehrt ein Abfallen der besseren
Stoffklassen in die nächsttieferen Preisstufen zu verzeichnen ist.
Nur wenigen Vereinigungen ist es bisher gelungen, ihr gesamtes
Listenpreisniveau und seine Gradetufen fest zu verankern. Es sind dies
außer den Syndikaten die qualifizierten Preiskartelle.
Sie erfassen den Inlands- und Europaabsatz von Kunstdruckpapier, den
In- und Auslandsabsatz von farbig Seiden- und den Auslandsabsatz von
Durchschlag- und Florpostpapier. Insgesamt unterliegen damit einer
festen kartellmäßigen Regelung durch die qualifizierten Preiskartelle
und die Syndikate rd. 7 %, des Produktionswertes, und seit Auflösung der
Wirtschaftsstelle für Pergamentersatz rd. 4 %, wobei von der Zeitungspapierproduktion
 und deren Syndikaten abgesehen ist.
Die qualifizierten Preiskartelle arbeiten durchweg mit Kontingentierung
 und mengen- oder geldmäßigem Umsatzausgleich. Die entwickelte
 Form eines qualifizierten Preiskartells in der papiererzeugenden
Industrie stellt die Wirtschaftsstelle für Kunstdruckpapier
 G. m. b. H. dar. Ihrer Bewirtschaftung unterliegt zweiseitig
 gleichmäßig gestrichenes Kunstdruckpapier unter 220 g/qm. Die
Preise des Verbandspapieres werden durch die Gesellschafterversammlung
 festgesetzt. Zur Stützung der Preise unterliegen sämtliche Auslieferungen
 der Gesellschafter einer Kontingentierung. Die Kontingentsanteile
 sind nicht nach der Kapazität, sondern nach dem vorhergegangenen
 durchschnittlichen Produktionsumfang festgelegt und können nur
durch einstimmigen Beschluß sämtlicher Mitglieder geändert werden.
Für Über- und Unterschreitung der Kontingente ist ein halbjährlicher
Ausgleich vorgesehen. Der Ausgleich vollzieht sich sowohl als Mengenwie
 auch als Geldausgleich, wobei die Möglichkeit von Überschreitungen
der Anteile absolut begrenzt ist. Außerdem hat man in das Ausgleichenische

 Normalbuchführung in Papierfabriken. II und MI: Richtlinien für eine
Betriebsbuchhaltung in Papierfabriken und Allgemeine Grundsätze der Selbstkostenrechnung.
 Dazu Anlage zu I: Kontenplan. Sachverzeichnis und Anhang zu II und DIT.

Ar
        <pb n="144" />
        verfahren zur Paralysierung der Konjunktureinflüsse besondere
Schätzungskontingente eingeschaltet. In Anlehnung an den tatsächlich
 erreichten Gesamtumsatz des vergangenen Monats und den zu
erwartenden Bedarf der nächsten Monate wird allmonatlich der zu
erwartende Gesamtumsatz geschätzt. Für jeden einzelnen Gesellschafter
stehen somit seiner tatsächlichen Auslieferung sein statutenmäßig festgelegter
 Anteil und sein geschätzter Anteil gegenüber. Übertrifft die
tatsächliche Auslieferung den statutarisch zulässigen Anteil, so tritt
ein Mengenausgleich ein. Die Differenz zwischen der tatsächlichen Auslieferung
 und dem zulässigen Anteil wird auf den Anteil für den
nächsten Zeitabschnitt angerechnet. Übertrifft aber die tatsächliche
Auslieferung sowohl den statutenmäßigen Anteil als auch den geschätzten
 Anteil, so tritt ein Geldausgleich ein. Auf der Differenz
zwischen der tatsächlichen Auslieferung und dem statutarischen Anteil
liegt sodann eine Abgabe von 5% des Wertes für Überschreitungen
bis zu 5%, und von 10 % des Wertes für Überschreitungen von mehr
als 5 bis 15%. Ein Mengenausgleich findet dann nur noch insoweit
statt, als die Differenz 15% überschreitet. Die 15 %i überschreitende
Menge wird auf das nächste Halbjahr überschrieben. Findet in zwei
aufeinanderfolgenden Halbjahren der letztgenannte Mengenausgleich
statt, so muß im dritten Halbjahr die ganze sich ergebende Überlieferung
 wieder durch Geldausgleich glattgestellt werden.
Aueh die Ausgleichsansprüche der Minderlieferer unterliegen zum
Schutz gegen „faule Rentner‘ einer Beschränkung, die Vergütung der
Unterlieferer ist auf höchstens 25% ihrer statutarischen Anteile be“
grenzt. Bleibt ein Unterlieferer im Falle höherer Gewalt um mehr als
die Hälfte hinter seinem statutarischen Anteil zurück, so hat er Anspruch
 auf anteilsmäßige Aushilfslieferungen der anderen Gesellschafter.

Die Durchführung der Bestimmungen ist durch Außenseiterklausel
und ein weitgehendes Meldesystem für Produktion, Lagerbestand,
Offerten, Aufträge und Auslieferungen gestützt. Ferner greifen im
Verstoßfalle Ordnungs- und Vertragsstrafen Platz. Verstöße gegen die
bei der Wirtschaftsstelle fälligen Zahlungen und Meldungen unterliegen
einer Ordnungsstrafe von jeweils 50 RM für jede angefangene Woche
des Verzugs, leichte Vertragsverletzungen werden mit Ordnungsstrafen
bis zu 3000 RM geahndet, bei schweren Vertragsverletzungen ist die
Einschaltung eines Schiedsgerichtsverfahrens vorgesehen. Dieses
richtet sich gegen jegliche in irgendeiner Form vollzogene Preisunterschreitung
 und sieht als Strafe 25% des Rechnungsbetrages vor, den
das schuldige Mitglied bei Innehaltung der Vorschriften hätte berechnen
müssen. Jedes Mitglied ist verpflichtet, selbst nur vermutete Vertragsverletzungen
 der Wirtschaftsstelle zur Untersuchung anzuzeigen. Ist
durch eine grobe Vertragsverletzung eines Mitgliedes ein anderes.
Mitglied nach dem Urteil des Schiedsgerichts unmittelbar oder mittelbar
geschädigt worden, so kann diesem Mitgliede nur aus besonderen
Gründen das Ausscheiden aus dem Vertrage verweigert werden.
Typische Syndikatsformen der papiererzeugenden Industrie
zeigen die beiden Druckpapiersyndikate und die inzwischen aufgelöste

| 47
        <pb n="145" />
        Pergamentersatz G. m. b. H. Die Eignung des Pergamentersatzpapieres
zu einer Kartellbildung höherer Ordnung ist ebenso wie die des
Zeitungspapieres vornehmlich zurückzuführen auf die die Massenherstellung
 fördernde Gleichartigkeit in der Zusammensetzung des Stoffes und
auf die die Kontrollmöglichkeit erleichternde scharfe Umgrenzung beim
Vertrieb gegenüber anderen Papiersorten. Die PergamentersatzG.m.
 b. H., die am 1. Januar 1929 ihre Tätigkeit aufgenommen
hatte, übernahm und regelte den Verkauf von 100prozentigen zellulosehaltigen
 gebleichten und ungebleichten Pergamentersatzpapieren über
35 g/am und von allen nach Stoffzusammensetzung, Art und Verwendungszweck
 pergamentersatzähnlichen Papieren, soweit sich ihr Preis
in einem Rahmen von 10%; nach oben und unten um den Verbandspreis
 bewegte. Die Mitgliederzahl betrug 9 von insgesamt 14 derzeit
bekannten Firmen, womit die Pergamentersatz G. m. b. H. rund 80 bis
90% der Gesamtproduktion an Verbandspapier umfaßte. Mit der
Zugehörigkeit zur Pergamentersatz G. m. b. H begaben sich die Gesellschafter
 eines jeden Rechtes zum eigenen Verkauf. Sämtliche bei ihnen
eingehenden Anfragen und Aufträge hatten sie unverzüglich dem Verbande
 zur Erledigung zu überweisen. Sie waren dafür an den Lieferungen
 des Verbandes anteilsmäßig mit Kontingenten beteiligt. Ergaben
sich bei der Auftragserteilung Minderzuweisungen, so waren diese
möglichst im folgenden Monat aufzuhöhen. Waren die Minderzuweisungen
darauf zurückzuführen, daß das Fabrikat des betreffenden Werkes
weniger gewünscht wurde, so konnte die Geschäftsführung den Ausgleich
 dadurch herbeiführen, daß sie zu Lasten des liefernden Werkes
für die weniger verlangten Fabrikate niedrigere Preise als die allgemein
gültigen forderte. Umgekehrt konnte sie für bevorzugte Fabrikate die
Preise zugunsten des liefernden Werkes erhöhen. Doch bestand eine
Lieferungspflicht nur zu den normalen oder gegebenenfalls heraufgesetzten
 Preisen. Bei herabgesetzten Preisen war der betreffende
Gesellschafter lieferungsfrei, die nicht gelieferten Mengen aber wurden
auf die Berechtigungsanteile angerechnet. Ebenso trat Lieferungsfreiheit,
 aber ohne Anspruch auf Entschädigung oder Überschreibung
von Ersatzlieferungen ein, wenn der Gesellschafter in seiner Lieferungspflicht
 aus nicht selbst zu vertretenden Gründen behindert war oder sein
Betrieb stillag. Für die Folgen verspäteter oder mangelhafter Lieferungen
 haftete der Gesellschafter selbst.
Für ihre Lieferungen wurden die Mitglieder vom Verbande auf
Grund von Verrechnungspreisen entschädigt. Diese wurden aus dem
Durchschnittserlös für die Verbandspapiere im Inland und Ausland
unter Zugrundelegung einer Durchschnittefracht und unter Berücksichtigung
 des Einlasses vom Aufsichtsrat ermittelt und festgesetzt. Der
Einlaß diente zur Deckung der Geschäftsunkosten und wurde ebenfalls
laufend vom Aufsichtsrat bestimmt.
Mit seiner Befugnis der Preis- und Einlaßfestsetzung war der Aufsichtsrat
 das entscheidende Organ der Pergamentersatz G. m. b. H.
Er wurde mit der Höchstzahl von 5 Mitgliedern auf die Dauer von
2 Jahren von der Gesellschafterversammlung gewählt. Die Abstimmung

‚
        <pb n="146" />
        der Gesellschafterversammlung erfolgte nach Kontingenten mit Stimmenmehrheit.
 Doch war wegen der starken Betriebsgrößendifferenzierung
 die Höchststimmenzahl je Gesellschafter auf 25%! des Gesellschaftskapitals
 begrenzt.
Alle Streitigkeiten aus dem Gesellschaftsvertrage unterlagen einer
schiedsgerichtlichen Entscheidung, deren Ermessen ebenfalls die Festsetzung
 der Vertragsstrafen in den Fällen vorsätzlicher oder fahrlässiger
 Zuwiderhandlung gegen die Vorschriften des Alleinverkaufsvertrages
 oblag. Der Austritt aus der Gesellschaft geschah durch Kündigung,
 die alle zwei Jahre mit halbjähriger Frist zulässig war.
Schlossen sich der Kündigung die übrigen Gesellschafter nicht an, so
sollte die Gesellschaft fortgesetzt werden. Der ausscheidende Gesellschafter
 hatte seine Gesellschaftsanteile an die Gesellschaft abzutreten.
Besaßen die verbleibenden Gesellschafter mindestens 75% des Stammkapitals,
 so erhielten die ausscheidenden Gesellschafter lediglich ihre
Stammeinlage zurück und verloren jeden Anspruch auf Rücklagen oder
Gewinn.
Die bedeutendste und wichtigste Kartellorganisation der papiererzeugenden
 Industrie ist die des Druck- bzw. Zeitungspapieres. Die
Zusammenschlußbestrebungen der Zeitungsdruckpapierfabrikanten führten
 als erste in der papiererzeugenden Industrie zu dem Erfolg einer
syndikatsmäßigen Absatzorganisation. Nachdem im Jahre 1890 bereits
eine kurze Zeit lang eine lose Preiskonvention für Zeitungsdruckpapier
 bestanden hatte, wurde im Jahre 1900 der Verband Deutscher
 Druckpapierfabriken G. m. b. H. gegründet. Gegenwärtig
 umfaßt das Druckpapiersyndikat 42 anteilsmäßig an einem
Stammkapital von 3 924 000 RM beteiligte Mitgliedsfirmen. Als lieferungspflichtiges
 Verbandspapier dieser Firmen gilt mit wenigen Ausnahmen
 alles maschinenglatte holzhaltige Druckpapier, es sei denn, daß
sein Verkaufspreis frei Verkaufsort 10% höher liegt als der jeweils
entsprechende Verkaufspreis des Verbandes, ferner Kalenderpapier,
billiges Notizbücherpapier, Emballagedruckpapier und Kassenblockund
 Billettdruckpapier in Rollen.
Wie bei der Pergamentersatz G. m. b. H., so ist auch beim Druckpapiersyndikat
 der Aufsichtsrat, der in der Höchstzahl von 12 Mitgliedern
 jeweils auf 2 Jahre gewählt wird, das entscheidende Organ.
Er entscheidet vor allem über die Abgrenzung des Verbandspapieres,
über die Festsetzung der Arbeitsquote und der Berechnungspreise.. Doch
wird der zur Deckung der Betriebskosten gegebenenfalls notwendige
Einlaß von der Gesellschafterversammlung festgesetzt. In der Differenz
 von Verkaufs- und Berechnungspreis und in dem Abzug vom Berechnungspreis,
 dem Einlaß, liegt die Quelle eines Verbandsvermögens,
das den einzelnen Lieferfirmen im Verhältnis ihrer Lieferungen zusteht
und seit Anfang 1928 auf Bestimmung des Aufsichtsrates im halbjährigen
 Turnus auszuzahlen ist. Neben der Festsetzung des Einlasses
 steht der Gesellschafterversammlung als wichtigste Aufgabe die
Bemessung der Berechtigungsanteile der einzelnen Gesellschafter zu.
Die Berechtigungsanteile sind maßgebend für das Stimmrecht — je 10 t

'9
        <pb n="147" />
        des Berechtigungsanteils gewähren eine Stimme — und, in Verhältnis
gesetzt zu der vom Aufsichtsrat zu bestimmenden Arbeitsquote, für
Lieferrecht und -pflicht der Gesellschafter. Jeder Gesellschafter hat das
Recht, an den Lieferungen des Verbandes nach Maßgabe seines Berechtigungsanteiles
 beteiligt zu werden, und die Pflicht, die ihm vom Verbande
 übertragenen Lieferungen bis zur Höhe seines Berechtigungs:
anteiles auszuführen.
Produziert der Gesellschafter mehr als die ihm zugewiesene Arbeitsquote,
 so kann er verlangen, daß der Verband diese Menge im Ausland
abzusetzen sucht. Der Verband soll diesem Verlangen entsprechen, soweit
alle Fabriken ihre Arbeitsquoten erreicht haben. Für den Auslandsabsatz
 wird ein Preis vergütet, der sich aus dem Verkaufspreis abzüglich
 sämtlicher Unkosten und 2% Verbandsprovision ergibt, doch darf
er nicht höher sein, als der zur Zeit des Abschlusses gültige höchste
Verrechnungspreis.
Kann ein Gesellschafter infolge nicht selbst zu vertretender Umstände
 seine Lieferungen nicht erfüllen, so hat ihn der Verband zu entbinden
 und mit den Lieferungen andere Gesellschafter zu beauftragen.
ein Mengenausgleich tritt jedoch für den behinderten Gesellschafter
nicht ein. Im übrigen steht jedem Gesellschafter, aber ebenfalls ohne
Anspruch auf Nachlieferung, nur dann ein Befreiungsausspruch zu,
wenn die Gesamtlieferungsverpflichtung des Verbandes nicht gefährdet
wird. Schuldhafter Lieferungsverzug unterliegt einer Strafe von 10 RM
je 100 kg.
Die Einhaltung seiner Bestimmungen läßt der Verband von Überwachungsbeamten
 beaufsichtigen. Sie werden von der Gesellschafterversammlung
 gewählt, und die Gesellschafter sind ihnen gegenüber zur
vollständigen Offenlegung ihrer Geschäftsbücher, des gesamten Briefwechsels
 usw. verpflichtet. Außer den bereits vorgesehenen Strafen für
Verletzung der Lieferungspflicht und des Alleinverkaufs der Gesellschaft
 liegt die Strafzumessung für Verfehlungen in den Händen der
Gesellschafterversammlung und auf Widerspruch in den Händen eines
für jeden Fall besonders zu bildenden Schiedsgerichtes.
Der Verband Deutscher Druckpapierfabriken G. m. b. H. erfaßt
rd. 80% der Gesamtproduktion an Zeitungsdruckpapier. Rd. 19%
des Zeitungspapierabsatzes liegen in den Händen der Ringfreien
Druckpapierfabriken G. m. b. H. Die Entstehung der Ringfreien
 Druckpapierfabriken G. m. b. HE. geht auf die Kriegswirtschaft
zurück. Diese ließ seinerzeit im Interesse einer einheitlichen Bewirtschaftung
 einen Zusammenschluß der etwa 14 nichtsyndizierten Druckpapierhersteller
 als wünschenswert erscheinen. Ursprünglich war eine
Angliederung der betreffenden Firmen an den Verband geplant, doch
kam es aus taktischen und technischen Gründen zur Errichtung einer
eigenen Abrechnungsstelle. Die Ringfreien Druckpapierfabriken G. m.
b. H. zeigt im grundsätzlichen die gleiche Organisation wie der Verband
 Deutscher Druckpapierfabriken, und nur in einigen Bestimmungen
 gewisse Abweichungen. So hat sie insoweit noch eine über
die des Verbandes Deutscher Druckpapierfabriken hinausgehende

70
        <pb n="148" />
        Aufgabe, als sie sich nach den Statuten auch mit der Rohstoffbeschaffung
 für ihre Mitglieder befassen soll. Ferner ist die Lieferungspflicht
 ihrer Mitglieder etwas freier gestaltet. Verbraucher, die schon
jahrelang von den Mitgliedern der Ringfreien Druckpapierfabriken beziehen,
 können ihren Bedarf nach wie vor direkt bei diesen Unternehmungen
 decken, und ein Teil der Produktion wird durch eine von den
Zeitungsverlegern selbst geschaffene, mit den Fabriken in direktem
Verkehr stehende Organisation vertrieben. Außerdem spielt im Gegensatz
 zum Verband Deutscher Druckpapierfabriken, dessen Absatz zu
rd. 20 % ins Ausland geht, bei den Ringfreien Druckpapierfabriken der
Export nur eine geringe Rolle.
Die Abnehmerschaft der Papierindustrie steht deren Kartellen
 und Kartellierungsbestrebungen überwiegend zurückhaltend gegenüber
 und findet sich mit ihnen meist nur unter dem Zwang der Verhältnisse
 ab. Nur von einem Teil des Packpapiergroßhandels wird
eine kartellfreundlichere Einstellung vertreten; man glaubt, daß wenigstens
 auf einzelnen Gebieten festgefügte Syndikate auch den Interessen
des Großhandels dienen, und daß insbesondere eine Ordnung der
Marktverhältnisse nur mit Hilfe von Syndikaten erzielt werden kann.
Durchweg ablehnend dagegen zeigt sich der Feinpapiergroßhandel. Er
vertritt die Ansicht, daß der Großhandel seine volkswirtschaftlichen
Funktionen als Anreger der Produktion und als Lieferant für die
mannigfaltigen Bedürfnisse der Verarbeitung und des Verbrauches nur
erfüllen kann, wenn seine Selbständigkeit und seine Unabhängigkeit
weitgehend gewahrt bleiben. Doch sind gegenwärtig nach Auflösung
der Pergamentersatz G. m. b. H. von den Absatzorganisationen der
Papierindustrie nur noch die für Kunstdruckpapier und Zeitungsdruckpapier
 von Bedeutung. Alle anderen Kartelle der Papierindustrie sind
auch nach dem Urteil der Abnehmerschaft nicht fest genug geschlossen
und zudem zu sehr durch Außenseiter bedrängt, als daß sie sich wesentlich
 marktgestaltend auswirken könnten.
Einen Hauptangriffspunkt der Kartellgebarung bilden die Zahlungsbedingungen.
 Sie lauteten vor dem Kriege auf 30 Tage 2 % oder
90 Tage netto und sind jetzt im allgemeinen verkürzt auf 14 Tage 2%
oder 30 Tage netto. Die Abnehmerschaft verlangt die Vorkriegszahlungsbedingungen.
 Doch sieht die Industrie in der jetzigen Regelung
einen unbedingt notwendigen Ausgleich für das erhöhte, mit der Kreditierung
 verbundene Risiko und für ihre ungleich stärkere Kapitalanspannung.
 Die Zahlungsbedingungen sind auch der einzige wesentliche
 Angriffspunkt, den die Kunstdruckpapier G. m. b. H. der Abnehmerschaft
 bietet. Die Preispolitik der Kunstdruckpapier G. m. b. H.
dagegen wird als durchaus tragbar anerkannt. Klagen der Großverbraucher
 über eine zu schematische Regelung sind nach Einführung
eines gestaffelten Mengenrabattes behoben. Der Gedanke einer möglichst
 engen Zusammenarbeit mit der Abnehmerschaft war von vornherein
 mit der Gründung der Pergamentersatz G. m. b. H. verbunden.
Die Abnehmerschaft für Pergamentersatzpapier besteht neben einigen
„reinen‘ Verarbeitungsbetrieben im wesentlichen aus dem Großhandel

151
        <pb n="149" />
        oder mit dem Großhandel eng zusammenhängenden „gemischten“ Betrieben
 der Tüten- und Verpackungsindustrie. Es war geplant, im Einvernehmen
 mit den Organisationen der Abnehmerschaft, dem Reichsverband
 Deutscher Papiergroßhändler e. V., Fachgruppe Packpapier,
und dem Reichsverband Deutscher Papierwarenfabriken, die innerhalb
Deutschlands unmittelbar zu beliefernden Firmen festzustellen. Das
Syndikat sollte zur ausschließlichen Belieferung nur dieser Firmen, die
Firmen selbst zum ausschließlichen Bezug nur vom Syndikat verpflichtet
sein. Das Syndikat sicherte den Firmen Mengen- und Treurabatte zu,
diese ihrerseits Einhaltung der Syndikatspreise und vor allem Nichtabtretung
 der Rabatte. Der Vertragsentwurf entsprach im allgemeinen
den Interessen der Abnehmerschaft, die in seiner Durchführung eine
Möglichkeit sah, eine für alle Abnehmer gleichmäßige Preisstellung zu
erreichen und den legitimen Großhandel vor unlauterem Wettbewerb
zu schützen. Doch erwuchs noch vor Abschluß der Verträge dem Syndikat
 eine unvorhergesehene Bedrohung. Die wichtigsten Konkurrenten
der deutschen Pergamentersatzindustrie, die Tschechoslowakei, Schweden,
 Norwegen und Finnland, drangen in den deutschen Markt ein und
zerstörten das Preisniveau. Der Grund des Einbruchs lag nicht in überhöhten
 deutschen Inlandpreisen, sondern in Dumpingofferten der Auslandsindustrien,
 deren Binnenmarktpreise für Pergamentersatz durchweg
 bedeutend höher waren als die deutschen Preise. Schon Mitte 1929
fehlte der Abnehmerschaft jede Preisnorm zur Beurteilung des Syndikates
 und seines Einflusses auf den Markt, und im Jahre 1930 kam der
Verband zur Auflösung.
Am stärksten umstritten von den Absatzorganisationen der Papierindustrie
 ist die Kartellbildung der Zeitungsdruckpapierproduktion.
Schon von Anfang seiner Gründung an war der Verband Deutscher
Druckpapierfabriken einer heftigen Fehde seitens der Abnehmer ausgesetzt.
 Er wurde im Jahre 1903 in die damalige Kartellenquete einbezogen,
 ohne daß ihm jedoch eine ungerechtfertigte Preisstellung oder
schädliche Ausfuhrpolitik nachzuweisen war. Eine Übersicht über die
Preisentwicklung während der Dauer der Verbandstätigkeit bis zum
Kriege läßt erkennen, daß — von den Schwankungen der Konjunkturwendejahre
 1900 bis 1902 abgesehen — sich das Syndikat eine gleichmäßig
 nivellierende Preispolitik hat angelegen sein lassen.
Während der Kriegs- und Nachkriegszeit war das Syndikat durch
die Kriegswirtschaftestelle für das Deutsche Zeitungsgewerbe G. m.
b. H. vielfach einbezogen in die staatliche Regelung: der Zeitungsdruckpapilerversorgung,
 und in der Preisfestsetzung war es der Reichsstelle
für Druckpapier unterworfen. Erst im Jahre 1921 konnte der Verband
Deutscher Druckpapierfabriken seine selbständige Verkaufstätigkeit
wieder aufnehmen. Er unterlag aber weiterhin hinsichtlich der Preisfestsetzung
 wiederholt amtlichen Prüfungen.
Die gegenwärtige, nahezu vollständige Kartellierung des Zeitungsdruckpapieres
 durch den Verband Deutscher Druckpapierfabriken und
die Ringfreien Druckpapierfabriken stellt ohne Zweifel eine überaus
starke Bindung des Absatzes dar. Großhändler und Verbraucher
können im wesentlichen nur von einem dieser beiden Verbände kaufen.

152
        <pb n="150" />
        Tabelle 83
Die Preise des Zeitungsdruckpapieres 1900—1914
(M je 100 kg) .

Jahr | Preise | Jahr | Preise

1900 1
II
(901
I
N
1

1902
TI.
1908
(904
905

Ce

IR —
*;
?
&amp;gt;
29, —
DD —
1,50
21,50
22, —
29,—
22,50
99, —
21.50

1907
5
1908
1
1909
1910
{911
1912
X
19183 ı
-T
1914

21,50
21 —
41,50
_
‚50
—
. 1
_
1—
ZZ
,—
22,—
21,—
20,75
21,—
90.50

Ist der Händler durch Treuverpflichtungen oder durch engumrissene
Verträge als Agent gebunden, 80 ist auch andererseits dem Verbraucher
ein anderweitiger Bezug nahezu unmöglich. Der Auslandsbezug wird
außer durch den Zollschutz durch die Notwendigkeit der fortlaufend
gesicherten Bedarfsdeckung gehindert. Dieser Umstand verbietet auch
die zudem mit einem großen Risiko behaftete Errichtung eigener Faoriken.
 Doch wirkt einer tatsächlichen Ausnutzung der monopolhaften
Machtsteilung der Kartellorganisation eine gewichtige Tatsache entgegen.
 Abgesehen von der möglichen Rivalität beider Verbände und
der verhältnismäßig losen Bindung der Ringfreien Druckpapierfabriken
umfaßt die effektive Außenseiterkonkurrenz zwar nur einen geringen
Bruchteil des Absatzes, sie findet aber ihre Ergänzung in einer sehr
vedeutungsvollen latenten Außenseiterschaft. Die Technik der Papiermaschine
 erlaubt eine Umstellung auf Zeitungsdruckpapier. Der Preis
des Zeitungsdruckpapiers ist somit durch die Höhe begrenzt, von der
ab auch für Fabriken mit anderem Produktionsprogramm die Umstellung
 auf Zeitungsdruckpapier lohnend wird. Die Sachverständigen
weisen mit Nachdruck auf diese dem Monopol entgegenstehende, durch
die Technik bedingte latente Außenseiterkonkurrenz hin und erklären
die Preislage in den Jahren 1927 bis 1929 bereits als oberste Grenze
für eine Nichteffektuierung dieser Außenseiterkonkurrenz. Immerhin
ist nicht zu verkennen, daß praktisch ein Aufkommen der Außenseiterkonkurrenz
 immer sehr schwierig sein wird. Die Mitglieder des Verbandes
 scheiden, da sie an die quotenmäßige Zuteilung des Verbandes
gebunden sind, für eine Änderung ihres Produktionsprogrammes zuzunsten
 von Zeitungsdruckpapier von vornherein aus. Für die Nichtmitglieder
 ist ein Sortenwechsel aber nur dann angängig, wenn ihnen
die Herstellung von Zeitungsdruckpapier höheren Gewinn verspricht als

153
        <pb n="151" />
        die Produktion anderer Papiersorten, oder wenn ihre Kapazität nicht
voll ausgenutzt wird. Zudem wird man an eine Umstellung jeweils
um so zögernder herangehen, als die Aussicht auf einen Preiskampf mit
dem Verband sie von vornherein als nicht lohnend erscheinen
lassen wird.
Die Klagen der Verbraucher über eine Monopolgebarung müssen
auf Grund der Preispolitik beurteilt werden. Seit der Inflation zeigt
die Preisbildung für Zeitungsdruckpapier folgendes Bild:

Tabelle 84 S
Die Inlandsverkaufspreise für maschinenglattes Zeitungsdruckpapier
 1924—1930
(RM je 100 kg frei Station des Empfängers)

Jahr | Januar | April | Juli | Oktober

1924 27,30
1925 a
1926 ka
1927 On.
1928 =
1929 *) 54,95
1930 31/25

Di
88,—
88, —
SE
21,95
81.95

31,50
33,50
21,50
D—
25
Y%.-29,50


34,40
81,—
31,—
31,—
31,25
30. —

*) Die Erhöhung um 0,25 RM ab 1. Januar 1929 ist auf Frachtverteuerungen
 zurückzuführen.

Nach Angabe der Ringfreien Druckpapierfabriken G. m. b. H. vollzieht
 sich ihre Preisfestsetzung derart, daß die Kalkulationen sämtlicher
Mitglieder eingefordert werden und aus diesen im Ausgleich mit einer
vom Verein vorgenommenen Kalkulation die Kalkulation eines durchschnittlich
 leistungsfähigen Werkes der Preisfestsetzung zugrunde gelegt
wird. Im Gegensatz dazu werden bei dem die Preispolitik beherrschenden
 Verband Deutscher Druckpapierfabriken, ebenfallg nach dessen
eigener Angabe, bereits seit 1924 von den ihm eingereichten Kalkulationen
 die niedrigsten genommen, in Krisenzeiten wird von dem
niedrigsten Ergebnis noch der Gewinn abgestrichen, und zu diesen
Preisen verkauft, so daß einschließlich der Abschreibungen oft nur die
Selbstkosten der besten Werke durch den Syndikatspreis gedeckt werden. —
Im einzelnen geht die Verrechnung des Verbandes mit den Fabriken
derart vor sich, daß die Fabriken für ihre Lieferungen in Form eines
sogenannten Verrechnungspreises zunächst eine Art Vorschuß erhalten.
Dieser Verrechnungspreis wird aus einem durchschnittlichen Grundpreis
 gewonnen, der in gewissen Zeitabständen aus den Selbstkosten
der Fabriken errechnet wird. Der Grundpreis ist für alle Fabriken
gleich. Da aber die Versandkosten als solche vom Syndikat getragen
werden, wird der Verrechnungspreis aus dem Grundpreis derart gewonnen,
 daß die Differenz zwischen der tatsächlich entstandenen Fracht
jeder Lieferung und der sogenannten Durchschnittsfracht des Verbandes
mit 70% ihres Betrages dem Grundpreis zugeschlagen oder von ihm
abgezogen wird. Jede einzelne Lieferung erhält somit ihren besonderen

154
        <pb n="152" />
        Verrechnungspreis, der mit Berücksichtigung der Standorte den Fabriken
 mit kurzer Entfernung zum Verbraucher einen höheren Erlös
gewährt als den Fabriken mit weiter Entfernung. Zu dem Verrechnungspreis
 treten gegebenenfalls noch sogenannte Überpreise für besondere
 Qualitäten und besondere Anfertigungen. Außerdem wird zur
Durchführung der Verbandszwecke von jedem Verrechnungspreis bzw.
Verrechnungspreis einschl. Überpreis ein sogenannter Einlaß in Höhe
von 3% einbehalten. Aus der Differenz der Verkaufspreise und der
Verrechnungspreise und aus dem Einlasse werden zunächst die Unkosten
des Verbandes und etwaige Verluste gedeckt. Der etwa verbleibende
Überschuß wird den Fabriken jeweils beim Abschluß nach Maßgabe
ihrer Beteiligung an den Gesamtlieferungen gutgeschrieben oder auch
zur Bildung von Reserven herangezogen. Die Reservenbildung des
Verbandes war in den Nachinflationsjahren besonders stark. Die Zinspolitik
 der Banken veranlaßte ihn, sich durch Ansammlung eigenen
Betriebskapitals von den Banken unabhängig zu machen, im Gegensatz
zur Vorkriegszeit, in der er fast ausschließlich mit Bankkapital arbeitete.
 Außerdem. brauchte der Verband größere Rückstellungen für
Konkursdeckungen und für Kurssicherungen seiner Auslandsaufträge.
Die seinerzeitige Reservenbildung des Verbandes ist besonders
starken Angriffen eines Teils der Abnehmerschaft ausgesetzt gewesen.
[m Jahre 1927/28 hat deshalb das Reichswirtschaftsministerium Erhebungen
 über die Preispolitik des Verbandes und die Selbstkosten
in der Zeitungsdruckpapiererzeugung vorgenommen. Es ergab sich,
daß die Überschüsse in den der Untersuchung zugrunde liegenden
Jahren 1924 bis 1927 (1. Halbjahr) zu einem großen Teil nicht aus dem
eigentlichen Papiergeschäft, sondern aus den infolge des Exportgeschäftes
 aufgelaufenen Devisenguthaben, aus Umsatzsteuerrückvergütungen,
 Zins- und Effektengewinnen entstanden waren, und daß der von
dem Erlös aus dem Papiergeschäft nach Abzug der Unkosten verbliebene
 Überschuß fortlaufend den Mitgliedern durch Ausschüttungen bzw.
zum Teil durch Erhöhung des Aktienkapitals und Kauf und Einrichtung
eines eigenen Bürohauses zugute gekommen war. Insgesamt betrug der
Überschuß aus dem Papiergeschäft in den Jahren 1924 bis 1927 (1. Halbjahr)
 nicht ganz 2% des Umsatzes. Von den in die Selbstkostenerhebungen
 der Druckpapiererzeugung einbezogenen 6 Werken standen
3 unter der durchschnittlichen Leistungsfähigkeit und 3 bedeutend
größere Werke über der durchschnittlichen Leistungsfähigkeit. Im
gewogenen Mittel ergab sich für diese 6 Werke ein Selbstkostensatz
ohne Gewinn je 100 kg Zeitungsdruckpapier von 24,42 RM. Diesem
Selbstkostensatz stand zur gleichen Zeit ein durchschnittlicher Verrechnungspreis
 an die Fabriken von annähernd 27 RM gegenüber.
Andererseits standen dem Verkaufspreis frei Verbrauchsort, ohne Rabatte
 und Umsatzsteuer, von 31 RM, ein Selbstkostensatz von 24,42 RM,
ein Frachtanteil von durchschnittlich 2 RM, ein Verbandsunkostensatz
von 1,71 RM, somit insgesamt 28,13 RM gegenüber.
Im allgemeinen Durchschnitt arbeiten die den Ringfreien Druckpapierfabriken
 angeschlossenen Werke mit fast voller Ausnutzung ihrer
Produktionskapazität, die dem Verband Deutscher Druckpapierfabriken
[55
        <pb n="153" />
        angeschlossenen Werke aber mit einer Ausnutzung ihrer Kapazität von
nur 80:%. Das heißt allerdings nicht, daß diese Werke zu 20% ihrer
Zeitungsdruckpapierkapazität stilliegen, denn sie füllen nach Möglichkeit
 ihr Produktionsprogramm durch die Herstellung anderer Papiere
auf. Immerhin drängt sich doch, zumal bei dem gerade in der Zeitungsdruckpapierproduktion
 stark wirkenden Gesetz der Kostendegression
der Schluß auf, daß eine größere Leistungsfähigkeit bei voller Ausnutzung
 einer entsprechend geringeren Zahl von Werken erzielt werden
könnte.
Die Erklärung für den jetzigen Zustand wird in dem organischen
Wachstum der Zeitungspapierindustrie gesehen. Infolge der Überalterung
 ihrer Anlagen in der Kriegs- und Nachkriegszeit stand sie
vor der Notwendigkeit einer eingehenden Rationalisierung. Rationalisierung
 aber heißt wie in der Papierproduktion im allgemeinen so
besonders in der Zeitungspapierproduktion im wesentlichen Vergrößerung
 der Aggregate. Eine aus dem Zwang der Technik gegebene, dem
Bedarf vorauseilende Erhöhung der Kapazität war die Folge. Es
stehen sich heute bei unausgenutzter Gesamtkapazität modernste Werke
mit geringen technischen Selbstkosten und hohen Abschreibungskosten
und alte. Werke mit hohen technischen Selbstkosten und geringen Abschreibungskosten
 gegenüber, letztere stark abgeschrieben, oft mit einem
insgesamt geringeren Selbstkostensatz ale die modernen Werke. Doch
soll die Lage innerhalb des Verbandes bereits so sein, daß die älteren
Werke und besonders die kleineren im allgemeinen schon nicht mehr
auf ihre Kosten kommen und darüber klagen, daß die modernen großen
Werke ihre geringeren Kalkulationen durchsetzen. Im Jahre 1924 wies
der Verband noch 46 Mitglieder auf, im Jahre 1928 noch 42, von denen
aber gegenwärtig infolge von Stillegung oder Nichtausnutzung ihrer
Quote nur mehr 25 an der Zeitungsdruckpapierproduktion beteiligt sind.
An sich wäre schon jetzt eine noch geringere Anzahl von Werken in
der Lage, den deutschen Bedarf voll zu decken. Eine den Bedarf in
gewissem Umfange überschreitende Kapazität der Zeitungspapierproduktion
 wird aber wohl immer ein Erfordernis auch für die Abnehmer
 und darüber hinaus für die Gesamtwirtschaft bleiben.
Zur Frage der Kapazitätsausnutzung gehört auch die von der
Abnehmerschaft stark angefeindete Exportpolitik des Verbandes. Nach
Angabe des Verbandes gibt der Export, wenn er auch für sich allein
berechnet, nicht. gewinnbringend ist, im ganzen Betrieb durch die
höhere Kapazitätsausnutzung einen Ausgleich, da es sich bei ihm um
das letzte Fünftel der Produktion handelt. Die Sachverständigen
erklären ausdrücklich, daß die Inlandpreise noch höher sein müßten,
falls dieser Export nicht stattfinden könnte, und daß sie jederzeit bereit
wären, die Exportquote zu den niedrigeren Exportpreisen auch im
Inland abzusetzen.

4. Die Pappenindustrie

Ebenso wie in der Papierindustrie sind auch in der Pappenindustrie
die einzelnen Fachvereinigungen zu einem Gesamtausschuß. dem Ce-"f
        <pb n="154" />
        samtausschuß der Pappenfabrikanten Deutschlands, zusammengefaßt.
Der Gesamtausschuß gliedert sich in folgende Fachgruppen für Holzund
 Altpapierpappen:

Maschinenlederpappe,
Maschinenholz- und Graupappe,
Handlederpappe,
Handholzpappe,
Handgraupappe,
Spezialpappen.

Für Strohpappe und Rohdachpappe bestehen selbständige Örganisationen,
 da für sie wegen der andersgearteten Rohstoffe auch eine andersgeartete
 Preispolitik erforderlich ist.
Grundsätzlich gilt für die Kartellierung der Pappenindustrie das
gleiche wie für die Packpapier- und Spezialpapierfabrikation. Mit der
für eine Kartellierung ausnehmend günstig liegenden Zeitungspapiererzeugung
 ist in der Pappenfabrikation nur die Rohdachpappenfabrikation
 zu vergleichen, die ebenfalls durch eine die Massenherstellung
begünstigende Gleichartigkeit, durch eine scharfe Abgrenzung im Vertrieb
 und durch die damit verbundene Kontrollmöglichkeit ausgezeichnet
ist. Ihr Absatz wird durch den Verband Deutscher Rohpappenfabriken,
 der rd. 80% der Produktion erfaßt, syndikatmäßig
 geregelt. Bei den übrigen Pappensorten dagegen sind ebenso
wie in der Papierfabrikation die zahlreichen Qualitäts- und Preisstufen
sehr kartellhemmend. Diese Hemmungen werden noch verstärkt durch
das Vorherrschen der kleineren Betriebe, insbesondere der Handpappenbetriebe,
 und durch die geographische Zersplitterung. Leicht aufkommende
 Konkurrenz, mangelnde Kalkulation sind daher in der
Pappenfabrikation noch mehr als in der Papierfabrikation die Feinde
einer kartellmäßigen Absatzregelung. Während in der Papierindustrie
rd. 70%! des Inlandabsatzes verbandsmäßig gebunden sind, sind es in
der Panpvenindustrie nur rd. 30 %.
In der Fachgruppe Maschinenholzpappe besteht der Verband
Deutscher Kartonfabriken G. m. b. H., dem das Alleinverkaufsrecht
 für rd. 9 Firmen und rd. 77%i der Produktion zusteht.
Die Fachgruppe Handlederpappe hat den Verband Deutscher
HKandlederpappenfabriken G. m. b. H. gegründet, der zwar
in Sachsen noch keinen Boden gefaßt hat, aber in Süddeutschland rd.
30% und in Ost- und Mitteldeutschland rd. 60% der Produktion umiaßt.
 Ebenfalls Syndikateform hat die in der Fachgruppe Spezialpappen
 entstandene Vereinigung Deutscher Kofferhartplatten-Fabriken
 G. m. b. H., der fast alle deutschen Kofferhartplattenfabriken
 angehören, die aber durch rückgängige Qualitätsanforderungen
 zunehmend unter Außenseiterkonkurrenz leidet. In der
Fachgruppe Spezlalpappen besteht ferner die Vereinigung Deutscher
 Preßspanfabriken, die jedoch nur ein loses Preis- und
Konditionskartell darstellt. Auch die in der Fachgruppe Maschinenledernpappe
 entstandene Vereinigung der deutschen Ma-|

 57
        <pb n="155" />
        Schinenlederpappenfabriken steht nur auf der Stufe eines
losen Preis- und Konditionskartells. Die Fachgruppen Handholzpappe
und Handgraupappe haben je ein Kalkulationskartell gebildet. Diese
beiden Kartelle umfassen rd. 50 Je der Produktion und streben durch
monatliche Veröffentlichung der Produktions- und Umsatzzahlen und
durch Hinweis auf vorbildliche Kalkulation und deren Erläuterung eine
rationelle Betriebsführung an.
Eine preisbeeinflussende Stellung haben gegenwärtig in der Pappenindustrie
 nur die erstgenannten, in der für die Papierindustrie
üblichen Syndikatsform aufgebauten Vereinigungen. Klagen werden
über sie von der Abnehmersgeite nicht, geführt. Der Pappengroßhandel
beklagt im Gegenteil, daß die übrigen gegenwärtig vorhandenen Absatzorganisationen
 der Pappenindustrie nicht :in der Lage sind, die in
seinem Interesse liegende Stabilität der Preise herbeizuführen. Eine
Gesundung auf dem Pappenmarkt sei erst dann zu erwarten, wenn sich
die Erzeuger sämtlicher gängigen Pappensorten zu festgefügten, preisbeeinflussenden
 Gebilden zusammenschlössen.

II. Der Außenhandel

1. Die Außenhandelslage der deutschen papiererzeugenden
 Industrie

a) Die AuBßenhandelspositionen, die Zolltarifsätze und die Außenhandelsbilanz
 der papiererzeugenden Industrie

Tabelle 85
Die Außenhandelspositionen und Zolltarifsätze der papiererzeugenden
 Industrie 1929 und 1913

Nummern des
Ausfuhrtarifs

1913 ! 1990

549

649
650

650 al
6508 (X e59 a9

Papierart

(649/50) Halbzeug (Halbstoff zur Papierund
 Pappenbereitung), breiartig A in
fester Form, auch gebleicht od. gefärbt
od. mit mineralischen Stoffen, Leim usw
versetzt:
aus Ablällen von Gespinstwaren od. dgl. ...
aus Holz, Stroh, Espartogras od. anderen
Pflanzenfasern:
Holzmasse (mechanisch bereiteter Holzstoff,
 Holzschliff)......0.000000000000-mit
 einem Wassergehalt von weniger
Ss Er REEL br
mit einem Wassergehalt von 50% und
darüber .

Zollsatz je dz
(in M/RM)

1929 1 1918

frei

"rail

3

v. 1,75 )
Yv 115

v.1.25

ER
        <pb n="156" />
        Tabelle 85 (Fortsetzung)

Nummern des
Ausfuhrtarifs
1918 | 1929

Papierart

| Zollsatz je dz
(in M/RM)
1929 | 1918

chemisch bereiteter Holzstoff (Zellstoff, .
ZellulosS®) seen nn
— Stroh-, Esparto- und and. Faserstoff.
chemisch bereiteter Holzstoff mit 50%
Wasser und darüber... ..,.0000004
Pappen (Pappdeckel), geformt (geschöpft) od.
gegautscht, auch aus zusammengeklebten
 Pappen hergestellt:
Glanzpappe (Preßspan) und andere hochgeglättete
 Pappe, Kunstlederpappe sowie
 andere feine Pappen, auch in der
Masse gefärbt 0.....00000000000000050
Pappen aus mechanisch od. chemisch bereitetem
 Holzstoff, auch aus solchem
von gedampftem Holz, festgewalzt
Apr ps sog. Lederpappe),
5troh-, Schrenz- und Torfpappe und
anderweit nicht genannte grobe Pappen,
auch in der Masse gefärbt ..........
Pappen aus mechanisch od. chemisch bereitetem
 Holzstoff, auch aus solchem
von gedämpftem Holz, festgewalzt
(Braunholzpappe, sog. Lederpappe),
auch in der Masse gelärbt ..........
Strohpappe, auch in der Masse gefärbt.....
Gelbes Strohpapier; ganz grobes, graues
Löschpapier «......0.00.000-- 1
gelbes Strohpapier.........0...0.0.
ganz grobes, graues Löschpapier ..
Packpapier, in der Masse gefärbt, auch auf
einer Seite glatt............0.0000004
Zigarettenpapier, unbedruckt, auch mit Metalldruck
 versehen od. sonst bedruckt,
od. gummiert in Rollen (Bobinen) od.
losen Blättchen ........00000000000040
Papier, nicht unter andere Nummern fallend,
einschl. des Kartonpapieres, auch linijert,
 ne mpentiert od. gekörnt, mit
Ausnahme des gerippten od. gekreppten
Papieres und des Seidenpapieres a
gorppb gekreppt........0..00.000004
eidenpapier (bis 30 g je qm) .....
Pergamentpapier ........0..00000000
Dackpapier (sog. Kraftpapier),
dessen Gewicht auf 1 m im Geviert
mehr als 50, aber weniger als 350 g
beträgt, nicht mit Gebrauchsanweisungen,
 ‚Warenanpreisungen,
Mustern od. dgl. bedruckt, sofern
es den hinterlegten Mustern ent- |
spricht....... 00.000000 1V, 5,550 vv. 8
*) Ab 1980 v. 1,50 RM, Handelsabkommen mit Finnland vom 27. Nov. 1930. — **) Ab 1930
2,25 RM, Handelsabkommen mit Finnland vom 27. Nov, 1930. — **#*) Ab 1930 v, 2,25 RM, Handelsabkommen
 mit den Niederlanden von 19. Sept. 1930.

650 b

vy.1,25

Tr

| Se
        <pb n="157" />
        Tabelle 85 (Fortsetzung)

Nummern des
Ausfuhrtarifs
1918 | 1929

Papierart

Anmerkung, Die Abfertigung
 des Packpapiers zu dem
vertragsmäßigen Vollsntae von
5,50 RM ist nur zulässig bei den
Zollstellen, die für den einzelnen
Vertrags- oder meistbegünstigten
 Staat vom Reichsminister der
Finanzen auf Grund zwischenstaatlicher
 Vereinbarung bestimmt
 sind.
Packpapier, ganz oder zum größten
Teil aus mechanisch bereitetem
Holzstoff (Holzmasse, Holzschliff)
bestehend, in der Masse gefärbt,
auf beiden Seiten glatt..........
Druckpapier in Rollen, bei einem
Gewicht des Quadratmeters von
nicht weniger als 45 u. nicht mehr
als 55 g, maschinenglatt (nicht satiniert,
 mit einem Gehalt an chemisch
 bereitetem Holzstoff (Zellstoff,
 Zellulose) von nicht mehr als
25%, mit Erzeugnissen, die von der
Reichsregierung mit dem einzelnen
Staat vereinbart sind............
Anmerkung zu Nr. 651 A bis
655B, Packpapier und Pappen
werden auch dann nach Nr. 651 A
bis 655 B nach Maßgabe ihrer
sonstigen Beschaffenheit verzollt,
wenn sie mit Gebrauchsanweisungen,
 Warenanpreisungen.
Mustern od. dgl. bedruckt sind.

Zollsatz je dz
(in M/EBM)
1929 | 1918

vy. 450 |

Ta

6*

*) Ab 1930 v. 5,00 RM, Handelsabkommen mit Finnland vom 27. Nov. 19230

Für die Zellstoffindustrie sind die Positionen 649, 650 b und c, für
die Holzschliffindustrie die Positionen 650a 1 und 2, für die Pappenindustrie
 die Pos. 651 A 1 und 2, und für die reine papiererzeugende
Industrie die Pos, 653-—655 A und B zuständig. Die wichtigste Position
 der reinen papiererzeugenden Industrie 655 B zerfällt wiederum
in zehn Unterpositionen. Die Überschneidung der Positionen 653 bis
655 A und B 1—10 mit den einzelnen Erzeugungsgruppen der reinen
papiererzeugenden Industrie zeigt die folgende Tabelle S. 86.
Von der Gesamtbruttoproduktion der deutschen papiererzeugenden
Industrie kamen im Jahre 1913 mengenmäßig rd. 12 %, wertmäßig rd.
17%, und in den Jahren 1927 bis 1929 mengenmäßig rd. 14 bis 16%
und wertmäßig rd. 16 bis 19 %: zur Ausfuhr. Diese anteilmäßige Ver-10
        <pb n="158" />
        Tabelle 86
Erzeugungsgruppen der reinen papiererzeugenden Industrie und
ihre Verteilung auf die Außenhandelsvpositionen

|  Außenhandels-Erzeugungsgruppen
 position

Schrenz- und Strohpapier... „HE
Zeitungsdruckpapier ............ Pan Fa en
Chromo-HErsatzkarton ......... „EEE HO
Streichpapier und Karton.......... ......
Kartonpapier und Zellstoffkarton .......... aM
Lösch- und Filtrierpapier, einschließlich Filtermasse ......
Bergamentrohpaplor, OCHhbar irre er „wa
Packpapier einschließlich Hülsenpapier .........00001000)0
Schmirgelrohpapier ... 2e0u0
Einseitig glatt ........... - - SEHEN
Holzhaltig (ohne Zeitungsdruckpapier) .... 0
Kabel- und Isolierpapier ............ HER FEER HE
Pergamyn, imitiert Pergament .. EB a
3pinn- und Sackpapier ..... SA
3riefumschlagpapier . . ZW...
TE ; KEHREO WEEK HE
Fein-, Normal- und Wertzeichenpapier .- SEES
Holzfrei .........- 2200
Seidenpapier......... en: s $ ui
Flor- und Durchschlagpost, dünn Pergamyn..........0000 +
Tapetenrohpapier +.....0.000.00000000000007 0 KEG
Sonstige vorstehend nicht genannte Sorten...
 ugertom Zellstoff und Holzstoffwatte

6583/54
5355 B 1
655 B 2
655 RP 9
055
055
655
655
355
355
”55
755
355
355
355
55
°55 4
55 6
155 B8S und A
355 B8 und 4
355 B 10
355 B
511 und 512

3 und 653
3
Lt und 654

änderung gegenüber der Vorkriegszeit ist begleitet von einer starken
Steigerung sowohl der Ausfuhr als auch des Ausfuhrüberschusses. Im
Vergleich 1929 zu 1913 hat sich die Ausfuhrmenge um rd. 76%, der
Ausfuhrwert um rd. 113 %, die Ausfuhrüberschußmenge um rd. 61%
und der Ausfuhrüberschußwert um rd. 93 % erhöht. Wie der Unterschied
 zwischen der Ausfuhr- und der Ausfuhrüberschußsteigerung zeigt,
ist die Einfuhr noch stärker gestiegen als die Ausfuhr; mengenmäßig
um 143 %, wertmäßig um 244%. Insgesamt aber ist die Einfuhr im
Anteil am Verbrauch nach wie vor gering geblieben; 1913 betrug ihr
Anteil mengen- und wertmäßig 21%, 1928 und 1929: 4 bis 5%. Auf
einzelne Erzeugnisse jedoch übt die Einfuhr einen starken Druck aus,
der insbesondere seit 1930 wesentlich zugenommen hat, wie auch andererseits
 seit diesem Jahre Ausfuhr und Ausfuhrüberschuß eine stark
rückgängige Tendenz aufweisen (vgl. Tab. 88).
Den größten Anteil an der Ausfuhr und am Ausfuhrüberschuß
 der papiererzeugenden Industrie hat die Papierausfuhr. Im
Jahre 1913 entfielen auf sie rd. zwei Drittel des Ausfuhrwertes‘ und
sieben Zehntel des Ausfuhrüberschußwertes. In den Jahren 1927 bis
1930 ist der Anteil des Papiers fast fortlaufend gesunken, beträgt aber
am Ausfuhrwert noch stark über die Hälfte und am Ausfuhrüberschußwert
 rd. zwei Drittel. Nächst dem Papieraußenhandel ist der Zellstoffaußenhandel
 der wichtigste. Zellstoff war 1913 mit über einem Viertel

11 Enauete-Ausschuß. I5, Band 10,

{61
        <pb n="159" />
        Tabelle
Ausfuhr, Einfuhr und Ausfuhrüberschuß der papiererzeugenden Industrie,
_ = HELL) x.
Ausfuhr Min
1092 1927 1913 | 1980 | 1929
STE ET 2 el ET
I 3 e/ 5
CC} © l DO
= BB S|E)= BIS

Insges, (in 1000 t
und“ Mill. M/RM) Fo la4sefr6.0lar1,0l052 1206,00, done.ı/a20lıareen0leLo0sckes

L3
FE

in %

Papierhalbzeug .
insgesamt ..... | 41,4/ 80,9/ 86,7] 26,8| a7 27,5 38,0] 24,8) 43,8| 28,7] 80,5/68,2] 83,0/72,8

davon:

650 b chemisch bereiteter
 Holzstoff.
Zellstoff, Zellu-CS)
 |
6506 Stroh, Esparto
u. andererFaserstoff
 ..........

30,5| 20,6| &amp;gt; 25,5| 35,8) 260) 81,1] 28,4] . | . 1

79,967,6| 81,4/71,8

1,2| 1,1 1| 1,0 11] 10] 1,1 0,0l

. J - [= 0,02/0,08

chemisch erzeugtes
 Halbzeug
 insgesamt| 40,7| 80,7| 86,2| 26,6! 36,9| 27,0] 32,2 24,8 41,8] 7.6) 79,9/67,6| 81.4718

550a 1u.2 mechanisch
 erzeugtes
 Halbzeug
insgesamt .....

0,7] 0.16] 0,4/ 0,1| 05 0,1! 07 % 1,7 02] 04] 0,2| 2,5| 0,9

649 Hadernhalbzeug
 od, dgl...

2,08| 0,00| 0,0] ol 0.1] 0,3 0 Ü ol 03 0 0 0,4! 0,0] 0,6
A | &amp;amp;
la DL
Papier und Pappe | | |
insgesamt ..... | 58,6| 69,1 63,8) 73,2) 62,6 72,6) 67,0 75,2) 56.2] 71,8] 19,5/81,8 16.0271

ZI

davon:
|
653—655 Papier | 45,5/ 56,4| 52,6| 62,9 a 62,6/ 56,6/ 65,6 48,9 65,6 11,6 a 8,5/20,1
651A Pappe.....| 18,8| 12,7/ 10,7| 10,8/ 10,4! 9,9 10,4 9,6/ 7,8/ 5,7% 7,91 8,1| 7,5/ 7,0

"A

yufgeteilt nach dem Anteil der einzelnen Produktionszweige 1927—1930 u. 1913
ichr Ausfuhrühor-ahuß (+)
1928 | 1927 | 1918 | 190 | 1929 1927 | 1918
ZEAESHEEP) 13 |

190,9[56,2 |147,2|42,8 |80,6|17,1 | 548,4)+ 193,3| +560,0| 218,1] +460,3| +179,9| +462,1| +181,8[ +348,7/+110,0

IN.

A

32l75,4| 88,1/75,6 [68,2/55,0 [+28,5/+20,9| + 20.4/+ 14,8/ + 19,5/+ 18,8[+ 15,5] + 12,9/ + 88,2|+ 24,7

79,2/71,8 | 85,4/74,8 |

126,2J+19,8| + 18,9 + 12,0/+ 17,8) + 11,7 18,8/+ 11,8!

0,2/0,02 | 0,0510,05 1.

+ 1,61 1,4)+ 1,51+ 1,81+ 1,5)+ 1,31+ 14l+ 12,5

70,471,8| 85,4/74.4 l68,7l52,8 [27,8l420,7] + 20,4] + 14,2[ + 19,4] + 18,0) + 15,2) + 12,5 + 36,81 28,7

86 30 2,6] 0,9| 4,5| 2,0]4 0,7}+ 0,2|- 08l- o.1l- 8,01 0,7]
ZZ SZ ZZ 1 A
5 00| ol asbostarl 1

FE 1.14+ 03

| oil» aale 0,8 + 0.21+ 0.4)+ 0,814 0,7

1,6246 | 11,9 24,4/81,8la5,0 l71,5l-79,1) + 79,9] + 86,0] + 88,5/+ 87,5) + 84,5] + 87,1|+ 61,84 75,8

| ; |
afes 7,619,6 14,732,5 456,565,2/ + 68,1|+ 74,8! + 71,0] + 76,5) + 72,2 + 76,4/ + 56,84 70,7
5,3] 6,4] 4,3| 4,8 |17,0/12,5 L15,0+13,9| + 11,8/+ 11,2/+ 12,5|+ 11,0/+ 12,8|+ 10,7/+ 5,0+ 4,6

3
        <pb n="160" />
        Tabelle 88
Ausfuhr und Ausfuhrüberschuß der papiererzeugenden Industrie
insgesamt 1927 bis 1930 und 1913
fin 1000 t und in Mill. MIRM)

1913/1927 | 1928] 1929 /1980| 1927:1918 |1928:1018 1920:1018' 1980:1918
in % in% in % in %

Ausfuhr Menge [429,3 /609,4 651,1/756,0/728,4] + 42 + 52 + 76 + 70
Wert 1127,6/224,1/236,1/271,9/245,2 + 76 + 85 +118 + 91
Einfuhr Menge | 80,6/147,2/190,9/196,01180,0| +4- 88 +137 | +148 + 1238
Wert‘  17,1/ 42,8/ 56,2/ 58,8| 51,9 150 +229 + 244 + 204
Ausfuhr- Menge 348,7/462,1/460,3 560,0548,4/ + 82° | + 82 + 61 + 57
über- Wert 110,5/181,8/179,9 218,1 193,8! + 64 + 68 + 98 + 75
schuß

Ausfuhr Menge !
Wert
Einfuhr Menge
Wert

Anteil an der Brutto- in % | 12,3 | 14.0 ' 144 | 16,4
produktion ” 16,9 | 16,1 | 16,4 | 18,8
Anteil am Verbrauch » 2,6 | 3,8 | 4,7 4,8
2,6 8,5 4,5 4.7

918 | 1027 ! 1928 | 1929 | 7930

am Ausfuhrwert und mit etwas weniger als einem Viertel am Ausfuhrüberschußwert
 beteiligt. 1930 ist der Zellstoffanteil am Ausfuhrwert auf
last ein Drittel gestiegen, am Ausfuhrüberschußwert dagegen auf ein
Fünftel gesunken. Der Anteil des Zellstoffes am Wert der Gesamtausfuhr
 und des Gesamtausfuhrüberschusses der papiererzeugenden Industrie
 übertrifft aber immer noch stark den der nächstwichtigsten Position
 der Pappe, obwohl der Anteil der Pappe von rd. einem Achtzehntel
am Ausfuhrwert und rd. einem Zwanzigstel am Ausfuhrüberschußwert
im Jahre 1913 auf je rd. ein Achtel im Jahre 1930 gestiegen ist. In der
Einfuhr steht Zellstoff, 1913 mit einem Anteil von über der Hälfte,
und 1930 von über zwei Dritteln des Einfuhrwertes, weit an erster
Stelle. Die Zellstoffeinfuhr ist neben der unbedeutenden Hadernhalbzeugainfuhr
 die einzige, deren Anteil an dem gegenüber 1913 auf rund das
Dreifache erhöhten Einfuhrwert der Gesamtindustrie gestiegen ist. Der
Anteil des Papiers am Einfuhrwert betrug 1913 rd. ein Drittel, 1930
nur mehr fast ein Viertel, und der Anteil von Pappe 19183 rd. ein Achtel,
1930 nur mehr rd. ein Zwölftel. Der Außenhandel von mechanisch erzeugtem
 Halbzeug (Holzechliff) und von Hadernhalbzeug hat am Gesamtaußenhandel
 der papiererzeugenden Industrie nur unbedeutenden
Anteil, schließt aber meist mit einem geringen Einfuhrüberschußwert
 ab (vgl. Tab. 87).
b) Die Außenhandelslage der Papierhalbzeugindustrie
Die Zellstoff produktion der Welt konzentriert sich vornehmlich
 auf Nordamerika und Nord- und Mitteleuropa. Mit Einschluß Westsuropas
 entfällt auf das Gebiet der Zellstoffproduktion zugleich auch
der überragende Teil des Zellstoffaußenhandels der Welt. In ihm stehen
sich im wesentlichen Nordamerika (mit seinen nördlichsten Ländern.

+
        <pb n="161" />
        Kanada, Neufundland und Labrador), Nordeuropa (mit Schweden, Norwegen,
 Finnland) und Mitteleuropa (mit Deutschland, Österreich und der
Tschechoslowakei) als Zellstoffexportgebiet und die Vereinigten Staaten
und Westeuropa (mit — in der Reihenfolge ihrer Bedeutung — Großbritannien,
 Frankreich, Belgien, Italien, den Niederlanden und Spanien)
als Absatzgebiet gegenüber. Außerhalb dieses Bereichs sind als Absatz-
 wie auch als Produktionsgebiete noch Japan, Rußland und Britisch-Ostindien
 von größerer Bedeutung und überwiegend als Absatzgebiete,
 immerhin aber mit zunehmender Eigenproduktion, Brasilien und
Argentinien.

Jahr |

1918
1925
1926 |
1927 ı
1928
1929
1930

Zellstoffaußenhandelsbilanz Deutschlands
(Pos. 650b, 650c) 1925—1930 und 1913
(in Millionen M/RM;: 1913 = 100)

Tabelle 89

Pro-Auktion
 |!

Einfuhr

Ausfuhr

Ausfuhrüber-



Verbrauch”)


Anteil der
Ausfuhr | Einfuhr
an
Pro- | Verduktion
 ' hrauch

{63 100
257 158
268 164
296 182
312 191
325 200

9,0 100
24,2 268
15,4 171
31,8 354
40,5 450
41,9 466
35.1 390

35,2 100
49,0 189
75,0 218
54,5 155
88,8 181
72,2 207
75.2 214

26,2 100
24,8 95
54,6 227
22,6 86
28,8 8°
30,8 11°
40.1 153

136,8 100
232,2 169
208,4 152
269,4 197
288,7 211
294,7 215

21,6 6,7
19,0 10,4
28,0 7,4
18,4 11,8
20,4 14,0
22,2 14,2

fin 1000 t, 19583 = 100)

1913
‘925
‚926
1927
1928
1929
1920

839,4 100
318,4 109
970,6 116
1072,6 128
1149,1 187
12042 148

51,3 100
99,9 195
62,2 121
225,8 245
:51,5 295
59,5 311
148.8 290

*\ Doch vgl. den zweiten Teil.

179,5 100 128,2 100
78,8 100 78,9 69
268,5 144 206,3 165
196,2 109! 70,4 55
240,6 184 89,1 70
274,0 153 114,4 89
296,0 165 152.0 118

15

711,2 90
334,5 117
764,3 107
(002,2 141
‚060,2 149
(089.6 158

21,4 7,2
19,6 12,0
27,7 8,1
18,8 12,6
20,9 14,3
99.8 14,6

Der Anteil Deutschlands am Zelletoffexport der Welt ist im Verhältnis
 zu seiner großen Eigenproduktion nur gering; insbesondere hat
seine Stellung als Zellstoffexporteur gegenüber der Vorkriegszeit stark
an Bedeutung. verloren. Im Jahre 1913 war Deutschland nächst den
skandinavischen Ländern der wichtigste Zellstoffexporteur der Welt.
Gegenwärtig wird Deutschland außer von Schweden und Norwegen noch
von Kanada und Finnland übertroffen. Diese Länder setzten insgesamt
1913 mit rd. 1 Mill. t ungefähr das Fünfeinhalbfache, 1929 mit rd.
2,75 Mill. t rd. das Zehnfache der gegenüber 1913 um nur wenig mehr
als die Hälfte gestiegenen deutschen Ausfuhrmenge ab. Noch stärker
als in seiner Bedeutung als Zellstoffexporteur ist Deutschland in geiner

165
        <pb n="162" />
        Bedeutung als Zellstoffüberschußland zurückgegangen. Deutschland ist
der einzige bedeutendere Zellstoffexporteur, der gleichzeitig eine verhältaismäßig
 große Zellstoffeinfuhr hat. Diese ist trotz einem Zollsatz,
der vertraglich gegenüber der Vorkriegszeit (von 3 M, v. 1,25 M auf
3 RM, v. 1,75 RM) erhöht worden ist, um ein Vielfaches gestiegen und
ließ Deutschland 1929 nur mehr einen Zellstoffausfuhrüberschuß von
noch nicht 10% seiner Prodüktion. Der Zollschutz, der durch das
Ännische Handelsabkommen auf v. 1,50 RM gesenkt worden ist, ist nach
Aussage der Industrie selbst in der alten Höhe unzureichend.
Deutschland zeigt mehr als in der Vorkriegszeit das Bild einer ausgeglichenen
 Zellstoffwirtschaft; der Gesamtverbrauch ist stärker gestiegen
 als die Produktion, so daß sich die Differenz beider verringert
hat. Doch ist der Verbrauch allein aus inländischer Produktion
achwächer gestiegen als diese, so daß sich die Differenz dieser beiden
Größen erhöht hat. Die Ursachen beider Erscheinungen liegen in der
verschärften Weltmarktkonkurrenz, wie die im Verhältnis zur Gesamtausfuhr
 der Welt nur geringe Steigerung der deutschen Zellstoffausfuhr
and die starke Steigerung der deutschen Zellstoffeinfuhr zeigen. Die
Gefahr, die Deutschlands Zellstoffindustrie schon in der Vorkriegszeit
bedrohte: von den durch Holz- und Wasserreichtum sowie die Transportlage
 bevorzugten Zellstoffindustrien in ihrer Entwicklung gehemmt
zu werden. hat zugenommen.

Tabelle 90
Verhältnis der Zellstoffeinfuhr zur Zellstoffausfuhr!)
1926 — 1930 und 1913
(Pos, 650 b, 650 c)?2)

Jahr

1913
1926
1927
1928
1929
9230

Zellstoff (650b)

Menge 1 Won a

29
24
66
65 |
1

A

2:
61
68 |
890
a6

Stroh-, Esparto- und ;
anderer Faserstoff (650 c)

Menge | Wert

0,2 0,8
1,1 1,1
5,5 5,7
0,5 0,6
19 0.0

Die deutsche Zellstoff einfuhr kam in der Vorkriegszeit zu über
90% der Menge und des Wertes aus Schweden, Österreich-Ungarn,

') Einfuhr in % der Ausfuhr.
?) 1913 war der Außenhandel von Stroh-, Esparto- und anderem Faserstoff
mit Holzzellstoff in einer Position Vena Ab 1926 ist er als Pos. 650c aus der
Pos. 650b herausgenommen worden. Die rennung zeigt, daß der Außenhandel mit
Stroh-, Esparto- und anderem Faserstoff nur in der Ausfuhr einige Bedeutung hat.
Es handelt sich bei ihm in der Einfuhr 1928 um rd. 400 t im Werte von 0,14 Mill.
AM, 1929 um rd. 40 t im Werte von 0,017 Mill. RM und in der Ausfuhr 1928 um
-d. 7800 t im Werte von 2,4 Mill. RM, 1929 um rd. 8500 t im Werte von 2,8 Mill.
U E EM die Einfuhr gleich Null und die Ausfuhr rd. 8500 t im Werte von
2,7 Mill, %

| 56
        <pb n="163" />
        Finnland und Norwegen, und zwar entfielen auf Schweden rd. die Hälfte,
Österreich-Ungarn rd. ein Viertel, Finnland rd. ein Siebentel und Norwegen
 rd. ein Zwanzigstel. Diese Länder sind mit durchweg stark gestiegener
 Ausfuhr die wichtigsten Herkunfteländer geblieben und an der
gegenüber 1913 um ein Vielfaches der Menge und des Wertes gestiegenen
Einfuhr der letzten Jahre wiederum zu rd. 90'%: beteiligt. Doch
hat sich die gegenseitige Bedeutung der Herkunftsländer stark verschoben.
 Finnland hat, insbesondere durch erhöhten Sulfatzellstoffexport
 — rd. 70%: seiner. Zellstoffausfuhr nach Deutschland entfallen
 auf Sulfatzellstoff —, mit einem mengenmäßigen Anteil von
rd. einem Viertel bis einem Drittel Schweden zeitweise erreicht und
übertroffen. Beiden Ländern folgen mit einem festen Kontingent von
rd. 30 000 t die Tschechoslowakei‘) und in weitem Abstande Norwegen
und Österreich. Außerdem ist Kanada in fortlaufendem Anstieg mit
besonders hochwertigem Zellstoff neu auf dem deutschen Markte erschienen.


Tabelle 91
Die wichtigsten Herkunftsländer der deutschen Holzzellstoffeginfuhr
 (650b) nach ihren Anteilen an Einfuhrmenge und -wert
1927—1930 und 1913

1980 | 1929 | 1928 | 1927 | 1918:

Herkunftsland

Einfuhr insgesamt
fin 1000 t und Mill.
M/RM) 0000000000
(1913 = 100)...

!‘. Finnland ........
‘. Schweden .......
Tschechoslowakei
Norwegen .......
"Ana euer
)sterreich .......
)sterreich-Ungarn

6.

P|E|2]E|2)E P]2 123
a | © S |, 2 |) |
C zz IS ll Sl HE ES

148,8 | 35,1 159,5! 41,9 1521| | 3128| 548| 9,0
290 !390 311 |466 |295 |448 |245 |353 1100 |100

/4Nn.

2

18,8 | 16,5! 25,7 22,4] 31,2
31,6 | 32,2! 31,6 | 28,4| 28,4
28,4 | 25,7| 21,8 | 21,5 21,8
4,9| 6,7| 7,0| 9,3 75 |
3,8| 6,9) 3,8 7.2 4°
7,6| 66) 41 41 4,1 | 6a 6,4, 7,9
380 89.2) (25.0) (25,6) (25.4) (23.5) (835.211(88.3*

20,0
299
it T

14,0
50,7
4,9 | 47

18,5
49.0

248 |268

An der im Verhältnis zum Weltverbrauch und zu der deutschen
Einfuhr nur geringen Steigerung der deutschen Zellstoffausfuhr ist
vorwiegend Amerika beteiligt. Auf Amerika entfiel bereits im Jahre
1913 ein Anteil von rd. einem Fünftel von Ausfuhrmenge und -wert, der
sich 1927 bis 1930 auf je rd. ein Drittel erhöht hat. Die Ausfuhr nach
Amerika ging 1913 fast restlos, 1927 bis 1930 zu über drei Vierteln nach
den Vereinigten Staaten; den Rest erhielten, neben einem geringen Anteil,
 den Mexiko und Kuba empfingen, Argentinien und Brasilien. Außer
Amerika kommen für die deutsche Zellstoffausfuhr keine Überseeländer
in Betracht, abgesehen von einer geringen Aufnahme Japans.
'\ Vgl. den dritten Teil I, 1, S. 140.

SG
        <pb n="164" />
        Der europäische Export der deutschen Zellstoffindustrie zeigt vornehmlich
 durch Reparationslieferungen einen höheren Stand als in der
Vorkriegszeit; Frankreichs und Belgiens Zellstoffeinfuhr geht zu über
die Hälfte auf Reparationskonto. Außer Frankreich und Belgien weisen
in Europa allein Großbritannien und die Niederlande eine Einfuhrsteigerung
 auf, während der Absatz nach Italien, Spanien und der Schweiz
zurückgegangen ist. Alle übrigen Märkte spielen nur eine untergeordnete
 Rolle.
Neben der eigentlichen Zellstoffausfuhr ist die Ausfuhr von Stroh-,
Esparto- und anderem Faserstoff nur von geringer Bedeutung!). Bemerkenswert
 ist allein, daß sie wesentlich abweichende Bestimmungsrichtungen
 zeigt. Die drei wichtigsten Holzzellstoffabsatzmärkte, die
Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich, treten so gut wie
ganz zurück, dagegen geht der Hauptanteil nach den Niederlanden,
Elsaß-Lothringen, Japan und Italien.
Tabelle 92
Die wichtigsten Bestimmungsländer der deutschen Holzzellstoffausfuhr

1927—1930 und 1913
(Pos. 650 b)!)

Bestimmungsland


Ausfuhr insgesamt
in 1000t u. Mil.
M/RM) ......
(1913 — 100) ....

Ver. Staaten..... |
Großbritannien ..
?rankreich ......
Zls.-Lothringen ..
3Zelgien ..........
iederlande "—_- |
talien ..........
Argentinien .....
3rasilien ........
Spanien .........
Schweiz...

19380 | 1929 ! 1928 | 1927 | 19138

Menge| Wert IMenge| Wert Menge! Wert !Menge| Wert IMenge| Wert

287,5 | 72,5 |]
160 |! 906

265,5 | 69,4 |
14R | 197

288,8 | 61,4| 1897| 52,8 1795 | 35,2
131 1174 | 106 ! 149° 1100 1100

20,4 '
19,1
23,5

22,8
17,5
99.7

24,8
16,7
20,5

265
“7
22,6

26,1
175
{cc

fin %)
26,7
14,5
a

25,2' 24,2
26,0 25,2
11,9, 12,2
0,9: 07 ;
59 RO| 5,7‘ 5,8
9 5| 53, 55
47 58| 18,2 | 18,6
25 %6 1217| 12
2,8, #7| 0,08| 0,1
18 21| 40| 43
15 291 831! 85

19,3
16,4
248

8,8
26
29

-
4:

108
7.6
f7
9

„

DD

1.0

3,
2.0

Deutschlands gestiegene Bedeutung als Einfuhrland und wesentlich
verringerte Bedeutung als Ausfuhrland hat ihre Hauptursache in der
zünstigeren Standortslage der nordischen Länder Amerikas und Europas
zum Rohstoffbezug?). Wie innerhalb der einzelnen Länder eine fortlaufende
 Abwanderung der Zellstoffproduktion zum Holz zu beobachten
ist (Deutschland. Schweden, Vereinigte Staaten), so zeigt sich analog

ı) Vgl. Tab. 90, Anm, 2.
*) Vgl. jedoch den zweiten Teil I, 1 S. 44/45.

68
        <pb n="165" />
        zuch auf dem Weltmarkt eine starke gleichgerichtete Abwanderung der
Zellstoffproduktion und damit auch des Exportes. Nur dort, wo eine
autarke Wirtschaftspolitik wie in England, Frankreich, Spanien, Italien
und der Schweiz die unzulängliche Rohstoffbasis auszugleichen sucht,
arfährt dieser Grundzug der Entwicklung eine für die beteiligten Länder
bedeutungsvolle, im Gesamtbild allerdings geringe Hemmung. In dieser
Bedingtheit der Wanderung zum Holz gesehen, erscheint das annähernde
Gleichgewicht der deutschen Zellstoffwirtschaft in Verbrauch und Pro-Juktion
 als durchaus labil. Deutschlands Zellstoffindustrie ist die einzige
 der Welt, die zu einem beträchtlichen Teil auf Papierholzimport
angewiesen ist und trotzdem eine Zellstoffproduktion erzielt, die den Verbrauch
 übertrifft. Alle anderen Länder, deren Papierholzbasis ihrem
Zellstoffverbrauch nicht entspricht, müssen die größte Menge ihres
durch Papierholz ungedeckten Bedarfs durch Zeilstoffimport decken.
Insbesondere: scheint die Entwicklung der Zellstoffindustrie der Vereinigten
 Staaten ein bedrohliches Zukunftsbild auch der deutschen Zellstoffindustrie
 darzustellen. Den Vereinigten Staaten fehlt in allerdings
weit höherem Maße als Deutschland eine genügende Papierholzbasis.
Sie gleichen aber im Gegensatz zu Deutschland den Mangel nur zum geringen
 Teil durch Papierholzimport aus. Zur Deckung des überwiegenden
 Bedarfs haben sie, soweit gie nicht in den riesigen, bisher nur durch
Sägewerke genutzten Waldgebieten ihrer Westküste als neuen Standort
Ersatz finden, eine Standortsverlagerung über die Landesgrenze hinaus
vollziehen müssen. In der ihnen benachbarten Holzkammer Kanada
haben sie eine Zellstoffindustrie aufgebaut, deren Ausfuhr vorwiegend
nach den Vereinigten Staaten geht. Sie dehnen sich neuerdings in
gleicher Weise in der Papierholz- und Zellstoffproduktion Neufundlands
aus. Auch Deutschland hat einen Schritt in ähnlicher Richtung getan.
Zum Ersatz seines Vorkriegswerkes Pernau in Rußland hat das größte
deutsche Zellstoffwerk, Waldhof A.-G., eine Zellstoffabrik in Finnland
(Kexholm) erbaut. Die Ausdehnung auf den finnischen Standort bedeutet
 Anteil an den günstigen Produktionsbedingungen, wie sie der
Holz- und Wasserreichtum Finnlands gewährt, wozu in der gegenwärtigen
 Lage Deutschlands auch noch der Vorzug der geringeren steuerlichen
 und sozialen Belastung Finnlands tritt.
Dennoch liegen die Verhältnisse für die deutsche Zellstoffindustrie
anders als in dem Zellstoffwirtschaftsgebiet Nordamerikas. Die kanadische
 Zellstoffindustrie ist die konkurrenzfähigste der Papierholzländer.
Sie vereinigt den günstigsten Standort zum Rohstoff mit modernster
Technik und Zusammenballung der Fabrikation in Riesenbetrieben.
Stände die deutsche Zellstoffindustrie unmittelbar unter der Konkurrenz
der kanadischen, so wäre auch ihre Lage sehr erschwert. Der kanadische
 Export wird jedoch weit überwiegend von den Vereinigten Staaten
aufgenommen. Zudem weist Nordamerika insgesamt, trotz der großen
Produktion der Vereinigten Staaten und der Kanadas, noch ein Zellstoffdefizit
 auf. Damit beschränkt sich die Weltmarktkonkurrenz Deutschlands
 im wesentlichen auf die europäischen Papierholzländer. Den eurooäischen
 Konkurrenten gegenüber aber kann Deutschland den Vorteil in

' 29
        <pb n="166" />
        ZEg.

Fe

die Waagschale werfen, den es Kanada gegenüber nicht. einsetzen
könnte: den großbetrieblichen und technisch durchgebildeten Fabrikationsgang
 seiner Exportwerke. Diesen haben in gleicher Ausdehnung
weder Norwegen noch Schweden; allein Finnland steht ungefähr auf
zleicher Höhe. Und noch ein weiteres hat die deutsche Zellstoffindustrie
gegenüber ihren europäischen Konkurrenten voraus. Sie allein hat für
den größten Teil ihrer Produktion eine Rückendeckung in ihrem starken
Inlandmarkt, da sie nur zu einem Fünftel bis einem Viertel, die nordeuropäischen
 Zellstoffindustrien aber zu drei Fünfteln bis drei Vierteln
ihrer Produktion auf den Export angewiesen sind.
Immerhin sind diese Voraussetzungen für die Konkurrenzfähigkeit
der deutschen Zellstoffindustrie durchaus zur Ungunst wandelbar.
Ändert sich der Zuschußcharakter des nordamerikanischen Zellstoffwirtschaftsgebietes
 oder die betriebliche und technische Unterlegenheit
der europäischen Konkurrenten oder der diesen fehlende Rückhalt des
zrößeren Binnenmarktes, so droht die deutsche Zellstoffindustrie in
ihrer Entwicklung beeinträchtigt zu werden. Tatsächlich hält Finnland
in der technischen Ausgestaltung seiner Zellstoffindustrie bereits annähernd
 Schritt mit der deutschen; auch die anderen europäischen
Papierholzländer, insbesondere der größte Konkurrent, Schweden, beschäftigen
 sich eingehend mit der Rationalisierung ihrer Betriebe.
Gleichzeitig nimmt der Rückhalt eines starken Binnenmarktes, vor
allem in der Form der Betriebskombination mit der zellstoffverarbeitenden
 Industrie, in den Konkurrenzländern fortlaufend zu. Immerhin
Sraucht der technische Ausbau der europäischen Konkurrenzindustrien
und die Stärkung ihrer Papierganzzeugindustrien Zeit und ist mit
Rückschlägen verbunden. Die entscheidende Kraft in der Struktur des
Weltzellstoffmarktes bleibt darum bis auf weiteres die Entwicklung der
Zellstoffproduktion in Nordamerika.
Die Steigerung der Zellstoffproduktion in Nordamerika ist bisher
bei der fortlaufend gestiegenen N achfrage der Vereinigten Staaten auf den
übrigen Märkten verhältnismäßig gering in Erscheinung getreten. Der
Bedarf der Vereinigten Staaten ist stärker gestiegen als die nordamerikanische
 Produktion, und auch weiterhin erscheint der Weltmarkt in großem
Ausmaße aufnahmefähig. Die Papierproduktion und der Papierverorauch
 der Welt zeigen im allgemeinen steigende Tendenz. Auch in der
Verwendung von Zellstoff zur Kunstseidefabrikation, die erst nach dem
Kriege in größerem Umfange eröffnet wurde, liegen, wenn auch nicht zu
üiberschätzende, Aussichten der Bedarfssteigerung. Die Viskoseseidenerzeugung
 verbraucht heute bereits, bei einer Produktion von schätzungsweise
 100 000 t, etwa 13 000.£_Sulfitzellstoff und macht dabei erst rd.
2 bis 3% der gesamte Wetttextilproduktion aus. Noch nicht % '% der
Welttextilproduktion bzw. rd. ein Achtel bis ein Zehntel der Weltkunstseidefabrikation
 entfallen auf die anderen, nicht aus Holzzellstoff verfertigten
 Kunstseidearten, Azetat-, Nitrat- und Kupferseide. Von ihnen
ist die Azetatseide eine starke Konkurrenz der Viskoseseide. Aber
selbst eine anteilmäßige Verringerung der Viskoseseide an der gesamten
Weltkunstseideproduktion wird die Aussichten der Viskoseseide und da-70
        <pb n="167" />
        mit des Zellstoffverbrauches im Rahmen der Welttextilproduktion nicht
allzu stark beeinträchtigen können. Doch ist für die gesamte Zellstoffmarktlage
 bemerkenswert, daß die Weltproduktion bereits mehrfach dem
Bedarf, wenn auch nur zeitweilig, stark vorauseilte. Dies kennzeichnet
die Gefahr, die bei der Struktur des Weltzellstoffmarktes die europäische
Zellstoffproduktion bedroht und unter ihr insbesondere die deutsche
Zellstoffindustrie, die wieder dem starken quantitativen Übergewicht
der nordeuropäischen Länder gegenübersteht.
Bei der Bedrohung der europäischen Zellstoffindustrien läge ihr
organisatorischer Zusammenschluß zur gemeinsamen Regelung des Absatzes
 nahe; sie scheiterte aber bisher vor allem an der mangelnden
Kontrahierungsfähigkeit Schwedens, dessen Zellstoffindustrie verbandsmäßig
 noch sehr zersplittert war. Doch hat die Organisation der
schwedischen Zellstoffindustrie gerade in jüngster Zeit durch die Interessenahme
 des Kreuger-Konzerns große Fortschritte gemacht. Auch hat
— unter dem Gedanken eines Zusammenschlusses der europäischen Zellstoffindustrien
 gewertet — die Gründung der deutschen Zellstoffabrik
in Finnland ein besonderes Aussehen, und die bereits erfolgte Vereinbarung
 der am 1. April 1928 adhoc gegründeten Deutschen Sulfitzellstoff
 G. m. b. H. mit der tschechoslowakischen Zellstoffindustrie, die die
tschechoslowakische Zellstoffausfuhr nach Deutschland preis- und

Tabelle 93
Die Holzschliffaußenhandelsbilanz Deutschlands 1913 u. 1925—1930
(Pos. 650 al und a2}

Ausfuhr- (+) |
bzw.
Einfuhr- (-)
üharschuß

Jahr IProduktion]

Einfuhr | Ausfuhr

1918 |!
1925
1926
1927
1928
1929
19820

(in Mill. M/RM; 1918 = 100)
67 100' 0,36 100 0,65 100 0,29
125 187 2,22 610 0,47 72 1,75
116 173 0,835 97 1,52 238 1,17
119 178 0,39 106 0,33 50 0,05
130 :94 1,59 488 0,26 89 1,83
182 197 0,58 147 0,26 40) 0,27
0.11 21 036 55! 0.26

1913
1925
1926
1927
1928
1929
1Q20

fin 1000 ** 1973 - - 100)
3,6 100 7,5 100
15,0 414 5,8 77
2,2 69 19.8 257
28 10442 56
.6,5 458 2.9 39
4,9 186 3,2 43
0,9 25'511 68
4) Doch vgl. den zweiten Teil. I. 8

#
4'

2.9
Yo

L

49

Verbrauch
 *)

66,7 100
126,8 190
114,8 172
119,1 179
131,3 197
132.3 198

670,1 100
745,9 111
709,5 106
817,2 122
850,8 127
849.9 1927

Anteil der
Ausfuhr | Einfuhr
an
Ver- | Probranch
 ‘ Anktign

(in %o)
10 | 0,5
0,4 1,8
1,3 0,3
0,8 0,3
0,2 1,2
9.2 0.4

(in 9/0)
1,1 0,5
0,8 2,0
2,7 0,3
0,5 0,5
0,3 1,9
0.4 0,6

wer
la 8
        <pb n="168" />
        Tabelle 94
Die Zellstoff- und Holzschliffproduktion der wichtigsten Papierhalbzeugexportländer
 des Auslandes 1913, 1925—1929!)
(in 1000 t)

An

Sulfi

ultfat

Holzschliff

ungebleicht |{gebleicht

ungebleicht | gebleicht.

x
Le
4

lm
a

ad
S
Tat
Sla |
S Ss 8
5 | SS | 8

Zn
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+

N

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Sc =
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RR
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&amp;lt;&amp;lt;

+

il)

Jr

1
si

u.

Schwe-'
den

1929/449,3/825,0| — |182,6| 1232,2 209,6/545,0
1928 367,7618,9/ - 126,8/ 929,0 |155,1/852,5
1927/418,4 770,8 146,4 1128,09 154,4 378,3
1926425,7/721,5] - |121,4| 1055,8 141,2 323,2
1925 881,5 662,4] — |109,4| 9625 |120,0/271,2
1918/271,0/531,91 — | 37,61 705,0 98,2/ 90,1
1920/100,0/117,5/10,6/144,7| 872,7 85,7 88,6!
) ) )
1026| 66,4/109,5180,2 4 444] 271
1927 . '46,4/265,6 26,01 34,5
*%) *#)

649,9
480,0
455,5
393,8
331,7
155,4
74.3

1882,1
1859,0
1579,4
1449,5
1294,8
860,5
447.0

195,8] 60,6'
981,6| 49,8
962,6 42,4
876,6| 38,2
784,8 46,5!
527,21 62,5
1021,91

658,3
540,6
528,7
476,5
438,9
326,1
511.0

16,0

)D

Norwegen
 |

68,5 |
60,5

404,9
3725

A 3,5
876.5| 7,7

477,4
446.0

1926|
925°
1918|
kakık)

315,8
9535

57,1
502

830,3
372,4
965 1

422,2
440,0
3804

Finnland


1929|

42,3/864,1
*)
58,8/825,4'
46,4/284,9|
72,2/218,9
1)
54,4208,4
27,1| 29,1'

892.8]

468.6

22,81105,8.
*) | *)
18,7/108,4
16,6| 76,3
21,6| 67,6

27,9

156,5

625.1

294,5| 58,1

347,5

1928
1927
1926

59,6
47,7
41.9

438,4
378,9
2890

28,9
28,2
20.4

146,0 |
116,1 |
109,6

584,8
495,1
442.6

+
260,9| 51,6
224,2| 58,2
185.0) 478

312,4
282,4
9393

1925|
1918!

En 800,6
23.7| 79,9

188 59,8!
8.4| 60.1

18,1 |
12!

96,7
64.7

397,2
144 6

El 51,0
114,0! 40,7

227,4
154.6

Österreich


1929!
"998
927
926
925
(918!
1929!

224,5
207,0
191,9
‘82,7
75,7
‘88

104,2
104,1
94,4
96,0
89,1
94.0

T'schechoslo-



928|
927
1926
1925

ni

+)
60,0
60.0

„1
*) Angaben in Trockergawicht. — **) Gebleicht und ungebleicht insgesamt. — ***) Jahredurchschnitt 1911/1913.
— 4) 1926 einschließlich 1679 t Sulfitzellstoff kvist. — ++) Schätzungen.

192

') Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichbarkeit, so fehlen
a. a. für Österreich, Tschechoslowakei, Polen, die Ver. Staaten und Kanada nähere Angaben, ob
Feucht- oder Trockengewicht.

7)
        <pb n="169" />
        Tabelle 94 (Fortsetzung)

Holzschliff

Polen...

Su
angebleicht | gebleicht!

FF
x

zZ a
7
Ren
af
GT
un

Ss ea +
S
S | $
&amp;gt; |

x

928
927
‚926
1925

34,5
30,6
29,1
98,9 |

; 42,0
i3 38,0
6,1 | 35,2
5:6 34,4

sul; a
ungebleicht | gebleicht

as
a | 8
AM DR
a1
S S a
A - am

7

Ss

16,6
15,8
13,2
12.0

LA
(7)
)
»
A
a 5
19
äs
nn S
9 Fi
pm
=

58,6
53,8
48,4
465

el
=
=

X
Pa
Do
S| 83
a | SE
3 S Se
SS Ih! 5

38,0
31,9
25,0
10.0 |

Sl
}

/erein. }1928
Staaten ı
v. A. 119927

759,1
791,5 |

355,1

1414,2

Ffm | F
665,6 |36,8/443,8] 1145,7

617.2

1408.6

2626,5
**)
2444,6
X)
2877,0
2116,1
17708

1461,0
D
1461,0
#4)
1677,5
1478,5
1173,6

547,2 1442,22] 989.4

‚926
‚925
'914

312,9
407,4

874,4
47,8

428,81 808,2
315.6) 368.4

1348,5
HP
1246,6 1930,2
. 1160,1 1743,7
232,3 1125,1 1724,9
219,7 984,3 1471,4
, 64,4 | 230,8 ’ 544,5
*) Sodazellstoff, ungebleicht und gebleicht insgesamt, — **) Einschließlich 27 186 t semi chemical und 39391 t screenings
;hemical. — ***) Einschließlich 10871 t semi chemical und 35700 t screenings chemical. — 4) Excel. 4265 t screenings
mechanical. — +*) Excl. 7465 t sereenings mechanical. — ++) Exel. Reste und Abfälle (vgl. Dritter Teil 11d).

827,1

294.4

1121,5

2196.1

mengenmäßig festlegt*), ist geeignet, in der gleichen Richtung einem
umfassenden Zusammenschluß den Weg zu bahnen”).
Die entscheidende Stütze der deutschen Zellstoffindustrie gegenüber
ihrer europäischen Konkurrenz bleibt ihr Rückhalt an dem großen
Binnenmarkt. Dieser Rückhalt in der eigenen Papierganzzeugindustrie
verstärkt sich dadurch, daß auch die deutsche Papierganzzeugindustrie
ihrerseits wieder zum größten Teil auf dem Binnenmarkt fußt. Auch
sie ist nur zu rd. einem Fünftel bis einem Viertel auf den Export angewiesen,
 während die Papierganzzeugindustrien der nordischen Staaten
abenso wie ihre Papierhalbzeugindustrien zu über 70% der Produktion
ausführen müssen. Doch ist auch die Lage der deutschen Zellstoffindustrie
 nicht nur von ihrer eigenen Weltmarktstellung, sondern auch
von derienigen der Papierganzzeugindustrie abhängig.

ı) Vgl. den dritten Teil, I, S. 140. |
2) In der zweiten Hälite des Jahres 1930 begannen Verhandlungen zur Beyründung
 eines internationalen Zellstotfkartells,

173
        <pb n="170" />
        Tabelle
Der Zellstoff- und Holzschliffexport der wichtigsten Papier
Zell‘

and

Jahr

nn Balfite
ungebleicht gebleicht insgesamt ungebleicht
1a6 |trocker' naß |trocken| naß trocken! naß |trocken

Schweden.......

1929
1928
1927
1926
1925
[913
1929
1928
1927
0926
‚925
1918
929
929
927
227
‚927
‚918
‚927
‚928
„927
‚92€
1925
1913
92€
‚92€
927
928
92€
„928
1927
+92€
925
1929
1928
927
926
1925
913/14
L92E
«098

42,7'
30,8
17,4
48,5
82,1
58,5
42
FE

784,1
594,9
720,8
659,5
629,8
508,1
114,7
105,5
92,7
93,8
1085 -

140,9
102,8
114,5
90,2
82,3
20,7
6,8 | 128,6
8,4 * 127,5
8,5 111,4
0,3 102,6
— 1185

42,7
30,8
47,4
43,5
32.1
58,5
11,1
18,4
‘4,4
1,
0.8

925,1
597,2
335,3
749,7
712,1
528,8
243,3
288,0
204,1
195,9
217.0

17,5
IS
dt
0,0E
0,1
1,3
0,9
1,8

497,2
380,6
346,8
314,2
247,7
85,9
95,8
24,5
19,5
17,8
{19.0

Norwegen .....

1.
0.8

Finnland.......

85,5
56,0
36,1
40,2
16.2

335,2
881,1
251,5
281,0
208.6

Österreich .....

Tschechoslowakei

+4) 40,1 *)
43,0
47,2

Niederlande .....

l .
183,5*)
194.6
207,1

Kanada .........

|
330,7 %)
208.6
1913 |

I .
42°)
423,2
398.4

Ver, Staaten ....

39,8*) |+t++7)2,0*)
22,6 2,5
24,6 2,1
21,2% 1,6
28.0 2,5

|

1918
*) Ohne nähere Angape, ob . eucht- oder Trockengewicht. -— **) Sulfit und Sulfat ungebleicht Ins
Fasermasse. — +) Davon Strohzellstoff 1925 1507 t; 1926 1525 t; 1927 1042 t; 1928 627 t 1929 447 t.
and other paper stock; 1928 rd. 104 600 t im Werte von 4,10 Mill. $; 1929 rd. 49000 t im Werte von

1) Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleich-95


halbzeugexportländer des Auslandes?!) 1925—1929 und 1913(in 1000 t)
stoff . "
nn Holzschliff
Sulfatlei
 i $ Insgesamt
— Sehlelcht | Insgesamt naß | trocken | Trockennaß
 | trocken naß | trocken gewicht

var

7,5
10
2,9
0,08 |
a1
1,8
9
1,3

497,8
382,1
347,2
314,6
248,2
96,9
25,8
24,5
19,5
17,8
19.0

1452
047
1207
1086
977
356
275
265
280
215
286
210
484
478
364
388
294
75
33*)
34
36
89
36

555,0
451,1
494,2
361,2
328,1
264,0
596,5
519,5
194,4
506,6
594,0
481,1
202,9
143,7
95,0
62,9
46 |

59,4
54,5
36,0
35,9
47,2
59,2
26
57
Q

337
280
248
217
211
191
302
2683
50
256
1
"5
161
138
{09

0,5
10

8,7
14,7
59,2
65,9
54,7
41,5
85

0,02
2,1
0,3 |

16,2
112,8
94,0
81,4
777

—-9*)


5
5
7
r

92*)
94
32
78
+4)6,6*)
7,7
10,1
10,8
8,1
336 *)
571
557
549
562
39
9,9
‘4
W)
7
y
7
zesamt. — ***) Sulfit und Sulfat gebleicht insgesamt, — #) Einschl. mech. Stroh-, Esparto- und ähnlicher
— 477) Sodazelistoff. — *+) Andere Papiermasse außer Sulfit- und Sodazeilstoff. — **+) Ohne rags
1,88 Mil $
barkeit.

##51,4*)
50,5
45.2

CA
        <pb n="171" />
        Tabelle 96
Die Hauptabsatzgebiete der wichtigsten Zellstoffexportländer
des Auslandes!), 1925—1929 und 1913
Menge in t (Trockengewicht)

Ausfphrländer

Bestimmungsländer



Gesamtausfuhr

Deutschland...

Vereinigte
Staaten
von Amerika

Großbritannien
 ***)

Frankreich...

Belgien..,..

Italien....

Nor- z Öster- Ka- | Tschecho-Jahr
 Schweden] 07] Finnland reich**) a EC
Menge Menge | Menge Menge Menge | Menge
absolut | absolut ! absolut ! absolut ı absolut Absolut

1929
1928
1927
1926
1925
1918
1929
:928
‚927
1926
"925
912
1929
1928
1927 ,
1926;
1925
1918
‘929
‚928
927
1926
1925
1918
1929
1928
1927
(926
1925
1918
1929
"928
927
926
925
1918
1929
1928
1927 |
1926
1925
1918

1 452 406
1 046 780
1 206 627
1 086 124
976 543
656 384
45 999
30 498
32 610
12457
25 602
68 825
672 854
510 694
550 933
529 346
406 818
102 145
294 828
197 242
298 583
244 080
239 300
256 112
116 300
81 697
75 644
86 124
83 678
R6 649

269 177
257 589
223 589
213 792
236 052
209 544
11 986
10.109
7221
3 009
5 562
7618
59 701
89 824
56 399
59 065
67 492
17777
92 678
35 783
79 408
33 550
36 665
19 588
20 890
23 601
9595
18 100
22211
28 069
8 690
8 524
3.017
8598
LO 056
12.064 '
8 658
6 850
4195
2276
4.081
3.758

484 143
473 030
363 572
332 600
294 318
75.479
36 396
40 372
32 943
22 504
25 838
15780
[46 688
122 189
94 415
90 386
78 685

93 192
94 235
85 943
89 218
86 012

536 356
571199
556 742
548 678
561 798
58 749
2 300
83 200

93 536
92 363
77711

5 762
6 588
9791
3 631
5476

32.889
32 912
14 409

3 458
7219
88361
9021
8625

448 500
477 400
470 883
486 751
508 046
52 320
14 200
7 500
3.377
2309
2789
L76
14 000
18 000
13 606
8 663
4749
L8
7500
3600 '
ö 256
4 884
2950

5526
12273
10 884

147 759
128 498
122 144
‚05 019
98 5587
37 702
28 797
45 239
18 639
29 955
16 301
2775
24 616
35511
20 480
22 845
16 254
7256
15 952
‘4 584
6 668
7680
5791
149

| 164
484

1384
2174
3 094

11 390
10 940
12518
18 007
13571

7595
4165
5 268

37651
21 782
83 838
24: 840
34 912
26 748
57115
39 577
35 221
87 601
38 159
8 999

243
877

4.065
3 649
3.480

55 746
53 848
38 309
41 565
45 507

8 700
7800
10 461
9249
603838

[1786
5.079
9 722

*) Die geringe Ausfuhr von Zellstoff feucht (vgl. Tab. 95) ist hier nicht enthalten. — **) Ohne
nähere Angabe, ob Feucht- oder Trockengewicht. — ***) Bei Finnland einschließlich Irland.

'!) Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichbarkeit.


176
        <pb n="172" />
        Tabelle 96 (Fortsetzung)

Ausfuhrlända

Bestimmungsländer


| Jahr

) Nor- N
Schweden) wegen Finnland,
Menge | Menge
absolat | absolut |

Menge
absolut

Niederlande ..

‚929 |
928
927
926
925
918

42 118
29 575
31 470
11 470
20 691
7 9682

9 408
1.609
9393
8150
7492
5 804

7 045
LO 658
7 459
5 990
81383
5 094.

Spanien .....

929
‚928
1927
926
925
1913
1929
1928
‚927
‚926
‚925
1912

41 442
33 078
30 183
29 645
25 899
18 548
591

4112
‘253
4337
1911
3 420
2» 9929

3682
4730
3384
4489
4 044
1 998

Rußland
(U. d. S.S. R.)

36 461
35 592
42 468
28 889
30 097
4025
3887
4143
3.353
4381
1 988

9393
376
1168
&amp;gt;94

(ehem. Reich) .
Japan........

‚929
928
927
926
925
"918

5255
3798
5 826
0124
4478
17 980

‚6 149
4582
8437
7071
7671
5 194

Britisch-Ostindien


929
‚928
‚927
‚926
‚925
1912

7 266
7 749
3 604
4280
2689
| 288

1.305
10 097
1 278
9 545
7576
B40

1859
1182
100

Brasilien 0...

1929
928
‚927
926
‚925
12

1782
9695
7 828
6 566
4452
2196

3 386
4249
3317
1 724
1948
442

14 815
(4 127
4630
1 744
2340

Argentinien ...

‚929
928
‚927
926
925
a12

5552
2355
955
800
3 632
877

122
355
102
914
RQ Q89

1 087
2 330
908
486
85

1

Enauete-Augsasachuß. 15. Band 10.

Österreich

Menge !
absolut '

111

1F

Ka- |Tschechonada
 | slowakei
Menge | Menge
absolut ' absolut —

295
196
478

900
800

1847
9.054
849

955
4612
&amp;gt; 485

37 000
45 800
50 245
35 428
37 599
8184

324
50
1047

3 160
2.736
9.789

D7
529
L58

58

109

177
        <pb n="173" />
        Tabelle 97
Die Hauptabsatzgebiete der wichtigsten Holzschliffexportländer
des Auslandes!) 1925—1929 und 1913
Menge in t (Trockengewicht)

Bestimmungsländer


Gesamtaustiuhr. ...

Deutschland....

Großbritannien ...

Vereinigte Staaten
von Amerika

Frankreich...

Belgien.....

Rußland ..

1 ©

Jahr Schweden! Norwegen

1929
1928
1927
1926
1925
1913

336 890
280 006
248 086
216 510
211 293
191 2929

301 886 *)
263 428
249 872
255 700
300 742
DES 901

L929
1928
1927
L926
1925
1912

3 261
7787
15380
1115
L1 543
6 200

202
3 340
L433
102
L821
955

1929
1928
1927
1926
1925
(918

156 070
L40 278
123 172
99 105
98 961
72 741
10 036
822
4 036
2891
4142
497

226 701
195 184
214618
216 490
208 519
'48 409

1929
1928
1927 ;
‚926
1925
1918

13 366
2.957
1 084
1853
L1 344
1764

1929
1928
1927
1926
1925
£918

36 266
71 424
58 920
55139
45 810
55 747

30 718
24. 069
6459
12 079
41 366
51.999
19 765
25 289
(8 991
16 465
306 198
74

‘929
928
927
926
‚925
1918

6001
N129
2 674
88
N

„929
‚928
‚927
926
925
‚918

05

ünder

Finnland

Österreich | Kanada

160 753
137 717
L02 185
72 912
73 041
144915
4512
7152
7478
1227
2695
3 7839

19 334
26 199
25 648
27 099
27 997

190 302
185 153
231 641
311 318
338 434
218 461

245
835
1 563
294
2 413

66 489 ***)
44 436
24 014
12 675
13 438
3.019
10510
8875
7496
1.930
2 405

3

19312
33 104
74 109
37 013
75 528
RA 487

165 261
152 049
157 532
211 972
254 519
139 252

28 378
23 030
20 004:
21 310
14391
18 821

790
341
852
7 365
3.772

12 333
7167
1 723

8 006
7472
2737
804
2.284
877
18 063
29 006
26 189
23 434
29 635
[3 795

‘4
16

55

*) Die geringe Holzschliffausfuhr trocken ist bei den einzelnen Märkten nicht aufgeführt, —
5%) Ohne nähere Angabe, ob Feucht- oder Trockengewicht. — ***) Großbritannien mit Irland.

1) Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichbarkeit.

178
        <pb n="174" />
        Tabelle 97 (Fortsetzung)

Ausfuhrländer

Bestimmungsländer


Dänemark ...

Niederlande...

Tschechoslowakei.

Jahr Schweden! Norwegen! Finnland

‚929
‚928
‚927
‚926
‚925
1913

9356
4 809
10 338
11 266
4563
5862

4922
5714
4389
4716
‚0 650
9887

1 688
3.337
2303
944
452
801

929
928
927
926
925
‘918

8 144
7 980
3.936
2219
7554
om

2361
| 998
. 285
1128
2581
1698

929
928
‚927
1926
(1925
1918

| Österreich | Kanada
**) **)

5814
$ 700
1008
415
1182

Noch stärker als die deutsche Zellstoffindustrie ist die deutsche
Holzschliffindustrie an die Außenhandelslage der Papierganzzeugindustrie
 gebunden. In der Ausfuhr der Papierganzzeugindustrie ist
ein weit größerer Teil der Holzschliffproduktion als der Zellstoffproduktion
 enthalten. Auf der anderen Seite aber kommt von der deutschen Holzschlifferzeugung
 selbst durchschnittlich noch nicht 11%‘ zum Export (vgl.
Tab. 93). An der Handelsholzschliffproduktion allein allerdings hat die
Ausfuhr einen Anteil von 3 bis 4%. Für einzelne Bezirke, insbesondere
Süddeutschlands, die teilweise ein Viertel bis ein Drittel ihrer Produktion
 vornehmlich an Frankreich und die Tschechoslowakei absetzten, ist
die Ausfuhr von entscheidender und infolge der Bedingtheit durch die
atmosphärischen Verhältnisse risikoreicher Bedeutung. Die deutsche
Einfuhr unterliegt der gleichen Abhängigkeit vom Wasserstande, ist
aber im Verhältnis zum Verbrauch im allgemeinen unbedeutend. Überhaupt
 ist insgesamt der Weltexport von Holzschliff absolut und im Verhältnis
 zur Produktion bedeutend geringer als der Zellstoffexport der
Welt, und im Radius weitaus begrenzter. Im wesentlichen beschränkt
er sich auf die Lieferungen Kanadas an die Vereinigten Staaten und an
Großbritannien sowie der drei nordeuropäischen Länder an Großbritannien,
 Frankreich, Belgien und Rußland. .
Über die Weltproduktion, den Weltexport sowie über die wichtigsten
 Weltabsatzmärkte von Zellstoff und Holzschliff und deren Zollschutz
 auf dem Weltmarkte unterrichten nach Maßgabe der verfügbaren
und meist nur beschränkt vergleichbaren Quellen die Tabellen 94 bis 98.
Über die Einzelheiten der Konkurrenzlage geben die Länderberichte
Aufschluß.

1
‘7
        <pb n="175" />
        , Tabelle
Die Papierhalbzeug-Zolltarife des
' I]. Mechanischer Holzstoif
| a)trocken |b)feucht
Gen. | Minimal- (Gen, Min.-Tarif
 Tarif Tarif Tarif

Länder | Jahr | Tarif-Nr.

Frankreich
je 100 kg in fres.
Für Zeitungs- und Zeitschriftenpapier

Für Schulbücherpapier
Für Papier anderer
Bücher
Anderer Verwendungszwecke

Tschechoslowakei
je 100 kg in Kronen
(falls durchlocht) ......

1929
‚913
«929
9183
1929
1913
1929
1918

2,25
1,50
3,75
1,50 |
G—
1,50 |
L0,— |
1.50

1,50
550
a
60
1.—

1,15 0,75
0,75 0,50
1,90 125
0,75 0,50
8
075 0,50
b— 8,25
0.75 | 050

1929
1918

284
284

15,— | 1509 | 7,50
1750 x 1.50

Niederlande
(falls durchlocht) ......
Vereinigte Staaten.......

1929
1913
{929 1616
1918 | 649

975 B. UL. 12

frei
frei
frei
frei

Großbritannien. .........
Belgiefl ..........0.000004
Italien
In Goldlire ..........0.4

1929
1913
1929
1913

frei
frei
frei
[rei

1929
19183
1929
1918

846
948/9

2— | 1,50
2,— | L,—
5% vom amtl. Ze
5 % gesetzten Zoll-0]
 schätz.-Wert

Argentinien ............
Brasilien
In Reis je kg.........
Spanien
Je 100 kg Rohgewicht
in Peseta
Schweiz
Je 100 kg frc8.........

1,— | —
2,— | 0,50
wie Ia

1929
19138

10,—
10,—

10,— | _—
10,— | —
ı wie trocken
desgl.
8,50 | 3,50
1,50 | 1,50

1929
1913
1929
1918

Nr. 1021
Nr.406

3,—
0,75
8,50
1.50

0,80
0,50
8,50 |
150 |

1929
19138
r 4 \
*) Grundgebühr, Koeffizien* 10. — **) Grundgebühr, Koeffizient 15.

Japan
Je 100 kin in yen.....

| 0,22 |

98
Auslandes Anfang 1929 und 1913
MH. Chemischer Holzstoff
a)trocken b) feucht I
General- | Minimal- | Gen.- | Min.- | General- Min.-Tarif
 Tarif Tarif | Tarif Tarif Tarif

IV. Lumpenstoff

“General- | Min -
Tarif Tarif

4,50
2,50
6,25
2,50
10,—
2,50
16,—
2.50

8,—
2,—
5,—
2,—
SQ, —
—
»

2,25
2,50
8,25
2,50
5,—
2,50
8,—
250 |

1.50
Y—
'50
A, —
6:50
Sa

» wie IIa

92,50 | „1,50% | 11,25
150 L 1.50

wie Holzstoff
desgl.

frei
frei

frei
frei
frei
frei

frei
frei
Nr. 1459: 20%
vom Werte
Nr. 8385: 15%
vom Werte
frei
frei
frei
frei

frei
frei
Nr. 1651 frei
„649 frei

Frei
frei
frei
frei

frei
frei

2,— frei
2,— | frei
32 de} vom deklarierten
27% Wert

2,—
Z—

frei
frei

(932) frei

frei
frei

32 % | vom dekla-27%
 Jrierten Wert

10,—
10 —

10,— | —
10.— )

10,— | _
10.— —
|
wie trocken INz. 1023: 0,25] 0,10 Nr. 2024: 0,50 0,10
desgl.  406:0,75| 0,50 |. 406:0.75| 0,50

40,— | —
40,— —

Nr. 1022: 0,30
„406: 0,756

0,10
0.50

ungebl. 4,—
gebl. 5,—
ungebl. 1,75
gebl. 2,25

&amp;gt; wie vor |

wie vor

wie Holzstoff

0.27

0271 — |

wie Holzstoff

Al!
        <pb n="176" />
        c) Die Außenhandelslage der reinen papiererzeugenden Industrie
Der Papierverbrauch ist gegenüber der Vorkriegeszeit allgemein
stark gestiegen. Je Kopf der Bevölkerung zeigt er in den wichtigsten
papierverbrauchenden Ländern der Welt in den Jahren 1913 und 1927
ungefähr folgendes Bild.
Tabelle 99
Papierverbrauch je Kopf der Bevölkerung in den wichtigsten
papierverbrauchenden Ländern der Welt 1913 und 1927’)
in kg

Land

England ......
Deutschland.............
Niederlande .............
Frankreich... ER
Schweden .......0..0.0000.
Belgien... - ES Ha
SchweiZ ....0..0.0.00.000004
Dänemark ..............
Norwegen +...0.0..00.00000
Österreich ........... ..
innland..........0.00004
Tschechoslowakei .... ..

1913 | 1927

27,2
21,3
20,6
17,7
23,7
7
18,2
14,5
22,3
11,5
13,5

37
26,5
21,5
20
20
19
19

14,5
14
il
‘3

Land

ENT RREHNER EEE
aNieD ....000000000000
RR ee
DO ee ee
Rußland ...... .

Vereinigte Staaten ......
Kanada ..........0.0.05000
Australien .............
Argentinien ............
Japan. .....0000000000000
Indien N 5

1918 | 1927

7,2
6,8
6,1

8
6

9

29,7
27,9
15,4
8,7
38,3
0,5

62

10,5

Neben der starken Steigerung des Gesamtpapierverbrauches der
Welt fallen die starken Unterschiede im Papierverbrauch der einzelnen
Länder auf. Das heute im Papierverbrauch führende Land sind die Vereinigten
 Staaten von Amerika, dessen Verbrauch je Kopf der Bevölkerung
 gegenwärtig auf 62 kg geschätzt wird, gegenüber 30 kg im Jahre
1913 und 17 kg im Jahre 1900. Selbst ein so reiches und kulturell hochstehendes
 Land wie England erreicht je Kopf der Bevölkerung mit 37 kg
nur knapp zwei Drittel des Verbrauches der Vereinigten Staaten. Und
ihm folgt erst Deutschland mit rd. 27kg und einer Steigerung seines
Papierverbrauches gegenüber 1900 auf ungefähr das Doppelte. Alle
anderen Länder bleiben stark dahinter zurück. Und sieht man Länderkomplexe
 wie Rußland mit über 100 Mill. und Indien mit über 300 Mill.
Einwohnern und einem Verbrauch von nur 3 bzw. 1kg je Kopf, so eröffnet
 dies gewaltige Möglichkeiten der Absatzsteigerung, die notwendig
der fortschreitenden Entwicklung dieser Länder parallel laufen muß.
Die wichtigsten Papierproduzenten der Welt sind identisch mit den
wichtigsten Papierhalbzeugproduzenten und -importeuren, die wichtigsten
 Papierexporteure dagegen mit den wichtigsten Papierhalbzeugexporteuren.
 Der Papierexport der Welt stammt vornehmlich aus den
nördlichsten Ländern Amerikas (Kanada, Neufundland mit Labrador),
aus den nördlichsten Ländern Europas (Schweden, Norwegen und Finnland)
 und aus Mitteleuropa (Deutschland, Österreich und der Tschecho-1)

 Quelle: Für 1913: Krawany, a. a. 0., S. 405; für 1927: Statistisches Jahrbuch
 der deutschen Papier-, Pappen-, Zellstoff- und Holzstoffindustrie,

182
        <pb n="177" />
        slowakei). Die wichtigsten Papierhalbzeugimporteure treten als Papierexporteure
 zurück. Nur Großbritannien, die Niederlande und die Vereinigten
 Staaten verfügen über einen bedeutenden Papierexport, aber
auch bei ihnen ist die Papiereinfuhr größer als die -ausfuhr.
Auch die Richtung des Papierexportes der Welt ist zu einem
wesentlichen Teil dieselbe wie die des Papierhalbzeugexportes. Der
Papierexport der Welt konzentriert sich aber nicht so stark wie dieser
auf die Vereinigten Staaten und Westeuropa als Absatzgebiet, sondern
weist eine größere Streuung auf. Einmal stehen die Hauptpapierexportländer
 selbst in einem regen gegenseitigen Austausch. Zum anderen
sucht der Papierexport mehr die Weite des Weltmarktes. Vor allem
Südamerika, die Länder des Britischen Weltreiches, China und Japan
sind wichtige Papierabsatzmärkte. Bei weitem. das größte Absatzgebiet
aber sind die Vereinigten Staaten, die ungefähr die Hälfte des Papierexportes
 der Welt aufnehmen. Ungefähr ein Viertel nimmt Europa
auf, hier ist wieder Großbritannien mit ungefähr der Hälfte der europäischen
 Einfuhr der bei weitem wichtigste Absatzmarkt.
In der Rangordnung der Papierexporteure steht Kanada weit an
erster Stelle. Ungefähr die Hälfte der Papierausfuhr der Welt kommt
aus Kanada. Auf die drei nordischen Länder Schweden, Norwegen,
Finnland insgesamt entfällt ungefähr ein Viertel. Deutschland steht
nächst Schweden, dem wichtigsten Exporteur der drei nordischen
Staaten, an dritter Stelle. Nach Finnland, das von den drei nordischen
 Staaten die geringste Ausfuhrmenge aufweist, folgen Großbritannien
 und Neufundland, und in weitem Abstand Österreich, die
Niederlande, die Tschechoslowakei, die Vereinigten Staaten und Japan.
Gegenüber der Vorkriegszeit zeigt sich beim Papierexport diegelbe
 Verschiebung wie beim Zellstoffexport. Ein zunehmender Anteil
 der Papierholzländer an der Papierausfuhr der Welt ist der entscheidende
 Grundzug der Entwicklung. Zwar ist der Export der drei
wichtigsten papierholzarmen Ausfuhrländer, Deutschlands, Großbritanniens
 und der Niederlande, um fast drei Viertel gestiegen. Ihr
Verhältnis aber zum Export der wichtigsten Papierholzländer, Kanada,
Schweden, Norwegen, Finnland, ist von rd. 1:2 auf 1:5 gesunken;
Deutschland allein zeigt den wichtigsten Papierholzländern gegenüber
einen geringeren Rückgang von rd. 1 :3,8 auf rd. 1: 8,3 (vgl. Tab. 100).
An sich hat insgesamt und zahlenmäßig die Außenhandelsbilanz der
deutschen reinen papiererzeugenden Industrie gegenüber der Vorkriegszeit
 gewonnen. Die Einfuhr ist 1929 im Vergleich zu 1913 zwar mengenmäßig
 um fast die Hälfte und wertmäßig auf über das Doppelte
gestiegen und für einzelne Erzeugungsgruppen sehr drückend“), im
Gesamtbild bis zum Jahre 1929 aber ohne größere Bedeutung geblieben;
 1913 betrug sie wertmäßig 1,5%, 1929: 1,7 '%i des Verbrauches.
Dagegen ist die Ausfuhrmenge 1929 im Vergleich zu 1913 auf fast das
Doppelte und der Ausfuhrwert auf über das Doppelte gestiegen. Der
Anteil der Ausfuhr an der Produktion hat mengenmäßig stark zugenommen
 (von 13% 1913 auf 19% 1929), im Werte dagegen nur
wenig gewonnen (von 18 % 1913 auf 20% 1929), obwohl sich die
Produktion 1929 : 1913 mengenmäßig um fast ein Drittel und wertu)
 Vgl. S. 2018.

183
        <pb n="178" />
        Tabelle
Produktion und Ausfuhr der wichtigsten
(in
(unter den Vorbehalten der
1998

Da

Land

Proluktion


Export

ixport
ün %
der Pro-Auktion)


p ; BP
ro- (in
duktion | Export Sn Proauktion)


Jeutschland... ; B9E 1105 839 16
Schweden ........ 439 509 867 Tr
Norwegen ........ 316 3538 312 85,4
\nnland.......... 244 305 244 80,0
Österreich ........ 108 231 113 48,9
Tschechoslowakei . Fr 234 49 20,9
Niederlande ....... r 179 ***) 69 (38,5)
Großbritannien .... 195 . 180 4
Vereinigte Staaten . 2 . 5750 56 0,9
Kanada ........... 2674 2300 86,0 2410 2025 84,0
Neufundland ...... 256 t) . A . 210 7) ® .
Japan ............ | 648 68 10,6 592 66 11,1
*) Jahresdurchschnittf 10911— 1912. — *%) Im heutigen Gebietsumfang. — *#*%) Nur die Sorten. deren

Tabelle 101
Papieraußenhandelsbilanz Deutschlands 1925 — 1930 und 1913

‚Jahr

Produktion


Ausfuhr-Einfuhr
 ' Ausfuhr | überschuß


Verbrauch


Anteil in % der
Ausfuhr | Einfuhr
an
Pro- | Verduktion
 ! brauch

1

v.

‚913
1925
1926
1927
1928
1929
1980

460 1CJ| 5.6 100| 83,6 100| 78,1 10C
717 156} 2,5 451]148,2 177[145,6 187
707 1154| 3,1 56/|185,2 221 | 182,1 283
851 2185| 8,4 160|146,9 176|138,5 178
863 2188|10,2 182|147,7 177|137,5 176
850 2185!11,8 211 |171,2 205 |159,4 204
. „12.3 22011838.3 165!1926.0 161

‚al

1,9 10
571,4 15
524,9 187
712,5 187
725,5 190
700,6 188

18,2 .
20,7 04
26,2 0,6
17,8 1,2
17,1 1,4
20.1 1,7

5

x IuC’
1918 1611 10C 11,8 1001209,8 1001198,0 1001| 1418,0 10°
1925 1692 105, 4,5 38 387,7 161|383,2 168|1358,8 99€
1926 | 1668 104 | 8,2 271]433,5 207|4830,3 217|1237,7 BE
1927 (2008 125'11,1° 94|844,8 164 |333,7 1681|1674,3 118
1928 ° 2105 131 | 12,8 104 | 339,2 162|826,9 165 |1778,1 126
1929!'2126 132 16,6 141 |898,0 190 |381,4 193|1734,6 128
1930 $ .„ '9290.9 1771]880.3 1571(309,5 156 .

Az
13,0
20,0
26,0
17,2
16,1
18,7

0,8
0.5
0;
0,7
0,7
1,0

mäßig um über vier Fünftel erhöht hat. Doch weist der Zeitraum
von 1927 bis 1929 einen starken Rückgang gegenüber 1926 auf: im

ıC

100
Papierproduzenten!) der Welt 1913, 1926 bis 1929
1000 t)
Tabellen 110 und 117)
A

19128

Pro- |
duktion Beyort

a pP
in % ro- |
der Pro- | duktion Export
duktion

xpor‘
(in %
der Pro-Auktion)


Pro-Juktion


Export

Export
(in %
der Prodauktion)


2008 345 17,2 1668 | 4833 26,0
527 386 73,2 518 381 73,6
351 303 85,8 288 257 99,2
282 223 79,1 257 210 81,7
211 108 51,2 198 103 52,0
220 50 22,7 195 42 21,5
158***)| 66 (41,8) 146***)| 60 (41,1)
1800+) | 175 (13,5) 12004) | „198%44 (16,5)
5650 45 (0,8) 5349447) 52 0,9
2098 1823 87,1 1915 1641 85,7
1844) | 174 (94,6) | 169+) | 108 4, (63,9)
522 38 7,3 | 487 “ 86 | 7,4
Prodnktion bekanntgegeben wird (vel. Tab. 110). — +) Schätzunger

611 210 138,0
280 189 67,5
179#) 181 .
168 146 86,9
187**) . .
74***)| 26 35,1
948 ++) | „158997 (16,1)
3400 +) ‘65 (1,9)
3604) (274) .
18*+) Kr BO
++) 1912. — +++) 1925, — *+) 1920.

Jahre 1926 war die Ausfuhr mengen- und wertmäßig um rd. ein Zehntel
größer, und der Anteil der Ausfuhr an der Produktion betrug mengenund
 wertmäßig über ein Viertel. Einen noch stärkeren Rückgang zeigt
das Jahr 1930, in dem die Ausfuhr gegenüber 1929 wert- und mengenmäßig
 fast 20,%: verloren hat und die Einfuhr wertmäßig um 4%.
mengenmäßig um 25% gestiegen ist (vgl. Tab. 101).

Der Papiermarkt der Welt ist zum überwiegenden Teil ein
Zeitungspapiermarkt. Auf ihm macht sich das Übergewicht
der Papierholzländer am stärksten geltend. Das Massenprodukt Zeitungspapier
 verträgt am wenigsten eine Verteuerung, wie sie der Rohstöff-
 oder der Halbzeugimport mit sich bringen. Die Papierproduktion
und -ausfuhr der Papierholzländer besteht denn auch zum größten
Teil aus Zeitungspapier. Von der Papierproduktion und -ausfuhr
Kanadas und Neufundlands bestehen über 90%, von der Produktion
und Ausfuhr Schwedens über 40%, Norwegens über 50%: und Finnlands
 rd. 70% aus Zeitungspapier. Aber auch ungefähr zwei Fünftel
der deutschen und rd. die Hälfte der großbritannischen Papierausfuhr
entfallen auf Zeitungspapier. Der Produktion nach stehen Deutschland
 und Großbritannien unter den Hauptexportländern der Welt
nächst Kanada sogar weit an erster Stelle (vgl. Tab. 102).

1) Nicht Er sind Frankreich, Italien und Rußland, da deren Produktion
 keine größere Weltmarktexportbedeutung hat. Über den Umfang ihrer
Produktion und deren Bedeutung vgl. die entsprechenden Länderberichte,

185
        <pb n="179" />
        Tabelle
Erzeugung und Ausfuhr der wichtigsten Zeitungs-(in


Länder

19920 _
Ye | Ausfuhr
Fe Ausfuhr | Zen
zeugung

Deutschland ..............
Schweden s...............
NOorWegeN ......000.0000400-Onlanı
 wu; zn RE REEN
Usterreich. ...............
Tschechoslowakei.........
Niederlande ........ .. ..
Knglan“

556
256
195 |
210

156
198 |
172
174
41e

545
‚212
180
205
52
41°
67
586%)

141
160
167
172
14
30
86
800—900°)

6869) _
2800—2400%!

Europa insmesamt**)......

900-1000! 2100—2200°)

Vereinigte Staaten........ 1392) 17 1284 10
Kanada s..00eree 2472 2282 2190 | 2006
Neufundland.............. 256 . 210 | .
Japal. esse ne “54 52 934 N 50°)
Insgesamt................ | 7800) | 8800) | 6100) | 82009
*) Schätzungen, — **) Außer den aufgeführten Ländern haben in Europa als Produzenten, nicht
rd. 80000 t, 1929 auf rd. 120000 t und Italien, Rußland, Belgien, Spanien und Portugal, deren

Die Papierholzländer zeigen somit im Zeitungspapierexport ein
noch stärkeres Übergewicht als in der Gesamtpapierausfuhr, jedoch
nicht so stark, wie man bei ihren Produktionsvorzügen annehmen
müßte. Es ist vornehmlich der Rückhalt eines starken Binnenmarktes,
also der Vorteil unmittelbarer Absatzorientierung gegenüber der Rohstofforientierung
 der Papierholzländer, der sowohl der großbritannischen
 als auch der deutschen Zeitungspapierindustrie Konkurrenzfähigkeit
 verleiht. Am stärksten zeigt sich die Bedeutung des Binnenmarktes
 in der Lebensfähigkeit der großbritannischen Zeitungspapierindustrie.
 Sie ist auf die Einfuhr von Halbzeug angewiesen, kommt
also bei noch so modernen Anlagen doch immer zu höheren Gestehungskosten
 als die gemischten Betriebe der anderen Länder, die das Papierholz
 in kontinuierlichem Arbeitsgange aufarbeiten können. Die großbritannische
 Zeitungspapierindustrie muß sich darum einen starken
Einbruch auf ihren Binnenmarkt gefallen lassen, vermag sich aber
durch vielfache und enge konzern- und kapitalmäßige Verflechtung
mit dem Zeitungsgewerbe‘) trotzdem ohne Zollschutz zu halten und
durch die Zollvergünstigungen auf den Märkten seines Dominiums im
bedeutenden Umfange am Export teilzunehmen. Im Gegensatz zu der
großbritannischen fehlt der deutschen Zeitungspapierindustrie eine Verbindung
 mit dem Zeitungsgewerbe. Sie unterliegt ferner zwar nicht
den Nachteilen des Halbzeugimports, aber denen des Rohstoffimporte.

') Vgl. den dritten Teil, IL, 2.

S BihBiası
; a5
1926 1925 19184 4.
N Er- A
Er- t Er- | Er A ab Küstalr
zeUBUHR | Ausfohr tl Ausfuhr zeugung | #A9$ zeieung |

“

102
papierexportländer der Welt 1913 und 1925—1929
1000 t) Ä

514 135 459 126 455 99
216 172 27 174 211 178
188 13 1=6°) 189 156
187 175 | 170 144 174 149
60 ++ 607) 18°) 42 .
809) 2708 17 ; .
65 ; 7 2 61 | 26
640% 07 A 508 119

98 |
0 |

35
62
67
70

5764) | 98+

3100—2200%

2000%)
1876 11 1218
1890 1788 | 17%
184 174 1°
_222 29 998
56005 | 2900) | 51009 | 26009

700—800°

18
1608
108

1418 21 . 46
1394 1340 . 265 4)
88 72 45

Aber als Exporteure, noch einige Bedeutung: Frankreich, dessen Zeitungspapierproduktion 1928 auf
Produktion auf je rd. 30—50 000 t veranschlagt werden muß. — 7) Druckpapier insgesamt.

Dafür genoß sie einen Zollschutz von 6 RM (rd. 20%; ad valorem).
Dieser ist jedoch durch das finnische Handelsabkommen auf 5 RM
(knapp 17% ad valorem) gesenkt worden, während sich in Großbritannien
 starke Bestrebungen geltend machen, einen Zollschutz für
Zeitungsdruckpapier einzuführen.
Die Ausfuhr der deutschen Zeitungspapierproduktion erfolgt fast
restlos durch den Verband Deutscher Druckpapier-Fabriken und zu
einem geringen Teil durch die Vereinigten Ringfreien Zeitungsdruckpapier-Fabriken.
 Indem die Verbände für die ihnen vertragsmäßig von
den Mitgliedern zu liefernde Gesamtproduktion einen einheitlichen Verrechnungspreis
 vergüten, gleichgültig, ob das Papier auf den Inlandsoder
 Auslandsmarkt kommt‘), sind sie in der Lage, einen geringeren
Exporterlös mit größeren Inlandsgewinnen zu kompensieren. Das Entscheidende
 an den Preisverhältnissen im In- und Auslande?) aber ist,
daß die deutsche Zeitungspapierindustrie nur zu rd. 25 bis 30 %ı ihrer

‘) Vgl. den dritten Teil I, 3.
2) Legt man den z. Z. eines deutschen Höchstpreises von 81,00 RM niedrigsten
 Weltmarktpreis für Zeitungspapier fob Verschifrungshafen (Oslo) von 11,10 £
per 1016 kg (55 g je qm) zugrunde (1927), so ergibt sich nach Angabe der Industrie
unter Hinzurechnung der seinerzeitigen Fracht von 20'/, sh cif  Tondon 12/10/6 £
oder free delivered London 18/5/0 £. Bei einem £-Kurs von 20,40 RM entspricht
dies einem Preise von 255,50 RM, bzw. 270,80 RM je t. Rechnet man hierzu einen
10% igen Aufschlag als Ausgleich für das um 5 g (= 10%) schwerere Gewicht,
so stO lt sich der Sndpültige Preis cif London auf 281,05 RM, free delivered London
auf 297,80 .

RR”
        <pb n="180" />
        Produktion, die Hauptkenkurrenten aber zu 80'%: und mehr auf den
Weltmarkt angewiesen sind.
Tabelle 103
Die Hauptabsatzgebiete der wichtigsten Zeitungspapierexportländer
 des Auslandes!) 1925—1929 und 1913

Bestimmungsländer


Jahr

&amp;amp;
©
Y.

&amp;gt; 5
„A,
S
„8 | 8 8 Ss
A © Ge] . s
3 SS. © kb a
+ I N ap © ss
SS Fan zz ol &amp;gt; KM.

‚nn 1000 #

Gesamtausfuhr-.-. -

„929
(928
1927
1926
1925
19183

197,9 171,7
160,3 166,9
171,7 172,6
178,8 1389
173,3 156,4 142
ı 61.7 ı 668 | --173,7


171,6
155,4
44q

37,7
35,6
89,0
96,7
“19.1

59,0%
52,9
51,1

29,1
30,4
33,8
32,4
26,2

17,0 2282,83
10,4 2006,0
11,2 ‚17880
17,5 ‚16075
20,6 [1340,0
45.6 | 2654

n

Deutschland. .....

1929
‚928
927
926
925
1912

0,3
Oi
03
04
6,6

“oo”
0,1
0,1

nach
“ol
9
P7
:6.’9
A

0,1
0,2 |

1

Vereinigte Staaten
von Amerika

"929
928
.927
‚926
1925
109123

50,7
50,7
50,7
12,4
59,5
0.2

1,7
11,4
15,1
6,2
13.7

30,6
39,1
25,2
30,9
19.0

0,01
0,01
0,01
0,08
0.04

0,021
0,03

1975,5
1758,9
651,6
1502,1
‘262,2
229.6

GroBbritannien ...

929
928
927
926
‚925
(9183

15,2
14,4
33,2
34,6
31,7
47

38,4
42,38
51,8
36,2
2389

18,0*)
51,4
58,0 |
43,4
32,6
41

0,3 |
0,8

5,6
9,8
8,0
(2,1
7,5

0,1
01

157,7
118,8
40,7
18,4
15,2
2,7
13

83,0

Irland ...

1929
‘928
1927
926
‚925
19183

7,8
7,38
7,0
45
2.1
‘1

1,6
u |
0,98
0,29
1921;

1,5
1,4
14
3.1
56

2,1
0,1
9,7
0,7
03

Argentinien...

+

1929
1928
1927
1926
1925
{918

11,9
3,5
4a

4,8
7

15,4
en

8
188

13

0,02
* 05
Gß

5,4

5,0
7

40,2
43,6
19,6
22,2
288
01 0,1

*) Gewöhnliches Druckpapier, nicht geglättet, in Bogen oder RoHen, —

{*) Einschließlich Irland.

Bar l) Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleicharkeit.


18K8
        <pb n="181" />
        Tabelle 108 (Fortsetzung?

Bestimmungsländer


ı Jahr

!
f A " &amp;lt;
7 5. | 5 | 3 ı f
n a0 a a ® CH 4 5
i © S Ds] Do } N 8
; E a CR © ms x =
| = A SE Br ©
S „A nn N om © -
N kb Ei Ds X zZ &amp;gt; [=in

 1000

Rußland ..

..

Frankreich.......

Niederlande ...-.

Italien ..

Dänemark .....

Belgien .......

Japan ...

Brit. Ostindien ...

1929
1928
1927
1926
1925
{918

1929
928
„927
‚926
‚925
‘913
1929
1928
927
‚926
‚925
'913
929
328
‚927
‚926
‚925
‘a18
‘929
928
927
926
925
1918
‚929
1928
1927
1926
1925
918
1929
1928
1927
1926
1925
1918
1929
1928
1927
‚926
1925
!918

|

3,1
8,1
7,6
14,8
12.0

34,2
19,1
13,9
29,1
20,7
0,9

1,1
1,4
1,9
2,4

18,1 |
92
09
08

0,6
1,0
0,1
0,3

2,2
3,1
5,5
%
0,7
D,7
2,4
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1,9
1,7

6,2
1,1
16,0
6.4

48,4
21,4
15,1
22,1
39,8

5,9
6,2
6,0
2,7
3,2

0,6
1,5

0,2

0,6
0,7
2,6
1,7
1,38

8,0
4,4
1,5
8,0
0,6

0,2
0,2
2,7
0,15
0,04

7,9
8,9
23
3,5
8.9

32,4
39,0
36,8
12,9
55,0
54,7
14,6
0,1
5,4
8,5
4,7

6,3
3,4
4.7
2,1
0,3

1,7
0,9
0,38
3,3
2.0

3,1
1,7
1,7
1,3
1,0

0,6
0,8

2,0
0,9
n2

1:1
0,4

0,29
0,14
0,16
0,24
0,32

0,02
0,06
0,08
0,08
0.12

0,04
0,15
0,13
0,08
0,01

0,40
0,45
0,26
0,27
0,89

0,7
0,8

0,3
0.2

3,9
4,5
5,2
5,6

0,2

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5,6

13,5
11,7
13,9
14,2
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6,6
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6,8

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0.49
0,24
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3,05!
0,86:
1,18!
D,44

‚ui;
        <pb n="182" />
        Tabelle 108 (Fortsetzung)

Bestimmungsländer


Jahr

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1927
1926
‚925
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1929
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1927
1926
1925
1918
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1928
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1918
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1925
1918
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‚927
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1925
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8,4
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4,8
3,9
3,7
7,8
3,9
5,38
6,3
4,5
4,0
4
6)
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1,6
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2,2
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3,3
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2,0
D,4
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9

0,8
0,8
3,4
0,8
0,5
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3,6
5,1
8.1

16,3
16,7 ı
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9,8

6,2
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6,4 /
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10
0,7
D4
0,9
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3,3
1,2
3,5
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D,1
D,1
d,8
0,8
2.1

0,1

3,0
7,8

1,0
2:2

a

0,55
0,45
0,21
0,17
0,36

38,4
71,1
79,8
84,6
02,4

3,7
58
55
7,3
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-
8,80]
1.77:

0,4
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0,2
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2,6
2,5
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0,05
0.1

no

7.08

14,3

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L,6
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0,06.
0,07

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32,8
10,9
10,9
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15,7
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18,5
95

0.17
= |

5

0.8

0,17
0.19

7,3
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8,0
2,6
08

9.13

3,3
3,2
2,6
1.8

1.7

If
        <pb n="183" />
        Die internationale Zollpolitik legt der deutschen Zeitungspapierindustrie
 in der Erweiterung ihrer Produktionskapazität starke Beschränkung
 auf. Zwar haben die Vereinigten Staaten ihren Vorzugszoll
 für den kanadischen Zeitungsdruckpapierimport aufgehoben und
Argentinien hat seinen Zeitungsdruckpapierzoll ermäßigt. Doch fällt
sehr in die Waagschale, daß Kanada und Großbritannien in dem aufnahmefähigen
 Absatzgebiet des englischen Imperiums Vorzugszölle genießen
 und außerdem Italien — in der Nachkriegszeit einer der wichtigsten
 Zeitungspapierabsatzmärkte Deutschlands —, zu einem Zollschutz
 von 8 Goldlire (rd. 35%, ad valorem) übergegangen ist.
Im Jahre 1929 erreichte der deutsche Zeitungspapierexport nach fort-Jaufendem
 Ansteigen seit 1925 fast das Viereinhalbfache der Vorkriegsmenge
 und im Verhältnis zur Produktion einen Mengenanteil von fast
drei Zehnteln, gegenüber einer wie in der Vorkriegszeit kaum nennenswerten
 Einfuhr.
Die Zeitungspapierausfuhr Kanadas, deg bei weitem größten
Exportlandes, wird zu über 90 % von den Vereinigten Staaten aufgenommen.
 Die Vereinigten Staaten sind trotz ihrer großen und gegenüber
 der Vorkriegszeit gesteigerten Eigenproduktion der bei weitem
größte Zeitungspapierabsatzmarkt der Welt geworden; ihre Vorkriegseinfuhr,
 die 1913 nur von Großbritannien übertroffen wurde, ist auf
mehr als das Zwölffache gestiegen. Noch stärker aber als dieses
gigantische Anwachsen der Nachfrage war die Expansion der kanadischen
 Industrie. Im Jahre 1928 erreichte sie über ein Drittel der Produktionskapazität
 der Welt. Nordamerika ist damit zu einem Überschußgebiet
 der Zeitungspapiererzeugung geworden. Auf der anderen
Seite aber hat auch die Produktion der nordeuropäischen Exporteure
 die Absatzmöglichkeit auf ihren Märkten überstiegen. Mit ihrer
fortlaufend erhöhten Produktion hielt der auch in Westeuropa und
Übersee stark gestiegene Bedarf nicht Schritt, zumal er in zunehmendem
Maße durch Eigenerzeugung dieser Gebiete befriedigt wird. Die Folge
ist. ein erbitterter Konkurrenzkampf und ein scharfer Rückgang der
Weltmarktpreise.
Am stärketen zeigt sich die preismäßige Auswirkung des Konkurrenzkampfes
 unter den nordeuropäischen Exporteuren. Im Jahre
1927 mußte Schweden, gezwungen durch die starke Konkurrenz Norwegens,
 den Preis für Zeitungspapier senken, obwohl es bereits in den
ersten vier Monaten etwa drei Viertel seiner Jahresproduktion vorverkauft
 hatte. Die Exportpreisnotierung für Zeitungsdruckpapier in Oslo
zeigte für 1927 einen fortlaufenden Rückgang von 12.17.6 £ auf 11.15.0 £
bei einem gleichzeitigen Rückgang des £-Kurses von 19.10 auf 18.34. Die
kanadische Zeitungspapierindustrie versuchte, dem Preisrückgang durch
die Schaffung eines Verkaufskartells entgegenzutreten. Dieses sollte den
Preis auf 65 $ ie 908 kg job Werk!) halten. Dieser Preis wurde iedoch

1) Dies würde einem Preise von 30,18 RM je t 55 g schweren Zulumgsirechepapiers
 und einem Preise von 83,14 RM je t 50 g schweren Zeitungsdruckpapiers
antspyrachen.

{9
        <pb n="184" />
        sehr bald durch Rabattgewährung, Frachtzahlung usw. umgangen. Als
lann der mächtigste Zellstoff- und Papierproduzent Kanadas, die International
 Paper Company, den Preis offiziell auf 62 $ ermäßigte, brach
das Kartell zusammen. Trotzdem liegt der kanadische Preis noch bedeutend
 höher als der nordeuropäische. Im Gegensatz zu Schweden,
Norwegen, Finnland, wo die Überproduktion sich in einer Mengenkonjunktur
 äußert, hat sie in Kanada zu einer Produktionseinschränkung
in der Form einer geringeren Ausnutzung der Produktionskapazität geführt.
 Diese geht bis auf 75% der Leistungsfähigkeit und zwingt die
kanadischen Fabriken, wegen der starken Belastung mit fixen Kosten
an ihrem weit höheren Preise festzuhalten. Doch ist bei dem Ausnutzungsgrad
 der kanadischen Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen,
daß die Kapazitätsangaben für die kanadische Industrie im allgemeinen
Öptimalangaben sind, und daß die Differenz zwischen theoretischer und
praktischer Leistungsfähigkeit bei Zeitungsdruckpapiermaschinen auf
durchschnittlich ein Fünftel zu veranschlagen ist. Aber auch so unterliegt
 die kanadische Industrie bei ihrem hohen Anlagekapital, vor allem
Jlurch ihren großen Waldbesitz, einer überdurchschnittlichen Belastung
mit fixen Kosten!), so daß man in Kanada selbst regierungsseitig auf
eine Fixierung des Zeitungsdruckpapierpreises auf 65% als Mindestpreis
 dringt?).
Die wichtigste Frage für die Gesamtentwicklung des Weltzeitungspapiermarktes
 ist die nach der weiteren Entwicklung der kanadischen
Zeitungspapierindustrie. Ein Zehntel der kanadischen Zeitungspapierausfuhr
 ist bereits weit mehr, als jeder der anderen Exporteure aufzuweisen
 hat! Es ist darum die entscheidende Zukunftsfrage für den Weltzeitungspapiermarkt,
 welche Preisbasis die kanadische Zeitungspapierindustrie
 findet, und ob sie Genüge darin finden kann, den
nordamerikanischen Markt zu versorgen, oder in stärkerem Maße auf
den weiteren Weltmarkt streben muß. Bis jetzt ist Kanada in starker
Steigerung gegenüber der Vorkriegezeit in Australien, Argentinien,
Neuseeland, Britisch-Südafrika und sogar in Großbritannien eingedrungen.

Der Verzicht der europäischen Zeitungspapierindustrien auf den
Nordamerika-Export dürfte als Voraussetzung für das Zustandekommen
eines internationalen Zeitungspapierkartells anzusehen sein. Bis jetzt
bestehen auf dem Zeitungspapiermarkt nur lose, zu gelegentlichen Abreden
 über die Absatzmärkte führende Bindungen zwischen den drei nordischen
 Ländern einerseits und der INTEROT, der schon seit Jahren
enger zusammengeschlossenen Gruppe Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei
 und Ungarn, anderseits. Doch wird insbesondere vom Ausland
her ein internationaler Zusammenschluß erstrebt, und zwar über den
Kreis der mittel- und nordeuropäischen Länder hinaus. Ende 1926 blieb
eine Besprechung zwischen den drei nordischen Ländern und Deutschland
 wegen des Fehlens Kanadas und der Vereinigten Staaten ohne Fr-!)

 Vgl. den dritten Teil, II d.
2) Vol. Fußnote 2) 8. 191.

‚97
        <pb n="185" />
        gebnis. Es schlossen sich Konferenzen mit Einschluß Nordamerikas an,
die zur Errichtung einer Meldestelle in Stockholm, TICON (The International
 Committee of Newsprint), führten. Nach Aussage der Industrie
ist man jedoch nach wie vor über einen regelmäßigen Statistikaustausch,
wiederkehrende informatorische Besprechungen und empfehlungsweise
Abreden über Heimatschutz und Belieferung der frachtgünstigsten
Märkte nicht hinausgekommen. Die gegenseitigen Beziehungen sind noch
sehr lose und je nach Marktlage wechselnd. Auch die Aussichten für die
Zukunft werden von der Industrie skeptisch beurteilt. Die Schwierigkeiten
 für ein internationales Zeitungspapierkartell sind, abgesehen von
der großen Zahl der Beteiligten und ihrer mehr oder weniger stark differierenden
 Interessen, auch an sich nicht zu unterschätzen. Zeitungspapier
ist als ein Fertigprodukt anzusehen und als solches nach allen bisherigen
Erfahrungen zur internationalen kartellmäßigen Bindung nicht so geeignet
 wie ein Rohstoff, zumal, wenn seine Herstellung nicht an den
Besitz natürlicher Lagerstätten geknüpft ist. Allein die hohen Anlagekosten
 einer modernen Zeitungspapnierfabrik bieten eine kartellgünstige
Grundlage.
Nächst dem Zeitungsdruckpapier hat das Packpapier den
größten Anteil am Papierhandel der Welt. Auf Zeitungsdruckpapier
entfallen der Menge’ nach ungefähr drei Viertel des Papieraußenhandels
der Welt und auf Packpapier ungefähr ein Zehntel. Die Wertanteile
dürften hinter den Mengenanteilen zurückstehen. Im Anteil am deutschen
 Papierexport steht die Packpapierausfuhr noch vor der Zeitungspapierausfuhr
 mit einem Anteil von mehr als einem Viertel des Wertes
an erster Stelle (vgl. Tab. 104).
Tabelle 104
Anteil der einzelnen Papierarten am deutschen Gesamtpapierausfuhrwert
 1925—1930 und 1913

Papierart

1930 | 1929 | 1028

1927 | 1926 | 1925 | 1913

Wertanftfeilin%

Packpapier.. 653, 654, 655B 4
Druckpapier.......... 655B 1
Schreib-, Brief- u. ähnliches
 Papier....... 655B 6
Tapetenrohpapier..... 655 B 10
Photographisches Rohpapier
 ............. 655B 9
Kartonpapier......... 655B 2
Seidenpapier ......... 655B 8
Zigarettenpapier...... 655 A
Pergamentpapier ..... 655B F
En ....000 + 0550
Lösch- u. Filtrierpapier 655 P

Insgesamt

fin Mill. M/RM
1913 — 100)

‚3 Enauete- Ausschuß I5. Band 10.

27,3
971

8,7 |
9.7

A}
A’9
29
“&amp;gt;

100

138,8
165

26,6
89,5 |

28,8
38,4
88 | 8,6
98! 74

26,2
43,0

28,9
43.4

28,4
41,9

31,6
985

9,4
46

10,5 ! 10,8
3,9
4,2

145

8,3
10,2
—. 48
PO 388
6 26
n9 18
100 '100
171,2 | 147,7 | 146,9 | 185,2 l148,2 | 88,6
905 1ı97 1176 1991 177 '100

197
        <pb n="186" />
        Der Weltpackpapiermarkt zeigt in seinen gröberen Sorten viel
Ähnlichkeit mit der Struktur des Zeitungspapiermarktes, in seinen
besseren Sorten dagegen eine eigene Prägung. Weit an erster Stelle unter
len Packpapierexporteuren steht Schweden, und zwar vor allem auf
Grund seiner Spezialproduktion des Kraftpackpapiers, in der es mit Norwegen
 zusammen eine Exportmonopolstellung innehat. Diese wird allerdings
 durch steigende Eigenproduktion in den Vereinigten Staaten,
Kanada, der Tschechoslowakei und auch Deutschland zunehmend beeinträchtigt.
 Die Produktion dieser Länder dient aber dem Eigenverörauch
 und hat noch nicht zu einem größeren Weltmarktabesatz geführt.
Das Hauptabsatzgebiet der schwedischen Ausfuhr von Kraftpackpapier
 ist Großbritannien. Dieses ist nicht in der Lage, Kraftpackpapier
in nennenswerter Menge selbst herzustellen. Die englische Kraftpackpapiererzeugung
 scheitert an einem produktionstechnischen Umstand;
sie ist auf die Verarbeitung trocken importierter Zellulose angewiesen,
durch deren Wiedereinfeuchtung meist die Qualität des Kraftpackpapiers
leidet. Deutschland hat eine eigene, im Kriege aufgebaute Kraftpackpapierindustrie,
 die aus selbsterzeugter Zellulose Kraftpackpapier herstellt,
 im Produktionsumfang aber gehemmt ist durch gewerbepolizeiliche
Vorschriften. Kraftpackpapier wird aus Sulfatzellstoff hergestellt,
dessen Erzeugung und Verarbeitung wegen seiner Geruchbelästigungen
desonderen Schutzmaßnahmen unterliegt. Die deutsche Packpapierindustrie
 hat deshalb versucht, der schwedischen Konkurrenz durch ein
Kraftpackpapier aus Sulfitzellstoff zu begegnen. Auf dem englischen
Markt, auf dem das schwedische Kraftpapier dem deutschen Packpapier
am meisten Abbruch tut, ist dieser Versuch gescheitert. Die schwedische
Industrie setzte den Preis so herunter, daß die Preisdifferenz des
deutschen Sulfitkraftpackpapiers zum Sulfatkraftpackpapier zu gering
xurde.

Tabelle 105
Die wichtigsten Bestimmungsländer der deutschen Ausfuhr von
Packpapier 1926—1930 und 1913
Pos. 654

Bestimmungsland


1980 | 1929 | 1928 | 1927 ] 1926 | 1918
MO ]Wert Me Wert Mei wort [Mob wert [Men are Men wa

Ausfuhr insgesamt

(in 1000 t und
Mill. M/RM) [829 A E 45,5 a] 126 [8108| a 58,6 Pau
/19138 = 100) | 98 | 148 |118 | 172 | 108 | 161| 968 | 145 | 1451| 228 |100 | 100
fin %)

Großbritannien.
 10,6‘ 42,2 37,7 388,2 |85,8' 85,1 41,4 | 40,7 | 42,9 44,2 | 88,8 | 88,8
Niederlande . 8 10,9 8 11,7 |19,0{ 18,7 | 21,8 | 21,2 | 22,0 | 21/1| 7,8| 7,8
Belgien- |
ee burg | 6,91 5,7] 7,0 5,9| 6,4} 5,4| 4,5| 4,0| 5,8| 42!11.2!10.1

‘94
        <pb n="187" />
        Tabelle 106
Die Packpapierausfuhr der wichtigsten Packpapierexportländer
des Auslandes!) nach Sorten 1925—1929 und 1913
(in 1000 t)

/ack- und Einschlagpapier

Jahr

It
2.8 Ei E
Sa 5 SS)
Ca ; Da
35 59.88 5
BE ra SE 7
SS S . SE FE
SEE? 3
Ss 832 3
25758 SA:
CS 1“ BE
A

Seiden-Pack-
 | papier
p apler! über | unter
insges.| 80 g | 80 g
rrobes| feines
Ka U RR

x
‚AS =
555 SH
ER 8.2
SS Se
; A

Schweden

1929 |
‚928
‚927
‚926
925 ı
1918 '

2,94
2,42
3,24
2,54
2,99
7,69

04,39|
83,11
87,11
78,00
72,76
77,80)

99,85
30,25
31,76
94,08
39,29
21.20

10,18
3,80
5,99
3,72
5,80
3.04

216,81
184,57!
188,11)
181,29]
170,84
109.24:

0,47 |
0,44
0,62
079

0,85
0,89
0,74
0,80
0,68
1.50
24,46 **)
27,88
24,62
25,78
24.48

10,50
9,71
9,99 |
(4,9) 10,68(5,8)
7,77
1,58
20,02 | —
17,84
15,96
12,59 ı
16.06

Norwegen

‚929
928
927
926
‚925
182

1,20
0,85
0,81
0,22
0.20 |

32,74)
22.441
31,01
27,00
28.97

8,88
5,92
8,63
6,95
11.101

40,77
38,72
38,25
34,17
4027
“82,91
39,71
41,08
34,75
30,88
29,79|
56,18
*##) .
29,56
+P
27,98
25,46
19.88

Finnland

1929 15,96 |
1928 15,94
1927 12,77
1926 7,48
1925 9.68!
1913

28,75
25,09
21,98
23,45
20.11

1,41
1,38
0,39
1,28
0,84
0.58

0,97
0,42
0,40 ]
159

0,28
0,12
0,07
0.08

T’schechoslowakei


1929

22,06
t)
18,76
19,35
15.61

2,15
+]
1,27
0,98
0.53

2.80

1928
1927
1926
‘0925

2,22
1,74
0.50

Österreich

929
„928
927
926
925
1929

16,90
7,89
16,49
14,35
16,95
19.92

2,21*+)
2,89
2,82
2,42
2,47
2,18*H) |
2,27 |
2,22
2,00
1.70

0,34
0,06
0,05
3,08
0,08
1,82
Ma)
1,41
1,19
1,10 |
0.98

Ver. Staaten
y. A.

1928 16,71
1927 4,66
1926 4.98
1925 ‚8,04
1918 8,40 N
*) 1913 einschließlich Spalte 5 u. 6. — **) Silkepapier (cap og tissue). — ***%) 1913 einschließich
 Kartusch- u. Makulaturpapier. — +) Packpapier ungefärbt, mindestens 30 g je am, — tt) Pack-)apier
 ungefärbt (vgl. Spalte 4) und in der Masse gefärbt, mindestens 30 g je qm. — +17) Kopier-,
Seiden- u. Blumenpapier in Bogen, glattes. — *+) Seidenpapier in Bogen. — *4+) Seiden- u, Krepp-Japier.
 — *4{+t) Fett- u. wasserdichtes Papier.

') Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichbarkeit.

195
        <pb n="188" />
        Tabelle 106 (Fortsetzung)
Pack- und Binschlagpanier

Kanada

Niederlande

Groß-Yritannien


Jahr

1929
1928
1927
1926
1925
1913
1929

1928
1927
1926
1925
913
1929

‚928
‚927
926
‚925
1Q1£

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38 DS 5 | 25
SS Sa Da 58
Dal = + BE
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13,55
4,60
18,05
15,67
(9.19 |

0,9 !
0,8
0,32
0,27
9.29

3,07
7,48
83.43

6,01 |
*#4)
6,11 |
5,46
7.07
RM

9,26 |

3,53
+)
1,86
1,80
1,85
‘53

1,39
FE
1,32
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‚22
920

3,26
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Pack- '
papier ühs;
insges.| 50)
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14,44
(5,41
18,87
15,94
19,58
8.28
12,58
)
1,76
3,21
7,58
847

11.20

9,55
3,64
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dünn.

0.98

1,02
0,86
0,73
0.69

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PA
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1.77

1,25
1,07
0,96
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0.57

0,45
0,36
0,83
0.29

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A

0.06

0,06
0,01
0,01
0.09

*) Packpapier unbedruckt.. — **) Packpapier unbedruckt (vgl. Spalte 4) und bedruckt. —
+***) Packpapier unglasiert. — 7) Packpanier glasiert. — +t}) Packpapier geölt, gewachst. — t+T) 1913
einschließlich Spalte 5—7.

England ist auch für sonstiges Packpapier der bei weitem größte
Absatzmarkt. Doch hat es zum Schutze der großen eigenen Packpapierindustrie,
 insbesondere, um diese auf die Erzeugung auch von hochvertigem
 Packpapier umzustellen, im Jahre 1926 einen Packpapierzoll
von 162% '%ı ad valorem eingeführt. Durch diese Einengung des wichtigsten
 Marktes und durch eine zunehmende zollgeschützte Eigenerzeugung,
 die sich auf dem ganzen Weltmarkte, insbesondere in den
Vereinigten Staaten, Argentinien und in der Schweiz zeigt, ist Deutsch-{and
 stark betroffen worden. Die deutsche Packpapierausfuhr erreichte
1930 nur mehr knapp den Vorkriegsstand, nachdem sie ihn 1926, als die
Voreindeckungen Englands stattfanden, noch um rund die Hälfte übertroffen
 hatte. Der Hauptverlust der deutschen Packpapierausfuhr gegenüber
 1926 liegt auf dem großbritannischen und dem niederländischen
Markt, die aber trotzdem die wichtigsten Abnehmer der deutschen Packoapierausfuhr
 geblieben sind, die Niederlande sogar mit einer gegenüber
1913 gesteigerten Bedeutung. Im übrigen ist die Ausfuhr stark zeraplittert
 und zeigt auf fast allen Märkten mehr oder weniger große
Verluste (vgl. Tab. 105).
196
        <pb n="189" />
        Tabelle 107
Die Hauptabsatzgebiete der wichtigsten Packpapierexportländer
des Auslandes!) 1925—1929 und 1913 in

Schweden

Norwere-Van:


‘end

’)ster- Tschechereich
 | slowakei

Ver.
Staaten

| Kanada

Nieder-Jande


Bestimmüngsland
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Gesamtausfuhr

Deutschland. .

Großbritannien


Niederlande ..

Belgien......

Frankreich...

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A &amp;amp;
m | &amp;amp; | 9 155| &amp;amp; | 35| &amp;amp;
3 RS} 3 SS = A

One

im Sa 392|40 me 9 mn 895| 29 557119 923
1928|184 570] 88 10888 717/82 440.41 029117 888] 27 931116 708
87 110/88 25481 007/84 248116 487| 25 461 4 657
78 003/34 173 26 999/80 882/14 351 19 378/14 976
72 758140 270/28 971129 7901 18 035
77 304/82 907! . (66 134 6 408
©) )
L0066| 3112! 3058| 4484
6794| 2516 2516| 7427
fi 566| 2784 275410 166
18831 1922| 1/9734
1518 190 126) 5798
11811 7796| . | 2948
52 714/25 011/20 096/26 165
41 483/25 328/21 381/25 689
40 664/24 374/19 335/18 018
34 478/23 502/19 163/15 229!
33 15929 384/22 149 16 092|
13 85546 2211 . 1197685
1089| 3807
1087| 288
616 226|
262 414
147

„14 a wol 577
.” 11541014 601111 760
*##)
113 368/13 047] 9.069
. 115 948/15 670| 7434|
8056/19 584119 194! 8429|
I 8979

86|
+1
1651
251
56!
| 4891.

84
56
46
40
216
2 340 8172

9 240]

677
768)
811!
580!

3 361
2 454
3.605
5 874
17

3 361
2454
3 605
5874
17

3.276
2031
1967
8119

1929
1928
1927
‚926
1925
191828

LO 463
8497
6 956
14 666
6418
L 986
8632
5 766
5 118
5687
5 094!
1 188

4289| 1109
2849| 1113
1972| 635
1110) 285
1242 336
1657 | 662

316'
390
528
395
346
492

‚929
928
927
926
‚925
‚912

4501
2 540
2.085
2203
2.283
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2 646
2 560
1775
584
881
\

758
738
| 008
668
490

20

1579
962
3802|
346
344

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1929
1928
1927
1926
1925
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3 815|
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15
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*) Vgl. für 1913 insbesondere Tab. 106. — **) Für Kraftpackpapier liegen nur für 1925 gesonderte Angaben vor. —
$%**) 1928 und 1929 einschl. bedrucktes Packpapier. — +) Großbritannien einschl. Irland.

1) Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergläichbarkeit: (vgl.
auch Tab. 106).

(9

x
        <pb n="190" />
        Tabelle 107 (Fortsetzung)

Bestimmungs- |
Tand Jahr |

Rußland .....

929!
328
327
‚926
‚925
1913

Türkei.......

‚929
928
927
‚926
„925
1913

Ver. Staaten .

1929
‚928
‚927
‚926
1925
1913

Kanada...

1999|

‚928
927
926
„925
1918

Mexiko ......

929
328
927
‚926
‚925
iQ12

Argentinien...

929
928
927
‚926
‚925
1918

Philippinen ..

929
928
927
926
925
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Schweden |

Norwegen

Zinn- Köster fahr
.and reich | slowakei

Ver. Nieder-Itaaten
 | Kanada | ass

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17
17

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172

268
104

2

216)
244!
17

395
319
742:
510
326

9

1743
1832
3496
5815
3.049
3577
440

4.050
4148
5458
1794
7177
3951

145
634
446
110
147
2 576

145 178
334 61
146 92
110{ 1831
147 88

1
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0
262

1
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122
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7 808

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13

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74
35
50
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36
50

7 485)

995
308
782

504
427
817

15

1.970
1185
4772
3 6292

51
‘1

28

390
1012
420
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391
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3 540|
3751
2 919
1 780
2 387
473

2 793
2760
2178
1177
1476
478)

249
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115
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183
262
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222
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2
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29

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“| 717

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IR
        <pb n="191" />
        Tabelle 107 (Fortsetzung)

Bestimmungs- |
land Jahr

Dänemark ...

1929
1928
‚927
1926
1925
1913
1929
1928
1927
1926
1925
1913

Schweiz .....

Italien.......

1929|
1928
1927
‚926
1925
'9183

Triest
(Freihafen)

1929:
1928
1927|
1926
1925
1918

Ungarn.....

1929|
928
927
926
020
19128

Österreich ...

‚929
928
‚927
1926
1925
1913

Jugoslawien. .

1929
'9928i
‘9927|
26)
925)
(913

Rumänien....

929
928
927
1926
1925
10191

Schweden

Norwegen

8 äyı 8 185
EM &amp;gt; 3 &amp;amp;0 &amp;gt;
DZ 8 CZ] SS
Ss nA SS | SM

4 668
3 986
3675
2885
2471
1978

1888|
L 789
1788|
1201
1147
1737

859|
437
436
392
483!
| 131

| 458
1187
644
460
3294)

701
726
ö44
460
394

708:
118
435
151
116
192

628
366
435
"RL
116
199

151
482
872
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145
40

212

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1

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405] 846
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345' 705
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16
13

1
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548
336
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151
482
872
548

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160| 1865
599 806
5383| 296

1R
1%
79

14

2149
2.094
1872
1 046

1345
1740
1320

4284| .
5 0490! 12 757
5 031| 11 945
47811 8978

702
| 064:
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2171
&amp;gt; 396
1676
) 728

835
1 804
1 989!

267.
286
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299

Cr

Zn
6°

| 99
        <pb n="192" />
        Tabelle 107 (Fortsetzung)

Schweden | Norwegen

Munland


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337| 698
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316
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HGn
        <pb n="193" />
        Trotz seiner nur den Vorkriegsstand haltenden Packpapierausfuhr
ist Deutschland nächst Schweden nach wie vor der wichtigste Packpapierexporteur
 auf dem Weltmarkt. Ihm folgen erst in weitem Abstande
Norwegen, Finnland, die Tschechoslowakei, die Vereinigten Staaten,
Österreich, Kanada, die Niederlande und Großbritannien. Doch zeigen
im Gegensatz zu Deutschland die meisten der anderen Ausfuhrländer.
eine starke Exportsteigerung. Es ist festzustellen, daß die deutsche
papiererzeugende Industrie auch auf dem Packpapiermarkt gegenüber
den Papierholzländern verloren hat (vgl. Tab. 106 u. 107).
Selbst auf ihrem Binnenmarkt hat die deutsche Packpapierindustrie
unter der Auslandskonkurrenz stark zu leiden. Die Einfuhr von
besserem Packpapier (655 B 4) ist im Jahre 1930 gegenüber der Vorkriegszeit
 auf über das Dreifache gestiegen und hat mit über drei
Vierteln der Menge und über der Hälfte des Wertes den größten Anteil
an der deutschen Papiereinfuhr. Der Zollsatz für besseres Packpapier
betrug 1913: 10 M; v. 6 und 3 M, ab 1927: 12,50 und 9 RM; v..9.00,
5,50 und 4:50 RM’). Speziell die Einfuhr von Kraftpackpapier aus
Schweden, dessen Zollsatz von v. 5,50 RM (rd. 11 % des Wertes) nach
Aussage der Industrie keinen Schutz zu bieten vermag, drückt auf den
deutschen Markt. Zwar ist die Einfuhr nur auf Grund besonderer
Musterbücher und über bestimmte Eingangsstellen gestattet, in der
Praxis aber hat diese Regelung zu für die Industrie untragbaren
Folgen geführt. Zu dem ursprünglich nur für Schweden eingeführten
Musterbuch sind durch die Meistbegünstigung solche für Norwegen,
Finnland und die Tschechoslowakei hinzugekommen. Außerdem haben
die Musterbücher an Umfang dauernd zugenommen und sind die Grundlage
 dafür geworden, daß nicht nur Kraftpackpapier aus Sulfatzellstoff
zu dem ermäßigten Zollsatz Eingang findet, sondern jedes Papier aus
Sulfatzellstoff wie Kabelpapier, Isolierpapier, gefärbtes Packpapier aus
gebleichtem Natronstoff und sogar auch Papier aus Sulfitzellstoff,
sofern das Papier nur unter der Bezeichnung Kraftpapier von den
interessierten Exportländern angemeldet wird. Die Packpapiereinfuhr
unter dem Zollsatz von v. 5,50 RM — sie betrug nach der amtlichen
Statistik 1929 mit rd. 10000 £ rd. 90 7%, 1930 mit rd. 12 500 € rd. 75 De
der Position 655 B4 — hat die im Verhältnis zum Verbrauch schon
geringe Sulfatzellstoffproduktion Deutschlands zum Export gezwungen
und bedroht die besonders leistungsfähige Kabelpapierindustrie, die
vielfach ihre aus skandinavischem Importsulfatzellstoff hergestellten
Kabelpapiere nach England ausführt, auf dem Binnenmarkt. Bei der
Substitutionsmöglichkeit von Sulfitpackpapieren durch Sulfatpackpapiere
 zieht sie auch die Sulfitzellstoffindustrie und die Sulfitpackpapierindustrie,
 außerdem anch die Braunholzpanpierproduktion in Mitleidenschaft.

Ein ähnlicher Einbruch wie für bessere Packpapiere droht durch
die Zollposition 654 auch dem groben Packpapier, dessen Zollsatz wie
in der Vorkriegszeit 4 RM, v. 3 RM beträgt. Die Position 654 soll
durch das finnische Abkommen auch auf ungefärbte Packpapiere erıy

 Vol. den dritten Teil, II1a., Tab. 85,

0
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        weitert werden und hat als Kennzeichen der Zugehörigkeit die in der
Praxis der Zollämter sehr ungewisese Bestimmung eines mindestens
5öprozentigen Holzschliffgehaltes erhalten. Die Einfuhr selbst ist zwar
gering, um so stärker aber macht sich eine marktstörende Auswirkung
durch Offerten geltend. Letzteres zeigt sich auch bei der Pergamentarsatzpapiereinfuhr
 aus Position 655 B 4. Der tatsächliche Import ist
im Verhältnis zur Produktion zwar noch nicht allzu groß, der Zollschutz
von 9 RM reicht aber gegenüber den Konkurrenzofferten der Tschechoslowakei,
 Skandinaviens und Finnlands nicht aus, zumal diese Länder
auf Grund höherer Inlandspreise mit starken Dumpingofferten auftreten.


Außer durch die Packpapiereinfuhr der Positionen 655 B 4 und 654
ist der deutsche Binnenmarkt durch die Auslandskonkurrenz nicht
wesentlich beeinträchtigt. Der Zollsatz für die übrigen Pa piersorten
 beträgt generell 20 RM für geripptes und gekrepptes, und
12,50 RM für anderes Papier gegenüber 10 M im Jahre 1913. Eine Gefährdung
 besteht unter den übrigen Papieren allein für echt Per gamentpapier,
 für das der Zollsatz von 12,50 RM auf v.9 RM
(rd. 6.%' ad valorem) herabgesetzt worden ist,. und vor allem für
Zigarettenpapier und Karton papier. Für die Zigarettenpapier
 industrie wurde der Zollsatz ursprünglich von 12,50 auf
40 RM erhöht und sodann wieder auf v. 25 RM (rd. 9% ad valorem)
erniedrigt. Hier treten die Tschechoslowakei, Italien und Frankreich
mit größeren Lieferungen in Deutschland auf, gegen die die deutsche
Zigarettenpapierindustrie, die erst im Kriege bedeutender geworden ist,
nur schwer ankommen kann. Die deutsche Zigarettenpapierindustrie
ist gegenüber ihren Konkurrenten in doppelter Weise benachteiligt. In
der Rohstoffbeschaffung ist sie wegen des ungenügenden Inlandaufkommens
 von kräftigen Leinenlumpen auf die Einfuhr angewiesen und
in dem arbeitsintensiven Herstellungsprozeß selbst durch die höheren
Löhne vorbelastet. An sich wäre die deutsche Zigarettenpapierindustrie
 bereits in der Lage, den Inlandverbrauch zu decken. Dasselbe
trifft für den Kartonpapier verbrauch zu. Nur liegt hier die Benachteiligung
 der deutschen Industrie darin, daß ‘die Vereinigten
Staaten zugleich mit ihren Kontoreinrichtungen, Kartotheken usw. das
Papier mitliefern und der deutsche Verbraucher aus Gewohnheit. oder
gebunden durch Garantieversprechungen amerikanisches Papier weiterverbraucht.
 Es liegt hier gleicherweise an den Verbrauchern und den
Erzeugern, diesen Markt für die deutsche Produktion auszubauen.
Im Verhältnis zur Ausfuhr hat die Einfuhr, abgesehen von Packpapier
 und Kartonpapier, gegenüber der Vorkriegszeit fast durchweg
an Bedeutung verloren. In fast allen Positionen aber zeigt sich die
Einfuhr im Durchschnitt höherwertig als die Ausfuhr (vgl. Tab. 108).
Schwieriger als die Auslandskonkurrenz auf dem Binnenmarkt gestaltet
 sich für die übrigen Papiersorten die Weltmarktkonkurrenzlage.
Der nächst dem Zeitungsdruck- und dem Packpapiermarkt wichtigste
Papiermarkt ist der für Druckpapier außer Zeitungsdruck.
 Dieser Markt weist grundsätzliche Abweichungen gegenüber

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ın
        <pb n="195" />
        Tabelle 108
Papiereinfuhr im Verhältnis zur Papierausfuhr 1927—1930 und 1913
(Einfuhr in % der Ausfuhr) i

Pos

555 B1
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555 B2 ]
555 B10.
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655 B8

Papierart

Druckpapier ..........
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;esseres Packpapier...
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Schreib-, Briefpapier...
Sartonpapier..........
"apetenrohpapier......
'hotogr. Rohpapier....
jeidenpapier..........
Zigarettenpapier ......
)ergamentpapier ......
Zeichenpapier.........
Lösch- u. Filtrierpapier

Insgesamt...

Menge Wert
‚980 |1929 | 1928 | 1927 | 19181 1980 | 1929 | 1928| 1927| 1918

0,3 0,5| 0,5 0,4 1,5] 1,5 28) 0,71 1,7
20,0] 12,3! 9,11 9,1] 8,1) 16,8] 11,11 9,8| 8,9] 7,5)
0,9! 1,8) 14) 111 2,7 1,0) 12) 1,21 1,21 8,7
14:9 15.1 115) 7,9 0,4! 15,8/ 15,5/ 18,5 11,4 0,4)
13 1,4 24 281 44 25 19 57 40) 59
36.0) 16,7 15,2| 14,7 ©% 30,2| 18,8/ 12,5| 11,0( ®
18,7| 11,0 10,5/ 10,5 199 „| 48,7 45,6| 40,8 30,3!199 |
295.4/232.8/289.81206.2 99° 321,0 285,6 284,4/872,9) 99
28 24 22 20110 49 87 81 24 11,9’
WB 42 29| 14) 85 20) 5,0) 88) 1,7 125
Ü8| 1ıl 16 26| 87 20) 16| 21) 88 29:
6,3! 42) 3,6 3.2 5,6| 8,9) 6,9| 6,9] 5,7 6,6

dem Zeitungsdruckpapiermarkt auf. Die Papierholzländer treten als
Exporteure stark zurück, Kanada und Neufundland scheiden so gut
wie ganz aus, und Schweden und Finnland haben nur in holzfreiem
Druckpapier eine gewisse Bedeutung. Nur Norwegen ist in größerem
Umfange auch Exporteur von anderem Druckpapier, vor allem von
Dünndruckpapier. Es wird aber stark übertroffen von England’) und
Deutschland, die als Exporteure von Druckpapier außer Zeitungsdruck
auf dem Weltmarkte an erster Stelle stehen. Nächst Norwegen folgen
Österreich, die Niederlande, die Vereinigten Staaten, und Belgien besonders
 für holzfreies Druckpapier (vgl. Tabelle 111). Das Bild der
wichtigsten Ausfuhrländer hat sich somit gegenüber der Vorkriegszeit
kaum geändert. Dennoch ist auch auf dem Markt für sonstiges Druckpapier
 die Tendenz der Standortsverlagerung zu den Papierholzländern
festzustellen. Die Rohstofforientierung setzt sich aber entsprechend der
durchschnittlichen Höherwertigkeit des Endproduktes nicht in dem
Maße durch wie auf dem Zeitungspapiermarkt. So erklärt sich, daß
auf dem Weltmarkt für anderes Druckpapier als Zeitungsdruck die
zunehmende Eigenerzeugung der Verbraucher in den Vordergrund tritt,
die weniger gehemmt wird durch den Export der Papierholzländer als
durch die Ausfuhr der Länder, die wie Deutschland und Großbritannien
 neben einem starken Binnenmarkt auch noch die technischen
und traditionellen Vorteile alter papierindustrieller Erfahrung in die
Waagschale werfen können.
Auch die wichtigsten Absatzmärkte der deutschen Ausfuhr von
Druckpapier außer Zeitungsdruck sind zum großen Teil andere als die
der Zeitungsdruckpapierausfuhr. Im allgemeinen zeigt die Ausfuhr von

1) Vol. den dritten Teil II 2f.

Ma

7
7
        <pb n="196" />
        sonstigem Druckpapier sowohl auf den einzelnen Märkten als auch insgesamt
 ein sehr schwankendee Bild. Insgesamt betrug sie 1926 fast
las Dreieinviertelfache, 1927 fast das Doppelte und 1929, nachdem sie
1928 auf fast das Anderthalbfache zurückgegangen war, fast das Zweisinviertelfache
 des Vorkriegsstandes.
Wie der Weltmarkt für Druckpapier außer Zeitungsdruckpapier,
so ist auch der Weltmarkt für alle weiteren Papiersorten dadurch gekennzeichnet,
 daß die Zahl der Exportkonkurrenten jeweils kleiner ist
als auf dem Zeitungsdruckpapier- und dem Packpapiermarkt, die Konkurrenz
 selbst aber keineswegs geringer. Kanada und Neufundland
scheiden auch hier so gut wie ganz aus, und Finnland kommt nur im
Karbonpapier- und im holzfreien Schreibpapierexport eine größere Bedeutung
 zu. Dafür aber steht, Norwegen in der Schreib-, Seiden- und
Pergamynpapierausfuhr, besonders in allen‘ dünnen Papieren dieser
Art, und Schweden in der Pergament-, Tapetenroh- und Zeichenpapierausfuhr
 an führender Stelle. Eine unbestrittene Stellung auf dem Weltmarkt
 genießt Deutschland in keiner seiner Papiersorten. Wo Norwegen
 und Schweden, die wichtigsten Konkurrenten, an Bedeutung
verlieren, treten andere Länder in den Vordergrund, so besonders Österreich
 und die Niederlande in der Ausfuhr von Schreibpapier, Großbritannien
 in Schreib-, vor allem in. Hadernschreibpapier und in Löschpapier,
 die Vereinigten Staaten in Karton- und Photographischem
Papier, Belgien ebenfalls in photographischem Papier und in
nolzfreiem Schreibpapier und in Pergamentpapier, die Niederlande
in Strohpapier, endlich Frankreich, die Tschechoslowakei und Japan
in Spezialseidenpapieren. Die einzigen Papiere, in denen Deutschland
auf dem Weltmarkt keine Bedeutung hat, sind die Massensorten
der konfektionierten Papiere. Mit ihren Herstellern, Österreich,
ler Tschechoslowakei, Italien und neuerdings auch Japan und Jugo-3lawien
 vermag Deutschland nur in einzelnen hochwertigen konfektionierten
 Papieren zu konkurrieren; so mit den Dürener Papieren, da bei
der arbeitsintensiven Herstellung dieser Papiere der Lohnvorsprung
der anderen Länder zu groß ist. Überhaupt ist in allen geringwertigen
Papieren und in allen Massenerzeugnissen für Deutschland die Wettbewerbslage
 am schwersten. Mit der Zunahme der an das Papier gestellten
 Anforderungen hingegen gewinnt die deutsche papiererzeugende
Industrie an Boden, so daß sie in allen besonders hochwertigen
Papieren, vor allem in jeder Art von technischem Papier nach Güte
und Menge ihrer Leistungsfähigkeit den führenden Platz auf dem Weltmarkt
 einnimmt. Die Qualifikation der deutschen Papierarbeiterschaft.
an Intelligenz und Geschicklichkeit kommt hier gleicherweise zum Ausdruck
 wie die Erfahrungen einer von jeher bedeutenden. ijahrhundertealten
 papierindustriellen Betätigung.
‚ Wie Tabelle 109 zeigt, hat die deutsche Papierausfuhr eine in Anbetracht
 der allgemeinen Preissteigerung und im Verhältnis zur Mengenveränderung
 nur geringe Wertveränderung erfahren, Der
vornehmlichste Grund dafür liegt in dem Konkurrenzkampf auf den
Auslandsmärkten. Die deutsche Papierindustrie erzielt im Exvort-\
        <pb n="197" />
        geschäft vielfach unbefriedigende Preise. Zum anderen ist die verhältnismäßig
 geringe Wertsteigerung des deutschen Exports Ausdruck
der in stärkerem Maße auf die Herstellung qualitativerer Produkte gerichteten
 Erzeugung der anderen Ausfuhrindustrien und der Eigenerzeugung
 der Absatzgebiete selbst. Nur bei Schreibpapier spielt auch
ein grundsätzlicher Weltmarktbedarfswandel zur geringeren Qualität
eine Rolle, außerdem eine Absatzerweiterung speziell für geringwertiges
 Schreibpapier nach dem Orient. Hand in Hand mit der gestiegenen
 Eigenerzeugung der Absatzgebiete geht ein allgemein stark
erhöhter Zollschutz, der sich zudem nach Aussage der Industrie vielfach
 in einer technisch und formal bis zur Schikane gehenden Handhabung
 äußert, so in den Vereinigten Staaten und Frankreich vor allem
für Pergamentersatzpapier, in England besonders für Pack- und
Tapetenpapier, in Spanien, der Schweiz und in Italien mehr oder
yeniger für sämtliche Papiersorten.

Tabelle 109
Die mengen- und wertmäßige Entwicklung der deutschen Papierausfuhr
 1925—1930 gegenüber 1913

! 19380
Papierart

—_

29ß ' j925 1 1918 |

&amp;amp;
So,

&amp;amp;o
#13

Packpapier 654 (655 B4,
ÖBS)ereer rer e ee ree
Druckpapier insgesamt
GB zer rn
Schreib-, Brief- und ähnliches
 Papier 655 B6..
Kartonpapier 655 B2...
Tapetenrohpapier 655
| 9 s
Photorohpapier 655 B9 .
Seidenpapier 655 B8 ...
Zigarettenpapier 655 A..
Pergamentpapier 655 B5
Zeichenpapier 655B7..
Lösch- und Filtrierpapier
655 B?

(1913 = 100 gesetzt) 7000 t| A
Ma 96/145 ne 84,9/26,4
269/261 1336 345|272/289/201 322 340[410254/312! 68.7119.6
90/100 114125 941105 109 114 We
66| 81| 74] 91| 73| 89/ 99,100| 97 98| 86| 88
212leselsıJasel.84/208/144 124/165 1311121 )1001

11,8|. 7,0
4,5| 8,6
39 3,2
2,1) 2,2
0,8) 1,1

98/120 /118[147(110 144/174 150 184/178/121 160)
82/124| 91141 78128 921147 88)148| 82)138
110/166 114,170| 97,150] 90/131/ 74/111 781110
‚78|156'180 168150145) 38l182l102/108l131|127)

Ausfuhr insgesamt .....|

1571 165)190205 | 162J1 77/164 176/207/221 161] 177l200,8183,6

Über die Papierproduktion, über den Papierexport der Welt, sowie
den Zollschutz des Weltpapiermarktes unterrichten, wieder mit allem
Vorbehalt gegenüber den zugrunde liegenden Quellen und deren Vergleichsfähigkeit,
 die Tabellen 110 bis 112. Über die Einzelheiten der
Konkurrenzlage geben die einzelnen Länderberichte Aufschluß.

205
        <pb n="198" />
        Land (Jahr

Tabelle
Die Papierproduktion der wichtigsten Papierexport-7apier

insge-
 |
samt

b
2b
ES
OD
Ka

Druckpapier
ausschl. |
Zeitungspapier

10
länder des Auslandes nach Sorten 1913, 1925—1929*)
LT
davon __
Packpapier Pergament-—__
 vapier auch
ı davon imitiert
Kraftpapier

Seiden- &amp;amp;
* = Ss C Ss
papier SE ee
| SS
ES + ©

Verschied.

ÄJ

Schweden....... 1929!

616,0 | 256.2
*)
509,4 | 211,7
527,0 | 215,7
517,5 | 216,6
482,6 | 211.1
280.0] 928

205

16.8

1928
1927 '
1926
1925
1913

Buchdruck- | a0
papier a6?
12.2
4

Papier IE
x ,
Papier 14,8
|14,8
„12,9

|1918|1927|1928|1929
‘olzfrei...| . | 6,6! 9,0 7,8
1olzhaltig.| . |18,1| 21,2 19,9/
Jünndruck| . |16,6|19,0/ 19,5
insges.| . |41,3) 49,2] 47,1]

Norwegent).....

‚999 1 878.1

194,9

(24,2
19,2
holz- ?
frei | 20,6

1928 352,6
1927 | 850,9
1926 | 288,1
1925 320,1 |
1912 | 1786

180,1
187,5

Finnland........

(929° 812,8
1928 305,2
1927 | 281.6

209,9
204,7
186.9

1aturbraunes Holzschliffpapier........0.0...0.000
zewöhnliches Papier unter 50% Zeilulosegehalt
ohne Zeitungsdruck. ......0.0.0.000000000001 00h
holzhaltiges Papier von mittlerer Qualität......
nolzfreies Papier, anders als aus Lumpen ......
holzfreies Papier mit Tumnen
Kraftnapier.

1926 | 257,2
(925 | 258,7
1918 | 167.6

170,0
‚74,2
70.0

Üsterreich ......

1929 ' 229,6
928 | 230,5
(927 | 211,1
1926 1078
1925 | 191,0
(918 | 187.1

u.7

Tschechoslowakei

1929
‘928
Ten
1926
«995

246,0
234,0
220,0
195,0 |
170.0

i928 178,6 87,4
1927 157,8 64,€
1926 145,5 | 65,4 ze
1925 | 186,01 60,8 38,
*) ohne Kriterad, Kreperaf und imprägniertes Papier (geringe Mengen). — **) nur grobes Seidenpapier,
bis 1913. — +7) fettdichtes und Pergamynpapier. — +tt) Pergamynpapier. — *#$) nur holzirei, holzhaltig

Niederlande * +). .

(248.1)

208,8
209,4
200,7
187,7
127,0
66,6 423
60,9 40,8
59,8 87,3

127,5

29 Q

15,2 1 10,7
*#)
18,7 9,5
16,3 11.2
18,9 13.0
15,4 11,6
87 10.9 |

X)

AO

17,1
19,4
20,7
15,8
47

6,2
6,5
4,2
2,8
0,5

21,8
+
19,0
17,5

28.2

ıdavon.
16.1

0.20

28,8 16,8
24,2 ı 16,2
. I G.
Cap. |

0,35
0,34

0,36
)8R

{913 | 1926 | 1927 1 1928 | 1929
| 18,71 18.11 18,61 12.1

28,7 | 15,8 | 21,2 | 80,6
11,1 | 14,7| 12,8| 7,2
25,9 | 25,8 | 21,1 | 20,7
8,5| 8,7| 38,0| 2,8
22.1 | 29.8 | 80,1

8
3.9

AL

58,2
17,6
38,1
349

. $ ; * [
eines Seidenpapier ist enthalten in Spalte 4. — ***) enthalten in Spalte 4. — +) 1913 = Jahresdurchschnitt 1911
rird geheimgehalten.

'Y Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichharkeit.

‘06

7
        <pb n="199" />
        &amp;gt;apier
inswand
 (Jahr ge-‘
 samt

&amp;amp;
ST
SS
a
NS
©
kurs

Druckpapier
ausschl.
Zeitungspapier

Tabelle 110

Schreibpapier

Fortsetzung)
nn davon
Packpapier

davon
Kraftpapier

Pergament-»apier
 auch
imitiert

Seiden- S. ; .
. 28 | 25 | Verschied.
papier Sa | SE
83 8 ©“ 8
Ex Da HS

ı

Großbritannien .. | 1927 1800,0
)
1926 | 1200,0 0
1924 ( 1138,0/ 507,5
*#) a
1912| 948,0
=)
1929) .‘ /1892,00 . . . ee
00491 0. FD HD. | belle
1928 | 5750,0/ 1284,1/ 125,8 | .° 12105! . 499,4
50) Xx9) |
1927 5650,0| 1376,2 166,3 /1151,5| 58,9 !14,1/ 36,9 [56,8/853,7
1926| . |12182 . . rd
1925 |5849,0/ 1418,2 | 76,2 |1054,9 | 168,7 !15,9) 88,7 160,8 314,5
o
1918 8400,01.
*)
1929 ] 2674,0| 2472,4|
(928 ! 2411,0/ 2190/83
1927 | 2098,0| 1889,51
1926 | 1915,0 1718,9
1925  1579,0| 1393,9
1918
1990

Kanada.........

Neufundland ....

256,0
®)
209,8!
184,0
| 169,2
87,6
‘4
230 254,2|
592,0| 288,6
322,0 221,7
487,0) 227.6

19928
927 |
‚926
1925 |
‘913
(929
1928
1927
(998 |

Tapan.......

160,6
154,5
132,4
2qQ5

1925 |
1918
1928 '
1927
1928
XXX)
927
a

428,0|
122,0) 18,5
99,0| 16,6
364,0| 43,4
282.0) 17,8

3öe,ı
S9F

Polen ..........
Rußland ........

18,1
15,1
59,9
295

27,1
18,6
62,8
56.9

*) Schätzungen. -— **) 1924. — ***) 1912. — +) Catalogue. — ++) Poster, novel, tablet, linning usw. —
rag — +#*) unter 50°, rag. — ++*) Chemical wood papers (including Sulphite bond 1927 122182 tt) —
XXX} Wrapping paper Kraft. — ©) (Greasenrmnf. — 90) Glassine — 900) Rnilding paper incl. asbestos. —

nn

160,9
161,5

5,4

19,1
397

4492519
24,5 38191, . 792,5
XX9)
28,9 | 0 485,9 578,2
22,0 | "69447 | 485.4

5) °)
20.9 | 85.1
"482

315,9
286,7
955.1

87,4 | 67,8
102,2 ! 57,6
949 | 464

%9) ; X)
510,6 512,1
567,5 18,9
528,3 86,7

32,9
01,3
983,2
88,1
82.9

51,6
46,2
42,8
39,9
38.9

14,3
37,8
25,8
189

48,5
38,4
“

LE.

5,35
„29

2

FH) Book paper uncoated, — *+) Book paper coated, — *%+) Fine paper 100°%/, rag. — ***+) 100%, bis 50%,
{4+{*) Cover Paper. — X) Wrapping paper Sulphite. — X) Other wrapping paper than sulphite and Kraft. —
X°) All other paper, — *Xo) enthalten in Svalte 11. — XXX®) 1928/29, — 0X) 1927/99

id

Enauete-Ausschuß I 5. Band 10

709
        <pb n="200" />
        Tabelle 111
Die Papierausfuhr der wichtigsten Papierexportländer des Auslandes
„nach Sorten 1913, 1925—19291)
in 1000 t*

A
a

Land

Schweden .....

Norwegen ....

Finnland.....

Österreich ....

TIschechoslowakei


z

1929| 438,5| 197,9] 3,8 8,91216,8l10,5 | DS
2,8/184,6| 9,7 0,89
8,0/188,1/10,0 , 0,74
2,2/181,8/10,7 ' 0,80
EMS 7,8 0,68
0,21109,2| 1,6: 1,49

2,8

3,0
5,0
3,8
3,7
7.9

1929l

816,1'

171,7) 81,9 25,6| 40,8/120,0 |24,5
*##)
166,9| 34,0| 23,9
1726| 30,4| 19:6
138,9/ 27.4 17,9
156,4| 30,2| 16,8
66.6/82.0|

2.08

1928
927
‚926
1925
19138

311,5
303,1
257,4
284.6
181.4

38,7117,8 127,4
38,2 16,0 |24,6
34,1/12,6 25
40,2/16,1 124,5
82,90 .
+) 1 + [+

1929
‚928
927
1926
1925
1913

243,9
243,8
228,5
210,1‘
211,4
145.6!

178,7
171,6)
155,4!
148,9:
148,8'
70.1

2,5! 39,7| 0,97
3,8| 41,0| 0,42
5,8| 34,7| 0,40
5,2! 30,8| 0,64
3,9 29,8)
4.1 86,2
*+)

1,411 0,44! 0,18
1,88! 0,25| 0,17
0,39 0,59| 0,73
1,28| 0,28| 2,90
0,84| 0,22| 8:88
0,58! . |422

929
928
927
926
925'
1918

107,7
112,5
107,6
102,6
100.7

419,0%**+4
52,9
51,1
“7,0
25,7

38,2
37,9
36,3
38,0
35.01

16,9
17,9
16,5
14,4
16,9

0,34
0,06|
0,05
0,08
0.08

2,21| 0,47'
2,89! 0,40
2,82| 0,28
2,42| 0,22!
2,50 0,18'

29,6| 2,80) 2,15 0,42!
1928| 49,4/ 18,9| — ‚ 2,2| 27,9) 2,22| 1,27| 0,451
1927| 50,0) 176 = 2,41 25,5 1,74 0.08 0,28
1926| 41,5| 172 — | 2'0| 19%) 050 0’53| 0'925

11.9!

0.02
0,02
9.01

7
N

$
ss
SD | =
= S
3 an
©
1
© | ©
Pa PA
Le Ti
s ©
A bs

0,08| 0,08 ' 2,83] 0,2

9,08| —
08 —
02 —
02 —
0,02! 0,01

1,6’ 0,8 |
1,8 0,4
1,5 0,3
17 0,2
0.6 0.08

1,68
+
2,71
9.74

24,7
24,9
25.2

0,11| 0,25
3,15| 0,22
,09/ 0,81
3,09)
D.09/ 0,21

0,26
0,16
0,18
0,15
0.15

0,20! 0,06
SE
7192| 0,04
„85| 0,08 ı - -
0.18| 0,06 | —

1,15 |

1,11
1,11
1,36

*) Vgl. Tabelle 106. -— **) Nur feines Seidenpapier. — ***) Holzfreies Schreibpapier, einschl, holzfreies Druckpapier.
 — +) 1918 einschl. Pergament- und Seidenpapier. — +#f) 1913 im Packpapier enthalten, — ++) Davon
1570 &amp;amp; Papierabfall. — *4) 1913 einschl. Kartusch- und Makulaturpapier. — *#*}) Gewöhnliches Druckpapier insgesamt.
 — ***}) Einschl. Malerpappe und Kunstdruckpapier.

*) Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichbarkeit.

210
        <pb n="201" />
        Tabelle 111 (Fortsetzung)

bb
-

Land

SZ
S
km)

| fr

Niederlande ....

929) 69,5
.928| 69,21
1927| 65,7
1926| 60,4
1925| 54,3
1913! (26.0)

29,1
30,4
38,3
328
26,2

203 26
25,8 11,8
22,1 | 9,2
19,6 7,6
189 84

97,7! 70,9! 15,5111,2
35,6/ 67,5 18,8| 9,6
39,0 61,7 18,1) 8,6
96,7/ 74,2 18,4110,4
1191| 66,8 12,2/11.1
19,1) 66,
98.4 11,1/46,0
*#)
Vereinigte |
Staaten I1929| 72,9] 17,0. 17,2) 12,7l20,0
iD
1928| 56,8
1927| 44,9
1926| 51,6
1025 48,9
1918! (65,0)

Großbritannien .

1929
'928
‚927
1926
1925

Kanada ....

1929/2800,412282,8
1928/2024,9/2006,0
1927/1822,9/1788,0
1926/1641,41607,5
1925 1975,6 188,8)
1913/(278,7)) 265,4

By
&amp;amp;
zo
285

14,4
ne 15,4
"13.4
. ‘15,9
Es

-
Tab

Japan ...... ..

1929
1928
1927
1926

68,5
662
87,7

Neufundland ..

1927
090

1&amp;amp;
1,85
1,08
0,97
0,77

0,57; 0,98
0,45| 1,02
0,36/ 0,86
0,88| 0,78
0,29| 0.69

) +) ! #*#%)

| 138 | 22

1,4
1,2
1,1
10.

2,8
2,2
2,0
1,7

0,08
4,06
4,08!
2,08
0,02

+P

0,15)
0.22

0,88)
0.82)

)

2,1
2,0
1,7
14,8
1,7

11,6 |

1,8
1,7
1,4
1.3

I
©
%

0,00:
0,10:
0,16

a
i ©
=
©
4
'
„x
%
I
S
&amp;gt;

A

*) Vgl. Tabelle 106. — **) 1913 einschl. Pergament- und Seidenpapier. — *#**) 1913 im Packpapier enthalten. — .
+) Ausschließlich manufactures und der mit diesen verbundenen Positionen. — ++) Einschl. lichtempfindliches Photopapier.


21]
        <pb n="202" />
        ww

=

Tabelle 112
Die Papierzolltarife des Auslandes Anfang 1929; 1913)
Druckpapier Zeitungsdruckpapier | Packpapier | Schrei ara Sükten-,
Maßstab | Tarif- a4 Tarif- | Tarif- Tarifposition
 _ Zollsatz „uition| Zollsatz | position | Zollsatz | position Zollsatz
m. OR u BESEON }

Land

ba
&amp;lt;
GC
—

Groß- 1929| ad valorem
britannien |1913
Nieder- De ad valorem |
lande 11918 ”
Vereinigte |1929lin cent je Pid.
Staaten v. u. ad valorem!
Amerika |1918| ad valorem |
Trankreich [1929| in fres |
je 100 kg
4918 „
Dänemark . [1029 in Kr. je kg
1918 “

9711

frei
Frei
5% '
5%
1, cent ı
u. 10%
12%
25 für Schulb., 461G| 12,50
40f.and.Büch,
10 461
0,08 | 269 |
0.08 210

162% v.W.|
frei

frei
frei
8%
5%
1307 3 centu. 15%
Notenpap.: Zuschl, 10% d. Sätze
83926 25%,
461F 100
461 15
270 0,08
211 0,08

9711

8%
5%
30%
25%
65

1301
322
461 G

1309
328
161 G
461
267
208
294
294

461
270
211

10,—
0,015
0.015

10
0,02
0,02

Schweiz .. |1929| in fres |
je 100 kg
1913 N

100

ainfarb.20 u. 25/s. Druck-'
mehrfarb. 85 | papier
ainfarb.8u.10
mehrfarb. 13

301 (einfarb.,,
302 (mehrf.)
301
302
0u. 9 1240a (glatt)
10 u. 12 [240b (ander.)|
3,60 u. 4
9; 12 u. 24|
8300

2% -

25
35
10 u. 13

sterreich . [1929| in Gold-Kr.
je 100 kg
1918 - ;
Brasilien .. [1929] in Reis jekg |
11918
Argentinien|1929 in Peso je kg
u. ad valorem
1913| ” |
Chile,..... jeo29 Peso je ke
1918| in % v. amtl.
festges. Werte

247
296

»

247

nA

288*)
248
238
248
612

10
12

9—924

296

9

612
612
2594
2597
2594
2597
1716
2131

200 #
200
0,10
0,0375
-2%g Zuschlag
0,08 2595
0,04
0,40 1715
frei u. 5% 2181

für Zeitungen re
f. iliustr, Ztg. frei
nicht für Ztg. 300!
desgl. 612
frei 2594
0,02 * 2594
0,05 | 1789
frei u. 5% 19

200
200
Pesos
0,0375
2% Zuschlag
0,04

612
2595

300
0,10

612
2597
2597

0,08

1 |
0.15 |

1785 | 1,50
2137 © 95%

Brit. Indien |1929/in Anna je Pfund
u.in% d. Wert,
1913lin % d. Wert.
Brit, Süd- [1080 in d je Pfund
Afrika u. ad valorem
1913] ad valorem
Tschecho- [1920 inKr.je100 kg
slowakei
1913 » '
Finnland .. 11929] in Fmk ie kpl

155 **) |
51
295d |
108.
29623
29062

1 Anna
5%
frei
3%
120
19

99**) |
51
295e
103
296 a1
2962

15%
5%
5%
3%
84
19

99 ##)
51
2951
175
287a/b
987 a/b

15%
5%
5/8d
15%
72
100
7,20
10,—
055

156**)
51
295d
103
2902 8/b
996 a/b

1 Anna
5%
frei
3%
120
200
12
20
0,55
0,90
2,10
52,90
68,20
818,75;.12,50
7 22,75;7.17,50

412 |
418
9558 |

0,55
0,90
41,20

409 '

frei

4192

412
413
414
2851
235?
847a 18, y

1918! in Fmk je
100 kg
[talien .... [1929 Goldlire
je 100 kg

9552 | 41.90

9953

41.20

RATE IT

19 —

047 a | 8—
al

847 h***)

4,50; .
{2,5 v.12,-7,50;
 v. 6,-9,60;
 v. 9,60 | .
8,00; v.3—8| unliniert, wie Druckpap.
lumpenh. 2,1 472 121/,%
Kraftp. 1,68
anderes 1,26
5%

1913| desgl.
China ..... 1980| in Gold- |
einheiten ?)
je Pikul |
{918/vom Wert öd,
je Pikul

250a 15; v.12,50
464 lumpenhaltig‘
; 2,1
anderes 1,26:
5%
0.7

&amp;gt; 1
wie Druckpapier
wie Druckpapier

250f
ABK

geglättet, 0,3
zeleimt;un- :
geglättet,
ungeleimt
&amp;lt; Druckpapiertarif
Nr. 1027

Spanien ... han] Peseta je
100 kg
Reingew.

je 100 kg
’ohgewicht
1027
1028
1029
330
-09
m

LT,

2. T.
20
25
/r

wie Druckpapier
{Papier zum Einwickeln
v. Früchten Tarif Nr. 1025
und 1026 s. Spalte 8)
wie Druckpapier und
. 1.T. 12, T.
411.1 üb. 75 g| 14,50| 10,8F
412 } schwer| 35.—' 15
176,1

wie Druckpapier und
1.7. [2.T.
1032 210 | 70
108383 225 | 75

TE

1918) Peseta je
100 kg
Reingew.
Rußland ... 11929.Rub.i.160kel

wie Druckpapier

wie Druckpapier und
414 59 40
177,2 64

}

&amp;gt;.

€.

„1913lin Rub. jePud! 177, 2b En ae 177, un . 177,2b | 6
*) Vgl. Anlage, Anmerk--- 1, —— #*) Nr, der st-*"tarischen Tabel'e. — *#*) Vgl, Anlage, Anmerkung 2, — +) Eine Goldeinheit = 1,679 RM.
+) Es sind jeweils die Tarifpositionen gewählt worden, unter die die landläufig bezeichneten Sorten in der Regel fallen werden.
Je nach Zusammensetzung, Bearbeitung, Aufmachung, qm-Gewicht, Bogengröße usw. können auch andere Positionen und Zollsätze
in Frage kommen. Außerdem ist zu beachten, daß die Bedingungen für die Tarifierung der Waren 1918 z. T. andere waren als 1929,
        <pb n="203" />
        a
——.
A

Tabelle 112 (Fortsetzung)
. Tapeten-, Filz- und Photographisches
Kartonpapier a anderes Papier a Rohpapier
Tarif- Tarif- Tarifposition
 | Zollsntz position | Zollsatz | positi x Zollsatz
7 WE TU

Land [Jabi| - Maßstab

Seidenpapier
Tarif- | zn
position | Zollsatz
8

Groß- | 1929
britannien

wenn als Pack- oder‘
Einschlagpapier
(62%, % ; sonst frei
— ‘frei

wie Spalte 5

frei

wie Spalte 5

1913

Niederlande

1929
1913
1929
1918

ad valorem
”

971H | 8%
5%
10%
25%

97 III

Frei
8%
5%
1809 (Tap.) 10% 1305
1802 (Filz) 10%
820 Tap. 25% | 9%
320 Filz 5%
461 bis (Tap.) 185 u. 230 }461 quater‘
(Filz.) 180
461 bis 17—25 461 quater!
271 10,15-45%v.W.) 273
272 0,25--5%v.W.
212 | 020

frei
8%
5%
3 cent
u. 15%
15%

— frei
9710 8%
5%
1804 6 bzw. 5 cent
und 15%
328 30%

Vereinigte
Staaten v.
Amerika

n cent je Pfund |
ınd ad valorem
ad valorem

1302 |
398

Frankreich. | 1929 | in fres je 100 kg

161G | 65

„750
100
1,—

461 G |
461
270

100
15
0,08

1918 | nn.
Dänemark . | 1929 | in Kr. je kg |

15
270 0,08
274 0,24
275 0,30
211 | 0,08
213 0,24
214 ! 0380

x

0,80

211

0,08

1929 ] in fres je 100 kg
1918
Österreich . ‚1929 ] in Gold-Kr.
je 100 kg
in Reis je kg

Schweiz ...

8307d
807d
244 a
992

40
20
75
80 u. 50

| 299 25
‚{ (bis 25 gl 10
246 80
296 9—24
612 600
612 600

287 12
296 | 9-94

245 (Tap.)
295 (Tap.)

10

|
1915
Brasilien... | 1929 |
19138

55 u. 60

| Argentinien 11028 | in Peso je kg
‘u. ad valorem
1918 |
1929| Peso je kg
1913! in % v. amtl |
festges. Werte
1929 in Anna je Pfund
und i. % d. Wert.
1913 Jin % des Wertes
Britisch-. - |.1929 |: in. d je Pfund |
Südafrika und ad valorem |
„1913| ad valorem |
Tschecho- !1929! in Kr. je 100 kg
slowakei
1918 |

2378 vom amtl. 32%
) Schätzungs-2373
 Gert 27%

2599 32%
tl. o
2609 Schätzungs-2609
 wert 27%
1720
2161

vom 32%
deklarierten
: Wert 27%
1724
2137

2609 vom amtl. 32 %
Schätzungs-2609
 wert 27%
1780 2
2141 25%

1706 | 1
2082. | 25%

1
25—35%

99**) | 15%
51 5%
295d | . frei
108 3%
296a8 |. 120.
9986a | 19

99**)
51
9953 .

15%
5%
15%
3%
420
120
60
12
18,— |
52,90
48; v. 30
45; v. 30
221/.%

99**)
ö1
295 e
108
2928
202

15%
5%
20%
8% -
450
230

09**)
51
295b
175
296 a?
92062

15%
5%
frei
15%: -
180
12

103
295/296 a3 |

205/296a

| in Fmk je kg ]
1913 lin -Fmk je 100 kg
1929 |(Goldlire je100 kg!
1918 ”
China ...;. 1980|. in Goldein- | 462
heiten *) je Pikul
1913| vom Wert
oder je Pikul |
Spanien ... | 1929 /Peseta je 100 kg 1.T.|2.T.
Reingew. - 1065 1125| 50 1081
1066 2163| 65 |.
1913 “| 483 40| 25 |... 413. |
434 20 116,80
Rußland ... 1929 in Rubelje100kg 175,4 :..:60 177,6 .
ı 1913 | in Rubel je Pud| 177,1e | 8 177, 2d
*) Eine Goldeinheit = 1,679 RM. — **\ Nr Aar statutarischen Tabelle:

Finnland... |
Italien...

427 |
2362
847c
250€ /
4788

411.
2855
347 a 1
250b
478

8 413 | 0,90
176,50 285% 176,50
97,50 847b - | 52; v. 40
45; v.40 250a od.bis. Spalte 1 u,7
vgl. Perga- '471a lumpenhalt. 83,94
mentpapier | anderes 3,15 1,80
5% 5%

5%

1.T. [2 T.
165 | 66
80.1 30

1 n x
wie Tapetenpapier

1025
1026
407
408
176,10
177. 21

AT.
150 | 60
108 ! 36
45 | 80,35
81 | 18,—
125
12

| ‚200
9

176,7
177, 2f

40
12
        <pb n="204" />
        er

Tabelle 112 (Fortsetzung)
Zigarettenpapier | L#schpapier
a Zollsatz | Tarifposition Zollsatz
Da - —————

Land

Maßstab

Pergamentpapier
ı Tarifposition | Zollsatz

Unechtes
Pergamentpapier
| Tarifposition
 Zollsatz
12
anderes als pflanzliches ‘soweit nicht fettdicht
16% %; sonst frei 16%/3%; sonst frei
— frei — frei
97 I 8% | ru! 8%
5% 5%.
Zcentu. 15% | wie Spalte 11

Groß- 1929
britannien
1918
Nieder- aan ad valorem |
Jande 11918 »
11929 met im
' u, ad valorem
1913| ad valorem '
1920lin fres je 100kg/
1918 #.
Dänemark . [1929| in Kr. je kg
FT Mn
Schweiz... |1929jin fres je 100 kg
11918 ”
Österreich . [1929| in Gold Kr. |
; je 100 kg
1918 » |
Brasilien .. |1929/.in Reis je kg
1918| m
Argen- 1929/ in Peso je kg
tinien u.-ad valorem
1918 N
Chile......|1929/ Peso je kg
1913| in % v. amtl.
Testges. Werte

{rei

frei

frei
wie Spalte 8
5%
1454 | 60%
381 | 50%
461A 110—140
461 70—25
270 0,08
11. 0,08
299 25
299 | 10
2468 28
296 9—24
612 500
612 500
2606 vom amtl. 32%
Schätzungs-2606
 wert 27%
1721 1,50
2159 | 35%

3711

frei
8%
5%
30%
30%
100
15
0,08
0,08
80
10
5
10
7; 20—36
800
300
0,10
0,08
1
0,15

1809
828 .
61
461
270
211
298
298
2398 grob,nichtgef.
239 b anderes
288
612
612
2594 .
2594
1734
19 -

1805
324
461 B
461
270 0,08
211 0,08
807 25
307c 10
248 12
Kr 1
591 15

461B 110
461 ‚30
ı 270 | 0,08
211 0,08
wie Spalte 11

243 | 12
291 ‘ 15

vom 832%
deklarierten
Wert 97 %
1789 . 1
21835 | 25%
ij

vom 32%
deklarierten
Wert 27%
wie Spalte 11

Britisch-Indien


1929jin Anna je Pfd.
u.in% d. Wert.
1918lin % des Wert.
Britisch- 1929/in d je Pfund '
Südafrika | u. ad valorem
1913| ad valorem
Tschecho- 11920 in Kr. je100 kg]
slowakei

99**)
51
295b |
175
99622 |

5”

39**)
51
2952
175
288 a/c

5%
5%
15%
15%

2
51
205 b
108
991

15%

99** 15%
51 5%
295d | frei
108 ! 3%
291 ! 960

5%
frei
15%
180

5%
frei
3%
400

108
210
360
7,20
14,—
36,—
210
41,20
18,75; v0
15; v. 12,50

918 ..

9962 |

12

988 alc

291

9In

991

20

Finnland ... be in Fmk je ke
1918lin Fmkje100kg
Italien ....|1929 Goldlire
{ je 100 kg
1918 w
China..... |1980| in Goldeinheiten
 *)
je Pikul
1918 vom Wert
oder je Pikul

418 | 0,90
2355 | 176,50
8642 |150;v.120)
256 120m 70
468 | 9520

414
285%
847f
2508€e

413 0,90
2355 176,50
847g. |. 45—
250d ‘45,—
473 lumpenhaltig 121%
frei v. Holzschliff 10%
anderes ET 2%
x

418 | 0,90
98355 | 176.50

' wie Pergament-Danier


468

vgl. Packpapier

5%

wie Pergamentpapier


100 000 Blatt 2X 4
0.125

Spanien... |1929/Peseta je 100kg
Reingew.

wie Druckpapier 1.7.2. T.
Tarif Nr. 1027—1029 1035 :135| 54
s. Spalte 1
wie Druckpapier 416 | 40| 27
Tarif Nr. 408—410 i
. . 2 ] ;
Rußland... |1929| in Rubel 176,1 | 850 | 176,8 64 176,8 | 64
. je 100 kg |
11918 in Rubel je Pud 177,1b | 21— 1  17%.2e 13,20 177.2e |! 13,20
*) Eine ‚Qoldeinheif: =.1.679 PM — #**) NT, der statutarischen Tabelle.
        <pb n="205" />
        Anmerkungen zu Tabelle 112

Anmerkung 1: Österreich

Tarıf-Nr.

Packpapierzölle

238 im Gewicht von 80 g oder mehr auf 1 m*®, ungebleicht,
ungefärbt oder in der Masse gefärbt, auch auf einer
Seite geglättet:
a) Strohpapier....
b) anderes ..

248 nicht besonders benanntes: ;
a) glatt ....
b) anderes (liniert, restriert, dessiniert, gepreßt,
gouffriert, genarbt, auch durch Wasserdruck
oder Filzmarkierung mit Zeichen, Linien oder
Muster versehen) ..

1929

1913

frei 8,60 u
9 Kr. 4 Kr.

10 Kr. 9 Kr.

12 Kr. 12u.24Kr.

Anmerkung 2: Italien

Packpapierzölle- 1929
347h weder. weiß noch gefärbt, im Gewichte von 800 g
auf-1 am: ..

1. gelhes Strohpapier, natürliches, ausgeglättet ...
2. aus’ auf mechanischem Wege Er wonnenem Holzschliff
 hergestellt, dampfgekocht, in naturbrauner
Farbe, auch auf beiden Seiten geglättet, 1 qm
im Gewichte von:
&amp;amp;) Unter 40 Besserer ree terre rare een Leer
ß) 40 g oder mehr, aber unter 300 Besseeen
3. anderes, rauhes..

in .
Goldlire
100 kg
A. V.
4.50 —

12,— 12,—
7,50 6,—
9,60 9:60

Packpapierzölle 1918

D50f

1. aus Stroh, nicht gefärbt, nicht geglättet ....... 8,— 8,—')
2. anderes grobes und rauhes . 4 8,— 8 bis 8,—

d) Die Außenhandelslage der Pappenindustrie
‚Die Pappenproduktion der Welt entfällt zum weitaus größten Teil
auf Nordamerika, vor allem auf die Vereinigten Staaten. In der europäischen
 Produktion stehen Deutschland und die Niederlande an erster
Stelle; die Niederlande jedoch nur als Produzent. von Strohpappe.
Deutschland dagegen, dessen Produktion ebenfalls zu einem großen
Teil nicht aus Holzpappe, sondern auch aus Strohpappe und daneben
aus Altpapier- und Lumpenpappe besteht?), übertrifft auch in seiner
Holzpappenproduktion die übrigen, vornehmlich Holzpappe erzeugenden
Länder Europas. Die wichtigsten von diesen sind Großbritannien.

‘) Aus gelbem Stroh, nicht gefärbt.
ty Vgl. Tab, 21, S. 24.
        <pb n="206" />
        Schweden, Finnland, Österreich, die Tschechoslowakei, Rußland, Polen
und Norwegen.
Von den bedeutendsten Pappenerzeugern der Welt haben Kanada,
Japan, Großbritannien, die Tschechoslowakei, Rußland, Polen und Norwegen
 als Pappenexporteure nur geringe Bedeutung. Unter den übrigen
Pappenausfuhrländern stehen wieder die Niederlande allein durch ihren
Strohpappenexport bei weitem an erster Stelle. Ihnen folgen erst in
großem Abstande die anderen Pappenexportländer. An ihrer Spitze
steht Deutschland; doch liegt seine Exportstärke weniger in der Ausfuhr
 von Holzpappe als von Grau- und Rohdachpappe, während für
den Holzpappenmarkt der Welt Finnland, Schweden, Österreich und
neuerdings auch die‘ Vereinigten Staaten die maßgebenden Exportländer
 sind.

Tabelle 113
Produktion und Ausfuhr der wichtigsten Pappenproduzenten der
Welt!) 1925—1929 und 1913
(in 1000 t)

Land

Erzeugung Ausfuhr
929 | 1928| 1927 | 1926 | 1925 |1918 [sono toneTa027T 1026 1005 1015

Deutschland ....
Schweden ......
Norwegen ......
Tinnland .......
Österreich......
Tschechoslowa-Keil
 o...0...404
Niederlande ....: £
dav. Holzpappe 7
Großbritannien . ‚07*) 162**
Rußland... ...... 20 .
Polen san....000 16 .
Verein, Staaten . 2982 | .
Kanada ........ 131 .
Japane...... | 115 %##)i110***)| 244)
*) 1924. — **) 1912, — ***) Strohpappe. — #) 1919.

81 68 62 51 388
38 35 31 30 29
16 123 ii 11) 1t
55] 46| 40| 45 58
85 ) 40 | 39. 34) 36

31
25
5
54

5
350

5
2591

7
240

FF
232
6
s

210
6
7

178

6

Da

35

Die Konkurrenzkraft der wichtigsten Holzpappenexporteure, Finnland,
 Schweden, Österreich, beruht neben‘ ihrer im allgemeinen weit
zünstigeren Wasserkraftversorgung vor allem‘ auf ihrer bevorzugten
Stellung als Papierholzländer. Zwar vermag auch die deutsche Pappenindustrie
 70% ihres Papierholzbedarfes im Inlande zu decken, aber die
preisliche Auswirkung des deutschen Gesamtdefizits fällt für Finnland,
Schweden und Österreich fort. Außerdem genießen Finnland und Österreich
 den in Anbetracht des hohen Lohnkostenanteils der Pappenindustrie
 wesentlichen Vorteil bedeutend niedrigerer Löhne. Auch in der
Transportlage ist Deutschland benachteiligt. Für Süd- und Südost-1)

 Vgl. Tab. 116 u. 117, S. 226 f. und die einzelnen Länderberichte.

2:9
        <pb n="207" />
        europa hat Österreich einen Vorsprung, und für die Belieferung des
weiteren Weltmarktes hat die schwedische und finnische Industrie, soweit
 sie nicht überhaupt zu Wasser ab Fabrik liefern kann, nur mit
geringer Vorfracht zu rechnen. Demgegenüber ist die meist im deutschen
 Mittelgebirge gelegene deutsche Pappenindustrie mit einer starken
Bahnfracht vorbelastet, und nur die wenigen unmittelbar an der Elbe
gelegenen deutschen Werke haben eine gleich günstige Lage. wie die
Snnischen und schwedischen Fabriken.

Noch stärker als Finnland, Schweden und Österreich ist der Strohpappenexporteur
 Holland durch die Transportlage und die Rohstoffversorgung
 seiner Industrie bevorzugt. Die niederländischen Strohpappenfabriken
 liegen an dem dichten Kanalnetz des Landes, das die billigste
Beförderung sowohl des reichen Strohanfalles als auch der Fertigfabrikate
 gestattet. Insbesondere aber kommt der holländischen Strohpappenindustrie
 zugute, daß sie, von jeher auf den Export eingestellt,
mit breiten, für Massenerzeugung gebauten Maschinen arbeitet, während
 sich die deutsche Strohpappenindustrie, abhängig vom Binnenmarkt,
 in weitestem Umfang auf den in Formaten und Stärken außerordentlich
 differenzierten deutschen Bedarf ‚eingestellt hat und {folglich
 ihrer ganzen Struktur nach weniger für den Export geeignet ist.
Die Niederlande sind somit eine der deutschen Strohpappenindustrie
weit überlegene Weltmarktkonkurrenz und beeinträchtigen, soweit die
Holzpappe durch Strohpappe ersetzbar ist, darüber hinaus auch die
deutsche und die fremden Holzpappenindustrien.

Tabelle 114
Die Pappenaußenhandelsbilanz Deutschlands 1913, 1925—1930

Anteil der
Ausfuhr | Einfuhr

Jahr

1913
1925
1926
1927
1928
1929
1930

1918
1925
‚926
1927
928
1929
1980

Erzeugung


60 100
95 158
86 | 143
„12. 187
‚14
110

370 ' 100
366; 99
329 | 89
434 | 117
442 | 119
430 | 116

Einfuhr

Ausfuhr

Ausfuhrüberschuß


Verbrauch

fin. il, M{RM, 1913 = 100)
2,14 °00| 7,81| 100! + 5,17/100' 54,83] 100
2,29 .07|13,64/187 +11,95|220 88,65/ 153
1,06 50 172 286 116,50|310 69,85/ 127
&amp;gt;06 97|21,57 295 4+19,51|877 9249| 169
31 2928,49 321 '-19,88|885 94,12| 172
93 [27,98 382 428,85 461 86,15| 157
197 | 81,06| 425 4-26,84! 519 | |

(in 1000 tt, 1913 = 100}

13,8 100!'31,3
8,2 60 38,1
3,6 | 26 51,0
6,4| 46 | 63,38
10,1 ! 73 167,7
14,6 106 | 80,6
142 103968

100
122
163
202
216
258
309

17,0
+29,8
447,3
+56,9
+57,6
466,0
18926

LOC
170
270
325
32€
377
475

352,5
386,7
281,7
377,3
384,4
364.0

00
96
80
J7
09
‚08

an
Er- Verzeugung!
 brauch

(in %)
12,2 3,9
14,4 2,7
20,0 1,5
19,3 2,2
20,6 8,8
95,4 4,8

(in %)

8,5 3,9
10.4 25
15:5 13
14:6 17
15,8 26
187 | 40

220
        <pb n="208" />
        Rein zahlenmäßig und insgesamt zeigt die Außenhandelsbilanz der
deutschen Pappenindustrie eine günstige Entwicklung. Die Pappeneinfuhr
 ist in den Jahren 1929 und 1930 gegenüber der Vorkriegszeit bei
nur wenig erhöhter Menge wertmäßig zwar auf fast das Doppelte gestiegen.
 Die Pappenausfuhr aber hat das Zweieinhalb- bis Dreifache
der Vorkriegsmenge und rd. das Vierfache des Vorkriegswertes erreicht.
Die Ausfuhr ist dadurch auch im Anteil an der Produktion stark
gestiegen; dieser betrug 1929 mengenmäßig fast ein Fünftel gegenüber
1913 rd. ein Zwölftel, wertmäßig rd. ein Viertel gegenüber 1913 rd.
ein Achtel. Dagegen ist der Anteil der Einfuhr am Verbrauch, der 1913
mengen- und wertmäßig 3,9% betrug, im Werte auf rd. 5% gestiegen,
in der Menge aber auf dem Vorkriegsstand geblieben (vgl. Tab. 114).
[n diesem zahlenmäßigen Gesamtbild verbirgt sich jedoch eine im
einzelnen stark beeinträchtigte Lage der deutschen Pappenindustrie.
Eine zahlenmäßige Analyse des Gesamtbildes ist nicht möglich, da die
deutsche Außenhandelsstatistik nur nach feiner und grober Pappe,
nicht aber auch nach Stroh-, Altpapier-, Hadern-, Holz-, Maschinenund
 Handpappe unterscheidet. Dadurch bleibt außenhandelsstatistisch
 verdeckt, daß gerade für Holzpappe der Verbrauch aus inländischer
 Erzeugung weit hinter der Produktionssteigerung zurückgeblieben
 und die Holzpappenausfuhr mehr oder weniger erzwungen ist,
bei einer Konkurrenzlage, die sich preismäßig ungleich schärfer auswirkt
 als in der Vorkriegszeit und sich nicht zuletzt auch auf dem
deutschen Binnenmarkt geltend macht.
Der Zollsatz für grobe Pappen ist zwar gegenüber dem Vorkriegssatz
 von 1,50 M erhöht worden. Er wurde aber durch den finnischen
Handelsvertrag im Jahre 1930 von v. 2,50 RM auf v. 2,25 RM herabgesetzt,
obwohl er schon in seiner früheren Höhe (von rd. 10% des Wertes) die
deutsche Holzpappenindustrie nicht zu schützen vermochte. Die Einfuhr
 von Holzpappe, insbesondere aus Finnland und Österreich, ist
seit. 1926 fortlaufend von 2933 t auf 9902 t im Jahre 1929 gestiegen,
bzw. im Anteil an der deutschen Erzeugung von Holzpappe von
rd. 22% auf rd. 6%. Sie hat sich in diesen Jahren also sowohl
absolut als auch im Anteil an der Gesamterzeugung ungefähr verdreifacht.
 Im besonderen Maße drückt die finnländische Einfuhr weißer
Holzpappe auf den deutschen Markt. Sie betrug nach der finnischen
Ausfuhrstatistik im Jahre 1929 rd. 7500 t, gleich rd. 15 '%, der deutschen
Produktion. Auch die Ermäßigung des Zollsatzes für Strohpappe von
v. 3,50 RM auf v. 2,25 RM') ermöglicht der niederländischen Industrie
eine fast ungehinderte Einfuhr nach Deutschland, wodurch nicht nur
der Binnenabsatz der deutschen Strohpappenindustrie, sondern auch der
anderen. Pappensorten, die mit Strohpappe konkurrieren, beeinträchtigt
wird. Die Einfuhr feiner Pappen, die vorwiegend aus der Schweiz
kommt, spielt dagegen eine geringere Rolle. Immerhin ist auch die
Stellung der deutschen Feinpappenindustrie gefährdet. Ihr vor: dem
Kriege unbestrittener Vorsprung der Qualitätserzeugung ist zu einem

') Vgl. Tab. 85, S. 158.

A
        <pb n="209" />
        Teil von der Feinpappenindustrie des Auslandes eingeholt, so daß die
deutsche Feinpappenindustrie von den jetzt stark zollgeschützten
Ländern, in die sie früher Feinpappe exportierte, sogar auf ihrem
eigenen Binnenmarkt bedroht ist, da der in Kraft gebliebene Vorkriegszollsatz
 von 6M für ihre hochwertigen Produkte im Werte von 40 RM
bis 150 RM keinen Schutz zu bieten vermag.

Tabelle 115
Die wichtigsten Herkunftsländer der deutschen Einfuhr
von groben Pappen
1926 — 1930 und 1913

1930 !' 1929 | 1928 | 1927 ' 19% | 1918

Herkunftsländer

PIE SEE IELS|E REIZE
= 35 BIS IBIS IE |SIE |SIE

Einfuhr insgesamt
n 1000% u. Mil,M/RM,
1913 = 100

141 | 3,9 | 8,7 9,9 | 8,2 ] 6,8 1,9 38,6 | 1,0 184] 2,0
105 | 195 | 107 | 181 | 78 |165 | 46 | 98 | 37 | 50 | 100 100

Ten
Finnland......... 36,7 47,1 64,0 57,6 | 66,8 | 88,9 70,9
Vereinigte Staaten 17,6 25,9 1,35 15,6 | 6,0 7,4 | 46
Schweden........ 851 938 ı 5,8 7,0 | 2,9 2,7 | 0,8
Polen
einschl. Poln.0.-S. | 5,5 | 5,1] 49] 48 | 22 181 15
Polen
ausschl.Poln.0.-S.| 5,3 | 4,9 | 4,2
8,1 2,8 5,4 5,2 | 15,0 | 10,0 | 18,1 | 10,8 7,2 6,1
1,2 1,0 2,3 2,0 8,0 | 2,4 6,1 4,8 8,9 | 10,0 | ® 4
4,3) | (8,8) | (7,7) ' (7,2) | (18,0) (12,4) | (19,2) | (15,1) (16,1) | (16.1) | 24,8 | 25.0

74,2 | 74,3 71,2 |46,8 ı 46,7
5,5 | 1,5 36 08| 0,8
0,2 | 051 0,8 | 98! 98

Der ausschlaggebende Konkurrent auf dem deutschen Binnenmarkt
ist nach wie vor Finnland. Finnlands Pappenausfuhr nach Deutschland
 ist lediglich durch die Frachtlage behindert. Selbst die qualitative
Überlegenheit der deutschen Holzpappe und die Einstellung auf Spezialund
 Extraformaterzeugung bietet gegenüber der finnischen Konkurrenz
in den von dieser bestrittenen Gebieten nur einen geringen Schutz.
Ganz Norddeutschland und teilweise sogar Sachsen und das Rheinland
vermögen die finnischen Fabriken billiger zu beliefern als die deutsche
Pappenindustrie. Norddeutschland aber ist der wichtigste Binnenmarkt
 für die sächsischen Pappenfabriken. Diese werden durch die
finnische Konkurrenz in ihrem Absatz nach Süddeutschland abgedrängt
und kommen hier in das Gebiet der ebenfalls bedeutenden süddeutschen
Pappenfabriken. Die süddeutsche Pappenindustrie verfügt zwar über
gutes, nicht zu teures Holz und ausreichende Wasserkräfte, muß aber
mit ihren Erzeugnissen wieder bis nach Norddeutschland hindrängen,
        <pb n="210" />
        da sie ihrerseits keine genügende Ausweichmöglichkeit nach den benachbarten
 Auslandmärkten hat. Nächst Finnland, dem nicht nur mengenmäßig,
 sondern auch in der preismäßigen Auswirkung stärksten Konkurrenten,
 tritt neuerdings wieder Schweden nach vorübergehend
starkem Rückgang auf dem deutschen Binnenmarkt auf. Schweden wird
aber, im Gegensatz zu der Vorkriegszeit, heute von den Vereinigten
Staaten übertroffen, die mit Lieferung besonders hochwertiger
zrober Pappen neu auf dem deutschen Markt erschienen sind. Außerdem
 machen sich Österreich, die Tschechoslowakei und Polen mit allerdings
 stark wechselnden Mengen bemerkbar (vgl. Tab. 115).
Wie bei der Pappeneinfuhr, so. entfällt auch bei der Pappenausfuhr
 der überragende Teil auf grobe Pappen, und zwar 1913
81%, 1927 bis 1929 je rd. 85 %i des Wertes. Die deutsche Ausfuhr
von groben Pappen umfaßt vornehmlich Braunholzpappe, Maschinenand
 Handpappe, einige Spezialsorten weißer Maschinenholzpappe, Rohdachpappe
 und Maschinengraupappe. Die Ausfuhr von groben Spezialpappen
 ist nur gering, im Verhältnis zur Produktion dagegen bedeutend
bei Preßspan, Matrizenpappe und Kofferplatten. Außerdem dürfte in
der Ausfuhrstatistik infolge der Unzulänglichkeit des statistischen
Warenverzeichnisses unter groben Pappen auch Chromoersatzkarton
enthalten sein. In der Bestimmungsrichtung geht die deutsche Ausfuhr
(1930) von feinen Pappen zu fast einem Drittel, von groben Pappen zu
über die Hälfte nach Großbritannien und den Niederlanden, der Rest
antfällt zum weitaus größten Teil auf die Überseemärkte, für feine
Pappen vor allem auf die Vereinigten Staaten, Japan und Australien,
für grobe Pappen vor allem auf China, Argentinien, Britisch-Indien,
Ägypten, Britisch-Südafrika und Australien. Nach allen anderen
Ländern ist durch den Zollschutz, der das Doppelte und zum Teil das
Mehrfache des deutschen Zolles beträgt, eine Ausfuhr sehr erschwert,
wenn nicht überhaupt ausgeschlossen. Wie auf dem Binnenmarkt, so
wird die deutsche Holzpappenindustrie auch im Export zu für sie
untragbaren Preisen gezwungen, und selbst die Spezialität- und Extra-[ormaterzeugung,
 die ihr im Binnenmarkt noch einen gewissen Schutz
zu bieten vermag, fällt auf den Auslandmärkten meist fort, da die
[remden Verarbeitungsindustrien weniger auf höhere Qualitäten und
Extraformate eingestellt sind.

Unter den für die deutsche Pappenausfuhr nur schwer zugänglichen
Märkten sind vor allem die Schweiz und Italien zu nennen. Beide
Länder haben eigene Industrien hochgezüchtet, die unter einem Hochschutzzoll
 bei bedeutend höheren Preisen als in Deutschland glatten
Absatz finden. Der italienische Zollschutz beträgt genau das Doppelte
des deutschen. Er gestattet höchstens eine Einfuhr von feinen Pappen,
während in groben Pappen der italienische Markt für Deutschland verschlossen
 ist. Noch bedeutend höher als der italienische ist der
Schweizer Zollsatz. Er beträgt das Drei- bis Vierfache des deutschen.
In Zürich ist der Preis für Handlederpappe um 30 bis 40% höher als
in München und Stuttgart, ohne daß es den süddeutschen Pappen-"73
        <pb n="211" />
        fabriken möglich wäre, nennenswerte Mengen dorthin abzusetzen. Die
Schweiz hat schon seit jeher durch verhältnismäßig sehr hohe Zölle
für das gesamte Papiergebiet ihrer Papier- und Pappenindustrie ein
ungestörtes Eigenleben gesichert und darüber hinaus, wenn auch in
mäßigem Umfange, den Export gepflegt. Sie ist sogar in der Lage,
feine Pappe nach Deutschland zu liefern und in der allerdings geringen
deutschen Einfuhr feiner Pappe die erste Stelle einzunehmen.
Auch nach Österreich kann die deutsche Pappenindustrie wie
nach Italien in der Hauptsache nur feine Pappen absetzen. Mit groben
Pappen dringen die österreichischen Fabriken, die den deutschen in
ihrer Leistungsfähigkeit nicht nachstehen, deren Gesamtunkosten aber
infolge günstigerer Wasserkraftversorgung, niedrigerer Holzpreise und
gedrückter Löhne geringer sind, selbst bis auf den deutschen Markt
vor. Früher stand der Pappenindustrie der alten österreichisch-ungarischen
 Monarchie, die sich zu 80 % in dem heutigen Österreich, und
zwar hauptsächlich in Ober- und Niederösterreich und der Steiermark
befand, als großes Absatzgebiet ganz Österreich-Ungarn zur Verfügung.
Daneben exportierte Österreich in größerem Umfange nach Italien und
über Triest nach dem Balkan. Seine Einfuhr nach Deutschland war
darum nicht so drückend und beschränkte sich auf die Erzeugung der
Fabriken, die durch ihre Lage im Salzkammergut und in Ober-Österreich
 mit ihren Erzeugnissen leicht nach Deutschland kommen konnten.
Die Auflösung der Öösterreichisch-ungarischen Monarchie hat dazu
geführt, daß die Nachfolgestaaten mit Ausnahme von Österreich selbst
sehr hohe Pappenzölle einführten. Ihre eigenen Pappenindustrien
beherrschen den Inlandsabsatz, . und eine Ausfuhr Österreichs nach
der Tschechoslowakei, nach Ungarn und Jugoslawien ist so gut wie
unmöglich gemacht. Die österreichische Pappenindustrie, für die als
Inlandmarkt eigentlich nur mehr Wien in Frage kommt, muß deshalb
durch gesteigerten Export den in den nunmehrigen Nachfolgestaaten
erlittenen Absatzverlust wettmachen.
Ebenso wie für die österreichische ist auch für die deutsche Pappenindustrie
 eine größere Ausfuhr nach der Tschechoslowakei,
dem aufnahmefähigsten Absatzmarkt unter den österreichischen Nachfolgestaaten,
 unmöglich. Der tschechische Zoll, der auf gewöhnliche
Pappe 7,20 RM je 100 kg (rd. 27%: ad valorem) beträgt, schützt
die tschechische Pappenindustrie vor jeder Konkurrenz und ermöglicht
ihr auf Grund der guten Inlandpreise, sich auch noch mit billigen
Preisen am Export zu beteiligen. Soweit Jugoslawien und
Ungarn aufnahmefähig sind, kommen sie ebenfalls für den deutschen
Pappenabsatz weniger in Frage, weil sie von den österreichischen
Pappenfabriken leichter zu erreichen sind.
Ein besonders schwerer Absatzverlust ist der deutschen Pappenindustrie
 durch die veränderte Grenzziehung im Osten und die polni-3che
 Schutzzollpolitik entstanden. Die polnischen Zollsätze betragen
zum Teil das Doppelte der deutschen Sätze. Besonders die schlesische
Pappenindustrie, die in der Vorkriegszeit erhebliche Mengen in das

#*

74
        <pb n="212" />
        früher deutsche Oberschlesien und auch in die Provinz Posen versandte,
ist dadurch in ihrer Absatzmöglichkeit außerordentlich beschränkt
worden. Es wird von den Ergebnissen der Handelsvertragsverhandlungen
 mit Polen abhängen, ob dieser an sich günstige Absatzmarkt
der deutschen Pappenindustrie wieder zugängig wird.
Über die Pappenproduktion und den Pappenexport der Welt nach
Sorten und- Absatzgebieten sowie die Zollentwicklung auf dem Weltpappenmarkt
 unterrichten, unter allen Vorbehalten gegenüber den
zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichsfähigkeit, die nachfolgenden
 Tabellen. Über die Einzelheiten der Konkurrenzlage geben
die einzelnen Länderberichte Aufschluß.

5 Enquete-Ausschuß. I 5, Band 10

97
        <pb n="213" />
        Tabelle
Die Pappenproduktion der wichtigsten Pappenexport
fin

Braune | Weiße
Land Jahr! Pappe Pappe

Graue Karton
Pappe

a

| Schweden ....

4999|

9,64
)
8,59
7,95
7,14
5,79
5.53

1928
1927
1926
1925
1918

9,50
*#)
z71
5,28
8,01
6,12
6.99

Norwegen ....

1929
1928
1927
1926
1005
1918
Finnland .....' 4nagl

8,20
2,20 |
1.79

1,80
1,68
1.68

16,48 1,28 +)
14,69 0,84
11,49 0,72

4,23

14,96

13,96 ' 28,19
FD +)
11,19 32,18
6,44 18,12
+ Wan
+) | PD
4 #4)

1928| 4,88
1927| 5,27
1926| 18,92
Ft)
1925| 19,80
+1)
1918| 26,51
tt)

2,35
15,64
34,44
tD
33,84
+D
30,20
+P

Österreich. ...

1929
1928
1927
1926
1925
1918:

E’schechoslowakei
 +**)

1928
1927
1926
1925

Niederlande ..
Ed HE)

1928
1927
1926
1995

*) Glanzpappe. — **) Auch Kriteradpappe und imprägnierte Pappe. — ***) Asphaltdachpappe
+++) Holzkarton braun, — *+) Holzkarton weiß. — *++) In Spalte 1 enthalten. — *++4+4) In Spalte ®

) Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleich

Zn

116
länder des Auslandes nach Sorten 1913, 1925—19291)
1000 t)
— ‘Schiffs- u.
a Stroh- | Verhäu- | Dach-|
 pappe tungs- appe
pappe | PapP vappe PapP

| Verschiedene und nicht Insgesamt
besonders genannte Pappe Spalte
1—6u.9| 1—9
N -

1,45

6,06
*#*)
3,94 6,07
3,57 A,.15
4,830 ! 6,51
3,10 7,52
2,78 12.92

2.99

69,63

90.2

ı 100,3

1,20
1,37
1,39
0,71
0.49

60,69
55,75
50,81
48,99
20,72

78,2 88,2
70,8 80,0
67,4 78,2
61,6 72,2
292.9 48,6

a

1,62
1,54
3.54

3,29
2,95
4.44

24,3
20,9
16,3
14,7
16,0
10,5

27,6
23,9
20,8

0,12

2.06

63,4

2,12
1,27
1,90
1,64
2,16

1,24

52,7
46,7
55,8
54,8
58,9

583,9

54,6
55,6
56,1
58,7
49,6
56,5
4%)

85,5
35,0
38,0
36.0

3,0
7,2
77
N

u. a. bestrichene u. imprägnierte Pappe. — +) Zellulosepappe. — ++) einschl. Karton s. Spalte 4. —
enthalten. — +*) In dem hentigen Gehietermfang, — +**) Schätzungen. — +#**#) Ohne Strohvapne. —

barkeit,

127
        <pb n="214" />
        Tabelle 116

Land (rahr

Braune
Pappe

Weiße
Pappe

Graue
Panne

Karton

Großbritannien | 1924 1,73 3,80 4,8:
%) | x)

05.05 XXX)

1949)

Boards | Boards
Container Folding box

Ver. Staaten
von Amerika

1928| 17,16 95,08 76,62
1927| 21,95| 44,67! 64,62
19298

1929|

de 1800,5 / 859,7
46,82 1905,8 722,3
Do | ® h 4)
35,20] 229,9 | 40,1 | 8,9 | 8,7 | 118,7

1925| 12,95/ 65,57! 46,05
{9138
1929
1928
1927
1926
1925
1913
(928

Kanada ......

Rußland....

Polen......

1927
„928
1927
1926
1925
192€
1925
[919

5,65

2.07

279

Japan.....

'
*) Cardboard. — **) Building Wall board. — **#) Binders board. — +) News board. —
hoard. — +*) Test Hiner hoard. — +#*) Pressboard. — 4+##*) Schätzungen für 1927/52 nnd 1928/29. —-IR



(Fortsetzung)
Hadernroh-



Achiffs- u. | $ {
Stroh- | Verhäu- ! Dach- Verschiedene und nicht | ng es
tungs- besond te P Spalte
papp® pappe | besonders genannte Pappe
PApP® i—6u.9| 1—9
10 1

=

0.92 !

107,8

61,8

Boards
Set-up box

563,2
402.9

|
863,3 | 442,2 | 6,34 | 796,7 |

+)
7,05 | 199,8
6,29 ! 208,5

3688,1
24928,4

! 296.9

92981,6

226,9
175,2
146,5
141,0
121.9

(250,1)

(161,5)
(155,5)
(144.6)

46,7
pH)
85,0
33,6
21,9
19,0
16,1

„6

115,0
110,1
928.9

+) Bristol board. — +++) Card middles. — *+) Ticket board. — *;+) Wood pulpboardı — *+4+) Chin
X) WandvDappe. — XX\ Andere feine Pannm — XXX) Cardhoard and Pasteboard.

7%
        <pb n="215" />
        Tabelle 117
Der Pappenexport der wichtigsten Pappenexportländer des Auslandes
nach Sorten!) 1925—1929 und 1913
in €

Land (Jahr!

Schweden....

1929

1928
‚927
„926
925
1913

Norwegen ...

19929

1928
L927
1926
1925
1913

Finnland.....

19929

1928
‚927
‚926
‚925
19128

Österreich ...

1929 |

928
1927
1926
925
1918

Tschechoslowakei


‚929
„998
927
‚926
[925
1918
1999 |

Niederlande. .

Braune
Pappe

1364/1612
1428 20
1285 2072
984 3405
10152885
9283| 297

11 070

L1 240
12312
11980
{1188

74
+4)
114
67
a

308
&amp;gt;11
280
ana

W eiße| Stroh-Pappe
 | pappe
x *

a
2
EI
x
&amp;lt;'S
u

+
'1

33

140
HE)
168
260

487
*)
376
260
220
412

39 917!

32 884
25 478
28 745)
30 6928!

9

5
23
o

639
* 550
7872
981

22| 3872
11 2589
25| 4182?
Di 4:

945 388)

Ge-Feine
 wöhn-Pappe|
 liche
Pappe

A

1780
HI
L607
1361
1282

33 979

38 533
37 184
33 145)

&amp;amp;

C

5-“4


x

Karton

„Acht
EN
sonder:
ge- genannte
 Samt
Pappe

3

9 _

646/12 [2618| 85 385| 88311
DIDI 7
729 4| 10 81 834| 358738
852) 2] 1127 949| 31 807
24 616! 30 005
25.069‘ 28 967
923914 925064

11 146 |4307
A
10.708 |2349'
8 319 (2078
7512 13817
8 758 3889

15 940
%
13 428
10 652
11 049
13 009
4 764

99092

1289|

54511
m
46 382
40 020
45 026
52 994
53751

1134
1731
2806
1952

1124
499:
1 405
9 980

35 128

40 259
38 635
34 466
36 214

44
Q9
4

4 903
4 592
7372
6757

949 4892

*) Glanzpappe. — **) Kunstlederpappe. — ***) Graulumpenpappe. — 4) Karton und Kriteradpappe. —
4) Imprägnierte. — +7) Andere. — *+) Ohne Karton (Spalte 7). — **4) Rohpappe. — *44+) Holz- und Zellulosepappe.
 — 4*) Ohne Verhäutungs- und Dachpappe. — tf*) Vulkanfiber, andere Hartpappen, Glanzpappen und Preß-3päne,
 Schieferpappen, davon Vulkanfiber 1928: 26 %. — 4{*) Feinpappen, Kartons und Malernappen. — X) Leder-,
Holz-, graue Pappe und andere gefärbte Pappe, geklebt und ungekleht.

‘\ Tnter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichbarkeit.

130
        <pb n="216" />
        Tabelle 117 (Fortsetzung)

Land

Niederlande...

Großbritannien

Ver. St. v. A...

Jahr

1928
1927
1926
1925
1913

1999 |

1928
1927
1926
1925
{918

19209

1928
1927
1926
1925
1913

Braune [reife Stroh- |
Pappe !Pappe'pappe

&amp;gt;

2

24.7 294’
235 675
226 DUO
9208 480

275

281 |
*)
213
148
440
318

2311!

265
372
211
153

| 156
429
462
426

21 508'
#4)
9147
7489|
% 286
4 685

As
5
35
aA
m

* Ge-Feine
 wöhn-Pappe
 | liche
‚Pappe

5 5 1

ß

4584
4487
5944
6023

5293

4186
3264
2806
2692

Karton

3 540
*#)
7174
5897
3913
3 784

24 299
1
22122
19 792
23 800
10198

icht
be- |
sonders
Benannte

Pappe
R

Insge-



Q

251 878
240 162
232 455
209 503
178 000

16 596

12 994
10.110
78383
7323
6861

45 887
+1
41 269
87 281
42 086
94 883

*) Wandpappe. — **) Cardboard and Pasteboard. — ***) Otfher Paper boards and straw boards, — +) Box
board. — +7) exel.: Sheathing and buildingpaper (Pos. 4735), 1928 14,9 Mill. pounds.i. W. v. 1,35 Mill. $, 1929 22,5 Mill.
pounds i. W, v. 1,6 Mill. $; Bristol boards (Pos, 4732) 1928 2,0 Mill. pounds i. W. v. 0,22 Mill. $, 1929 2,9 Mill. pounds
i. W, v. 0,29 Mill. $; Wall board of paper or pulp (Pos. 4738) 1923 61,6 Mill. square feet i. W. Vv. 2,07 Mill. $, 1929
58,0 Mill. square feet i. W. v. 2,2 Mill. $ und Fiber insulating latlı or board (Pos. 4737) 1928 in der Pos. Wall boards
anthalten. 1929 20.3 MilL. vannds i.._W. vv. 1.03 Mill. *.

N Tabelle 118
Die Hauptabsatzgebiete der wichtigsten Pappenexportländer
des Auslandes!) 1925—1929 und 1913 in tt

Bestimmungsländer


Gesamtausfuhr .

‚Jahr

199209

1928
1927
1926
1925
1912

Schwe-'
den

2Q 911

35 378
31307
30 005
28 967
95 AR4.

Norwecen


15458

‘3428
652
"049
13 009
1 764

Finnland


K4 511

16382
10 020
‘5 026
32 994
&amp;gt; 751

Österraich


35 1928

40 259
38 635
34 466
26 9214

Tschecho-




4908

1592
7372
8757

Niederlande


DA5 aQN

24.7 293
240 162
232 455
209 508

Großbri-



16 596
)
12 994
0110
7833
7323
R Qaß1ı

Vereinigte

Staaten
von
Amerika.

' A5 Q87

41 269
37 280
42 086
04 84

*) Für 1913 ist nur Pasteboard, Millboard and Cardboard, für 1925—-1929 nur „Cardboard and Pasteboard‘ und
„übrige feine Pappe‘ (vgl. Tabelle 117) länderweise ausgewiesen. Die geringe Ausfuhr von wall boards, Strohpappe
und Lederpanpde ist in den länderweisen Angaben also nicht enthalten.

1) Unter dem Vorbehalt der zugrunde liegenden Quellen und ihrer Vergleichbarkeit.

231
        <pb n="217" />
        Tabelle 118 (Fortsetzung)

Bestimmungsländer


Jahr

Schwe-|
 den

Nor- Finnwegen
 | land

Österreich


Deutschland ...

1929
1928
1927
1926
‚925
1918

1451
872
740
404
654
2 532

104
7
18
191
945

10821
8 665
5326
4 932
6 345
7 645

720*)
1 802*)|
837*)
328*)
1.068*)

Großbritannien.

1929
1928
1927

23 761
21 527
0) DOOR

L1 906
9 280
6812

15 651
18 006
12139
**%)
18 261
**)
10389 |
*%)
91 778

1 759*)
2 426*) |
1 922*)

1926

20108

6799

2 053*)

1925

18474

' 6900

908*) |

1912

18 260 |!

3542

Irland ........
(Irischer Freistaat
 und
Nordirland)

1929
1928
1927
1926
1925
(9128

1 064
648
596
259
50

22
10
13
68
46
192

Niederlande ...

1929
1928
‚927
„926
1925
‘(Q12

775
714
287
84

101
49
60
105
268
174

2491
2.062
882
444
1 554
7337

54*)
275*).

919

Belgien .......

1929
928
‚927
1926
1925
1918

510
696
500
599
446
764

640
439
172
264
653
125

2879
2125
888
1888
19838
1 918

30*)
170°)

Dänemark .....

1929
1928
L927
L926
L925
1918

3 388
3 346
3.027
2314
2887
690

48
19
12
78
L68
194

4970
3 901
2971
3 482
3 186
X 661

10%)

Argentinien ...

800
599
538
624
656
! 88
*) Hauptsächlich grobe Pappe, — *#) Graßk=itannien einschl. Irland.

1929 | 1854
1928 | 1444
1927 916
1926 | 1102
1925 802
1912 291

Tschecho-




Niederlande


z 152
288 88
455 171
887 48
88

2
102

199 004
197 916
191 248

15

186 518

169 350 |

4795
4593
4 588
4 058
3 563

67
40

85
62

2824
3832
1482
2632
23185

10 /
831

632
744
479
579
403

5B
7

2952
4073
3 921
3192
3.067

Groß- ae
| bri- Staaten
tannien | von
Amerika

72

18

9299

1120

1962

1297

838

733
927
661
586
484.

487

171

170
116
m

]

'98 |

&amp;gt;
        <pb n="218" />
        Tabelle 118 (Fortsetzung)

Bestimmungsländer


Jahr

Schwe-! Nor-|
 den ! wegen

Britisch-Indien.

1929
1928
1927
1926
1925
1918

130
266
116
319
197

8
5
27
20
8

Niederländisch-Ostindien
 ...

1929
‘928
927
‚926
925
(012

DA
101

Australien...

‚929
1928
1927
‚926
1925
1913

. 468
. 266
| 435
205
106
201

326
398
338
478
515
D4A41

Rußland......

‚929
(928,
1927
1926
1925
(918

u

Italien ....

1929
1928
1927
1926
1925
1912

14

16
27

Ungarn .......

1929
1928
‚927
1926
1925
1Q12

Polen ....

1929
1928
1927
1926
1925
1913 ;
*) Hauvntsächlich grobe Panpe.

Finnland


124
169
151
84

88

232
117
94
61
50

178
150
1481
6673
L2 642
(2 699

2

1
992

Tsche-Öster-
 choreich
 | slowakei


571%)
506*)

39*)
60*)

1757) ı
101*)

13 310*)
12 199*)
10055 |
12 075
11 898

2
65 |
21

5 456*)
6 0677)
5 584
4 401
3 RQ5

181
1 724
1797

.835*)
3 950%)
5 166
2394 |
4 437

802
‚ 382
582

Niederlande
 |

7 507
3128
3 432
7798
8771

L277
209
2486
2 682
2 8926

7791
3 340
4718
3 799
3.0979

192

166
85
19
177
30

‘5
29

Großbri-



3649
2.945
2 648
1 291
979
1078

3 957
2.241
1 788
990
918
"960

Vereinigte

we
Staaten
von
A merika

698

249
138
981

309

»

77
        <pb n="219" />
        Tabelle 118 (Fortsetzung)

Bestimmungsländer


Rumänien .....

Triest....

Britisch-Südafrika
 ....

Ägypten ....

China ....

Vereinigte
Staaten

Japan.........

Jahr

1929
L928
1927
1926
1925
1918

1929
1928
1927
1926
(1925
[913

1929
L928
1927
1926
925
[912

1929
1928
1927
‚926
1925
1913

929
928
927
‚926
‚925
1912

929
928
927
926
‚925
1912

929
928
1927
208
25
‚912

Schweden


526
632
416
384
401
275

185
173
113
2

795
ı 365
539
i 182
719
395

451
366
325
517
527

Norwegen


151
207
217
419
82
18

7
7
10
173
288
20

506
822
492
303
| 801

21
an

120

Tsche-Finn-

 | Österland
 reich

choslowa-



801*)
ı 398*)
2 020*)
2 002*)
1 989*)

82
216
218

1 388*)
1 8383*)
2480
2 389 |
9718

84
565
D41

166
168
334
235
2399

518*)
ß33*)

3 526
2 624
2887
1802
3431

1 039*)
L 072*)
| 234*)
L 044*)
865*)

28
11
51

478
415
204
37

109*)
63*)
839*)
5417)
908*)

4 698
1013
3.585
3 883
4 0929

159 |

21*#)
43**)
20)
255%
L85**)

A

Niederlande


3 651
3 269
2 528
3 161
1 961

4571
3.127
2.288
1 693
3 908

50
41

3 144
7710
11.777
10.205
8 806

3
A

Verei-Gr
 oß “ nigte
bri- Staaten
tannien | von
Amerika

i 284
1 204
1 055
888
806
905

74

101
104
199

10 446

6327
9555
3 863

1 9298

585
1662
976

939 |

*) Hauptsächlich grobe Pappe. — **) Nur feine Pappe.

)34
        <pb n="220" />
        Tabelle 118 (Fortsetzung)

Bestimmungsländer


Österreich.....

Jugoslawien ...

Bulgarien .....

Kanada .......

Cuba.

Jahr

1929
‚928
1927
1926
1925
1913

1929
1928
1927
L926
1925
1918

1929
928
927
1926
1925
1912

1929
1928
„927
1926
1925
1912

1929
1928
1927
1926
1925
1912

Schweden


?

259
233
180
173

Norwegen


75
L09

3 3

Finnland


Öster-Teich
 |

. 424*)
1 7987)
330
854
366

912*)
082*) ı
„255° |
L 208
| 841

5*)
2*)

A
567)

Tschecho-





648
2 248
1 618

269
381
602

(44
70
299

Niederlande
 |

920

810
761
464
121
56

Großbri-

 |

LO9
118
102
189
126
194

Vereinigte

Staaten
von
Amerika

29 009

L9 867
21 232
Ia N88

2 202

3 880
3 702
2.975

509

„Mexiko....

‚929
928
097

860
1678
518

3

*) Hauptsächlich grobe Panpe

236
        <pb n="221" />
        Tabelle
Jie Pappen-Zolltarife des Auslandes
Tolmenne | —  Hand- Maschinenlecarpappe
 lederpappe
'rif-| Z-U- | Tarif-| Zollsa*u
 | pos. | satz

| Strohpappe
Tarif-| Zoll.
008. | satz

Haderr-Chpz+


Maßstab

Te

5

Groß- 1929 Spalte 1—12 frei, nur soweit als Pack- und Einschlagpapier
britannien |1918 } ad valorem | + ?  Gpalto
Britisch- |1929 99**) | 15% Spalte 2—12
j d val &amp;lt; „AS
Indien 1018) CV orem | 51 | 5% M Spalte 212
Australien [1929| (inshieZtr.u. 0348-0 3/6 (9944| 490 [8840 40% | Spalte 4—8
ad valorem et 0.40% &amp;lt; m BZ m
1918| ad valorem |356k| 1/6 |356Z| frei 356n| 5% 5 Spalte 4—8
Britisch- 11929 287 | frei Spalte 2—12
da ad valorem ü &amp;lt;— DA 726
Südafrika [0,2 } 0 VA0 ls Bent au Spalte 212
sonstige 150/0 &amp;lt;— WU
Nieder- 1929 } ad valorem | 9711| 8% Spalte 2—12
lande 1918 5% Spalte 2—12
Niederl. 1020) dval / 69 | 12% Spalte 2—12
Ostindien jaıall 70 wa Orem 10% ba _ a N Spalte 2—12
Belgien ..|1929) 724 116—20| 780 | 24 |{ 753 16—20| 788 | 48 | wie Spalte 4
} in Fr. ] 753 [24—82
19181J je 100 kg | 46 {12-—16! 46 12 46 | 12 46 |12—80| wie Spalte 4
Frank- 19201 in Fr. A 56 Spalte 2—9
reich |ygyalf ie 100 kg ' 462 | 10 Spalte 29

. in Goldlire
Ftalien ... [1029 je u kg
ın Lire
191807 19 100 kg
Schweiz... hen „in Fr. | 202
191311 je 100 kg ! 999
| 22°
Österreich [1929 in Kr. at
al ke

Spalte 2—11
Spalte 2—11

"Ti

de
f

8 [ie Spalte 4
7,20 | wie Spalte 4

CL
a

7 jLo° [wie Spalte 4
7°lta - -7 wie Spalte 1
4) © Anlage Anmerkung 2,
LLLLLLLLLL kA
!) Es sind jeweils die Tarifpositionen gewählt worden, unter die die — bezeichneten
wicht, Bogengröße usw. usw., können jedoch auch andere Positionen und Zollsätze in Trage kommen.

Tschecho- jap) in Kr. n“ 10
Slowakei |, g4g/f je 100 kg | 9852| 7.20

y

119
Anfang 1929; 1913!)
Hand- Maschinen- ! .
graupappe | graupappe ı Weiße Pappe! Glanzuanre
Tarif. | Zoll- Terif-| Zollnos,
 | satz ns. | sat;

| a .
Feine Pappe em Karton
Tea Zoll- | Tarif- Zoll- .Tarif- | Zoll--
 satz | Dos. satz Pos. satz
12

anzusprechen: 16?/, % ad valorem”)
L18 frei
wie Spalte 1
wie Spalte 1
wie Spalte 3
wie Spalte 3
wie Spalte 1
wie Spalte 1
wie Spalte 1
wie Spalte 1
wie Spalte 1
wie Spalte .
wie Spalte 1
, wie Spalte 2
km m
wie Spalte 1
wie Spalte 1

- 540 15%
|856n| 5%

Spalte 10—12 wie Spalte 3
Emm

X

1760 0i5l24— 50] 747 | 50 | 740 | 50 |wie Spalte 1|wie Spalte 8
wie Spalte ?

46. B | 100 | wie Spalte i See 65
„462 | 16 461 | 10

S. Anlage, Anmerkung 8

wie Spalte 1 ]
wie Spalte 1

308 | 25
303 12
236 N 8 287 12
13
285a | 1,80 | 285 6 15
| wie Spalte 1 1 wie Spalte 8
wie Svalte 1 | wie Spalte 8

o36a| 3 |
j wie Spalte 6
9852 | 1,80
al no |28522| 72

2386 e | 81.6
287 |! 12
285a' 1,80
285 c 225
9856 15

) 287 12
[2860| 4 242 | 20
| 985.6 | 720 | 2051 is

wie Spalte 4 | wie Spalte 8
985! 7.20 wie Spalte 8

Sorten in der Regel fallen werden. Je nach Zusammensetzung, Bearbeitung, Aufmachung, qm-Ge-Außerdem
 ist zu beachten, daß die Bedingungen für die Tarifierung 1913 z.T. andere waren als 1929.

737
        <pb n="222" />
        Hadern- Hand-Strohpappe
 | rohpappe | Holzpappe | Jederpappe
Tarif-| Zoll- Carif-! Zoll- Tarif] Zoll- Tarif. | Zoll:
pos. | satz vpos. | satz pos. | satz Dos. | satz

Tabelle 119
Maschinenlederpappe

Tarif-| Zoll-DOS,
 | satz

Maßstab

Jugoö- 1929| (in Gold-Din | 44218| 10 wie Spalte 1 „| 4424| 30 |wie Spalte 4
slawien ı ; We .
1918/1 je 100 kg 4481 | 8,50 wie Spalte 1 4482 20 |wie Spalte 4
; &amp;lt;— ZOO r
Bulgarien, [1929| ( 3 Se 292b | 15 2022| 10 [wie Spalte 1| 2021 | 60 | Spalte 4
11918 | 1 Sohn | 22a) 15 wie Spalte 1 | 2820| 25 |wie Spalte 4
Rumänien. ke
1918
in Zloty | 177p 177 p Kay
Polen... [1929 ( ‚P.0 1157? | 28,40| 27P| 418 wie Spalte 1
Ungarn .. N in Kr. | “ 4 491 4 !wie Spalte 1'
1918/1 je 100 kg [95,4 wie Spalte 11 285 1,80
Rußland... lıo2o/{ Ki | 1751 | 7,50| 1752 | 18 |wie Spalte 11

u

|
Dänemark l1920[f 267 | 00] wie Spalte !
in Kr.
je kg |
11918 ' 208 | 0,02]

970 | 0,08 | wie Spalte 4

£_

wie Spalte 1

211 | 0,08 | wie Spalte 4

Schweden. [1929 f inKr. |
1918/1 je kg
Argen- 1929
tinien (1918
Brasilien . 11929
1913
Ägypten... |1929I ad valorem
in Goldein- ]
China .... [1980 heit*) je Pikul

9138 ad valorem |

804 | ‚m 805 | 0,01 |
804 | 0,05! 805 | 0,01

wie Spalte 1
wie Spalte 1

—

8.

8% 1&amp;lt;-470
 | 0,60 | 718 [217%
- * 5%
10%

8.
wie

wie
wie

Vereinigte Ws 1302
Staaten ja valorem
1918 820 | 5:
Cuba e in $ | int £
ae! je 100 kg | 1625| ı
*) 1 Goldeinheit = 1,679 RM.

nn wie
wie Spalte 1 | 580 | frei | 580 | frei

wie Spalte
wie Spalte

g_

Fortsetzung)
Hand- Maschinengraupappe
 graupappe
Tarif- | Zoll- | Tarif- | Zollpos.
 | satz | pos. | satz

Karton
Tarif- | Zollpos.
 satz
12
wie Spalte 1 4423 ı 20 (wie Spalte 4 | 4425 | 40 | 4421 ] 10 ‚wie Spalte 10
wie Spalte 1 4483 10 |wie Spalte 4| 4484 | 20 |wie Spalte 1 [wie Spalte 10
801 2. &amp;gt;
x 35 | wie Spalte 61 292d| 30 &amp;lt;— wie Spalte 4 | wie Spalte ı| wie Spalte 8
wie Spalte 1 Di e— wie Spalte 4 „| wie Spalte 1| wie Spalte 4
Anlage, Anmerkung 4
UP / 15,60 | wie Spalte 6 | wie Spalte 2 wie Spalte 4
495a| 5,25 ads 8 |wie Spalte 7 | wie Spalte 495b| 12
ar - 1 1,80 wie Spalte 6 „wie Spalte 4| 285c| 15
1” | TE | wie +

. . Gewöhnliche
Weiße Pappo| Glanzpapp® | Feine Pappe | Pappe
Tarif- | Zoll- | Tarif-| Zoll- Tarif-| Zoll- | Tarif-| Zollpos.
 | satz | pos. | satz pos. | satz | pos. | satz

”ı

wie 5
3pal.

wie Spalte 4

| wie Spalte 1
&amp;gt;|
&amp;gt; ‚wie Spalte 1

270
274
756
211
213
214
306
206

0,08
0,24
0,30
0,08
0,24
0,30
0,10
0.10

wie Spalte

wie Spalte 4

&amp;lt; wie Spalte 2
Anlage, Anmerkung 5
Anlage, Anmerkung 6
Spalte 1.

wie Spalte 1

Spalte 2
Spalte. 1
Spalte 1

462 2,94

—&amp;gt;
+09 ad val,
1818 | 80% 1305 1604 wie Spalte 1 kuss Den
332 | 25% | ms Sn 820 | 10% 8328 | 25%
we] 4,60 | wie Spalte 9 | wie Spalte 1 wie Spalte 9
wie Spalte 8 |wie Spalte 1 wie Spalte 8

. 110! 200 |
„1 162a| 8,50
        <pb n="223" />
        (Anlage zu Tabelle 119)
Anmerkung 1: Großbritannien und Nordirland
Einfuhrzölle für Pappen
In Großbritannien bestehen nur Einfuhrzölle für Pack- und a la papler
zum Satz von 16?/,% vom Werte. Soweit die in der Tabelle aufgeführten Pappen
als Pack- oder Einschlagpapier Verwendung finden sollen, bzw. ihrer ganzen Beschaffenheit
 nach von den englischen Zollbeamten als Pack- oder Umschlagpapier
angesprochen werden, unterliegen sie gleichfalls dem Einfuhrzollsatz von 16% %
vom Werte (Deutsches Handelsarchiv 1926 S. 908, 1345, 1580 und 1898; 1927
S. 2185 und 2646).

Anmerkung 2: Südafrikanische Union
Einfuhrzoll für Pappen 1918
Lappe, nachgeahmtes Leder und Kartonpapier als Material für Buchbinder
nach Tarif-Nr. 65 Zollsatz 8% v. Werte — sonst allgemeiner Wertzoll von 15%.

Anmerkung 8: Italien
1929

Tarif-Nr. Pappen im Gewichte von unter 800 g auf 1 qm werden
848 wie Papier der gleichen Art verzollt,
a) gewöhnliche:
1. weder gefärbt, noch glänzend ...............
2. in der Masse gefärbt, nicht glänzend ........
3. glänzend .. =
feine:
1, weiß oder in der Masse gefärbt:
&amp;amp;) nicht gestricheN -+..-rsrr esse irren nern
ß) gestrichen, auch nur einseitig, glänzend oder
Malle rear HERE HEERES LESE
2. farbig, versilbert, vergoldet .
1918

251

Pappe:
a) gemMeiN® 20er HREEER
nicht gefärbt, nicht hochglänzend...............
in der Masse gefärbt, nicht hochglänzend .......
b) feine .  K...

in Goldlire
100 kg
A V.
7,50 5,—
9,— 6,—
18,— 14,40

80,— 20,—
42,— 98,—
52,— 48 —

8,— —
— 2,—
— 3,50
wiedie entsprech.
Papiersorten

Anmerkung 4: Rumänien

Tarif-Nr.

191811929

‚493 | 739 |

Zölle für Pappe

a) Pappen, gewöhnliche und feine .
Pappe, gewöhnliche aus mechanischer Holz-,,
masse, sowie gelbe NED aus Stroh‘
oder graue aus Papierabfällen, nicht‘
künstlich gefärbt, nicht geleimt, nich
geglättet, nicht geglänzt

' in Papierlei je 100 kg

Höchst- | Mindestzollsatz
 | zollsatz

‘aa

1918

»

ec}

975,— | 650,— | 15,-34.)
        <pb n="224" />
        Anlage zu Tabelle 119. Anmerkung 4: Rumänien (Fortsetzung)
' in Papierlei je 100 ke

Tarif-Nr. |

191811929

733

734

735

7836

494 d

737

788

739

Zölle für Pappe

Höchst- Mindestzollsatz
 | zollsatz

1090

Pappe, geleimt, geglättet, geglänzt......

Zuschlag Zuschlag
25% auf den|15% auf den
Zoll der Zoll der .
Tarif-Nr.732|/Tarif-Nr.732

Dieselbe; in der Masse oder auf der Oberfläche
 auf einer oder beiden Seiten gefärbt,
 auch geglättet, geglänzt ........
Pappe, gewöhnliche, Duplex-, Triplexkartons,
 aus zwei oder mehr Lagen
Papierstoff, von denen eine oder beide
äußeren Schichten weißen oder auf einer
oder beiden Seiten gefärbten Zellstoff
enthalten ........ 144 42
Pappe aus Stroh, mechanisch bereitetem
Holzstoft, Papierstoff aus Lumpen,
Papierabfällen, Zellstoff oder anderen
Stoffen, auch untereinander vermischt,
zur Herstellung von BP AT
Pappe, ungebleichten Zellstoff und mechanisch
 zubereiteten Holzstoff enthaltend,
 aus einer einzigen Lago hergestellt,
 auch geglättet, auch gefärbt ..
Pappe, feine, aus gebleichtem Zellstoff,
Aus ein, zwei oder mehr Blättern hergestellt,
 kaschiert, auch gefärbt, wie:
Bristol, Export, IVO ae. ea e Kir 4 EG
Papiermasse (papier mach6), Steinpappe.
Üiherkarton, Vulkanfiber, Preßspan und
anderer derartiger Karton, nicht besonders
 genannt

Zuschlag Zuschlag
45% auf den|30% auf den
— Zoll der Zoll der
Tarif-Nr_739/Tarif-Nr.732

Kr
-

1500.—

1000. —

975,—

650. —

X
a0
M
&amp;gt;
DS
za

1500.—

1000.—

2400.—

1600.—

800.—

1918

30,

Anmerkung 5: Argentinien

Zölle für Pappe
Ver des Finanzministers vom 15. Juni 1928 (Boletin Oficial vom 15. Juli
1928). (Vgl. Handelsarchiv 1926 S. 1284, Handelsarchiv 1928 S, 2841.)
Feine Graupappen unterliegen nach Nr. 2369 des Zollwertschätzungstarifs einem
Einfuhrzoll von 832 v.H. (25 v. Br v. H. Zuschlag) des auf 0,192 (0,12 + 60 v. H.
Zuschlag) Goldpesa für 1 kg festgesetzten Zollschätzungswerts. Gewöhnliche Graupappen
 werden nach der Tarit-Nr, 2368 mit 17 v. H. (15 v.H.-+2 v. EB. Zuschlag)
des auf 0,096 (0,06 -- 60 v. H. Zuschlag) Goldveso für 1 kg festgesetzten Zollschätzungswerts
 verzollt.
Die Beurteilung der Qualität der unter die Nr. 2869 und 2868 fallenden Pappen
erfolgte bei ihrer erzollun bisher nach Wert, Typ und äußerlich erkennbarer
Beschaffenheit der Pappen. Nach der Verfügung des Finanzministers vom 15. Juni
1928 soll künftig die  asummensetzung der Pappen für die Beurteilung der Qualität
maßgebend sein, indem als feine Pappen der Nr. 2869 solche zu verzollen sind, bei
denen der Gehalt an Zellstoff (pasta quimica) 25 v. H. der in der Pappe enthaltenen
 Fasermasse (Zellstoff und Holzsehliff) Et Alle Pappen, die weniger
als 25 v. H. Zellstoff aufweisen, sind als gewöhnliche der Nr. 2868 anzusehen.
Die beiden Nummern haben folgenden Wortlaut:

‚E&amp;amp;

Enauete-Ausschuß. I 5, Band 10.

41!

2...
        <pb n="225" />
        Anlage zu Tabelle 119. Anmerkung 5: Argentinien (Fortsetzung)
Neuester Stand 1918

17% v.0,096 27% v. 0,06
Goldpeso!) Goldpeso?)
2369 Dergleichen, die beklebte und die aus jedwedem
anderen Stoff, bis feine... ‚32% v.0,192 27% v. 0,12
Goldpeso!) Goldpeso!)
32% v.0,32 27% v. 0,20
Goldpeso!) Goldpeso!)

2368 Pappe, unbeklebt, gelbe Strohpappe, graue Pappe
und die auf mechanischem Wege hergestellte
Holzstoffpappe, gewöhnliche .

Anmerkung 6: Brasilien
Zölle für Pappe
Tarit-Nr. (Zolltarif vom 19. März 1900)
601 Karton, weißer oder fertiger:
in Bogen............ ....
zerschnitten für Visitenkarten und zu anderem Gebrauche, einfach
 oder mit vergoldetem Schnitt, mit Messung oder mit vergoldeter
 oder bemalter Einfassung oder mit Reliefpressung. . .
Hollerithpappen, gelocht, bedruckt usw.
Pappe:
lackierte, zu Mützenschienen und dergleichen ..
nicht besonders aufgeführte....
Ruberoid ..

in Reis
je kg
800

1000
400

700
300
100

II. Außenhandel

2. Die wichtigsten Konkurrenz: und Absatzländer der
deutschen papiererzeugenden Industrie

a—c) Die drei nordischen Länder Schweden, Norwegen, Finnland
Die papiererzeugenden Industrien der drei nordischen Länder sind
ausgesprochene Exportindustrien. Während Deutschland Holzschliff
fast gar nicht und von seiner Zellstoff-, Papier- und Pappenproduktion
 nur ein Fünftel bis ein Viertel zum Export bringt, erscheinen
Schweden, Norwegen und Finnland mit weit über der Hälfte ihrer
Halbzeugproduktion und weit über drei Vierteln ihrer Ganzzeugproduktion
 auf dem Weltmarkte. Im Jahre 1929 exportierten sie insgesamt
im Vergleich zu Deutschland eine über das Achtfache größere Zellstoffmenge,
 eine um das Eineinhalbfache größere Papiermenge und eine um
über ein Drittel größere Pappenmenge; im Holzschliffexport standen
800 000 t Export aus den nordischen Ländern 3000 t aus Deutschland
gegenüber.
Auch in der Entwicklung ihres Exports gegenüber der Vorkriegszeit
 zeigen sich die drei nordischen Länder insgesamt dem deutschen

\ Der für 1 kg festgesetzte Zollschätzungswert.

)4)
        <pb n="226" />
        Export überlegen. Ihre Zelluloseausfuhr ist 1929 zu 1913 um rd. über
das Eineindrittelfache, ihre Holzschliffausfuhr um rd. zwei Drittel, ihre
Papierausfuhr auf fast das Doppelte, und ihre Pappenausfuhr ist um
faet ein Drittel gestiegen. Von der Papierausfuhr wiederum, die bei
den nordischen Ländern zum weit überwiegenden Teil aus der Ausfuhr
von Zeitungsdruckpapier und Packpapier besteht, ist die Zeitungsdruckpapierausfuhr
 um rd. 170% und die Packpapierausfuhr um rd.
30 %! gestiegen. Demgegenüber zeigt die Ausfuhr der deutschen papiererzeugenden
 Industrie 1929 zu 1913 nur in der Pappenausfuhr und in
der Druckpapierausfuhr mit einer Zunahme von rd. 160 %; und 342 %
eine stärkere Steigerung als die der nordischen Länder. In der Papierausfuhr
 insgesamt kommt die deutsche Ausfuhr mit einer Zunahme von
rd. 90,%: der Steigerung der nordischen Papierausfuhr noch ziemlich
nahe. In der Zellstoff-, Packpapier- und Holzschliffausfuhr dagegen
bleibt die Entwicklung der deutschen Ausfuhr stark hinter der Entwicklung
 der nordischen zurück. (Tab. 120.)
Der zusammenfassende Vergleich des Exports der drei nordischen
Staaten’ mit dem deutschen Export hat mehr als ein nur statistisches
Interesse. In den drei nordischen Ländern zeigen sich in zunehmendem
Maße Bestrebungen zu einem gemeinsamen Auftreten auf dem Weltmarkt.
 Die Voraussetzungen hierfür sind für sie geradezu zwingender
Natur. Auf der einen Seite entspricht der mengenmäßig so glänzenden
Entwicklung ihrer papiererzeugenden Industrien keineswegs die Wirt-Tabelle

 120
Die Ausfuhr der papiererzeugenden Industrie Deutschlands im
Vergleich zu der Schwedens, Norwegens und Finnlands
1929 gegenüber 1913

Zellstoff

Holzschliff


Panne

Papier

davon
Zeitungs- Ca de
druck- papier
papier

(929 1929 1929 1929 1929
in H208 in 128 in us in on in von
1000 190 | 1000 | „99 11000 | 400 | 10001 499 11000 490

m) 10
ın —
1000 1

Schweden.....
Norwegen”) .. |

(452! 921
275) 181
nam

387 176] 38 |152| 438 ‚232! 198 819 =
302 1181 16 s10] 316 se 172 Me Da
| 1 j
161 358! 55 101 244 167: 174 | 249 40 | ‚61
998 be 544 7 342 | 130
398 |190| 156 |442| 96 | 118
+++)

Finnland......

484

Insgesamt ‘2211 285 | 800 168 109 ! 180
Deutschland... | 27411581 3 | 4383| 81 258)

*) 1913 Jahresdurchschnitt 1911—13. — **) einschl. Seidenpapier, auch grobes, und ausschl.
Pergamentpapier, auch imitiert. — ***) einschl. Seidenpapier und fettdichtes und Pergamynpapier,
— $) ausschl. geringe Mengen Seidenpapier und fettdichtes und Pergamynpapier, — +1) 1913 einschl.
Da und Makulaturpapier. — ++) einschl. grobes Seidenpapier und fettdichtes und Pergamyn-DaDier.


173
&amp;gt;

Ze.
        <pb n="227" />
        schaftslage; diese zeigt das Bild einer Mengenkonjunktur mit stark
rückgängigen Preisen. Auf der anderen Seite aber haben die drei nordischen
 Länder in allen ihren Hauptprodukten, vor allem in Zellstoff,
Holzechliff, Kraftpackpapier und Zeitungsdruckpapier eine zumindest
im europäischen Produktionsfeld ausschlaggebende Bedeutung. Am
europäischen .Zeitungspapierexport sind die drei nordischen Länder
mit nahezu der Hälfte, am europäischen Zellstoffexport mit weit über
drei Vierteln beteiligt; im Export von Sulfatkraftpackpapier, das ein
typisches Produkt nordischer Papiererzeugung ist, genießen sie nahezu
eine Monopolstellung; ähnlich liegen die Verhältnisse beim nordischen
Holzeschliffexport, der allein über 90% des europäischen Imports deckt.
Die Stellung auf dem Kraftpackpapier- und Holzschliffmarkt hat
bereits zu konkreten Versuchen gemeinsamer Marktgestaltung geführt.
Eine zunächst erfolgreiche Exportkonvention in Kraftpackpapier war
allerdings nur von vorübergehender Dauer; ‚nach schneller Besserung
 der Marktlage mußte bald wieder jedem einzelnen Produzenten
die Bildung der Exportpreise überlassen werden. Nachhaltiger wirkte
ein Zusammenschluß im Holzschliffexport. Eine ursprünglich nur
zwischen Schweden und Norwegen getroffene und deshalb wenig erfolgreiche
 Übereinkunft zu einer Einschränkung der Holzschliffproduktion
wurde Ende Oktober 1927 unter Einbeziehung von Finnland mit verschärfter
 Kontingentierung erneuert. Beteiligt sind an dieser Gemeinschaft
 die seit 1918 bestehende „Norsk Trämassecompaniet A.-S.‘“, die
noch ältere „Finsca Traslipeförenningen“ und die seit 1. Januar 1928
tätige „Svenska Trämassecompaniet“. Die drei Verkaufsorganisationen
umfassen fast die gesamte Holzschliffindustrie ihrer Länder. Neben der
je nach Marktlage notwendigen Kontingentierung und einer einheitlichen
 Verkaufspolitik erstrebt der Zusammenschluß vor allem eine
allgemeine Standardisierung und qualitative Hebung der Produkte. Die
Lage soll sich durch die gemeinsame Aktion wesentlich gebessert haben.
Die drei nordischen papiererzeugenden Industrien haben ihren
Rückhalt in dem großen Holz- und Wasserreichtum ihrer Länder. Die
skandinavische Halbinsel und Finnland gehören zu den waldreichsten
Ländern Europas. Erste Anzeichen einer Exploitation machen sich
allerdings auch bei ihnen bemerkbar. Ihr wird aber, insbesondere in
Schweden, wo sie am stärksten war, durch forstgesetzliche Schutzmaßregeln
 systematisch begegnet. Auch hinsichtlich ihrer Wasserkraft
stehen Schweden, Norwegen und Finnland an der Spitze der europäischen
 Länder, Die zahlreichen Flußläufe sichern mit ihrem starken
Gefälle die billigste Betriebskraft und bilden meist Gelegenheit für
die Holzflößerei. Der Standort zum Papierholz iet so ausschlaggebend,
daß sich selbst innerhalb dieser Länder ein ständiger Zug zum Holze
zeigt. Gegenwärtig unterliegt Schweden einer solchen Standortswanderung
 von dem Ursprungsgebiet seiner papiererzeugenden Industrie,
dem südlichen und mittleren Teil des Landes, nach dem großen Waldreichtum
 des nördlichen Schwedens. Der Gunst des Rohstoffbezuges in
den nordischen Ländern schließt sich eine gleichfalls günstige Transportlage
 an. Wenn auch im Winter die meisten Häfen Schwedens und
Finnlands längere Zeit gesperrt sind und auf den Verschiffungen eine

P
        <pb n="228" />
        größere Vorfracht liegt, so sichert doch in den übrigen Teilen des Jahres
die Nähe der langgestreckten Meeresküsten einen billigen Transport
nach allen großen Plätzen des Weltmarktes.
Zur Zeit der ausschließlichen Hadernverarbeitung waren Norwegen
and Finnland noch fast ausschließlich und auch Schweden, welches
allerdings eine alte bedeutende Hadernfeinpapierindustrie sein eigen
nennt, zu einem großen Teil auf den Import ihres Papierverbrauchs
angewiesen. Seit der Erfindung des Zellstoffs und des Holzschliffs gab
sehr bald ihr fortlaufend steigender Export dem Weltmarkt ein von
Grund auf verändertes Gepräge. Und selbst der etarke Aufstieg der
drei nordischen Länder in dem Dezennium des Weltkrieges, in dem
Mitteleuropa als papiererzeugendes Produktionsfeld für den Weltmarkt
so gut wie brach lag, hat ihre Entwicklungsmöglichkeiten bei weitem
nicht erschöpft.

a) Schweden
Die bedeutendste der drei nordischen papiererzeugenden Industrien
ist die papiererzeugende Industrie Schwedens. Sie brachte in der Vorund
 Nachkriegszeit folgende Mengen zum Export (vgl. Tab. 121).
Das stärkste Übergewicht zeigt die schwedische papiererzeugende
Industrie in ihrer Zellstoffausfuhr. Die schwedische Zellstoffausfuhr
 ist gegenüber 1913 auf über das Doppelte gestiegen und beträgt
1929 mit rd. 1% Mill. t rd. das Dreifache der finnischen und über das
Fünffache der norwegischen Zellstoffausfuhr. Für Deutschland ist
Schweden auf dem Zellstoffmarkt unmittelbar von besonderer Wichtigkeit.
 Es erscheint nicht nur mit einem hohen Anteil an der deutschen
Zellstoffeinfuhr auf dem deutschen Markte selbst (1927 und 1928 fast ein
Viertel, 1929 fast ein Drittel von Einfuhrwert und -menge), sondern
geliefert in größtem Umfange gerade die für eine deutsche Zellstoffausfuhr
 transportlich günstigst gelegenen Länder. Die Hauptbestimmungsländer
 der deutschen Zellstoffausfuhr sind in gleicher Weise die der
schwedischen Zellstoffausfuhr. Die deutsche Zellstoffausfuhr aber steht
gegenüber der schwedischen weit zurück, und überall dort, wo Deutschland
 eine starke Steigerung seiner Zellstoffausfuhr zu verzeichnen hat,
beträgt die Steigerung der schwedischen Zellstoffausfuhr mindeset absolut
ein Vielfaches der deutschen, wobei keineswegs die Spezialfabrikation
Schwedens an Sulfatzellulose und an gebleichter Sulfitzellulose für
Kunstseidenerzeugung ausschlaggebend ist. Der überwiegende Teil der
schwedischen Zellstoffausfuhr besteht aus ungebleichter Sulfitzellulose
{vgl. Tab. 122).
Die Überlegenheit der schwedischen Papierhalbzeugindustrie wirkt
sich entsprechend auch auf die schwedische Papierganzzeugindustrie und
deren Stellung auf dem Weltmarkte aus. Der Ganzzeugexport Schwelens
 hat gegenüber der Vorkriegszeit stark an Bedeutung zugenommen.
Es ist Schweden nicht nur gelungen, seine Druckpapierausfuhr
1929 : 1913 von rd. 63 000 t auf über 200 000 t und damit fast in demselben
 Ausmaße wie Deutschland (1913 rd. 69 000 t, 1929 rd. 231 000 t)
zu steigern, sondern auch die Überlegenheit seiner Packpapierausfuhr
noch stärker zur Geltung zu bringen als in der Vorkriegszeit. Während
lie deutsche Packpapierausfuhr 1929 mit 96000 t ungefähr auf dem

24.5
        <pb n="229" />
        Tabelle 121
Der Export der papiererzeugenden Industrie Schwedens in 1000 t
und in % der Produktion 1925—1929; 1913
1925 ! 1918

A A wär
in 4&amp;amp; in ‚88| in |+.4
aß a Sl
=
1000 5,3] 1000 53) 1000 £,
t xl t Exil t IE «

in
1000
+

z a SS
Ss * Oo . 5
36. 1000 135 100028
SM EI ze
&amp;lt;&amp;gt; ze © las

Holzschliff .....
Zellstoff .......
Pappe”) .......
Papier**)......

Prod.
Exp-Prod.

Exp.

N O06| SG]
886,9 [51,2 280.0 51,8
et! EN
{452.4 |77,8 [10468 177,0

528,7 476,5 438,9
248,1 |47,4 216,5 |45,4 211,8 |48,1
1579,4 1449,5 ee] 860,5
1206,6 (76,9 |1086.1 |74,9 | 9765 |75,5 1656,4/76,8
63,7 57,9 | 548 26,3
831,3 |49,1 | 80,0 51,8' 29,0 52,9! 25,1/95,4
527,0 | 517,5 482,6 280,0
385,6 78,2! 881,0 73,6 866,7 |76,0 |189,0167,5
215,7 ; 216,6 211,1 ] 92,8
171,7 |79,6 | 173,8 |80,9 173,3 |82,1 | 6177 66,4
209,4 | 200,7 187,7 [127,0
188,1 189,8 | 181,8 |90,8 170,8 !91,0 1109.2186.0

a
191,2/58,6

Prod. ı
Exp.

TOR!
88,3 150,2
616,0
438,5 |71,2
256,2
198,0 (77,8
248,1
216.8 [87,6

69,3 |
35,4 51.1

Prod.
Exp.

509,4 iz}
367,0 172,0

Zeitungspapier .

Prod.
Exp.
Prod.
Exp.

211,7]
160,3 (75,7
203,8
184,6 190,8

Packpapier
ausschl. grobes
Seidenpapier
Packpapier
einschl. grobes
Seidenpapier
davon:
Sulphat- * 1%
packpapier
Pergamentpapier
auch imitiert
Tapetenpapier. .

Prod.
Exp.

263,3 |
217,3 182,9

217,0 |
185,0 185,8 '

295,7
188.7

183.6

219,6 ]
182,0 [82,0

2050| [188,7
172.0 [84,7 1113. 7/83,8

127,5 96,8 92,7 80,9 71,0
104,4 |81,9 | 83,1 |86,8 . 78,0 84,2 792,8 80,9 | 77,8
23,8 17,1 20,7 15,8 | 4,7
10,5 44,1 | 9,7 56,7 10,7 51,6, 7,8 |50,6| 1,6/38,9
10,7 | 2,5 11,2 18,0 11,6 10,9
UN 58,4 6,3 48,6 | 5,7|49,2| 7,9/72,1
*) ohne Schiffs-, Verhäutungs-, Dachpappe, Graulumpen-, Karton- und Kriteradpappe (vgl. Tab. 116 u. 117). —
**%) ohne Kriterad-, Kreperat- und imprägniertes Papier.

Stande von 1913 (85 000) und nur im Jahre 1926 um nicht ganz die
Hälfte darüber lag, ist die schwedische dagegen in regelmäßigem Ansteigen
 1929 gegenüber 1913 von rd. 114 000%) auf rund 217 000 t')
angewachsen. .
Von der schwedischen Druckpapierausfuhr entfallen rd. 98 %, auf
die Ausfuhr von Zeitungspapier. Die wichtigsten Märkte der
schwedischen Zeitungspapierausfuhr sind die Ver. Staaten und Großbritannien.
 Die Ver. Staaten nahmen 1929 über ein Viertel und Großbritannien
 mit Irland rd. ein Neuntel der Menge und des Wertes auf.
Die Ver. Staaten hatten vor dem Kriege nur eine ganz geringfügige

?) Zwecks Vergleichbarkeit mit der deutschen Packpapierausfuhr einschl
grobes Seidenpapier.,

24
        <pb n="230" />
        Tabelle 122
Die wichtigsten Bestimmungsländer der schwedischen Zellstoffausfuhr
 1913, 1927—29
in 1000 t

Gesamtausfuhr*) ...
davon trocken ...

Ver. Staaten v. A...
Großbritannien .....
Frankreich.........
Niederlande........
Belgien. ..........-Waller

Deutsches Reich....
Norwegen .........
Spanien .. ..

1929

Zellstoff- |
ausfuhr

insge-



Sa
5
CE
mn

1482,6 967,7
“1422,4)ı (925,1)

674,9! 352,4
670,7) 348,5)
298,5 , 235,8
291.1)! (230,4
120,6 98,5
112,0)| (92,4.
42,8 | 31,9
‘41,4)) (81,8)
39,2 | 82,6
86,1)/ (80,1)
57,1 | 44,3
57,1)) (44,3)
46,1 | 204
dB)
80,4 | ©
190)
;
44.

1928

19927

1918

Zellstoffausfuhr


Zellstoffausfuhr


Zellstoffausfuhr


ins- |
gesamt


a5
SE
Ra
N

Insg6-



35
Sa
53
N

ins- eg
ge- 55
8
samt {N

TE a 1280,7
(1029-3) | (697. 2)| (1182.5)|

882,7
(835,3)!

686,1 | 587,4
(625,7) (528,8)

511,4 282,9! 554,1! 820,1: 102,6 | 74,8
510,1) 281,6) /547,7)|(818,7)/ (101,7)| (78,9)
198,7 | 167,6 299,0 | 271,0 | 266,2 | 226,0
195,8) (164,6 298,0)| (269,9) (246,0) (207,6)
83,0, 63,6 76,1| 61,7| 86,6| 81,6
80,4)| (62,8) (75,6)| (61,8)| (86,6)| (81,6)
209,6 21,2 81,5| 28,1| 80! 6,2
29,5) (21,2) (81. (23,1) (8,0)1 (6,2)
21,9 | 18,4| 384,4 29,7| 26,7| 22,8
91,7) (18,2) 88,8): ‘29,2)| (26,7)| (22,8)
839,6 | 31,5| 35,8 32,0| 8,23] 7,8
‘89,6)| (31,5) 835.‘ 81,9)) (8,2) (7,8)
80,7 22,4 39,6 | 18,1 68,8 | 54,0
80,8) (21,9) 32,6)! 72) (68,8)| (54,0)
26,0 | 28,0 40.5 29,4 27,4| 27,0
14,4)| (12,3) (188) (17,2) (18,7)! (18,8)
38,1| 82,0, 380,2| 28,8| 19,2| 18,1
(38.1)| (31,9) 02 (28.7)) (18,7) (17,6)

k) Feucht und trocken ohne Umrechnung addiert.

Zeitungspapiereinfuhr aus Schweden, so daß auf sie der größte Anteil
ler Steigerung der schwedischen Zeitungspapierausfuhr entfällt. Großbritannien
 dagegen war schon in der Vorkriegszeit der wichtigste
schwedische Absatzmarkt (vgl. Tab. 123).

Der nächst den Ver. Staaten und Großbritannien wichtigste schwedische
 Absatzmarkt für Zeitungspapier, Frankreich, ist zugleich der
wichtigste Absatzmarkt für die deutsche Zeitungspapierausfuhr. Gegenüber
 einer ganz geringen Vorkriegseinfuhr nahm Frankreich 1929 von
Schweden 34000 t auf. Gleicherweise ist Schweden in den russischen
Markt mit größeren Mengen neu eingedrungen... 1913 kam der russische
Import fast ausschließlich aus Finnland, 1929 brachte Finnland nach
der U.d.S.S.R. 32400 t, Schweden 3100 t zum Absatz. Jedoch ist
lie russische Einfuhr aus Schweden schon seit 1927 wieder rückgängig
zugunsten einer stärkeren Einfuhr aus Finnland, dessen Regierung für
die Lieferungen nach Rußland eine Kreditgarantie gibt (vgl. Tab. 124).

„47
        <pb n="231" />
        Tabelle 123
Die schwedische Druckpapier- und Zeitungsdruckpapierausfuhr
nach den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich
1913, 1927—.1929

Druck- und Zeitungsdruckpapierausfuhr Schwedens in 1000 t

Bestimmungsland



Ver. Staaten ...
Großbritannien .
Irland .........
Frankreich.....

1929 | 1928

E
|

1927

1918

Druckpapier

Druckpapier

Druckpapier

— Druckpapier

5 davon
ins- | Zeitungs-St!
 druckpapier


5 davon
187 Zeitungs-8%
 | dArucksamt
 ;
papier

8 ‚ davon ‚.
105 Zeitungs-" Ins-Sn
 | druck- S it |
papier Sam

davon
Zeitungsdruck-



50,9
15,5
7,8
34,2

50,7 50,9| 50,7 60,8
15,2 |146| 144 840
7,8 8 7,8 78 | 0
834,2 |191| 191 ' 13,9

60,7 0,2' 02
833,2 25,4| 24,7
7,0 1,2 / 11
18,9 0,9 0,9

Tabelle 124
Die Zeitungsdruckpapierausfuhr aus Schweden, Norwegen,
Finnland nach der U. d. S. S. R. 1913, 1925—1929
in 1000 £

Herkunftsland

Schweden...........
Norwegen ....
Finnland ..

1929 |

8,1
39.4. |

1928

8,1
6,2
89.0

1997

1926

1925

7,6 | 148 | 11,9
1,1 | 16,0 | 64
36,8 ! 12,9 ' 55,0

1913
ehem.
Rußland


64,7

Die anderen wichtigsten Druckpapiermärkte Schwedens: Dänemark,
 China, Brit.-Südafrika, Japan, Brit.-Indien, Australien nehmen
jeweils ein Vielfaches der deutschen Einfuhr auf, Selbst in Südamerika,
wo die schwedische Ausfuhr noch bis 1927 weit vor der deutschen
zurückstand, hat sie stark an Boden gewonnen (vgl. Tab. 125).
Für die schwedische Packpapierausfuhr ist ebenso wie für
die deutsche Großbritannien das wichtigste Bestimmungsland. Großbritannien
 nimmt aber aus Schweden rd. die dreifache Packpapiermenge
auf, die es aus Deutschland bezieht. Während die deutsche Packpapierausfuhr
 nach Großbritannien nur ganz gering über den Vorkriegsstand
 hinausgegangen ist, ist die schwedische Packpapierausfuhr nach
Großbritannien 1913 zu 1929 von rd. 68 000 t (davon rd. 44 000 t Sulfatpackpapier)
 auf rd. 116 000 t (davon rd. 53 000 t Sulfatpackpapier)
angewachsen. Nächst der Packpapierausfuhr nach Großbritannien war
in der Vorkriegszeit die Packpapierausfuhr nach Deutschland die
        <pb n="232" />
        Tabelle 125
Die Druckpapier- und Zeitungsdruckpapierausfuhr Schwedens
nach Südamerika 1913, 1927—1929
in 1000 t

Bestimmungsländer

Argentinien........
Brasilien...........
ÜhUe sc000000000040
Uruguay..........
Par 2

1918

19927

ui
SS
5
DS
5

1m
4.
5°
m _=71


a4 &amp;gt;
35 | 358
SR ar
.
2&amp;amp; N

BT

35

35 52 | 49
3,7 | 8,8 | 86
1,8 0,4 0,4
29 | 0,2 | 0,2
07 | 07

[998

1929

83
ES
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AN
38 | 88
a@&amp;amp; | BR
; 8 =
IJ£&amp;amp;. 1 OS

Sn
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—_. u
© 8
X

8,9 85 128 | 11,9
| 9,0 | 83 | 154 | 15,8
8,1 | 3,0 | 77 7,6
nR | 0,5 0,7 | 0,6
« 97 | 97

wichtigste für Schweden. Sie ist aber nach der schwedischen Statistik
von rd. 16 000 t (davon 11200 t Sulfatpapier) 1913 auf rd. 11900 t
(davon 10100 t Sulfatpapier) 1929 zurückgegangen. Die deutsche
Statistik führt stark abweichend davon als Packpapiereinfuhr aus
Schweden 1913 rd. 2700 t besseres Packpapier, rd. 755 t grobes Packpapier,
 1929 7700 t besseres Packpapier, 86 t grobes Packpapier an.
Die Differenz dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die schwedische
Statistik Packpapier, das nur zum Umschlag in deutsche Häfen geht,
wahrscheinlich als Ausfuhr nach Deutschland erfaßt. Tatsächlich hat
die schwedische Packpapierausfuhr nach Deutschland gegenüber der
Vorkriegszeit in bedrohlichem Maße zugenommen‘).
Eine besondere Aufnahmefähigkeit für schwedisches Packpapier
zeigen in der Nachkriegszeit außerdem Australien, Japan und China,
nach denen die schwedische Packpapierausfuhr gegenüber der Vorkriegszeit
 ebenfalls eine vielfache Erhöhung zeigt, vor der die deutsche
Packpapierausfuhr nach diesen Märkten weit zurückbleibt. Auch auf
den anderen wichtigeren schwedischen Absatzmärkten (vor allem den
Ver. Staaten, Brit.-Indien, Frankreich, Dänemark) steht die deutsche
Ausfuhr stark hinter der schwedischen zurück. Selbst die bislang große
Überlegenheit der deutschen Packpapierausfuhr nach den Niederlanden,
die zu einem guten Teile Durchfuhr sein wird, ist seit 1929 stark zurückgegangen
 und vermag das Bild nicht mehr wesentlich zu ändern?).
Die Druckpapier- und Packpapierausfuhr Schwedens betrug 1913
und 1929 mengenmäßig rd. 95 % und wertmäßig rd. 92 '%i der Gesamtpapierausfuhr
 Schwedens. Der Rest entfällt hauptsächlich auf Pergamentpapier,
 Tapetenpapier, Post-. Schreib-. Buchpapier und Kartonpapier.

Die Pergamentpapierausfuhr Schwedens (inkl. imitiertem
Pergamentpapier), die sich 1929 mit rd. 10500 t auf ungefähr das

!) Vgl. Dritter Teil IIc S. 201.
2) Vgl. Tab. 107 S. 197.

24.0
        <pb n="233" />
        Doppelte der deutschen (exkl. imitiertem Pergamentpapier!) beläuft,
ist 1929 zu 1913 auf über das Sechsfache gestiegen, während die
deutsche Ausfuhr auf rd. neun Zehntel der Vorkriegsmenge sank. Sie
geht, wie die deutsche, zum überwiegenden Teil (drei Viertel) nach
Großbritannien; in den Rest teilen sich hauptsächlich Dänemark, Japan,
 die Niederlande und Australien. Die Ta petenpapier ausfuhr
Schwedens ist 1929 auf weniger als ein Drittel ihrer Vorkriegsmenge zurückgegangen;
 ihre wichtigsten Bestimmungsländer sind Großbritannien
und Australien. Die schwedische Post-, Buch- und Schreibpaplerausfuhr
 ist von 188 t 1913 auf 3300 £ 1929 angestiegen. Sie
stellt für die deutsche Schreib-, Brief-, Bütten- und Notenpapierausfuhr
eine neue Konkurrenz auf dem Weltmarkte dar. Zwar beträgt die
deutsche Ausfuhr mit 20 700 t 1929 rd. das Sechsfache der schwedischen,
doch macht sich die schwedische Ausfuhr auf ihren wichtigsten Märkten,
Australien, Argentinien, Brasilien, Brit.-Indien, stark gegenüber der
deutschen Ausfuhr bemerkbar; zudem zeigt die schwedische Ausfuhr
im Gegensatz zur deutschen eine fortlaufende Steigerung. Die schwedische
 Kartonpapier ausfuhr bleibt 1929 mit rd. 2300 t gegenüber
der deutschen von rd. 10300 t stark zurück; beachtenswert ist jedoch,
daß sie vor dem Kriege erst 620 t betrug, während die deutsche um ein
Viertel unter dem Vorkriegsstand liegt.
Auf dem Pappen markt war Schweden in der Vorkriegszeit der
wichtigste Holzpappenkonkurrent Deutschlands. Seine Vorkriegsausfuhrmenge
 an Holzpappe ist 1929 um über 50 %: gestiegen. Die Steigerung
 der deutschen Pappenausfuhrmenge beträgt rd. 160 %, doch ist
bei einem Vergleich zu beachten, daß die deutsche Pappenausfuhr auch
in großen Mengen Stroh-, Altpapier- und Hadernpappe umfaßt. Insgesamt
 bringt Schweden 1929 mit rd. 38 311 t ungefähr die Hälfte der
deutschen Pappenausfuhr zum Export. Auf dem deutschen Markt hat
Schweden gegenüber der Vorkriegszeit stark an Absatz verloren; an
seiner Stelle ist Finnland zum schärfsten Konkurrenten Deutschlands
auf dem Pappenmarkt geworden. Auf den Auslandsmärkten ist die
schwedische Konkurrenz am stärksten in Großbritannien, dem auch für
Deutschland wichtigsten Absatzmarkt, ferner in Dänemark, Argentinien
 und Australien.

b) Norwegen
Die papiererzeugende Industrie Norwegens ist jünger als die
schwedische und trotz ihres an sich beachtlichen Umfanges bedeutend
kleiner. Charakteristisch für sie ist das Vorherrschen der Holzechliffproduktion
 und -verarbeitung. Sie ist außer Kanada die einzige
papiererzeugende Industrie, in der die Holzschliffproduktion die
Zellstoffproduktion übertrifft. Die norwegische Holzschliffproduktion,
insbesondere die Großbetriebe im Norden, sind vielfach die Rohstoffbasis
 der englischen Papierindustrie. Abgesehen von diesen Betrieben,
 ist die norwegische papiererzeugende Industrie in der tech-*)

 Das imitierte Pergamentpapier wird in der deutschen Außenhandelsstatistik
in einer Position mit dem Packpapier aufgeführt.

250
        <pb n="234" />
        nischen Ausrüstung im allgemeinen Durchschnitt und besonders in
der Papier- und Zellstofffabrikation hinter den beiden anderen nordischen
 Industrien zurückgeblieben. Rationalisierungsmaßnahmen sind
im Gange, aber noch nicht weit vorgeschritten, so daß viele Firmen
zu erheblichen Produktionseinschränkungen gezwungen waren. Bezeichnend
 ist, daß Norwegen in seinen Ausfuhrziffern im Gegensatz zu dem
allgemeinen Bild der übrigen papiererzeugenden Industrien und auch
im Gegensatz zu der Erhöhung seiner Produktion erst in den letzten
Jahren eine Zunahme aufweist. Die Klagen über eine Überproduktion
 beherrschen deshalb die norwegische Industrie. In Rechnung
zu setzen ist dabei die schwere Deflationskrise, die in Norwegen drei
Jahre lang die Exportindustrien besonders geschädigt hat. Nach Überwindung
 ihrer Auswirkungen und Durchführung der Rationalisierungsmaßnahmen
 wird die norwegische papiererzeugende Industrie in un-Tabelle
 126
Der Export der papiererzeugenden Industrie Norwegens in 1000 €
undin % der Produktion 1913, 1925—1929

1929 | 1928 | 1927

1926 ! 1993 '* 1918

bs &amp;amp;
in = in St
1000388 100038
+ Im Ss
s lagı © leg

A
in 5%
1000[3&amp;amp;E
t la

5 »
in 3 X
1000 583
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„Ss
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0
t 1a

| Do
in 9%
1000 | ze
©
fol ba
5

N

Holzschliff ..........

Prod. |511,0 [477,4 446,0
Exp. 301,9 59,1 263,4/55,2 |249,9 56,0
Prod. |447,0 ‚404,9 372,5
Exp. 274,7/61,5 264,7165,4 |229,7/61,6
Prod. ! 24,3! - 20,9 16,3
Exp. 15,965,4 18,4/64,1 1 10,7 65,8
Prod. 378,1 352,6 O0
xp. 316.1/183,6 [8115 88,8 808,1 86,4
Prod 266,2 ‚248,5 1249,5 |
Exp. 229,1/86,1 '224,8/90,5 |222,5/89,2 (1642|
Prod. 194,91 180,1 187,5 | .
Exp. 171,7 88,1 166,9/92,7 |172,6/92,0 138,9
Prod. 111,7 L08,7 101,0 ] ‘
Kxp. 85,3/76,4 83,9/80,9| 78,8/78,0 | 72,5
Prod. 42,3 40,8 87,8 ] . |
Exp. 32,7/77,8 32,4|79,4 81,088,2! 27,0
Prod. 24,2 20,1 22,0 | .
Exp- 8,0/838,1 06,381,3 7,2132,91 7,2
Prod. 23,3 23,8 24,2 *
Exp. 24,5 27,4 24,6! . | 5,8]
Prod. 21,8 19,0 17,5 | . .
Exp. 20,0191,7. 17,8 98,7 | 16,0191,0 12,6| 16,1| .
*) Jahresdurchschnitt 1911—1913. — **) ausschl. Schiffs,- Verhäutungs- und Dachpappe; einschl. Karton und
geringe Mengen Rohpappe. — ***) einschl. Seiden- und öldichtes und Pergamynpapier.

330,4 *)
255,2 177,2
265,1"),
210,4 179,4
16.01 | 10,5%)
13,081,6 1 4,8 | 45,4
820,1 178,6 *)
1984.6/88,9 181,4

Zellstoff .....

Pappe **)

Papier. -

Druck- und Schreibpapier
 insgesamt
davon
Zeitungsdruckpapier
Packpapier ***)......
davon:
Sulfat-Packpapier
Braunholz und and.
Packpapier
Seidenpapier......

-31
        <pb n="235" />
        gleich verstärktem Ausmaße als Konkurrent auf dem Weltmarkte auftreten
 können. Die norwegische Industrie selbst rechnet mit einem
stetigen Wachstum des Konsums im Laufe der nächsten Jahre und einer
Einordnung ihrer Überproduktion in den gestiegenen Bedarf. Die Tendenz
 zur immer stärkeren Veredelung der Erzeugnisse, die allgemein
für die nordischen Holzindustrien charakteristisch ist, macht sich in
Norwegen am stärksten geltend; 1929 bestanden dem Werte nach über
80 % der norwegischen Ausfuhr von Holzerzeugnissen aus Holzschliff,
Zellulose, Papier und Pappe und noch nicht 20 Yo: aus bearbeitetem
und unbearbeitetem Holz. In der Vor- und Nachkriegszeit brachte die
papiererzeugende Industrie Norwegens folgende Mengen zum Export
(vgl. Tab. 126).
Wie in der Produktion, 8o tritt auch im Export der papiererzeugenden
 Industrie Norwegens im Gegensatz zu den papiererzeugenden
Industrien der beiden anderen nordischen Staaten der Zellstoff
hinter den Holzschliff zurück. Während sich die Zellstoffausfuhr im
Verhältnis zur Holzschliffausfuhr im Jahre 1929 bei Schweden wie
4,3 : 1 und bei Finnland wie 3:1 stellte, war das Verhältnis bei Norwegen
 0,9:1 Zwar ist die Zellstoffausfuhr Norwegens noch etwas
größer als die deutsche, jedoch betrug die finnische Zellstoffausfuhr
1929 (mit 484 000 t) um über die Hälfte mehr als die norwegische und
die schwedische belief sich (mit 1452 000 t) sogar auf über das Fünffache.
 An der Konkurrenz der nordischen Länder gegenüber der
deutschen Zellstoffindustrie ist demnach N orwegen verhältnismäßig nur
gering beteiligt. Der überwiegende Teil der wertvollen gebleichten
Sulfitzellulose geht nach den Ver. Staaten, Großbritannien, Holland,
Frankreich und Japan; der überwiegende Teil der ungebleichten Sulfitzellulose
 nach Großbritannien, den Ver. Staaten und Brit.-Ostindien.
Im Gegensatz zu seiner verhältnismäßig geringen Zellstoffausfuhr
hat Norwegen unter allen Holzschliffexporteuren der Welt außer
Schweden die größte Holzschliffaüsfuhr. Sie geht überwiegend
nach Großbritannien, wohin die billigen Frachten eine Verfrachtung
im nassen Zustande erlauben. Die geringe deutsche Ausfuhr in Holzschliff
 ist durch den norwegischen Holzschliffexport nur wenig berührt.
Die für Deutschland wichtigste Konkurrenz Norwegens auf dem
Weltmarkte beruht in der norwegischen Papierganzzeug ausfuhr,
vor allem in der Ausfuhr von Druckpapier bzw. Zeitungsdruckpapier
und von Pack-, Seiden-, öldichtem und Pergamynpapier. In allen
dünnen Papieren, Dünndruck, Dünnpergamyn und dünnen Seiden, ist
Norwegen eine starke Konkurrenz der deutschen Industrie. Besonders
macht sich diese im Übersee-Export geltend, den Norwegen zwar mit
etwas geringeren Qualitäten, aber zu bedeutend billigeren Preisen beliefert.
 Außerdem sgtellt die norwegische Ausfuhr von Pappe, trotzdem
sie insgesamt vor der deutschen und auch finnischen und schwedischen
Pappenausfuhr weit zurücktritt, in ihrem Hauptbestimmungsland Großbritannien
 eine wesentliche Konkurrenz dar.
Die norwegische Druckpapierausfuhr hat zwar nicht die über
dreifache Steigerung der deutschen und schwedischen Druckpapierausfuhr
 mitgemacht, ist beiden aber mit rd. 99.000 (1913). und 229 000

35

)
        <pb n="236" />
        (1929) nach wie vor überlegen. Es ist allerdings zu beachten; daß sich
in der norwegischen Druckpapierausfuhr holzfreies Schreibpapier, das
in einer Position mit holzfreiem Druckpapier steht, nicht ausscheiden
läßt. Doch dürfte dadurch kein allzu großer Fehler entstehen. Auf
„holzfreies Druck- und Schreibpapier‘“ entfielen von der gesamten
Druckpapierausfuhr 1929 rd. 25 600t, auf Dünndruck- und Formatdruckpapier
 21400 t, auf satiniertes Formatdruckpapier 10500 t und
auf Zeitungsdruckpapier 171700 t. Die Zeitungsdruckpapierausfuhr
machte 1929 rd. drei Viertel der norwegischen Druckpapierausfuhr aus.
Sie steht in ihrer absoluten Höhe und in ihrer Steigerung gegenüber
 1913 hinter der schwedischen Zeitungsdruckpapierausfuhr (1913:
61 600 t, 1929: 198 000 t) zurück, während die deutsche mit ungefähr
35 000 t 1913 und 156 000 t 1929 zwar nicht absolut, aber in der Steigerung
 gegenüber 1913 sowohl die norwegische als auch die schwedische
übertrifft.

Tabelle 127
Die norwegische Druckpapier- und Zeitungsdruckpapier-Ausfuhr
1913, 1926—1929

Bestimmungsland

Druckpapierausfuhr insgesamt..............
davon Zeitungsdruck.. ......
Großbritannien 2....00.00000000000000001 0040
davon Zeitungsdruck. Da
Brasilien i40ııuus cken era ae REHEa PS
davon Zeitungsdruck.,. 2.
Frankreich s....0..0.0000000000000 000011000000
davon Zeitungsdruck............
Vereinigte Staaten von Amerika,...........
‚ davon Zeitungsdruck.. vn
Argentinien ..........0.0.000000000L
davon Zeitungsdruck..
Brit.-Indien .......0..0.0.0000 500
davon Zeitungsdruck
Chir e.eeereerrnere anna aa
davon Zeitungsdruck..
Australien + 0... 0 000000000
davon Zeitungsdruck.
Holland... KEHE Bn SHE
davon Zeitungsdruck.
Rußland...

davon Zeitungsdruck.

Druckpapierausfuhr Norwegens
in 1000 t

{918 ' 1996

1927 ' 1928 ! 1929

908,4

56,6 |
1,7

184,2
188,9
46,6
36,2
10,0 |
91

222,5
172,6

224,8
166.9

| 229,1
171,7
46,1
334

64,8
51.3

55,4
49282

16,7
15,9
15,3
15,1
15,1
15.1

18,8
16,7

17,4
16,3
50,0
48:8

1,5

238,1 |
22,1
6,5 ]
6,2
10,8
10,8
10,0 |
3,9
11,1
2,2
7,9
5,1
2,8
2,7
20,9
16.0

22,0
21,4
11,5
11,4

2,6
39 |

1,7
17

14,6
18,8
12,8
6,3
12,1 |
2,0
10,1
6,6
6,6
6,0
.

8,8
7,8
15,1
6,9
18,9
4,5
6,7
3,2
71
6.2
69
6.2

l

5,8
48

9,8
9,8
:2

18,1
7,9
18,7
6,4
6,4
2,4
7,8
6,0
0.4

1.

Die Hauptmärkte der Druckpapierausfuhr Norwegens sind gleicherweise
 auch für Deutschland die wichtigsten. Nur die Niederlande, der
drittwichtigste deutsche Absatzmarkt. ist erst seit 1927 auch von der

57
        <pb n="237" />
        norwegischen Konkurrenz stärker beeinflußt. Noch umstrittener sind
die anderen Märkte. Die norwegische Industrie klagt insbesondere
unter Hinweis auf die deutschen Reparationslieferungen über die starke
Konkurrenz auf dem französischen Druckpapiermarkt; doch ist der
französische Absatzmarkt, insbesondere für Zeitungsdruckpapier, vor
allem durch die stark erhöhte Eigenproduktion Frankreichs beeinträchtigt.
 Außer in Frankreich und in den Niederlanden zeigt die deutsche
Druckpapierausfuhr gegenüber der norwegischen nur noch auf dem
argentinischen und russischen Markt eine Überlegenheit. Auf ihren
anderen wichtigen Märkten übertrifft die norwegische Druckpapierausfuhr
 die deutsche bei weitem. Im wesentlichen datiert auch diese
Entwicklung erst seit dem Jahre 1927, in dem die norwegische Druckpapierausfuhr
 die des Vorjahres um 20%; überstieg, während die
deutsche 1927 gegenüber 1926 um 15% verlor (vgl. Tab. 127).
Tabelle 128
Die norwegische Packpapierausfuhr nach ihren wichtigsten
Märkten 1913, 1926—1929

Bestimmungsland

Insgesamt ........0......01000
davon Sulfat...........
Großbritannien. - See...

Frankreich -

Australien...

Japan........
China ...

Deutschland ..
Brit.-Südafrika .............

Vereinigte Staaten..........

Niederlande ......

Packpapierausfuhr Norwegens
in 1000 t

1929 | 1928

19927

1926 | 1918

85,3 83,9 78,8: 72,5 | 82,9
(32,7) (32,4) ı (81,0) (27,0) (.)
48,1 46,1 143,9 40,3 | 46,2
(20,1) ! (214) (193) (192) (.)
2,0 | 1,4 1,8 3,5 0,2
a5) CY ) Cy 2e8 6
8,1 | 3,5 | 4,1 2,7 8,6
(0,9) (0,7) (1,6) (0,4) (.)
0,7 16 ' 09 | 28 0,2
(0) / ©) 02) 09 €)
10,2 12,7 11,6 13,8 10,1
(0,6) (0,5) (0,8) (0,8) (.)
3,3 2,5 3,0 | 0,2 7,8
(8,1) (2,5) (2,8) (—) (.)
8,2, 2,2 29 | 1,6 1,8
(1,6) (0,8) (1,4) (0,4) (.)
. 0,7 0,5 0,2 2,6
(0,4) | (0:6) | 04) | 00 | ©
2,0 1,8 1,3 0,6 1,7
1) ! 00) ) 06) | 03 | ©

Die Packpapierausfuhr Norwegens betrug einschl. Seidenpapier
 und öldichtem und Pergamynpapier 1913 und 1929 je rd.
85 000 t, 1929 entfielen davon auf Seidenpapier rd. 24500 tt und auf
öldichtes und Pergamynpapier rd. 20000 t. Die norwegische Packpapierausfuhr
 entspricht damit in ihrer Gesamtsumme 1913 und 1929

2

-
        <pb n="238" />
        ungefähr der deutschen, in der allerdings feines Seidenpapier nicht
enthalten ist. Wie von der norwegischen Druckpapierausfuhr, so wird
auch von der norwegischen Packpapierausfuhr der niederländische
Markt, nächst Großbritannien Deutschlands wichtigster Absatzmarkt
für Packpapier, erst neuerdings seit einigen Jahren stärker bestritten.
Großbritannien dagegen ist, 1929 mit einem Mengenanteil von 56 %
der norwegischen Ausfuhr, auch für Norwegen der wichtigste Absatzmarkt.
 Großbritannien nahm im Jahre 1929 von beiden Ländern ungefähr
 dieselben Mengen wie im Jahre 1913 auf. Gegenüber dem Jahre
1926 aber hat sich die deutsche Packpapierausfuhr nach Großbritannien
wie im Vergleich zur schwedischen, so auch im Vergleich zur norwegischen
 überaus ungünstig entwickelt; sie verlor rd. 17 000 t, während
Norwegen in der gleichen Zeit seine Packpapierausfuhr nach Großbritannien
 um fast 8000 t steigern konnte. Außer auf diesen Märkten
und dem deutschen Markt selbst ist die norwegische Konkurrenz noch
in Australien, Frankreich, Brit.-Südafrika, Japan und China von
größerer Bedeutung, Ländern, nach denen Deutschland selbst nur wenig
liefert WE Tab. 128).
Die Packpapierausfuhr Norwegens nach China besteht weit überwiegend
 aus Seidenpapier. China übertrifft damit als Absatzmarkt
norwegischen Seidenpapiers sogar noch Großbritannien; ein Vergleich
mit der deutschen Seidenpapierausfuhr ist nicht angängig, da die
deutsche Ausfuhr von grobem Seidenpapier in der deutschen Packpapierausfuhr
 enthalten ist.
Die Pap pen ausfuhr Norwegens, einschl. der Ausfuhr von Karton
aller Art (rd. 11000 t), betrug im Jahre 1929 mit rd. 16000 t noch
nicht den fünften Teil der deutschen, die allerdings größere Mengen
Stroh-, Altpapier- und Hadernpappe umfaßt. Sie stellt aber trotzdem
in ihrem Hauptbestimmungsland Großbritannien und ihren nächstwichtigsten
 Absatzmärkten, Argentinien, China, Japan, eine wichtige
Konkurrenz für Deutschland dar. Im Jahre 1929 betrug die norwegische
Ausfuhr nach Großbritannien rd. 12000 t. nach Argentinien, China,
Japan insgesamt rd. 2000 t.

e) Finnland

Die papiererzeugende Industrie Finnlands, vor dem Kriege bei
weitem die kleinste der drei nordischen Staaten, steht der norwegischen
 papiererzeugenden Industrie im Umfange nur mehr wenig nach.
Sie ist seit der Vorkriegszeit nicht nur zu einer starken Weltmarktkonkurrenz,
 sondern auch zu der stärksten Binnenmarktkonkurrenz der
deutschen papiererzeugenden Industrie geworden. Die Vorteile, auf
denen Schwedens und Norwegens Konkurrenzkraft beruht, hat Finnland
 in noch erhöhtem Maße. Finnland ist das holz- und wasserreichste
Land Europas. Die Wasserkräfte sind weit regelmäßiger und stärker
als die deutschen und geben der finnischen Industrie einen wesentlichen
Vorsprung, insbesondere gegenüber der deutschen Holzschliff- und
Pappenindustrie. Hinzu tritt die Gunst der Transportlage, die für
Bezug und Absatz einen fast ausschließlichen Wassertransport erlaubt.

7A
        <pb n="239" />
        Auch organisatorisch steht die finnische paplererzeugende Industrie
unter den drei nordischen Ländern an erster Stelle. Vier große Verkaufsvereinigungen
 dienen der Förderung des Exports und bei Zellulose
 und Papier auch des Inlandabsatzes. Die älteste von ihnen, die
schon 1892 gegründete „Finska Träsliperiföreningen‘“, betreibt den
Export der Holzschliff- und Holzpappenindustrie. Den Export der
Zelluloseerzeugung handhabt die im Juli 1918 gegründete „Finska
Celluloseföreningen“, die zugleich auch für den Inlandabsatz zuständig
ist. Den Papierinlands- und Auslandsabsatz besorgt die ebenfalls im
Juli 1918 gegründete „Finska Pappersbrucksföreningen‘“ und das
„Finska Papperskontoret“. Finska Papperskontoret verkauft im Inlande
 und nach Rußland, Polen, Estland, Lettland, Litauen und dem
Kaukasus, Finska Pappersbrucksföreningen nach dem übrigen Auslande.
Diese vier Verkaufsvereinigungen umfassen von wenigen Außenseitern
abgesehen die ganze finnische papiererzeugende Industrie.
Die Gunst der finnischen Produktionsverhältnisse wird allein gemindert
 durch die Kapitalarmut des Landes und durch die verhältnismäßig
 hohe steuerliche Belastung der Unternehmungen, die fast durchweg
 in der Form von Aktiengesellschaften arbeiten. Doch hält trotzdem
die Vergrößerung der Industrie fortlaufend an. Im Jahre 1927 wurden
nach Angabe der finnischen Zellulose-Union vier neue Zellstoffmühlen
errichtet mit einem jährlichen Ertrag von 30 000t. Außerdem erhöhte
der größte und für die finnische Papierausfuhr maßgebende Konzern
„Kymene Aktiebolag‘“ zwecks Erweiterung und Erneuerung seiner Anlagen
 sein Kapital um nahezu 25%. Der starke Aufschwung der
finnischen Papierindustrie kann also noch keineswegs als abgeschlossen
gelten, zumal in zunehmendem Maße auch ausländisches Kapital in
die Papiererzeugung Finnlands eindringt. Die Jüngste und wichtigste
Transaktion ist die schon erwähnte Gründung eines Zellstoffwerkes in
Kexholm durch den Waldhof-Konzern in Gemeinschaft mit einer englischen
 Finanzgruppe, dessen Aktienkapital 120 Mill. Fmk beträgt.
Die finnische papiererzeugende Industrie selbst beurteilt ihre Lage
grundsätzlich günstig. Sie klagt aber über die Beeinflussung des
Marktes durch die Zunahme der deutschen Zeitungsdruckpapierproduktion
 und durch die Ausdehnung des britischen Zeitungskapitals in
das großbritannische Produktionsfeld. Vor allem aber sieht sie in
einer steigenden Ausfuhr von Papierholz eine Gefahr. Noch 1928 wurde
darauf hingewiesen, daß die Gesamt-Papierholzausfuhr Finnlands von
0,48 Mill. cbm im Jahre 1924 auf 1,4 Mill. cbm 1925 und 1,7 Mill. cbm
1926 gestiegen sei, und trotz einer geringen Abnahme im Jahre 1927
glaubte man weiterhin an eine Zunahme. Auf die Niederlande und
Deutschland entfielen im Jahre 1926 nahezu 1200000 cbm finnisches
Papierholz, und den Rest erhielten Großbritannien, Frankreich, Norwegen
 und Schweden. Die Hauptverbraucher des finnischen Papierholzes
sind aber gerade unter den wichtigsten Konkurrenten Finnlands auf
dem Weltmarkte zu suchen. Aus diesem Grunde machten sich in Finnland
 starke Bestrebungen geltend, die Papierholzausfuhr zu beschneiden.
Doch ist diese Frage mittlerweile durch den stark gestiegenen Papier-»


&amp;gt;»

be
        <pb n="240" />
        holzexport Rußlands überholt. Im Jahre 1928’ betrug der finnische
Papierholzexport nur mehr 1,5 Mill. cbm und 1929 1,2 Mill. cbm.
Von der Produktion der papiererzeugenden Industrie Finnlands
kamen in der Vor- und Nachkriegszeit insgesamt folgende Mengen zum
Export:

Tabelle 129
Der Export der papiererzeugenden Industrie Finnlands in 1000 t
und in % der Produktion 1913, 1925—1929

Ausfuhr

1929 | 1998

1927 ' 1926

1925 * 1918

S us
in LS A
L000 38
£ [= A

„18
in SS,
1000 se-5
t ©
Se

Dat
in oM
1000/&amp;gt;er8
t |.8
A

Bo
in | *
1000 3&amp;amp;E
t Di
A

in |S £
1000[3&amp;amp;E
t IE

x *
x SS
in 3
1000 |s2 5
K Ss

Holzschliff ..........

Prod. ‚347,5 312,4 [2024
Üxp. 160,8|46,2 |137,7/44,1 [102,2 34,1
Prod, 625,1 584,3 1403,1
Exp. '484,1/77,4 |473,0/81,0 /363,6|/73,4
68,4 52,7 ] 46,7
54,5/86,0 | 46,4/88,0 | 40,0/75,7
312,8 305,2/ 281,6
243,9/78,0 248,8/79,9 1228,5|79,4
Prod, 209,9 204,7 186,9
Exp. 178,7 82,8 |171,6/83,8 155,4/83,2
Prod. 102,9 100,5 | 94,7
Exp. | 70,2168,2 | 72,2/71,8  68,0169,7

232,83/ 227,4
72,9/81,4 | 73,0/82,1
442,6 897,2
332.6 .75,1 294,8/74,1
55,8 | 54,8
45,0181,5 ! 53,0/96,7
257,2 258,7
210,1/81,7 2114 81,7
"70,0 174,2
'43,9184,6 1148,8/85,4
87,1 | 84,4
66,2| 75,9] 62,6/74,1

154,6
44,9

- |

Zellstoff ....

144,6
75,5

59,9 |

Pappe*)....

...

Papier......0.0.0....0.
Zeitungspapier ......
Übriges Papier .....
davon:
Packpapier***)...

Prod.
Exp.

58,9
538

[91,8 |

‚67,6
145,6 [|86,9 |
70,0
70.1**)| . |
976 |
7586 (7.4

Prod. |
Exp.
Prod. |
Rxp.

41,0]

30.9]

29,8]

66.24) |

Schreibpapier ...-g97l


| ol

34.7)

*) Ohne Schiffs-, Verhäutungs- und Dachpappe. — **) einschl, geringe Mengen Druck- und Konzeptpapier. —
®*%#*) ausschl. Seidenpapier (geringe Mengen). — #) einschl. Kartusch- und Makulaturpapier.

Vor dem Kriege war Finnland in seinem Zellstoff- und
Holzschliffexport noch so gut wie ganz auf Europa als Absatzgebiet
 beschränkt. Im Jahre 1929 hat es seinen Zellstoffexport auf
allen europäischen Märkten bis zu dem Vielfachen der Vorkriegsmenge
gesteigert und ist außerdem nach Außereuropa, vor allem nach den
Ver. Staaten und auch nach Brasilien, Japan, Brit.-Ostindien und
Argentinien vorgedrungen. Ebenso hat der finnische Holzechliffexport
die Ver. Staaten und Brasilien als neue Absatzmärkte gewonnen und
seinen Absatz nach den europäischen Märkten stark erweitert. Insgesamt
 ist der finnische Holzschliffexport mit 161 000 t im Jahre 1929
auf fast das Vierfache, der Zellstoffexport mit 484000 t auf über das
Sechefache der Vorkriegsmengen gestiegen. Finnland übertrifft mit

17 Enquete-Ausschuß. I5, Band 10.

257
        <pb n="241" />
        dieser Steigerung seiner Papierhalbzeugausfuhr bei weitem die Entwicklung
 der beiden anderen nordischen Länder. Im Zellstoffexport hat
es Norwegen, das vor dem Kriege fast den dreifachen Export wie Finnland
 hatte, um über die Hälfte überflügelt und rd. ein Drittel der gewaltigen
 schwedischen Zellstoffausfuhr erreicht. In der Holzschliffausfuhr
 allerdings bleibt es noch weit hinter Schweden und hinter
Norwegen zurück.
Nicht gleich günstig wie die Entwicklung der finnischen Halbzeugausfuhr
 scheint die Entwicklung der finnischen Ganzzeugaus
 fuhr zu sein. Die Pappenausfuhr Finnlands hat erst 1929 wieder
den Vorkriegsstand erreicht; die Papierausfuhr ist zwar von 146 000 t
auf 244000 t gestiegen, aber im wesentlichen nur durch eine Steigerung
 der Druckpapierausfuhr von 70000 t auf 174 000 t, während die
Packpapierausfuhr wiederum von 66 000t auf 40 000 t gefallen ist. Das
Bild des finnischen Papierganzzeugexports wird jedoch verschleiert
durch den Wegfall des russischen Marktes, der in der Vorkriegszeit
für Finnland ausschlaggebend war. Während Rußland gegenüber der
Vorkriegszeit wesentlich mehr finnisches Papierhalbzeug (Zellstoff
1913: 4000 t, 1929: 36 500 t; Holzschliff 1913: 13 800 t, 1927: 18 100 t)
einführt, nimmt Rußland heute bedeutend geringere Mengen Papierganzzeug
 aus Finnland auf (Pappe 1913: 13 600 t, 1929: 178 t; Druckpapier
 1913: 64700 t, 1929: 32400 t und Packpapier 1913: 48 600 t,
1929: 0 tt). Berücksichtigt man diesen Ausfall Rußlands, so ergibt
sich für die finnische Ausfuhr (außer nach Rußland) bei Pappe eine
Steigerung von rd. 40000 auf 54000 t, bei Druckpapier eine Steigerung
 von rd. 5000 t auf 141 000 t und bei Packpapier eine Steigerung
von rd. 17500 t auf 40000 t. Die Steigerung der Packpapierausfuhr
dürfte noch größer sein, da sie für 1913 einschl. Kartusch- und
Makulaturpapier angegeben ist, während sie 1929 nur Umschlagpapier
umfaßt. Die Entwicklung des finnischen Exportes ohne Rußland ist
um 8o beachtenswerter, als der Wegfall des russischen Marktes für
die finnische Industrie nicht nur den Ausfall eines Absatzmarktes,
sondern auch die Entwertung eines großen Teiles des Produktionsapparates
 bedeutete. Gerade auf den russischen Bedarf bzw. die von
Rußland verlangten Qualitäten waren die Maschinen der finnischen
Industrie eingestellt, und es war deshalb nicht ohne weiteres möglich,
die früher nach Rußland abgesetzten Mengen auf andere Märkte zu
leiten; eine schwierige technische Umstellung war erforderlich, bevor
die alten Absatzgebiete erweitert und neue gewonnen werden konnten.
Den stärksten Erfolg ihrer Umstellung zeigte die finnische Industrie
 bisher auf dem Markt für Zeitungsdruckpapier. Vor
dem Kriege gingen von der Zeitungspapierausfuhr Finnlands (insgesamt
 rd. 70000 t) 65 000 t nach Rußland, 4000 t nach Großbritannien
und Irland und 1000 t nach Deutschland. 1929 war Finnland in Großbritannien,
 den Vereinigten Staaten und Argentinien mit 48000 t,
30 600 und 15 400 t vertreten. Ebenso ist Finnland neu eingedrungen
in den französischen, holländischen und belgischen Markt, sowie in
die Überseemärkte Brasilien, China, Japan, Britisch-Ostindien und

Ya

4.
        <pb n="242" />
        Chile. Auf den meisten dieser Märkte hat der finnische Absatz als
eine gegenüber der Vorkriegszeit vollkommen neue Konkurrenz
den deutschen überholt.
Weniger stark ist Finnland noch im Export von Packpapier und
zum Teil auch Pappe. Hier ist es der finnischen Industrie noch nicht
restlos gelungen, die früher von Rußland aufgenommenen Mengen auf
die anderen Märkte zu lenken. Ihre Konkurrenz äußert sich hauptgächlich
 noch in einem Unterbieten mit geringwertigeren Qualitäten.
Sie verschärft aber auch dadurch die Konkurrenzlage, denn gerade bei
Pappe und Packpapier besteht eine große Substitutionsmöglichkeit von
besseren Qualitäten durch geringere. Die Folge ist zumindest ein
starker Preisdruck.
Eine starke Steigerung seiner P ap pen ausfuhr hat Finnland nach
den schon früher von ihm belieferten Märkten Deutschland, Dänemark
und Belgien erzielt; neu eingedrungen ist es vor allem in den Vereinigten
Staaten, Ägypten und Argentinien; verloren hat es außer auf dem
russischen Markt vor allem in Großbritannien und den Niederlanden.
Die deutsche Pappenausfuhr ist wiederum, da sie nicht nur Holzpappe,
sondern auch Altpapier-, Stroh- und Hadernpappe umfaßt, mit der
finnischen nur bedingt vergleichbar; sie bleibt auch insgesamt der finnischen
 Ausfuhr unterlegen in Dänemark, den Vereinigten Staaten,
Ägypten und Argentinien. Finnland kann heute an Stelle von Schweden
als der schärfste Konkurrent der deutschen Pappenindustrie sowohl
auf dem deutschen Binnen- als auch auf dem Auslandsmarkt angesehen
werden. In der Packpapier ausfuhr konzentriert sich die Konkurrenz
 Finnlands in der Hauptsache auf den großbritannischen Markt,
der sowohl für den deutschen als auch für den finnischen Packpapierabsatz
 der wichtigste ist. Die finnische Packpapierausfuhr nach Großbritannien
 stieg 1913 zu 1929 von 12600 t auf 26 200 t, während die
deutsche Packpapierausfuhr nach Großbritannien 1929 nur wenig über
den Vorkriegsstand hinausging. Besonders bemerkenswert ist eine
gegenüber der Vorkriegszeit stark erhöhte Konkurrenz der finnischen
Packpapierausfuhr auf dem deutschen Markt selbst.
Die Zeitung s papierausfuhr Finnlands umfaßte 1913 rd. die
Hälfte, 1929 fast drei Viertel, die Packpapierausfuhr 1913 nahezu die
Hälfte, 1929 rd. ein Sechstel der gesamten Papierausfuhr Finnlands.
Den Rest der Gesamtausfuhr führt die finnische Statistik in der
Hauptsache unter einer Sammelposition „übriges Papier“ auf, so daß
er sich einem Vergleich entzieht. Unter den anderen gesondert aufgeführten
 Positionen sind allein Schreib- und Seidenpapier noch von
größerer Bedeutung. Die finnische Schreibpapier ausfuhr beträgt
1929 mit 2500 t nur knapp den achten Teil der deutschen Ausfuhr von
Schreib-, Brief-, Bütten- und Notenpapier. Vor dem Kriege ging die
finnische Schreibpapierausfuhr aber fast restlos nach Rußland. Heute
nimmt Rußland nichts mehr ab, dagegen gehen rd. drei Viertel nach
Großbritannien und Irland, wo Finnland, eine völlig neue Entwicklung,
 fast die Hälfte des deutschen Absatzes erreicht. Die finnische
Seidenpapierausfuhr geht zu über vier Fünfteln nach Groß-759
        <pb n="243" />
        britannien, an dem Rest hat Deutschland einen größeren Anteil, und
besonders in Karbonpapier, dem Rohstoff für Kohlepapier, übt Finnland
 eine überaus starke Konkurrenz auf dem deutschen Markt aus.

d) Kanada
Kanada besitzt nächst den drei nordischen Ländern die wichtigste
Konkurrenzindustrie der deutschen papiererzeugenden Industrie. Die
Produktion der kanadischen Industrie beschränkt sich zwar hauptsächlich
 auf die Papierhalbzeug- und Zeitungspapiererzeugung. Diese zeigt
aber gegenüber der Vorkriegszeit und noch mehr in den Nachkriegsjahren
 selbst einen Aufschwung, der die Entwicklung aller anderen
papiererzeugenden Industrien der Welt in den Schatten stellt.

Tabelle 130
Die Zellstoff-, Holzschliff-, Papier- und Pappenproduktion
Kanadas 1913, 1925—1929

-Aox

2
=
=
—-=

vd

m
m

-K9082

—
‚Az

19927

&amp;gt; =
S x
SP
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1928 !* 1929 | 1918

+ *
z x wa
523 Sn
A| 15/8
iZ | 5 113 S
ı 8'818 1.8

Holzschlift ............. [1471,4] 89,1|1724,9| 44,8l1749,7| 44,211980,2] 47,5/2196,1| 51,6 644,5] .

Sulfitzellstoff, gebleicht
” ungebleicht
Sulfat- u. Sodazellst. ..
Reste und Abfälle ....
Andere Faser . ......

206,4!
558,2
219,7
59,8
0,2!

A.
2
Do

QAafr X

660.
222
7m

. 294,
1160,0| 68,2/1246,6 73,4! 827,1
227,0
| ol 96 sl a8 07
71,11 1,0) 96,8) 2,8° 19%

28,8
en an
18,2/ 64,4
12 . |
10.

Zellstoff insges. ........ 70,4]1281,0] 69,2/1342,9| 78,7|1451,9| 77,3] 280,8| —
Halbstoff insges. ....... j515,21100,212980,1]115,2J2074,7|114,4/S278,1|121,2/8648,0 129,0 776,8) —
Zeitungspapier. ... 11898,91106,8/1718,91121,1|1889,5/182,812190,81144,1|2472,4|150,8| 625,6/88,9
) | 7)
67,8| 18.1 72.91 4,8) 68,1| 12,9| 71,8) 14,0) 66,7| 13,6| 43;6| 9,8
9,9 8 SM! ze 93,2/ 9,6| 1018| 10,41 82,9| 9,7/ 45,7 0,6
131,2 &amp;gt; ; 141.1 8 146,5/ 9,0/ 175,2| 10,7! 226,9 13,5| 49,1| 3,5
33,9| 4,8| 39,9] 5,1| 42,8! 44| 46,2| 5,1| 51,6 5,8 10,2| 1,4
140,7 12055,8/158,8/2289,6|163,4/2584,8/184,5 2900,4/198,0] 774,8158,8

Papier u. Pappe insges. |4709,8!
*) Die t zu 1000 kg. — **) 1917.

Von 1913 bis 1929 ist die kanadische Holzschliffpreduktion von
0,54 Mill. t auf 2,2 Mill. t, die Zellstoffproduktion von 0,23 Mill. t
auf rd. 1,5 Mill. t gestiegen. Die kanadische Papier- und Pappenproduktion
 betrug 1929 2,9 Mill. t, wovon 2,5 Mill. t auf Zeitungspapier
 entfielen, dessen Produktion sich allein in den letzten zwölf
Jahren auf fast das Vierfache erhöht hat.

40
        <pb n="244" />
        Tabelle 131
Die Ausfuhr der papiererzeugenden Industrie
Kanadas 1913, 1925—1929

Ausiuhr

Jahr *)

Menge | Wert
in 1000 t**)! in Mill. $

Holzhalbstoff insgesamt
(Total Wood Pulp, incl.
Wood Pulp screenings)

Zellstoff ...

Holzschliff ...

Papier ##*), ...

Zeitungspapier ..

Pappet++ 4). -

1913
1925
1926
1927
1928
1929

1913
1925
1926
1927
1928
19929

1913
L925
1926
1927
1928
(929

1913
1925
1926
1927
1928
19920

1913
1925
1926
1927
1928
(9929

1918
925
L926
1927
1928
1929

287,2
900,2
860,0
811,8
785,1
7208

68,7
561,8
548,7
556,7
571,2
5964

218,5
338,4
311,3
281,6
185,1
1903

(278,7)
1875,6
(641,4
1822,9
2024,9
9800 4.

265,4 ++)
339,8
1607,5
L788,0
2006,0
2989 8

6,87
49,91
49,89
47,26
45,62
18 58

2,92
39,00
30,55
39,24
39,45
37.038

8,44
10,91
(0,34
7,58
5,55
5'901

12,58 +)
105,97
119,48
181,80
148,61
(51.07

11,89 +7)
102,24
116,45
128,51
141,10
148 68

1,22
3,97
2,78
1,96
1,64
1.75

*) 1913-—1027 Fiscaljahr, 1928 u. 1929 Kalenderjahr. — **) £ = 1000 kg. —
**%) Papier: Buchdruckpapier, Zeitungspapier, Packpapier, Bond und Schreibpapier
 und Abfallpapier; nicht eingeschlossen ist: Dachpapier aller Art (Roofingand
 buildingpaper of all kinds) und die Sammelposition: „Anderes Papier und
Papierwaren.‘“ — +) Nicht eingeschlossen sind: Felt and Roofing Paper and
Wall Paper. — +7) Druckpapier insgesamt, 1913 Zeitungspapier nicht gesondert
 aufgeführt. — +77) Nicht eingeschlossen sind: „Pulp and fibre wall
boards‘‘, deren Ausfuhr 1925 und 1926 = 0 war, 1927 rd. 6350 ti. W. von
701866 $, 1928 rd. 5800 t i. W. von 614014 ®% und 1929 rd. 7800 ti. W.
wann YP4071020* 6 hatmır

16.1
        <pb n="245" />
        Den Ausmaßen der Produktionsentwicklung schließt sich eine entsprechende
 Entwicklung des Exports an. 1929 zu 1913 ist der
Export von Papierhalbzeug von rd. 290000 t auf 760 000 t und der
Export von Zeitungspapier von rd. 265 000 t auf 2 282 000 t gestiegen.
Dabei zeigt der Papierhalbzeugexport Kanadas in den letzten Jahren
nicht nur im Verhältnis zur Produktion, sondern auch absolut bereits
wieder einen Rückgang. Wie die nordeuropäischen papiererzeugenden
Industrien so tendiert auch die kanadische papiererzeugende Industrie
zu einer fortlaufend zunehmenden Eigenverarbeitung des Halbzeuges.
Einem Rückgang der Holzschliffausfuhr von rd. 340000 t 1925 auf
rd. 190 000 t 1929 und der Zellstoffausfuhr von.rd. 562 000 t 1925 auf
rd. 536 000 t 1929 steht eine Steigerung der Papierausfuhr in derselben
Zeit von rd. 1376 000 t auf 2 300 000.t gegenüber (vgl. Tab. 131).
Diese beispiellose Entwicklung der kanadischen papiererzeugenden
Industrie beruht gleicherweise auf günstigsten naturgegebenen und
wirtschaftlichen Voraussetzungen. Der Wald- und Wasserreichtum der
Standorte — Quebec, Ontario und neuerdings auch Brit.-Kolumbien
 — vereint sich mit finanziellen und organisatorischen Kräften
größten Ausmaßes. Die Kapitalinveetition betrug schon 1926 14, Milliarde
 $. Die hohe Investition belastet zwar stark die Rentabilität,
andererseits aber kommt ihr die fabrikatorische und organisatorische
Zusammenballung in Riesenbetrieben und -konzernen zugute. Vom
Wald, dessen Besitz dem meist durchgängig vertikalen Aufbau der
Firmen angegliedert ist, bis zum Ganzzeug ist die gesamte papiererzeugende
 Industrie Kanadas in wenigen Betrieben und Händen vereinigt.
Dies ermöglicht neben vollkommenster Bezugs- und Absatzrationalisierung
 eine durchgreifende Technisierung der Gesamtindustrie. Jedoch
setzen die großbetriebliche Struktur und das hohe Lohnniveau zugleich
der Expansion Grenzen. Trotz des großen Umfanges seiner eigenen
Papierfabrikation ist Kanada für hochwertige Papierarten auf einen
Import in Höhe von über 10 Mill. $ angewiesen.
Die produktionswirtschaftlichen Vorteile der papiererzeugenden
Industrie Kanadas finden ihre Ergänzung in einer überaus günstigen
Absatzlage. Der größte Papierhalbzeug- und Papierganzzeugabsatzmarkt
 der Welt, die Vereinigten Staaten, liegen in ihrer unmittelbaren
Nähe. Die Entwicklung der papiererzeugenden Industrie Kanadas ist
ein Spiegelbild der Aufnahmefähigkeit des amerikanischen Marktes und
der Export nach Amerika die tragende Kraft dieser gewaltigen Produktions-
 und Absatzsteigerung. Vom Wert der kanadischen Papierhalbzeugausfuhr
 entfielen im Jahre 1929 über vier Fünftel auf die Vereinigten
 Staaten, vom Wert der Pappenausfuhr fast drei Viertel und
vom Wert der Zeitungspapierausfuhr, die allein rd. 98%: des Gesamtpapierausfuhrwertes
 ausmacht, fast neun Zehntel (vgl. Tab. 132).
Trotzdem der größte Teil der Produktion der kanadischen papiererzeugenden
 Industrie von den Vereinigten Staaten aufgenommen wird,
spielt Kanada mit dem restlichen Teil seines Exportes noch eine bedeutende
 Rolle auf dem Weltmarkt. -
Der Rest der kanadischen Holzschliffausfuhr geht fast ausschließlich
 nach Großbritannien, wo der kanadische Absatz allerdings

262
        <pb n="246" />
        im Vergleich zu dem der nordeuropäischen Länder in den letzten Jahren
stark zurückgegangen ist (vgl. Tab. 133).
Tabelle 132
Die Ausfuhr der papiererzeugenden Industrie Kanadas nach den
Ver. Staaten von Amerika 1913, 1925— 1929

Zellstoff ..

Holzschliff ...

Zeitungspapier .....

Pappe...

Jahr *)

1918
1925
1926
1927
1928
19929

1913
1925
‚926
„927
L928
L929

913
1925
1926
‚927
1928
“929
918
1925
1926
1927
1928
L929

Ausfuhr nach den
Ver. Staaten von Amerika

' Menge | Wert
in 1000 +**\1 in 1000 %

62,8
508,0
486,8
470,9
477,4
448 5

2,660
35,059
84,481
32,547
32,521
20.554

132,8
254,5
212,0
157,5
152,0
165,3
299,6
1262,2
1502,1
1651,6
1758,9
19755

2,254
7,795
6,660
4,780
4,497
5.040

9,819
96,078
108,364
118,405
128,507
129.029

808
1,942
1,458
1,420
1,180
1.268

Wert in % der
Gesamtausfuhr

91,0
89,9
87,4
82,9
82,5
89.6

65,5
71,5
64,4
68,5
80,1
869

86,2
94,0
93,0
92,1
87,6
86.6

66,8
59,8
53,2
79,7
71,9
72,3

4) 1913—1927 Fiscaliahr, 1928, 1929 Kalenderjahr. — **) £ = 1000 kp

Tabelle 133
Die Holzschliffausfuhr Kanadas und der skandinavischen Länder
nach Großbritannien 1913. 1927—1929

| |
1929 1928 1927 1913
Menge *) | Menge *) | Menge *) | Menge *)
n 1000 4 im 40AN 4% im 100 E11 in 40007 "7"

Norwegen ....0....0000004
A
Finnland...-. 2....0.0.0.00000
Kanada -. .

226,7 195,2
156,1 140,3
66,5 44,4
19,38 83,1

214,6 |
128,2
24,1
74.1

148,4
72,7
8,0
84.5

e1 Trackengewicht. — **) tt = 1000 k

2673
        <pb n="247" />
        Für die kanadische Zellstoffausfuhr ist nächst den Ver.
Staaten Japan der wichtigste Absatzmarkt. Er nimmt überwiegend
ungebleichten Sulfitzellstoff auf und hat seine Vorkriegseinfuhr aus
Kanada um ein Vielfaches gesteigert. Außerdem hat Kanada Frankreich,
 Großbritannien, Italien, Belgien und auch Deutschland als neue
Absatzmärkte seiner Ausfuhr an gebleichtem Sulfitzellstoff gewonnen:

Tabelle 134
Die Zellstoffausfuhr Kanadas nach den wichtigsten
kanadischen Absatzmärkten 1913, 1927—1929

Gesamtausfuhr ..... ..
Vereinigte Staaten.....
Japale een erener een
Frankreich ......... ..
Italien ............
Belgien ........
Großbritannien...

1929

Menge in
1000 t

536,2
448,5
27.0
ü

1928

“ange ip
1000 %

571,2
477,4
45,8
PN

1918
Aenge in [Menge in
1000 t | 1000 t

556,7 |
470,9
50,2
13,6
10,5
6,38
34

68,7
62,8
6,1
0,02

0,18

Der Rest der kanadischen Zeitungs papier ausfuhr erreichte
1929 mit rd. 306000 t fast das Doppelte der gesamten deutschen
Zeitungspapierausfuhr. Er ging überwiegend, und zwar jeweils mit
einem Vielfachen der deutschen Ausfuhr, in die Länder der britischen
Dominions. Selbst in Argentinien, wo Kanada keinen Vorzugszoll genießt,
 bleibt die deutsche Ausfuhr seit 1927 hinter der kanadischen
zurück.

Tabelle 135
Die Zeitungsdruckpapierausfuhr Kanadas nach den wichtigsten
kanadischen Absatzmärkten 1913, 1927-—1929

Gesamtausfuhr.....
Vereinigte Staaten.
Australien.........
Großbritannien. ....
Argentinien .......
Neuseeland ........
Britisch-Südafrika. .
Cüba.............,

1929 r 1928

Menge| Wert Menge| Wert
in in in in
1000 t! Mill.$ [1000 + Mill. ®

2282,38]

148,7

2006,0|

LO75,E
57,4
157,7
40.2
nn

129,0 1758,9
4,0 | 44,3
9,6 * 118,8
2,6 48,6
1,4 | 15,7
9 10,81
0,5 9,3/

141,1
128,5
8,4
8,4
2.9

1927

1913

Menge| Wert IMenge| Wert
in in in in
1000 t/ Mill. 1000 t| Mill. $

1788,01 128,5

265,4 |

1651,6| 178,“ 299,6
5,0) 8,5) 10,9
40,7/ 2,9 27|
%6| 18) 0,1
1 nz

11,4
9,8
0,45
0,12
0,01
0,43
0,44
0,08

Neben der Zeitungsdruckpapierausfuhr Kanadas hat die Ausfuhr
von sonstigem Druckpapier und von Schreibpapier nur geringe Bedeu-551
        <pb n="248" />
        tung. Der Hauptteil der übrigen Papierausfuhr entfällt auf Packpapier,
 das mit rd. 1% %| am Gesamtpapierausfuhrwert beteiligt ist.
Die wichtigsten Absatzmärkte sind Japan und Britisch-Südafrika, die
in der deutschen Packpapierausfuhr nur eine geringe Rolle spielen.
Dagegen ist der nächstwichtigste kanadische Absatzmarkt, Großbritannien,
 zugleich der wichtigste für Deutschland. Die kanadische
Packpapierausfuhr besteht jedoch fast restlos aus Kraftpackpapier und
krifft, mehr den schwedischen und norwegischen Absatz als den deutschen,
 der sich auf andere Arten von Packpapier erstreckt.
Wesentlicher ist für Deutschland die kanadische Konkurrenz auf
Jem Pappenmarkt. Zwar geht der größte Teil wiederum nach den
Ver. Staaten, der Rest kommt jedoch zum größten Teil auf den großbritannischen
 Markt, dem wichtigsten Auslandsmarkt für deutsche
Pappe, zum Absatz.
Tabelle 136
Die wichtigsten Bestimmungsländer der kanadischen Pappenausfuhr
 1913, 1925—19291)

1927 | 1926 | 1925 | 1918

1929

Wert in
1000 $

«998 |!

Wert ın
1000 .

Wert in
1000 +

Wert in
1000 ®%

Wert in
1000 $

Wert in
1000 $

Ausfuhr insges. *)
(Paper board)...
davon: Vereinigte
Staaten.........
Großbritannien . .
Irland (Irische
Freistaaten) ..
Britisch- |
Südafrika ..... 107,4 | 180,2 28,3
Neuseeland ..... 63,0 83,7 11,8
Australien ...... 34,0 | 29,3 8,1
Niederlande ..... 28,7 | 21,4 —
Argentinien ..... 17,6 20,9 —
*) Nicht eingeschlossen sind: Halbstoff- und Faserwandpappe, (Pulp and fibre wallboards). Vgl.
Tab. 131. Anm. HD).

e) Die Vereinigten Staaten von Amerika
Die papiererzeugende Industrie der Vereinigten Staaten ist nach
Umfang und Produktion die bei weitem größte unter den papiererzeuzenden
 Industrien der Welt. Von der papiererzeugenden Industrie
Kanadas, die ihr im übrigen vielfach ähnelt und mit der sie kapitalmäßig
 stark verflochten ist, unterscheidet sie ihre unzureichende Papierholzbasis
 und ein vielseitiges Produktionsprogramm.
Der Eigenbedarf der Vereinigten Staaten ist so groß, daß ihr
Binnenmarkt nicht nur die eigene umfangreiche Produktion fast restlos
aufnimmt, sondern darüber hinaus auch zum wichtigsten Absatzmarkt
auf dem Weltmarkt geworden ist. Gegenüber der Vorkriegszeit hat
1) 1913—1927 Fiscaljahr; 1928, 1929 Kalenderjahr.

265
        <pb n="249" />
        sich der Menge nach die Holzschliffeinfuhr der Vereinigten Staaten um
rd. die Hälfte, die Zellstoffeinfuhr auf über das Vierfache und die Druckpapiereinfuhr
 auf rd. das Sechzehnfache erhöht (vgl. Tab. 137).
Die Einfuhr der Vereinigten Staaten an Papierhalbzeug, Papier und
Pappe kommt zum überwiegenden Teil aus Kanada; im Jahre 1929 entfielen
 auf Kanada von der Zellstoffeinfuhr fast zwei Fünftel, von der
Holzschliff- und von der Druckpapiereinfuhr je rd. neun Zehntel, und
Tabelle 137
Die Papierhalbzeug- und Papierganzzeugeinfuhr der
Vereinigten Staaten 1913, 1927—1929

1929 1 1928
Menge | Wert | Menge | Wert
in in in in
1000 t*)I Mill. ®% 11000 t*)| Mill. *&amp;amp;

1997

1918
‚Menge | Wert
| in in
1000 491 Mill. $

Menge | Wert
ı in in
1000 £*)! Mill ®

Papierhalbzeug
insgesamt. ...
davon:
Holzschliff ...
Zellstoff .....
Papier
insgesamt **),
davon:
Druckpapier
insgesamt... 2204 144,7
Zeitungspapier......
 92202 | 144,5 131,5
Pappe insgesamt | 87 1,8 | 2,38
*) = 1000 ke. — **) Ohne Manufactures und der mit diesen kombinierten Positionen.

16.3

165 ] 8,0
346 | 188

af

von der Pappeneinfuhr drei Viertel. Trotz dieses hohen Anteils Kanadas
sind die Vereinigten Staaten für die europäischen papiererzeugenden
Industrien als Absatzmarkt von großer und insbesondere gegenüber der
Vorkriegszeit stark erhöhter Bedeutung. An der Zellstoffeinfuhr
 der Vereinigten Staaten ist Europa zwar nur mehr mit fast
rd. zwei Dritteln beteiligt gegenüber stark vier Fünfteln im Jahre
1913, absolut aber mit einem Vielfachen der Vorkriegsmenge. Den
stärksten Anteil an der Steigerung haben Schweden und Finnland.
Die Druckpapiereinfuhr der Vereinigten Staaten aus Europa
deckt zwar nur rd. 4%, ihrer Gesamteinfuhr (außer dem Anteil
Kanadas ist noch Neufundland mit 5'%i beteiligt), ist aber für den
europäischen Absatz von großer Bedeutung. Sie besteht zum weitaus
 größten Teil aus Zeitungsdruckpapier. Die Vereinigten Staaten
stehen hier als Absatzmarkt für Schweden, dem nächst Kanada und
Neufundland wichtigsten Lieferanten der Vereinigten Staaten, weit an
erster Stelle, für Norwegen an vierter, für Finnland an dritter, und
für Deutschland an fünfter Stelle, während sie in der Vorkriegszeit so
gut wie keinen Zeitungspapierimport aus Europa hatten. Für die

268
        <pb n="250" />
        Pappeneinfuhr der Vereinigten Staaten fehlt eine Vergleichsmöglichkeit
 mit 1913. Im Jahre 1929 entfielen über drei Fünftel des europäischen
 Anteils von rd. einem Viertel des Wertes auf Finnland,
während die Anteile der Niederlande und Deutschlands in den letzten
Jahren etark zurückgegangen sind (vgl. Tab. 138).

Tabelle 138
Die Zellstoff-, Holzschliff-, Druckpapier- und Pappeneinfuhr
der Vereinigten Staaten nach den prozentualen Wertanteilen
der wichtigsten Herkunftsländer 1913, 1926—- 1929
Zellstoff Holzschliff . Druckpapier | Pappe
1920192719261 1913/1929[1927]1926[1918| 1929] 1927 | 1926 |1918 1929]1927119261191°

Herkunftsland

Einfuhrwert
Insgesamt in
Mill $.......
davon aus:
Kanada ......
Schweden ....
Norwegen ....
Finnland ....-Deutschland
 . -
Neufundland-Labrador
 ...-.
Niederlande ..

30. 80.0 aa] 13,8) 62! 6,01 s.-' onlyet rl 3. al124,8] eo! 18) 228] 26

RR

AN

ed

R7

&amp;lt;

EG

8

8
7

13 115

In der Papiereinfuhr der Vereinigten Staaten hat außer der
Druckpapier- bzw. Zeitungspapiereinfuhr, auf die mengenmäßig rd.
98% und wertmäßig über 90 '% der Gesamtpapiereinfuhr*) entfallen,
noch die Einfuhr von Zigarettenpapier, Seidenpapier, Packpapier,
Schreib- und Zeichenpapier, Tapetenpapier und öl- und wasserdichtem
Papier einige Bedeutung. Die Zigaretten papiereinfuhr kommt
überwiegend aus Frankreich. Den größten Anteil an der Seidenpapiereinfuhr,
 die im übrigen auch veredeltes bzw. verarbeitetes
Seidenpapier umschließt, hat Großbritannien mit 0,75 Mill. $ von insgesamt
 2,7 Mill.$. Der Einfuhr aus Großbritannien, die zum großen
Teil aus Karbonpapier bestehen wird, folgt als nächstwichtigste die
hochwertige Einfuhr japanischen Seidenpapiers mit 0,52 Mill $. Deutschland
 tritt in der Seidenpapiereinfuhr der Vereinigten Staaten vor der
Konkurrenz Großbritanniens und Japans mit hochwertigem Seidenpapier
 weit zurück und wird auch in den geringwertigeren Sorten von
der Tschechoslowakei stark übertroffen. Ähnlich liegt es bei der Einfuhr
 von Schreib-, Zeichen- usw. Papier, in der die Hauptkonkurrenten
 Deutschlands in hochwertigem Papier ebenfalls Großbritannien
 und Japan sind. Auch in der Packpapiereinfuhr der
Vereinigten Staaten tritt Deutschland zurück. Sie besteht zum großen
Teil aus Kraftpackpapier; der Hauptanteil fällt Schweden zu. Doch
wird bei der stark zunehmenden Eigenproduktion der Vereinigten

1) Ohne Manufactures und der mit diesen verbundenen Positionen.

357
        <pb n="251" />
        Staaten diese Einfuhr bald in Wegfall kommen. Auch in der Einfuhr von
Tapetenpapier und fett- und wasserdichtem Papier
machen sich die Vereinigten Staaten in zunehmendem Maße von der Einfuhr
 unabhängig. Betroffen wird dadurch in beiden Papierarten besonders
 Deutschland, ‘in Tapetenpapier außerdem Großbritannien,
Frankreich und Kanada, in fett- und wasserdichtem Papier Belgien,
Frankreich und Skandinavien.

Die Ausfuhr der Vereinigten Staaten tritt nicht nur gegenüber
 der großen Eigenproduktion und der Einfuhr der Vereinigten
Staaten selbst, sondern auch in ihrer allgemeinen Weltmarktbedeutung
stark zurück Eine Holzechliffausfuhr fehlt, die insgesamt geringe Zellstoffausfuhr
 entfällt überwiegend auf Kanada; sie hat allerdings in den
letzten Jahren stark zugenommen und geht neuerdings auch in größeren
Mengen nach Japan und Großbritannien. Die Papierausfuhr ist zwar
hinsichtlich der verschiedenen Papiersorten nächst der deutschen eine
der vielseitigsten, doch bleibt auch sie insgesamt ohne größere Bedeutung
 und konkurriert im wesentlichen nur, allerdings in den letzten
Jahren ebenfalls stark zunehmend, in Kanada und in Mittel- und Südamerika.
 Allein die Pa ppen ausfuhr der Vereinigten Staaten hat eine
größere Weltmarktbedeutung. Als Pappenexporteur der Welt stehen
die Vereinigten Staaten, 1929 mit rd. 46 000 t nächst den Niederlanden
(Strohpappenexport), Deutschland und Finnland vor Schweden und
Österreich. Fast die Hälfte der Ausfuhr fällt Kanada zu; daneben sind
Großbritannien und Japan in besonders hochwertiger und China und
Mittelamerika in geringwertiger Pappe die wichtigsten Abnehmer.

f) Großbritannien.
Die papiererzeugende Industrie Großbritanniens war ursprünglich
in Anlehnung an die alte Textilindustrie des Landes in ihrer Rohstoffversorgung
 weitgehend bevorzugt. Mit Aufkommen der Holzverarbeitung
 jedoch wurde sie stark benachteiligt. Das Fehlen des wichtigsten
Rohstoffes verhinderte die Entstehung einer eigenen Holzhalbzeugindustrie,
 Bestehen und Entwicklung der großbritannischen papiererzeugenden
 Industrie ist seitdem entscheidend abhängig von dem ungehemmten
 Halbzeugimport. Im Falle einer Holz- oder Holzstoffnot
wäre Großbritannien ganz auf seine Kolonien, namentlich Kanada,
angewiesen, und die Frage bleibt offen, welche Wirkungen durch eine
solche Zwangslage für die englische Papierindustrie entstehen könnten.
Von Großbritannien werden deshalb fortlaufend alle erdenklichen Anstrengungen
 gemacht, um insbesondere in seinen Kolonien einen neuen
Rohstoff, selbst den Papyrus, wieder zu sichern. Eine gewisse Emanzipation
 von der Holzbasis hat Großbritannien bereits in der Verarbeitung
 der Espartofaser erreicht, die es in großen Mengen aus Algier,
Tunis und Spanien bezieht. Doch ist die großbritannische papiererzeugende
 Industrie nach wie vor weit überwiegend auf die Verarbeitung
von Holzhalbzeug gestellt.

IÄR
        <pb n="252" />
        Tabelle 139
Die Holzschliff-, Zellstoff- und Espartoeinfuhr Großbritanniens
in 1000 6!) 1913, 1927, 1929

1929 | 1927 ! 1918

Holzschliff*) .....0...0..
Zeilstoff**). .....0.0.0000
Esvarto. .

977 867 575
687 | 588 | 418
815 994 208

*) Weit überwiegend Holzschliff feucht, — **) Weit überwiegend
Zellstoff trocken.

Der Zellstoff- und Holzschliffimport kommt weit überwiegend aus
den drei nordischen Ländern. Diese lieferten 1929 rd. 80 % der Zellstoff-
 und rd. 95 % der Holzschliffeinfuhr, in Zellstoff ist Schweden
(1929 rd. 45%), im Holzschliff Norwegen (1929 rd. 50 %) das Hauptversorgungsland.
 Neben Schweden, Norwegen und Finnland hat in der
großbritannischen Zellstoffeinfuhr nur noch Deutschland (1929 rd. 8 %),
in der Holzechliffeinfuhr nur noch Kanada (1929 rd. 5:%) einige Bedeutung.

Trotz ihrer mangelnden Roh- und Halbstoffbasis ist die großbritannische
 papiererzeugende Industrie nächst der deutschen die größte
unter den europäischen papiererzeugenden Industrien, Die Produktion
 der papiererzeugenden Industrie Großbritanniens belief sich im
Jahre 1924 auf rd. 1,26 Mill. t Papierganzzeug im Werte von rd.
31.6 Mill. £. Sie verteilte sich auf die einzelnen Arten gemäß Tabelle 140.
Ein Vergleich der Produktion des Jahres 1924 mit der Vorkriegszeit
 ist in der Unterteilung der Tabelle 140 nicht möglich, da die
früheren Erhebungen nicht in detaillierter Form vorgenommen wurden.
In der Tabelle 141 sind deshalb von jeder Hauptgruppe die Mengen und
Werte für die Jahre 1924 und 1912 so zusammengestellt worden, daß
sich eine gewisse Vergleichsmöglichkeit ergibt. Dabei ist zu berücksichtigen,
 daß 1924 die Industrie als Ganzes erfaßt wurde, für 1912
aber die Firmen mit weniger als 5 Personen fehlen und auch einige
größere Firmen, deren Bericht bei Ausbruch des Krieges noch ausstand.
Außerdem ist für 1912 das Vereinigte Königreich und für 1924 nur
Großbritannien erfaßt. Die Vergleichsmöglichkeit wird aber durch
diese Differenz nur gering gestört.
Gegenüber der Vorkriegszeit zeigt sich eine starke Steigerung der
Produktion an Druckpapier und Pappe, während die Herstellung von
Pack- und Einschlagpapier im Jahre 1924 nur knapp den Vorkriegsstand
 behauptete und die Produktion der unklassifizierten Papiere sogar
stark gesunken war. Die Steigerung der Druckpapierproduktion und
die Abnahme der Schreibpapierproduktion ist zum Teil auf veränderte
Gesichtspunkte in der Trennung von Schreib- und Druckpapier zurückzuführen.

1) t= 1000 ke.

76°
        <pb n="253" />
        Tabelle 140
Produktionsmenge und -wert der papiererzeugenden Industrie
Großbritanniens, aufgeteilt nach Sorten 19%4

Warenbenennung

Zeitungsdruckpapier. .
anderes Druckpapier .
Druckpapier insgesamt. -
Schreibpapier......... 4
Pack- und Einschlagpapier insgesamt................
Pack- und Einschlagpapier unglasiert..........
glasiert und masch. glasiertb.....0..00.0000000040
wasserdicht... -
anderes Packpanier „4 HE
Seidenpapier............... . SA
Pflanzenpergament- und öldichtes Papier .............
Löschpapier ...........- .
Papier anderer. Art. .

Papier insgesamt...
Außerdem:
Druckpapier, geteert oder anderes .
Gestrichene Papiere....
davon:

Photogräphisches Papier (nicht lichtempfindlich)
KAT sr ers mr ra
Andere Arten, ausschl. wasserdichtem Pack- und
Dachvapier

Feine Pappe insgesamt.
Wandpappe....-.
ANÄCTE kN
Strohpappe ............
Lederpappe............0.0.00000
Pappe und Karton........

Pappe insgesamt

Menge ! Verkaufsin
 1000 € wertin Mil.

507,5
9004

9,1
886

316,9
114,6
L60,9
88,7
58,9
79
7

17,7
5,2
rp

Dt)

5,6
1.1
ö,5
[9.1

„I
02
0,4
0.9

(

11297

28,7

8,1
81.66

0,17
308

0,17
37,22
24.28
8,7 0,24
88 | 0,12
49 | 042
0,9 0,01
1,7 0,05
95,9 1,9

0,03
1,70

1,36

1073 | 948

Ein besonderes Kennzeichen der englischen papiererzeugenden Industrie
 ist ihre Verflechtung mit dem Zeitungskapital des Landes. Die
zunehmende Konzernierung des englischen Zeitungsgewerbes, die die
Konkurrenz keineswegs abschwächte, sondern in einem Ausmaße verstärkte,
 wie sie sich zwischen unabhängigen Zeitungen kaum hätte entwickeln
 können, zwang die Zeitungskonzerne zur verstärkten Rationalisierung.
 Auf diesem Wege lag nicht zuletzt eine Vertikalkonzentration
 mit der Papiererzeugung. So sind die vier größten Zeitungskonzerne
 Englands, Northeliffe-Rothermere, Berry, Inveresk und Beaverbrook,
 durch starke Kapitalinteressen nicht nur mit der englischen
papiererzeugenden Industrie selbst, sondern auch mit der kanadischen.
270
        <pb n="254" />
        Tabelle 141
Produktionsmenge und -wert der Papierganzzeugindustrie
Großbritanniens 1924, 1912

Warenbenennung

Druckpapier ...
 Schreibpapter HE
Packpapier und Einschlagapler
 ......0.000.0.000000
Anderes Papier als Druck-,
Schreib-, Pack- und gestrichenes
 Papier.......
Pappe..-A



insgesamt

außerdem gestrichenes
Papier.....- Em
*) Vgl. Tab. 140.

1924 *)

1912

Menge
in 1000 t

Verkaufswert
 in Mill.
£

Menge
in 1000 t

Verkaufswert.in
 Mill,
£

816,9
114,6
160,9

17,7
5,2
3,8

575,3
158,5
161,5

4,1
3.9

9

45,4
107,8

2,6
29

52,7
62,0

1,0
07

1245,1 | 81,0 1010,0 |
61.7 3.1 es | u

14,6

neufundländischen und norwegischen verbunden. Eine Sonderentwicklung
 nahm der Inveresk-Konzern, der seinen Ausgang von der Papierindustrie
 nahm. Im Besitze einer großen Zahl von Papierfabriken, die
zum größten Teil Spezialsorten fabrizieren, drang dieser Konzern in
das Zeitungsgewerbe ein, um den Absatz seiner Papierfabriken sicherzustellen.
 Und zwar erfolgte seine Interessennahme zunächst, der Art
seiner Papiererzeugung entsprechend — nur 5%: des im Konzern produzierten
 Papiers sollen Zeitungspapier sein — für eine Gruppe von
Qualitätszeitschriften, die auf Kunstdruckpapier gedruckt werden; erst
später wandte er sich dem Erwerb seiner Tageszeitungen zu. Welche
Bedeutung für die papiererzeugende Industrie Englands ihre Verbundenheit
 mit dem Zeitungskapital hat, erhellt daraus, daß über drei Fünftel
der Gesamtproduktion auf Druckpapier entfallen.
Kennzeichnend für den englischen Außenhandel in Produkten
der papiererzeugenden Industrie ist die Einfuhr geringwertiger und die
Ausfuhr hochwertiger Erzeugnisse. Der Ausfuhreinheitswert der gesamten
 Papierausfuhr ist rd. um die Hälfte und der Ausfuhreinheitswert
 der gesamten Pappenausfuhr über doppelt so groß wie der Einfuhreinheitswert.
 Ungeachtet dessen und der hohen Entwicklung der
eigenen Papierganzzeugindustrie übersteigt der Bedarf des Landes auch
wertmäßig die eigene Erzeugung bedeutend. Der Papieraußenhandel
Großbritanniens war im Jahre 1929 bei einer Einfuhr von rd. 640 000 t
im Werte von rd. 11,6 Mill. £ um rd. 440000 t im Werte von rd.
6,2 Mill. £ und der Pappenaußenhandel bei einer Einfuhr von rd.
332 000 t im Werte von rd. 3,8 Mill. £ um rd. 315 000 t im Werte von
34 Mill. £ passiv.

271
        <pb n="255" />
        Neben seiner großen Bedeutung als Ausfuhr- und Einfuhrland ist
Großbritannien auch als Durchfuhrland für den Weltpapiermarkt
von ausschlaggebender Bedeutung. Der Londoner Papiermarkt ist der
wichtigste der Welt; er ist maßgebend für die Welthandelspreise. Das
Hauptgeschäft auf diesem Gebiet erscheint allerdings nicht in der
Statistik, da die größten für den Reexport bestimmten Warenmengen
zwar von englischen Exporthändlern bei den Vertretern der ausländischen
 Firmen in London gekauft werden, auch in London fakturiert
werden, aber unmittelbar vom Erzeugungsland zum Versand kommen,
ohne England zu berühren. Insgesamt erscheinen in der englischen
Statistik als Durchfuhr nur durchschnittlich 1000 t bis 2000 t Papier
und 1000 t Pappe,
Das stärkste Defizit in der eigenen Bedarfsdeckung zeigt Großbritannien
 in Druckpapier. Im Jahre 1913 betrug dessen Einfuhr,
einschl. geringer Mengen Schreibpapier, 185 000 t und ist 1925 bis 1929
fortlaufend gestiegen bis auf 380 000 t. Die -Hauptherkunftsländer der
großbritannischen Druckpapiereinfuhr waren im Jahre 1927
die drei nordischen Länder mit insgesamt einem Anteil von rd. der
Hälfte der Einfuhrmenge. Aber auch schon 1927 wurde jedes einzelne
von ihnen noch übertroffen von Neufundland (einschl. Labrador), auf das
über ein Viertel der Einfuhrmenge entfiel. Außerdem war auch Kanada
schon mit rd. 12% beteiligt. Aus Deutschland kamen nur rd. 5%.
Im Jahre 1929 deckte Kanada allein über zwei Fünftel der Einfuhrmenge,
 Neufundland fast ein Viertel und die drei nordischen Länder
insgesamt nur mehr noch wenig mehr als Neufundland allein. Deutschlands
 Anteil war 1929 auf nur mehr knapp 3% gesunken. Deutschland
ist zugleich auch das einzige Land, dessen Druckpapiereinfuhr nach
Großbritannien gegenüber der Vorkriegszeit gesunken ist, und zwar um
rd. 60%: (von rd. 24000 t 1913 auf rd. 10000t 1929). Die Ausfuhr
aller anderen Länder nach Großbritannien ist stark gestiegen, am
stärksten die Kanadas, Finnlands und Neufundlands. Der Rückgang
der deutschen Druckpapierausfuhr nach Großbritannien liegt im wesentlichen.
 daran, daß Deutschland in der Lieferung von Zeitungsdruckpapier
 zurücksteht, das den weit überwiegenden Teil der großbritannischen
 Druckpapiereinfuhr ausmacht. Finnland, Norwegen und Schweden
haben infolge ihrer günstigen Produktionsbedingungen und ihrer Halbzeuglieferungen
 und Kanada und Neufundland infolge ihrer Verbundenheit
 mit dem Mutterlande einen Vorsprung. Geringer ist für Deutschland
 die Konkurrenz in anderem Druckpapier. Hier ist Deutschland
der bedeutendste Lieferant; Konkurrenten sind wiederum die nordischen
Länder, vor allem Norwegen und Finnland, während Schwedens Ausfuhr
 in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist; daneben auch die
Niederlande und in starkem Ansteigen Österreich. .
Im Gegensatz zur großbritannischen Druckpapiereinfuhr, in der
das Zeitungspapier dominiert, überwiegt in der Druckpapierausfuhr
 anderes Druckpapier Zu ihm gehört auch das hochwertige
Espartodruckpapier, dessen Herstellung eine schottische Spezialität ist.
In England wird es viel zum Buechdruck verwandt. und es erscheint

7797
        <pb n="256" />
        auch auf dem deutschen Markt, wo es unter dem Namen „Federleicht
Druck“ bekannt ist. Doch ist seine Einfuhr nach Deutschland stark
zurückgegangen, zumal die deutsche Papierindustrie aus Holzzellstoff
ein qualitativ gleichwertiges Papier herzustellen vermag.
Die großbritannische Druckpapierausfuhr geht überwiegend nach
Ländern des Dominiums, vor allem nach Australien und Neuseeland,
lie die großbritannische Zeitungsdruckpapierausfuhr fast restlos aufnehmen.
 Australien ist zugleich auch für die großbritannische Ausfuhr
anderen Druckpapiers als Zeitungsdruck der wichtigste Absatzmarkt;
ihm folgen erst in weitem Abstand Britisch-Südafrika, Britisch-Indien,
Japan, Neuseeland und der Irische Freistaat. Die großbritannische
Druckpapierausfuhr betrug 1929 mit rd. 169000 t rd. 75 '%i der deutschen,
 während sie 1913 mit 95 000 t die deutsche Druckpapierausfuhr
um fast die Hälfte übertroffen hatte. Die verhältnismäßig geringe
Steigerung der großbritannischen Druckpapierausfuhr hat vornehmlich
ihren Grund in dem starken Rückgang der Ausfuhr nach den nichtbritischen
 Ländern, die von rd. 29000 t auf 19 000 t, und nach Britisch-Indien,
 die von rd. 14000 t auf rd. 7000 t gesunken ist. Nach den
übrigen britischen Ländern dagegen ist die großbritannische Druckpapierausfuhr
 von rd. 52 000 t 1913 auf rd. das Zweidreiviertelfache gestiegen.
 Sie übertrifft hier, nicht zuletzt auf Grund ihres Vorzugszolles,
sowohl absolut als auch in ihrer Steigerung gegenüber 1913 bei weitem
die deutsche Ausfuhr.
Nächst Druckpapier ohne Zeitungspapier ist die größte aktive Position
 des großbritannischen Papierganzzeugaußenhandels Schreibpapier,
 dessen Ausfuhr mengenmäßig zwar nur wenig mehr, wertmäßig
 aber über das Doppelte der Einfuhr beträgt. In der Einfuhr von
Schreibpapier sind Norwegen, Deutschland und Finnland die wichtigsten
Herkunftsländer. Doch ist die absolute Bedeutung der Schreibpapierein-[uhr
 erheblich geringer als die der Druckpapiereinfuhr. Auch tritt der
großbritannische Schreibpapierimport gegenüber der eigenen Erzeugung
stark zurück (im Jahre 1924 betrug die Erzeugung 2,3 Mill. Cwts. im
Werte von 5,2 Mill.£, die Einfuhr 0,3 Mill. Cwts. im Werte von 0,2 Mill. £).
Im Gegensatz zu Deutschland hat England eine große Produktion und
Ausfuhr an hochwertigem Lumpenpapier behalten. Intensive Wasserzeichenpropaganda
 und die Einstellung der Abnehmerschaft unterstützen
 den spezifisch englischen Export hochwertigen Hadernpapiers.
Der überwiegende Teil der großbritannischen Schreibpapierausfuhr geht
nach britischen Ländern, insbesondere Australien mit Neuseeland und
Britisch-Indien. Von den außerbritischen Ländern sind Japan, China,
Argentinien und mit besonders hochwertigen Qualitäten die Vereinigten
Staaten die wichtigsten Abnehmer. Die großbritannische Schreibpapierausfuhr
 ist mit der deutschen Schreib-, Brief-, Bütten- und Notenpapierausfuhr
 nur schlecht zu vergleichen. Beachtenswert ist, daß sie, obwohl
sie nur Schreibpapier in großen Bogen umfaßt, 1929 mit rd. 15500 t
im Werte von 0,83 Mill. £, mengenmäßig nur 90%, wertmäßig aber fast
L40 %i der deutschen Asfuhr beträgt.
Die Packpapiereinfuhr ist die wichtigste Papiereinfuhrposition
 Großbritanniens, 1929 rd. 247 000 t. Ihre wichtigsten Herkunftslän-18

 Enquete-Ausschuß, I5, Band 10,

27%
        <pb n="257" />
        der sind die nordischen Länder und Deutschland. Doch ist durch den im
Jahre 1926 eingeführten Packpapierzoll von 162% ad valorem der englische
 Packpapiermarkt stark beengt worden. Der Zoll erschwert vornehmlich
 die Einfuhr von satiniertem und unsatiniertem Packpapier
(anders als Kraftpackpapier), weniger aber die Einfuhr von Kraftpackpapier.
 Im Gegensatz zu dem übrigen Packpapier wird Kraftpapier
in England nur in geringem Umfange hergestellt; für 1924 ist der Anteil
des Kraftpapiers an der englischen Gesamtherstellung von Packpapier
auf nur 3% geschätzt worden. Das englische Kraftpapier bleibt in der
Qualität hinter dem ausländischen Kraftpapier zurück, da in den
anderen Ländern die Zellulose naß verarbeitet werden kann, während
in England die Zellulose trocken eingeführt und wieder eingefeuchtet
werden muß, wodurch die Qualität des Papiers leidet. Im ganzen wird
in England der. Packpapierzoll nicht durchweg günstig beurteilt, da das
Packpapier in großem Umfange Rohmaterial für die weiterverarbeitende
Industrie bildet. Bei Kraftpapier für Verspinnungszwecke, das als
Unterlage für billige Teppiche verwandt wird, ist es der weiterverarbeitenden
 Industrie gelungen, nachträglich eine Ausnahme vom Zoll
durchzusetzen. ‚Außerdem ist Pergament und anderes fettdichtes Papier
zollfrei geblieben,. da hierin der englische Bedarf nur zum Teil durch
eigene Erzeugung gedeckt wird.
Die Packpapierausfuhr Großbritanniens, die 1913 noch 46 000t
betrug, war 1927 auf fast den fünften Teil zurückgegangen, ist seitdem
aber wieder auf rd. 13 000 t angestiegen. Es ist vornehmlich die schwedische
 Kraftpapierausfuhr, die dem großbritannischen Absatz auf dem
Inlandsmarkt als auch auf dem Auslandsmarkt, insbesondere in den britischen
 Ländern, starken Abbruch getan hat.
Außer den genannten. Papierarten fällt im großbritannischen
Papieraußenhandel lediglich noch der Ausfuhr von Lösch papier
eine größere Bedeutung zu, in dem Großbritannien der wichtigste Exporteur
 auf dem Weltmarkt ist. Doch beschränkt sich der Export im
wesentlichen auf die britischen Länder, auf die 1929 von der Gesamtausfuhr
 rd. zwei Drittel entfielen.
.. DiePappeneinfuhr Großbritanniens betrug 1913 rd. 246 000 t,
1929 rd. 332 000 t. An erster Stelle steht die Einfuhr von Strohpappe
(1929 rd. zwei Drittel der Menge, rd. zwei Fünftel des Wertes der
Gesamtpappeneinfuhr), die fast restlos aus Holland kommt. In dem
Import der anderen Sorten, vornehmlich feine Pappe und Card- und
Pasteboard, haben Schweden und Deutschland die Führung. Außer
ihnen sind noch Finnland, Kanada, Norwegen und die. Ver. Staaten verhältnismäßig
 stark an der Einfuhr beteiligt. Von diesen zeigt Kanada
zwar einen leichten Rückgang seines Vorkriegsabsatzes; der Absatz von
Norwegen und den Ver. Staaten aber iet stärker gestiegen als der
deutsche, der norwegische auf über das Doppelte, der der Ver. Staaten
auf das Dreifache.
Die großbritannische Pappeneinfuhr übersteigt bei weitem die
eigene Erzeugung. Diese erstreckt sich aber speziell auf hochwertige
Pappen, während die Einfuhr im wesentlichen aus geringeren: Qualitäten
 besteht. Auch ohne Strohpappe gerechnet beträgt der Einfuhr:

774.
        <pb n="258" />
        einheitswert nur rd. zwei Drittel des Ausfuhreinheitswertes, Die an
sich verhältnismäßig geringe Pappenausfuhr Großbritanniens bekommt
dadurch besondere Bedeutung. Sie ist 1929 zu 1913 auf über das Zweieinhalbfache
 gestiegen und beträgt 1929 mit rd. 16 600 t ungefähr den
fünften Teil der deutschen Pappenausfuhr insgesamt und über das Dreifache
 der deutschen Ausfuhr von feinen Pappen. Die großbritannische
Pappenausfuhr geht zu über drei Vierteln nach britischen Ländern, von
denen wiederum Brit.-Indien, vor allem mit dem Import von Cardboard
und Pasteboard, weit an erster Stelle steht.
£) Die Niederlande

Die papiererzeugende Industrie der Niederlande entbehrt wie die
Großbritanniens eine größere eigene Holzbasis. Jedoch kommt sie in
ungleich stärkerem Maße ohne Holz bzw. Holzmasse aus. Zum überwiegenden
 Teil ist sie auf der Strohverarbeitung aufgebaut. Sie ist als
solche als landwirtschaftliches Nebengewerbe entstanden und hat auch
heute noch zum großen Teil diesen Charakter nicht verloren. Ihre
Unternehmungsformen sind vielfach Bauerngenossenschaften, die gegründet
 wurden, um eine rationellere Verwendung des Strohanfalles zu
armöglichen. Einen starken Entwicklungsantrieb bekam die niederländische
 papiererzeugende Industrie durch die Sperrung der deutschen
Grenze gegen den Viehimport, Ende der siebziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts. Der größte Teil des Strohs wurde dadurch für den Landwirt.
 zur Viehzucht und -haltung entbehrlich; und die Produktion von
Stroh zur industriellen Verarbeitung trat mehr und mehr in den Vordergrund
 des landwirtschaftlichen Betriebes. Später machte dann die Modernisierung
 der Wirtschaften in den Moorkolonien den Stalldünger so
gut wie völlig entbehrlich, und die intensive Kunstdüngung ermöglichte
es, den jährlich größer werdenden Moorkolonien riesige Strohernten
abzugewinnen. Voraussetzung für deren Verarbeitung aber sind die
günstigen Transportmöglichkeiten des mit Kanälen durchzogenen Landes,
 die sowohl für den. Stroh- und den Brennstoffbezug — statt
Kohle wird zunehmend Torf verwandt — als auch für das Fertigprodukt
 einen reinen Wassertransport erlauben. Sie bedingen, daß die niederländische
 papiererzeugende Industrie in Strohpapier und vor allem
aber in Strohpappe bei weitem die erste Stelle auf dem Weltmarkt einnimmt.
 Der Strohpappenexport der Niederlande ist größer als der
Holzpappenexport aller anderen: Länder zusammen. und. bildet für diese
eine starke Substitutionskonkurrenz.
Der Außenhandel der. niederländischen papiererzeugernden‘ Industrie
in Strohmasse, ihrem Haupthalbstoff, ist unbedeutend; die Strohmasse
 wird fast restlos im eigenen Lande hergestellt und verarbeitet.
im Holz- und Holzhalbstoff- Außenhandel der Niederlande
hat — abgesehen von der Holzdurchfuhr — nur die Einfuhr eine größere
Bedeutung. Sie beschränkt sich für Holz im wesentlichen auf Lieferungen
 aus Rußland und Finnland und für Holzechliff und Zellstoff auf
Skandinavien, Finnland und Deutschland: Die Papierholzeinfuhr betrug
1929 rd. 566 000 fm, die Zellstoffeinfuhr rd. 67 000 t, die Holzschliffeinfuhr
 rd. 25 000 t.

).
        <pb n="259" />
        Ungleich bedeutender als der Papierhalbzeugaußenhandel der Niederlande
 ist ihr Papierganzzeugaußenhandel. Weit im Vordergrund
steht der niederländische Pappenaußenhandel. Dieser brachte 1929
bei einer Ausfuhr von rd. 249 000 t, davon 245 000 t Strohpappe, einen
Ausfuhrüberschuß von rd. 244 000t. Die wichtigsten Herkunftsländer
der geringen niederländischen Pappeneinfuhr sind Deutschland mit
einem Anteil von rd. zwei Fünfteln und Finnland mit einem Anteil von
fast einem Drittel. Das wichtigste Bestimmungsland der niederländischen
 Pappenausfuhr ist Großbritannien, auf das 1929 allein rd. 80%
entfielen. In weitem Abstand folgen als wichtigste Absatzmärkte Brit.-Indien,
 Australien, Ägypten und Südafrika. e
Im Gegensatz zum Pappenaußenhandel ist der Papier außenhandel
 der Niederlande passiv. Er brachte im Jahre 1929 bei einer Einfuhr
 von insgesamt rd. 78 000 t im Werte von rd. 19 Mill. Gulden einen
Einfuhrüberschuß von rd. 8000 t im Werte von rd. 316 Mill. Gulden.
Wertmäßig die erste Stelle — sowohl in der Ein- als auch in der Ausfuhr
 — nimmt der Außenhandel mit Druck- und Schreibpapier und
-karton ein. Es folgt an Bedeutung der Außenhandel mit Zeitungspapier.
 Der Rest der niederländischen Papierein- und -ausfuhr verteilt
sich im wesentlichen auf Pack-, Pergament- und Tapetenpapier (vgl.
Tab. 1492).

Tabelle 142
Die Papierein- und -ausfuhr der Niederlande nach Sorten
1927— 1929

Papierart

Insgesamt .....
Druck- und
Schreibpapier
und -Karton:
holzhaltig....
holzfrei......
Zeitungspapier .
Packpapier ....
Pergament:
echt.......0. |
imitiert...... |
Tapetennapier..

Einfuhr
Menge in Wert in Menge in Wert in
1000t_ | Mil. Gld. 1000 t Mill. Gld.
‚927 | 1928/1929 | 1927/1928! 19291 1927! 1928 1192911927 [199281 1929

571.8 780172 180 1011657

69.2 169.8 | 14.3 / 15.3 1 15.6

5,9
3,8
24,7
11,2

“7,8
RE
&amp;gt;}
24
11.4

17,5
7,5
29,2
12,8

3,4
Se

4,0
Q a

4,0
nd

11’ 0.7
21°) 9251
&amp;gt; ac?

0,8
25,5
29,1 ı
(OR

0,8
8,7
5,1
47

02° 0,2
7,9 8,0
441 4,1
2383| 25

9.

1
A
5.4

c

go

fo
51!

46
49

10 A
292! 983

2

0,0

0,5

0,8

U.

O1

Das wichtigste Herkunftsland der niederländischen Papiereinfuhr
ist Deutschland. Es steht jedoch auf dem niederländischen Markt in
starker Konkurrenz mit Großbritannien in holzfreiem Druck- und
Schreibpapier, mit den drei nordischen Ländern in holzhaltigem Druckund
 Schreibpapier und in Zeitungspapier, mit Schweden und Norwegen
in Packpapier und mit Belgien in Pergament- und Tavetenpapier.

76
        <pb n="260" />
        Für die niederländische Papierausfuhr ist ebenso wie für die
Pappenausfuhr Großbritannien der wichtigste Absatzmarkt.
Tabelle 143
Die wichtigsten Bestimmungsländer der Papierausfuhr der
Niederlande 1927 und 1929

Bestimmungsländer


Großbritannien
mit Irland ....
Niederl. Indien
Brit. Indien ...

Anteil in % am Wert der Ausfuhr von
Druck-,Schreibp.| Zeitungen. | Per) anianl Pergamentp. Tapetenp.
1927 | 1929 297 | 1929 1927 | 1929

PA.

18
19
n | .
16 | 12
Argentinien

12
19

Dr
27

+;

1

36
36
*\

3
7
68
a

0,1
0,1
48
*

l 41
?rankreic,
20 | 88
Belgien

*) Ohne größere Bedeutung.

Im übrigen geht die niederländische Papierausfuhr im wesentlichen
nach Übersee, insbesondere nach Asien und Südamerika. Ein Vergleich
mit der deutschen Papierausfuhr ergäbe ein falsches Bild, da nicht ersichtlich
 ist, welche Durchfuhrmengen und -werte, teils aus Deutschland
selbst, in der niederländischen Ausfuhrstatistik enthalten sind. Zwar
hat die holländische Statistik eine besondere Durchfuhrstatistik. Doch
gibt diese nur Sammelpositionen an, wie „Holzwerk“ und wie „Papier“,
zu denen sowohl Papierhalbzeug als auch Papierwaren gehören.
h)} Österreich
Die papiererzeugende Industrie Österreichs ist eine der wenigen Industrien
 des Landes, die sich verhältnismäßig gut entwickelt hat. Zwar
ist auch sie durch die Zerreißung des alten österreichisch-ungarischen
Wirtschaftsgebietes stark in Mitleidenschaft gezogen; durch die Abtrennung
 der Nachfolgestaaten hat sie ihren inneren Markt so gut wie ganz
verloren, und ihre geographische Lage inmitten der von hohen Zollmauern
 umgebenen Nachbarschaft erschwert es ihr, ihren Absatz nach
anderen Gebieten zu verlegen. Doch zeigt der Vergleich mit der Vorkriegszeit,
 daß die Erzeugung nicht unwesentlich gestiegen ist. Insbesondere
 sind es neben den billigen Löhnen der Holzreichtum und die
großen Wasserkräfte des Landes, die die papiererzeugende Industrie
Österreichs in ihrem neuen Dasein als Exportindustrie stützten (vgl.
Tab. 144).
Als Absatzgebiet spielt Österreich bei dem geringen Verbrauch und
der weitgehenden Eigenerzeugung so gut wie gar keine Rolle. Die geringe
 Einfuhr an Zellstoff, Pappe, insbesondere Rohpappe, und einzelnen
Papiersorten, insbesondere Packpapier und Pergamentpapier, kommt
vor allem aus der Tschechoslowakei und in geringerem Maße aus
Deutschland. Im Jahre 1929 machte die Einfuhr an Zellstoff knapp
7%, 1. Tape rd. 12 % und an Papier rd. 3 %. der Ausfuhr aus (vgl.
Tab. 145).

+77
        <pb n="261" />
        Tabelle 144
Die Produktion der papiererzeugenden Industrie Deutsch-;
 Österreichs 1913, 1925—1929
(in 1000 t)

Zellstoff ..........
Holzschliff ........
Dal a4: ke 8 Ha
Pappe..........

19138

.18 820
94 020
187 060
56 470

1995

.75 660
89 090
‚90 980
49 640

1926 1 1927 |

182 670
95 950
197 770
53 650

191 890
94 440
211 050
56 060

1928 | 1999

207 010
104 110
230 460
55 600

224 450
104 210
229 550
54 640

Tabelle 145
Die Außenhandelsbilanz der papiererzeugenden Industrie
Österreichs 1927—1929
in i

Einfuhr |
927'1928|1929' 1927 | 1998 | {999

Einfuhrüberschuß (—)
Ausfuhrüberschuß (+)

1997

L928

19929

Holzschliff ....' 17
Zellstoff ....... 3880
Papier ........ 3414
davon:
Packpapier ...
Pergament- u.a.
fettd. Papier . 6578| 792 1 779
Pappe......... 2111 12989 13592
davon: |
Rohdachpappe '1368 2001 (540 ]
gew. Pappe ..| 99| 252| 178
Feinpappe (Kartons
 u. Maler- | | | | |
pappe)...... 187! 2771 295! 1861

26 199
34 235
1125928

+ 19 384
+ 87879
104178
17888 | 16 895 |-4+- 15108|-+ 1692814 15827
62 | 342 -— 527 — 780 = 487
40259! 3512814 86524!4+ 87270l+ 31536
8|— 1866|— 1906 1— 2 546
33 272 | 87 085 | +. 38 281 | + 83 094
1780 I 1174 L 1880 | 1485

19334 | 25631'+ 26199
93 192 | 79568 T 85 547
107 714 !-L 104 175 |-L_ 108 985

5
38 538 |

Die wesentlichste Konkurrenz übt die papiererzeugende Industrie
Österreichs durch ihre Pappenausfuhr aus. Die Pappenausfuhr
Österreichs lieferte noch bis zum Jahre 1928 nächst, der niederländischen,
deutschen und finnischen die größte Pappenexportmenge auf dem Weltmarkt.
 Durch ihren starken Rückgang im Jahre 1929 ist sie allerdings
auch hinter dem Pappenexport der Vereinigten Staaten und Schwedens
zurückgeblieben; in ihren Hauptabsatzgebieten aber, Italien, Ungarn,
Polen und den Balkanländern, ist sie allen Konkurrenten weit überlegen.
Die österreichische Papierausfuhr besteht zu rd. über zwei
Fünfteln aus gewöhnlichem Druckpapier und zu über einem Drittel aus
besserem Druck- und Schreibpapier. Der Rest entfällt in der Hauptsache
 auf Packpapier und Seidenpapier (vgl. Tab. 146).
Auch für die Papierausfuhr Österreichs sind Italien, Polen und die
Balkanländer, außerdem Brit.-Indien, die Türkei und Ägypten, weitaus
in erster Linie aber Ungarn die wichtigsten Bestimmungsländer. In
der Druck- und Schreibpapierausfuhr kommen ferner noch besonders

37

nA
        <pb n="262" />
        Tabelle 146
Die Papierausfuhr Österreichs nach Sorten 1927-—1929
in £

1929 | 1928 | 1927

Papierausfuhr insgesamt ......
Gewöhnliches Druckpapier .
Anderes Druckpapier und
Schreibpapier ...........
Packpapier 2.......00.-.0.044
Seidenpapier.............,
Zigarettenpapier in Bogen .

‚07 714
49 002

38 175
#895
2914
474

12528
52871

107 589
51 084

37889 36 346
17888 16487
2894| 2824
399 ] 229

China und Argentinien, in der Packpapierausfuhr Großbritannien und
in der Seidenpapierausfuhr Deutschland und die Tschechoslowakei in
Betracht. Die Zigarettenpapierausfuhr ist zum größten Teil Ausfuhr
im Veredlungsverkehr des aus der Tschechoslowakei, Frankreich und
Italien bezogenen Seidenpapieres. Deutschland gegenüber bildet die
österreichische Papierausfuhr eine besondere Konkurrenz in allen. stark
ausgerüsteten. Papieren und in jeder Art von dünnem Papier, in dessen
Herstellung sich die österreichische Industrie seit dem Kriege wesentlich
 entwickelt hat.
i) Tschechoslowakei
Die papiererzeugende Industrie der Tschechoslowakei steht ihrem
Umfang nach hinter der Österreichs zurück. Produktionsziffern liegen
jedoch nicht vor, es können nur folgende Schätzungen (in 1000 t) gegeben
 werden: 1929 1928 1927 1926 1925
Holzstoff . . . . : 60 60 .
Zellulose . . . 248 242 200 190 192
Pappe . . .. . 36 35 ‚33 36
Papier . „2. 9246 234 220 195 170

Produktion und Export der tschechischen papiererzeugenden Industrie
 sind in den letzten Jahren bedeutend stärker gestiegen als Produktion
 und Export Österreichs. Ein ungleich aufnahmefähigerer und
stark zollgeschützter Binnenmarkt, günstigere Kapitalverhältnisse und
entsprechend billigere Rationalisierungsmöglichkeiten begünstigen die
tschechische Industrie, zumal auch die an sich ungünstige Transportlage,
 die die tschechische papiererzeugende Industrie mit der österreichischen
 teilt, durch die sogenannte kleine Tarifreform, die Revision
der Verbands- und Exporttarife und zahlreiche Durchfuhrtarife, insbesondere
 durch Deutschland, gemildert worden ist.
Auch organisatorisch hat die tschechische, papiererzeugende Industrie,
 herausgerissen aus dem Verband der alten österreichisch-ungarischen
 Industrie, neue Wege gefunden. Schon seit längerer Zeit besteht
eine Verkaufsgesellschaft der Rohpappenfabriken, 1924 wurde eine
Ein- und Verkaufsgenossenschaft der Pappe- und Holzschlifferzeuger
gegründet. Im April 1927 nahm die Zellulose-Verkaufsstelle „Sulfit“
ihre Tätigkeit auf und im Mai die Verkaufsstelle der Vereinigten

279
        <pb n="263" />
        Papierfabriken G. m. b. H., die den Vertretungsverkauf für alle Papiersorten,
 mit Ausnahme einiger Spezialpapiere, wie Zigarettenpapier und
Seidenpapier, übernommen hat. Von diesen Vereinigungen befassen sich
vor allem die beiden ersteren mit dem Export. Die Einrichtung und
die Tätigkeit dieser Gesellschaften haben sich bereits als günstig erwiesen;
 sie haben Vereinbarungen mit den papierverarbeitenden
Gruppen getroffen, vor allem aber waren sie der Ausgangspunkt für
internationale Abkommen. Es wurden Exportkonventionen mit Österreich
 und Jugoslawien für Packpapier abgeschlossen, und die Gesellschaft
 „Sulfit“ führte ein Abkommen mit der deutschen Zelluloseindustrie
 herbei, das den tschechischen Zellstoffexport nach Deutschland
mengen- und preismäßig festlegt!).
Das Schwergewicht des tschechischen Papierhalbzeug- und -ganzzeugaußenhandels
 liegt in der Ausfuhr, da die Tschechoslowakei in zunehmendem
 Maße ihren Bedarf durch Eigenproduktion zu decken vermag.
 Abgesehen von geringen Mengen Stroh- und Lumpenhalbzeug
und einer größeren Holzschliffeinfuhr, besteht die Papierhalbzeugeinfuhr
 vor allem aus Natronzellstoff. Die Hauptherkunfteländer der
Halbzeugeinfuhr sind Deutschland, Österreich und Schweden. Der Natronzellstoff
 kommt vor allem aus Schweden, doch hat die techechische
Industrie in großem Umfange die Eigenerzeugung von Natronzellstoff
aufgenommen und hofft von der schwedischen Einfuhr unabhängig zu
werden.
Den Hauptanteil an der Ausfuhr der tschechoslowakischen papiererzeugenden.
 Industrie hat der Zellstof fexport. Im Jahre 1929
stand die Tschechoslowakei mit einer Ausfuhr von rd. 92000 t an
sechster Stelle der zellstoffexportierenden Länder, in ungefähr gleicher
Höhe mit Österreich. Die Hauptabnehmer waren in erster Linie
Deutschland, sodann Polen, Ungarn, Frankreich und Italien, in geringerem
 Maße Österreich, Schweiz, Spanien und Brit.-Indien. Die
Papierausfuhr der Tschechoslowakei verteilte sich in den Jahren
1927—1929 wie folgt auf die einzelnen Sorten:

Tabelle 147
Die Papierausfuhr der Tschechoslowakei nach Sorten

1999 |

i928 !

1927

Gesamtausfuhr .... .......
Packpapier ungefärbt .....
hoekvapler i.d,M. gefärbt .
Druckpapier ..............
Schreibpapier .............
SEES LE
Seiden- und Kopierpapier. $
Löschpapier ‚.......0.0..00.
Zigarettenpapier ..........
Zeichenpapier.........
Verschiedenes...

50 817

49376 |

22 063
7494
11892
3105
2 300
23149
198
415
55
148

18 768
9168
3.897
2 244
2215
1273
215
454
38
1 108

49 978
19 353
6109
L7 631
2394
1 735
081
347
22E
8/
gm

1927—1929

Y Vgl. Dritter Teil, I, S. 140.

IL |
        <pb n="264" />
        Die wichtigsten Bestimmungsländer der tschechoslowakischen
Papierausfuhr sind bei weitem in erster Linie Ungarn und außerdem
die Balkanländer. An der Packpapierausfuhr haben auch noch Großbritannien,
 Polen, Italien, die Schweiz, Österreich, Ägypten und die
Transithäfen Triest und Hamburg größere Anteile; an der Druckpapierausfuhr
 Brit.-Indien, China und Ägypten; an der Schreib- und
Pergamentausfuhr Österreich und Großbritannien. Nur gering beteiligt
 ist Ungarn an der Seiden- und Zigarettenpapierausfuhr. In der
Seidenpapierausfuhr stehen Deutschland, Österreich und die Ver.
Staaten, in der Zigarettenpapierausfuhr Arabien, Rumänien und Österreich
 an erster Stelle. Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung der
tschechoslowakischen Papierausfuhr auf dem Gebiete der feinen Seidenpapiere,
 der Zigarettenpapiere und der Blumenpapiere.
Die Pappen ausfuhr der Tschechoslowakei ist am wenigsten bedeutend
 und beschränkt sich im wesentlichen auf Rohpappe und Holzstoffpappe;
 jene geht überwiegend nach Österreich, Ungarn, daneben
auch Schweden, Deutschland und Jugoslawien, diese nach Polen, Hamburg,
 Triest und dem Balkan.

k) Frankreich

Die pDapiererzeugende Industrie Frankreichs erzeugte im Jahre
1929 schätzungsweise 850 000 t Papier und Pappe, und zwar ungefähr
120 000 t Zeitungsdruckpapier, 50 000 t Kraftpapier, je 150 000 t Buchund
 Zeitschriftenpapier, Packpapier aller Art und Karton, ie 30 000 t
Espartopapier und Zigarettenpapier und 170 000 t übriges Papier und
Papierprodukte. Sie übertrifft damit die skandinavischen Länder und
erreicht annähernd drei Viertel der Papierganzzeugproduktion der
großbritannischen und annähernd ein Drittel der Papierganzzeugproduktion
 der deutschen papiererzeugenden Industrie. Vor dem Aufkommen
 der Holzverarbeitung war die papiererzeugende Industrie
Frankreichs eine bedeutende Exportindustrie. Noch zu Anfang des
19. Jahrhunderts beherrschte die französische Industrie zusammen mit
der englischen den ganzen damaligen Weltmarkt. Heute jedoch ist sie
zum größten Teil ihres Halbzeugbedarfs auf den Import angewiesen
und nicht in der Lage, den heimischen Bedarf an Papierganzzeug voll
zu befriedigen. Der Verbrauch an Espartogras, das vornehmlich aus
Algier kommt, ist von 19 901 t 1927 auf 24 258 t 1928 und 27 344 t 1929
gestiegen. Der Import von Holzhalbzeug, das vor allem aus den drei
nordischen Ländern und in geringerem Maße aus Deutschland, Österreich,
 Estland, der Tschechoslowakei und der Schweiz eingeführt wird,
betrug 1927 rd. 370 000 t, 1928 rd. 496 000 t, 1929 rd. 456 000t. Im
Jahre 1929 entfielen rd. 160 000 t auf Holzschliff feucht und trocken,
rd. 280 000 £ auf Zellstoff trocken und rd. 16 000 t auf Zellstoff feucht.
Bei einer Ausfuhr von durchschnittlich rd. 60 000 bis 70 000 t Papierganzzeug
 beträgt der Einfuhrüberschuß rd. 100000 bis 150000t. Für
die Papiereinfuhr Frankreichs sind Norwegen, Schweden und
Deutschland (letzteres im Wege der Sachleistungen) die wichtigsten
Lieferanten. Der Hauptteil der Einfuhr besteht aus Zeitungsdruckpapier
 (1927 140 000 t von insgesamt 145 000 t:; 1929 196 000 t von ins-281
        <pb n="265" />
        gesamt 229 000 t), doch sollen von dem Zeitungsdruckpapierbedarf von
ungefähr 325 000 t für 1930 rd. 150 000 t durch Eigenerzeugung gedeckt
werden und 1932 nur mehr 70 000 t importiert werden; 1929 gegenüber
1928 hat die Zeitungsdruckpapierproduktion Frankreichs um schätzungsweise
 40 000 t zugenommen.
Für die Papierausfuhr stehen Frankreich als Absatzmarkt
seine großen Kolonialbesitzungen offen; im übrigen beschränkt sich
sein Exportinteresse im ‚wesentlichen auf die Ver. Staaten, Südamerika
und Ägypten. Allein in der Ausfuhr von Zigaretten- und Seidenpapier
fällt der französischen papiererzeugenden Industrie eine größere Weltmarktbedeutung
 zu. Doch macht sie neben der .Zeitungs- und Seidenpapiererzeugung
 auch auf allen anderen Gebieten der papiererzeugenden
Industrie, insbesondere auch in der Kraftpapier- und Pappenerzeugung,
große Anstrengungen, ihre Kapazität zu erweitern. Starke Zollsicherung,
 durchgreifende Rationalisierung und Modernisierung, vielfach mit
deutschen Maschinen, und Ausbau der Alpenwasserkräfte auch für die
Zwecke der papiererzeugenden Industrie, sichern ihr in zunehmendem
Maße den Binnenmarkt und lassen erwarten, daß sie auch wieder in
größerem Umfange auf dem Weltmarkte auftreten wird.

1) Italien

Die papiererzeugende Industrie Italiens genießt ebenso wie die
Frankreichs eine weitgehende protektionistische Unterstützung und
starke Zollsicherung. Italien war noch vor kurzem fast ausschließlich
Einfuhrland für Papierganzzeug und tritt jetzt bereits als Exporteur,
hauptsächlich für Zeitungspapier nach Frankreich und für Pappe nach
Ägypten und der Türkei auf. Seine Gesamtganzzeugproduktion wird auf
ungefähr 350 000 bis 400 000 t geschätzt. In Papierhalbzeug ist Italien
fast ausschließlich vom Import abhängig, da das holzarme Italien nicht
die notwendige Papierholzbasis besitzt. Allein das Hadernaufkommen
ist bedeutend und die Grundlage einer entwickelten Feinpapier-, vor
allem auch Zigarettenpapiererzeugung. Neuerdings werden in. Italien
Versuche großen Stils mit der Kultivierung der Pappel betrieben. Die
aus der Pappel gewonnene Holzmasse ist aber nur für die Herstellung
geringer Papiersorten und nur unter Zusatz von Fichtenstoff brauchbar.
 Der Papierhalbzeugbedarf Italiens wird nach wie vor bedeutend
bleiben, zumal seine aufblühende Kunstseidefabrikation den Bedarf
stark erhöht hat.
m) Rußland
Rußland ist durch seine riesigen Waldungen, seine unbegrenzten
Wassermengen und seine großen schiffbaren Flüsse zur Papiererzeugung
 prädestiniert. Der Aufbau einer leistungsfähigen und unabhängigen
 papiererzeugenden Industrie ist deshalb einer der wichtigsten
Punkte im Wirtschaftsprogramm der Sowjetleitung. Doch hat sich
bisher der Ausbau der Industrie entgegen dem von der Hauptverwaltung
 der russischen Holz- und Papierindustrie (Glawesbum) aufgestellten
 Programm noch verzögert, und auch die vielfach neugeschaffenen
 Anlagen haben die erwartete Erzeugung noch nicht ge-2x
        <pb n="266" />
        liefert. "Trotzdem gegenwärtig in der Sowjetunion bedeutend mehr
Papier als in der Vorkriegszeit erzeugt wird, hängt Rußland immer
noch von der Einfuhr von Papier und auch der Halbfabrikate ab. Allerdings
 macht sich diese Auslandsabhängigkeit bereits bedeutend weniger
geltend als vor dem Kriege; im Jahre 1913 verbrauchte Rußland im
ganzen rd. 400 000t Papier und Pappe, von denen 37% eingeführt
werden mußten. Der jetzige Bedarf Rußlands wird für 1927/28 auf
ungefähr 400 000 t Papier und Pappe, davon 187 000 t Zeitungs-, Buchund
 Schreibpapier, veranschlagt mit einer Steigerung bis zum Jahre
1932/33 auf 970 000 t, davon 540 000 t Zeitungs-, Buch- und Schreibpapier.
 Demgegenüber stellten sich Erzeugung und Einfuhr in den
Nachkriegsjahren ungefähr wie folgt:

Tabelle 148
Papierganzzeug- und -halbzeugproduktion und -einfuhr Rußlands
1924/25 —1928/29 !)
(in 1000 t)

Papierproduktion ........
Pappenproduktion... . -

Insgesamt

Papier- und Pappeeinfuhr ...
Eko ea...
Holzschliffproduktion...-.. .

Insgesamt

Zellstoff- u. Holzschliffeinfuhr

1924/25

ı 1925/26 | 1926/27 | 1927/28 | 1928/29

213,2
20,2

| 251,4
24,4

|

258,5 |
26,0

2815
35,0
279,5 | 816,5 | 410,7
108,8 + 91,1 78,2
75,6 | 84,0 124,4
78,0 83,0 * 157,0

864,0
46,7

283,4 |
116,0

275,8

146,5
68,0 |
70.0

54,6 |
58,5

108,1 138,0 1486 | 167,6 281,4
88,5 79,8 86,5 | 783,2 57,9

Wie ‚ersichtlich, wird die Einfuhr fortlaufend aufs stärkste eingeschränkt,
 so daß sie nicht nur im Anteil an der Produktion, sondern
 auch absolut stark gefallen ist. Die Herkunftsländer der russischen
 Papiereinfuhr sind vor allem die drei nordischen Länder und
Deutschland, ihre Anteile wechseln aber stark, je nach der Bereitwilligkeit,
 langfristige Kredite einzuräumen. Dagegen wird die Papierholzausfuhr
 von Rußland in den letzten Jahren mit allen Mitteln gesteigert.
Diese Ausfuhr erstreckt sich auf alle Papierholzeinfuhrländer Europas
und Nordamerikas und ist z. Z. ausschlaggebend für den Preisstand des
Papierholzes.

n) Polen
Polen hat ebenso wie Rußland eine überreichliche Papierholzbasis,
auch ist die dortige papilererzeugende Industrie durch niedrige Löhne
und einen zum Teil außerordentlich hohen Zolleschutz bevorzugt. Die

1) Ungefähre Angaben.

x
        <pb n="267" />
        Produktion der polnischen papiererzeugenden Industrie zeigt dementsprechend
 eine starke Steigerung.

Tabelle 149
Die Produktion der Papiererzeugenden Industrie Polens 1925—1929
in £

y—

1925 ! 1926 | 1927 | 10928 ] 1929

Zellstoff
Holzschliff.....00000000000.0
Papier eeeeeeee een
Pappe ...

46 479

74.459
18 110

48 440
25 000
81 894
19 015

53 252
31 859
38 778
21 868

58 683
37 990
122 267
38 680

(188 549)
(25 000)

Den stark gestiegenen Inlandsverbrauch an Papier — er wird für
1922 noch mit 2,26 kg, für 1928 dagegen mit 4,94 kg je Kopf angegeben
 — vermag die polnische Industrie bereits zu über vier Fünfteln
zu decken. Die Einfuhr beschränkt sich fast nur noch auf bessere
Papiersorten und -qualitäten, deren Erzeugung sich in Polen nur langsam
 entwickelt. Der Export der polnischen papiererzeugenden Industrie
 hält sich mit 4000 bis 5000 t jährlich noch in bescheidenen
Grenzen, doch wird er mit allen Mitteln gepflegt. Er erstreckt sich
vor allem auf Zigarettenpapier, Rohdachpappe, Packpapier aus Zellulosenatron
 und Wachspapier; seine Hauptabsatzgebiete sind vor allem
die Balkanländer, daneben auch Deutschland, Dänemark, Schweden und
Südamerika.
0) Neufundland
Die papiererzeugende Industrie Neufundlands ist die jüngste der
großen papiererzeugenden Industrien der Welt. Ihr Schwergewicht
ruht auf der Zeitungspapierproduktion, in der sie seit 1927 nurmehr
hinter Kanada, den Ver. Staaten, Großbritannien, Deutschland und
Schweden zurücksteht. In ihrem Zeitungspapierexport aber übertrifft
sie alle Länder, außer Kanada. Den Aufstieg der neufundländischen
Zeitungspapierproduktion kennzeichnet, die folgende Aufstellung:

Tabelle 150
Die Zeitungspapierproduktion Neufundlands 1913, 1925—1929
in 1000 t

Jahr

Zeitungspapier

Produktion | Export

1918 .
1925 87,6
1926 169,2
1927 184,0
1928 209,8
1929 OKA 6

44,5
71,5
108,0
174.0

384
        <pb n="268" />
        Für Neufundland selbst ist seine aufstrebende papiererzeugende
Industrie eine wichtige Ergänzung der Fischerei, des fast ausschließlichen
 Gewerbes der dortigen Bewohner. 1927 kam der Gesamtwert der
Papierhalbstoff- und Papierindustrie dem der Fischerei gleich; der Produktionswert
 beider betrug annähend 13,5 Mill. 8.
Die Ausnutzung des Holz- und Wasserreichtums des Landes — der
Gesamtbestand der gut mit Wasserwegen versehenen Wälder, in denen
Fichte und Föhre vorherrschen, wird auf 64 Mill. cords Papierholz geschätzt
 — ging vom englischen Zeitungskapital aus, liegt heute aber
nur noch zum Teil in dessen Händen. Im Jahre 1905 wurde durch Lord
Northeliffe die Anglo-Newfoundland Development Co. gegründet, deren
Gesamtertrag sich 1927 auf 90 200 tons belief, von denen 88 800 t nach
Großbritannien exportiert wurden. Dagegen ist die 1923 ebenfalls mit
englischem Kapital (Whitworth Co., London) gegründete Newfoundland
 Rower a. Paper Co. (Ltd.) in die Hände der American Paper Company
 übergegangen. Diese hat zugleich das Recht zum Papierholzexport
erhalten, und zwar im Höchstbetrage von einem halben cord für jede
Tonne fabriziertes Papier. Die Besitzungen der American Company
umschließen 3000 Quadratmeilen. Papierholzgebiet und eine Zeitungspapierfabrik
 in Corner Brook, deren Kapazität von 400 tons auf
600 tons täglich erhöht wurde. Außerdem ist die Errichtung einer
400 tons-Fabrik beabsichtigt, um das Papierholz am Grande River
auszunutzen. Die American Company wird sodann in Neufundland
eine Produktionskapazität von 1000 tons täglich erreichen. Zusammen
mit dem gegenwärtigen Ertrag der Anglo-Newfoundland Development
wird sich die Gesamtkapazität Neufundlands dadurch von 200 000 tons
auf 400 000 tons im Jahre erhöhen.
pp) Japan

Die japanische papiererzeugende Industrie verfügt in ihrem Handpapiergewerbe
 über eine mehr als tausendjährige Tradition. Als Rohstoff
 dienen der Handpapiererzeugung besondere Papierpflanzen, die
mit ebensolcher Sorgfalt kultiviert werden wie Reis und Tee. Durch
die Holzverarbeitung wurde auch die japanische Handpapierfabrikation
in ihrer Bedeutung stark zurückgedrängt, jedoch nicht aufgehoben. Be-Tabelle

 151
Die Handpapierproduktion Japans 1925—1928
(in 1000)

Jahr

Hanshi

shime | yen

1925 2,278 |
1926 970
1927 2,319 |
1928 2,149

5,479
8,527
5,756
4.187

Mino

Renshi

shime | yen

lbs |

yen

422 2,288 4,554
269 1,561 5,479
362 1,511 | 12,149 |
194 888 5,729

708
728
1,458
:688

AN
        <pb n="269" />
        frächtliche Mengen Handpapier werden zu mannigfaltigster Verwendung
 innerhalb des Landes verbraucht und — im Werte von mehreren
Millionen Goldmark jährlich — nach allen Teilen der Welt exportiert.
Neben dem Handpapiergewerbe hat sich in Japan eine umfangreiche
 Maschinenpapierindustrie entwickelt. Sie stützt sich auf die
reichen Wasser- und Papierholzvorkommen des Landes, dem außerdem
noch in der Halbinsel Sachalin große Holzreserven zur Verfügung
stehen. Jedoch vermag die eigene Industrie den Papierhalbzeugbedarf
des Landes nicht restlos zu decken; wenn sich auch in ungebleichtem
Zellstoff eine Überproduktion geltend macht, so besteht doch in gebleichtem
 Zellstoff und hochwertigen Spezialsorten ein Bedarfedefizit.
An der Einfuhr sind vor allem Kanada und daneben Schweden, Norwegen
 und Deutschland beteiligt. Ungefähr ein Zehntel des Zellstoffimports
 wird von der japanischen Kunstseideindustrie aufgenommen.
Die Produktion und der Import Japans an Papierhalbzeug stellte
sich in den letzten Jahren wie folgt:

Tabelle ‚152
Japans Papierhalbzeug-Produktion
und -Import 1925—1928
(in 1000 t)

Jahr

‚Papierhalbzeug

Produktion | Import

1925
L926
1927
1998

414,7
] 500,3 |
541,9
578.8

77,4
63,2
71,3
73.1

Tabelle 153
Die Maschinenpapierproduktion Japans 1914, 1925—1929
(in 1000 t)

‚Jahr

1914
1925
1926
1927
1928
19920

Insresamt


429,7
487,4
522,8
592,8
A439

Druckvpapier
 TGewähn. | ;
Besseres Geh | Zeitungs-3



59,6
352,0
68,9 | 60,6
71,7 60,7
86,8 68,2: |
992.4 BR 9

227,6
221,7
288,6
954.9

Tori- | Rollnoko-
 | papier

2

34.4
36,0
47,5
BOQ

"3 La

20.5

Packyapier


Übriges

z—

18,2 77,8
253 | 106,9
37,8 91,0
44 1 39.0

4
» |
anthane Starkes Papier mit. langer Faser, — **) Weißes Sultitpapier 30 g m?. — *®*) In: Spalte 8

“
        <pb n="270" />
        Auch die Maschinenpapierproduktion Japans bleibt noch hinter
dem Inlandsbedarf zurück, trotzdem sie sich gegenüber der Vorkriegszeit
 und fortlaufend in den Nachkriegsjahren stark erhöht hat (vgl.
Tab. 153). .
Der Produktionsentwicklung entsprechend, zeigt auch die Papierganzzeugausfuhr
 Japans eine stark steigende Tendenz; sie wird zum
weitaus größten Teil von China aufgenommen, wo ein scharfer kanadisch-japanischer
 Konkurrenzkampf die europäischen Exporteure fast
ganz verdrängt hat. Die Papierganzzeugeinfuhr Japans hält mit der
Zunahme des Verbrauchs zwar nicht Schritt, ist zum Teil sogar absolut
stark rückgängig, doch ist Japan für den europäischen Export nach
wie vor ein bedeutendes Absatzgebiet (vgl. Tab. 154).

Tabelle 154
Der Papierganzzeugaußenhandel Japans 1926—1929
(in 1000t)

Ziga- | ganpi
Ausfuhr [Druck roten und
papier ;
&amp;gt; papier‘ usuyro

1926
1927
1928
1929

26,86
28,97
50,08
52,37

133
1,31 |
1,72
2.61

0,25
0,27
0,41
0.38

Einfuhr

Druckpapier

bis 58
g/qm

anderes

1926 4,52
1927 12,11 |
1928 6,67
19929 32 688

14,49
10,01
11,62
R.14

yoshinound

teng uvo

0,12
0,12
— 0,12
018

Schreibpapier


2,46
2,18
2,52
2.094

torinoka


renshi'

hanshi| Pack- |
und .
mino papier)

7,15
2,41
2,98
2.86

1,01
0,90
2,04
1.40

0,37
0,29
1,23
0.79

3,01
2,75
3,89
2.90

Packpapier


Imit. Japan.
P.-u.Seidenpapier


Imit.
Pergament


33,35 1,98 2,88
20,57 ; 1,57 2.15
16,89 | 191 3,98
{3.90 108 4,19

Jap.
Toi- | And.
Jette ‚Papier
vanier

Papieı
insgesamt


0,61
0,68
0,80
D.67

8,07
441

35,71
37,70
66,34
88.47

Zeichenpapier


Papier
insgesamt


0,22
0,22
0’27

59,61
48,81
48,10
23 46

DanDe

7,44
10,77
14,19
16.60

Pappe |

8,27
191
171
191

q) Südamerika und der asiatische Kontinent
Südamerika ist eins der wichtigsten Absatzgebiete der papiererzeugenden
 Industrien der Welt, das jedoch in zunehmendem Maße zur
Eigenerzeugung übergeht. Argentinien stützt den Aufbau einer eigenen
papiererzeugenden Industrie wegen des geringen Waldbestandes auf den
riesigen Strohanfall seines Getreidebaues; Chile bemüht sich neben der
Ausnutzung seiner großen Nadelholzbestände auch um eine Verarbeitung
 von Schilf zu Papiermasse. Die größten Erfolge aber zeigt bisher
Brasilien, dessen schon zu Ende des vorigen Jahrhunderts begründete
Papierindustrie bis jetzt zwei Drittel bis drei Viertel des Landesbedarfes
zu decken vermag. Schnell wachsende tropische und subtropische Holzvorkommen,
 die durch vorteilhafte Wasserwege zugängig sind, deren
Eignung zur Papiermassebereitung aber erst zum Teil und wegen ihrer

287
        <pb n="271" />
        Schwammigkeit nicht immer mit gutem Erfolg praktisch erprobt ist,
harren hier noch der restlosen Erschließung.
Nicht minder große Zukunftsaussichten wie für Südamerika bestehen
 für Indien. Und zwar ist es hier das Bambusrohr, das als
Rohstoff in Frage kommt. Bambusrohr liefert bei einer Umschlagsezeit
von nur 6 Jahren angeblich je Hektar rd. 20 000 kg Trockensubstanz,
während man die Höchstleistung eines Hektars besten Fichtenbodens in
Deutschland auf jährlich rd. 500 kg beziffert. In Nordwest-Burma
glaubt man jährlich 800 000 t Bambuszellstoff bereitstellen zu können:
der Preis je Tonne soll sich für England bei einer Ausbeute von 40.%
des ursprünglichen Gewichts auf noch nicht drei. Viertel des Preises für
skandinavischen Stoff stellen.
Wie in Indien, so wird auch in China Bambus in größerem Umfange
 verarbeitet. Doch beruht hier, in dem Ursprungsland der Papiererzeugung,
 das Schwergewicht der „Industrie“ auf schätzungsweise 2000
bis 3000 Kleinbetrieben, in denen das Papier in der gleichen Weise wie
vor vielen Jahrhunderten hergestellt, wird.

IRK
        <pb n="272" />
        Kurze Darstellung der Gesamtergebnisse

Die deutsche papiererzeugende Industrie umfaßt etwa 1000 bis
1100 Betriebe mit rd. 115000 bis 120000 beschäftigten
Personen. Von der Gesamtzahl der Betriebseinheiten entfallen rd.
ein Drittel auf die Holzschliff-, ungefähr je drei Zehntel auf die Papierund
 auf die Pappenerzeugung und nur wenig mehr als ein Zwanzigstel
auf die Zellstofferzeugung. An der Zahl der in den Betriebseinheiten
beschäftigten Personen dagegen hat die Holzechliffindustrie mit rd.
einem Zehntel den geringsten Anteil, die Pappenerzeugung mit rd. einem
Siebentel nur wenig mehr, während die reine Papiererzeugung mit einem
Anteil von fast drei Fünfteln an erster Stelle steht, gefolgt von der
Zellstofferzeugung mit fast einem Fünftel. Entsprechend verteilen sich
die Betriebsgrößen. Die Groß- und Mittelbetriebe überwiegen in der
reinen Papier- und vor allem in der Zellstofferzeugung, während die
kleineren Betriebe zum größten Teil auf die Pappen- und Holzechlifferzeugung
 entfallen.
Im Vergleich mit der Vorkriegszeit hat die Zahl der Betriebe ab-,
die Zahl der beschäftigten Personen dagegen zugenommen. Mit einer
Abnahme der Zahl der Betriebe um rd. ein Siebentel steht die papiererzeugende
 Industrie in starkem Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt der
deutschen Industrie, deren Betriebszahl annähernd gleichgeblieben ist;
mit einer Zunahme der Zahl der beschäftigten Personen um rd. ein
Viertel dagegen entspricht die papiererzeugende Industrie ungefähr
dem Gesamtdurchschnitt. Am stärksten ist die Betriebskonzentration
in der Zellstoffindustrie, am geringsten in der Pappen- und vor
allem in der Holzschliffindustrie. Die Zellstoffindustrie hat zugleich
auch den größten Anteil an der Konzernbewegung, während in der
Papier-, Holzschliff- und Pappenerzeugung ungleich anderen großen
[ndustrien Deutschlands der Privatbesitz noch von weit überwiegender
Bedeutung ist.
Der Wert der Zellstoff-, der Holzschliff-, der
Papier- und der Pappenerzeugung belief sich 1929
schätzungsweise auf rd. 1,4 Milld. RM, woraus sich ein Nettoproduktionswert
 der papiererzeugenden Industrie von insgesamt rd. 1 Milld. RM
ergibt. Für die Vorkriegszeit liegen nur ganz ungefähre Schätzungen
der Produktionswerte vor, die für einen Vergleich wenig geeignet erscheinen.
 Mengenmäßig ist die Produktion in der Zellstoffindustrie 1929
gegenüber 1913 ungefähr um 45 %, in der Holzschliffindustrie um 26 A

9 Enquete-Ausschuß, I5, Band 10.

289
        <pb n="273" />
        in der Papierindustrie um 32 % und in der Pappenindustrie um 16 %
gestiegen.
Die Gesamterzeugung wurde 1929 zu ungefähr vier Fünfteln im
Inland abgesetzt und zu ungefähr einem Fünftel exportiert. Die Exportanteile
 aller vier Industrien sind, abgesehen von der am Export
 nur gering beteiligten Holzschliffindustrie, gegenüber der Vorkriegszeit
 gestiegen. Bei der Zellstoffindustrie ergibt sich mengenmäßig
eine Steigerung von rund einem Fünftel auf etwas über ein Fünftel der
Erzeugung, bei der Papierindustrie von rund einem Achtel auf fast ein
Fünftel und bei der Pappenindustrie von rund einem Zwölftel auf ebenfalls
 fast ein Fünftel. Der Export der Holzschliffindustrie insgesamt
ist nur gering, beträgt auf die Handelsholzschliffindustrie allein bezogen
 rd. 3 bis 4%! und steigt bei den für den Export arbeitenden Betrieben
 der Handelsholzschliffindustrie bis zu einem Viertel der Produktion.

Während der Anteil der in der papiererzeugenden Industrie beschäftigten
 Personen an der Zahl der in der gesamten deutschen
Industrie einschließlich Handwerk beschäftigen Personen 1925 noch
nicht 1:%' betrug, hält sich der Ausfuhrhandel der papiererzeugenden
Industrie an der gesamten deutschen Spezialausfuhr (reiner Warenhandel)
 in den letzten Jahren auf rd. 2% Insgesamt erreichte die Ausfuhr
 der papiererzeugenden Industrie im Jahre 1929 rd. 272 Mill. RM
bei einem Ausfuhrüberschuß von rd. 213 Mill. RM und im Jahre 1930
rd. 245 Mill. RM bei einem Ausfuhrüberschuß von rd. 193 Mill. RM.

DD

Nach der Zahl ihrer Betriebe und der in ihnen beschäftigten Personen
und Arbeiter hat die papiererzeugende Industrie Deutschlands weitaus
die erste Stellung unter den papiererzeugenden Industrien
 der Welt; der Bruttoproduktion nach wird sie jedoch
von den Vereinigten Staaten und Kanada um ein Vielfaches übertroffen.
Auch in jedem der einzelnen Produktionszweige übertreffen die Vereinigten
 Staaten und Kanada bei weitem die deutsche Produktion, abgesehen
 allein von der Pappenproduktion, in der Kanada hinter Deutschland
 zurückbleibt. Allen anderen Ländern, ausgenommen noch
Schweden, dessen Zellstoffproduktion um rund die Hälfte größer ist als
die deutsche, zeigt sich Deutschland seiner Produktion nach sowohl
insgesamt als auch in jedem der einzelnen Produktionszweige stark überlegen.
 Gegenüber der Vorkriegszeit hat sich Deutschlands Stellung in der
internationalen Rangordnung der papiererzeugenden Industrien versSchlechtert.
 Vor dem Kriege hatten allein die Vereinigten Staaten in
allen Produktionszweigen eine größere Produktion als Deutschland,
während Schweden die deutsche Zellstoffproduktion nur um ein Geringes
übertraf und Kanada in allen Zweigen hinter Deutschland zurückstand.

Die wichtigsten papiererzeugenden Industrien der Welt sind ausgesprochene
 Ausfuhrindustrien, während die Exportquote der deutschen
papiererzeugenden Industrie nur rd. ein Fünftel beträgt. Deutschland
tritt deshalb nach der Ausfuhrmenge seiner papiererzeugenden Industrie

/JL

Pe
        <pb n="274" />
        in der internationalen Rangordnung ungleich stärker zurück als nach
der Produktionsmenge. Im Pappenexport wird Deutschland übertroffen
von den Niederlanden (Strohpappenexport), im Papierexport von Kanada
 und Schweden, im Zellstoffexport von Schweden, Kanada, Finnland
und Norwegen, während die übrigen Länder der deutschen Ausfuhr
meist in geringerem Abstande folgen. Am Holzschliffexport der Welt
ist Deutschland so gut wie gar nicht beteiligt. Gegenüber der Vorkriegszeit
 hat die deutsche papiererzeugende Industrie auch als Ausfuhrindustrie
in der internationalen Rangordnung sehr an Bedeutung verloren. Im
Zellstoffexport blieben 1913 Finnland und Kanada noch stark hinter
Deutschland zurück, im Papierexport hatte Deutschland sogar bei
weitem die Führung. Nur im Pappenexport hat Deutschland gegenüber
Finnland an Bedeutung gewonnen. Im Holzschliffexport der Welt war
Deutschlands Stellung schon in der Vorkriegezeit ohne Bedeutung.

3

Die Erzeugungsbedingungen der deutschen papiererzeugenden
Industrie haben sich gegenüber der Vorkriegszeit im allgemeinen
verschlechtert. Neben der stark gestiegenen Steuer- und Frachtbelastung
 trifft dies in besonderem Maße für die Roh- und
Hilfsstoffversorgung zu. Vor allem die Holzbeschaffung,
 der im Kostenanteil ausschlaggebende Bedeutung zufällt, ist
wesentlich erschwert. Die Verluste Deutschlands an waldreichen
Provinzen und die Produktionssteigerung der deutschen papiererzeugenden
 Industrie haben zu einer erhöhten Auslandsversorgung gezwungen.
 Auf dem Weltpapierholzmarkte aber steht die deutsche
Industrie einer starken Einkaufskonkurrenz gegenüber, denn die hauptzächlichsten
 Papierholzländer sind zugleich Länder mit bedeutenden
eigenen papiererzeugenden Industrien, deren Produktionssteigerungen
zudem die der deutschen papiererzeugenden Industrie meist stark übervcagen.
 Erst in jüngster Zeit macht sich durch erhöhten Papierholzexport
 Rußlands und Preissenkung auf dem Inlandsmarkt eine
Erleichterung geltend. Aber die Steigerung der Holzpreise und der
übrigen Roh- und Hilfsstoffe übertrifft nach wie vor die Preisentwicklung
 der Fertigfabrikate. Auch die Steigerung der Lohnkosgsten ist
beträchtlich größer und übertrifft selbst die durchschnittliche Steigerung
der Materialkosten.
Wenn auch nicht übersehen werden darf, daß die Papierarbeiterlöhne
 in der Vorkriegszeit teilweise sehr tief lagen, so stellen doch die
Lohnsteigerungen der Nachkriegszeit um so mehr eine Erschwerung für
die Kostengestaltung der Industrie dar, als sie nur zum Teil durch die
Rationalisierung kompensiert werden konnten. An sich bietet
zwar der gegenwärtige Rationalisierungsstand in der papiererzeugenden
Industrie, besonders in ihrem Zu- und Abbringungswesen, noch Möglichkeiten
 der Arbeitseinsparung. Deren Ausnutzung ist aber vor allem
eine Finanzierungsfrage, und nur in der Spezial- und Qualitätspro-Jluktion
 auch ein Problem des Absatzmarktes.
Die Eigenart der deutschen papiererzeugenden Industrie ale einer
weitgehenden Spezial- und Qualitätsindustrie hindert sie. auch ab-291
        <pb n="275" />
        gesehen von der Kapitalfrage, an der Ausnutzung von Rationalisirungsmöglichkeiten,
 die an sich bei erweitertem Absatz durchaus
gegeben wären. Die Spezial- und Qualitätsproduktion ist aber zugleich
eine Stärke der deutschen papiererzeugenden Industrie. Sie ist als
einzige neben einigen wenigen französischen und englischen Fabriken
in der Lage, den mannigfachen Weltmarktbedarf an besonders qualitativen
 Papieren zu decken, die in schwierigen physikalischen, chemischen
und technologischen Verfahren hergestellt werden. Innerhalb der für
die Spezial- und Qualitätsproduktion gesteckten Grenzen hat die Rationalisierung
 gegenüber der Vorkriegszeit große Fortschritte gemacht. Sie
liegen neben einer auf vielfache Weise erreichten stärkeren Ausnutzung
der bestehenden Kapazität, vor allem in Verbesserungen der Kraft- und
Wärmewirtschaft. Die Zweige der Massenproduktion dagegen konnten
auch durch Einführung größerer Aggregate wesentliche Vorteile erzielen.
 Obwohl die technische Entwicklung in der Kriegs- und Nachkriegszeit
 Neuerungen gebracht hat, die ein organisches Wachstum
weit überholt haben, ist es der deutschen papiererzeugenden Industrie,
wenn auch unter schärfster Kapitalanspannung, gelungen, in den eigentlichen
 Produktionsanlagen mit der technischen Entwicklung Schritt zu
halten.

Der Rationalisierungszwang, den die technische Entwicklung und
die Lohnkostengestaltung der deutschen papiererzeugenden Industrie
auferlegt haben, hat in den meisten ihrer Zweige zu Kapazitätserweiterungen
 geführt, mit denen die Absatzbedingungen nicht Schritt
gehalten haben. Einerseits hat nicht nur die Produktionskapazität der
deutschen papiererzeugenden Industrie zugenommen, sondern auch die
der Auslandsindustrien, und zwar vielfach in noch weit stärkerem Maße,
und zum anderen ist der Bedarf insgesamt nicht in demselben Umfange
gestiegen. Die hohe Konjunkturempfindlichkeit ihrer Erzeugnisse bringt
die papiererzeugende Industrie in vollkommene Abhängigkeit von der
Gesamtwirtschaftslage. Diese stand aber in der Nachkriegszeit, abgesehen
 nur von einigen Jahren, sowohl auf dem Weltmarkte als auch
in noch höherem Maße auf dem Binnenmarkt einer Bedarfsentwicklung
entgegen, die der Kapazitätserweiterung hätte entsprechen können. Dadurch
 wurde nicht nur die in hohem Maße durch das Verbrauchsvolumen
bedingte Kartellfähigkeit der Industrie stark beeinträchtigt und so die
Konkurrenz der deutschen Fabriken untereinander wesentlich verschärft
— mit der Auflösung des Pergamentersatzkartells haben nurmehr noch
das Kunstdruck- und die beiden Zeitungsdruckpapierkartelle eine marktgestaltende
 Wirkung —, sondern auch die Konkurrenz mit den Auslandsindustrien
 bis auf den in der Vorkriegszeit nur gering umstrittenen
Binnenmarkt getragen.
Die Einfuhr ist zwar insgesamt noch verhältnismäßig gering,
zeigt aber für einzelne Zweige eine starke und in den letzten Jahren
fortlaufende zunehmende Bedrohung. Am stärksten ist die Bedrohung
des Binnenmarktes für die Zellstofferzeugung, insbesondere die Sulfatzellstofferzeugung,
 für die Packpapier-. insbesondere die Kraftpack-Ma
        <pb n="276" />
        papier- und Pergamentersatzpapiererzeugung, und für die Holzpappenerzeugung.
 Aber auch hier sind es weniger die Importmengen als vor
allem deren preisliche Auswirkungen, die einen zerstörenden Einfluß
zeigen. Rein mengenmäßig bietet die Außenhandelsbilanz der papiererzeugenden
 Industrie insgesamt ein durchaus günstiges Bild. Die
Ausfuhr- und Ausfuhrüberschußmengen sind fast durchweg bis zu dem
Doppelten und mehr der Vorkriegsmengen gestiegen, doch ist die Ausfuhr
 entsprechend dem Mißverhältnis zwischen der Erweiterung der
Produktion und der Bedarfsgestaltung des Binnenmarktes für viele
Zweige der Industrie eine Notausfuhr.
Die Weltmarktkonkurrenzlage hat sich für die Erzeugnisse
 der papiererzeugenden Industrie gegenüber der Vorkriegszeit
in außerordentlicher Weise verschärft. Der Weltmarkt ist von der
Produktionsseite charakterisiert sowohl durch eine verstärkte Rohstofforientierung
 als auch durch eine verstärkte Eigenproduktion der Absatzmärkte,
 von der Bedarfsseite durch einen erhöhten Anteil der Massenprodukte.
 Während die verstärkte Eigenerzeugung der Absatzmärkte
(mit stark erhöhter Zollsicherung) für alle papiererzeugenden Länder
der Welt den Markt erheblich verengt, trifft die Rohstofforientierung und
die Erweiterung der Massenproduktion insbesondere die deutsche papiererzeugende
 Industrie, die zum großen Teil in der Rohstoffversorgung auf
den Import angewiesen ist und schon von jeher ihr Hauptgewicht in der
Spezial- und Qualitätserzeugung hat. In dieser allerdings ist die
deutsche papiererzeugende Industrie nach wie vor führend. Hierin
kommt die hohe Befähigung und die Tüchtigkeit der Unternehmer- und
der Arbeiterschaft der deutschen papiererzeugenden Industrie wie die
technischen und traditionellen Vorteile einer jahrhundertealten papierindustriellen
 Betätigung gleicherweise zum Ausdruck.

797
        <pb n="277" />
        Ausschuß zur Untersuchung der Erzeugungs- u. Absatzbedingungen d. deutschen Wirtschaft
— (Enquete-Ausschuß)
VERHANDLUNGEN UND BERICHTE

Allgemeiner Teil (Vollsitzungen des Ausschusses)
Band I: Ziele u. Organisation des Enquete-Ausschusses. RM 3,65, (Vergriffen.)
Band II: Britischer Enquete-Ausschuß für Industrie und Handel (Balfour-Komitee).
 Teil A. RM 7,40, geb. RM 8,50. Teil B. SchluBßbericht.
RM 10,—, geb. RM 11.20.
1. Unterausschuß (Allgemeine Wirtschaftsstruktur)
I. Arbeitsgruppe: Die Einwirkungen der Gebietsabtretungen auf die deutsche
Wirtschaft. Band 1:.Der deutsche Osten und Norden. RM 4,75, geb. RM 5,90.
2, Arbeitsgruppe: Band I: Das Wirtschaftsleben der Städte, Landkreise und
Landgemeinden, RM 8,-—, geb. RM 9,15.
Band En Mer Verflechtung der deutschen Wirtschaft. RM 13,40,
eb. s—.
3. Arbeitsstup pe: Wandlungen in den wirtschaftlichen Organisationsformen.
1. Teil: Wandlungen in den Rechtsformen der Einzelunternehmungen
und Konzerne. RM 10,30, gebunden RM 11,30. .
IL Teil: Entwicklungslinien der industriellen und gewerblichen Kartellierung.
 1. Arbeitsplan, Maschinenbau. RM 8,80, geb. RM 9,90.
2. Bau- und Baustoffindustrie. RM 8,35, geb. RM 9,50. 3. Textilindustrie
 A, RM 7,80, geb. RM 8,95. 4. Textilindustrie B. RM 11,—,
geb. RM 12,40.
HL Teil: Wandlungen in der aktienrechtlichen Gestaltung der Einzelunternehmen
 und Konzerne (Generalbericht). RM 2,90, geb. RM 4,—.
IV, Teil: Kartellpolitik. 1. Generalbericht. RM 4,—, geb. RM 5,15. 2. Vernehmungen.
 RM 15,60, geb. RM 17,20.
5. Arbeitsgruppe: Der deutsche Außenhandel.
Band 1—VI: Die deutsche Leder- und lederverarbeitende Industrie:
Band I: Lederindustrie. RM 9,60, geb. RM 10,80. Band II: Schuhindustrie,
 RM 9,—, geb. RM 10,30. Band HI: Hausschuhindustrie.,
RM 2,30, geb. RM 3,40. Band IV: Lederwarenind ustrie. RM 3,75, geb.
RM 4,90. Band V: Lederhandschuh-Industrie. RM 3,55, geb. RM 4,70.
Band VI: Treibriemenindustrie. RM 2,85, geb. RM 4,—,
Band Vil: Die deutsche Ölmühlenindustrie. RM 15,60, geb. RM 17,—.
Band VIII: Die deutsche Margarineindustrie mit einer Untersuchung über
das Problem der Ölzölle. RM 13,20, geb. RM 14,60.
Band IX: Die deutsche Seifen- und Parfümerieindustrie. (Im Druck.) Etwa
RM 15,—, geb. etwa RM 17,—.
Band X: Die deutsche Zellstoff-, Holzschliff-, Papier- und Pappenindustrie.
 RM 17,—, geb. RM 19,—,
Band XI: Die deutsche Eisen- und Stahlwarenindustrie. RM 13,30,
geb. RM 14,90.
Band XII: Die deutsche Porzellan- und Steingutindustrie. 1. Teil:
RM 8,90, geb. RM 10,—,
Band XI: Die deutsche Porzellan- und Steingutindustrie. 1. Teil:
Feinkeramische Industrie, (Im Druck.)
Band XIV: Die deutsche Glasindustrie. RM 16,50, geb. RM 18,50.
Sat XV: Die Industrie der Großmusikinstrumente. RM 9,35, geb.
M 10,55.
Sr 0 Industrie der Kleinmusikinstrumente. RM 6.50, geb
M 7,50. .
Band XVII: Die deutsche Uhrenindustrie. RM 6,50, geb. RM 7,50. .
Band XVII: Die deutsche Edelmetall- und Schmuckwarenindustrie.
RM 5,—, geb. RM 6,10.
Band XIX: Die deutsche Spielwarenindustrie. RM 10,40, geb. RM 11,50.
Band XX: Schlußbericht. (Im Druck.) Etwa RM 10,—, geb. etwa RM 12,—.
Ergänzungsband: Der deutsche Außenhandel (Speziaihandel) 1925, verglichen
mit dem Jahre 1913. Bearbeitet im Statistischen Reichsamt. I. Teil RM 24,—,
IL Teil RM 32,—. .
6, Arbeitsgruppe: Die deutsche Zahlungsbilanz. RM 5.15, gebunden RM 6.25.
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        H. Unterausschuß (Landwirtschaft)
Band I: Generalbericht. (In Vorbereitung.) .
Band II: Landwirtschaftliche Buchführungsergebnisse. I. Teil: Materialien I.
RM 16,—, ‘geb. RM 18,—,
Band III: Landwirtschaftliche Buchführungsergebnisse. I, Teil: Materialien II.
RM 16,80, geb. RM 18,40.
Band IV: Landwirtschaftliche Buchführungsergebnisse, Il. Teil: Auswertung
der Buchführungsergebnisse,. RM 14,20, geb. RM 15,60.
Band V: Die Verwertung der deutschen Kartoffelernten. I. Teil: Allgemeines,
Speisekartoffeln, Futterkartoffeln, Kartoffeltrocknung. RM 6,80, geb. RM 8,—.
VI: Die Verwertung der deutschen Kartoffelernten. Il. Teil: Kartoffelstärkeindustrie
 und Kartoffelbrennerei, RM 6,40, geb. RM 7,55,
Die Auswirkung der Gefrierfleischkontingentierung auf die Preisbildung
 des Gefrierfleisches. (Sonderveröffentlichung.) RM 2,—, (Vergriffen.)
Band VII: Untersuchungen über Landarbeitsverhältnisse. RM 33,50, gebunden
RM 36,50. (Vergriffen.)
VIII: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreußen. RM 8,—, gebunden
RM 9,15. (Vergriffen.)
IX: Erzeugungs- und Absatzverhältnisse im deutschen Gemüse- und
Obstbau. RM 7,75, gebunden RM 9,—,
K: Das ländliche Siedlungswesen nach dem Kriege. RM 12,40, geb.
RM 13,80.
KI: Die Lage der Landwirtschaft in Pommern, Niederschlesien, Oberschlesien
 und der Grenzmark Posen-Westpreußen. RM 11,15, gebunden
RM 12,50.
XII: Die Verschuldungs- und Kreditlage der deutschen Landwirtschaft
seit der Währungsbefestigung bis Ende 1928, RM 6,80, geb. RM 8,—,
XIII: Die Förderung der Landwirtschaft durch öffentliche Mittel.
RM 11,75, gebunden RM 13,10. (Vergriffen.)
XIV: Das landwirtschaftliche Bildungs- und Beratungswesen. RM 6,—,
zebunden RM 7,15.
Band XV: Die Lage der deutschen Milchwirtschaft. RM 15,60, geb. RM 17,—.
Band XVI: Die Struktur der deutschen Getreidemühlen-Industrie und ihre
Stellung im Rahmen der deutschen Wirtschaft. RM 5,30, geb. RM 6,50.
XIX: Die landwirtschaftlichen Betriebs- und Intensitätsverhältnisse
in Württemberg und Hohenzollern. RM 11,15, gebunden RM 12.50.

Band

HI. Unterausschuß (Gewerbe: Industrie, Handel und Handwerk)
Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie. RM 13,60,
gebunden RM 14,80.
Die deutsche Kaliindustrie. RM 5,—, gebunden RM 6,15. (Vergriffen.)
Die deutsche Kohlenwirtschaft, RM 16,—, gebunden RM 17,50.
Die deutsche Elektrizitätswirtschaft, 2. Auflage. RM 17,50.
Die deutsche Chemische Industrie. RM 16,30, gebunden RM 17,80.
Die deutsche eisenerzeugende Industrie. RM 12,25, geb. RM 13,85.
Der deutsche Wohnungsbau. RM 20,40, geb. RM 22,20.
Die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Nicht - Eisen - Metallen,
RM 3,75, gebunden RM 4,90,
8. Arbeitsgruppe (Handwerk)

Band I: Generalbericht. RM 10,10, gebunden RM 11,35.
Band Il: Statistische Grundlagen. RM 11,35, gebunden RM 12,60.
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        Band IIl: Das Bäcker-, Konditor-, Fleischer-, Schuhmacher-, Schneider- und
Buchbinderhandwerk, RM 16,35, gebunden RM 18,—.
Band IV: Das Sattler-, Schmiede-, Tischler-, Zimmerer-, Elektro-Installationsund
 Klempnerhandwerk. RM 15,25, gebunden RM 16,75.
9. Arbeitsgruppe (Handel)

Band I: Die Grundlagen der Handelsenquete. (Ergebnisse der Fragebogen-Erhebungen
 im Einzelhandel und Großhandel.) RM 18,50, geb. RM 20,—.
Band II: Massenfilialunternehmungen im Einzelhandel mit Lebensmitteln
und Kolonialwaren. RM 8,50, gebunden RM 9,60. (Vergriffen.)
Band Il: Werkskonsumanstalten. RM 3,20, geb. RM 4,35. (Vergriffen.)
Band IV: Feinkosthandel. RM 5,60, gebunden RM 6,75.
Band V: Einzelhandel mit Lebensmitteln, Kolonialwaren und Drogen.
RM 5,—, gebunden RM 6,20. ,
Band VI: Handel mit Milch und Molkereiprodukten. RM 7,40, geb. RM 8,50.
Band VII: Ladenhandel und ambulanter Handel mit Obst und Gemüse.
RM 4,75, gebunden RM. 5,85.
Band VIII: Konsumvereine, RM 20,—, gebunden RM 21,80.
Band IX: Einzelhandel mit Bekleidung, Teil 1 (Herren- und Knabenkleidung,
Damen- und Mädchenkleidung, Wäsche und Aussteuer, Manufakturwaren).
 RM 9,35, gebunden RM 10,55.
X: Einzelhandel mit Bekleidung, Teil II (Versandgeschäfte, Etagen-000”
 Einzelhandel mit Schuhen, kreditgebender Einzelhandel).
M 9,60, gebunden RM 10,80.
Band XI: Waren- und Kaufhäuser. (In Vorbereitung.)
Band XII: Großhandel mit Lebensmitteln und Kolonialwaren. RM 7,50,
gebunden RM 8,65. :
Band XIII: Selbständiger Großhandel mit Textilien... RM 9,—, geb. RM 10,30.
IV. Unterausschuß (Arbeitsleistung)
Band 1: Arbeitszeit, Arbeitslohn und Arbeitsleistung. Problemstellung und
Methodik der Untersuchungen. RM 6,50, gebunden RM 7,50. (Vergriffen.)
Il: Die Arbeitsverhältnisse im Steinkohlenbergbau in den Jahren 1912 bis
1926. RM 8,20, gebunden RM 9,40. (Vergriffen.)
Arbeitszeit, Arbeitslohn und Arbeitsleistung im Steinkohlenbergbau.
(Sonderveröffentlichung aus dem Endbericht.) RM 0,95.
IH: Die Arbeitsleistung im Braunkohlenbergbau in den Jahren 1913 bis
1926, ihre Veränderungen und deren Ursachen (mit der Sonderveröffentlichung
 aus dem Endbericht). RM 4,55, gebunden RM 6,—,
Die Arbeitsleistung im Braunkohlenbergbau in den jahren 1913 bis
1926. (Sonderveröffentlichung aus dem Endbericht.) RM 0,60.
Band a Arbeitslohn und Arbeitsleistung im Hochofenbetriebe.
65.
Band V: Die Arbeitsleistung im Maurergewerbe. RM 0,65. (Vergriffen.)
Band VI: Die Arbeitsleistung in der Textilindustrie in den Jahren 1913 bis 1927,
ihre Veränderungen und deren Ursachen. RM 4,—, gebunden RM 5,15.
Band VII: Die Arbeitsleistung in Stahl- und Walzwerken. RM 9,—, geb. RM 10,30.
Band VIII: Die Arbeitsleistung in landwirtschaftlichen Betrieben. RM 5,55,
geb. RM 6,70.
Band IX: Die Ergebnisse der Arbeiten des Arbeitsleistungsausschusses.
RM 6,30, geb. RM 7,45.

V. Unterausschuß (Geld-, Kredit- und Finanzwesen)
Die Reichsbank, RM 6,55, gebunden RM 7,70.
Der Bankkredit. RM 6,55, gebunden RM 7,70. (Vergriffen.)
Gesamt-Schlußbericht. (In Vorbereitung.)
Sonderprospekte auf Verlangen kostenlos

VERLEGT BEI E.S. MITTLER &amp;amp; SOHN, BERLIN SW 68

Druck von Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Buchdruckerei G. m.b. H., Berlin SW 68, Kochstr. 68—71.
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