342 Descartes. Charakter eines Axioms. Idvzwv % bdola KpötovV Xal Ad Kal YVosı, xat ypöv. Alle anderen Merkmale treten erst nachträglich an dem so bestimmten Sein auf. „Die erzeugende Substanz (Ör0xei- psvov) ist das eigentliche Subjekt des Urteils; alles andere nur nebenbei; und wie im Wirklichen die Sache oder Eigenschaft entstanden, so soll sie im Prädikate ausgesagt werden.“12) Wenn wir von den Beziehungen der Quantität und Qualität sprechen, so müssen wir sie doch immer bestimmten Dingen „anhaftend“ denken, wenn wir von Verhältnisbegriffen, wie von denen des „Grossen und Kleinen“ ausgehen, so dürfen wir doch nicht, mit Platon, glauben, in ihnen Elemente des Wirklichen erfasst zu haben. Das wissenschaftliche Ideal, das dieser Anschauung entspricht, ist im Grunde die systematische Klassifikation der Objekte: es gilt, die verschiedenen „Formen“ der Natur gegen einander abzu- grenzen und ihre Eigenschaften in bestimmte Ordnung zu stellen (s. ob. S. 44f). Die Gefahr, die der Physik aus dieser Auffassung erwuchs, ist bekannt. Zwar auch ihr mag man noch die Erforschung der Substanz als Aufgabe stellen; ist es doch ihr Ziel, das Bleibende im Wechsel der Erscheinungen zu be- stimmen und festzuhalten. Der fundamentale Irrtum aber ent- steht, wenn sie dieses Bleibende selbst in der Form des Dinges, nicht in der der Regel des Geschehens Sucht; wenn sie, mit andern Worten, den Gesetzen die „Qualitäten“ und „Wesenheiten“ als die realen Ursachen unterschiebt. Wie diese Anschauung überall überwunden sein musste, ehe die moderne Physik und Astronomie einsetzen konnte, haben wir im Einzelnen verfolgt: wir sahen, wie Kepler den Begriff der Kraft durch den Begriff der Funktion klärte und umbildete, wie Galilei, von dem Wesen der Erscheinung absehend, das Gesetz als den einzigen Inhalt und Fragepunkt der Naturwissenschaft feststellte. Descartes zieht so- mit nur das philosophische Facit der wissenschaftlichen Gesamt- entwicklung, wenn er eine allgemeine Logik der Relationen fordert, die aller Betrachtung der besonderen Objekte voran- geht. Er erfüllt bereits mit der ersten Formulierung seiner Auf- gabe die Forderung, die er an sich gestellt hat: eine Logik, nicht der Beschreibung und Darlegung von Tatsachen, sondern der Entdeckung und Forschung zu geben. 1») Er selbst hebt es als das Charakteristische seiner Kategorienlehre hervor. dass sie