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        <title>Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit</title>
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      <div>Der Begriff der Entwickelung. 
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und aus sich selbst.einem gemeinsamen Ziele zubewegen und in 
ihm ihre Einheit finden. Der Gedanke der wechselseitigen Be- 
dingtheit aller Glieder des Universums wandelt sich unmittel- 
bar in die Anschauung der Belebtheit des Alls. Dass zwei ge- 
trennte Momente des Seins auf einander wirken, dass somit die 
Aenderung des einen in dem andern reflektiert wird und sich in 
ihm bemerklich macht, erscheint nur dadurch möglich, dass 
beide Glieder ein und desselben übergeordneten Lebenszusammen- 
hangs sind. 
Bestimmt und anschaulich tritt diese Grundansicht vor allem 
in der deutschen Naturphilosophie des 16. Jahrhunderts hervor. 
Das Werk des Agrippa von Neitesheim über die geheime Philo- 
sophie erhält, so mittelalterlich es sich zunächst in seiner Physik 
der „dunklen Qualitäten“ ausnimmt, von ihr sein individuelles 
und modernes Gepräge. Wir können dem All nicht anders Wert 
verleihen, als indem wir es mit einer ursprünglichen Wesenheit 
und Kraft, mit einer selbständigen Seele begaht denken. Töricht 
und widersinnig ist es, zu glauben, dass beliebige unvollkommene 
Korpuskeln und Teilchen des Universums, dass die niedrigsten 
Tiere des Lebens gewürdigt sein sollten, während es dem Uni- 
versum selbst, dem vollkommensten und edelsten Körper, versagt 
bliebe. Die fortschreitende Stufenreihe der stoffllichen Struktur 
ist nur als das Sinnbild einer entsprechenden Gliederung und 
Abstufung des seelischen Daseins verständlich. „Absurd wäre es, 
wenn der Himmel, die Sterne und die Elemente, die für alle Ein- 
zelwesen der Quell des Lebens und der Beseelung sind, selbst ihrer 
ermangeln sollten; wenn jede Pflanze und jeder Baum an einer 
edleren Bestimmung Anteil hätte, als die Sterne und die Elemente, 
die seine natürlichen Erzeuger sind“.!) So gewiss die Wirkung die 
Ursache nicht übertreffen kann, so gewiss vermag Lebendiges 
nicht aus Leblosem zu erstehen, noch aus ihm seine Nahrung zu 
ziehen. Und wie wir hier dazu gedrängt werden, den einzelnen 
Gliedern Sinn und Bewusstsein zuzusprechen, so führt der geregelte 
Verlauf und die Zusammenstimmung aller Teilprozesse dazu, sie 
einem umfassenden belebten Ganzen untergeordnet zu denken: 
„es gibt somit eine Weltseele, ein einiges Leben, das alles er- 
füllt und durchströmt, alles in sich zusammenhält und verknüpft, 
um die Maschine der gesamten Welt zu einer Einheit zu machen“</div>
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