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        <title>Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit</title>
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            <forname>Ernst</forname>
            <surname>Cassirer</surname>
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      <div>Der neue Naturbegriff und die Kritik der Astrologie.

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ihm: Aber so die Sonn nit were, so wüchs er nicht. Dencken
nicht, dass die Sonn ihn mache, Firmament oder dergleichen:
aber also mercken, das die werme der Sonnen eine solche Zeit
gibt . . . Zween Zwilling, die einander gleich sehen, weicher hatts
vom anderen, das er dem andern gleich sieht? Keiner. Was wollten
wir dann uns Jovische kinder heissen und Monische, dieweil wir
sind gegeneinander wie die Zwilling?“ So tritt auch hier
die wechselseitige harmonische Entsprechung an die Stelle
der unmittelbaren Abhängigkeit : der „physische Einfluss“ wird
durch den „idealen“ Einfluss ersetzt, den alle Teile des Universums,
 als Repräsentanten ein und derselben Gesamtordnung, auf
einander ausüben. Wenn dennoch in diesem absolut umkehrbaren
Wechselverhältnis ein Vorrang des einen Gliedes vor dem andern
bezeichnet werden soll, so könnte er nur auf Seiten des Menschen
gefunden werden: billiger sage man, der Mars arte dem Menschen
nach, als der Mensch dem Mars, „denn der Mensch ist mehr als
Mars und andere Planeten.“ Es ist eine eigentümliche Wendung
und Rückkehr, die der Gedanke hier vollzogen hat. Um die an-Ihropocentrische
 Zweckbetrachtung zu entwurzeln und der Natur
ihr eigenes Recht zu verschaffen, musste von der Bedingtheit des
Mikrokosmos durch den Makrokosmos ausgegangen werden. Jetzi
aber zeigt sich die entgegengesetzte Tendenz: das Ich soll dem
Naturlauf nicht unbedingt aufgeopfert, cs soll aus ihm herausgehoben
 und ihm entgegengestellt werden. Der Mensch wird
wieder der ideelle Mittelpunkt des Seins: er ist „so edel bei Gott
und so hoch bei Gott fürgenommen, dass sein Bildtnuss abcontrafeith
 ist im Himmel mit allem seinen Thun und Lassen, guts und
böses.“2%) Der Widerspruch. der sich hier aultut, ist indes die
Vorstufe einer neuen Synthese. Die zentrale Stellung, die dem
empirischen Menschen entrissen ist, gilt es in einem anderen
und tieferen Sinne, dem Bewusstsein und dem Geiste wiedelr
zu erobern. Der Versuch der reinen und objektiven Abscheidung
des Naturproblems führt selbst zu dieser Aufgabe zurück, die nunmehr,
 wie wir sehen werden, von verschiedenen Seiten her in Angriff
 genommen wird. —
Tritt somit ein neues Bild der Wirklichkeit bei Paracelsus
deutlich heraus, so ist es allerdings mehr in naiver Sicherheit
arschaut, als im Einzelnen abstrakt und begrifflich begründet. Es</div>
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