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        <title>Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit</title>
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      <div>Die Verwandlung des Ich in die Dinge. 
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nach. Ueber einer Naturbetrachtung, die sich auf die Prinzipien 
des Telesio stützt und die sich durchgehend auf Erfahrung und 
Beobachtung beruft, erhebt sich eine Metaphysik, die in ihrem 
Bau und in ibrer inneren Gliederung noch völlig an Thomas 
von Aquino erinnert. Alle diese Widersprüche der Welt- und 
Lebensanschauung finden ihren Ausdruck und Reflex in seiner 
Theorie des Erkennens, in der auf der einen Seite das Bewusst - 
sein den Dingen als ihr Ergebnis untergeordnet wird, während 
es andrerseits, in einem neuen Ansatz, als der Ausgangspunki 
und das Fundament aller Gewissheit erwiesen wird. — 
Gerade hierin besteht die eigentümliche Leistung Campa- 
nellas: dass er die Prinzipien, die die Naturphilosophie für die 
Auffassung der Erkenntnis geschaffen hatte, bis in ihre letzten 
und radikalsten Folgerungen weiterführt, dass er sie damit indes 
unvermerkt bis zu einem Punkte leitet, an dem sie sich in sich 
selber auflösen und aufheben müssen. Der Geist kann die äussere 
Welt nur dadurch gewahr werden, dass er sich in sie verwandeli 
und ihr Sein in sich selber wiederholt. Soll das Ich die Mannig- 
faltigkeit der Dinge begreifen, so muss es sich selber in ihre Ver- 
schiedenheit umsetzen: „cognoscere est fieri rem cognitam“. 
Zwar kann die „Form“ des erkannten Objekts — und dies ist eine 
Einschränkung, die Campanella an der Aristotelischen, wie an der 
Telesischen Ansicht versucht — nicht unmittelbar in das Bewusst- 
sein übergehen: denn hieraus würde folgen, dass das Objekt, wie 
das Subjekt im Process des Erkennens seines eigenen Wesens ver- 
lustig ginge. Der Geist wäre unier dieser Voraussetzung unfähig, 
solange er mit einem Inhalt beschäftigt und in ihn gleichsam auf- 
gegangen wäre, einen andersartigen Inhalt aufzunehmen und auf 
den ersten vergleichend zu beziehen. An die Stelle des gänzlichen 
Uebergangs der Form tritt lediglich die Bestimmtheit durch 
sie; bei der das Ich eine Wandlung erfährt, die nur seinen äusse- 
ren Zustand, nicht seine Wesenheit berührt. Der Begriff der „in- 
formatio“ wird auf diese Weise durch den der „immutatio“ er- 
gänzt.und ersetzt, wobei jedoch als gemeinsames Moment festge- 
halten wird, dass alle Erkenntnis ein „Leiden“ von dem ein- 
dringenden äusseren Gegenstande in sich schliesst. Dieser braucht 
indes nur mit irgend einer vereinzelten. und besonderen Beschaf- 
fenheit auf uns einzuwirken, um vermöge des Schlusses der Aehn-</div>
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