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        <title>Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit</title>
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      <div>Die Arithmetik der Kräfte, 
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energischen Verfolgung seiner logischen Grundprinzipien, zur 
Klarheit und Bestimmtheit erhoben worden. — 
Keplers empirische Erklärung der Schwere, in der sich sein 
allgemeiner Begriff der Kraft bewährt und mit konkretem Inhalt 
erfüllt, knüpft geschichtlich an Gilberts Theorie des Magnetis- 
mus an. Gilberts Werk „Ueber den Magneten“, das im Jahre 1600 
erschien, ist eines der frühesten Zeugnisse des modernen induk- 
tiven Verfahrens und wird als solches von Kepler und Galilei 
gleichmässig hochgehalten. Beide knüpfen nicht nur an die Er- 
gebnisse der Schrift an, die sie weiter ausbauen und aus allge- 
meinen theoretischen Gesichtspunkten zu begründen suchen:®) 
es ist vor allen Dingen die methodische Denkart des Werkes, 
der sie sich — während Bacon sie bezeichnender Weise miss- 
achtet — innerlich verwandt fühlen. Eine „neue Art des Philoso- 
phierens“ hatte Gilbert selbst in der Vorrede proklamiert: und 
in der Tat bildet für ihn wie für jeden tieferen Forscher zu Be- 
ginn der neueren Zeit der Kampf gegen die Vorherrschaft des 
ontologischen Begriffssystems den entscheidenden Ausgangs- 
punkt. Aristoteles hat die Verschiedenheit der Bewegung der Ele- 
mente, auf der seine ganze Physik ruht, auf einen inneren abso- 
luten Gegensatz der Richtungen des „Oben“ und „Unten“ gegrün- 
det: er hat damit eine bloss logische Entgegensetzung fälschlich zu 
einem realen Widerstreit von Kräften hypostasiert.®) Durch diese 
erste grundsätzliche Verwechslung bestimmt sich der gesamte Cha- 
rakter seiner Naturanschauung. Die Wirklichkeit wird nunmehr 
zur abstrakten Phantasmagorie; die echten wirkenden Ursachen 
werden durch begriffliche Schemen ersetzt und verdrängt. In der 
Astronomie werden die mathematischen Fiktionen der Kreise und 
Epicykeln zu existierenden Wesenheiten, zu festen krystallenen 
Sphären verdichtet und verdinglicht. Ueberall ist es die willkür- 
liche Definition und Bezeichnung, ist es in letzter Instanz somit 
das Wort in all seiner schillernden Vieldeutigkeit, das sich immer 
wieder an Stelle der wahrhaften Naturdinge schiebt und ihre ge- 
genständliche Erfassung hindert: wir haschen statt der Objekte nur 
die Schattengebilde der eigenen Einbildungskraft.®) Von dieser Art 
sind die „substantiellen Eigenschaften“ und .„„Verwandtschaften“. 
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