Die hundert Tage.

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Allein der Schlachtenmeister mochte noch so kühne Wagnisse
vollbringen, die Kriegführung der Verbündeten mochte noch
so lau und lahm sein, — die Übermacht der Gegner war
zu groß, als daß er sich ihrer erwehren konnte. Am 31. März
1814 hielten Zar Alexander und König Sriedrich Wilhelm III.
mit ihren Garden Einzug in Paris; Norks und Kleists
Truppen durften, obwohl sie den Löwenanteil an allen
Rämpfen gehabt hatten, wegen der Abgerissenheit ihrer Uni⸗
formen nicht teilnehmen. Von seinen Generalen verlassen,
verzichtete Napoleon am 4. Upril in Fontainebleau für sich
und seine Erben auf die Urone; nur das Fürstentum Elba
sollte ihm als souveräner Besitz verbleiben. In österreichischer
Uniform, eine weiße Kokarde auf dem Tschako, mußte der
vor kurzem noch vergötterte Held, um der Wut der eigenen
Untertanen zu entrinnen, durch Südfrankreich reisen. Mit
Staunen gewahrte seine Umgebung Tränen des Kleinmuts
in seinen Augen und alle Seichen der Furcht in seinen
Mienen.
Kaum war er aber auf Elba angelangt, so gewann er
mit dem Gefühl der Sicherheit die alte Entschlossenheit und
Umsicht. Mit demselben Eifer, den er bisher den heeren
von halb Europa gewidmet hatte, sorgte er nun für die
Elbaer Liliput-Armee, und auch die Verwaltung seines Länd⸗
chens ließ er sich scheinbar mit allem Ernst angelegen sein.
Scheinbar, denn im Hintergrund seiner Gedanken stand von
vornherein der Plan, im geeigneten Augenblick für Surück—
eroberung seiner Krone nochmals das höchste Spiel zu wagen.
Während die Späher, die den Verbannten zu überwachen
hatten, mit Genugtuung an ihre Höfe berichteten, daß sich
der CExkaiser mit der schönen Gräfin Walewska trefflich
amüsiere, mit 12 Insulanern ernsthaft Staatsrat spiele und
zur herstellung von Inventaren seine Matratzen und Bett—
laken selbst abzähle, — dachte er nur an Slucht und Ver⸗
schwörung, an Frankreich und die Tuilerien.
Und das Unglaubliche geschah: mit Schrecken und Sorn,
Staunen und Bewunderung erfuhr die Welt die Flucht Na—
poleons (26. Februar 1816), die Landung, das siegreiche Vor⸗
dringen in Frankreich. „Une grande nouveauté“ hat in
Frankreich immer Aussicht auf Beifall und Erfolg. Die
Armee ging mit fliegenden Fahnen zum „petit caporal“