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II. Abschnitt. Das Zeitalter Napoleons J.

über; mit weniger Entschiedenheit und Enthusiasmus folgte
diesem Beispiel die Bevoͤlkerung.
Doch Napoleon hatte sich, um wieder auf den Thron zu
gelangen, eine Täuschung der Nation zuschulden kommen
lassen. Er hatte die Versicherung gegeben, daß er mit seinem
„lieben Schwiegervater“ in der hofburg zu Wien voöllig aus⸗
gesöhnt sei, daß ihm die Wahl freistehe, welche von den
europäischen Mächten er zu Bundesgenossen haben wolle.
Dieses Truggespinst mußte bald zerreißen. Die lakonische
Nachricht: Napoleon ist von Elba verschwunden! machte die
streitenden Diplomaten in der Wiener Hofburg mit einem
Male einig; dem Bunde vom 265. März 1815 gegen den
Friedenstörer traten alle europäischen Staaten mit Aus—
nahme des von Bernadotte regierten Schweden bei.
Der 18. Juni 1815, der Tag von Waterloo brachte dem
Regiment der hundert Tage ein jähes Ende. Um das äußerste
von sich abzuwenden, suchte der Kaiser einen wunderlichen Weg
zur Kettung einzuschlagen. Wie Themistokles, so schrieb er an
den Rönig von England, vertrauensvoll zu den Persern ge—
flohen sei, denen er zeitlebens am meisten Schaden und Un—
heil zugefügt habe, so lege er vertrauensvoll sein Schicksal
in die hände der großherzigen britischen Nation. Allein die
Entscheidung des Uönigs Xerres lauiete: St. helena!
Unglücklich war der Ausgang des Mannes, der wie kein
anderer weder vor noch nach ihm die Teilnahme der Welt
auf sich gezogen hat, doch das Ende war, wie er es sich
schon als Unabe auf der Militärschule zu Brienne gewünscht
hatte: es entbehrte nicht des großen Zuges! Der an eine
Fantasia erinnernde, kühne Cinzug in Frankreich, der letzte
glorreiche Sieg bei Ligny, der ehrenvolle Untergang bei
Waterloo, das vom majestätischen Ozean umbrandete Grab
auf St. helena!