Metaphysik. die Weiterbildung der Keime erblicken, die in der Anlage bereits vorhanden waren. Wir ersehen, daß nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern daß auch Gesamtheiten, daß ganze Völker einen bestimmten Fortschritt aufweisen, daß in der Ge— samtheit sich ein Völkercharakter darstellt,“) und daß jedes Volk gewisse Eigentümlichkeiten zeigt, die es von andern unterscheiden; und auf solche Weise gelangen wir dazu, das zeitliche Werden nach einer gewissen Kausalität zu verknüpfen und den Satz auf— zustellen, daß es undenkbar ist, daß eine solche Entwicklung sich in atomistischer Weise vollzöge und daß die Einzelwesen ohne inneren Zusammenhang neben einander stünden. Auf solche Weise gelangen wir zu den Grenzen des sog. em— pirischen Erkennens, und die Frage über die Bedeutung und Bestimmung der Kultur führt uns über die Schranken des empirischen Wissens hinaus, in die Welt der sog. Meta— physik hinein. Hier ist manches problematisch, denn wie können wir auf diesen Höhen zur letzten Erkenntnis gelangen? Aber immerhin ist das eine sicher, daß die Menschheit Be— ziehungen zum Weltganzen hat und die Kulturentwicklung der Menschheit mit den Zwecken des Weltgeschickes in Verbindung steht. Wer daher in der Schöpfung nur ein zusammenhangloses Weben äußerlicher Kräfte sieht, der zeigt, daß er nicht bis zu dieser Stufe des Denkens gelangt ist; er kann hier überhaupt nicht mitreden: ihm fehlt jedes Erkennungsvermögen, um die Bedeutung der ganzen Menschheitsentwicklung auch nur zu ahnen; ihm bleibt aber auch die ganze Kultur unverständlich: er vermag jedenfalls keine Anknüpfung zu finden und kann im Ganzen nur ein Kaleidoskop erblicken, das ein beliebiges pris— matisches Bild gibt, alles mit Zufälligkeiten und ohne Sinn und Folge. Diese ganze Verknüpfung zwischen Kultur und zwischen Weltentwicklung verdanken wir zunächst den großen Denkern des Altertums; sie war die Idee des Plato ebenso wie die des Aristoteles, aber am glänzendsten und nachdrücklichsten hat sie Hegel in seinen gewaltigen Gedanken zum Ausdruck gebracht. So treffend Gineor de los Rios, Pilosofia y Sociologia S. 8 ff: Que la soeiedad no es una simplé yuxtaposicion de individuos.... podria decir que es hoy upo dé ésos principios domunes.