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        <title>Moderne Rechtsprobleme</title>
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            <surname>Kohler</surname>
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      <div>Weltgeschichte und Entwicklung.

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tung gewinnt die Persönlichkeit ihren absoluten Wert, der wohl
zu unterscheiden ist von der individuellen Moralschätzung im Ge⸗
diete des kleinen, beschränkten, zeitlichen Kreises, in dem die ein—
zelnen leben. Unvergleichlich wird dies von Hegel in der Rechts⸗
philosophie (Werke, Band VIII, S. 424 f) dargestellt:
„Gerechtigkeit und Tugend, Unrecht, Gewalt und Laster,
Talenle und ihre Taten, die kleinen und die großen Leidenschaften,
Schuld und Unschuld, Herrlichkeit des individuellen und des Volks⸗
— DDDDD—
einzelnen haben in der Sphäre der bewußten Wirklichkeit ihre be—
stimmte Bedeutung und Wert und finden darin ihr Urteil und
ihre, jedoch unvollkommene, Gerechtigkeit. Die Weltgeschichte fällt
außer diesen Gesichtspunkten; in ihr erhält dasjenige notwendige
Moment der Idee des Weltgeistes, welches gegenwärtig seine
Stufe ist, sein absolutes Recht, und das darin lebende Volk und
dessen Taten erhalten ihre Vollführung und Glück und Ruhm.“
„Besser kann es nicht ausgedrückt werden: Die Weltgeschichte
ist das Weltgericht, und der Übermensch ist nach dem zu beur—
teilen, was er der Weltgeschichte gewesen ist. Das hat also
hbereits der Begründer der Geschichtsphilosophie, Hegel, aus—
gesprochen.“ — —
Wenn man geltend gemacht hat, daß in unserem System
ein Widerspruch bestehe zwischen der realen rechtsver—
gleichenden und universalrechtsgeschichtlichen Wissenschaft
einerseits und der Ideenlehre andererseits, die uns aus Hegels
Philosophie erwächst, so ist dies ein kurzsichtiger Irrtum; denn
gerade in der Versöhnung der rationellen Idee mit der
Wirklichkeit liegt das Große der heutigen Forschung; wir
dürfen in der Fülle der Einzelheiten das Gesamte der Idee nicht
vergessen, wir müssen in ihr die Ausflüsse des großen Gottesgedankens
 erkennen; das ist das Wesen des Neuhegelianis—
mus: was wir im Einzelnen entdecken, schließt sich zum großen
Ganzen.
Man hat noch einen anderen Widerspruch entdecken wollen,
daß nämlich unser Pantheismus keinen Fortschritt ermögliche,
indem die Weltentwicklung von Anfang bis zu Ende eine gött—
liche sei, so daß der Anfang ebenso vernünftig sei wie die Folge.
Dies ist unrichtig: die Pflanze ist vernünftig vom Samen bis
zum Schößling und bis zur Frucht, und doch zeigt sich darin
eine Entwicklung, und so besteht eine Entwicklung des Weltfort—</div>
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